Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 17 (4.5.1934)
- Date
- 1934-05-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Mfl 1? Mm׳ Oie Lage in Erez Jisröel. Von P. Lewln, Warschau. (Aus einem Gespräch.) Uttt P. Lewift, Leiter der Erez-Jisroel-Zentrale der Agudas Jiäroel in Polen, der auf seiner Rückreise aät Mrea Jisföel in Wien abgestiegen ist, erstattete dem Mitarbeiter des Agüda-Pressebüros folgenden sehr interessanten Bericht: Die allgemeine wirtschaftliche Lage ist sehr befriedigend. Der Mangel an Arbeitskräften macht sich stark fühlbar. Es wird sehr viel gebaut, was aber den Nachteil hat, daß die jüdischen Arbeiter die landwirtschaftliche Arbeit verlassen, um sich zur Bauarbeit zu melden, die besser bezahlt wird. So müssen beispielsweise viele Orangerien gezwungenermaßen arabische Arbeiter einstellen, aus Welchen sich mit der Zeit ein Stab qualifizierter, sehr konkurrenzfähiger Arbeiter herausbilden wird. Die Regierung nimmt aber auf diese Situation keihe Rücksicht, sondern legt immer neue Beschränkungen in der Einwanderung auf. Die Regierung sieht es gern, daß arabische Arbeiter Arbeitsgelegenheit bei Juden finden. G-ttlob ist eine wirtschaftliche Krisis in naher Zukunft nicht zu befürchten, Weil täglich neues Kapital züfüeßt. Mit Genugtuung kann konstatiert werden, daß in letzter Zeit Kapitalisten nicht nur aus den Wirtschaftlieh verelendeten Ländern, wie Deutschland, Polen, Rumänien etc., einwandern, sondern auch aus den Wirtschaftlidh Stärkeren Ländern, wie Schweiz, Holland, Amerika. Was das religiöse Leben betrifft, so ist in letzter Zeit ein starker Aufschwung infolge des ununterbroehenen Zuzuges agudistischer Chaluzim und orthodoxer Kapitalisten zu verzeichnen. Die Poale Agudas Jisröel wurde reorganisiert. Agudistische Muster- Kwuzos sind inKfar-Saba, Natania, Rechowot und anderen ,Städten ins Leben gerufen worden. In T e 1- A W i w hat die Agudas Jisröel eine Koscher-Kilche unter dem Namen ״Agudas Jisröel“ eröffnet, welche einen Sammelpunkt aller neuankommenden Agudisten bildet, die sich hier billig und streng rituell verpflegen können. Die Agudas Jisröel hat ferner eine Gemilas- Ch.ässodim-Kasse geschaffen, die jenen agudistisehen Arbeitern, die sich selbständig machen wollen, mit Darlehen, behilflich ist. Das Ansehen von Agudas Jisröel ist heute im Heiligen Lande sehr gestiegen.. Die verschiedensten Kolonien wenden sich an Agudas Jisröel um religiöse Lehrer und es macht sich immer stärker das Bedürfnis nach wirklich religiösen Erziehungsanstalten geltend. Die bisher bestehenden Institute haben ׳sich als absolut unzulänglich erwiesen. Auf Initiative und unter Mitwirkung des Führers derBeth-Jakob-Bewegung, Dr. L.Deutschländer, der im Vorjahre in Erez Jisröel weilte, ist es Agudas Jisröel gelungen, vorläufig in T e 1 - A w i w eine Beth-Jakob- Schule zu begründen, die sich ausgezeichnet entwickelt und izu großen Hoffnungen berechtigt. Außerdem bestehen noch in Jerusalem, Safed und Tiberias Aguda- Schulen für Knaben und Mädchen, (dte aber wegen Mangel, an Mitteln sich nicht entwickeln können. ׳! Die Projekte, an deren Verwirklichung in nächster Zukunft geschritten werden wird, sind die Gründung einer agudistischen Aktienbank und die vollkommene Kolonisierung und Besetzung von Machne -Jisröel durch agudistische Chaluzim. ■ Ein ungeheures Arbeitsfeld hat Agudas Jisröel in Erez Jisröel!und nur mit Einsatz aller Energien und in vollster Einmütigkeit kann es gelingen, die. großen Aufgaben, die dort unser harren, zu bewältigen. Die Führer der Agudas Isroel über die Zentralratssitzung. Ueber die wichtigsten Probleme, die den am 30. Mai d. J. in Warschau tagenden Zentralrat