Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 40 (26.10.1934)
- Date
- 1934-10-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 4× ep/1047930
- Bochnia 1× ep/1047794
- Riga 1× ep/1000826
- Tiberias 1× ep/1048138
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Seite 2 JÜMSCHE PRESSE der Schaffung eines Legislative Council ihre Zustimittühg. verweigern wird. Die Leitung der Aguda- Zentrale in!Jerusalem, die in dieser Frage permanent Beratungen abhält und in Verbindung mit den übrigen Agudsu-Instanzen steht, scheint allerdings noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt zu haben. Nachdem in Jerusalem die jüdische Einheitsliste einen durchschlagenden Erfolg bei den Stadtratäwahien erzielt hat, ist nach längeren Bemühungen auch für die Wahlen in Tiberias eine vereinigte jüdische Liste zustände gekommen. Infolge der Herstellung der Einheitsfront, die ein Werk des verdienstvollen Rabbi Mosche Blad ist, konnte der Wahlgang überhaupt entfallen. Der Stadtrat von Tiberias setzt sich aus insgesamt 7 Mitgliedern zusammen, 4 Juden und 3 Arabern. Unter den 4 Juden sind 2 Vertreter der Agudas Jisroel, i Sepharde und 1 Aschkenas. Bürgermeister von Tiberias wird auch in Zukunft ein Jude sein. Die in Te 1 - A w i w neugebildete Gruppe der A g udas Jisroel macht erfreuliche Fortschritte. Rabbi Mosche Glikman-Porusch weilte dieser Tage in Tel-Awiw, um die Gruppe zu organisieren. In diesem Zusammenhange muß auch Über das Aufblühen der agudistischen Kolonie ״Machne Jisroel״ berichtet werden, auf der bereits eine Gruppe von agudistischen Chaluzim aus Polen und Deutschland angesiedelt ist. Die Zentrale der Agudas Jisroel in Jerusalem erhielt dieser Tage neuerlich 22 Einwanderungs- Zertifikate für Rabbiner, womit die Zahl der insgesamt in der letzten Zeit erhaltenen Rabbinerzertifikate 130 erreicht hat. Die Zentrale der Poale Agudas Jisroel in Tel-Awiw beschäftigte sich mit dem Plan der Gründung* einer Darlehenskasse, die es ‘ dem orthodoxen Chaluz ermöglichen soll, sich eine Bxistenzbasis in Erez Jisroel zu schaffen, Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes macht auch weiter sprunghafte Fortschritte. In der letzten Zeit wurden wieder einige neue Fabriken eröffnet. An uns orthodoxen Juden liegt es, durch opferbereite und intensive Arbeit der Thora in ihrem Lande zur Herrschaft zu verhelfen. An uns liegt es, der orthodoxen Judenheit im heiligen Lande den Platz zu schaffen, der ihr gebührt. si! Die J. T. A. meldet aus Erez. Jisroel: In Palästina zirkuliert gegenwärtig ein von einer wichtigen arabischen Gruppe verfaßtes Memorandum, in dem festgestellt wird, daß die von den arabischen Natio- * nalisten betriebene anti jüdische Politik für die rein׳ arabische Stadt Nablus den Tod bedeutet. Die Stadt Nablus zählte vor dem Kriege 33.000 Einwohner, 1932 war die Einwohnerzahl auf 17.000 gesunken, heute leben in der Stadt nur noch 12.000 Seelen. Eine vom Oberrabbiner des britischen Reiches Dr. J. H. Hertz geführte Abordnung der englischen Rabbiner wird demnächst vom High Commissioner für Palästina, General Sir Arthur Wauchope, empfangen werden, dem sie die Forderungen der religiösen Judenheit an die Palästina-Administration vortragen und insbesondere ein Gesetz für