Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 28 (27.7.1934)
- Date
- 1934-07-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Weh’ den Menschen, Jammer über den Staat, .wenn sie sich‘.• ausschließlich auf\die materielle Bjeifi legen. Ohne eine geistige Du ich־־* f|jÄ g u n g, ohne m o r a,B äch e; ■E xi Ifi^ung — versinkt man in Materialismus. Bei jüdisch e n Menschen erst recht ist e^fanz ausgeschlossen, einen Aufstieg nur auf eine >m a t e r i e 11 e Grundlage zu basieren. Die geistige und religiöse Vorbereitung muß voran* gehen, wenn wir wirklich durch eine Alijah nach Erez: Jisroel unserem Volke T r o s t bringen Wollen. Zweimal: nachmu, nachmu! Bereitet soiyohl die ideelle wie die materielle Grundlage zur Erhebung unseres Volkes. “Diese Vorbereitung muß; schon in den ^^chiedenen Heimatländern vörgenommen |?|rpen. Das weite Gebiet :reli|iöser Belebung ilhd||Verinnerlichung ruft hier" die berufensten E^fpfer des jüdischen Volkes zu intensiver Auf* bearbeit. Nach den Wochen der Trauer, müssen die''Wochen des Trostes mit dieser. Arbeit "‘‘'"*innen. . . ־ ־■/"־•..׳ Stawsky freigesprochen. 1<לw-Das Berufungsgericht, dem drei Engländer als :fMclrter angehörten, hat nach fünftägiger Verhandlungsdaiier am Freitag, den 20. Juli, das Urteil über Abraham ■יaךyj8ky, der von der Erstinstanz als der angebliche "!r des Zionistenführers Arlosoröff. in einem mehr- ״en Indizienprozeß zum Tode verurteilt worden war, F. Stawsky wurde vom Berufungsgericht freirochen. ’ ־..׳ ־ ״'■ ׳־"/י? ׳ ׳ ' - ״'׳ Das Berufungsverfahrep. wurde bereits am 18. Juli abgeschlossen. Das Urteil wurde jedoch nicht, wie er- ^i|>|et worden war, unmittelbar nach Verhandlungsschluß glsjptöchen, sondern erst am Freitag, den ,20. Juli, verkündet. ■;In der Vormittags Verhandlungvom 18. Juli wurde yöiftvdeh drei Mitgliedern des Gerichtshofes einstimmig ,beaQÖossen, die Eingabe des Verteidigers Abdul Medschids, üesEil^echtsanwälts Dr. Eliash, in־ der dieser unter Eid■ er- Abdul Medschid habe sich ihm^gegenüber abermals.;^^Saitschuläig an der Ermordung Dr. Arlosoroffs und |ssa|ei Derwisch als dessen Mörder bezeichnet, n i c h t zü berücksichtigen. Die Richter erklärten, dieses Geständnis sei ־^’Unmaßgeblich und könne nicht ernst genommen ^erdea; es könne weder die Anklage noch die Verteidigung stützen. Sodann setzte, der Verteidiger Doktor Horaae Samuel die Begründung der 54 Maschinenschrift- Sötten: umfassenden Berufüngsschrift fort.' Samuel beschuldigte die Hist a d r u th und die Je w i s h A g e;h c y, mit der Staatsanwaltschaft zu- 4am:m enge arbeitet' zu haben, um die Verurteilung ||rAngeklagten herbeizuführen, Die Histadruth habe den 4^0rd politisch ausgenützt, wodurch die Situation der Revisionisten bei den; Wahlen zum Kongreß im Jahre!beeinträchtigt worden sei, ...... , : f Ausschlaggebend für die. Freisprechung Stawskys yfr&T es, daß das Gericht den vom palästinensischen Recht fiiif die Verurteilung eines Angeklagten vorgeschriebenen dtgünzenden zweiten Zeugenbeweis nicht als erbracht erleistungsfähigstes Möbelhaus iH Redler/ Wien 1/ Sdiottenring 35 Telephon A-12-9-78. ' ׳• V -. ■ ״%•־'Gesamtausstattungen vpn der billigsten bis zur v feinsten Ausführung, Uebernahme sämtlicher v Adaptierungen. 