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Jüdische Presse · 1934-06-01 · 20 (1.6.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
20 (1.6.1934)
Date
1934-06-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Hf. m welche quelteftiftäßig die Absurdität dieser Beschuldigüöpft MöftWeisen, gesammelt. *Trotz dieser einwaiidfreien Erklärung aller NiischTägigen Quellen ist leider der Wahn, def von gehässiger Seite gefördert wira,nicHfcgaftz zu verftichflÄiGeiefttte Abhandlungen erreichen nieht den eiMaehea M^äöhlÄ» äef sich Mmef diükt» wenn solche Ungeheuerlichkeiten in den Zeitungen geächrieben und g& druckt Werden dürfen, so muß ״schon *etwas daran wahr sein*1, tfad da tiegihät die s i fc t i i c h e P f t'l c h t d e f Publizistik, Ergibt eine gewisse:Presse, deren CharaktefJsüfc Wi# iiöi’fugiieh Ötsparen wollen, .gie, Statt den Anstand üu wah'f&fi־״ und dar Wahrheit zülrdienett, im *Trüben fischt und stätbuAufklärung und Befriedung infernalischen Haß verkündet. Oesterreich, das so dringend der Befriedung und der einträchtigen Zusammenarbeit bedürfte* ist ebenfalls nicht verschont von einer derartigen Pressei Wir hoffen aber, daß, weil diese Presse nicht ntir gegen die Juden ganz unverantwortlich hetzt und auch vor der Verbreitung solcher abscheulicher ( Lügen nicht 2urückschreckt,: sondern auch auf ande rem Gebiete die Konsolidierung der Verhältnisse ln Oesterreich hintertreibt,;; ans diesen Gründen die verantwortlichen Regierung«- stelien diesen unverantwortlichen Giftmischern das Handwerk legen werden.! ]Die rühmlich bekannte Frau Irene Har and. die vom christlichen Standpunkt aus gegen diese haßerfüllte antisemitische Propaganda Steilung nimmt wird bald Gelegenheit haben, ihren Standpunkt auch vor dem Gericht zu Vertreten, wo in einem ähnlichen Wie in dem Kattowitzer Rituaimordprozeß der Richter den Wahrheitsbeweis zuließ. י• י Die Zulassung des Wahrheitsbeweises bedeutet aber in dieser Sache, wie schon unzählige Male vor Gericht bewiesen wurde, die Entlarvung dieser erbärmlichen Hetzer und Kennzeichnung der Ritualmordlegende als eine der' abscheulichsten, Verderblichsten Lügen der Unduldsamkeit und des Hasses, Wahlsieg der Agudas Jisroel in Polen. ln ganz Polen fanden am Sonntag Gemeinderatswahlen statt. In den meisten Städten kandidierten zwei jüdische Listen: Eine unter der ^hrung der Aguda, der nahezu alle jüdischen Wirtschaftsorganisationen angeschlöSsen waren, und eine z i 0 nfefrii sehe. Der Misrachi, der sich bekanntlich, die Maske einer Opposition zur Zionistischen Organisation angezogen hat, ist bezeichnenderweise mit den Zionisten zusammengegangen. Obwohl die Zahl der jüdischen Mandate verringert wurde, hat die Aguda eine große Zahl von Mandaten gewonnen. Der unter Führung der Aguda aufgestellte jüdische Wahlblock hat überall einen kolossalen Sieg errungen. ׳ Allein in Lodz beispielsweise hat der Vereinigte Block zehn Mandate erhalten, von denen fünf der Aguda angehören, während die Zionisten nur drei Mandate erringen konnten. Oberrabbiner Samuel Spitzer צ״ל?♦ Knapp vor Rectaktionsschluß ereilt uns aus Hamburg telegraphisch die Trauerbotschaft, daß Oberrabbiner Dr. Samuel Spitzer am Mittwoch morgen im 63. Lebensjahr verschieden ist. Oberrabbiner Spitzer, der bis vor kurzem als Präsident die Geschäfte der deutschen Landes- Organisation der AgudasJisroal geführt hat, war auch Mitglied! des allweltlichen Rabbinischen Rates und sein Tod hinterläßt wieder eine Lücke in den Reihen der orthodoxen Judenheit. Wir behalten uns eine Würdigung seiner Persönlichkeit für die nächste Nummer vor. חנצב>ה ןזי.