Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 34 (7.9.1934)
- Date
- 1934-09-07
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit jaftfea Ättiöö hat das föligiöse sehul* $• e f!tv m Heiligen Lande einen iteflwefett ft&Mfjl üiti seine Extetefl2 dufeflzuäiäehefi, *da die ÄÜitei äüä öhn24d*öre2 imöier . sf&fJieMf einfileßefi. Üebef Initiative des ״Waad hoif aaehkeMUfi“ Würde flün .ein Vertreter ״vereinigtes Öfliflüfe-Köfliitee- ק—__— sämtilöfleröfthödöflefl Lehranstalten Vereinigte Komitee hat fläch söitief köflstitütefefidefl -׳׳SIt«lt^^h^d[if:־-rA»tiei€:׳ zur Erbaftüfig; der orthodoxen tehrst&tteii hefeits begonnen, äfl dlt sieh־ große Hoffnungen knüpfen. . Die Jag,d Aach illegalen Einwanderern wird von Tag zuTag verschärft. Neuerdings kreisen f iügäeüge über den Grenzgebieten, üik dort jede Bewegüflg kofttrollierefl und;/verdächtige** Anzeichen der Landpolizei signalisieren m köääefl. Während die ge* samte jüdische Presse gegen diese Vorgangsweise heftig protestiert, setzt die arabische Presse ihre Hetze gegen die jüdische Einwanderung fort und fordert die arabische Jugend aüf, der Polizei hei der Jagd nach jüdischen ״Illegalen״ behilflich au sein. י Dieser Tage wird der High CömmisSiöner Wauchope nach London reisen, um dort die letztem Dispositionen bezüglich der Schaffung eines Legislative Council (Gesetzgebender Rat) zu treffen. Die Agudas Jisroel berät noch Über ihre Stellungnahme zum Legislative Council, der vom jüdischen Jischuw im allgemeinen abgelehnt Wird. Der High Comissioner versprach, die diesbezüglichen Aeußerungen der Agudas Jisroel nach seiner Rückkehr entgegenzunehmen, Während alle jüdischen Parteien und auch die Agudas Jisroel zu den Wahlen in den Jerusalemer Gemeinderat eine vereinigte Liste aufgestellt haben, auf welcher •—׳ die ״Jüdische Presse“ hat hierüber berichtet — zwei Aguda-Vertreter kandidieren, sind die Revisionisten im letzten Moment mit einer eigenen Kampfkandidatur herausgerückt. Bezeichnend genug für das ganze Verhalten und die Arbeit-dieser Partei! %.•"•.ג / ״ י /. .. *,.־•*' '• ,♦ ,׳ / Der Führer der Agudas Jisroel im ׳Heiligen Lande, Rabbi Mosche Blau, hatte Gelegenheit, bei der Palästina- Regierung, eine Reihe wichtiger Forderungen der orthodoxen Juden, insbesondere auf dem Gebiete der Jugenderziehung, vorzubringen, deren Erfüllung in Aussicht' gestellt wurde.. . Menachem Glikman-Porusch. Aus Rumänien. ׳ Die jüdische Oeffentlichkeit ׳Siebenbürgens be-,! schäftigt sich ׳mit einem sonderbaren Vorfall, , welcher sich in G r o ß w a r dein (Oradea) ereignet hat. Auf Grund einer Verordnung des'Kultusministeriums mußten sich sämtliche den Minoritäten angehörenden Lehrkräfte, also auch die jüdischen, im ganzen Lande einer nochmaligen Sprachprüfung unterwerfen, deren Zweck die Feststellung war, ob sie die rumänische Staatssprache genügend beherrschen.