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Jüdische Presse · 1934-10-26 · 40 (26.10.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
40 (26.10.1934)
Date
1934-10-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 40 Jüdische Meditin . , . Im ״Mitteilungsblatt der Vereinigung jüdischer Aerzte in Wien“ veröffentlicht Prof. Dr. S. Krauß die Ermahnungen des jüdischen Arztes und Naturheil־ kundigen Asaf Judaeus, die dieser — um die Mitte des 9. Jahrhunderts — an seine Schüler richtete. Sie lauten: Unterfanget euch nicht, jemanden durch Wurzelsafte zu töten, verabreichet durch Ehebruch schwanger gewordenen Frauen keinen Abortus verursachenden Trank, Frauenschönheit errege in euch keine Gelüste zum Ehebruch, verratet keine euch anvertrauten Geheimnisse und seid um keinen wie immer gearteten Preis zu Schaden und Verderben zu haben. Verschließet eure Herzen nicht vor Mitleid mit den Armen und Dürftigen und saget nicht auf das Gute, es sei schlecht, oder auf das Schlechte, es sei gut: wandelt nicht auf den Wegen der Hexenmeister, die durch Beschwörung, Zauber und Hexerei zwischen Ehehälften Feindschaft erregen, und es gelüste euch nach gar keinem Vermögen als Belohnung dafür, daß ihr einer Schandtat Vorschub geleistet habt... Vertrauet auf den Ewigen, den G-tt der Wahrheit. Er tötet und belebt, Er schlägt und heilt, Er gibt dem Menschen Verstand, damit er helfen könne... G־tt ist mit euch, wenn ihr mit Ihm seid; so ihr meinen Eidesbund wahret und nach meinen Satzungen wandelt, so werdet ihr wie Heilige geachtet werden in den Augen aller Menschen, die dann sagen werden: Heil dem Volke, dem es also ergeht, heil dem Volke, dessen G-tt der Ewige ist. Siehe, der Ewige, Seine Heiligkeit und ,Seine Thora — sie sind des die Zeugen, auf daß ihr Ihn fürchtet und nicht abvveichet von Seinen Geboten, sondern in Seinen Satzungen wandelt und den geraden Weg nicht verlasset, um dem Gewinst zuzuneigen, der euch zufallen würde, so ihr dem auf eine unschuldige Seele Lauernden Hilfe leistet oder für wen immer Gift mischet, um ihn zu töten: auch sollt ihr niemandem kundgeben, welche Pflanzen giftig sind, ferner sollt ihr solche niemandem übergeben, von niemandem euch überreden lassen, einem Menschen auf irgend eine Weise eine Krankheit zuzufügen, vielmehr sollt ihr euch hüten, an irgend einem Menschen einen Leibesfehler zu verursachen, und greifet nicht zu schnell zum Eisengerät (Messer), um ins Fleisch zu schneiden, seid auch nicht sofort beim Schröpfen, es sei denn, daß ihr zweimal, dreimal gründlich untersucht habet — dann erst sollt ihr es erwägen. Ferner achtet darauf, daß der Geist des Stolzes euch nicht überkomme und daß ihr nicht rachgierig Haß nachtraget kranken Menschen, und seid in eurem Sprechen immer aufrichtig und wahrhaftig, dann werdet ihr in G־ttes Augen Gunst finden und auch bei den Menschen als ehrliche, vertrauenswürdige lind aufrichtige Aerzte gelten. Diese innigen, merklich von tiefem .Herzen gehenden Die Kolonie der jugoslawischen Israeliten in Wien veranstaltete am Donnerstag, den 18. d. M., eine Trauerfeier für den ermordeten König Alexander I. In Anwesenheit aller, Mitglieder der königlich jugoslawischen Gesandtschaft in Wien sowie von Vertretern verschiedener Körperschäften hielt Oberrabbiner Taglicht die Trauerrede. Nach