der Agudas- Jisröel ־ Weltorganisation beschäftigen werden, veranstaltete das Aguda-Preßbüro eine Enquete. Wir sind heute in der Lage, zunächst die Aeußerungen zweier Wiener Führer zu veröffentlichen: Vizepräsident des Zentralrates Großrabbiner A. J. ,Priedmann - Sadagora: Jeder einzelne Punkt der Tagesordnung ist von so unaufschiebbarer Wichtigkeit und Dringlichkeit, daß kein Aufschub geduldet werden kann. Wir müssen mit der ernsten Vornahme zur!Sitzung gehen, dieselbe nicht eher zu schließen, als bis die Tagesordnung vollkommen erschöpft ist. Deshalb ist meiner Meinung nach die präliminierte Zeit von zwei Tagen zu kurz bemessen. Im Mittelpunkt der Beratungen wird natürlich Erez J i s r o e 1 stehen, auf das die Augen der Weltjudenheit gerichtet sind. Selbstverständlich dürfen wir aber darüber unsere großen, heiligen Aufgaben in der Diaspora nicht vergessen. Einen besonderen Platz im Kapital ״Erez ‘Jisröel“ wird das Problem ״Erziehungsarbeit in Erez Jisröel" einnehmen. Die Frage steht im Brennpunkte des Interesses all der aus Deutschland und anderen Ländern in letzter Zeit massenhaft eingewanderten Eltern, die sich mit dem ־ Chinuch׳־System des alten Jischuw nicht zufriedengeben können. Wir müssen an die Schaffung solcher Erziehungsanstalten schreiten, die sowohl unseren alten, geheiligten Traditionen wie den neuen Bedürfnissen harmonisch entsprechen müssen. Die Schaffung orthodoxer Handwerker-Schulen muß gleichfalls Gegenstand ernstester Beratung werden. Zu all diesen Punkten hoffe ich noch auf der Tagung ausführlich ,Stellung nehmen zu können. Vprsitzender-Stellvertreter des G. A. Wolf Pappen h e im. Seit Begründung der Agudas Jisröel ist die in Wa r s c h a u tagende Zentralratssitzung die erste größere Konferenz, an der ich leider nicht persönlich teilnehmen kann. Ich möchte deshalb nicht verfehlen, hier auf das brennende Problem der Jugenderziehung in Erez Jisröel aufmerksam zu machen. Jener Teil der Orthodoxie,, der einerseits mit dem Erziehungssystem in Erez Jisröel nicht einverstanden war und andererseits befürchtete, daß das ausschließliche Interesse für Erez Jisröel notwendigerweise zu einer Vernachlässigung unserer Aufgaben in der Diaspora führen müsse, ist bisher moderner Erez-Jisroel-Arbeit ferngestanden. Es ist dabei überflüssig, zu betonen, daß ohne den alten Jischuw überhaupt kein Aufbauwerk in Erez Jisröel möglich gewesen wäre, Jetzt aber, angesichts des großen Zuzuges aus Deutschland und anderen!Ändern und in der Erkenntnis, daß man Erez Jisröel den unreligiösen Schichten nicht ausliefern kann und darf, hat die gesamte Orthodoxie in allen Ländern eine intensive Tätigkeit für Erez Jisröel auf* JÜDISCHE MlEäStS genommen. Die Behandlung des Erziehungsproblems in Erez Jisröel ist daher von ungeheurer Tragweite geworden. Ein zweiter, sehr wichtiger Punkt der Tagesordnung Wird die Frage der Reaktivierung der Weltzentrale der Aguda sein. Unter den Auswirkungen der Weltkrise und aus anderen allgemein bekannten Gründen ist die Organisatiönstätigkeit der Zentrale sehr zurückgegangen; Aufgabe des Zentralrates muß es sein, die Weltzentrale wieder aktionsfähig zu machen, damit alle Länder organisatorisch bearbeitet und zur intensiven Mitarbeit herangezogen werden. Wichtige Konferenz von Agud&führern in Zürich, In der vergangenen Woche fand in Zürich eine wichtige Agudakonferenz statt, an weicher sich die Herren Generalkonsul Saily Guggenheim-Basel, Oberrabbiner Dr. T. Lewenstei n-Zürieh, Dr. Isaak B r e u e r-Frankfurt, Ch. J. Eis s-Zürich, Dr. Salomon E h r m a n n־Frankfurt und P. L e w i n-Warschau teilnahmen. Es wurden eine Reihe sehr Wichtiger Fragen, sowohl in politischer wie