■ ' In Größwärdein,’wo * 'die ־ örthodöxe ,israelitische Kultrusgemeinde eine Knaben- und eine Mädchen-Volksschule und je ein Untergymnasium für Knaben und Mädchen besitzt, :wurde diese Sprachprüfung ursprünglich für den' 10. August, also für einen *Freitag, anberaumt. Der Vorsitzende der Großwardeiner Pnüfungskdmmission,־ Univ.-Prof. Paail B u j 0 r aus Jassy, ist aber verspätet in der Stadt eingetroffen und die Prüfung Wurde' infolge dieser Verspätung für den 11. August,;also für SchaibboS; vertagt. Däs^ Lehrerkollegium der orthodoxen israelitischen iSchulen'meldete sich (pünktlich' zur Prüfling, gäb aber' am Beginn die Erklärung ab, daß es »ich der schriftlichen Prüfung ■bis zum Eintritt des Abends nicht unterwerfen kann, da ihm Gewissen und ‘ Religiönsgesetz .das ,Schreiben am, •Schabbos •verbieten. Prof. Bujor :nahm diese Erklärung ni c h t z u r K e n n t n i s, qualifizierte sie ftls einen Sabotageakt und drohte sowohl den Lehrern wie auch der Schule die schwersten Folgen für ‘diese ‘Weigerung an. Die Intervention des Oberrabbiners der Gemeinde, R. Benjajnin Fuchs, half auch nicht; Professor Bujor •verlangte von ihm, er möge die Absolution den Lehrern und -Lehrerinnen zum , Schreiben am Schabbos 'erteilen; Aufklärungen, daß dies unmöglich ist, half eh nichts. - Auch der (Bürgermeister der Stadt sprach beim gestrengen; Herrn Vorsitzenden vergebens vor,' er verhärrte bei seinem ersten (Beschluß. Die orthodoxe 'israelitische Kultusgemeinde wendete sich dagegen 'zum Kultusminister und es ist für sicher anzunehmen, daß dieser dep. Prof. Bujor desavouieren und einen neuen’ Termin für die Prüfung bestimmen wird. Der in Oradea zu Gast weilende Herr Rabbiner S c h e n k aus Wien hielt am vorletzten Schabbos ■ im großen Tempel eine'; Charifus- und Magidus-Dröschoh, die auf alle Zuhör erlernen tiefen und nachhaltigen Eindruck. machte. Es war eine wahre Freude, die für Thora und Jiroh' begeisternde Rede zu hören. Mit besonderer, Aufmerksamkeit und Interesse lauschten die vielen Zuhörer auf die Worte des ehrwürdigen Redners. Vergangene Woche wurde die in Sin e i seit drei. Jähren ־durch das plötzliche Hinscheiden des Oberrabbiners! B. Löwy vakant gewesene Rabbinerstelle durch die Person des Rabb.-Kand. A. S c hw a r z, Sohn des Rabbi Ch. Schwarz; ׳Miskolc, besetzt. Am Tage der Rabbinerinqtallation wunde auch die Hochzeit des neuen Rabbiners Schwärz mit der 'Tochter des verewigten OberrabbinerS. Löwy s. Z. 1. gefeiert. Die Hochzeit' gestaltete sich' zu einer wahrhaft imposanten Feier. Die Redner ermahnten den jungen Rabbiner* seines heiligen Amtes getreu seiner großen Vorgänger zu walten und •cfle■ Jugend flu.. Geiste;des RabbiJecheskelBenet s. Z. I., des rühmlichst bekannten Gaon, zu erziehen, der hier bis zu seinem Lebensabend eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltete. ׳;ג ׳• ■■־'• י;;.;׳;'׳/'־: ל/־;׳;־ /־*־;־י. :׳׳//:׳-/ןי; ■:r b. f. Zwei orthodox-jüdische Siedler ty Oesterreich prämiiert. ' Bei־ der am Sonntag; den 2^ August d. J., stattgefundenen M«׳rchfe!der Ausstellung für Kleintiere, und Lan.despr'odukte