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Jüdische Presse · 1934-10-19 · 39 (19.10.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
39 (19.10.1934)
Date
1934-10-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
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*fr. 39 RUM ♦CITRONE - MANDELN zUAe*1in€Licmc€lern4Jtiufi6ein! AUSGIEBIG! BEQUEM« Bkm& RUM י CITRONE - MANDELN Rabbi Pinchas Breuer זצ״ל• Die Schiffschiilgemeinschaft, die Wiener Judenschaft und das Judentum überhaupt haben einen schweren Verlust erlitten. Rabbi Pinchas Breuer s. Z. 1., seit 12 Jahren unter den Wiener Jereim tätig, ist nach langem, schwerem, mit himmlischer Geduld ertragenem Leiden am Montag, den 6. Cheschwan, verblichen. Als Sohn des in Ungarn hochverehrten Rabbiners von Ragendorf, Wolf Breuer s. Z. 1., im Jahre 1S63 geboren, ergab er sich in jungen Jahren dem Studium des Talmuds mit solchem Fleiß und Erfolg, daß er noch als junger Mann als großer Talmid- Chochom bekannt war. Durch 30 Jahre wirkte er in Bonyhad im Rabbinat emsig mit und kam vor zwölf Jahren nach Wien. Seine 1hohe Gelehrsamkeit, seine tiefe Religiosität, seine außergewöhnliche Bescheidenheit und Herzensgüte, die ihn jedermann mit Rat und Tat zur Verfügung stehen ließen, machten ihn zum Liebling aller, die ihm nahekamen. Die Schiffschul wird diesen herben Verlust schwer zu ersetzen wissen. * Zur Lewajoh am Dienstag versammelte sich, eine große Schar von Freunden und Anhängern in■ und vor dem Trauerhause, wo Herr Rabbinats-Assessor Salomon Baumgarten einen tief ergriffenen Nachruf hielt. In tiefer ,Erschütterung sprach auch der Sohn des Verblichenen, Mosche Breuer, Worte des Gedenkens. Vom Trauerhaus begab sich eine nach hunderten zählende Menschenmenge und die große Schar von Anhängern und Freunden des Verblichenen in die Schiffschul. Seine Ehrwürden Herr Oberrabbiner Fürst hielt einen tiefergriffenen Hesped und schilderte das ideale Lebensbild des allseits berühmt^ und geachtete» Rabbi Pinchas Breuer s. Z. 1. in Anlehnung an den dieswöchlgen Wochenabschnitt würdigte er die Bedeutung des Heimganges des Niftor um die Gesamtheit des Judentums. Nach Vortrag des Bl Mole ׳Bachanim durch Herrn Oberkantor Braun wurde der Barg gehoben und durch die Schiffgasse, Obere Donaustraße bis aur Brücke von Schülern des Verewigten getragen, gefolgt von einer unabsehbaren Menge der Leidtragenden. Dort wurde der Sarg in den Wagen gehoben und auf den Friedhof gebracht. Um 2 Uhr fand die Lewajo am Zentralfriedhof ihre Fortsetzung. Die anwesende Schar Von Schülern und Freunden machte unter Leitung des Ersten Kantors Josef Kunstadt dis Hakofos, die Sehr ergreifend verliefen. Dort sprachen die Herren Rabbiner H. Schenk vom Tempelverein Talmud-Thora, Herr Rabbiner M. Flesch für die Stumperschui und Herr ׳Rabbiner H. S c h m e r i e r. Die würdige Feier war zu Ende und man wußte, man hatte von einem Großen in Jisroel, von einem edlen und bescheidenen Menschen Abschied genommen. ,יתנצב׳ד Die erste Jahrzeit nach Lubliner Raw צ" ל!• Am 7. Cheschwan hat sich der Todestag des unvergeßlichen Rabbi Meier Schapira מ!