Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1935-02-22 · 8 (22.2.1935) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
8 (22.2.1935)
Date
1935-02-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2629891-2630587-2630595--4931-2637181
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nf. 8 Seite 2 ™"#*‘ר’ Arabische Quertrdberei'en in Jerusalem* Öle politischen Vefhältnisse innerhalb der Stadtvertrelung von Jerusalem werden immer komplizierter. Die arabischen Stadtverordneten haben soeben an den Distriktskommissär Campbell die Forderung gerichtet, als Ersatz für den zum zweiten Vizebürgermeister ernannten Stadtverordneten Jakub FarradscK einen dritten Ver* treter der christlichen Araber im Stadtrat zu nominieren. Dadurch ׳würde ktinstlibh eine nichtjüdische Mehrheit im Stadtrat geschaffen werden. Diese ׳ Forderung haben die arabischen Stadtverordneten ungeachtet der in den Vorverhandlungen getroD fenenVereittbärüngen, daß der Status quo in der ZusammenSetzung des Stadtrats nicht geändert werden solle, auf gestellt. Bei der jüdischen Bevölkerung herrscht starke Verstimmung darüber, da& der Status des jüdischen ersten VfzebUrgermeisters Daniel Auster noch immer nicht ge* regelt jst. Während einer stillschweigenden Vereinbarung zufolge der erste Vizebürgermeister Im Fall der NötWendigkeit einer Vertretung des' Bürgermeisters Dr. Khaldi automatisch an dessen Steile treten sollte, setzt sich das neue Bürgermeistefstätut über diese Vereinbarungen hinweg Und behält dem Bigh Coffimissioner das Hecht vor, den Stellvertreter 'des Bürgermeisters aus der Mitte der Stadtverordneten zu berufen, Sogar die technische Frage der Zuweisung eines Amtsraurnes für den jüdischen Vizebürgermeister ist noCh nicht bereinigt Auf jüdischer Seite ist man der Ansicht,‘daß alle im Interesse der Verständigung mit den arabischen Stadtverordneten gebrachten Opfer umsonst wären, wenn die Araber versuchen, mit Hilfe der Behörden däa Abkommen zu brechen. Man hofft, daß die Regierung gegen- Über den neuen Forderungen der Araber Festigkeit bewahren wird. Nachtrags-Zertifikate. Wie der Jüdischen, Telegraphen-Agentur mitgeteilt wird, wird erwartet, daß am Ende der laufen* den Woche eine Ergänzungsquote zu der Arbeiter * Ei n wan der u n gs * S c h e d u 1 e bewilligt Werden wird. Es handelt sich um die Halbjahrs-Schedule Oktober1934 ־!bis März 1935. Es besteht die Aussicht, daß die Zahl der nachträglich auszugebenden Arbeiter - Einwanderung^ - Zertifikate größer, sein wird, als die Ergänzungsschedüle des vorigen Jahres, die am 23. Juli ausgegeben wurde und 1200 Zertifikate umfaßte. Um die Orthodoxie im Heiligen Lande. Unerhörter Chillul-Schabbos in Jerusalem. — Die Nachricht von dem Ableben des Bendiner Bavv ■'•״'׳- s.* Z. 1. — Nitraer Baw in Jerusalem. (Von unserem Korrespondenten.) Die orthodoxe Judenheit in Jerusalem ist zutiefst erschüttert über die Vorgänge am vergangenen Schabbos. , ' Die religiöse Lage im Heiligen Lande ist leider zur Genüge bekannt. In Tel-Awiw und in Haifa mehren sich ׳die Chillule-Schabb0s, daß, derartiges aber auch in Jerusalem möglich sein sollte — war, Jjg,um zu glauben. » In großen Verkehrs a u tob u s s e n veranstalteten am vergangenen Schabbos —- wie die ,,Jüdische Presse" bereits kurz berichtete — die Studenten der Universität eine Spazi erf ah.rt•״ durch Jeru- Salem. Die