erhielten Herr David ßteinbof einen ersten und Herr Nathan S'teiner einen zweiten Preis., Silberiwald, so beißt die •Siedlung in,welcher sieb; vor gebt Jahren die beiden ,Prämiierten neben anderen Baale-Batim• der. Scbiffscbul ihre: WeekeuflhäuscbeA errichteten und den Boden der, Wüste Gobi, so!wurde,der. Landstrich genannt, bearbeiteten. .,Nun ward de? Mühe־ Lohn zuteil, denn , die Obst- ־.und;Gartenpflanzen fanden in^der^usstehunr׳Migetoinebr'Beifäii,־; * ׳ ד ~ 7י״ ׳ :;?.׳; ,4־ \ Gerer Hebbe besuchte heuer in ÄHiteier Saison dis Bad ötwoefe in der Nähe vbfl Wähsehitb? Wit^^ hMht äftd^^^ iü^ef#^te» hat (he Anweseflhilt die iiiüstrefl Gastes täbeefide Fremde hifi* Sion die vorher die tlfigubst der Verhältnisse sehr m spüren bekameä» sieh veranlaßt sahen, für die ehrwürdige Famiiie die Küftasen aufsuhebeü. Der Verkehr ist durch die Anwesenheit der vielen Chassidim in der heurigen NachSMSOä üngisieh stärker als er in der Haupt* Saison war. Eine Delegation der Gemeindeieitung ist beim Gerer Rebben vorsteiiig geworden, um ihn zu bitten, über die hohen Feiertage dort zu bieiben. Auf diese Naehrieht hin, entsandte die Stadt Gora-Kalwarya, der Heimatort des Babbi, ihre vornehmsten Repräsentanten in den Kur■ ort, um den ehrwürdigen Rabbi zu bitten, seiner Gewöhnheit gemäß die Feiertage in seiner Heimat zu verbringen, da andernfaiis die Stäät unwiederbringlichen Schaden erleiden müßte. Verlachtes Nazi-Deutschknd. Der bekannte, englische Schriftsteller George M. C 0 h a n, dessen Name ״leicht jüdisch" anklingt, der aber trotzdem rein arischer Ire, man kann auch sagen! reih irischer Arier, ist, hielt: sich kürzlich in Deutschland auf, wo man ihm, wie er jetzt in der englischen Presse erzählt, in einem großen deutschen Hotel kein Zimmer geben wollte, mit der Begründung,, daß jüdische Gäste uner- WünschJ; seien. Nach England zurückgekehrt, richtete er an die Direktion des betreffenden bekannten Hotels einen Brief folgenden Inhalts: ,)Sehr geehrte Herren, Sie waren der Ansicht, daß ich Jude sei —־, ich hingegen glaubte, in ein erstklassiges Hotel gekommen zu sein und mit Gentlernen zu tun zu haben. Wir haben uns beide geirrt.“ VERBANII der sabbathfreunde ״SCHOMRE SCHABBOS“ WIEN, II., LEOPOLDSG. IG - TEL. A-46-0-15 Der Magistrat der Stadt Wien hat mit Kundmachung vom 5. September d. JM Z. M.s Abt. 53/4216/34, den Verschleiß von Koscher® Fleisch, ®Fleischwaren, tierischen Fetten, ®Fett® waren, ®Geflügel und ®Fischen im Bereiche des 2., 9., 15. und 20. Wiener Gemeindebezirkes am Sonntag, den 9. Septembef d. J. (Erew Rösch® Haschono) von 8 bis 10 Uhr vormittags gestattet. BRUDER STADLER Wien ■■ ■m Werd I Telephon A-43-5.