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Jüdische Presse · 1934-09-07 · 34 (7.9.1934) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
34 (7.9.1934)
Date
1934-09-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Dii tifiättpÄijSK_ unter dem Zeichen der Eroberung der Welle. Am. klarsten kömmt das dem schlichten Menschen zürn Bewußtsein hinsichtlich der Schallwelle* und das Fernhöfen ist ja eine fast alltägliche Erscheinung geworden« Und doch gibt es Wellen, an deren Eroberung sich schein* bar Menschenkunst und Mehsehettw1t£ vergebe lieh abmühen, und nur der betende Jude am: Tage des Jahreswerdens fühlt, empfindet sie. ]Drei Schallwellen, so sagen unsere Weisen, durchdringen die Welt von einem Ende bis zum anderen, die Welle des Sonnen* b a 11 es, die Welle der V01 ksmenge R oms und die To n W eil e de r S e eie in dem Augenblick, da sie dem Körper entflieht. Der Sonnenball, die Quelle der Wärme und des Lichtes, des Werdens und Sachsens, ist uns das Bild der Natur, diese aber 1m 1gstt* gesetzten Kreislauf der Bewegung bietet das Doppelbild des Zueinander־־ und Voneinander־־ strebens, letzteres die Wiege der Vielheit, ersteres das Sehnen nach Einheit. Zwischen diesen beiden Polen hastet das Leben, dessen so gestaltete Akkorde der Sterbliche kaum ver* nimmt. Es reißt ihn fort der Drang nach Viel* gestaltigkeit im brausenden Puls des Herz* Schlages, es zieht ein sehnendes Flüstern nach Ruhe und Harmonie durch seine Seele. Er jubelt mit seinen Kindern, er träumt mit seiner Mutter. Am Tage, da ihm <דייום הרח עילם> das erste ״Werde“ des Schöpfers an das Ohr dringt, da weiß er, daß dies nicht heißt: ״Stirb und werde“, sondern ״Werde und lebe“, da findet er den Weg von der •ברכת גביריי (und נכורה ist die Mutter der Vielheiten), die in תהית המתים ausklingt zur כרכח קדשדי, welche die Ruhe der Heiligkeit atmet. Aber erdgebunden ist der Mensch, mit der Erde ringt.er. Den Alten war Rom, die Groß* stadt Rom, das Bild der menschlichen Kultur, und Kultur heißt die Eroberung der Erde, ihre Ueberwindung. Denn wenn Scholle und Erde den Geist zu blenden, das Gemüt zu ersticken drohen, da ist ein Schluchzen des Sichsträubens, ‘ ein Lachen’ ein heiliges Lachen des Siegers in diesem geschichtsbildenden Kampfe. Das ist der. Sang des. המין נסתרות שמבראשית; am Rosch Haschono hören wir ihn, ja sehen wir ihn, wie er Krieg und Frieden begleitet und als זבד בל המעשים sich in der Ewigkeit gestaltet. v Wenn du aber dann verzagen möchtest in. der bangen Erwägung: Was bedeutet in dieser Symphonie dein winziges Einzelleben? nun, so lerne an diesen Tagen den Glauben an ־ deine Größe. Denn du sollst wissen, •all diese ge* wältigen Wellen, verstummen vor dem durch* dringenden Schrei, den deine Seele anstimmt, wenn sie von ,dem Irdischen in dir sich lösen soll. Gewiß, auch das ist ein banges Lachen und Meiden, Locken und Verstoßen, das zeitlebens zwischen deinem Körper und deiner Seele im Ablauf deiner Tage sich abspielt, aber das: Ewige, das G*ttliche, liebt dich und weint, wenn י dieses Spiel geendet. Im Tone des Schofars wird dir erkennende Kunde vom leisen Hauch dieser Träne. . : Und Lebens welle trägt dich . zur Voll* endung. P. K. .*«*ר* *•'*׳•.**••"■?י *••«w ■i _ ........ ............... . ־-- ~ ־ •* ,, <־ «־**• i’l , ln ümfem Attfmt& MMHit St. Pme Breuer m dm in Br. st mserer Zeitung mtöffentuchfm Artikel Jktr Bermet^Idmlögie Br. tmac BrmetsP mn Samuel Jtelner, Presov, . Stellungr Wir müssen er klären, däß dieser Aufsatz eim sehr voesentUehe Aufklärung der von Br, Breuer in der jüngsten' Zeit mrtrrtenm Ideologie bedeutet und die vielfachen Zweifel an ihrer Berechtigung und Zulässigkeit, die in orthodoxen Kreisen auf getreten sind und die auch wir in manchen Punkten geteilt haben, m zemtmten in der Lage ist. Mit diesem Auf säte scheinen uns alte Mißdeutungen; an denen teir Br.!Bretter nicht, völlig schuldlos sprechen können, eindeutig geklärt und Wir hatten deshalb jede weitere Polemik für überflüssig, detrt erst rechtfühlen wir uns dm Verfassem der in unserem Blatte erschienenen Auseinandersetzungen mit der Ideologte Br. Breuers dankbar, weit sie schließlich■״׳m Meser Störung geführt haben, Br, Breuer aber verdient den Bank und die Anerkennung der gesamten orthodoxen Jüdenheit dafür, daß er ״das thoratreue jüdische Molk zur ges chicht• liehen, also Bißreh in die Zeit eingehenden, die Zeit gestaltenden Tat“ geweckt und dadurch mr wirksamsten Bekämpfung des zionistischen (Uftes auf gerufen hat, * Herr Reiner ist ttiedergeschmettert« Ihm ist es ״BönUettkiai• bewiesen“, daß ich ein ״zionisrnnsfreundlldher Neöphyt“ geworden sei. Als Inhaber des ״Geistes der kompromißlosen Orthodoxie, ergo des Geistes der Agttdas Jisroel“, erklärt er kurz und bündig, daß meine An&hauungen mit diesem Geist ״nicht in Einklang gebracht werden können“. Mit dem ״Idehte; der Tradition“ bewaffnet, kann er meine ״neueste Beurteilung des Zionismus“ und die daraus sieh ergebende ״Verurteilung der dem Zioiiismtis gegenüber bislang eingenommenen Haltung der agudistischen Organisation und der ihr angehörenden Thorafürsten“ unter keinen Umständen gutheißen. Der Zionismus sei nach mir nicht ״als Ausgeburt der ם ט ר א א ה ר א sondern als geschichtliche Erscheinung im Dienste der Vorsehung mit der Bestimmung, Kenesses Jisroel einen Weg zü bahnen, zu werten“. Dieser Standpunkt sei aber haltlos. All die Gründe, die die Gedole-Hador veranlaßt hätten, den Judenstaat Herzls abzulehnen, sprächen auch gegen meinen Standpunkt. Es sei für jeden ,,G-ttesgläubigen“ völlig ausgeschlossen, daß sich der Ailmächtige ״zur Errettung seines mit seiner Thora vermählten Volkes oder eines bedeutenden Teiles desselben eines solchen Juden bedienen könne, der nicht fest und unentwegt auf dem Boden dieser den. g-ttlichen Willen repräsentierenden Thora steht“. Aber selbst wenn ״die Thorakapazitäten und die Orthodoxie des Herzischen Zeitalters“ sich geirrt und den von der Vorsehung als zielbringend gedachten Zionismus zurückgewiesen hätten ״zage■• geben, wenn auch beileibe nicht zugestanden“ —: ״wäre eine gegen die Meinung der Thora-Autoritäten erfolg# Rehabilitierung des Zionismus denkbar“? Die Erfolge d$8 Zionismus seien nicht anders zu bewerten, als die Erfolge des bereits in der Thora behandelten נביא שקר. So weit Me# Reiner. Und nun bin auch leb niedergeschmettert. Niedergeschmettert von dem vollendeten -r- Unsinn, in den hier der Sinn meines Weckrufes an düs thoratreüe jüdische Volk umgedeutet wird. Ich soll meine Beurteilung des Zionismus geändert haben? leb soll die Haltung der Thorafürsten gegenüber dem Zionismus verurteilen? Ich 8011 In der vorbehaltlosen Ablehnung des Herzischen Judenstaates wankend geworden sein? Soll in Herzl und den Seinen die Retter des