orthodoxen Juden protestierten impulsiv. Da ein gemütliches (Zureden fruchtlos blieb, griff eine furcht- ׳ bare Empörung über diese unerhörte Provokation der zionistischen Studenten Platz. Die orthodoxe Judenheit» von Jerusalem, allen voran die agudistische Jugend, stellte sich den Autobussen in den Weg und versuchte, den öffentlichen Chillul-Schabbos auf diese Weise zu vei־- hindern.. Die Lage wurde von Augenblick zu Augenblick gespannter. Die zionistischen Studenten hatten den Ent- Schluß gefaßt, ihren Willen, die Spazierfahrt am Schabbos zu vollführen, unter allen. Umständen durchzusetzen. Nichts nützten die Herzensrufe der in ihre Talessim gehüllten orthodoxen Juden ״Schabbos! Schabbos!". Die Studenten begannen erbarmungslos auf die Juden einzuschlagen, bis Polizei eingreifen mußte. Drei Bachurim der Jeschiwoh ׳״Sfas ,Eines" wurden verhaftet und — die Studenten fuhren doch. ־. Sie fuhren ... Niedergeschmettert kehrten unsere aufrechten Glaubensbrüder, die unter Selbstaufopferung den Chillul-Schabbos vermeiden wollten, heim. Die Nachricht von dem Ableben des Bendiner R a w s s. Z. 1. machte im Heiligen Lande einen überaus schmerzlichen Eindruck. Raw Duschinsky und das Zentralbüro der Agudas Jisroel drückten den Hinterbliebenen. des Niftar telegraphisch ihre Mitgefühle aus. ~Vergangenen Montag traf im Jaffaer Hafen das Mitglied der von der Basler Konferenz ernannten Agudah- Delegation, Sr. Ehrwürden Herr Oberrabbiner S. .D. Ungar aus Nitra, in zahlreicher Begleitung ein. Rabbi Mosche Blau und Rabbi Mosche Glikman-Porusch empfingen den illustren Gast in der Hafenstadt und zahlreiche ehemalige Schüler des Nitraer Raws und Mitglieder der 10. bis 16-März 1935 (Rotunde bis 17. März) Luxus- und Gebrauchsartikel / Möbel / Sonderschau 5 ״Kunst im Handwerk" / ״Elektrizität im Haushalt" ״Neuzeitliche Gasgeräte" / Reklamemesse / Gewerbliche Kollektiv-Ausstellungen / SonderaussteUung ״Kampf dem Unfall" FRANZÖSISCHE KÖLONIAL-AUSSTELLUNG Textil- und Bekleidungsqaesse / Strickwaren / Pelzmode!SonderaussteUung WIRTSCHAFT IM AUFBAU , : ״Oesterreich über alles — wenn es nur ־will" Technische Messe / Bau- und Straßenbaumesse / Bürobedarf / ״Der Realitäten-Wermibtlier;und -׳Verwalter“ / Erfindermesse INTERN. AUTOMOBIL- UND MOTORRAD- AUSSTELLUNG Jagdausstellung j Schützen-Ausstellung LEBENSMITTEL-AUSSTELLUNG Land- und forstwirtschaftliche Musterschau Bundesweinkost Mastviehschau: 15׳.:irtä4?vMürz• E FAHRPBEhSBRMASSIGÜNON! 7־ bei 1t 1 4׳. 0 4 e den der ■Wiener Messe-Aktiengesellschaft, — Eintrittskarten (zum einmaligen r des Messepalastes und der Neuen Kassenschaltern der Messehäuser, ,Wien, VH.. •Messepit ׳Beswch 4er Rotunde Burg) A 2.S0 bei Poale-Agudas-Jisroel in Tel-Awiw statteten dem Gast sofort nach seiner Ankunft einen Besuch ab. Am selben Tage noch setzte Nitraer Raw seine. Reise nach Jerusalem fort, wo ihm zu Ehren ein festlicher Empfang veranstaltet wurde.