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Jüdische Presse · 1935-02-22 · 8 (22.2.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
21 (1935)
Issue
8 (22.2.1935)
Date
1935-02-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr, 8 jüdische presse Seite 3 Mit gutem Beispiel voran! Polet! gegen Zurücksetzung der Juden. Der polnische Botschafter ln London, Graf Edward Raczynski, gewährte dem Vertreter des ״Jewish Chronicle“ ein interview. Einleitend bemerkt© der Botschafter, es sei nicht richtig, wie dies viel* fach behauptet werde, daß die Juden Polens von Staats wegen Beschränkungen unterworfen sind, die ihnen das Leben unerträglich machen. Es gebe keinerlei Beschränkung der Beschäftigung von Juden im Staatsdienst, in den verschiedenen Aeifltern oder in irgend einem Beruf. Der Botschafter führte dann eine Reihe von Juden an, die hohe Stellen im Staatsdienst bekleiden. Die Regierung, sagte er, sei dauernd bemüht, ein freundschaftlich.es Zusammenleben der einzelnen Bevölkerungsteile zu fördern. Die Regierung sei genötigt gewesen, eine Anzahl von Extremisten wegen ihrer chauvinistisch-antisemitischen Tätigkeit in Konzen« trationslager zu bringen. Der Notwendigkeit, judenfeindliche Hetzpropaganda zu unterbinden, habe die Regierung große Aufmerksamkeit zugewandt. Was die Haltung der jüdischen Bevölkerung gegenüber dem Staat betreffe, fuhr Graf Raczynski fort, so finde die Vaterlandsliebe der jüdischen Bevölkerung und ihr Wille, im Interesse der wirtschaftlichen Wohlfahrt des Landes zu arbeiten, seine volle Anerkennung. Daß unter den polnischen Juden schreckliche Not herrscht, bemerkte sodann der Botschafter, sei ihm durchaus bewußt. Die Regierung versuche, durch Subventionierung von Notstandsarbeiten und Neubauten der allgemeinen Not zu steuern. Häuserbau werde als eines der wirksamsten Mittel, den verschiedenen Gewerbezweigen Beschäftigung zu geben, erachtet. Auch in dieser Hinsicht erfolge keinerlei Diskriminierung gegenüber den Juden. Bei der vorwöchigen Budgetabstimmung im polnischen Sejm stimmten die der Regierungsfront angeschlossenen agudistischen jüdischen Deputierten für das Budget, die Mitglieder des zionistischen ״Jüdischen Klub“ enthielten sich der Stimmen. 1 Hohe Tatra I HetHkito! Hohe Tatra! | 2 Pension Schreiber Tür Kinder und Erwachsene in 2 Tatra-Lesna. Neu eingerichtet, mit allem Komfort. 2. 2• Zentralheizung, Kalt- und Warmwasser (fließend). 5 ~ Vorzügliche Küche und Bedienung. Kinder werden S 2 auch ohne Begleitung auf genommen. Werden von S 2 geprüfter Pflegerin beaufsichtigt. Mäßige Preise! — S Ganzes Jahr geöffnet! Nähere Auskünfte und Pr0־ B 2 spekte erteilt gerne M. SCHREIBER, 5 B ׳. ' Tatra Lomnica. 2 iiiimmiiimimmiiiiiiiimmimmimiimiiiiiiiiiimmimir. Ofthodöxe ÄHjah aus Ungarn. Die im Rähmen de* Jugendorganisation ״T i f e r e s- Bachurim“wirkende ״AHjäs-Tifefe«״-Bewegung veröffentlichte in diesöfi Tagen ihren Tätigkeitsbericht. Die Initiative für eine orthodoxe Erez-Jisroel- Arbeit Wurde vor etwa zwei Jahren von einem bereits in Erez Jisroei wohnenden Tifefea-Mltglied, Herrn S, B. Stern, ergriffen. Die orthodoxe Jugend folgte ihm mit Begeisterung und nun kann sie ■mit einem gewissen Stolz auf das bereits Getane zurückschauen. Die Bewegung steht, abgesehen von der engsten Ideengemeinschaft, auch praktisch mit den leitenden Agudoh-Instanzen in Verbindung und betrachtet sich als agu dis tische Jugendorganisation Ungarns. Aus den ״Pruto-Jaumis"־Beiträgen und synagogalen Spenden wurden bisher etwa P 2000.