Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 25 (6.7.1934)
- Date
- 1934-07-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE MESSE Nt. 25 Erneu« ilillfl 59י1וי n«IIS9lwI191illl«■ I ■11111109« AM 30. April dieses Jstaä hat def Leitet der Schuld kommission dem Plenum des kultusvorstandes Bericht erstattet Übet die von ihm geplante und schon Weitgehend vorbereitete Reform des Religionsunterrichtes. In der Einleitung seines Referates nannte er als Ziel dieser Reform: ״... die Jugend zum Erleben der jüdischen Kultur hinzuleiten, sie in ein inneres Verhältnis Zur jüdischen Antike zu bringen, deren ewige Wette in ihre Seele zu übergießen, auf daß man sie ohne Besorgnis als die zukünftigen Träger unseres gesamten Kulturgutes und unseres Wesens hinstellen könne. Denn das Erleben der jüdischen Kultur, die Erlernung der hebräischen Sprache und Literatur, die zusammenhängende Kenntnis der jüdischen Geschichte, die Vermittlung jüdischer Gesinnung und die Weisung einer positiv jüdischen Richtung..." Als ich das Programm so weit gelesen hatte, las ich noch einmal. Denn mir war aufgefallen, daß hier wohl zweimal von ״jüdischer Kultur" und auch sonst von allem die Rede war, was zur jüdischen Geistigkeit gehören mag. Nur ein Wort fehlte, das Wort ״Religion". Und doch war, was da zur Verhandlung stand, eine Reform des Religionsunterrichtes. Ich war bestürzt. Sollte das der Sinn der Neuerung sein? Ich ging der Sache nach und fand, daß meine schlimme Vermutung nicht oder doch nicht ganz zurecht bestand. Denn in seinen weiteren Ausführungen war der Referent nach dem Lehrplan für Geschichte und Sprache auch auf die Religion zu sprechen gekommen. Als Hauptpunkte nannte er hier: den jüdischen G-ttesbegriff, die Lehren von der sittlichen Bestimmung des Menschen und der Menschheit, die Vermittlung der Ritual- und Zeremonialgesetze, endlich die Grundsätze unserer Religion und Ethik für das Verhältnis zur Umwelt, darin inbegriffen die jüdischen Strömungen der Gegenwart. Das scheint sehr viel, ja es scheint alles. Aber es läßt leider eine doppelte Lesart zu. Der Lehrer, der dieses Programm verwirklichen soll, kann es ganz ins Ethische deuten. Der im Sinne unserer heiligen und unantastbaren Tradition strenggläubige Mann wird überall — ausgesprochen oder nicht — den ״B e g r i f f" und nirgends den ״Glaube n" finden. Jedenfalls ist dieses für jeden Religionsunterricht entscheidende und nur natürliche Wort merkwürdig konsequent vermieden und dementsprechend von der ״O f f e nbarüng" keine Rede. Ich schätze den Referenten als einen Mann von großer und ernster Arbeitskraft, als einen Organisator und Pädagogen von Format, als einen Mann umgreifenden Wissens und guten Willens. Was er unternimmt, deckt sich gewiß mit seiner Ueberzeugung. Trotzdem — der geistige Antrieb, dem er folgt, ist nicht der meine und es scheint mir, er sei auch nicht von jener Art, die bei der Neugestaltung des jüdischen Religionsunterrichtes den Ausschlag geben dürfe. Denn er schaltet zwar die jüdische Religion, die Konfession, das Bekenntnis, aus dem Unterricht nicht geradezu aus, aber er ist mit vielen Mitteln ־ bemüht, ihn auf Ethik, Volkstum und Kultur umzuschalten. Ich aber meine, daß Religion — die eine, alte unzweideutige, die allein jüdisch ist — Ausgangspunkt, Rückgrat und Ziel jedes jüdischen Unterrichtes bleiben oder recht eigentlich erst werden muß. Ich möchte nicht mißverstanden ,werden. Alles Wissen, mit dem der Organisator den Gesichtskreis der Jugend erlebnishaft