׳ Nitraer Raw begab sich sofort an die Kosel-Maarowi, an der sich dramatische Szenen abspielten. ,Die große Zahl der den Gast begleitenden orthodoxen Juden fiel in ein erschütterndes Weinen, als Nitraer Raw an der Kosel-Maarowi mit ausgestreckten Armen sich zu Boden warf und in heißen Tefilos für das Wohl des jüdischen Volkes betete. Die agudistischen Kreise in Erez Jisroel erwarten von der Tätigkeit der entsandten Delegation eine erfolgreiche grundlegende Arbeit, die für eine weitere gedeihliehe Entwicklung der Organisation im Heiligen Lande das Fundament legen soll. Menachem Glikman-Porusch. Erez Jisroel in Ziffern. Seit Beginn der diesjährigen Citrus-;Saison wurden 3,353.800 Kisten Citrus-Früchte, hauptsächlich Orangen, aus Palästina exportiert. In der vorjährigen Saison wurden 2,565.000 Kisten Citrus-Früchte aus Palästina exportiert. Palästina, das so viel C i t r u s f r ü c h t e exportiert, muß infolge der zu langsamen Entwicklung der übrigen Obstzucht in einem hohen Mäße Obst import i e r e n. Im ersten Halbjahr 1934 wurden in Palästina für 43.058 Pfund Aepfel und für 30.726 Pfund Birnen und Pflaumen importiert. ’ •..:׳.׳■׳ '* Das Budget der ׳S t a d t g e m e i n d e Jerusalern weist einen geringen Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben auf. Die Einnahmen betragen im Jahr 80.930, die Ausgaben 78.847 ׳Pfund. ׳Für das Finanzjahr 1935/36 werden, wie der J. T. A. mitgeteilt wird, die Ein»künf t e der P a 1 ästin a- Regierung auf 5,5 Millionen ׳Pfund, die Ausgaben auf 3,5 Millionen Pfund veranschlagt; ״••■׳־׳ * Der ׳Stadtrat von Tel-Awiw ׳hat den Distriktskommissär ersucht, eine Verordnung zu bestätigen, die die Festsetzung von H ö c h s t p r e i senfiir Bro t vorsieht. Der Stadtrat stützt sich hierbei auf den Bericht, der von ihm zur Untersuchung der Ursachen der ׳Brotteuerung eingesetzten Kommission. * Wie im amtlichen Organ der Tel-Awiwer Stadtverwaltung mitgeteilt wird, hat das Stadtbauamt im Jahre 1934 Bauvorhaben im veranschlagten Gesamtwerte von über 2 34 Millionen Pfund genehmigt. In diesem Zeitabschnitt wurden 2113 Baubewilligungen erteilt, die die Herstellung־ von 13.697 Wohnräumen und 346 Läden betrafen. Die Investitionskosten hiefür betrugen 2,578.400 Pfund. Im vorangegangenen Jahre waren 2290 Baubewilligungen für die Herstellung von 10,714 Wohnräumen und 320 Läden mit einem Kostenauf wand von 1,766.600 Pfund ׳erteilt worden. Gegenüber dem Jahre 1930 hat sich der Wasserverbrauch der Stadt um 228 Prozent erhöht. Er betrug 1930 2,204.247 Kubiknieter, 1933 3,704.502׳ und 1934 5,019.560 Kubikmeter. Das städtische Einkommen in den ersten sechs Monaten des Finanzjahres 1934/35' betrug 129.630 Pfund;gegenüber 83,783 Pfund in der ersten Hälfte des vorangegangenen Finanzjahres. Der Distriktsbeamte von Nazareth, Wadi Effendi Issawi, hat soeben das Urteil gegen 15 Araber und 15 Juden, die an• dem Zusammenstoß am 20. Dezember beteiligt waren,;gesprochen. Damals!hatte eine Gruppe Araber jüdische Arbeiter, die Boden des. Keren Käjemeth bei Nahalel pflügten, überfallen! ־und mit Steinwürfen attackiert, Von den 15 angeklagten Arabern wurden 11 zu je 600 ■Mils Geldstrafe, von den 15 angeklagten Juden wurden 5 zu je 600 Mils Geldstrafe verurteilt, die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Das Urteil hat um so mehr Verwunderung hervorgerufen, als derselbe Distriktsbeamite schon am 27. Dezember den Entscheid veröffentlichte, daß die jüdischen Arbeiter von Nahalal sich rechtens auf dem jüdischen Boden befanden und ihn pflügten, sie sich demnach gegenüber den angreifenden Arabern in einem Zustand der Selbstverteidigung befanden. * Die Arabische Exekutive Palästinas hat die Zusammenstöße zwischen Beduinen und Polizei auf Nationalfondsboden ׳bei Harathija zum Anlaß genommen, um neuerlich ein V e ribo t