Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 13 (30.3.1934)
- Date
- 1934-03-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2629891-2630538-2630551--4698-2636906- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Hüm :;;•ץ•:־ יי־.; י־■* מ!!-<-’’“״;״•*ץ *£* י׳י^ ו1£«&£! 2£ÜJ attMaate כ׳ל^ר־ ®י "'"^^jij|^L:; "׳.:׳יי'■■ .,׳.•■־■• ■■«=■'. י"•׳.-.• ■•■■■':'■•׳׳.'<■.׳-•,-׳' יי• י י י. £ j Tschechoslowa keil Zukunft uttd Lebensweg der thora lernenden Jugend. Von Lazar IC a t z, Bratislava. V orbemöfkung der Redaktion: Rae Problem, in welcher Weise die Zukunft der in den Jeschiwo dem fhotnsiudium obliegenden Räckurim — nach menschlicher Voraussicht — sichergestellt werden könnte, den Vorschlag insbesondere, den Rachurim schon während ihrer Jeschiwozdt eine Rerufsausbitdüng gut eil weredn zu lassen, beschäftigt * seit Jahr und Tag die verantwortlichen Rührer und hat mancherorts auch schon zu bescheidenen Versuchen dieser Art geführt. Wir veröffentlichen nachfolgend einen kurzen Ausschnitt aus einem uns von Herrn Lazar Ratz zur Verfügung gestellten Aufsatz Uber dieses Thema, weil wir der Ansicht sind, daß der ganze Fragenkomplex von lebenswichtiger Redentung für die Zukunft der thoralemetiden Jugend ist und Gegenstand eingehender Reratung — nicht nur Reratung, sondern auch tatkräftiger Handlung — seitens der maßgebenden. Rührer werden müßte. Die Veröffentlichung soll nicht besagen, daß wir uns mit allen von Herrn Ratz vertretenen Anschauungen in dieser Frage identifizieren. Die bereits stabilisierte Wirtschaftskrise, die mit all ihren verderblichen Symptomen fast keinen Ausweg aus der Sackgasse des Weitelends blicken läßt, macht mehr denn je die Frage der Zukunft der thoralernenden Jugend aktuell, und mit ihr im Zusammenhänge die Frage nach dem Schicksal der Thora und ihrer Heimstätten. Vor unseren Augen spielt sich ein erschütterndes Drama, der Untergang jüdischer Existenzen, ab. Und so ist es ein Gebot der Stunde, darüber nachzusinnen, wie dem Jeschiwabachur eine Möglichkeit geschaffen werden könnte, sich nach Erreichen eines bestimmten Lebensalters fürs praktische Leben vorzubereiten und einen Broterwerb zu erlernen. Wir haben die >,Thora-im־Derech-Erez“־Gesellschaft ins Leben gerufen, um diejenigen Jeschiwabachurim, die geistig und körperlich dazu geeignet erscheinen, in landwirtschaftlichen Kolonien, Weingütern und industriellen Betrieben zu placieren, um einerseits diesen Bachurim die Möglichkeit zu bieten, durch physische Arbeit sich für das praktische Leben vorzubereiten, andererseits sollen in diesen Betrieben die rituellen Lebensmittel von den Ba- Z? TT• f ■Ein. quterRat’ Weisse und gesunde Zähne churim selbst hergestellt werden, was die rituelle Zuverlässigkeit schon von vornherein sichern würde. Den Bachurim soll die Möglichkeit geboten werden, sich zu praktisch gelernten und unabhängigen Menschen heranzubilden, die in jeder Lage des Lebens sich vollauf behaupten können, und ihre Verwendung in der Erzeugung der rituellen Lebensmittelbranche diene bloß dem Zweck, den in dieser Branche resultierenden Nutzen zur Deckung ihrer Erziehungsdefizite zuzuführen. Wir wollen hier bloß diejenigen Vorteile der Er•: Ziehung dieser Art anführen, die wegen ihrer Augenfälligkeit und ihres moralisch-ethischen Charakters zur Genüge die Richtigkeit des Weges dokumentieren, den wir einschlagen: 1. Der ohnehin beispiellos dastehende Idealismus des Bachurs, mit dem er sich der Thorapflege hingibt, sein Eifer, sein Fleiß, wird durch das Bewußtsein, daß er nach einem gewissen erreichten Lebensalter nicht ohne jede praktische Lebensmöglichkeit dasteht, ganz entschieden noch gesteigert werden. 