Sabba*th-Beobachtung verlangen werden. Am 14. Oktober morgens wurde die von den O e 1fei dem des Irak nach dem Hafen von Haifa in Palästina gehende Oelröhrenleitung offiziell eröffnet: das erste Mossulöl fließt bereits in die Tanks vön Haifa. Ende Oktober wird mit der Verschiffung des Oels nach Europa und nach anderen Erdteilen begonnen werden. Der ständige Chillul-Schabbos der jüdisehen Autobusgesellschaften, der die Entrüstung aller orthodoxen Juden findet und schon zu schweren Zusammenstößen geführt hat, veranlaßte einige orthodoxe Persönlichkeiten, die Gründung eines die Schabbosgesetze beobachtenden Autounternehmens ins Auge zu fassen. Es haben sich bereits zahlreiche Interessenten gemeldet, die durch Ankauf von Aktien für das Gründungskapital beitragen wollen. Fast 4000 Juden ins September nach Palästina gekommen» tJeber 27.000 jüdische Einwanderer 1« den ersten nenn Im Monat September sind über die Häfen Haifa und Jaffa 3902 neue jüdische Einwanderer nach Palästina gekommen. Die Zahl der jüdischen Ein- Wanderer, die in diesem Monat über die Festlandsgrenzen ins Land gekommen sind, sowie die Zahl der Touristen, die in diesem Monat die Erlaubnis zu legalem Aufenthalt im Lande erhalten haben, ist noch nicht bekannt. Insgesamt sind im Laufe der ersten neun Monate des Jahres 1934 26.629 legale jüdische Einwanderer ins Land gekommen. Einschließlich der Zahl der jüdischen Einwanderer, die im Monat September über die anderen Landesgrenzen angekommen sind, und einschließlich der Touristen, die von der Regierung die Aufenthaltserlaubnis erhalten haben, wird die Zahl der legalen jüdischen Einwanderer für die abgelaufenen neun Monate höher als 27.000 Personen sein. In den gleichen neun Monaten des Vorjahres sind 20.137 jüdische Einwanderer nach Paläf stina gekommen. Zionistische Zusammenstöße in Haifa. 20 Verletzte. Im Anschluß an eine in der Haifaer Vorstadt Hadar Hakarmel abgehaltene Versammlung der revisionistischen Zionisten ist es in vorgerückter Abendstunde zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen! revisionistischen und Sozialistisehen Zionisten gekommen, bei dem etwa 20 Personen, unter ihnen der Revisionistenführer Dr. Wolfgang W e i s 1, verletzt wurden. Auch mehrere Polizisten erlitten, als sie die Menge zerstreuten, Verletzungen. Einige Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Lubliner Jeschiwoh als Hochschule anerkannt. Der polnische Unterrichtsminister hat die ״J eschiwas Chachme Lu b 1 i n", an deren Spitze vor kurzem; als Nachfolger des verstorbenen Gründers der Jeschiwah, Rabbi Meir Schapiro ־ ,זציל Rabbi Zwi Arje Frommer trat, als Hochschule anerkannt. Den Bachurim werden dieselben Vergünstigungen wie Universitätshörern, darunter eine generelle Fahrpreisermäßigung auf den polnischen Staatsbahnen, zugestanden. Semestereröffnung• am Berliner Rabbiner-Seminar. Am 16. Oktober fand die feierliche Eröffnung des Winter- Semesters statt. Die Feier stand völlig unter dem Bann des Mannes, dessen Lebensaufgabe dem Rabbinerseminar galt, des unvergeßlichen Rabbiner Dr. Meier Hildesheimers. Z. 1. Der Vorsitzende des Dozentenkollegiums, Dr. Auerbach, begrüßte die Erschienenen, worauf Dr. Grünberg in ergreifenden Worten des verewigten Rabbi Meier Hildesheimer gedachte. Es