-20 unter Aufsicht ׳der Adas Jisroel, Wienד ׳; offeriert tägiicii^'frisches, prima extrehi Rind- /! und Kalbfleisch, eigener Schlachtung zü den billigsten Preisen. / : Das Fleisch; wlrd^. in unserer hygienischen, ׳ amerikanischen Kühlanlage ,,Kelyinator“ auf- ' bewahrt und . auf Wunsch -kostenlos ins Haus gestellt־. Aufträge,‘ auch telephonisch,: unter Nummer A-43-5-20 erbeten. Ein einziger Versuch genügt,' daß Sie unser ständiger Kunde bleiben. .. ’ Einsckreibnngea aa det; für f " tfefflittstaf; If/»sdtrf (20. äfepfeiöfter), itt» fl» 0 Vflfl;■18 bis 12 Bhf, Mittwoch, It. fisefirt iZö« ssepuemner), Ööimetst^, 18* Tisch*! (äTi gepfemfeef), nur fon & hü S tlfif «ächmittagsf Mlttwoch, (J« 0kt0t»ef), ::׳Vt«t:;fe• :f;׳'UTöV■(4. Oktöber), voti 3 bis 3 tihr, Sonntag, 28. Tischri (1! Oktober), Vom 13 bii 12 Uhr, im Schulgebäude, 0״ Nestroygasse 11, statt. Im Interesse der P. t. Schulparteien wird ersueht, die Einschreibungstenuine genauest einzuhaiten, da bei einer äpätereti Anmeldung keine Gewähr . für? eine Aulriahme besteht. DER VORSTAND. Aufruf! Oft leisten gerade jene WohMtlgkeitsvefeine den• Beste, v0fl denen flian am wenigsten spricht. Zü diesen Vereinen zählt auch'der ünterstützungs* verein ״Tomeeh Ewj0flim zur Üntersttitzung und Ausspeisung armer Glaubensgenossen“. Dieser Über fünfunddreißig Jsthre bestehende Verein zählt zu jenen Institutionea und Einrichtungen des Wiener Judentums, die schon zu dem Gesamtbild der Wiener Orthodoxie gehören. Auf dem Gebiete der Verköstigung armer Durchreisender hat dieser Verein Großes geleistet, Unsere rasche Hilfeleistung für arme und darbende Glaubensbrüder und insbesondere unsere Holz- und Kohlenaktion an verschämte Arme ist allgemein bekannt. Wir helfen dort, wo die Not am größten, dort wo das Auge der Öffentlichen Wohltätigkeit sonst keinen Einblick hat. Und wenn Wir an diesen Festtagen vor unser geistiges Auge die Vergangenheit ziehen lassen und unser. Gewissen auf rütteln, um uns zu neuen, guten Werken anzuspornen, dann wird sich jeder auch unseres Vereines erinnern und mit Spenden aller Art, auch beim Aufrufen zur Thora, unserer Armen, gedenken. Auf diesem Wege sagen wir zugleich all den hochherzigen Gönnern und Förderern unseres Vereines besten Dank und wünschen zum Jahreswechsel בתיבה והתימה טובה Der Vorstand des Vereines ״Tomech Ewjonim“, Verein zur Unterstützung armer, bedürftiger Glaubensgenossen. , Hilferuf. In einem Wiener Spital liegt ein lebensgefährlich erkrankter, vollständig mittelloser, großer Talmid-Chochom.; Der von privater Seite zu stellende Kostenbeitrag Wurde bisher von einigen wenigen Personen getragen, dieinfolge der schweren Wirtschaftslage hiezu nicht mehr in der Lage sind. Da eine eventuelle Unter- ׳brechung der Spitalsbehandlung für den kränken חדש von den schwersten Folgen sein könnte,, ergeht hiemit .an die Oeffentlichkeit die dringende Bitte,, hier mitzuhelfen. Eile tut not! Spenden'übernimmt -die ״Jü d-is.che P r e S s e", Wien, II., Malzgasse '12 ä, PostspafkässenkoritÖ''•D-93.614. Hilferuf der jüdischen Blinden. Der Hilfsverein der jüdischen Blinden, Wien, II., Rembrandtstraße 18 (Telephön A2־47־t77), , üt infolge der wirtschaftlichen Krise der letzten Jahre aller Barmittel entblößt. Um die Not dieser hilflosen Menschen wenigstens teilweise lindern zü können, bittet er, ihn anläßlich der hohen Feiertage mit Spenden, zu ׳ ■ •bedenken.