wirtschaftlicher Beziehung behandelt. Ferner wurde das Material über die Arbeit der Agudas Jisröel für Erez Jisröel, das dem Zentralrat vorgelegt werden soll, vorbereitet. AJPB.) Die palästinensische Arbeiter-Einwanderungsquote. Die Zahl der von der Regierung bewilligten Ein- Wanderungszertifikate für das nächste Halbjahr wird, wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, nicht wesentlieh höher sein als ihn letzten Halbjahr. Auch will die Regierung abermals eine Anzahl von Zertifikaten für die nachträgliche Legalisierung des Aufenthalts von Touristen, die sich ohne Erlaubnis im Lande niederlassen haben, zurückbehalten. Die Regierung nimmt an, daß im Durchschnitt monatlich 500 jüdische Touristen zu dauerndem Aufenthalt im Lande bleiben. Es wird erwartet, daß der Umfang der nächsten Schedule im Lauf der kommen■״ den Woche amtlich bekanntgegeben werden wird. Abschied vom Sadagoraer Rebbe. Programmgemäß hat am Montag Großrabbiner M. Friedmann-Sadagora mit. dem Nachtschnellzug Wien verlassen, um — wie gemeldet. — in Przemysl dauernden Wohnsitz zu nehmen. Mit ihm hat das orthodox-jüdische Wien und nicht allein die chassidischcn Kreise eine markante Persönlichkeit verloren, einen echten Führer, der die Wiener Judenheit auf den Weg zu Einigkeit und innerem Frieden führte. Zum Abschied hatten sich am Bahnhof, nebst den Mitgliedern der rebbeischen Familie, zahlreiche Anhänger und Freunde eingefunden, um ihm die Wünsche für sein und seiner Familie künftiges Wohlergehen auf den Weg zu geben und um von ihm einen Segen entgegenzunehmen. ()öffentliche Prüfung in der Talmud-Thora Stümpergasse.. Eine stattliche Schar von Eltern und sonstigen gcladenen Gäste versammelte sich am Sonntag im großen Schul des Israelitischen. Tempel- und Schulvereines, VI., Stumpergasse 42, um der öffentlichen Prüfung der Schüler und Schülerinnen beizuwohnen. Was man da zu hören bekam, war einfach erstaunlich. Jeder Zuhörer mußte sich sagen, ein solches Ergebnis kann nur eine unermüdliche und von Aufopferung getragene Lehrtätiglceit ■erzielen, wie s^e von Herrn Rabbiner Fl esch und Lehrer F i n k äusgeübt wird. Zum Schluß richtete Herr Rabbiner Flesch an die Anwesenden den heißen Appell, der Schule in ihrem schweren materiellen Kampf zur Seite zu stehen, während der Obmann des Vereines, Herr Moritz Felsenbürg, dem Lehrkörper den Dank des Vorstandes und der Elternschaft aussprach. Schön rezitierte, tiefsinnige Gedichte aus Kindesmund gaben der Veranstaltung den äußeren Rahmen. T. Vereinsnachräehten. Agudas - Jisröel ־ Mädchengruppe Wien. Schabbos Parschas Emor spricht Herr Sekretär Moritz S p i t ze r im Lokale der ״Wienea“, II., Obere Donaustraße 91, um halb 11 Uhr vormittags über den Wochenabschnitt. Personalnachrlchten. Todesfall. HEB ZWI HERZKA?׳?. Einen großen Verlust hat die Wiener Orthodoxie erlitten. Nachts von Mittwoch auf Donnerstag, den 11. Ijar, hat Reh Zwi (Herman) Herzka seine reine Seele im Alter von 81 Jahren ausgehaucht. Ein Leben, ausgefüllt von Frömmigkeit, Menschenliebe und Güte hat seinen Abschluß gefunden. Ein selten liebevoller Gatte und Vater, ein edier Menschenfreund, ein fester Charakter, ist mit dem Niftar dahingegangen. Mitfühlend mit Armen und Bedürftigen öffnete er diesen weit sein Haus und vereint mit seiner ihm im Tode vorangegangenen Gattin waltete er darin zum Wohle seiner Familie und zum Wohle notleidender Menschen, die in diesem vorbildlich gastlichen Hause sich als B‘ne Bajiß fühlen konnten. Harmonisch leiteten sie die Erziehung ihrer Kinder, um diese mit wahrer Religiosität zu erfüllen, und sie hatten die Freude, diese zu frommen Juden heranreifen zu sehen. — Die ,הלויד fand