ע. Die Katastrophe in Tiberias. In der Assefath Hanivvcharim, die am 16. Mai er- Öffnet wurde, wurde von Almaliah, der im Aufträge des Waad Leumi Tiberias besucht hatte, Bericht Uber das Ausmaß der Katastrophe erstattet. Die Zahl der zerstörten Wohn- und Geschäftshäuser betrage 400. Neun jüdische Leichen habe man bestattet, ein Jude werde vermißt und einer sei im Krankenhaus am folgenden Tage gestorben, so daß sich die Gesamtzahl der jüdischen Opfer auf elf beläuft. Von den über tausend Obdachlosen haben 150 im Rabbi-Meier-Baal-Haneß-Heime und über- 100 im Schweizer Hospital Zuflucht gefunden. Die Gesamtzahl der Menschenopfer beträgt 29. Aus einem uns zügegangenen direkten Berichte der Jerusalemer Agudas Jisroel sei noch folgendes wiedergegeben: Die letzten Tage unserer Tätigkeit standen ganz im Zeichen des Hilfswerkes für’ Tiberias. AU unsere Büros und das gesamte Personal waren von dieser Arbeit ganz in Anspruch genommen. Wir schickten bis jetzt (Mittwoch, den 4. Siwan, also zwei Tage nach dem Unglück) drei große Wagen voll der Kleidungsstücke und Nahrungsmittel im Gesamtwerte von mehreren hundert Pfund nach Tiberias, neben einer Barsumme an die sephardische und askeiiasische Gemeinde. Die erste Gabe unmittelbar nach dem Unglück (2000 Brotlaibe und 6000 Eier) ging an die Adresse der Stadtverwaltung in Tiberias, wo sie der Bürgeringster gleichmäßig .an Juden und Araber verteilte. Die erste Sammlung der Aguda in Jerusalem ergab 120 Pfund. .In bezug auf die weitere Sammelaktion werden noch Verhandlungen mit Waad Leumi geführt, und man hofft, daß die Regierung sich am Hilfswerk, tapfer betoiligt. Der Gesamtsachschaden soll 100.000 Pfund übersteigen. Es wird in den Zeitungen hervorgehoben, daß bis jetzt die Agudas. Jisroel die einzige Stelle war, die praktische Hilfe geleistet hat, und daß von anderer Seite bis zum heutigen Tage praktisch etwas Greifbares nicht geseheheil ist. Große Aguda-Versammlung in Frankfurt a. M. Am 15. Mai, Rosch Chodesch Siwan, veranstaltete die Agudas Jisroel Frankfurt am Main eine Kundgebung, bei welcher annähernd 2000 Menschen teilnahmen. Es .referierten die Herren.Jakob Rosenhe im und Dr. Isaak Breuer über das Thema ״Orthodoxie ISiSd Erez Jisroel“. Beide Redner führten aus, daß es hei/t^ mehr denn je notwendig ist ,bewußt jüdische Menschen nach Erez Jisroel zu bringen und daß die gesamte Weltorthodoxie hinter diesen Menschen stehen muß. Wenn wir auch die Arbeit der Zionisten anerkennen müssen, so bedeutet dies nicht eine Anerkennung ihrer vollständig unthoragemäßen Ideologie. Beide Redner richteten den Appell an die Welt- Orthodoxie, aktiv an dem Aufbaii des Jischuw Hathora mitzuarbeiten. Die Kundgebung hinterließ bei sämtlichen Anwesenden einen tiefen Eindruck. Schlaflose Nächte , . . Jeder Mensch sollte alles tun, um sich einen gesunden Schlaf zu erhalten. Kaffee am Abend? Darin liegt das Geheimnis. Der im Kaffee befindliche Reizstoff Coffein ist es, der nach den Forschlingen der medizinischen Wissenschaft Störungen der Nerven und inneren Organe hervorrufen kann. Nervöse Menschen sollten daher Coffein meiden und Kaffee Hag tripken. Diesen koffeinfreie Bohnenkaffee ist von hervorragender Qualität, ohne ,die Nachteile gewöhnlichen Kaffees zu besitzen. Kaffee Heg regt an, aber nicht auf. Selbst abends kann man ihn trinken, so viel man wiii und trotzdem ungestört, und tief schlafen, Machen Sie den Versuch noch heute. . Raummangel Halber mußte diese Waclte die Fort* setftungder Mpsahlmg., *Hinter., msWeiben, Leistungsfähigstes Möbelhaus M♦ Redler/ Wien 1/ Sdtoltenring 35 Telephon A-12-9-78. Gesamtausstattungen von der billigsten bis zur feinsten Ausführung. ' Uebemahme sämtlicher Adaptierungen. Eigenes Zahlungssystem. Samstag geschlossen. , ״Schomra"-Mitglied. Wechsel in der Leitung der jüdischen Orthodoxie Ungarns. Der Vorsitzende des Zentralbüros der orthodoxen Judenschaft, Adolf F r a n kl, hat in der letzten