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Jüdische Presse · 1934-07-06 · 25 (6.7.1934) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
25 (6.7.1934)
Date
1934-07-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
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«4.41*1*014*, V.b. JÜDISCHE PRES ORGAN FÜR Dil INTBRBSSEN DBS ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien, II., Malzgässe 12a, Telephon A-46-0-15. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381. Jugoslawien: Subotlca, Zrinjski trg 31. Erscheint jeden Freitag, Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag. Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr, 14. Einzelnummer öst, Gr. 40. Zahlungen für ״Jüdische!Presse״, Wien, auf folgende Pöstsparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Berlin Nr. 122,619, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr, 40.217, Zürich Nr. VHI, 4117. Nr. 25 Wien-Bratislava, 6. Juli 1934 •כיה ווינא־פרעסבורג כ׳ג תמוז תרציד 20. Jahrg. OBERRABBINER JOSEPH ZWL DUSCHINSKI Oberrabbiner des Waad hair Aschkenasi In Jerusalem FÜR DEN KEREN HAJISCHUW! An unsere Brüder in der Gola! Während der kurzen Zeit, da es mir vergönnt ist, dank der Fiigung der Vorsehung, hier auf dem heiligen Boden in den Vorhäfen des G-ttesheiligtums zu weilen, hat sich mir die tiefe Erkenntnis auf gedrängt, daß es nur eine Rettung gibt für unser heiliges ]Land und nur eine Zukunftsgewähr dafür, daß dieses Land nicht, G-tt behüte, der Entfremdung und Entheiligung zum Opfer fällt. Die Rettung kann nür darin bestehen, daß die G-ttesfiirchtigen in allen Ländern der Diaspora sich unter aktivem Einsatz all ihrer Kräfte an dem Aufbau des heiligen Landes.beteiligen, daß sie die Bausteine hinzutragen, um die Söhne des jüdischen Volkes in ihr Land heimzuführen, daß sie die Bewohner des heiligen Landes, die das Heiligtum bisher hüteten, stärken und ermuntern und ihre Zahl um Vielfaches vermehren dadurch, daß G־ttgetreue Juden, eine Auslese von religiösen jüdischen Kräften, hinaufziehen, um das orthodoxe Judentum zu stärken, die Kraft G־ttes und seiner heiligen Thora zu erhöhen und die Siedlung auf die Grundlagen der Thora und der Mizwah zu stellen, wie es der Heiligkeit des Landes entspricht. Tiefer Dank und aufrichtige Anerkennung gebührt der orthodoxen Weltorganisation AGUDAS JISROEL im Lande und in der Gola für die Aufbauarbeit, die sie schon geleistet hat und für die weitausschauende Propaganda, die sie in den letzten Jahren durch ihren KEREN HAJISCHUW für den heiligen Zweck entfaltete. Ich sehe vor Augen die segensreichen Erstlingsfrüchte dieser Arbeit: Talmud Thora-Schulen und Erziehung»• Stätten für Söhne und Töchter in Jerusalem und in den anderen Städten des heiligen Landes, die durch Agudas Jisroel gestützt werden, Stätten, in denen man Thoralehre und G-ttesfurcht pflegt und Generationen wackerer Menschen herangebildet werden; die Aufrichtung der Zeire Agudas Jisroel- und Poale Agudas Jisroel-Organisation mit all ihren vielen Zweigstellen im heiligen.Lande, die Sammlung von jungen Mensehen, die schwere körperliche Arbeit nicht hindert, doch ihre Schiurim im Lernen und zur Aneignung heiliger Lebensvollendung abzuhalten, die bewußt den Gedanken des orthodoxen Judentums pflegen; die angestrengten. Bemühungen zur Besiedlung der Kolonie Machane Jisroel und der Errichtung von Ruhe- und Erholungsstätten für die Arbeiter, die zu Stützpunkten werden sollen für die weiter hinzukommenden Aulim. Ein guter Anfang für Siedlungsarbeit und Aufbauarbeit ist überall gemacht. , . So betrachte ich es denn als meine heilige Pflicht, all dies der Oeffentlichkeit zu bekunden und unsere Brüder in der Gola von ganzem Herzen aufzurufen, die so geschaffenen Grundlagen aufzubauen, dem Keren Hajischuw mit allen Kräften zu helfen und denen, die an seiner Spitze stehen, die Kraft und die Möglichkeit zu geben, ihrer erhabenen Aufgabe gegenüber dem jüdischen Volke und dem heiligen Lande gerecht zu werden. Dann wird die heilige Saat der Diener G-ttes