erweitern möchte, Sprachliches, Plistatisches Und Kulturelles, halte auch ich für sehr wichtig und Wünschenswert, um damit den jüdischen Menschen sicher, reich und charaktervoll aufzubaüen. Aber die Achsej um die sich diese Welt dreht, muß die Religion sein. Im übrigen wird man unterscheiden müssen. Die Fülle der Kenntnisse, die der Organisator im Auge hat, kann nur der Ergänzungsunterrieht, können nur jene Sprach- und Bibelschulen sich zur Aufgabe machen, die freiwillig besucht werden. Dieser Besuch nimmt in immer steigendem Maße zu. Doch er wird immer nur einen Bruchteil der Jugend umfassen. Der Pflichtunterricht an den Volksufid Mittelschulen muß dagegen von allen besucht werden. Eben deshalb ist er von größter Bedeutung. Denn in der weitaus überwiegenden Mehrzahl der Fälle ist er der einzige jüdische Unterricht, den unsere Jugend empfängt. Ihn allein haben wir jetzt im Auge. Der Gedanke liegt nahe — und ich habe ihn zu hören bekommen —, daß dieser Pflichtunterricht Rücksicht nehmen muß auf die weitaus überwiegende Mehrheit der Eltern, die zu der jüdischen Religion ein nur laues oder freies Verhältnis haben. Nun, mir erscheint dieser Ein wand logisch unhaltbar. Man kann einen Unterrieht nicht nach der Haltung der Eltern — kühl, lau oder warm — temperieren. Es gibt eine große Zahl areligiöser Eltern — wird man darum die Religionslehre areligiös einrichten wollen? Gewiß nicht. Sondern man wird hier denselben Weg beschreiten, den etwa ein national gesinnter Organisator in der Frage des jüdischen Volksbewußtseins einschlägt. Auch in dieser Frage ist eine große Anzahl Eltern anderer Meinung. Trotzdem unternimmt er es, die Kinder im anderen, positiven Geiste zu erziehen. Und die gleiche Forderung gilt fürs Religiöse. Es wäre durchaus abwegig, eine Erziehung auf den oder jenen Unzulänglichkeiten im Standpunkt der Eltern aufzubauen. Sie kann immer nur ihre unabhängigen, reinen und ganzen Ziele haben. Rein und ganz, das ist hier die Gläubigkeit, ist Religiosität, hervorgegangen aus dem Gesetz der heiligen Ueberlieferung. Welche Wirkung ist von einem solchen Unterricht zu erwarten? Man stelle sich, um ein reelles Bild als Grundlage zu haben, nur einmal vor, daß in einer ■Klasse zehn jüdische Schüler vorhanden wären, davon — nach dem Schlüssel der Eltern — neun religiös indifferent und nur einer traditionsfromm. Welche zerstörende Wirkung müßte ein indifferenter oder gar zweifelhafter Unterricht auf den einen Religiösen haben! Dagegen wird der wirklieh religionstreue Unterricht den neun anderen ganz gewiß nicht schaden, sondern er wird in die jungen Seelen einen keimkräftigen, wertvollen Kern legen, den dann das Leben entfalten mag. Im übrigen habe ich bisher von keiner Elternseite darüber klagen gehört, daß ihre Kinder in der Pflichtschule zu religiös erzogen würden. Wohl aber über das Gegenteil. Klagen dieser Art stehen seit Jahren auf der Tagesordnung. *Das wissen alle Instanzen. Es wäre nur zu leicht, eine Reihe krassester Fälle .anzuführen. Und die zuständige Stelle der Gemeinde hat mich auch einmal ersucht, das zu tun. Für mich ist das unmöglich. Ich treibe keine Angeberei. Uebrigens kommt es auf die krassen Fälle nicht so sehr an. Wichtiger ist die allgemeine Einstellung der Lehrerschaft zur religiösen Frage. Ich ,erhebe keine Anklage, ja nicht einmal einen Vorwurf. Aber ich bin der Meinung, daß eine areligiöse oder indifferente Person bei uns gerade so wenig Religion lehren dürfte wie bei einer ׳־ anderen Konfession. Lebensversicherungs- Gesellschaft 19 PHONIX“ gg*״״ Aus dem Jahresberichte 1932: Versicherungsbestand .... . . . . ... . . . . . . . - » 2728 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen. 179 Millionen Schilling Garantiemittel .. 