2. Ueberall gibt es in der neuesten Zeit Gewerbegesetze, welche die Erteilung eines Gewerbescheines an ein auf einige Jahre sich erstreckendes Vorstudium und Praktikum bindet. Durch eine fünfjährige praktische Vorbereitung soll nun den Bachurim später die Erlangung elftes Gewerbescheines erleichtert und m auch der Jeschiwabesüch im allgemeinen gefördert werden, 3. Nicht minder bietet die!«regte Erziehung eine gewaltige Chance auch vom sozialen Standpunkte. Das Prinzip, den Zwischenhandel auszuschaiten, die Batiönaiisierüng der Produktion und das Bestreben, die Herstellung zu verbilligen, machen täglich große Fortschritte, und wieder ist der meistbetroffene der Jude, dessen Verdienstmöglichkeiten andauernd schwinden. Das Eindringen der Jeschiwabachurim in die landwirtschaftlichen Gebiete und in die anderen produktiven Produktionszweige schaffen nun die Plattform für eine völlige tJmschichtung und ermöglichen Ihre Ausbildung und Placierung in Betrieben, in welchen sie produktiv arbeiten und gleich an den Konsumenten heranzukommen lernen, Ohne sich ausschließlich dem Handel zuzuwenden. 4. Wir beobachten gegenwärtig in allen Schichten der jüdischen Jugend eine heißa Sehnsucht nach jüdischem Boden und nach Erez Jisroei. sehr viele unserer Bachurim sind von diesem Fieber erfaßt, aber in eine Hachscharah zu gehen, wo die notwendige Ausbildung möglich wäre, um ein Einreisezertifikat zu erlangen, wäre mit einer Preisgabe des Thorastudiums gleichbedeutend und würde dieses Bachurim in den Parteienkampf hineinzerren, von dem sie bisher verschont geblieben sind. Wenn nun aber die Erziehung in der geplanten Form beginnt, so wäre dies Grundlage genug für die Erlangung des heißersehnten Zertifikats und es entstünde eine Generation von Thoralernenden, die, wenn sie wirklich nach Erez Jisröel käme, dort auch heilig und ehrlich dem überlieferten Judentum entsprechend leben würde. BEKIZZUR ... — In Prag hielt der Verein Tiferes Bachurim am vergangenen Mozze Schabbos einen Sijum auf Gemoro Schabbos ab, bei dem der Vortragende, Herr R. Zimmennann, Oberrabbiner-Stellvertreter Prof. Dr. Deutsch, Dajan Epstein, Dr. Lieben und Salamon Fischhof, Sevluä, als Gast schöne Diwre-Thora sprachen. — Der ״M a 1 b i s c h Ar u m i m“ - Verein in Sala veranstaltete zu Pessach eine Bekleidungsa k t i o n für arme Kinder. — In der Beth Jakob-Sch ule in Novö Zämky fand die erste Semesterprüfung in An- Wesenheit der Eltern, des Gemeinde- und Schulvorstandes, mit ausgezeichnetem Erfolge statt. Im Namen der Mütter dankte Frau Rudolf Salamon und in Vertretung des Schul- Vorstandes Herr Hermann Löwy, der Lehrerin, Frl. Flora Silbermann, für die hingebungsvolle Erziehungsarbeit. — In HumennO war die Prüfung der ״Beth J a k o b“ - Zöglinge so erfolgreich, daß die Mütter• erklärten, sie werden nicht eher ruhen, bis nicht ein Modus getroffen ist, daß der Bestand der Beth Jakob-Schule auf die Dauer gesichert bleibt. — Die orthodoxe Kultusgemeinde Novö Mesto n. V. hat in ihrer am 18. d. M. abgehaltenen Generalversammlung beschlossen,״ eine neue