— gesammelt, mit deren Hilfe die Auswanderung von 18 Tiferes-Mitgliedern ermöglicht wurde. In nächster Zeit folgen wieder zehn Olim. Die Vorbereitung für Erez Jisroei erfolgt auf der Hachschoroh in Budapest. Hier erhalten die Olim eine gediegene handwerkliche Ausbildung und vor allem eine ernste Vorbereitung für das Leben im Heiligen Lande. ״Alijas Tiferes“ beabsichtigt, hervorragende agu* distische Führer demnächst für Propagandavorträge zu gewinnen. Hakotaun. (Nachbemerkung der Redaktion: Diese, Nachricht wird nicht verfehlen, alle jene, die die bisher einer Ausbreitung der Agudas Jisroei in Ungarn entgegengestellten Schwierigkeiten mit tiefem Schmerz beobachteten, freudigst zu überraschen.) Dajanwahl in Csorna (Ungarn). Bei einer am Sonntag, den 10. d., in C30rna stattgefundenen Generalversammlung wurde Rabbinatskandidat Herr Arje Haberfeld, Sohn des Rabbiners Haberfeld, Budapest, einstimmig als Dajon gewählt. Rabbiner Haberfeld zählt zu den vorzüglichsten Schülern der Bratislavaer Rabbinatsschule und hat sich durch sein großes Wissen und seine Rednergabe die größte Anerkennung erworben. , Großrabbiner Sacerdoti gestorben. Der Großrabbiner , von Rom, Prof. Dr. Angelo Sacerdoti, ist nach kurzer Krankheit im Alter von 58 Jahren gestorben. Großrabbiner Angelo Sacerdoti hat sich in Italien und auch darüber hinaus eines Ansehens erfreut, das sich keineswegs auf die Judenschaft beschränkte. Er war bei großen Kongressen eine bekannte Erscheinung; seine außerordentlich guten Beziehungen zu Mussolini sind wiederholt sehr augenfällig in Erscheinung getreten. Großrabbiner Sacerdoti hat sich stets in allen jüdischen Fragen sehr hervorgetan. Seine Leistungen, insbesondere auch hei der Schaffung des jüdischen Gemeindegesetzes in Italien, werden unvergessen ’ bleiben. Lebensvenkherangs- _ ,PHONIX" Gegründet Aus dem Jahresberichte 1933: Versicherungsbestand . . . . . . ..3107 •י• •יי י ׳• ■•׳ Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen . ׳........ ..211 Millionen Schilling Garantiemittel ..... 680 Millionen Schüling Auszahlungen an die Versicherten . . . . . .; . . . ..•. . 72 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Saargebiet, öechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Marokko, Irak, Tunis und Aegypten. KRITIK UND BETRACHTUNG. Wie die Katholiken es haben . . . - Die katholische Bischofskonferenz vom November 1934 hat eine Verlautbarung an die katholischen Religionslehrer beschlossen, die jetzt veröffentlicht wurde und ■־•— auszugsweise — folgenden Wortlaut hat: ״Die Bischöfe halten sich für verpflichtet, die Seelsorger an ihre aus ■dem Lehrberufe erwachsenden Pflichten besonders zu erinnern. Der Religionsunterricht erreicht erfahrungsgemäß nur dann sein eigentliches Ziel, wenn die Schüler fühlen, daß der Religionslehrer seine Hauptaufgabe darin sieht, für ihr ewiges Heil wirken zu wollen. Wenn die Warnung, der Jugend kein Aergernis zu geben, alle Erwachsenen angeht, dann geht sie in erhöhtem Maße Eltern und Erzieher und in höchstem Maße den Religionslehrer an. Darum muß sein Benehmen derart sein, daß es geeignet ist, den empfindbaren Herzen der Jugend ein .unauslöschliches Idealbild echter Religiosität einzuprägen. Der Unterricht des Religionslehrers muß ganz auf dem Felsengrund des unerschütterlichen Glaubens aufgebaut sein und das Hauptziel verfolgen, den Kindern und der Jugend ein gutes Gewissen, ein von aller Sünde und Leidenschaft reines Herz .und eine große gottes- und opferfreudige Nächstenliebe anzuerziehen . .... ,Es herrsche