d es B o den ve r kauf s an Juden von der Palästinaregierung zu verlangen. Zum High Commissioner wurde eine Abordnung entsandt, die ihm diese Forderung vorgetragen hat.? Der frühere Generaldirektor der Great Western Railway in England, jetzt Mitglied des Rates für koloniale Entwicklung, Sir Felix Pole, der auf Einladung der Palästina-Regierung über einen Monat in Palästina geteilt und das Eisenbahnwesen studiert hat, bat'vor seiner Abreise aus Palästina sich, wie die J, T, A. erfährt, definitiv für die Übertragung des Eisenbahnk|i0^enPUIll5^es von Ludd nach Tel-Awiw ausgesprochen und dabei vielfache andere Vorschläge zur Entwicklung des Eisenbahnwesens in Palästina gemacht. Gratis komplette Ping-Pong-Garnitur erhält jeder gegen Einsendung einer bestimmten Anzahl von IQ-Heller- Wickelpapieren der Medizinalbonbons ״W a 1 d e x t r a k t". Bedingungen und Prospekte in allen einschlägigen GeschäftentfeLv•■ z« Woche JK1 » , —i Eine große Zahl S chän g h die r Jü den hat Boden m Palästina angekauft und bereitet sieh für die Uebetsiedtmg von IHe erste Grappe von elf Juden hat bereits die Reise nach Palästina angetreten. — Arabische Banditen griffen die jüdische Kolonie^ Ramat Ko de sch an und verletzten den sich ihnen entgegenstellenden jüdischen Wächter Zwi Charifka schwer.. Die Polizei konnte bis jetzt einen der Räuber verhaften. . — Die palästinensische Abteilung der Zliner Schuhfabrik Bata wandte sich an das Einwanderungsamt der Jewish Agency mit dem Ersuchen um Zuteilung von Einwanderung s - Zertifikaten, damit die Firma Beamte aus der Tschechoslowakei ins Land bringen könne, Das Einwanderungsamt erwiderte, daß, falls Bata in Palästina eine Fabrik eröffnen sollte, die Agency dabei behilflich sein wird, daß Spezialisten'und Instrukteure ins Land kommen können. Wie von unterrichteter Seite miigeteitt wird, haben bereits Verhandlungen betreffend die Vertvirklichung des Plans, in dem südfranzösischen Departement Lot einige Hundert jüdische Familien an zu sie dein, begonnen. — An der Spitze der ersten Palästina-Sonderbeila ge der ,Jf euen Freien Presse“ betont der österreichische Handelsminister Fritz S t o ckin g er in einem sehr warm gehaltenen Artikel die Notwendigkeit für die österreichische Wirtschaft, sich in den steigenden Handelsverkehr Palästinas einzuschalten, da dieses Land durch die starke Einwanderung einen zunehmenden Bedarf an Verbrauchs- und Produktionsgütem hat und sich als Ausfallstor nach dem vorderen Orient entwickeln dürfte. — Es verlautet, daß aus Anlaß des auf den 3. Juni ~d. J. fallenden 70. Geburtstages des Königs Georg V. von England in P alästina eine Amnestie erlassen tverden wird, die zwanzig im Zusammenhang mit den Unruhen vom August 1929 zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilten Arabern sowie, auch den zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilten zwei Juden zugute kommen wird. — In der Nähe von P et ach Tikwa wurde der Grundstein füir ein neues Krankenhaus der Kupat Cholim gelegt. — Hundert Jreden, die unter der Beschuldigung, auf illegalemWege nach P alästina gekommen zu sein, im politischen Gefängnis von Acco fest gehalten werden, sind in den Hungerstreik getreten zum Protest dagegen, daß die Untersuchung, gegen sie in die Länge gezogen wird und sie nicht vor Gericht kommen. — Das Deutsche Nachrichten-Büro meldet mit einer gewissen