jüdi-. sehen Volkes erblicken? Soll durch ihre Erfolge zu einer. bereuenden Ideologie gekommen sein? Wie darf Herr Reiner wagen, mir einen solchen Unsinn zuzuschreiben! Der ״Geist der kompromißlosen Orthodoxie“ hat ihn hierbei wahrlich nicht umschwebt, das ״Licht der Tradition“ ihm wahrlich nicht geleuchtet! Ein Phantom hat ihn genarrt, ein Irrlicht ihn mißleitet!; Seit Jahrzehnten sehe ich das thoratreue jüdir sehe Volk von der furchtbaren Gefahr des Zionis* mus bedroht« Das Gift der zionistischen Ideologie, die eine Abkehr von dem 11ns von G’tt zugcWiesenen geschichtlichen Boden bedeutet, sehe ich, den Empfängern oft selber ganz unbewußt, in die Reihen unserer Jugend, auch im Lande des Herrn Reiner, dringen.- Uns selbst sehe ich in eine bedrohliche Defensive genötigt, ohne den Impuls der Initiative, ohne die Freude des Erfolges. Zögernd sehe ich Für Festgerichte das reine Kunerol... Kunerol ist 100% reines Fett aus Kokosnüssen und deshalb, für Fleisch- und Milchspeisen ganz; besonders geeignet. Kunerol wird in mustergültigen Betrieben auf einwandfrei hygienische Art erzeugt — es kommt während der Herstellung nie mit Menschenhand in Berührung. Kunero I wird u nt er ständi g er Äufsicht des Herrn Bezirks־ rabbiners S. E h re n f e I d zu Matt er s b u rg' he rg e stellt, v 100% REIN ES KOKOSNUSSFETT Nur echt in Originalpackung! 4 4 b Jir'oh und Ahawoh. Die beiden Rosch-Haschonoh-Sidros , Von Jizehok ben Aharon ■ (Nachdruck verboten.) ־ ■ Hagar. : * _ In die Wüste hinaus wandert langsamen Schrittes ein Weib. Ein Schlauch mit Wasser ist auf seiner Schulter und Brot zur Wegzehrung. Sie wandert mit ihrem Kinde gegen Mizrajim, Hagar, die mizrische Magd. Den Weg zurück, den sie einst gekommen war. Bliokt sie nicht ein. einziges Mal mehr hinter sich, nach den Gefilden, die ■der Gebieter bewohnt f Sie. sucht ein neues :Leben, Sie wandert gen Süden, in die Wüste... Mit schnellen Schatten senkt sieh der. Abend über die Wüste. Der Morgen hebt sich kalt und blaßklar aus unendlicher Einsamkeit. Wieder und wieder sinkt nach brennender Tagesglut der Abend nnd ein Morgen steigt empor. Das Weib mit dem Knaben hat sich verirrt in der VViiste B’er'Schewa, nicht mehr weiß Hagar einen Weg, und das Wasser; das ihr Awrohom mit gab, ist bald auf• gezehrt. ׳ '.׳K: ״-׳/>:./׳ v־rV;■. Sie hat die Hoffnung aufgegeben, Hagar, die mizrische Magd, mit dem Wasser hat sie der Geist Awrohoms, der; seine Z u ve r s i c h t i n G*t t, findet, verlassen. ״Unter einen Strauch wirft sie das Kind, das sie nichtsterben sqhm md H fäer Entfernung eines Bogenschusses erhebt sie ihre Stimme. ¬יד Wummihr Wehklagen,,u?dptm hört Er die Stimme des Kn ab ebi unter, dem Strauchf , ״Zu einem großen Volke will Ich ihn machen״, hatte Haschern zu Awrohom gesprochen, Aber Hagar schickte ihr. lautes Weinen in die Wus te B’er-schewa hinaus, in die grmsame Wüste, deren Name so gleißneriscti! von Menschenfreuüdsohaft und Menschentreue spricht -ילaber ,;Haschepi ist ein G-tt in Ewigkeit"; ־־־•*' ד Die Akedobu Wieder steigt die Sonne vom Rande des Osthiwmels über dem Lande ,Kanaan. Eine kleine Reisegesellschaft nähert sich dem H a r -hamo rij oh. ״Bleibet hier!", spricht der, hochgewachsene Greis mit dem Silberschimmernden Barte zu den beiden jungen Knechten, ״wir wollen allem hinauf gehen und uns niederwerfen vor G-tt." Klar und fröhlich sind seine Augen, seine