Sitzung des Zentralausschusses mitgeteilt, daß er den Vorsitz des Büros mit Rücksicht auf sein hohes Alter niederlegt. Zu seinem Nachfolger wurde sein Schwiegersohn Samuel Kahan-Frankl kandidiert. Der. bisherige Vize- Präsident Ludwig Hartma:nn wurde zum geschäftsführenden!Stellvertreter des Vorsitzenden gewählt. Adolf Frankl wird seinen Sitz im Oberhause auch künftighin behalten, weil er dem Oberhause nicht in seiner Eigenschaft als Präsident des Zentralbüros, sondern als Vertreter d?r orthodoxen jüdischen Geistlichkeit ängehört. ‘ t ■ Durch dreißig Jahre, war Präsident Frankl eine Zierde der ungarischen Judenschaft, der in der ganzen Welt als Mensch und Musterjude bekannt war. Sein hervorragendes Talmudwissen, seine tiefartige Frömmigkeit, seine scharfe Auffassung, persönliche Liebenswürdigkeit und stete Hilfsbereitschaft machten ihn zu einem bei Freund und Feind verehrten Menschen. Wie er mit starker Hand, aber immer mildem Sinn die Geschäfte der ungarischen Landeskanzlei leitete, ist allgemein bekannt. Das ungarische Judentum hat sich unter seiner Leitung trotz Krieg und Krise und Not in aufssteigender Linie bewegt und hat mit Beginn des Krieges im Interesse der Unglücklichen und Notbedürftigen das früher nahezu feindliche Verhältnis mit der Neologie auch in ein zielbewußtes Zusammenarbeiten zur Milderung der Not verwandelt. Die ungarische Judenschaft sieht diesen herrlichen Menschen nur ungern von ihrer Führung zurücktreten. , Alle׳ die an Herrn Frankl angeführten Eigenschaften besitzt auch sein Schwiegersohn׳, Herr Samuel Cahan- Frankl, in vollem Maße. Zudem verfolgt er die Tätigkeit Frankls seit fünfzehn Jahren ständig ■und hat sich also auch Bewandertheit in den;Angelegenheiten der ungarisehen Judenheit in hohem Maße angeeignet. Wenn wir schon auf ,Herrn Adolf Frankls Tätigkeit verzichten müssen, können wir doch darauf rechnen, daß er auch weiterhin seinen weisen Rat den Interessen der ungarischen Judenschaft widmen wird und es also nur ein Vorteil für die Entwicklung der ungarischen orthodoxen Judenschaft sein kann, wenn eine jüngere berufene Kraft das Ruder in die Hand bekommt. Ausbildung von Krankenpflegerinnen. Der Vorstand der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde verlautbart, daß er den Beschluß gefaßt hat, jüdische Mädchen zu staatlich diplomierten Kranken- Pflegerinnen heranbilden zu lassen. Während der Zeit der Ausbildung erhalten die Bewerberinnen die Verköstigung unentgeltlich im Internat des* Allgemeinen Krankenhauses. Der Vorstand der Adas Jisroel (Schiffschul) hat sich infolgedessen an den Vorstand der Kultusgemeinde mit dem Ersuchen gewendet auch religiösen Frauen die Bewerbung möglich zu machen, indem dafür Sorge getragen wird, daß diejenigen, ׳die es wünschen, rituell verpflegt werden; zu diesem Zwecke möge man sich mit dem ״Verein zur Unterstützung armer kranker Israeliten" in Verbindung setzen. .In Beantwortung diesem Schreibens hat der Vorstand der Kultusgemeinde die Erfüllung dieses Wunsches zugesagt, falls unter den Bewerberinnen um die Aufnahme in der Krankenpflegerinnenschule sich auch solche vollgeeignete Kandidatinnen befinden sollten, welche während der Ausbildung rituelle Verpflegung wünschen. , Verhütung von Verkehrsunfällen. Die Behörden vertreten den Standpunkt, daß die Autoprüfung nur stichprobenmäßig die Fahrkenntnisse feststellen, und daß nur eine gediegene Fahrschulausbildung die Verkehrsunfälle herabmindern hilft. Wir haben uns im Interesse unserer Leser, die im behördlichen sinne nicht nur für die Prüfung, sondern für das sichere F.ahren lehrenden Neud e g g e r F a h r s e h u 1 e n, Wien, VIII., Neudeggergasse Nr. 18, Tel. B'46-5-72, und Inzersdorf (N.-Oe.), empfehlen lassen und erteilt die Redaktion über diese Schulen bereit׳־ willigst Auskunft, (Tel. A4״G:Q־lö,) . S.