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Als ttm die Mitte des vorigen Jahrhunderts die Stürme der Reform die Mauern des wahren, überlieferten Judentums zu erschüttern drohten, stellte sich Esriel Hildesheimer gemeinsam mit Samson Raphael Hirsch in die Bresche und beide waren׳ die Retter des orthodoxen Judentums in Öeütsdhland.־ Die -unabhängige orthodoxe Gemeinde A.das• J isr ö e 1 in Berlin wurde , gegründet und' nach dem Heimgang des Vaters übernahm Rabbi Meier die Kanzel. Das Berliner R a b b i n e r s e m i n a r, das dem deutschen- Judentum die Mehrzahl seiner religiösen Führer gegebenhat, drohte nach dem Weltkrieg zu scheitern, bis Auch hier RaJbbi Meier Hildesheimer,-das Steuer mit starker Hand■ ergriff. . >. Neben diesen beiden lebenswichtigen- Institutionen trauert das allweltliche orthodoxe Judentum, vor. allem Agudas Jisroel, um den) Heimgang eines Führers, der durchdie Wärme seines Gefühls die Geister versöhnte und -durch die!klare Denkweise, vor allem aber durcih seine nie ermüdende Tatkraft, alle unsere' Aktionenbefeuerte. Den ersten Katt.owitzer Kongreß hat er ion nach en ge- || Ä^edanken .er und י-מ* tfftik ävhit: bf\ führ!, ih: UiräahÜgeÜ ״t,A ,!if :|plm^ÄcWie^if|Ä irtihier wjeJef'verlobhteji;:. ,:; in den jhteirftatianäien politisclien Und hümani tateft Vifbänden,' wo da& oftfiödoxe Judentum mit %ftfeiJrn ^Äaeref Ä1ühtiinge#%0;׳־meinääm arbeiten mußte, war Hildesheimer der würdigste Vertreter der Orthodoxie, dessen aufrechte Haltung und Charakterfestigkeit auch vorn Gegner Achtung erzwang, und so wetteiferten zu seinem siebzigsten Jubeltag die Vertreter weltanschaulich entgegengesetzter Riehtungen inden Bezeugungen der Dankbarkeit und der Verehrung für ihn, und hat selbst der Vorstand der 1 i b e r a 1 e n Kuitusgemeinde in Berlin eine ihrer Schöpfungen mit Seinem Namen bön-anint. ׳־ Und -wenn jetzt an der Bahre, die die irdischen Reste des teuren Toten birgt, im Geiste das Heer aller jener vqrüberzieht, die Meier Hildesheimer s. Z. 1. irgend eine Guttat verdanken, Rettung aus physischer :■oder ,seelischer Bedrängnis■־, so: darf hier'• gesagt werden, daß in der zeitgenössischen Geschichte keine Persöhlichkeit Vorhänden' ist, die in solchem Riesenausmaß Liebestaten geübt hat. 9 - / Wenn wir beim Abschluß dieses überreichen Lebens auf das!zurückschauen, was ein einziger Mensch für Kläll und Prat geleistet hat, so ergibt sich die Frage: . Worin lag die Zauberkraft zu •einer solchen Gnpß>e?. Wer das Glück hatte, diesem Männe hiähezustehem oder auch nur im Schatten seines Hauses zu weilen, weiß, daß im Sinne von עולפל־חפד יבנה nur die Liebe zu G-11 und seinen; Geschöpfen-, diese Zauberkraft diesem Manne.v.erliehen hat. Daß die jüdische Welt sich Jahrzehnte bih־ durch an der Sonnennkraft eines solchen Menschen hat erwärmen dürfen, gibt uns allen Kraft,: >den Schmerz •zu ertragen. זי־ע ותנצב־ח D. Ubersdn4remmung$ka(a$lrophe m Polen« ' ׳ Die aus den Ueberschwemmungsgebieten in G a- 1 i z i e n eintreffenden Nachrichten lauten dahin, daß der Höhepunkt der Katastrophe überschritten sei lind daß die Fluten bereits Im Zurückgehen begriffen, sind. Viele Hunderte jüd[isch.e Familien sind ohne Ob dach ünd Nahrung! Das Hilfskomitee in Neusandec hat sich an das Büro des American Joint Distribution Cpmmittee in Warschau telegraphisch um sofortige Hilfeleistung gewandt. In Ohrzanow sind fünf Juden in den Fluten-um gekommen. Auch in Neus a n d ec befinden .sich, einige Ju d e n unter den E rtrunkenen. Schwer lieimgösücht wurden die jüdischen Wohnviertel