sprachen noch die* Herren Dr. K a p u s t i n und Rabbiner Dr. Freimann. Seriöser Reisender der demnächst für einige Wochen nach Palästina fährt, sucht mit Firmen in Verbindung zu treten, die am PALÄSTINA EXPORT interessiert sind. Gefl. Zuschriften an die Wiener Administration der ״Jüdischen Presse“ unter der Chiffre ״Unverbindlich“. fc?r. 40 *•׳••״ - •- -־•■• - PENSION I. bei Berufsunfähigkeit INVALIDITÄTS-RENTEN 2. für ein sorgloses Alter ALTERSRENTEN 3. im Ablebensfdile i HINTERBLIEBENENRENTEN ZU GÜNSTIGEN BEDINGUNGEN IRR« VERSICHERUNGS-AKTIEN-GES. PENSIONS-VEREIN ■WI EN, I., SCH E LLINGG ASS El OS Wotlrc zu Woche — Fünf SA-Leute, die vor einigen Monaten die Synagoge in H e r f o r d in Westfalen in Brand steckten, ׳wurden über Anzeige eines SS-Mannes verhaftet. Sie haben die Tat bereits gestanden und sollen ab g es tra f t werden. — Die in Riga erscheinende antisemitische Zeitnng ״Lat vis" wurde von der lettländischen Regierung wegen statsfeindlicher Haltung eingestellt. — In Jerusalem sind die ersten 65 jüdischen Flüchtlingsfamüien aus B n c h a r a eingetroffen. In A f gh anist an befinden sich noch etwa 200 jüdische Flüchtlingsfamilien aus Buchara, die dem seit einiger Zeit in Buchara herrschenden antijüdischen Terror weichen mußten. — Die Judentaufen in Wien haben stark zngenommen und werden im Jahre 193k neunmal so viel betragen als im Jahre 1930. Im Jahre 1930 waren 27 Juden zur katholischen Kirche übergetreten, während heuer mit 250 Uebertritten gerechnet wird. —• Zwanzig Firmen der schweizerischen Maschinenindustrie haben in Palästina eine Handelsvertretung errichtet und Herrn M. D. Lewenstei n, früher Zürich, mit der Führung derselben beauftragt. — Laut soeben veröffentlichten Statistiken zählt die rein jüdische Stadt T el-Awiw 105.000 Einwohner und umfaßt demnach ungefähr ein Drittel des gesamten jüdischen Jischuw in Erez Jisroel. — In Haifa wird demnächst eine Papierf ab rik errichtet werden. Ferner wurde eine Dru c 7cf arben f ab rik und im E m elc S ebulo n eine Glasf ab rik errichtet. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel. R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. E | FEUILLETON_■ Ein Schidduch Von Ch. Dow Löwi. ‘ Wintervormittag. Schaumige Schneeflocken wirbeln, Menschen und Häuser zudeckend, und eisige, klingende Kälte durchhäucht die Luft. Im Lehrhaus sitzt Reb Joel mit seinen Schülern lernend um die Tische und der glühende eiserne Ofen gibt dem ganzen Raum eine milde Wärme. Reb Joel sinnt über eine schwere Stelle nach, unterhält sich zwischendurch mit einem Schüler darüber, mit einem sanften, nachdenklichen Ausdruck im Gesicht. Plötzlich, indes alle im brausenden Lernen ver- Sunken sind, geht die Tür auf und• der Sturmwind weht Menasche Chaskel herein; mit ihm kommt ein kalter Luftzug in das Lehrhaus, hinter dem Kälte und Schnee hereinschlüpfen. Der Eingetretene schüttelt den Schnee von Mantel und Hut ab, stellt sich an den Ofen und erwärmt sich. Dann wendet er sich an Reh Joel und ruft ihn in einen Winkel. Reb Joel überlegt einen Augenblick, ob er das Lernen unterbrechen solle. Schließlich sagt sich Reb Joel, wenn Menasche Chaskel ihn jetzt ruft, da hat er wahrscheinlich etwas von Wichtigkeit mitzuteilen. Reb Joel folgt ihm in den Winkel neben der Thoralade. ״Ich habe eine Partie für Euer Malkele, Reb Joel.