Donnerstag, den 11. Ijar, unter großer Beteiligung statt. Im Trauerhause sprach zuerst Oberrabbiner Fürst, der in bewegten tiefempfundenen Worten den Lebenslauf des Verstorbenen, des großen ודה der schon als junger Bochur ein הלמוד מובהק des הגאון מהו׳ חיים צבי מאננהיימר זצ*ל in Ungvar und desnnEt* הג׳ מוה׳ ם1:ם סופר דל in Preßburg war, schilderte. Charakteristisch für den Niftor war der Vergleich Sr. Ehrwürden, der Reb Zwi Herzka als einen Schulchon-Oruch-Juden bezeichnete, da dieser sein ganzes Leben getreu den Vorschriften des Schulchon Oruch von der ersten bis zur letzten Seite lebte. Ferner sprachen Herr Rabbiner H. Schenk und Herr Nathan Herzka, ein Sohn des Verstorbenen, tiefergreifende Worte. Namens der שים הברא deren täglicher Besucher der Heimgegangene mehr als 42 Jahre war, nahm Herr Rabb. Schl. Baumgarten auf dem Friedhofe in rührenden Worten Abschied, woselbst auch noch Herr Religionslehrer H. Sprinzeles als Freund des Hauses Worte innigen Gedenkens sprach. Am dritten Tage der Schiwoh hielt Herr M. HÖnigsbeer im Trauerhause einen Hesped. In zu Herzen gehenden Worten wurden nochmals die Vorzüge des Niftor geschildert. Sein Andenken bleibt gesegnet durch alle Zeiten! זבד צדיק לברכה Von interessierter Seite wird, um' mich beruflich zu schädigen, verbreitet, . daß. ich mich habe taufen lassen. Ich stelle fest, daß ich niemals getauft war, Kurarzt Dr, R. Loebel, Uofgastpiii. Kritik und Betradiiung. <n1111n11111n11111nn1!n11n1n111n11»11n111111111111nnnn11)1m11nn1n11mnr111111n1111m11n1nni111n1r1111n1n!mm11mnmff Das Schwanbuch des Comitö des Delegations Juives, Paris, dementiert aut Grund amtlicher Zahlen die üppigen Märchen, die in der letzten Zeit bezüglich der politischen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Positionen der Juden in Deutschland in Umlauf gesetzt worden sind. Während die antisemitisehen Agitationsbrosehtiren von 2 Millionen deutschen Juden zu erzählen wissen, haben laut dem offiziellen statistischen Jahrbuch im Jahre 1932 564.379 Juden in Deutschland gewohnt, die 0,9 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten. Ihr Prozentsatz befand sich im ständigen Abnehmen und betrug im Jahre 1871 1,2 Prozent, im Jahre 1910 bloß 0,93 Prozent. Ebenso verhält, es sich mit dem Märchen von den 60% jüdischen öffentlichen Beamten, die hochoffizielle Kreise wiederholt erzählten. In Wahrheit waren sogar viel weniger Juden bei der öffentliehen Hand beschäftigt, als ihr Prozentsatz in der Bevölkerung ausmacht.. Unter den höheren Beamten waren 0.29, unter den mittleren und niederen Beamten 0.17 Prozent Juden. Auch die Zahl der Juden in den sogenannten liberalen Berufen ist unvergleichlich niedriger, als dies zu Agitationszwecken erzählt wird. Da wurde von 74 Prozent jüdischen Anwälten und 80 bis 90 Prozent, jüdischen Aerzten in den Krankenanstalten Berlins gefaselt. Bezüglich Berlin liegen keine amtlichen Daten vor. Aber in ganz Preußen waren laut der amtlichen Statistik 26,6 Prozent Juden unter den Anwälten und 15.71 Prozent Juden unter den angestellten Aerzten. Also viel weniger als 74 und 80 Prozent. Auch die Zahl der jüdischen Studenten an den Hochschulen sank ständig. Sie betrug 9.61 Prozent im Jahre 1886/7 gegenüber 5.08 Prozent im Jahre 1930. Die Einkommen und damit die Wirtschaftliehe Position der Juden gestalteten sich ebenfalls immer ungünstiger. Während in Berlin, in der größten jüdischen Siedlung Deutschlands, im Jahre 1912 noch 579 Juden ein Einkommen über 100.000 Mark versteuerten, sank die Zahl dieser Reichen im Jahre 1924 auf 104. Ueber 5000 Mark versteuerten 1912 3813, 1924 nur 3396; über 25.000 Mark versteuerten 1912 1967, im Jahre 1924 bloß 1007; über 