Schul und eine Mikwoh zu errichten. Zu diesem Zwecke wurde eine Kommission, bestehend aus den Herren Josef Lichtenberg, Max Handwerker und Josef Klein, gewählt. Rabbiner Jechiel Nathan Halberstam, Bardejov זצ״ל Donnerstag um 3/.!2 Uhr in der Nacht ging nach längerem schwerem Leiden Oberrabbiner Rabbi Ch. N. Halberstamm s. Z. 1. im 69. Lebensjahre von uns, tief und innigst betrauert von einem großen Kreis des slow. Judentums. Urenkel des heiligen ״Diwre Chaim“ (Sandzer Rabbi), Talmid des ״Jeitiw Lew" (Sigeter Rabbi), war er geadelt durch seine Abstammung, durch seine Er- Ziehung, durch seinen Beruf, aber mehr als durch alles dies durch die reine Weihe, in die sein ganzes Leben getaucht war. Schmerzerfüllt umstand das Bardejover Judentum die Bahre. Freitag in aller Frühe fand im großen Beth- Hamidrasch eine außerordentliche Abschiedsfeier •statt, wo die Hinterbliebenen und Gemeindemitglieder sich die Schwere des Trennungsaktes vergegenwärtigen. Um 9 Uhr früh versammelte sich schon eine große Menschenmenge im Wohnhause des Rabbiners, von.wo der Verblichene vorerst in die Mikwoh getragen ünd, dann ins Beth- Hamidrosch gebracht wurde, wo die üblichen Hakofos verrichtet wurden. Es sprach nachher ganz kurz der älteste Sohn, Rabbiner in Sandecz, welcher zum Nachfötgef eiftatifftfhlg gewählt Wüftfe, Uftd dte Üfetigeft SÖfcftA ßödäftH wuMe die Miföh ufilöf pWäRftgr Tiimaftffioäir jMsöftäft ievölkefttög der Sfiöt iffiä def uWiegeftdeh GeffieMdeh bei» Wöbfibäuse vörbelgetfage», wo wieder tief e^ehüttefBde Näeftföfe iekäitiii wurden. Eiae MEftp föfite dift tEfäüe^up zum Friedhöfe* wo noch beim offenen Öfäbe ein kurzer Nachruf seiteäs des Sehwiegersohaes Rabbi M. J. Sylmäfi gehalten wurde. Alle beherrschte ein (Udanker חב5 על 1»צרין ולא ס»ו*1ג1זין ,i'äsifi Täuschend ähnlich wird von verschiedenen Beiten die äußere Ausstattung der Packung von Dr, A. Oetkers Präparaten, besonders aber des bewährten Backpulvers ״Baekin" und des Öetkerschen Vanillinzuckers nachgeahmt. Darin liegt einerseits eine Anerkennung für die öetkerschen Präparate — denn nur Wertvolles wird nachgeahmt —, anderseits aber eine Gefahr für die Hausfrau, die dadurch leicht einer Täuschung verfallen kann. Es ist daher wichtig, beim Einkauf von Dr. Oetkers Backpruiver und Vanillinzucker genau auf die bekannte Marke ״Heiler Kopf“ zu sehen, wenn man Aerger und Verdruß ersparen will. Anläßlich des פסח vergessen Sie nicht auf den altbewährten verläBlidi fcosdieren AECHT FRANC« KAFFEE, der mit dem Namen Frandc und der Kaffee* muhle auf dem Kistel in einzigartiger, stets gleichmäßig guter Qualität hergesteHt uncl dessen Verläßlichkeit von Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner SIMON SCHREIBER aus Erlau in seinem Hechscher bestätigt wird. Den FRANCK KAFFEE kann nicht nur für Pessach, sondern auch das ganze lahr hindurch jeder Israelit ganz beruhigt ohne das geringste Bedenken genießen, weil die Erzeugung verläftlida כשל unter ständiger Aufsicht frommer, verläßlicher Maschgichim geschieht. Die Hausfrauen wissen seine Vorzüge zu schätzen und immer größer wird die Zahl seiner Anhänger. Chlorodont-Zahnpasta, jetzt auch schäumend. Nach einem bereits mehr als 25 Jahre währenden Siegeszug der Chlorodont-Zahnpasta (nicht schäumend) hat sich deren Herstellerin, das Chlorodont-Werk, Gesellschaft m. b. H., Bodenbach a. d. E., entschlossen, neben