Hände, die Opferholz auf die Schultern des Knaben bei ihm aufladen, sind leicht und beschwingt. - Mizwohfreude erfüllt den schon greisen Awrohom, sie läßt ,ihn gar nicht daran denken, daß er sein K i n d, die Krönung seines langen, kampfreichen Lebens, auf der Spitze, des Berges zum Ganzopfer bringen will. Ver eint steigen Vater ~ urid Sohn den Harhamgrijohf hinan; Ei ne s Schrittes; ei n e׳s Sinnes. Häschems Name soll durch eine, übermenschliche Tat geheiligt werden. In der■ :Einsamkeit des Berggipfels werden sich ein Greis und ein hoffnungsblühender Knabe vor Haschems Willen niederwerfen. Die Selbstverleugnung des Wrii die selbstverständliche Qpfefffeüde seines Kindes sind kütfi Schauspiel für die Umwelt üer Hfiden. Leise lächelf Jizcfiok, da er mit dem Holz auf seinem Rücken neben Awrohom hergehtp Er ist nicht geängstigt, nicht stolz; Vereint geht Jizehok mit seinem Vater,,. Was ist das Menschenleben vor G-tt, was irdisohe Logik vor der Größe seines 1weiseren Willens? Jizehok lächelt und auf seinen Wangen brennt die Altarflamme der Ahawoh... , Uiwt nun die Gegenwart. - Auf und nieder geht die Sanm Über dem Erdenrund in intimer wiederkehrendem- Kreislauf ,der (Welischöptung; Jahrtausende, ungefüllt, mit Schperzen und Freude, mit bitterem Weh' und' jubelndem ,Emporschreiten, verrinnen. Wieder irrt ein verstoßenes Weib durch 'die Wüste, die, T achter Zij 0 ns, die ob ihrer Sünden verbannt wurde von der Stätte, die Haschern den Kindern Awrö- , höms zugeschworen. In dem erbarmungslosen, brennenden Wüstensand droht der Lebensquell für'die, Nachkommen; das W asser der Thora, zu versiegen; Warum ver■: zweifelt sie an der Zukunft, an der Zukunft ihres Stammes? Warum legt sie ihr Kind unter den Strauch und schickt ihre laute Klage! in die öde Wildnis? Der Sapd der Völker hört nicht ihre Stimme. Niemand mag ihren Knaben laben. G-tt aber hört auf die Stimme der noch Unmündigen, E r gedenkt der Awrohomgeborenen und tut auf seinen Wasserquell in der Wüste. •' / ׳v ׳' •' ׳.׳•v■;.■״1׳ר .־; :■״ '••׳ . ■ . / ־:;. Vereint stieg Jizehok mit seinem Vater zur Akedöh auf den Har-hamörijoh, Vereint im Geiste mit dem großen, Ahnen Awrohom; bestiegen Jahrhunderte hindurefy, mit dem. Lächeln Jizchoks, jüdische Menschen 00 Scheiterhaufen, in den Ländern des Golus. Vereint im Geiste mit d&m großen Ahnen Awrohom treten in allen Zeitaltern; die wahren Erben der Thora mit jenem Messiras-Nefesch, der kein Heldentum sein will, sondern freudige, selbstverständliche Unterordnung unter den Willen Haschems, in der Weltabgeschiedenheit versteckter Ghettogäßchen, der Entrücktheit finsterer Ghettostuben, :r--u9(i:dm'0taryihr-e.f.'A%ßAo.:h*.0^h0',׳T:-Tol0>kmBüf, die, furchtbare^ Aufklagm des Bgt&gpr 0^ jüdische Volk in der Gola vor Hasoherns Richterstühl übertönt, so ist dies das Verdienst jener Menschen, die läohelnd nach Morijah blicken, indes die -Verirrten in der Wüste . der Nationen ihr lautes Wehklagen zu den Sternen erheben. ״Jaohdow", erzählt uns die Sidroh des zweiten, Tages in zweifacher. Bekräftigung, gingen Awrofio unä Jizehok zur Akedoft, Wenn dereinst ,wieder z w Ai: Generationen in gleioheni Schritte; mit gleichen Herzen zürn Här-hamorijoh emporwandeiu, * dam* ivitd Hasohem den"Schofer godol, ertönen lassen und mekabez, sein die Vertriebenen von den vier Enden der Erde,.,

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