׳ל zum ersten Male gejährt. Wie wenn das Unglück eben erst geschehen wäre, so hat die Erinnerung an diesen Großen in Jisroel die Wunde aufgerissen, die sein Heimgang geschlagen hatte. Rabbi Meier Schapira, dieser Name, der allein schon Programm und Lebensinhalt bedeutet, ist nicht mehr unter uns — der Gedanke kann noch heute nicht ruhig gefaßt werden. Außer in Lublin selbst, wo sich Glaubensbrüder aus ganz Polen versammelt haben, fanden allerorts Jahrzeitfeiern statt. In Wien allein wurden überall, wo ein öffentlicher Daf-Jomi-Schiur gelernt wird — besoriders imposant in der Aguda-Jugendgruppe und im Bethaus ״Schomre-Hadas" —, Gedenfeiern veranstaltet, bei welchen des unvergeßlichen Meisters gedacht wurde. In der Wohnung des Herrn Abraham Schapira, des Bruders des Lubliner Raws s. Z. 1., versammelte sich eine erlesene Schar intimster Freunde und Schüler des Verblichenen, um auf chassidische Art seiner zu gedenken. זכותו יגן עלינו ועל בל ישראל אמן. Generaloberstabsarzt Prof. Alois Pick — 75 Jahre alt. Der ehemalige Präsident der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, Generaloberstabsarzt Professor Dr. Alois Pick, vollendete am 15. Oktober sein 75. Lebensjahr und war aus diesem Anlaß Gegenstand mannigfacher Ehrungen seitens der Wiener Judenheit und der österreichischen Gesellschaft. Prof. Dr, Pick ist ein Mann von seltener Herzensgüte und Menschenliebe. Möge es ihm gegönnt sein, sich noch viele, viele Jahre geistiger und körperlicher Rüstigkeit zu erfreuen und seine segensreiche Tätigkeit fortzusetzen. Agudas-Jisroel-Mädchengruppe Wien. Die allwöchentliehen Schabbosvorträge finden regelmäßig um *411 Uhr vormittags im ■Lokal der ״Wienea", II., Obere Donau- Straße 91׳, statt. Unbefugter Autounterricht eine Gefahr. Die Schulfahrzeuge haben die gesetzlich vorgeschriebenen Doppelpedale, die dem Lehrer das blitzschnelle Eingreifen ermöglichen. Unfälle hat der Lehrer zu vermeiden und der Schüler kann ohne Angst und ohne Hemmungen das Fahren leichter und schneller erlernen. Diese Behelfe und überdies das mit Kraftstrom im Lehrsaal laufende Lehr- Chassis zur spielend leichten Erlernung der Prüfungstheorie haben die renommierten: Neudegger Automobilu. Fahrschulen, Wien, VHI., Neudeggergasse 18 (Ecke Lerchenfelderstr. 18), Tel. Nr. B-46-5-72, und Inzersdorf (Niederösterreich). E Delegiertenversammlnn9 der Agudas Jisroel in der C. S. R. Fortsetzung und Schluß des vorwöchigen Berichtes. Zum zweiten Male ergreift nun Rabbi I. M. L e w i n das Wort, um zu den sachlichen Fragen, die in der bishertgen Debatte aufgeworfen wurden, Stellung zu nehmen. Die Agudas Jisroel — erklärt der Gast — erstrebt auch in. Polen t}3e völlige Loslösung der orthodoxen Juden von den freien Elementen und ihre Zusammenfassung!n eigenen orthodoxen Gemeinden. Als Beweis für die Notwendigkeit von Agudas Jisroel führt der Redner die Verhältnisse in Litauen an, wo man gemeint hat, durch die unorganisierte jüdische Lebensbetätigung allein, durch das bloße Studium unserer hefigen Lehre, dem Abfall vom Judentum einen Schutzdamni entgegensetzen zu können und wo man erst jetzt doch zur Ueberzeugung gekommen ist, daß der Zusammenschluß der Orthodoxen in eine festgefügte Organisation nötig ist. Auch hierzulande muß endlich Klarheit darüber geschaffen werden, daß Agudas Jisroel für die Entwicklung des orthodoxen Judentums unerläßlich notwendig ist. Die unberechtigten Zweifel müssen endlich beseitigt werden. Erez Jisroel soll im Vordergrund unserer Betätigung stehen. Wir können und dürfen uns aber hiebei nicht auf die Erez-Jisroel-Arbeit allein beschränken. Wir müssen vielmehr auch für alle Golusbedürfnisse des Einzelmenschen und des jüdischen Klall sorgen. Ideell sollen die orthodoxe Landeskanzlei und die Agudas Jisroel Hand in Hand Zusammenarbeiten. Agudas Jisroel ist keine Partei, sie treibt keine Politik, sondern sie steht im Dienste der Thora für das Wohl des orthodoxen Judentums, (Beifall.) Offen und ehrlich wollen wir uns zu unserem Programm bekennen! Es mag ja richtig sein, daß die Erez-Jisroel- Arbeit gewisse Gefahren für die orthodoxe Jugend mit sich bringt. Aber sind den die Gefahren der