527 Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten.. 60 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Cechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien. Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslawen, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten. ״Drei •Wochen “-Gedanken. Von Jizchok ben Abaron. Als Vespasianus, Neros Feldherr, Jerusch01ajim ir hakodausch zu belagern begann, da ließ sich Rabbi Jochanan ben Sakkai nach fruchtiosen Mühen, die kampfbegeisterten Zeloten zum Friedens- Schluß mit Rom zu bewegen, in einem Sarge vor den gefürchteten Kriegsführer bringen. Er hat Vespasianus, das Städtchen J a b n e, den letzten Zufluchtsort der Thauroh, vom Kampfe unbehelligt zu lassen. Wenn nach dem Willen Haschems das jüdische Reich, das sich dem Sittenverfall ergeben hatte, unterging, die Thauroh m,ußte erhalten bleiben, um den Fortbestand des ewigen Grttesvolkes, um den Fortbestand der Welt, um Haschems willen, der die Existenz des Weltalls an das Bedingnis der Thauroh geknüpft und Jisroel zu ihrem Träger bestimmt hatte. Und in den drei Wochen des beispiellosen Untergangsringens gegen Rom entschieden die Jünger Rabbi Jochanans, sein Andenken sei gesegnet, entschieden die blassen, ,stillen Bachurim im Beshamidrasch zu Jabne das Schicksal der ganzen Schöpfung: Kein Kriegslärm, keine Kampfbegeisterung von draußen mochte sie von ihren Büchern fortzureißen. Nur wenn das Wehgeschrei der Gefallenen anschwoll zu einem furchtbaren, brausenden Stürm, der finster mahnend über die Erde fegte, dann seufzten sie einen Augenblick tief in ihren Herzen und riefen den Namen Haschems an. Sie lernten Thauroh für die Zukunft ... In den ״drei Wochen“ werden die Zaddikim hellhörig für die heimliche G-ttessehnsucht jener Ungezählten, die fern von der Thauroh, fern vom jüdischen Leben, dahingehen, und die, ohne sich dessen eigentlich bewußt zu sein, einen Weg finden möchten, der hinführt zu den Quellen des Lernens. Es ist kein Zufall, daß gerade in den ״drei Wochen" jene jüdischen Männer, die es sich nicht verdrießen lassen, im Tempel, im Geschäfte und auf der Straße, im Kurplatz, sogar auf der Eisenbahn unermüdlieh unter Assimilierten und Judentumsentfremdeten für die Thauroh zu werben, ihre Bemühungen mit den meisten Erfolgen gekrönt sehen können, daß Schüler zu Lehrern finden, junge Menschen mit nichts als akademischer Bildüng und dürstenden, leeren Seelen zu den Pforten der orthodoxen Jugendgruppen und der Jeschiwos. Es ist kein Zufall, daß sich gerade in den ״drei Wochen“ die Reihen der Erben Rabbi Jochanans mehr als sonst um solche junge jüdische Menschen verstärken, die ein Ringen auf falschem Posten um die Nur-Nation aufgeben, um dagegen Haschems Zijon für sich zu erobern. Unter der Jugend, die verborgene, oder — wie einst die kampfeswütigen Zeloten auf den Mauern Jeruscholajims — zu rein nationaler Begeisterung verkrüppelte Liebe zum Judentume in ihrem Herzen trägt, gibt es heute vielleicht mehr denn ehedem so manchen, der in den ״drei Wochen" hellhörig werden könnte für den Ruf Haschems, im Thaurohgeiste mitzuarbeiten an der wahren Geuloh, an dem Heraufkommen des Moschiach — in wirklicher Teschuwoh. Diesen gewiß nicht ganz Wohlfeilen müssen wir in der großen Masse der äußerlich Erstumpften zu finden und an unser Herz zu drücken vermögen, wenn wir auch nur ein wenig unserer heiligen jüdischen Aufgabe gerecht werden wollen! In Berlin schrieb einmal ein jüdischer Knabe, der, eingesponnen in völlig assimilierte Umgebung, keine Möglichkeit finden konnte, sein innerliches Verlangen nach wahrem, echtem Judentum zu stillen, auf das Deckblatt eines der jüdischen Gemeindebibliothek entliehenen Bandes mit vor sehnsüchtiger Erregung zitternder Hand: ״Ein kleiner Judenjunge möchte lernen . . .