Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 34 (7.9.1934)
- Date
- 1934-09-07
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Rabbiner; JfdieiAdtif In einem Budapeste? jüdischenWochenblatts las ich vor einige? Zeit־, einen Aufsatz une? üäfThcmä»GCb6te im Judentüm״,üi dem ausfefuhr i wuftte/ daß W2ür zeit ■ des . Bestandes de? Heillgtüöief *.ätlf. Mortis Höhe keine eigentiiöheft öemeinsefiaftsgebete :gabf,> da ,diese erst als Bfsatz des durch die Zerstörung des ׳Tempels unmöglich gewordenen Opferdienstes notwendig geworden wireh* So• lange der Opferkultus, dauerte, gab es keine bestimmten Vöiksgebete* sondern nur Ein2elgebete, die der 1־ine oder andere in seitliche Not geratene Mensch, je nach Semem Herzensbedürfnis, _ ganz Spontan, ohne HUCksictunahme auf über Zeit und Text sich erstreckende Vorschriften, verrichtete, v‘:־.'../■׳ : Ich gab; diese Ausführungen mehreren Freunden zu lesen und sie merkten ZU meiner größten Ve£» •Wunderung gar nicht die Lüg e n h 4 f 11 g k e i t und die leicht nachweisbare ünhaltharkeit de? zitierten Behauptung. Dieser bedauerliche Umstand ließ in mir die Befürchtung auf steigen, daß wahrscheinlich der größte Teil;Unserer noch täglich Betenden sich unklar ist Über den Ursprung und , das Alter de? Gemeinschaftsgebete,; und ich möchte daher durch diesen Aufsatz, gerade in diesen Gebetstagen par excellence einige Aufklärung über diese Frage verbreiten. ' * ■< ' ׳ .....־׳?.-ז י .• '׳ . •' r Wenn wir das Alter der öffentlichen und gemeinsamen Gebete erforschen wollen, so werden wir zunächst an das Rückgrat unserer Gebete, an die ״Schmone E s s r a", verwiesen werden. Hierüber findet sich aber eine vielfach mißverstandene Stelle in Megilla 17 bis 18. Dort wird uns nämlich berichtet, daß Schimon aus Pekuii in dabnc auf Verahias^mg! Babbi Oamiieis die ״Schmone Essre" geordnet fiat/In einer Beraisso steht aber, daß dieses Gebet bereits zur Zeit Esras durch die Ansche- MaknasseäNllägdöla redigiert wuröe, Diese? scheinbare Widersprüch wird dahin erklärt, daß die Fassung im Laufe der Vertolgüngsepoehen m Vergessenheit geraten war und: sich die Notwendigkeit einer Wiederherstellung ergeben hatte. Diese Erscheinung erklärt sich durch den Umstand, daß gewisse geänderte Zeitumstände auch einige Aeuderuugefi notwendig machten. Die mannigfachen Gebete zwecks Erbauung des Heiligtums, der Wiederkehr der Herrlichkeit G-ttes,. der Restaurierung des Öpferkuits uaw. mußten ja erst dn Jfabne, nach der Einäscherung des Heiligtums durch TituS, formuliert werden, denn wenn sie auch seitens der großen Synode unter dem Präsidium Esras vielleicht in die Gebetsordnung aufgenommen waren, da doch damals vor Errichtung des Heiligtumes jene Gebete zeitgemäß waren, so gingen sie doch in den vier Jahrhunderten des Bestandes des Heiligtums in Vergessenheit, da man in dieser Zeit jene Gebete gewiß den Tatsachen und Verhältnissen entsprechend abgeändert haben mußte. . ׳ ' Der Ausdruck, daß Schimon aus Pekuii die ״Schmone Essre“ ordnete, besagt ganz zweifellos, daß er nicht ein neues Gebet verfaßte, sondern nur ‘ ein bereits vorhandenes, also das von der großen Synode ab- * gefaßte Gebet, den geänderten Zeitumständen gemäß redigierte. Das geht übrigens, ganz über jeden Zweifel erhaben, aus der •Schilderung in Berochos 28 in bezug auf das Zustandekommen der 19. Brocho hervor. gedeihen könne. Jellinek, derselbe Jellinek, der drei Jahrzehnte '׳ vorher den unversöhnlichen Kampf gegen die Schiffschul geführt hatte, mußte sich dazu bequemen, einer Deputation der Schiffschul, die in taktvoller Weise ihn zum siebzigsten Geburtstag begrüßte, zu sagen: ״Bleiben wir zusammen auf dem jahrtausendealten Panzerschiff e..., daß wir endlich in den messianisehen .Hafen siegreich einlaufen.