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Jüdische Presse · 1934-07-13 · 26 (13.7.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
26 (13.7.1934)
Date
1934-07-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
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iJ.-iiMiili Chaim Nadunaii Bialik ע*ה« ffl elftem Wiener Sanatorium, wo er Heilung von einem langwierigen Leiden suchte, verstarb, 62jähfig, der berühmte hebräische Dichter Cfcäim Nächmäh S i a l i k. Mit ihffr ist unzweifelhaft der größte hebräische Dichter der Gegenwart dahitigegängeh. Bialik wurzelte in der‘ jüdischen Geistesäphäre Litauens, In dem .feschiwahkreise von Wolosehia hat er Kindheits- und Jünglingsjahre in angestrengtem Studium verbracht. Die Wirkung dieser Zeit hat er in gewissem Sinne sein ganzes Leben hindurch treu ''bewährt. Üftd wenn äuöhjdef rü^i^i tfude In so manchen der geistigen Schöpfungen des Dichters kühl und ablehnend Vorübergehen 1iuit; gan gerne verweilt auch er bei fcnen Ltedern, ääf denen die Liebe zur Thörä, die Liebe und Verehrung aum jüdischen Schrifttum leidenschaftlich spricht. Vor zehn Jahren Übersiedeite Riälik nach Erez Jisroel. Man erhoffte von ihm eine stärke Belebung seiner dichterischen Kraft, י doch scheint das Land nicht jene Anregung gegeben, zu haben, die Von der Allgemeinheit erwartet wurde. Seine Harfe blieb stumm, wie fast schon in dem Jahrzehnt vor seiner Uebersiedlung. Dagegen ward er nicht müde, in Reden und Ansprachen das radikale Verlassen der Tradition zu geißeln. Aus seiner Abschiedsrede in Tei-Awiw vor seiner letzten Fahrt nach Wien spricht tiefe Trauer Uber die ״furchtbare innere 2erklüftung, den Parteienstreit, den Bruderhaß, der in uns ftlßt t Krank ist der Jisehuw, krank ist unser Tel-IAwiw. Ich Wünsche euch und mir, daß es mir vergönnt sein möge, •bei meiner Rückkehr Anzeichen der Genesung vor* zufinden.“ k Möge der Dichter, der nun entseelt die Stätte seiner geliebten Heimat betrittj in seiner Hoffnung nicht enttäuscht werden, und möge sich der Aufbau des Landes in dem Geiste vollziehen, wie ihn der jugendliche Bialik erlebt und wie ihn der alternde ersehnt hat. S. A. Akademie zu Ehren Nathan Birnbaums Im Londoner Anglo-Palestine Club fand ein Abenä^Zu?Ehren von Dr. Nathan Birnbaum und seines Sohnes,- Dozent Dr. Salomon Birnbaum, aus Anlaß des 70. Geburtstages des großen, jüdischen Philosophen statt. Den Vorsitz führte Morris Meyer, Redakteur der Londoner ״Z e i t“. Morris Meye r eröffnete die Feier mit einer Ansprache, in der er ausführte, er benütze die Gelegenheit, ym namens aller Anwesenden und namens der gesamten jüdischen Bevölkerung Englands dem großen jüdischen Denker den Gruß zu seinem 70. Geburtstag zu entbieten. Die Rede wurde mit großer Begeisterung aufgenommen. Darauf hielt Dr. Salomon B i r n b a u m ein zweistündiges wissenschaftliches Referat. (AJPB.) | FEUILLETON ■ Die Synagogen in Jerusalem. Jerusalem: verfügt über viele hundert Synagogen und Bethäuser; die sich auf die verschiedenen Gemeinden verteilen. Alle orientalischen Synagogen haben einheitliehen Ritus, mit 'Ausnahme der jemenitischen, deren Gebetbuch ein wenig von dem der Sefardim abweicht. Eine Anzahl alter Synagogen hat große historische Bedeutung. Viele von ihnen nennen sich ״Hauptsynagoge" בית .