den Boden des Landes zum Aufblühen bringen und die, die G־tt lieben, werden in ihm ihre ruhige Stätte finden. Mizwas Jischuw Erez Jisroel, wenn sie im Geiste der Thora erfüllt wird, sie besitzt die Kraft, die wahre Erlösung anzunähern, so daß wir alle den Trost und den Aufbau Zions und Jeruscholajim bald in unseren Tagen erleben, wie es ersehnt und erfleht Joseph Zwi Duschinski, Jerusalem. Spenden sind an die Palästina-Zentrale, Wien, II., Malzgasse 12 a, Postsparkassenkonto D 33-406, zu überweisen. Agudas Jisroel und Erez Jisroel. HBBHHHHflflHMBBBflBBHBBBBBflHHBflNflnHBHHBflB■ Schulschluß. Diese Woche schließen die österreichischen Schulen ihre Pforten. Unsere Kinder gehen in die Ferien mit dem überschwenglichen!Gefühl glücklicher Kinder, die mit der Vergangenheit sich nicht beschäftigen, die an die Zukunft nicht denken und sich so voll und ganz der Gegenwart hingeben können. Wir Erwachsenen können uns von der Vergangenheit nicht losmachen, uns nicht vor der Zukunft und ihren Sorgen verschließen. Für uns Erwachsene bedeutet der Schulschluß heuer nicht nur den Abschluß eines Jahres, sondern einer ganzen Epoche. Die religiös-sittlichen Aufgaben der 'Schule wurden durch die neue Schulverfassung und durch die neuen Schulmänner, die als Vollender und Vollstrecker dieser Verfassung ihres Amtes walten, in den Vordergrund gestellt. In der Praxis bedeutet diese Aufgabe, daß fortab der christlich-deutsche Charakter der Schule überall und immer liervortreten wird. Jüdische Eltern werden daher, bei vollster Anerkennung des idealen Strebens der neuen Schule, für sich und ihre Kinder Schulen verlangen, in denen bei Betonung des österreichisehen Vaterlandsgefühls jüdische Ideale in die Seele der Kinder gepflanzt werden. Die neue Verfassung erschließt aber auch durch positive Vorkehrungen eine langersehnte Möglichkeit für die jüdische Schule. Durch den Einbau des Konkordats mit der römischen Kirche in die neue österreichische Verfassung wird der k o nfession eilen Schule eine große Chance geboten; sie wird als erstrebenswert bezeichnet; ihr wird die materielle Hilfe der öffentlichen Hand in Aussicht gestellt. Zunächst wohl der katholischen Schule, es ist aber nach den diesbezüglichen Aeußerungen unserer verantwortlichen Staatsmänner nicht daran zu zweifeln, daß dieselben Chancen allen konfessionellen Schulen geboten werden. Werden die Wiener Juden diese Chance benützen? Werden sie aus der neuen Möglichkeit Gebrauch machen? Vielleicht der einzige Vorteil, den uns Juden die neue österreichische Verfassung gewährt, der Vorteil der jüdischen Schule. Wir haben schon viele Vorträge sogenannter jüdischer Führer über die neue Verfassung und die Juden gehört, aber noch sehr wenig von der Vorkehrung dieses einzigen großen Nutzens, .den uns die neue Verfassung bringen könnte, vernommen. Die jüdische Schule hat eben noch sehr wenig Freunde in Wien. Die wenigen bisher bestehenden ׳Schulen führen ein kümmerliches Dasein. Durch die eigenartigen Wiener Verhältnisse werden selbst die Schulen, die doch mit Parteien nichts, aber gar nichts zu tun haben sollten, in den engen Bezirk eines Parteiensystems gepfercht. Wir aber, die Wiener Judenschaft, und besonders die religiös orientierte, brauchen für die riehtige Erziehung unserer Jugend für die Zukunft unparteiische gute Schulen, in denen Religiösität und Sittlichkeit ganz nach der Forderung der neuen Schulordnung zu den obersten Prinzipien gehören müßten. Eine jüdische Schule, in welcher kein religiöser Geist herrscht, müßte eben ein Unding sein. Die Ent- Wicklung der jüdischen Schule in Wien war bisher ganz abnormal und zu diesen Abnormalitäten gehört es, daß für die religiöse Erziehung an einer jüdischen Schule erst gekämpft werden muß. Hoffen wir, daß wir an der Schwelle einer besseren Zukunft stehen. Einfache jüdische Eltern, treue jüdische Mütter werden aus ihrem frommen Gemüt heraus besser das Problem lösen, als die in Parteischemen verkapselten Führer. Sie werden ihre Kinder in die jüdische Schule schicken und wenn die