“ ‘ Die Konsolidierung der Schiffschul hatte in- ר zwischen Fortschritte gemacht. Am 27. März 1892 V faßte der Vorstand der Schilfschul den Beschluß, die Realität, auf der die Synagoge stand, auf Grund des im Jahre 1864 geschlossenen Abkommens, käuflich zu erwerben. , * * Dä.die Schiff schul keine juristische Person war, erfolgte der Kauf nominell vom Bes-Hamidrosch, das schon fröher. als;Verein ״Thora Ez Chai'm"', konstituiert war. Es' wurde beschlossen, mit .dem Bes- Hamidrosch gemeinsam den Vorderträkt durch einen Neubau zu ersetzen. In diesem Neubau erhielt das Bes- Hamidrosch, das bereits seit Dezennien im Hause Große Schiffgasse 6, untergebrächt war, entsprechende Räume. Die feierliche Einweihung des Bes-Hamidrosch erfolgte. Kurze;Zeit darauf schloß der geniale Gründer Rabbi Salmen ־ Spitzer am zweiten Chanuka-Tage 5643 .(Dezember 1893) für immer die Augen. 1a Fürst ’ :.'•:׳•V ׳״/•׳:' 'Die 1Schiffschul war verwaist. Wohl stand sie machtvoll' und Angesehen da; große Aufgaben harrten ihrer '.Lösung. Die Arbeitskraft, aber •und die Schaffensfreüdigkeit war immer an die' Person ihres Gründers geknüpf!;gewesen, und die Liebe und Anhänglichkeit an ihn” war das Band, das alle Anhänger aneinanderschloß. : Der ׳Begriff,: das ־ Gefühl,.1 eine K e h i 10 h zu sein, war unklar, nebelhaft. Es war ־ schwer, dem genialen .Gründer einen ebenbürtigen Nachfolger zu finden. Endlich, im Jahre 5647 (1897!) entschloß sich der Oberrabbiner von Eperjes,' RabbiJ e s a j a Fü rat, das verwaiste Rabbinat י zu übernehmen. Er erfaßte die Schwierigkeit seiner Aüfgäbe. Die Schiff schul muß t e eine K eh i 10 h werden. Sie mußte •auf •b r e i t e r G r u n d lag e ruhen, von •der Verantwortung der Gesamtheit. getragen werden. So ׳wurde, die '; . ‘ . Adas Jisroel gegründet. Wohl war. es nach dem Buchstaben des Gesetzes nicht möglich, eine formale Kultusgemeinde ZU bilden, aber sie sollte eine Kehiloh sein, durch ' den Willen, durch die Ueberzeugung, durch das Pflichtgefühl ihrer Mitglieder; durch ethische Kräfte, die stärker sind und fruchtbarer wirken als Gesetzesparagraphen. Die Erfahrungen, die Rabbi Jesaja Fürst aus seiner Tätigkeit in den neuaufströbenden Gemeinden gemacht hatte, begründeten seine Ueberzeugung, daß ein wirklich orthodoxes Gemeinwesen nur gedeihen und schöpferisch wirken kann, wenn es völlig selbständig und unabhängig von der Reform lebt und seine Pflicht frei für alle־ erfüllt, •die‘ treu zum altüberkommenen Thorajudentum stehen. Dieser Gedanke erfüllte die junge Gemeinde und in der neüen Form erfuhr sie ■ einen mächtigen Aufstieg. Das Rabbinat wurde vervollständig!. Neben Rabbi I. B. Kain s. Z. 1., dem Schwiegersohn des heimgegangenen Gründers, war Rabbi Josef Baumgarten s. Z. 1., ein junger, ebenso hochgelehrter wie überzeugungstreuS? Mann von herzgewinnender Liebenswürdigkeit/ in׳ das Bes-Din der iSchiffschul-Adas-Jisroel eingetröten. Die alten Institutionen erfuhren einen mächtigen Aufstieg und eine vollständige Ausgestaltung/, Es׳ wurden neue Anstalten für •Fürsorge, eingerichtet (׳Einheit, Frauenverein usw.), besondere Aufmerksamkeit• wurde dem T.