Absingen des ״El mole rachamim“ durch den Oberkantor würdigte der Präsident der Kolonie in serbokroatischer Sprache die judenfreundliche Einstellung des auf so tragische Weise dahingeschiedenen Königs. r. Agudas-Jisroel-Mädchengruppe Wien. Schabbos Paschas Wajeroh hält Herr Dr. S. Lemberger den Sidravortrag im Lokal der ״Wienea“, II., Obere Donau- Straße 91, um halb 11 Uhr vormittags. Personalnachridnten. Rabbi Oscher Horowitz s. Z. 1. Im Alter von 70 Jahren ist am Montag in Wien Rabbi Oscher Horowitz verschieden. Der Verblichene war der Sohn des berühmten Zikower Rebbe, Rabbi Meier Horowitz, des Verfassers des ״Imre Noam". Er selbst hat ein Werk unter dem Namen ״Maadane Oscher“ herausgegeben. In den letzten 20 Jahren, in denen der Heimgegangene in Wien gelebt hat, hat er sich in den Kreisen der Chassidim viel Anerkennung und Beliebtheit erworben. Es war sein letzter Wunsch, nach Krakau überführt zu werden. Die Lewajoh fand am Mittwoch unter überaus zahlreicher Beteiligung statt. David Weinberger יזצ״ל Ganz plötzlich, nach einöm kurzen Krankenlager, verschied am 9. Cheschwan Reb' David Weinberger im Alter von 65 Jahren. David Weinberger, geboren in Budapest, verbrachte seine Jugend auf der Jeschiwoh des berühmten Rabbiners Menachem Katz in Zehlem. Er war ein Talmid des Schewet-Sofer und ragte schon in jungen Jahren durch seine geistigen Fähigkeiten hervor. Vor 40 Jahren kam er unmittelbar nach seiner Hochzeit nach Wien, gründete ein echt jüdisches Haus, war so Jahrzehnte hindurch ein treuer Anhänger der Adas Jisroel Schiffschul. Er war nicht nur ein täglicher Schulbesucher, sondern auch ein begeisterter und eifriger Besucher der allabendlichen Schiurim im Bes-Hamidrosch der Schiffschul, wo er durch sein großes Wissen und• besonderen Fleiß zu den besten Talmide-Chachamim gehörte. Die Lewajoh fand am Freitag vormittags bei großer Beteiligung vom Hause aus statt. Im Trauerhause hielt Oberrabbiner Fürst einen ergreifenden Hesped, in dem er den treuen Freund, den anhänglichen Menschen, den vorbildlichen Gatten und Vater betrauerte. Sodann sprach Herr Rabbiner H. Schenk im Namen der Familie und Freunde. Am Friedhof hielt Herr Rabbiner Salomon Baumgarten, Dajan der Schiffschul, im Namen des Bes- Hamidrosch und der Schiurteilnehmer einen warmgehaltenen Nachruf. Möge der aligütige Vater im Himmel den trauernden Hinterbliebenen Trost verleihen.,חנצכ׳ד Jubiläum : des Hotrates Professor Frankfurter. Der frühere Leiter der Universitätsbibliothek, Hofrat Dr. S. Frankfurter, feierte dieser Tage das .25jährige Jubiläum als Konsulent für Mittelschulen, Worte gewinnen in unserer traurigen Zeit an Interesse, in der immer Wieder von antisemitischer Seite Zweifel an der Würdigkeit und Verläßlichkeit jüdischer Aerzte erhoben werden. Wir können mit Stolz behaupten, daß die jüdischen Aerzte zu allen Zeiten die hier wiedergegebenen Lehren Asaf Judaeus׳, von religiöser Glaubens- Weisheit getragen, befolgt haben. Entdeckungen Die neueste Forschung kristallisiert immer deutlicher die Wahrscheinlichkeit heraus, daß der Entdecker Amerikas, Christoph Columbus, ein Jude gewesen ist, und nicht nur er allein, sondern auch die Gefährten seiner kühnen Fahrt! Alle diese Männer, die H. St. C h a m b e r 1 e i n als typische Träger arischer Langschädel anführt, in denen