50.000 Mark 1912 980, 1924 bloß 345. Zusammenfassend kann ruhig gesagt werden, daß die sogenannte Säuberungsaktion eine bereits durch die Wucht der wirtschaftlichen Tatsachen zurückgedrängte Schichte der Bevölkerung angegriffen, also offene Türen eingerannt hat. (j.) Der Präsident der Wiener Kultusgemeinde für die autonome orthodoxe Gemeinde. Zu dem unter diesem Titel in der letzten Ausgabe der ״Jüdischen Presse" veröffentlichten Artikel ersucht uns das Exekutivkomitee orthodox-jüdischer Verbände Oesterreichs um. Veröffentlichung des;folgenden, an Präsidenten Dr. Desider Friedmann ergangenen Schreibens: ״Sehr geehrter Herr Präsident! Die in der letzten Nummer der ,Jüdischen Presse׳ gegen Ihre Person gerichtete Bemerkung muß ich auf das schärfste verurteilen, da ich Gegner davon hin, in den Kampf um Prinzipielles ein persönliches Moment hineinzutragen. Ich halte es für meine Pflicht, auch im Namen meiner Kollegen aus dem Exekutivkomitee orthodox-jüdischer Verbände Oesterreichs, dies zum Ausdrucke zu bringen. Mit dom Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung, Siegmund Bondi m. p. — In Lemberg fand vorige Woche in Anxocsenheit von 500 Delegierten eine E r e z ־ J is r o el - K o n f ereu« der gali zischen Agudas Jisröel■ statt. Unter anderem wurde beschlossen, in den größeren Städten Galiziens Exposituren für die agudistische Erez-Jisroel- Arbeit zu errichten. — Am 26. April wurde in T el - Awiw in besonders feierlicher Weise die Levante-Messe in Anwesenheit von Delegationen von 2J/. Staaten und vieler tausender ausländischer Gäste eröffnet. Die ärabisehe Exekutive hat einen Aufruf erlassen, die Messe zu boykottieren, welche Parole jedoch den Erfolg der Messe nie h t im mindesten beeinträchtigen wird, da diese bei den maßgebenden Wirtschaftskreisen außerordentliches Interesse gefunden hat. — Der holländische Ministerpräsident H. O 01 yn erklärte über Anfragen im holländischen Pariament, daß die Regierung den Plänen zur Ansiedlung ausgewanderter Juden in Ho Hündisch- Indien und im besonderen in Surinam ablehnend gegenübersteht. — 22 deutsche Nationalsozialisten wurden wegen unerlaubter Nazipropaganda aus Brasilien aus g exoie sen. — In dem J erusalemer Mordprozeß Arlosoroff wurde die Witwe des Ermordeten vernommen, die mit Bestimmtheit erklärte, daß der Angeklagte Rosenblatt auf ihren Mann geschossen, xoährend der angekalgte Stavsky ihm ins Gesicht geleuchtet hat. Vor dem Gerichtsgebäude fand eine feindselige Kundgebung gegen die Zeugin satt. Wegen Raummangel wurden im ganzen 10 Pressevertreter zugelassen, und zwar S der palästinensischen Zeitungen und 2 Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur für die gesamte ausländische Presse. — Der E mi r Abdulla von Transjordanien erklärte, daß die Meldungen über Verhandlungen, die er betreffend seiner Proklamienmg zum König von Palästina und Transjordanien führen solle, lächerlich seien; er habe nie auf diese Königswürde prätendiert. — Zwischen den zionistischen Sportvereinir gungen Deutschlands und dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten ist ein Krieg ausgebrochen. Die Zionisten haben ihren Anhängern jeden sportlichen' Verkehr mit den nichtzionistischen jüdischen Frontsoldaten verboten. — Am 1. ]Mai wurde in Tel-Awiw die Feier des 25jährigen!Bestandes der Stadt begangen. Die Feierlichkeiten, die aus diesem Anlaß stattfinden, erstrecken sieh, auf mehrere Tage, — Im ״Deutschen Sängerbund“ ist der A r i er-Paragraph,eingeführt worden. Sämtliche jüdischen Mitglieder wurden ausgeschlossen, H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel, R-42-3-66, .Atelier für feine Herrengarderobe. ־ ß vos Woche %1* Woche