‘‘ ״Wer ist es?“ ״Wer es ist? Ein junger Mann, ein feiner, gelehrter junger Mann!" In Reb Joel wird Neugier wach, und er fragt nochmals: ״Wer ist es denn? Wie heißt er?“ ״Wer er ist? — ein unendlich gelehrter junger Mäiin. Wie er heißt? Er heißt Duwid Moische, Duwid Moische Groß heißt er." Duwid Moische Groß! Diese Worte klingen in Reb Joel wie ein Echo seiner eigenen Gedanken. Wie oft dachte er sich im stillen, daß dieser Schächtersohn für seine neunzehnjährige Malkele passen würde. Reb Joel läßt seine Gedanken wandern. Bald sieht er Malkele, seine älteste Tochter, unterm Traubaldachin, bald sieht er ein Enkelkind, einen Sohn um sich, ihn streichelnd und kosend — einen Kaddisch, Ein Strudel von Gefühlen jagt sein Leben über ihn hin. ״Hast du schon mit dem Vater gesprochen?“ forscht Reb Joel. ״Das überlaßt mir, Reb Joel“, gibt Menasche Chaskel lächelnd zurück. * Menasche Chaskel ist ein hochgewachsener, kräftiger Mann in den dreißiger Jahren, mit blondem Bart. Wenn er spricht, schlenkern die Hände rund umher, in knabenhafter Art. Menasche Chaskel ist sprühend lebhaft, obgleich er Vater von einigen Kindern ist und einen schweren Existenzkampf führen muß. Früher war Menasche Chaskel gewöhnt, mit Unternehmungen und großartigen Luftgeschäfteh zu spielen. Alle jungverheirateten Männer pflegte er in seine ״Geschäfte“ zu verwickeln und half ihnen, das erhaltene Heiratsgut schneller verlieren. Jetzt ist Menasche Chaskel etwas gemäßigt. Er betätigt sich als Getreidemakler und vermittelt zwischendurch auch Partien. Manchmal ist er einsilbig, zurückhaltend und verkapselt, gleichfalls eine überlegene, sichere Art, die den anderen vor Neugierde und Gespanntheit springen macht. ״Nehmt Euch den Mantel, Reb Joel, ־kommt mit mir“, befiehlt Menasche Chaskel. ״Ich kann doch jetzt nicht weg“, wirft Reb Joel ein. ״Schließlich eilt doch die Sache nicht, bis morgen“, fügt er gleich hinzu. ״Nein, Reb Joel, wir müssen noch jetzt hin. Ihr wißt doch, daß Duwid Moische in Bochnia in der Jeschiwah lernt. Heute früh ist er gekommen und bleibt bis morgen hier. Wir gehen deshalb jetzt gleich hin, verhandeln mit dem Vater und schreiben noch heute abends den Verlobungspakt.“ Reb Joel jubelte in seinem Innern, seine Augen heilen sich, umsäumt von einem seltsamen Glanz. Ein sonderbarer Mensch ist dieser Menasche Chaskel, wie schnell er alles ausspricht. Wenn G־tt hilft — und das alles wahr würde! Oh, G-tt möge doch seine Worte in einer glücklichen Stunde bestätigen! Einen Augenblick überlegt noch Reb Joel, ob er wirklich gleich gehen soll, dann, getroffen vom verheißenden Blick Menasche Chaskels, legt er den Mantel an, sagt den Schülern, sie mögen vorläufig das Durchgenommene wiederholen, bis er zurückkommt, küßt den heiligen Namen am Türpfosten dreimal und verläßt mit Menasche Chaskel das Lehrhaus. Nach einer ■Stunde ist Reb Joel zurückgekehrt und lernt mit seinen Schülern. Er ist gut und sanft zu ihnen, Freude ist in seinem Gemüte wie eine Quelle aufgebrochen, sein krauser Bart wogt förmlich beim Vortragen vor Wonne und mit warmen, einhüllenden Blicken sieht er die Schüler an. Am Nachmittag desselben Tages können die Schüler allein lernen, denn