“ Darunter setzte er seinen Namen und die Anschrift. Niemand von den vielen Bibliotheksbesuchern hat diesen, einem selten gelesenen Buche anvertrauten kindlichen Ruf beachtet oder bemerkt. Ein einfacher jüdischer Kaufmann, der auf einer Bahnfahrt nach Altona mit dem Knaben ins Gespräch kam, mußte erst in seinen Augen, in seinem Sprechen das seltene und heilige Feuer des G-ttsuqhenden entdecken, ehe ein junger Baal-teschuwoh seinen Weg zur Lernklause geebnet sehen konnte. Wissen wir überhaupt, wie viele von den ohne ihre Schuld Entjudeten in ihrer Seele nach der Thauroh verlangen? Die ״drei Wochen" sind oft ein wichtiger Prüfstein hiefür. Die ״drei Wochen", für viele Ferien-, Urlaubswochen, in denen ihr Geist aufgeschlossen, ihre Seele empfangsbereit für Neues, Erquickendes, Veredelndes ist, sie sind so manchmal die Zeit einer Wegentscheidung, wer in blindem Kampfe auf den Tempelmauern, wer bei dem Gefolge der nationalen Barjonim verharren — wer nach Jabne blicken mag. Gehen wir Thaurohkundigen mit geschärften, offenen Augen und leitungsbereiten Händen durch die Welt. Vielleicht möchte* so mancher kleine Judenjunge lernen . . ,? י®•* PL«! PUDDINGPULVER IHMAHDa*.VAMIU£*.ZITSOME־.S(HOKOWOE*״.HIMBEEWESCHMA« Ü6EBAII ERHÄLTLICH Ich meine, daß nur solche Personen zur Religionslehre zugelassen werden dürften, die in ihr nicht einen Beruf, sondern ein Bekentnis sehen. Oder — um ein Wort des Organisators zu gebrauchen — die in sich selbst Religion, unsei’e jüdische Religion, ״erleben". Um das zu erreichen, müßte schon die Erziehung der Lehrer und dann ihre Auswahl — nicht allein nach dem Statut, sondern vor allem dem Geiste nach — wirklieh religiös sein. Und damit bin ich bei der Spitze des Gebäudes, die ja auch jetzt erneuert werden soll. Ich weiß nicht, ob es ratsamer wäre, die Leitung des Schul- I wesens einem kleinen Kollegium oder einem einzelnen zu übertragen. Aber ich weiß, daß derjenige, der den religiösen Teil des Programms zu überwachen hätte, innen und außen so beschaffen sein müßte, wie e3 beim Lehrer und Schüler wünschenswert erschien: auf eine ideale und vollkommene Weise religiös. Denn etwa die Bestellung eines besonderen Inspektors für das orthodoxe Schulwesen würde ja dem übrigen Religionsunterricht, namentlich in den Pflichtschulen, nicht aufhelfen. Aber wie immer die endgültige Organisation aussehen mag — vorerst ist es dringend nötig, daß die Frage des Religionsunterrichtes in allen Kreisen als Kardinalpunkt der Jugendbildung• und damit des künftigen jüdisehen Lebens erkannt und demgemäß behandelt würde. Also nicht als eine Sache des Prestiges, der Partei, der Politik. Das häßliche und gehässige Gezanke steht allen Seiten übel an. Es hat genug lange gewährt. Jetzt müßte endlich fruchtbare Kooperation an seine Stelle treten. Die gründliche, gutwillige Vorbereitung einer Reform des Schulwesens scheint mir dafür besonders geschaffen. Denn sie würde, will man zu einem reinen, verantwortlichen Ergebnis gelangen, zwei meistinteressierte