}1 o r as t u d i u m gewidmet. Die Jessod ^Hathora ■ wurde erweitert, und zu; einer- Musteranstalt'.fg'ölnächti׳ Institutionen , zum Religionsunterricht für Mädchen wurden eröffnet: * ־ * Mutig der Zukunft entgegen. < ' Jeder Tag ' stellt'׳die -Adas Jisroel vor •neue Aufgaben, denn die Bedürfnisse des -jüdischen Lebens sind vielfach und. wachsen. ׳Die Adas Jisroel hat ihre Pflicht immer erfüllt und wird ־immer bestrebt sein ihr gerecht .zu werden, nicht nur ’für ihre Mitglieder,’ sondern in gleicher Weise; für alle, die jüdisches Leben wünschen, ohne Unterschied der Ländeszugehörigkeit. . Der Aufgaben'kreis der Adas Jisroel, einer wahrhaft jüdischen Gemeinschaft, •, kann nie - geschlossen werden. •Er muß immer, weiter, immer größer sein und mit den großen Zielen’^wachsen auch der Wille und die Kraft, mit Unterstützung, der Vorsehung das Gute zu schaffen, zum Heile und zum.Wohle von ganz Jisroel. Josefi. Anläßlich des 70jährigen Jubiläums der Schiff schul haben : wir die derzeitigen Mitglieder des Präsidiums der t Adas Jisroel um eine kurze Aeußerung gebeten: ׳ Komm. Rat Siegmund Bondi Präsident der Adas-Jisroel-Schiffschul. '/"•■•׳ Zum kommenden Rosch Haschono-Feste werden es 70 Jahre, daß die Schiffschul gegründet wurde lind dort G-ttesdienste verrichtet werden. ■* Es ist jetzt keine• Zeit, Jubiläen zu feiern, und speziell bei den strenggläubigen Juden ist dies auch nicht üblich. Wenn mir heute ein Rückblick gestattet ist auf die Zeit von zirka fünf Dezennien, die ich in Wien weile, von welcher Zeit ich während der Hälfte die Ehre habe, dem Vorstande der Schiffschui anzugehören, so •habe ich heute, folgenden Wunsch: Die Schiffschul, möge noch viele Jahre das Glück haben, unter der bewährten Leitung ihres Oberhauptes, des Herrn Oberrabbiner F ü r s t שליטיא zu stehen, der das Erbe nach Rabbi Salmen Spitzer זצ׳ל als treuer Hüter gewahrt und die Stellung־ der Schiff schul unverändert aufrecht erhalten hat. Die Mitglieder unserer Gemeinschaft mögen nach wie vor Zusammenhalten, und es wird sodann mit G-ttes Beistand gelingen; die großen Aufgaben der Schiffschul auszubauen zum Wohle von ganz Israel. Wolf Pappeüheim, Vizepräsident der Adas-Jisroel-Schiffschul, ׳ Das normale Menschenalter, 70 Jahre, ist auch im Leben einer Korporation ein Zeitraum, der eines Rück׳־ hlickes wert ist/ Wenn aber ein solcher Abschnitt Zeuge eines 5'ח steten Aufstieges ist, ist der Rückblick umso gebotener,, als unsere Kinder und Nachfahren die vorgezeichnete;Linie nur zu,.verfolgen heben, um; den weiteren; Fortschritt festzuhalten, Die ׳Schiffschul ist' seit 7Q Jahren das Wahrzeichen des jüdisch’religiösen' Lehens in Wien, mit ihrer Vorgähgerin, •der Ankerschul, sind es numehr 86 Jahre, daß sich eine HandvoU begeisterter strenggläubiger jüdischer Männer zusammenfand1; und , für die. zerstreuten, wenig reichen Frommen ein Zentrum in Wien schuf, das in dem modernen Babel der alten Jüdischkeit Schutz und Schirm und Förderung bieten Rollte. Der G’tt unserer Väter hatuns mächtig beigestanden. Wir sind eine Gemeinschaft geworden, die für Thora, Awoda und Gemilas-Chesed in der ganzen jüdischen Welt als Mustergemeinde gilt. Ich habe den Bau der Schiffschul miterlebt und : habe seit 65 Jahren auf meinen Reisen in Ost und West stets das Lob der Schiffschul in höchsten Tönen singen, gehört. ,Zu dem Aufschwüng der Schiffschul trug in erster Linie bei die glückliche Wahl ihres ersten Rabbiners, Rabbi Salmen ׳Spitzer s. Z. 1., der den Geist des Chasam-tSofer in unsere' Institution eingeführt hat, was uns für alle Zeit eine Garantie der Fortentwicklung bietet. Unser Oberrabbiner Fürst שליט׳א führt die Schiffschul in. geradem Aufstieg weiter und wird uns hoff entlieh leiten עד ’ביאת הגואל. בב׳א , Med.-Rat Div Isidor Reiniger, Vizepräsident der Adas-Jisroel-Schiffschul. Sollen wir Judeq Jubiläen feiern? Darauf gibt uns unsere Thora die Antwort: זכור ימות עולם בינו שנות.