׳' / VERWENDET EURE .. •L-JB TREFFER ANLEIHE F0R EINE phOnix LEBENSVERSICHERUNG Woche TMS^i zw Woche — Der seit drei Wochen in Lemberg weilende Hu siatyner Großrabbiner Israel Friedmann, der der Agtidas Jisroel parteimäßig nicht angehört, hat einen Aufruf an seine Anhänger erlassen, worin er für die Erez-Jisroel-Arbeit der Agudas Jisroel eintritt. — Der bekannte agudistische Schriftsteller Doktor Salomon Birnbaum hält an der Londoner Universität Vorlesungen über die jiddische Sprache. — Im ersten Jahresviertel 1934 sind 1876 Juden, davon die Hälfte aus Deutschland, in die V er einig t en Staaten eingewandert. — In Köln am Rhein wurden auf dem jüdisehen Friedhof löl Grabdenkmäler zerstört. In Am sw aide in der Nähe von Berlin wurden alle jü disehen Geschäf te geplündert, ein Wohnhaus in Brand gesteckt. — Meldungender ■ Jerusalemer hebräischen .Presse zufolge dürfte der gegenwärtige High Commissioner von Palästina, Generäl Sir Artur W au c ho p e, dessen Amtsperiode in diesem Sommer abläuft, für w eit er e zwei Jahre zum High Commissioner bestellt werden. — Am 3. Juni 1934 findet in Worms aus Anlaß des 900jährigen Bestehens der Synagoge ein Weihe- G-tt es dienst statt. Die Synagoge, eine Stiftung des kinderlosen Ehepaares Jakob und Rahel, ist im Jahre 1034 vollendet worden. ■ — Unerkant gebliebene Personen —־ man nimmt an, daß es Revisionisten waren — eröffneten ein Steinbo mbar dement gegen das Gebäude des W da d Leumi in Jerusalem und zertrümmerten alle Fenster. — Das Schweizerische Zentralkomitee für jüdische Flüchtlingshilfe in Zürich hat aus Mangel an Mitteln seine Büros am 15. Mai geschlossen. — Eine größere Gruppe revisionistischer Bet har im verübte einen schweren U eb er f all auf das zionistische P aläst&n a- Amt in War seih au. — ln Deutschland wurde die Verbreitung der Kampfschrift ״Protokolle der Weisen von Zion —- die größte Fälschung des Jahrhunderts!“ verboten. — Im September soll in N ü r nb erg unter Vorsitz von Julius Streicher, einem der gefährlichsten Judenfeinde, ein internationaler Antisemiten-Kongreß stattfinden. — Im Verlaufe des Ärlosoroff- Mo r dprozesses, der mm seit nahezu vier Wochen in Jerusalem geführt wird, wurde der wegen ״Anstiftung zum Morde(< mitangeklagte Revisionistenführer A b b a A chi- M eir freigesprochen. Damit scheint die ganze Anklage in sich zusammengebrochen zu sein. — Die neue Regierung Bulgariens gab die Erklärung ab, daß unter dem neuen Regime die physisehe Sicherheit und die volle bürgerliche und politische Gleichberechtigung der b ul g arischen Juden garantiert seien. — Das Mitglied der politischen Exekutive der, Agudas Jisroel, H. A, Go dm an, hat vom Joint Foreign Committee den Auftrag erhalten, anläßlich seines Aufenthältes in Warschau zur Sitzung des Zentralrates der , Ä. J״ die Lage der Juden in Polen eingehend zu . untersuchen und dann Belicht zu erstatten, — Die Leitung der Levante-Messe in Telיי Awiw hat im Hinblick auf den starken Erfolg der Messe beschlossen, die Ausstellung, die ursprünglich am 25. Mai hätte geschlossen werden sollen, bis zum 4. Juni &u ve rläng ern. —- An der Bahnstrecke bei der jüdischen Kolonie Kirjaih Anawim kam es zu einem Zusammenstoß zwischen jüdischen Und arabischen Arbeitem, in dem die Araber die arbeitenden Juden! mit Steinen bombardierten. Sieben Juden wurden verletzt, , vier Araber Wurden verhaftet. : ' —־׳ Nach einer soeben veröffentlichten Statistik ■sind■;.,: in Palästina 45 jüdische Kredit gen 0 8 s e n- . schäften mit 37.000 Mitgliedern und mehr als vier Millionen Pfund Kapital registriert. H. Grün, II,, Taborstraße 8 b, Teb R-42t36־ö, Atelier fUr feine Herrengaraerobe, $

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