Passivität, des tatenlosen Zusehens, nicht viel größer? Aufklärende Arbeit muß einsetzen, daß das Judentum sich nicht allein in seiner Spräche und schon gar nicht in einer modernen jüdischen Kultur, die von der Umweltskultur abgeleitet und ihr assimiliert ist, erschöpft. Wir, die wir an das ם@׳ני הבאנו גלינו כואראנו mit ganzem Herzen glauben, ist es nicht unsere Pflicht, die קדושת אי? ישראל zu retten? Mit einer Anspielung auf den Muakäcser erklärt der Redner: Wenn jemand Bedenken gegen unsere Tätigkeit und speziell gegen unsere Erez-Jisroel-Arbeit hat, so soll er sie offen äußern. Aber es muß ein Ende nehmen mit den Verleumdüngen und Pauschal Verdächtigungen, die dem orthodoxen Judentum nur zum Schaden gereichen, Die wirklichen Führer der Agudas Jisroel sind die rahbinischen Autoritäten, die die absolute Gewähr dafür bieten, daß unsere Organisation unbeirrt und unbeeinflußt den von Haschern vorgezeichneten Weg geht und gehen wird... Das Verantwortlichkeitsgefühl für das orthodoxe Weltjudentum verlangt es von den orthodoxen Juden in der Tschechoslowakei, daß auch sie sich endlich vorbehaltlos in den Rahmen der/Aguda-Weltorganisation einfügen,; In der Fortsetzung der Diskussion verlangte der Kirchdörfer Raw, Oberrabbiner Spitzer, Aufklärung über eine Reihe von Vorgängen innerhalb der Agudas Jisroel, die er mit der Grundeinstellung der Aguda nicht in Einklang bringen zu können glaubte. Aus der Antwort, die ihm Rabbi I. M. Lewin erteilte, ging klar heryor, daß es sich nur um Mißverständnisse gehandelt hat, daß Agudas Jisroel niemals in die Jewish Agency eintreten wollte oder gar eingetreten ist und daß für Agudas jisroel niemals ein Zusammengehen mit dem Misrachi erwogen wurde oder in Frage kommen kann, solange dieser der zionistischen Organisation angehört, (Beifall.) Die Statuten In den nächsten Punkt der Tagesordnung Ubergehend, gelangt nun der Statutenentwurf durch Herrn Jakob Joel Braun zur Verlesung, der ungeändert angenommen wird. Vorbehaltlich der Zustimmung des Landesthorarates, dem speziell auch die Entscheidung über einige ungeklärte Fragen überlassen wurde, wird der Statutenentwurf zur behördlichen4 Bewilligung eingerejeht werden. Hervorzuheben ist der neuartige Aufbau der Organisation, der darin zum Ausdruck kommt, daß in Zukunft die Landesorganisation nicht die Zusammenfassung der einzelnen Ortsgruppen darstellt, daß vielmehr jeder einzelne organisierte Agudist direkt Mitglied der Landfesorganisation sein wird, der sich mit den Gesinnungsgenossen des gleichen Ortes zu einer Orts-, bzw•. Bezirksgmppe zusammenscbUeßen kann. Dasselbe gilt für die Jugend, die ■Poalim und die Frauen, die außerdem in je einen Sonderverband zusammengefaßt werden. Eingehend diskutiert wurde die bisher in Geltung gestandene Bestimmung, nach welcher Agudagruppen in einzelnen Orten nur mit Zustimmung des מרא דאתרא gebildet werden dürfen. Gegen diese Be- Stimmung erhob sich vielfacher!Widerspruch, sie wurde aber trotzdem unverändert beibehalten. Es ist schade, daß nicht in diesem Punkt irgend eine Erleichterung eingetreten ist, wie es schade ist, daß der Jugend die von ihr verlangte Vertretung im Landesausschuß nicht gewährt wurde, Ernster AufbauwiUe muß entschieden mehr Weitherzigkeit, speziell in bezug auf die «daß die Nerv•!) variogta# wenn quälendes Herzklopfen und hoher Blutdruck Besorg* nisse erregen, wenn Schlaf* Storungen Ihr Wohlbefinden Im allgemeinen nachteilig be* einflussen und das zunek* mende Alter mehr Sorge für Ihre Gesundheit erfordert, ist es höchste Zeit an Kaffee Hag zu denken. Der echte Kaffee Hag schützt Sie vor der Wirkung des Coffeins, weil er