־ ז:Postsparkassenkonto "Nr:133.213 ל. Frauenarzt Dr. Ernst Klauber, Bratislava, übersiedelte Palisaden weg 52 (Lutherhaus) und ordiniert täglich für sämtliche Heilfonds und: Beamtenkassen. Dozent M. U. Dr. Stanislav Krdkorä, Facharzt für Nerven- und Geisteskrankheiten, ist vom Urlaub zurückgekehrt lind ordiniert wieder Brati's 1 av’a, Heydukovä ul. 35-537; zwischen 15 und 16 Uhr. Telephon 38-58. Universitätsprofessor Di־. Alojz J. Ghura, Vorstand der Universitäts-Kinderklinik in Bratislava, zurückgekehrt. Ordiniert halb 4 bis halb 5 Uhr. I Die literarische Renaissance der Dreyfus-Affäre. (Wilhelm Herzog: Der Kampf einer Republik. Die Dreyfus-Affäre. -4 Zürich, Europa-Verlag.) Eine im Jahre 1905. erschienene Biographie zählt!bereits rund 600 Werke auf, die alle die Dre yf U s- Affäre zum Gegenstand haben; Diese Liste ist seitdem stark Und mit bedeutenden Werken gewachsen.' Nach dem Weltkriege sind zum Beispiel die auf die Affäre Bezug habenden geheimen Akten der deutschen Diplomatie veröffentlicht •worden. Leider nicht lückenlos. Denn auch die Republik von Weimar hielt es unerklärlicherweise für ihre Pflicht, die Schönheitsfehler der wilhelminischen Aera zu verheimlichen/ Auch' eine der interessantesten -und geheimnisvollsten Hauptpersonen der Affäre, Oberst iSchwartzkoppen, ' Flügeladjutant des Kaisers, ergriff posthum das Wort.; Solange er lebte, würgte ibn der Maüikörb seiner Vorgesetzten, er hielt sich stets im Hintergrund und war zu einem unmittelbaren Verhör oder einer Erklärung nie zu haben. Aber •bereits in seiner Agonie machte er den Versuch, eine Verteidigungsrede ■zugunsten Dreyfus׳ zu halten, und hinterließ Memoiren, die er letzwillig zu •veröffentlichen •befahl. Sein Wort ist von allergrößtem Gewicht.; Wußte doch; er; der Militärattabhö der deutschen Botschaft in Paris, am besten; daß der Häuptmänn Drby!fusvuflschulöig und der Major Esterhazy es war, der ihm die in dem weit-!berühmt •gewordenen Bordereau mit militärischer Exaktbeit auf gezählten 'Dokumente gegen gutes Geld in die •Hand spielte. ־׳ ' :־־' </■׳■־־ /" יי/׳' ■■•-׳׳ Alber nicht diese ■neuen Dokumente und Daten haben die 40jährige DreyfusiAffäre •wieder in den Vordergrund des ^Interesses der politischen Literatur getragen. Ihre literarische Auferstehung hat andere, und! zwar' aktuelle Gründe, ל Vor allem' die frappante, augenfällige Aehnlichkeit des hemmungslosen, auf schlechten Weg •gerätsen französischen Nationalismus um 1900 mit. dem he?