dieser nunmehr eine stark schäumende Chlorodont-Zahnpasta unter Beibehaltung des so beliebten erfrischenden Pfefferminzgeschmackes herauszubringen. —: Eine Nachricht, die gewiß bei denjenigen Verbrauchern stärksten Widerhall finden wird, welche der Chlordont-Zahnpasta keine Beachtung schenkten, weil dieselbe nicht schäumte. Zum Unterschied von der nicht schäumenden Chlorodont- Zahnpasta ist die Verpackung der schäumenden Chlorodont-Zahnpasta mit rotem Querstreifen, schäumend, versehen. — Die schäumende Chlorodont-Zahnpasta ist in allen Fachgeschäften erhältlich. Seltsame Beziehungen von Preßburg zu Prag. Auf dem W ols chaner Friedhofe in Prag findet sich in der sechsten Gruppe, Reihe 427, ein alter Grabstein, auf welchem noch jetzt eine Aufschrift zu lesen ist, die von dem eigentümlichen Schicksal des zeitweilig von Undank verfolgten und geschmähten, dann aber glänzend rehabilitierten Führers und Wohltäters der Preßbnrger Judengemeinde Jakob R o p p el Theben berichtet. Es ist eine eigentümliche und zu Herzen gehende Geschichte, wie es kam, daß Theben, der sein Leben dem Preßburger Rlatt nicht nur gewidmet, sondern geradezu geopfert hat, aüf dem Prager Friedhofe seinen Frieden, seine letzte Ruhestätte fand. Er gehörte zu jenen Männern, wie sie jetzt immer seltener werden, die trotz bescheidener Natur und ge• segnet mit den Glücksgütern eines durch redliche Arbeit erworbenen Vermögens, nicht nur in guten Tagen Wohltaten übten, sondern imstande waren, in der Stunde der Not und Gefahr alles zu lassen, Freiheit und Leben in die Schanze zu schlagen, wenn es galt, ein den Juden drohendes Unrecht abzuwenden, den sogenannten Stadlonim. Unter diesen ragt seine Gestalt hoch hervor, und sein mutiges Eingreifen in die Geschicke der Preßburger Judenheit in längst vergangenen Tagen verdient es, der Vergessenheit entrissen zu werden, Jakob Koppel (Mandel) Theben wurde im jetzigen Bratislava im Jahre 5489 als erstes Kind begüterter Eltern geboren, Anfangs zum Rabbi/nerberufe betstimmt, wurde er von seinem Vater Abraham Mandel wegen seiner kaufmännischen Fähigkeiten in dessen Wollgeschäft auf genommen, das er dann tatsächlich zu, einer Weltfirma ausgestaltete, Sein edles Gemüt begnügte sich aber nicht mit der Erwerbung materieller Güter, er wußte sie auch zum Wöhle der Allgemeinheit, , insbesondere seiner Heimatsgemeinde in großzügiger Weise zu, verwenden, indem er aus eigenen Mitteln eine geregelte Armenfürsorge ine Leben rief, So wurde er denn auch hold nicht nur an die Spitze der Gemeinde als Rosch Hakohol, sondern auch ן zum Oberhaupte der von den Gemeinden Ungarns begründeten Zentralkanzlei berufen, wo es sein Hauptbestreben war, den Juden die ersehnte Gleichberechtigung zu erringen. Hatte ihn schon in dieserl Beziehung der geringe Erfolg der Reformen unter- Maria Theresia■ und Josef 11. enttäuscht, so war es damit •unter Leopold 11. nicht besser bestellt. Unter letzterem sollte im Jahre 1791 das schon von dessen Vorgänger beschlossene Gesetz über die allgemeine W ehr p fiic ht zur Durchführung gelangen und auch die Juden Zum Heeresdienst herangezogen werden. Manche, so der Vizepräsident der Zentralkanzlei, Kalman N., glaubten, durch besondere Bezeugung ihrer Ergebenheit gegenüber den denen Anordnungen zu der erhofften Gleichberechtigung zu gelangen, aber Koppel Theben setzte mit seinem energischen