Lager an einen Tisch bringen, die endlich doch einsehen müßten, daß sie — wie entfernt auch und verschieden — nicht nur Inhaber einer alle Einrichtungen umfassenden Or.ganisation des jüdischen Lebens, sondern Träger eines positiv jüdischen Willens sind. Ist diese Tatsache einer lebendigen Idealität auf beiden Seiten einmal erkannt, dann kann — trotz aller Fehlgriffe — die Achtung und Anerkennung des anderen, die gemeinsame Arbeit im Dienst unseres gemeinsam geliebten Judentums nicht ausbleiben. Männer heran! Max Eisler. Zertifikate für Handwerker mit 250 Pfd. Kapital. Die Mandatregierung hat den britischen Paßstellen im Auslande Zertifikate der Kategorie A. 3 zur Verteilung an folgende Handwerkerkategorien zur Verfügung gestellt: a) Tischler und Schreiner, b) Betonarbeiter, c) Elektrotechniker, d) Maler, e) Dekorateure, f) Polsterer, g) Rohrleger, h) Glaser. Berücksichtigt werden nur Handwerker, die das angegebene Eigenkapital besitzen und eine mindestens vierjährige Praxis im erlernten Handwerk während der letzten Jahre nachweisen können. Im übrigen gelten die allgemeinen Voraussetzungen für die Einwanderung nach Palästina. (Ueber unsere Anfrage teilt uns das britische Konsulat mit, daß es bis zur Stunde eine solche Nachricht aus London nicht erhalten hat und daß vorläufig Visa für diese Auswanderergruppe nicht erteilt werden. Die Redaktion.) Rabbi Zierelsohn zum Oberrabbiner von Jassy gewählt In der vergangenen Woche erschien bei Oberrabbiner Zierelsohn eine Deputation aus Jassy, bestehend aus den prominentesten Persönlichkeiten der Jassyer jüdischen Bevölkerung, und überreichte demselben eine Urkunde, beinhaltend die einhellige Berufung Oberrabbiner Zierelsohns zum Oberrabbiner von Jassy. Die Judenschaft Chi sin aus dagegen ließ dem Oberrabbiner gleichfalls durch eine Deputation die innige Bitte unterbreiten, die Stätte seiner langjährigen Wirksamkeit nicht zu verlassen. Zum Schluß wurde ein Modus gefunden, wonach Oberrabbiner Zierelsohn seinen Wirkungsbereich als Landesrabbiner von Bessarabien und Oberrabbiner von Chisinau beibehält und gleichzeitig die Berufung zum Oberrabbiner von Jassy annimmt. Da die Städte räumlich nahe beieinander liegen, läßt sich die Tätigkeit in beiden Städten vereinbaren. Oberrabbiner Zierelsohn, der bei Juden und Nichtjuden gleich hohes Ansehen genießt., war früher Senator im rumänischen Parlament und kurze Zeit Bürgermeister von Chisinau. Er war Präsident der ersten und der zweiten Kenessio Gedaulo. (AJPB.) Der Radomer Rebbe gestorben Rabbi Elieser Awimelech Rokeach זצ׳ל der Rabbi von Radom, ist gestorben. Der Verstorbene war ein Mitglied der berühmten Rabbinerdynastie von Kozenitz, eines Zweiges der großen chassidischen Rabbidynastie von Beiz. Eine angenehme Mriciii für unsere Frauen! Die wegen ihrer hinsichtlich der Qualität und des Geschmacks der Erzeugnisse weltberühmte Kunstwerkstätte für Haararbeiten, Othmar Schiff, Wien, I., Kärntnerring 6, bietet, den allgemeinen schlechten Wirtschaftsverhältnissen Rechnung tragend, in diesen Tagen selbst den weniger kaufkräftigen orthodoxen Damen Gelegenheit, sich eine gute Perücke um einen mäßigen Preis anzuschaffen. Die Firma Othmar Schiff veranstaltet einen großen Räumungsverkauf ihres reichassortierten Lagers zu überraschend niedrigen Preisen, Da dieser Räumungsverkauf nur noch kurze Zeit währt, empfehlen wir unseren gesch, Leserinnen, von diesem seltenen Angebot unter Berufung auf die ״Jüdische Presse“ raschesten» ergiebigen Gehraueh zu machen.