wenig bestehenden überfüllt sind, so werden sie ihre Stimme erheben und laut verlangen und fordern, schaffet uns jüdische religiöse Schulen, denn wir wollen unsere Kinder für eine bessere, für eine jüdischere Zukunft erziehen. Leistungsfähigstes Möbelhaus M. Redler/ Wien 1/ Sdiottenvmg 35 Telephon A-12-9-78, Gesamtausstattungen von der billigsten bis zur feinsten Ausführung. Uebernahme sämtlicher Adaptierungen. Eigenes Zahlungssystem. Samstag geschlossen, ״Schomra־״Mitglied. Die Erez-Jisroel-Arbeit der Orthodoxie geht unter I dem Einfluß von Agudas Jisroel unstreitbar neue Wege. Wenn auch Erez Jisroel nach wie vor kein Politikum werden soll für uns glaubenstreue Juden, weil uns Erez Jisroel zu heilig und zu lieb dafür ist, so werden doch — und das sei unumwunden zugegeben — unter dem Einfluß der politischen Strömungen in und um Erez Jisroel die glaubenstreuen Juden gezwungen, in Erez Jisroel mit den Mitteln der politischen Organisation den Einfluß des thoratreuen Judentums zu stärken. Wir erleben schaudernd die Tragik des areligiösen Aufbaues. Ungezählte materielle und geistige Mittel werden im Erez-Jisroel-Aufbau von der anderen Seite investiert, und unsere Ueberzeugung, daß der Aufbau Erez Jisroels nicht anders als auf relig i ö s e r Grundlage dauernd sein kann, ist dadurch keinen Augenblick lang erschüttert. Wir stehen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß Erez Jisroel einen nichtreligiösen Aufbau dauernd nicht ertragen kann und sind heute schon besorgt um die Ernüchterung, die hier Platz greifen wird. Erez Jisroel ist und bleibt das Heilige Land und wird und muß sich gegen die Unheiligkeit zur Wehr setzen. Diese Auffassung ist in unserer religiösen Ueberzeugung tief verwurzelt und unerschütterlich. Und wir stehen nach wie vor weiter auf dem Standpunkt, daß das religiöse Erziehungswerk in der Golah mehr für den dauernden Aufbau des Heiligen Landes ist, als alle wirtschaftlichen und politischen Erfolge dort. Aber das alles kann und darf uns nicht hindern, in Erez Jisroel selbst die bestehenden religiösen Inseln zu Festungen auszubauen und fortwährend neue Stützpunkte zu schaffen, damit, wenn einmal früher oder später das Unausbleibliche eintritt, die Massen der irregeleiteten jüdischen Menschen zurückfinden zum. wahren Judentum. In diesem Sinne begrüßen wir den eingangs veröffentlichten Aufruf des ehrwürdigen Rabbi J. Z. Duschinsky נ׳י zu dem ein paralleler Aufruf von Rabbi Chaim Oser Grodzensky נ*י erschienen ist, und sind überzeugt davon, daß nicht nur die Armee seiner Schüler, die gerade hierzulande besonders stark ist, ihre Pflicht erfüllen wird, sondern auch darüber hinaus die weiteren Kreise der österreichischen, tschechoslowakischen ungarischen, rumänischen und jugoslawischen Orthodoxie, bei denen Oberrabbiner Duschinsky ניי unbedingte Autorität besitzt, nunmehr ihrer Pflicht dem Heiligen Lande gegenüber in erhöhtem Maße entsprechen werden. Gebe G־tt, daß dieser Aufruf dazu beitrage, daß sich die glaubenstreuen jüdischen Kräfte unseres Kontinents endlieh zusammenschließen in ihrem Streben um und für Erez Jisroel und unser Kampf für die Heiligkeit des Landes wäre damit allein schon um eine siegverheißende Etappe vorwärtsgetragen. Aguda-Zertifikate Außer den Arbeiter-Zertifikaten, die die Aguda auf Grund des Abkommens mit der ״Jewish Agency“ für das Halbjahr April bis Oktober 1934 erhalten hat, sind der Agudas Jisroel von der Palästina-Regierung 14 Einreise■» Zertifikate für Rabbiner, die dauernden Wohnsitz; in Erez; Jisroel nehmen wollen, zur Verfügung gestellt worden. «Mi■*. Räumungsverkauf bei Olhmar Schiff Wegen anhaltender Stagnation wird das Lager zu tief reduzierten Preisen geräumt, Scheitel bereits von S 60.— aufwärts. Halbperücken (früher S 100,—־י, jetzt nur S 70,—־), Bubi־־ oder Mädchenperücken (früher S 120.—, jetzt nur S 80,— bis S 100.—), Erstklassiges Material, tadelloser Sitz, Wien S, 6 gegenüber Hotel Bristol, Tel, U43*046, VMV. י *״״*•־׳ 3Sv\ 'די י־—v

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