המסת :הגדול -Damit soll aber nur gesagt sein, daß die Synagoge die größte im betreffenden Viertel ist. So nennt sich in der Altstadt die Churba בית הכנסת הגדול im Gegensatz zur großen Synagoge תפארת ישראל Die erste' Synagoge im neueren ״Jerusalem dürfte von Nachmanides erbaut worden sein, an der Stelle, wo sich heute die Synagoge des Rabbi Jochanan b'en S a k k a i befindet. In diesem Bethause fanden sich lange Jahre •Sefardim und Aschkenasim, bis sie von der islamitischen Geistlichkeit in Beschlag genommen und in eine Moschee umgewandelt wurde. Später gelang es der angewachsenen sefardischen Gemeinde unter großen Opfern, wieder in den Besitz der Schul zu kommen und von neuem aufzubauen. Es ist dies die große angesehene Synagoge des Rabbi Joc hanan be n -SaHka 1• Von großem Kunstwert ist die geschnitzte heilige Lade. Das Almemor in der Mitte des Raumes ist aus Marmor und von herrlichem Säulenwerk getragen, Där großen Synagoge sind noch drei kleinere Bethäuser angebaut und mit der großen Synagoge durch Kbrridcre verbunden. Der Bau ist vor 340 Jahren errichtet worden. ' ln dieser aitehrwürdigen Synagoge werden die besonderen Gebete bei träurigen oder freudigen Anlässen verrichtet, je nachdem mit!SUchaus und Schofarbiasen oder mit Haieigesängen. Hier sind auch Könige und. Fürsten empfangen worden, u, a. Kaiser Franz Joseph im Jahre 5630. Die Synagoge gilt als die erste oder ״HauptsjmägQge״ der heiligen Stadt. ץ״י־- Die ttDrei*W0eh'et&u*Akt10fi für jisroel. Die Blüte des Fastens ist das ׳ ‘י"? .׳&.■:'Jt••’.׳׳■׳׳:־x “■'י . . Wohlttm. אגרא דתעניתא צדקתא: tlnsejf-e Führer richten an unsdas Ersuchen, jeden Juden und jede Jüdin im Namen der Thora aufzufordern, ihren am 9. Aw an Speise und Trank ersparten Geldbetrag dem Keren Hajischmv zu weihen. Von Rechts wegen sollte jeder, der nicht selbst mit der Notdurft zu ringen bat, jeden Monat einen Beitrag leisten, aber wem das nicht j möglich ist, der berechne, was er für sich und seine Fa- miiie an Speise und Trank für zwei Mahlzeiten verbraucht» und weihe sein Fasten zur wahrhaft heiligen Tat, indem er im Sinne des taimudischen אגרא דתעניתא צדהתא diesen Beitrag für Zedokoh spendet. Der Beitrag soll am 10. Aw auf das Postscheckkonto Nr. D 33.406 der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel, Wien, H., Leopoldsgasse id, überwiesen werden. ' Oeffnung der Grabstätte des Czortkower Babbi צ״ל?♦ 1 Vergangenen Montag wurde am neuen jüdischen Friedhof die Grabstätte des Czortkower Rabbi geöffnet. Nebst der Witwe, den Kindern, Enkeln und «sonstigen Verwandten des Heimgegangenen hatte sich eine große , Anzahl von Anhängern eingefunden. Ergreifend war die Ansprache, die die greise Witwe an den großen Dahingeschiedenen hielt: ״Heiliger Mann, erfülle das Versprechen, 1 das du mir gabst. Sei Fürsprecher unseren Kindern und dem ganzen jüdischen Volke. Du bist ja jetzt• vereint mit meinem großen heiligen Vater und meinem großen heiligen Schwiegervater. Mit ihnen im Verein erwirke die Erlösung des Klall Jisroel.