ein stets vorwärtstreibendes Gehirn unruhig hämmert, entpuppen sich plötzlich als ganz inferiore Besitzer von Langschädeln, deren Inhalt mehr auf den trägen Lebensgenuß prädestiniert ist (siehe die ״Grundlagen des 19. Jahrhunderts“), so daß sich das rassenantisemitische Schriftleitertum den Kopf darüber zerbricht, was diese Juden zu der immerhin beschwerlichen und einigermaßen riskanten Reise veranlaßt hat, zuma' vier Jahrhunderte nach der Entdeckung Amerikas deutsche Jünglinge die nicht weniger epochemachende Entdeckung gemacht hatten, die Juden seien so feige, daß man ihnen die Ehre absprechen muß und ihnen keine ritterliche Satisfaktion geben kann, :feine Fahrt ins Ungewisse auf gebrechlichen Holzschiffen über den noch unerforschten Ozean, von dem man damals nur das eine positiv wußte, daß er keine Balken hat, dürfte aber manchem noch als eine größere Heldentat erscheinen, als eine noch so schneidige Mensur auf akademischem Paukboden. Zum Glück haben sich die Hakenkreuzler nicht vergebens der ungewohnten Tätigkeit des Nachdenkens hingegeben. Sie sind daraufgekommen, daß es wohl nur Goldhunger gewesen sein kann, was Kolumbus und seine Schar zu den kühnen Fahrten bewogen hat. Die Normannenfahrten, auf denen zum Teil Chamberlains und ähnlicher Gelehrter Germanentheorie basiert, waren wohl reine Vergnügungs- und Forschungsreisen! Mögen indes die Motive der Judenfahrt unter Columbus welche immer gewesen sein, viel interessanter erscheinen die Wirkungen. Wenn nämlich die ersten Weißen, die von amerikanischem Boden Besitz ergriffen haben, Juden gewesen sind, dann ist alles, was der Autokönig Ford, der zur Zeit seines Glanzes im Nebenamt antisemitischer Schriftsteller war, über das Parasitentum der amerikanischen Juden in Wort und Schrift verkündet hat, auf die arischen Einwanderer zu beziehen und die Juden figurieren in Amerika als das eigentliche Wirtsvolk. Welche Ausblicke öffnen sich da! Wenn sich nur die antisemitischen Zeitungsschreiber beim Nachdenken nicht am Ende Kopfweh einwirtschäften . . . Rabb. Hirs Lebovics, Satu-Mare. Unterrichtsministerium. Aus diesem Anlaß war der jüdische Gelehrte Gegenstand herzlicher Gratulationen. Staatssekretär Dr. Pemter richtete an den Jubilar ein herzlich gehaltenes Schreiben, in dem die besonderen Verdienste Hofrat Frankfurters gewürdigt werden. Dr. Eduard Biberfcld — 70 Jahre alt. In Berlin feierte dieser Tage Rabbiner Doktor Eduard Biberfeld seinen 70. Geburtstag. Dr. Biberf e 1 d, im Hauptberuf Arzt, ist ein anerkannter Talmid- Chochom großen Formats und hat sich durch seine Tätigkeit im Dienste der Orthodoxie unvergängliche Verdienste erworben. Als Vorstandsmitglied der Adas-Jisroel, der ״Freien Vereinigung“ und vieler anderer Körperschaften sieht er sich von einer großen Schar von Freunden umgeben, deren Glückwünsche wir uns von ganzem Herzen anschließen עמועיש. Erinnerungen an Rabbi Pinchas Breuer וצל Ein nicht gehaltener Nachruf. Ein Z a d d i k ist von uns gegangen, wie man ihn selten findet. Still verschlossen wandelte Reb Pinchas Breuer s. A. dahin, ohne mit jemandem viel zu sprechen. Sein Leben gehörte׳ dem Limud.!Bis vor wenigen Jahren lernte er Tag und Nacht und legte sich nur jeden Freitag ins Bett. Sonst begnügte er sich mit einer Stunde sitzenden Schlafs. Seine .Tefilos waren ein