in Tarnow und in ■den benachbarten Klein-, Städten Dambr,o:\va, S zezu ci n und Zabno. Neu-1 sandec ist noch zum Teil überflutet und vollkommen vom Verkehr abgeschnitten. In Warschau ist man über das". Schicksal der zahlreichen Sommergäste in den Kurorten Krynica und Zakopane und der in dieser Gegend befindlichen Sommerlager jüdischer. Jugendverbände außerordentlich besorgt. Doch hört man jetzt, daß sich die Lagerinsassen in "Sicherheit hätten bringen können. Die Lage "des überschwemmt gewesenen, an der Weichsel gelegenen Krakauer jüdischen Stadtvierte 1 s hat 8ick gebessert. ■‘י י’ י י י■■’־ In Warschau seihst haben Arbeiterkolonnen, Militärabteilungen und freiwillige Bürgerkolonnen seit voriger Woche unünterbroöhen ‘an der Befestigung der Schutzdämme gearbeitet. Erst1 am Dienstag früh zeigte sich der erste, geringe Rückgang des Wasser- Standes, doch ist die Gefahr noch nicht endgültig gebannt. Der Wasserstand der Weichsel war bereits 5,40. Meter über . dem Normalstand. Die Schutzwälie wurden von den reißenden Wasserströmen jeden Augenblick an einer anderen Stelle durchbrochen. Der Vorort Z a w a d i wurde am Montag überschwemmt. Wie die ganze Bevölkerung hat auch speziell die jüdische eine unbeschreibliche Opferwi 11igkeit bewiesen. Sämtliche jüdischen Zeitungen und . Organisätionen haben Auf rufe an die Juden in Polen erlassen, sich in den Dienst der Abwehr zu stellen. Diesem Ruf wurde weitgehend Folge geleistet. Neben den jüdischen Jugendorganisationen sieht man alte, bärtige Juden bei der Arbeit an den Schutzwällen. Neusandec ist halb vernichtet. Die Ueberschwemmung ist dort so plötzlich gekommen, daß keinerlei Schutzmaßnahmen vorbereitet waren. Die Stadt ist von der Umwelt vollkommen abgeschlossen. In der Stadt erzählt man sich von vielen jüdischen Helden täte n. Der Bosch Jeschlwoh, Rabbi Mendel Rottenberg, soll auf wunderliche Weise vqn einem Bochur gerettet.worden sein. Das ״Beth-Hachajim“ hat auch furchtbar gelitten. Ein jüdisches Hilfskomitee sorgt einstweilen für die Verkost!- gung der vielen jüdischen Obdachlosen. verletzte infolge der Wolkenbrüche und Gewitter zu beklagen sind. , . י ln Berehovo wütete dreißig Minuten langhin ■ Wirbelsturm. In der Umgebung wurden in dieser r:Zeeit ’ 80 bis ■100 Prozent der-Weinernte in einer Ausdehnung Von tausend Katastraljoch vernichtet. Auch Tabakkultüren wurden auf einer Fläche von 1500 Katastraljoch bis"־:, zu 40 Prozent vernichtet. Im Bezirke S e v 1 u s erfaßte;:-der Sturm;׳sämtliche im Umkreise der Theiß liegendeiiXQrtschäften. In Sevlus. überschwemmten Wassermassem den Hauptplatz und ־ einige Straßen bis zur Höhe eines hälfen Meters. 134 Häuser,' die kleinen Winzern und Weingärten- Wächtern gehören, würden niedergerissen und teilweise;vernichtet.: - ' ■-".V'v ״ :: ׳ In den Weingärten hei Sevljus wurden zwei Drittel für mindestens, drei Jahre vernichtet und fortgeschwemmt. Der Regt wurde durch Hagelschlag zerstört. In Sevlus wird es infolgedessen heuer keine Weinernte geben. 4 'י:,: ♦ ♦ ♦ und ווו P« tt. R. י*:' ז? ן Zu der Unwetterkatastrophe in der Os tslo wakei wird gemeldet, daß insgesamt zwei Tote• und 24 Schwer- }Dü'''^i^daKttoxielleii Teil ■enthaltene entgeltliche; Notizen sirididurch ein. nachgesetzes E gekennzeichnet. m Wien I, Kärntnerring ö gegenüber Hotel Bristol Tel U16*0*43־. ־.יי tni* ־ - ..־.! -V־ "־ - .w•י;״.►!® ׳' •*.- •■-■׳;•»: ■ * ■;viC