garantiert cof* feinfrei ist. Kaffee Hag schont Herz und Nerven, laßt Ihnen aber den köstlichen Genuß eines echten, feinen Bohnenkaffees und verursacht keine Schlafstörungen. Darum ab häufe Jugend, die sich bisher die größten Verdienste um Agudas Jisroel in der Republik erworben hat, in sich tragen. Als letzter in der Debatte erhielt Herr Lipe Honig- Koäice das Wort, der in flammenden Worten die geistige und religiöse Not der jüdischen Jugend in der Ost Slowakei und in P K R. schilderte. Während in der ganzen Tschechoslowakei nur etwa tausend Bachurim die Jeschiwos besuchen, zählt allein das Munkäczer Gymnasium, das erst unlängst in jüdischen Kreisen unliebsames Aufsehen erregt hat und das reines Apikorsus und Minus züchtet, mit all seinen Zweig- Institutionen gegen 1500 Schüler. ״Wieviel Opfer noch“ — klingt es in den Saal — ״muß die Tschechoslowakei dem zionistischen Moloch bringen? Die Gedole Jisroel der Republik müssen sich jetzt in zwölfter ■Stunde Vorbehaltloa zu Agudas Jisroel bekennen und durch Taten zugunsten der orthodoxen Organisation dem Abfall vom Judentum innerhalb der Jugend Einhalt gebieten.“ Erez Jisroel Herr Rabbiner Samuel Schreibe r־Bratislava hielt nun ein außerordentlich instruktives Erez-Jisroel- Referat, welches den Beifall aller Zuhörer verdient fand. Nach einem historischen Rückblick auf die Entwicklung des alten und neuen Jischuw erklärte der Referent, daß die agudistische Erez-Jisroel-Ideologie in den מצות ישוב ארץ ישראל nur eine ת ר י ׳ ג מצות erblickt. Die Weltwirtschaftskrise brachte einen starken Drang, speziell der Jugend, nach Erez Jisroel mit sich. Die Agudas Jisroel hat durch ihre bisherige Aufbauarbeit für Erez Jisroel, insbesondere durch die Errichtung eines ausgedehnten Schulwerkes, sich große Verdienste erworben. 'Die Ausbildungsstätten für Chaluzim in der Diaspora und die Arbeitsvermittlungsstellen der Poale Agudas Jisroel im Heiligen Lande selbst wirken den großen Gefahren entgegen, die von der linksorientierten ״Histadruth“ die orthodoxe Jugend bedrohen. Der Kampf um die selbständige orthodoxe Gemeinde in Erez Jisroel wird unbeirrt fortgesetzt werden und da nun auch die Zertifikaten frage für orthodoxe Menschen gelöst ist, steht einer erfolgreichen Arbeit für Erez Jisroel nichts mehr im Wege. Im Anschluß an das Referat teilte Herr Jakob Joel Braun unter großem Beifall der Zuhörerschaft mit, daß eben — vor einigen Stunden — von der tschechoslowakischen Landesorganisation der Agudas Jisroel mit den in der jüngsten Zeit angesam- Hielten Keren-Hajischuw-Geldern der Kauf eines größeren Bodenareals in Erez Jisroel veranlaßt wurde* auf welchem schon in sehr kurzer Zeit mit dem Bau einer Beth-Jakob-Schule begonnen werden wird. י Rabbiner R e i c h-Vrbovd bantragte die Errichtung einer großen landwirtschaftlichen und handwerklichen Ausbildungsstätte jn ^er Tschechoslowakei, für die er die notwendigen Kosten aufzubringen sieb bereit erklärte, Damit war die eigentliche Tagung geschlossen. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: Präsidium; Oberrabbiner u n g a r-Nitra und Oberrabbiner F r e y-Surany als Rabbinerpräsidenten, Wilhelm Kob n-Bratisläva, geschäftsführender Vizepräsident, RCla Kästner, David K91b, Max Lö wy, Bratislava, Simon ,Len z-Preäov, David Löwbee r-Topolöany, Isidor S U ß m a n n-Gaianta, Zum Kassier wurde Herr Berthold Donnebaura-Bratislava gewählt. Der Landesausschuß setzt sich aus folgenden Herren zusammen? Bratislava: Moritz Fdedmanh jun״ Markus Fürst, David Haherfeld, FhUipp Neumann, Samuel Schreiber, Jakob Snyders, Max Weisz. Barde-

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