Aufgehen des ganzen Ich vor Haschern. Taharo in jeder Hinsicht war sein höchstes Ideal. Wenn man zu ihm kam, um sich mit ihm in schweren Dingen zu beraten, da wußte er immer das Richtige. Er sprach Trost und Mut zu, wie kaum ein Zweiter. •Besonders aber an den Jomim-Hakdoschim strahlte von seinem ganzen Wesen nur Schechino. Die wenigen; die die S’chio hatten, ihn Jom-Kippur nachts zu sehen, wie er schon um 3 Uhr morgens, eingehüllt in seinen Tallis, mit allen seinen Kräften zu Haschern sprach, oder die ihn in der Seder-Naeht Halel und Nischmas sagen hörten, aufgelöst in Freudentränen, daß er das große Glück hat, Haschern zu danken, die mußten meinen, einen Mal’och vor sich zu haben. Er lebte immer bescheiden, von aller Welt zurückgezogen. Im Schul und im Bes-Hamidrosch stand er immer ganz hinten. Wenn man ihn mit einem Kibbud auszeichnete, war er verärgert.! Trotz seines ungeheuren Wissens, entschied er nie eine Schal’aloh auswendig. Mit Reb Pinchas ist ein Mann von uns gegangen, der in jeder :Generation, in der er gelebt hätte,. zu den Zaddikim gehört hätte. Sein Leben war: Sich aufzurichten, um immer stehend seinen Mann zu stellen. So wie er gelebt, ist er auch von ׳uns gegangen. Stehend wollte er den weiten Weg zu Haschern antreten und stehend ist er in den Armen seiner Kinder von uns gegangen. All die vielen Versuchungen hat er mit Liebe hingenommen; und immer nur Haschern gedankt, daß er ihm dienen durfte. ׳ Nun,. da er nicht mehr ufytef uns ist, müssen wir. seine Schüler und alle, die ihn kannten, uns bemühen, in. seinem Sinne zu leben und zu wirken. Möge Haschern in seinem B’chus uns dazu verhelfen! Ein Talmid. S.Ö.S, Wir würden um Veröffentlichung folgen- 5 den Aufrufs gebeten: Seit Jahren geht 1« Wien der Kampf um die jüdische Zukunft. Seit Jähreit weiß die große jüdische Weit, daß die geistige Aufbauarbeit bedroht ist, aber dennoch wurde keine Hilfe gebracht. Jetzt aber ist der letzte Augenblick gekommen. Der Zusammenbruch droht nicht mehr, er ist da, in grauenvoller, schreckenerregender Wirklichkeit: Hunderte reine jüdische Kinderseelen lechzen nach Leben und Wahrheit, htindente unschuldige Kinder lernen Thora und müssen bei der Gemoroh Vor Hunger und Entbehrung zusammenbrechen. Diesen S.-O.-S.-Ruf kann niemand überhören, da muß jeder Jude zur Hilfe eilen, denn es gilt — ob reich, ob arm — sich selbst zu retten!! Was ist es denn, was unsere Stadt behütet hat vor Leid und Ungemach? — Was anderes, als der reine Hauch von unseren lernenden Bachurim. Was ist es denn, das Oesterreichs Juden vor der furchtbaren Katastrophe des Nachbarlandes bewahrt hat? — Was anderes, als die Aufopferung unserer lernennden Jugend!! In diesen Stunden, da ״Tiferes Bachurim“ faktisch vor dem Zusammenbruch steht, hat Herr Oberrabbiner S. Fürst im Einvernehmen mit dem Vorstand energische Hilfsmaßnahmen für die Bachurim eingeleitet.. An die Spitze der Rettungsaktion wurde Herr Georg Mayer berufen, nachdem ihm seitens des Vorstandes weitestgehende Vollmachten und Hilfsbereitschaft zugesichert wurden. Noch nie war die Gefahr so groß, noch nie war der S.-O.-S.-Ruf so traurig wie heute. ״Save our soules!“ rufen uns die hungernden Bachurim zu, ״Rettet unsere Seelen!!“ ״Rettet Euere Seelen!