Reb Joel ist mit den Vorbereitungen für die am Abend stattfindende Verlobung beschäftigt. - \ * Zwei Tage vor der Hochzeit kommt Reb Joel nur vormittags ins ־Lehrhaus. Im Lehrhaus bewegt sich alles in einem feierlichen Geleise. Die Schüler gehen heiteren Herzens umher, alle sind erfüllt von Bereitwilligkeit und fühlen sich geehrt, mithelfen zu dürfen. Drei Jünglinge besorgen wichtige Gänge für Reb Joel. Jeder stellt sich Reb Joel zur Verfügung und lechzt und lauert auf seine An- Weisung. Auch die ältesten Schüler drängt es, durch Dienstleistung ihre Teilnahme zu bezeugen. Am Tage der Hochzeit, an einem Freitag, eine Stunde vor der Hochzeit, finden sich die Schüler bei I Duwid Moische, dem Bräutigam, ein, rauchen Zigaretten, die der Bräutigam verteilt, und trinken Wein. Die Trauung kann jedoch erst zwei Stunden später, als angegeben, stattfinden. Reb Alter Groß, der Vater des Bräutigams, will noch hundert Dollar haben, wie versprochen. Reb Joel beteuert und beteuert, daß er nur 300 Dollar versprochen und sie auch gibt. Es entspinnt sich ein kleiner Streit, bis erst Menasche Chaskel erscheint und erklärt, daß er aus seiner Phantasie 400 Dollar genannt hatte, ohne daß Reb Joel gewußt hätte ... Der Schächter sieht Menasche Chaskel wütend an, beruhigt sich aber bald, indem er den Vermittler einen geborenen Lügner und Betrüger schilt. Nun wird endlicii Duwid Moische mit Musik und begleitet von allen Schülern Reh Joels in die Schulgasse geführt. Festlich geschmückt werden Braut und Bräutigam, die sich von ihrer Kindheit her kennen, obgleich sie noch kein Wort miteinander gesprochen hahen, zur Trauung unter den Baldachin geführt. Malkele, deren schmal und fromm geschlossener Mund und der gesenkte Blick ihrer voll Keuschheit und Reinheit strahlenden Augen von bräutlicher Wärme und Erwartung erfüllt sind, und Duwid Moische mit überglühten Wangen und gleichfalls gesenkten, zu Boden starrenden Augen. Beide halten ein Tuch vor ihren Augen. In großer Ergriffenheit drängen sich die Schüler mit den anderen um den Baidachin, eine warme Rührung fließt allen in die Augen. Reb Joel und dessen Weib Gitele stehen neben dem Brautpaar. Tränen entströmen ihren Augen: ihre oft. gehegten Gedanken und Hoffnungen sind ihnen gegenwärtig. Musik singt klingend und rauschend auf und läßt alle erschauern. Die Schüler tönen völlig vor Wonne und ihre Ohren brausen ihnen. Langsam sickern die Worte des Rabbiners, der den Trauungsakt vorliest. Duwid Moische legt seiner Braut einen Ring an. Duwid Moische hebt nicht den Schleier seiner Braut, wie es sonst üblich ist, denn er kennt Malkale seit seiner frühesten Kindheit. Er spricht den traditionellen Spruch und bald erschallen Rufe von allen Seiten: ״Maseltow, Maseltow!!!" Die Stimmen aller Schüler ertönen überlaut bei diesen Rufen. Und wenn sie nach der Trauung auseinandergehen, haben ihre Schritte einen fröhlichen, tiefen Klang; es durchrinnt sie das Gefühl, daß Malkele ihre Schwester sei und sie, die Schüler, ihre Brüder, daß Reb Joel ihr Vater sei — und sie seine Söhne... Abends, beim Mizwo-Tänzel, beim frommen Tanz, tanzen alle Schüler mit der Braut. Und Reb Joei strahlt und ist ganz von Freude betört, wenn er si.eht, wie seine ״Söhne“ mit seiner Tochter tanzen...