“ Besserung im Befinden des Gerer Babbi. Der Gesundheitszustand des Gerer Rabbi hat in den letzten Wochen Anlaß zu Besorgnis gegeben. Selbst an den Zentralratssitzungen in Warschau konnte der GererRabbi nicht teilnehmen. Nunmehr ist die Besserung im Befinden G. 1. so weit , fortgeschritten, daß Rabbi Alter nach Marienbad reisen konnte. (AJPB.) Doppelsijum in Wr.-Neustadt. Am vergangenen Donnerstag veranstaltete die Schass-Chewra Wr. Neüstadt einen Doppelsijum. Durch die alltäglichen Mischna-Vorträge des ehrw. Herr Oberräbbiner Dr. Weiß konnten Seder-Meued und Massechtas Bezoh ausgelernt werden. ■ Se.' Ehrw. Herr Öberrabbiner legte in einem meisterhaften Hadron und einer begeisternden Tischrede!die •Bedeutung' des großen Tages klar. Bei der darauffolgenden schönen und einfachen Mahlzeit hielten die Herren Kultusvorsteher S. Mandl, Siegmund Löwy, Religionslehrer Löwy, M., Schulhof, Jaul,' Engel u. a. gelungene Ansprachen: Zur gemütlichen Stimmung trugen die Vorträge• der Kantoren Schulhof,' Löwy und Glaser hei. Um!das Zustandekommen dieser schönen ־Veranstaltung haben sich die ־ Herren E. Mandl und Ch. Stolzenberg sehr bemüht. ‘ voFwociie p:. z« Woche *iss — Dieser. Tage wurde der in Jerusalem be* stehenden Baih*Jakob*S chule eine Fachschule für Schneiderei und Kandgewerbe ungegliedert; Ms erfolgten So nicht alte berücksichtigt werden konnten* י-■׳ ׳':•■׳" ׳ •: v■׳.■׳■:׳ . Der H et m b u t g e r jüdische Friedhof in der Bentzeistraße wurde vergangene Woche wieder g e* schän de ts um ]mar wurden M Grabdenkmäler b cec h ä d ig t. Auf dem jüdischen Friedhof in P, a d e rborn wurden gleichfalls 54 Grabsteine umgestü r z1 und teilweise zerstört. Die Polizei fahndet nach den Tätern, *— In Pt irschberg in Oberschlesien haben SS,* Leute ohne ersichtlichen Grund 25 Juden aus. den Betten heraus verhaftet und v e rp rüg et t. Vier Juden wurden erschossen. Den Verwandten wurde d'er Zugang zu den Toten verweigert. Die ermordeten Juden haben sich nie mit Politik beschäftigt, — In Sie die c ist es bei einer Herzl-Feier zwischen sozialistischen und revisionistischen Zio* nisten zu blutigen Zusammenstößen gekommen, bei denen zahlreiche Zionisten Verletzungen davontrugen, Die Polizei stellte die Ordnung wieder her. —■ Die deutsche nationalsozialistische Partei in Rumänien wurde über Anordnung der Regierung aufgelöst. . —Der Präsident des Dan ziger Senats, Doktor R aus chnin g, übergab der Presse ein Kommunique, in dem dar gelegt wird, daß die Gleichberechtigung aller Bürger ohne Unterschied der Religion, Basse und Abstammung vollkommen gesichert sei. Auf dem Gebiete des Freistaates werde eine Vergewaltigung der Rechte seiner Einwohner oder eines Teiles seiner Einwohner nicht Platz greifen. — Für Handwerker aus Deutschland und aus Polen mit Eigenkapital von mindestens 2 5 0 Pfund hat die Palästina-Regierung der ״Jewish Agency<c 5 0 0 Ein w a n,d erungszertifikate zur Verfügung gestellt. — In N ew Y ork starb dieser Tage der aus dem Kiewer Ritualmordprozeß bekannte Mendel Beilis. Er wurde im Jahre 1911 unter der Beschuldigung des Ritualmordes verhaftet und ist bei der Hauptverhandlung, die erst nach zwei Jahren stattfand, freigesprochen worden. — Die Palästina-Regierung hat ihre Paßstellen angewiesen, nunmehr auch von Toiiristen, die. erster Klasse reisen, die Hinterlegung einer Kaution von 60 Pfund zu fordern. — Mit der Neufassung der Heilquellen