im Unterricht auch nicht das Lehrbuch, sondern das lebendige Wort. Die Kinder, und noch mehr die heranreifenden Jungen und Mädchen, wissen sehr schnell und genau, ob der Religionslehrer .. . . bloß ein ausgezeichneter Präzeptor ist. In dieser Hinsicht ist darum die Personliehkeit ■des Reügionslehrers viel wichtiger als alle Methoden und Lehrbücher Diese religiösen Ermahnungen hätten ebensogut für jüdische Religionslehrer geschrieben sein können. Bei den herrschenden Verhältnissen in Wien wären sie für diese sogar notwendiger gewesen, als für die ka־ thoüschen, Gerade deshalb sind wir neugierig, zu erfahren, was die zionistischen Herrschaften in der Wiener Kultusgemeinde, was das RabbinaJ: und was die Herren jüdischen ״Religionslehrer‘^ (besser gesagt: Reiigionsleerer) zu dieser Enunziation zu sagen haben. Werden es die der Wiener jüdischen ״Volksgemeinde“ ungehörigen Juden erleben, daß — nach katholischem Beispiel — überhaupt das R a b b i n a t und nicht der Kuitusvorstand sich um die Gestaltung des Religionsunterrichtes bekümmert? ״Was geht das Sie an?" Wir lesen im ״Hamburger Isr. Familienblatt“: Dieser ׳ Tage verließ die ״Tel-Aviv“, der Dampfer der jüdischen Bernstein-Linie, der von nun an im Verkehr zwischen Triest und Haifa eingesetzt werden soll, den Hamburger Hafen. Tausende von Hamburgern benützten die Gelegenheit, um sich den Dampfer anzusehen. Besonders stark war der Besichtigungsdrang am Sabbath in den Mittagsstunden, und sehr viele, die am Sabbath die religiösen Verbote des Fahrens und des Mitriehmens von Geld beobachteten, scheuten nicht den weiten Weg zu Fuß, um sich die Besichtigung des Dampfers nicht entgegen zu lassen. So ohneweiters wurde man freilich nicht an Bord gelassen. Der Dampfer lag innerhalb der sogenannten Zollfreigrenze, also sozusagen im Ausland, und niemand durfte mehr als die für Auslandsreisen zugebilligten zehn Mark Hartgeld mit an Bord nehmen. Um das zu kontrollieren, ,befand sich auf der Zugangsbrücke eine Wache der Devisenüberwachungsbehörde, die an jeden die Frage richtete, wieviel Geld er bei sich habe. Nun— es kennt jeder die alte Geschichte von dem schon etwas freier denkenden alten Juden, der am Sabbath in der Nähe, eines Pulverturmes spazieren ging, dabei rauchte und von dem Posten angefähren wurde: ״Rauchen ,verboten!“, worauf er mitleidig lächelnd erwiderte: ״Ueber die Narrischkeiten sind wir hinaus!“ So ähnlich erging es einem von zwei Brüdern, die gemeinsam den Dampfer besuchen wollten, Der eine war noch so religiös, daß er am Sabbath kein Geld bei sich trug, aber der andere hatte sein Portemonnaie hei sich. Während nun der eine auf die Frage: ״Haben Sie Geld bei sich?“ mit ruhigem Gewissen entgegnen konnte: ״Ara Sonnabend trage ich nicht!״, rief der andere empört: ״Was geht das Sie an? Ueher die Sachen bin,.ich längst hinaus! Und überhaupt — ich gehöre nicht mehr zu den Orthodoxen!“ Auch möglich! J Einv Lehrer in einem deutschen Gymnasium, der soeben das offizielle Maß. für den ״nordischen Kopf" erhalten hat, wollte dasselbe.sofort in der Praxis anwenden und begann, die Köpfe sämtlicher Schüler in seiner Klasse auszumessen. Das Maß aber paßte hur zu einem Kopfe —- und der gehörte einem Juden, in■׳seiner Verlegenheit fragte der Lehrer den jüdischen Schüler, oh er nicht vielleicht gemischten Blutes sei, Darauf der Schüler; ״Nein, Herr Studienrat, bin rein er N i c h t- Arier“, ׳ Wir wüßten den Herren Rasseforschern einen guten Rat: sie sollen doch mal die Köpfe nicht außen, sondern nach ihrem Inhalt ״ausmessen“ lassen. Vefwnlttingskömmissäf in Oentschkrent«. Aus Deutschkfeutz wird uns berichtet; Ais Nachklänge Zum seinerzeitigeft Streit bei der Rabbiflerwähi, die die Gemeinde In zwei Barteten gespalten hatte, sind hei der letzthin stattgefundenen Wahl Differenzen aufgetreten, die zu den üblichen Protesten führten, Die Landesregierung sah sich darüber veranlaßt, im Wege der Burgenländischen orthodoxen Landeskanzlei den Vorstand der Kuitusgemeinde seines Amtes entheben und einen V er waltungskommissär bestellen zu lassen. Frauenhilfe der Adas Jisroei. Unser 5-Uhr-Tee findet Dienstag, den 26. Februar, im Lokal der ״Wienea“ statt. Die Damen Frau Jolari Richter und Frau Lea Richter laden dazu herzlich ein und ׳bitten um zahlreiches Erscheinen. Gäste willkommen! Schiur für jüngere Baale-Batim, Am Beginn dieses Wintersmans wurde auf Anregung des Herrn Oberrabbiners Fürst in dem vom Vorstände der Adas Jisroei zur Verfügung gestellten Sitzungssaal ein Schiur für die jüngeren Baale-Batim gegründet. Dieser Schiur, der einem längst empfundenen Mangel ent.- gegenkam und von erstklassigen Voriernem geleitet wird, weist eine stets steigende Zahl neuer Zuhörer auf. Auf Wunsch der Teilnehmer wurde der ursprünglich nur für Schabbos-Vormittag gedachte Schiur auch auf Montag und Donnerstag erweitert. Es wird von den Herren EÜeser Breuer, Philipp Feldheim und Schlomoh Spitzer Mischnajos, Sidro und aus dem Sefer ״AhaWaS Chesed“ vom Chofez Chajim vorgelernt. Es bleibt nur י zu hoffen und zu wünschen, daß immer weitere Kreise den Weg zu diesen so wichtigen Schiurim finden. Den dieswöchigen Schabbos-Schiur lernt Rabbiner Salomon Baumgarten um punkt 11 Uhr. Agudas-Jisroel-Mädchengruppe, Wien. Schabbos Parschas Kississoh (hält Herr!Sekretär Moritz Spitzer den Sidravortrag in der ״W i e n e a", um % 11 Uhr vormittags. Der ״Bund ehem. Zöglinge des Badener isr. Waisenhauses“ in Wien veranstaltet am 26. Februar d. J. um 20 Uhr im Festsaal des Hotel ״Bayrischer Hof“ einen großen Festabend mit reichhaltigem Programm. Das Reinerträgnis fließt dem Badener Waisenhause zu. Betty Rosengarten, geb. Blech., s. A. Aus Zürich gelangt an uns die tief erschütternde Nachricht, daß dort im Alter von 25 Jahren Frau Betty Rosengarten, geb. Blech aus Wien, nach kurzer, tückischer. Krankheit hinweggerafft wurde. Elin blühender, lebenssprühender Mensch, eine reine, gute, edlp Seele ist nicht mehr. Unermeßlich groß, wie der Schmerz der völlig gebrochenen Familien Blech und Rosengarten, ist die Anteilnahme all jener, die die Verblichene kannten und bewunderten. Betty Rosengarten. hinterläßt ihrem Gatten ein 2ty2jähriges Kind. חנצב׳ה. Unter Aufsicht äes ehrw. Herrn R a b b i n e r H. S c h e n k כשר; של פסח werden heuer nur die Schokoladen, Kakaopulveretc. der Marken ״Emola“ und ״Gourmet“ der Chocolaterie Gourmet, Eugen Molner Wien II, Gr. Mohrengasse 19, erzeugt [ Die besten ElsenWurstuiid-Selchwaren 3mal täglich frisch bei HAGEL, (dien II, Praterstr. 33 Moises ben Maimon (Maimonides)', Meister der hebräischen Wissenschaft, Mathematik, Astronomie, Medizin und Philosophie. Im Jahre der 800jährigen Wiederkehr seiner Geburt feiert die Stadt Cordoba (Spanien) große Feste vom 25. bis 31. März 1935 Wählen Sie Spanien im Monat März für Ihre Reise! Auskunft erteilt; Patronato Nacional dei Turismo, en Madrid (Medinaceii No, 2) y Paris (12, Boulevard de la Madeleine), Zwecks Durchführung der Reise nach Spanien wende man sich an die führenden Reisebüros,

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