דור ודור Wir sollen im Buch der vergangenen Tage lesen und daraus lernen, wie wir den Weg für die Zukunft wählen sollen. Wir wollen nicht erzählen, wie herrlich weit wir es gebracht haben. Wenn wir heute des Tages gedenken, anHem - vor.״ßLcbzig Jahren:die. Schiffschui erstand und unter Jubel eingeweiht wurde, so soll die Erinnerung unf vor Augen führen, welche Mühe und ״Arbeit von ünbereh'Altvörderü auf gewendet wurde, um uns unser Haus zu bauen/; v; , Ja, sie haben unser Haus gebaut, sie scheuten keine Plage, kein Hindernis war ihnen zu groß, Dieser Opfermut soll, uns, begeistern und uns; lehren, daß auch wir uns nicht beirren lassen dürfen, dem großen Ziel entgegenzustreben, dem Gedanken der Thoratreue zum Siege zu yelhelfem Wir; sind keine ^Fried׳ehsstörer, wir zerreißen keine; Einheit, ’ wir5 streben? nach Ft i e d e n u n d; E i nhb i L jene,״Einheil ,;der^ gfin^n Gememde Israel, von der der Prophet verkündet: והי׳ כיום חתוא יחי׳ ה־ אחד ושמו אתר Es wird uns dort nämlich berichtet: Rabon Gämiiei ־vffäilA ■mi die BirchasHaminim, die Mt •Rücksicht aüf v di# frößt G6£6mfe1i für das Völk Uhd die ,Religion ' ihvbWierefiden Deftüfiziationen am?ömiächeä Höfe eingeführt werden mußten, au •verfassen imstande sei. Da meldete sich Schmuei Hakoton und verfaßte das;flMämiaMifii!n״-Gebitv Wenn nun Schimon aus Pekuii; nicht bloß Redaktor, sondern? Verfasser der ,Böhmone Etesre** gewesen wäre; bliebe es \}a unerklärlich, warum Rabon Gamliei erst die Frage an das Kollegium richten mußte, wer die BiföneaHaminim verfassen könne. Hatte ichimon aus Pekuii glücklich das große Werk zustande״ gebrächt und die ganze ״Schmone Essre״ verfaßt, warum sollte ihm nicht auch die Abfassung der iö. Brocho möglich gewesen sein? Ein schrägender, unwiderlegbarer Beweis dafür, daß er eben die ganze ״Schmone Essre" nicht selbständig verfaßt, sondern nur, wie es im Bericht ganz genau bezeichnet Wird, geordnet, nur das in Vergessenheit Geratene wiederh e r g e s t e 111 hatte. D ä'r u m müßte Rabbon Gamliei zur Abfassung des Originaltextes der 19. Brocho einen anderen Gelehrten zulassen. Nun ist es aber interessant, zu sehen, daß von Es r a und seiner Synode auch nicht schlechtweg behauptet wird, daß sie die ״Schmone Essre" verfaßt, sondern daß auch sie nur die Ordnung dieses Gebetes eingeführt haben. Daraus ist ganz eindeutig zu schließen, daß die ״SChmone Essre" schon damals keinNovum war, das von der hohen Synode erst verfaßt werden ־ mußte, sondern daß sie bereits bestand in ihren einzelnen Hauptteilen und jetzt nur neugeordnet oder vielleicht noch eher in die alte Ordnung wieder eingesetzt Wurde. Hieraus ist ersichtlich, daß, die ״Schmone Essre" eigentlich schon zur ersten Tempel zeit bestand und allgemein bekannt und im Gebrauch war als gemeinsames Volksgebet, das Esra und sein Kollegium nur wiederh e r z u s teil e n, nach alter, auf geheiligten Traditionen und symbolischen •Lehren fußender Ordnung zu restaurieren brauchten. Und wer mit offenen Augen, mit historischem Blick,, mit jüdischem Verständnis, unser heiliges Schrifttum liest, der wird auf Schritt und Tritt sich davon überzeugen können, daß es schon in uralter Zeit, in den Anfängen der jüdischen Geschichte, gemeinsame Volksgebete gab. Isaac Halevy hat mit seinem Scharfsinn eine Auslese aus diesen Tnachstellen zusammengestellt, aus denen er mittels seiner starken Logik , in frappierender Weise das feststehende Faktum erhärtet, daß es schon in den ältesten Epochen der jüdischen Geschichte, trotz des Heiligtums und der Opferstätten, Bethäuser,, festgesetzte Betzeiten und allgemein gekannte und kultivierte Gebete gab.; , Es ist ja ein Gebot der Thora, daß die Gemeinde ih jeder Not und Gefahr zu G-tt bete. So finden wir tatsächlich