Eingreifen, indem er nicht eher das Blutopfer der Juden zugeben wollte, als sie nicht auch in allen übrigen Dingen der übrigen Bevölkerung gleichgestellt würden, eine Adresse der Zentralkanzlei an die Kabinettskanzlei des Kaisers durch, in der geradezu herausgesagt wurde, daß die Juden unter solchen Umständen wohl freiwillig ihr Geld, aber nimmermehr ihre Kinder hergeben wollten. Man begnügte sich vorläufig damit, das Geld zu nehmen. Als aber die Franzosenknege ein erhöhtes Heeresaufgebot erforderten, griff man doch uneder aüf die 1Waffenpflicht auch der Juden zurück. Da sah der unerschrockene Vorkämpfer seine Zeit für gekommen, Leopold 11, sollte zur Gewinnung der ungarischen Magnaten für die Heeres folge auf einige Tage mit Gefolge nach preßburg kotnmen, und Theben setzte es trotz Abratens seinet. Freunde durch, daß er zur A'udienz zugelassen wurde, ln Gegenwart der Grafen Palffy, Zichy und Batthyani rief er dem Kaiser, der an das״ Mitgefühl! d,er Juden, für das unter dem Kriege leidende Volk appellierte, zu;,)Majestät, wir Juden sind mit unserem Vaterland aufs innigste verbunden, ׳ Wir sind jederzeit bereit, Gut und Blut fnr dieses Vaterland zu opfern, Wir haben dies ojuoh schon wiederholt bewiesen, allerdings zu einer Zeit, da wir den arideren Bürgern des Staates gleichgestellt waren, i Wir sind es auch jetzt bereit zu tun, Kaiserliche Majestät“, rief Koppel aus, ״ich selbst, trotz meiner 67 Jahre, meine neun Kinder und alle Juden, jung und alt, wollen mutig fürs Vaterland kämpfen, aber es muß auch tatsächlich unser Vaterland sein!“ Durch das Staunen des Kaisers über solch ungewohnt heftiges. Auftreten noch mehr in Erregung versetzt, fügte Koppel hinzu, daß Gewalt gegen den einmütigen Willen der Juden nichts ausrichten werde; schon Größere, wie Pharao, Nebukadnezar, Titus ü. a.... hier versagte dem Redner die Stimme, er fiel vor Aufregung in Ohnmacht, worauf sich Graf Palffy uni ihn bemühte und der Kaiser sagen ließ, daß ein hoher Beamter im Laufe des Tages die Antwort überbringen werde. Als aber nach einer Stunde wirklich ein hoher Beamter bei dem ihn sehnsuchtsvoll Erwartenden erschien und das Antwortschreiben überreichte, da fiel beim Lesen der unzureichenden Antwort Koppel abermals in Olmmacht. Mit dem Schreiben wurden die Juden zwar der Heeresdienstleistung enthoben, aber die erwartete Gleichberechtigung nicht gewährt, Alle Bemühungen des Kaisers, der von dem Eindruck des Antwortschreibens erfuhr, den ihm sympathisch gewordenen Koppel durch Gnadenbezeugungen zu beruhigen) schlugen fehl, die Kraft des großen Führers war g e bt 0 ch en. Er verfiel in vollständige Teilnahmslosigkeit, sprach mit keinem Menschen und zeigte einen solchen Krüfteverfall, daß die Angehörigen ihn zur Erholung und Heilung nach Karlsbad bringen wollten. Aber er sollte nicht biß dahin kommen: Auf dem Wege, eben in Prag, verschlimmerte sich sein Zustand derart, daß man es aufgeben mußte, nach Karlsbad weiterzureisen und den Todkranken nach Preßburg bringen wgllte, damit er zu Hause sein Hoben beschließen könne. Aber d0r in seinem Lebensnerv Getroffene wollte davon nichts hören, er fürchte, dort, wo er im Leben so: Kummei' und Leid erfahren habe, nicht einmal im Grabe Rühe finden zu können, Bo endete das Leben eines Großeov in Israel, der eeine Heimat inderFremde,seine Ruhe erst in der Erde des Frager ״guten Ortest fand.