Genugtuung, daß der Stadtrat von ' Lodz in Polen, der ■seit kurzem eine nationaldemokratisohe Mehrheit hat, alle städtischen Beihilfen für jüdische Schulen!und Bildungsstätten gestrichen hat״ — Die italienische Regierung hat den Oberrabbiner von Alexandrien, Prof. Davide Prato, früheren Rabbiner in Florenz, zum Großoffizier des Ordens der Krone Italiens ernannt. — Eine von der Warschauer Jüdischen Gemeinde erhaltene Volksküche mußte aus Mangel an Mitteln geschlossen werden. — Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw schuf unter dem Namen ״K e r e n H a j e l e d“ einen Fonds zur Erziehung verwahrloster Kinder, deren es mehrere Hundert in Tel-Awiw gibt. — Die von Nowomeyski geleitete P alestine Po t ash Company zur Ausbeutung der Naturschätze des Toten Meeres stellt jetzt in einem neuen Verfahren ein Düngemittel her, ein Gemisch aus Kali- und Kalziumsulfat, das sich besonders für Plantagenboden eignet, wodurch sich der Import entsprechender Düngemittel aus Deutschland erübrigt. — Wie die ״Landeszeitungrr in Neustrelitz meldet, sind die Schaufenster verschiedener jüdischer Firmen von unbekannter Hand mit der Aufschrift ״J u d e n" versehen worden. — Justizminister Henriot hat den jüdischen Rechtsanwalt Renä Dudesheim zum General- Sekretär des belgischen Justizministeriu ms ernannt. — Das Danziger Landgericht hat der Klage eines jüdischen Arztes stattgegeben, mit der die Unterlassung von Aeußerungen Und Handlungen eines nichtjüdischen Arztes verlangt worden war, der zum Boykott des jüdischen Arztes auf gefordert hatte. — Laut Beschluß der Landesorganisationen früherer jüdischer Kr ie g s,t eil nehme r wird die erste W eitkonferenz der jüdischen KHeg steilnehmerverbände im Mai 1935 unter den Auspizien des jüdischen Kriegsteilnehmerverbandes in Frankreich stattfinden. — In W iln a wurde ein Bombenanschlag gegen die bekante jü dis che Druckerei H eil er verübt. — Im brasilianischen Parlament wurde ein Gesetzesvorschlag eingebracht, der die in letzter Zeit verstärkte antisemitische Propaganda eindämmen soll. Das projektierte Gesetz sieht strenge Strafen für die Aufreizung eines Bevölkenmgsteiles gegen den anderen vor. Es enthält eine Bestimmung, durch die der Kampf gegen religiöse Gruppen verboten und die Besclilagnahme, beziehungsweise Einstellung aller Zeitungen angeordnet wird, die eine derartige Propaganda treiben. — Eine Gruppe polnischer Juden errichtet in Palästina eine neue Z ement f abrik. In das Unternehmen wird ein Kapital von 250.000 Pfund investiert, ein Bauplatz im Ausmaß von 3000 Dunam wurde be7'eits erworben. — Aus dem Irak treffen täglich Nachrichten über andauernde Judenverfolgungen, die sich über das ganze Land erstrecken, ein. —, Die 8 alo nikier Eisenbahndirektion hat, um Platz für einen neuen Bahnhof zu schaffen, angeordnet, daß über too jüdische Familien, die sich nach der Brandkatastrophe im Jahre 1917 im Cabristan-Viertel angesiedelt hatten, ihre Wohnungen zu räumen haben. — Dei' Garnisonschef der b ul g arischen Provinzstadt Haskowo hat für die jüdischen Arbeitslosen, deren Zahl in Haskowo über 150 beträgt, eine spezielle Küche, in der rituell gekocht wird1, einrichten lassen. ' 19. Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel. R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe, B

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.