in Tiberi a.s und dem Bau eines Badehauses ist jetzt begönnen worden. In Zukunft werden die Quellen, ihrer Beschaffenheit entsprechend, außer für rheumatische Krankheiten auch für Leiden der Atmungsorgane Ver- Wendung finden. : — Das Präsidium der W a r s c h a u e r jüdischen Gemeinde hat Vertreter aller großen jüdischen Organisatiönen und der Größgemeinden sowie, alle jüdischen Deputierten und "Senatoren zu einer Konferenz eingeladen,_ in der die Frage der Schaffung einer Bepräseni an z: des polnischen J ude nt u ms erörtert werden wird.׳ H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel. R-42-3:66, Atelier für feine Herrengarderobe. : E ״.f VERBAND DER SABBATHFREMNDE M ״SCHOMRE SCHABBOS“ gjggj WIEN, II., LEOPOLPSG. IS - TEL. A.48.4■«. Ilm Wandlung ' von' Heim auf ent ha 11 e' n : in B arzuschüs s ei ,' BewiUigte ׳ Heimaufenthalte werden seitens der Krankenkassen in einen baren Zuschuß; ׳ zu einem freien Aufenthalt umgewandelt,; wenn triftige Gründees dem betreffenden Krankenkassenmitglied lin- ' möglich machen, das Krankenkassenheira in Anspruch zu nehmen. Der Verband der Sabbäthfreunde macht darauf aufmerksam, daß .der Nachweis ..streng rehgiösen Lebens־, wandeis nunmehr auch als ein solcher triftiger Grund angesehen wird. Nähere Auskünfte im Verbandssekretariat, H,, Leopoldsgasse 16, Tel. Ä-46-0-15. Die größte Synagoge der Aschkenasim, ־.die״ sogenannte Churbä,:hat ebenfalls ihre Leidensgeschichte. Sie war von Aschkenasim. erbaut worden kurz nach der Beschlagnahme der gemeinsamen -Synagoge des Nachmanides, wurde־ später von arabischen ׳Schuldherren gepfändet, verwüstet und zu einer Stätte für Schuttabladung degradiert, daher heute noch der Name ״Churba“. Andere nennen sie die Schul des Rabbi Jehuda.Hachassid, wiederum andere: ״Beth Jakäuw-Schul“ oder בית הכנסת הגדול Der Bau in der heutigem Form stammt aus dem Jahre 1864. Hier ist der!Sammelpunkt der Peruschim-Gemeinde, indes die aschkenasischen Chassidim sich in der großen Synagoge תפארת ישראל finden, die auch die Nissen-Schul,. nach dem Namen des verdienten Vorsitzenden des Wolhynier Kolel, Nissen Beck, genannt wird. Hier hat auch das chassidische ״Bes Din“ seinen Sitz. Im Judenviertel in der Nähe des Hofes ״Beth David“ steht eine alte Synagoge, die schlechthin בית הכנסת הגדול genannt wird; sie ist um etwa vier Jahre älter als die ״Churba“ und dient als Bethaus für Sefardim. Eine wunderschöne!Synagoge besitzen die Sefardim auch außerhalb der Altstadt im Viertel ״Jemin Mosche“. Die Synagoge ragt auf einer Anhöhe weithin sichtbar empor und zeichnet sich durch besonders schöne Ausstattung von innen und von außen aus. Weitere Synagogen befinden sich im Viertel ״Nachlath Zien“, erbaut von Ein- Wanderern aus Aleppo, und im Viertel ״Schaar Schechem“. Eine ganze Reibe von prachtvollen Synagogen sind von den Bucharen erbaut. Die Jemeniten erhielten ihre erste Synagoge im Jahre 1640. Vielen Synagogen sind noch Talmud Thoraschule, Jeschiwah, Asyl, Versammiungsv haus usw, angegliedert. Bitten'angesehenen Platz nimmt auch die ungariSQ^e große Synagoge ein. ■ Die Sefardim verfügen im ganzen über weit mehr als 200 Synagogen und^Bethättser, von denen 20 den Ehrentitei כיח הכנסת הגדול tragen. Die älteste Synagoge, die