‘ rufen wir allen jüdischen Menschen zu, vor der ungeheuren Verantwortung, vor der Verantwortung des Zusammenbruches der Thora in Wien. Wien. Ausbildung in der Hühnerzucht. Die Erez-Jisroel-Zentrale d. A. J. f. Oesterr., die sich die Ausbildung von Chaluzim für die Auswannderung nach Erez Jisroel sehr angelegen sein läßt, hat ein Einvernehmen mit einer größeren Geflügelfarm an der Peripherie ׳Wiens hergestellt und macht es ihren Gejiinnungsgenossen möglich, die Geflügelzucht in verhältnismäßig kurzer Zeit und gegen eine nur geringe Gebühr zu erlernen. U. a, werden die Teilnehmer auch der Errichtung einer neuen Farm von Grund auf beiwohnen können. Auskünfte und Anmeldungen im Sekretariat, Wien, II., Leopoldsgasse 16, Tel. A-46-0-15. Bestimmungen über קריעה nach, dem Eintreffen in Erez Jisroel. (Nach פאח ד,שלהן herausgegeben von der Palästina- Zentrale der Agudas Jisroel.) 1. Im Talmud wird erzählt, daß hervorragende Männer beim Betreten Erez Jisroels den Boden des Landes küßten. (Ket. 112a.) 2. Wenn man zum ersten Male eine Stadt Judas aus der Nähe sieht, sagt man die Worte ערי קדשיך היו מדבר (Jes. 64, 9), alsbald reißt man auf der linken Seite קריעה (und zwar 9 cm an allen Kleidern bis zum Hemd exkl., auch nicht am Mantel). Da Jaffa, Tel-Awiw und Haifa nicht im Stammgebiet von Juda liegen, reißt man beim Anblick dieser Städte nicht קריעה. 3. Wenn man die Altstadt von Jerusalem zum ersten Male sieht (gewöhnlich am Jaffator, wenn man von Norden kommt am Damaskustor), sagt man die Worte: ציון מדבר היתה ירושלים שממה (Jes. 64, 9), dann reißt •man קריעה Sieht man die Stelle des בית המקדש (gewöhnlich an der כותל מערבי) sagt man den Vers: ’ בית קדשינו ותפארתנו אשר הללוך אבותינו היה לשרפת אש ובל מחמדינו היה לרחבה. (Jes. 64, 10) und reißt alsbald nochmals קריעה (s. Anm. unten). Bei der קריעה beim Anblick von Jerusalem und dem vom בית המקדש sagt man die drei Worte: ברוך דיין אמת. Sieht man zuerst die Stelle des בית המקדש und dann' erst Jerusalem (wenn man z. B. von Jericho kommt), so reißt man beim Anblick von Jerusalem nicht besonders קריעה sondern verlängert etwas den Riß, den man um das בית המקדש gerissen hat. — Beim Anblick der ׳Stelle des בית המקדש oder an der כותל מערבי spricht man den ganzen Psalm 79: מזמור לאסף אלקים באו גדים וכד 4. Hat man beim Anblick von Jerusalem קריעה vor - genommen, so wird es nicht nochmals beim Anblick einer anderen judäischenStadt getan (etwaBethlehem), so reißt man nochmals beim Anblick von Jerusalem קריעה aber nicht bei dem einer anderen judäischen Stadt (s. Anm. unten). 5. Der קריעה-Riß darf später nur oberflächlich vernäht werden. 6. Es ist passend, am ersten Tage, da man Jerusalem in der Zerstörung gesehen, keinen Wein zu trinken und kein Fleisch zu essen. 7. Am שבת. und יי־ט (inkl. חוה*מ) reißt man nicht קריעה. Hat man Städte Judas und מקום המקיש an solchen Tagen zuerst gesehen, reißt man innerhalb von 30 Tagen nicht mehr, 8. Jedesmal, wenn man die betr« Orte nach einer , Pause von 30 Tagen wieder sieht, reißt man von nenem קריעה (s, Anmerkung unten), 9. Das Betreten der Stelle des בית המקיש ist streng verboten. Anmerkung: Die קריעה kann immer an denselben Kleidern neben der früher vorgenommenen קריעה gerissen werden. Jüdische Trauerfeier für König Alexander in Wien. Bibliothekswesen und jüdische Kultusangelegenheiten im

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