äüfbhten^^dentachen NatibnaMsmus ׳ unsere?VT|ge; Sie; dräschen dieselben Phrasen^ sie sind vom gleichen Judenhaß beseelt, stbheh moralisch'^׳i^id geistig aut der gleichen Stufe. . . י .; Selbstverständlich zeigen; sich auch auffallende Differenzen zwischen* dem ־ gestrigen Frankreich und dem heutigen DentacW^d, und WPhehn Herzog־ hat hauptsächlich *wegen/de? Lehren; dieser Differenzen seih nicht;׳weniger als /tahiend feiten umfassendes Buch über die Dreyfus.nAffäre geschrieben.: ©r wollte darauf hinweisen, daß der aufopfernde Kampffflr die Wahrhei V für Recht und Gesetz,״die infolge der Verurteiluhg'Dreyfus׳ schwer verletzt würden, die franzöSisChe Re- , püblik gerettet habe.. Wenn es an dieser Opferbereitschäft in Deutschland bei seinen politischen und , literarischen •Führern nicht gemangelt hätte, / wäre es durch Hitler nicht verschandelt •wörden. In Deutschland waren aber die höhere politische Moral und die eiserne, .. unerbittliche Konsequenz, die das öffentliche Leben Frankreichs seit jeher auszeichnefl, unbekannt. Deutschland hatte keinen Zola, Piequart, Cldmenceau und Jaurös, . die die persönliche Tragödie eines jüdischen Offiziers zur Sache der Wahrheit, zum Grundproblem der Republik/ zur Angelegenheit der Ehre 'des französischen Volkes aus- Weiteten lind die Martyrium, Gefängnis, Verbannung und . öffentliche Brandmarkung auf sich luden, um der Sache der Wahrheit zum •Sieg zu verhelfen./ Ihre Opferbereitschaft hat aus dem;vöffentlichen Leben' Frankreichs den Antisemitismus spürlos''Verscheucht. Drumont, der ängebetete Held des Volkes, der aus Gnade der Gasse und des Antisemitismus fast hitleristische Höhen erklommen hat, endete im Jahre 1917 äls vergessener, verschollener Greis , und seine ehemalige Zeitung, die ״Libre Parole“, hät bloß in der ־ •Rubrik ״Allerlei“ zwei Zeilen seinem Andenken gewidmet. Den ersten jüdischen- Generalstäbler, den Hauptmann: Dreyfus nämlich, haben seine argwöhnischen Kollegen, unter dem Vorwände des Verrates aus dieser hohen Körperschaft entfernt. Nach seiner Rehabilitation bekleideten viele Juden die' höchsten Stellen in der französisohen Armee, im Weltkrieg soga,r wich'tige Kommandos. Die Gleichberechtigung wurde lückenlos durch״ geführt. - : -• ■׳/: ׳ ' ''' Interessant ist auch die Methode, welche Herzog: . zur Djarstellung der Affäre anwendet. ';Im ersten Teil seines Büches behandelt er in verschiedenen Essais die Probleme, zeichnet die führenden •Persönlichkeiten un<J : deckt die' kulturellen und materiellen Wurzeln der Affäre auf. (Ein ausführliches Essai beschäftigt;sich mit dem . französischen Antisemitismus um das Jahr 1900.) De?; zweite Teil des Buches ist eine .ausführliche Chronik, ־ welche T&g für Tag . die Ereignisse •der. Affäre d^rstellt, . Hier , dringt er ebenfalls!bis zu den Wurzeln vor. Er beginnt nicht mit dem 14,;Qktofcsr 4894, wit tern Tage üer Verhaftung des Haüptmannes Dreyfüs; sondern greift bis 1870 zurück, in wetcflem Jaaire cliCSpionagepsyQboss des französischen Volkes; entstänü; . Vor 40 Jahren war dib Drej^us^A^re bines deir größten Erlebnisse 4er damaligen jüdischen Jugend, Jetzt, an 4erv vierzigsten jakr^enüe Msr״Affäre und int Schatten der deutsobenl Ereignlsse,. ist es überaus 10h־r nend und mit vielen guten Lehren verbunden, wenfl wifl ihre Chronik durchiblättern. Sie ist. ein guter Wegweiser ־ Kampfe des Tages. g, s.