in Wahrheit Anspruch auf diese Bezeichnung bat, ist un« streitbar die bereits genannte große Schul des Ra b b i Jochanan ben Sakkäi. ZUM WOCHENABSCHNITT 4IIIIIIIIIIIIIIII!IIIIIIIIIIIIIIIIII₪!IIIII₪IIIIIIIIIIIIII₪ ״Drei Wochen66. Für die Haftoroth der ״drei Wochen“ sind aus den. Propheten S t rafpr e di g t e n gewählt und für die drei Samstage nach Tischa-Beaw — Trostreden ... T raue r geht dem T r o s t voran und F inst e r n i's ' ist Wegbereiter des Lieh t e s. Dies scheint der ״n a t ü r- 1 ich e“ Werdegang jeder Erneuerung zü sein. Auch bei der Weitschöpfung war erst ״F inst er n i s üher de m Ab grund“ und .dann erst '״wurde es Licht“. Das erste Heiligtum war zerstört. Die dauernde Heimstätte der Offenbarung, die Lichtquelle, aus der das G-tteswort der Propheten; strömte, war vernichtet. ׳ Das Volk ging .ins babylonische Exil; die. Propheten, die noch in ihrer Mitte lebten, waren nur mehr von einem Licht- ' ström‘ gespeist, der‘ wohl noch überaus reichlich floß, dessen Q u e 11 e aber bereits versiegt war: Vierzig Jahre nach dem Bau des zweiten Terhpels hörte auch d i e s e s Prophetentuni endgültig: auf. י Sö wurde die Zerstörung des ersten Heiligtums wie' der Einbruch der ״F i n s t' e r.ii i s" ’empfunden. Man wußte; daß der G1 an z des prophetischen .S ch au ens . zu Ende geht, und fürchtete die ״geistige Umnächtung" der Menschheit . . . Da entstand aus der Finsternis ein neues Licht. Dem prophetischen Sehertum folgte die Erkenntnis der Weisen. Die Thora mußte vom Zustand der Off e n b a r u n g in den der Wissens ch af t umgestellt werden. Die ״Mäh n er de r Gr o ß e n S y no d:e“ hatten diese Umstellung in״jahn: zehntelanger Arbeit durchgeführt; Sie begann noch ' in Babylon und endete im neiden Jerusalem unter Schimon Hazadik. Pro phete n und S ch rif tgele h.r t e haben gemeinsam das große Werk der Umstellung vollj bracht. Die heilige Schrift wurde abgeschlossen und aus l der Synthese von Prophetie und Wissenschaft entstand di0 ״Mischna“ in ihrer grundlegenden Urform. So trat an Stelle ״der offenbarten Ueberliefe- . ru,ng“ die ״mündliche Lehre“. Ein Licht, das scheinet in der Finsternis. Entscheidungen, die vordem rasch — in g-ttlicher Intuition — getroffen werden konnten, mußten in der Folge in bedächtiger E rwägung zustande gebracht ,werden. Deshalb lautete ihre Devise an das neue Zeitalter: Seid bedächtig ira Urteil,;Da das. Prophetentum zu Ende ging, . konnte man nicht mehr damit rechnen, daß ein etwa in Vergessenheit geratenes Stück der'Ueberlieferung neu offenbart wird; es müßte daher die mündliche Lehre auf eine viel breitere Basis gestellt werden, darum* erhoben sie die Forderung; : ״Stellt viele Schüler auf!“ Sollte der religiöse Eifer im; Volke wieder"einmal nachlässen, werden keine Pro-; p h e t e n da*sein, die sie wachrütteln und mit der Glut * des lebendigen G-tteswörtes ,anfeuern könnten, deshalb: verlangten sie: Macht einen Zaun um die Thora. So konnte ״das Volk, ״das. in Finsternis wandelte, ein großes Licht erschauen“.,In diesem Licht, das aus der Finsternis kam, schreitet das jüdische Volk noch heute, Jahrtausende hindurch, dem neuen Lichte, der Erlösung, entgegen., , Byv:

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