auch, daß sich die Gemeinden zu gemeinschaftliehen Gebeten versammelten. So wird uns z; B. im Buche der Richter erzählt, im Zusammenhänge mit dem Kriege zwischen dem Stamme Benjamin und Tden übrigen Stämmen: ״Es zogen die Söhne Israels hinauf und sie weinten vor G-tt!bis am Abend." Und •als sie noch einmal geschlagen wurden, da heißt es wieder: ״Alle Söhne Israels zogen hinauf nach Bes-El und weinten abermals dort vor ■G-tt und fasteten bis. am Abend." Der '׳Prophet Samuel sprach: :״Versammelt g;änz״ Jisroel nach^Mizpo,-׳•ich;will;: beten für Euch zu G-tt', ‘und das Volk versammelte• sich, . es fastete und bekannte seine Sünden.“ Jirmijohu sagt (Kap. 36): ״Lies am: Tage der Versammlung dem Volke aus der Rolle, in• die •du geschrieben die Worte G-ttes aus meinem Munde, und vor den Ohren aller, die aus den Städten Judas gekommen sein werden, vielleicht wird ihr Gebet von G-tt erhört werden, wenn •sie •von ihrem :bösen Wege zurückkommen:" : Oder: ,,Es sprach G-tt zu mir, bete nicht für dieses Volk, denn wenn es-auch fastend sich versammelt,. höre ich sein Gebet nicht." Oder, in Joel:. ״Heiliget euch fastend, rufet Versammlungen ein, versammelt die־ Alten, alle Bewohner des. Landes im Hause eures G-ttes, und rufet G-tt an." . , Aus all diesen Zitaten ersehen wir, daß schon in den frühesten Zeiten des jüdischen Volkstums gemeinsame Volksgebete existierten, denn es ist doöh undenkbar, daß eine Gemeinde zum gemeinsamen Gebete aufgefordert wird' und zu gemeinsamen Gebeten sich versammelt, ohne allgemein eingeführte Gemeins.chaftsgebete zu besitzen. Welche Gebete es waren, läßt sich natürlich nicht feststellen, da uns' alle Quellen dafür fehlen. Aber zur Zeit des zweiten Tempels wurde in Zeiten der Not unsere ״Schnione Essre“ gebetet, nur ergänzt durch sechs. Brochos, wie das in der Mischno Taanis ausführlich berichtet wird. Daraus können wir folgern, daß dieses Verfahren nicht neu erfunden, sondern von den Ahnen aus der ersten Tempelzeit überkommen war, was als Indi- ■7.111m für die Ausnahme gelten kann, daß die ״Schmone Essre" schon zum festen Bestände .des frühesten Gebetstockes gehörte Und daß darum die hohe Synode wirklich nicht die ursprüngliche Verfasserin derselben ist, sondern, wie die obenzitierte Beraisso sich ausdrückt, nur die Ordnung der ,־,Schmone EssreV einführte. ׳Sei dem aber, wie ihm wolle, so . viel steht unumstößlich fest, daß seit Esra die ״Schmone Essre" dap allgemein bekannte, verbreitete, täglich in allen Bethäusern verrichtete Gemeinschaftsgebet• war, wie das nicht •nur aus unserer Talmudliteratur, sondern auch aus unzähligen Stellen in Josephus hervorgeht. So zum Beispiel in den Kriegen 11,14, in seinem Buche Vita LVI. Noch eingehender ist der verzweigte Gebetkultus und die große Anzahl der Synagogen bei Philo in seinem Buche: ״Die Abordnung an Cajus“ geschildert. Diese ..Augenzeugen zur Zeit des Bestandes des zweiten Tempels sind Kronzeugen für die Oberflächlickeit und das Unwissen der im Namen der ״Wissenschaft" als aufgeklärt und modern sich gerierenden jüdischen Presse, die, über das jüdische Gebet schreibend, ganz dreist erklärt, daß es erst nach der Zerstörung des Tempels, nach Aufhörung der Opfer, entstanden ist, während unwiderlegliche Beweise dafür vorhanden sind, daß es schon wenigstens zu Anfang der zweiten Tempelzeit, wo nicht schon zur ersten, bestand.; י' ■־; '-•׳; - ' Leistungsfähigstes Möbelhaus M. Redlet, Wien 1, Sdiottenring 35 Telephon A42-9-78׳, Gesamtausstattungen von üer billigsten bis zur feinsten Ausführung. Uebernahme .sämtlicher Adaptierungen. Eigenes Zablungssystera. Samstag geschlossen. ״Schomra"-Mitgüed.