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Jüdische Presse · 1934-03-23 · 12 (23.3.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
12 (23.3.1934)
Date
1934-03-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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jüdische presse in’ 1דת־■־־״־ ~ ~.~~ ■^,ryy ■;ZS Nr. 12 Aus Erez* Jisroel. Von tiftsefewi Kötrespöftdenten. 9. Ädäf fand inJ ö? u s äl e Hi die gründende; Versammlung de? ägUdistisehen Frauengruppe statt, bei de? die Dktneii t)r. Breuer und ttälpern; TeI-AwiWf die Haüptreferate hielten, Es Würde übe? die Aufgaben der orthbdöken Frauen in der gegenwärtigen Zeit gesprochen und einstimmig beschlossen, eine Agudas- JiSf öel-Fraueng? üppe 2u gründen, nach dem Muster wie eine solche in Tel-AwiW schon länger besteht Frau Fines referierte Über die Bes- JakoW-Schulen und Uber die von denselben in Jerusalem bereits geleistete Arbeit, Die Versammlung wählte sodann eine Leitung, der auch die Frauen Hab•* biner Duschinski und Sonnenfeld angehörert. * Vergangene Woche ist in Jaffa ein Brand ausgebrochen, der längere Zeit wütete und den ganzen arabischen Stadtteil gefährdete. Der Schaden beläuft sich auf etwa hunderttausend Pfund. Es sind auch Juden davon betroffen, die dort ihre Magazine hatten, welche ein Raub der Flammen wurden. Der raschen und energischen Arbeit der Tel-Awiwer Feuerwehr ist es zu verdanken, »daß das Feuer nicht noch ■weiter ■um sich greifen konnte. Die Araber eröffneten gegen die Juden aus diesem Anlaß eine Hetze und bezichtigen sie der Brandstiftung, statt ihnen dankbar zu sein, daß sie ihnen durch die Löscharbeit ihre Häuser gerettet haben. * Die Araber haben auf dem Territorium links der Kosel Maarowi mit dem Bau eines Hauses begonnen, das Schulzwecken dienen sollte. Die A g u d a - Z e n* trale hat sich diesbezüglich an die Palästina-Regierung gewendet und verlangt, daß der Bau eingestellt werde, weil gesetzmäßig der stätus quo gewahrt werden muß und außerdem durch die Errichtung einer Schule auf diesem Platz die Andächtigen in ihren Gebeten gestört werden würden. Die Regierung ließ der Aguda die Antwort zukommen, daß der Statuts quo auf jeden Fall erhalten bleiben werde und daß das Haus nicht Schulzwecken dienen soll, demnach Störungen der Betenden nicht zu befürchten wären. Bei Verstopfunq n imm DARMOL Die Leitung der Slobodka-Hebroner Jeschiwoh hat vergangene Woche mit dem Schreiben eines Sefer Thora auf den Namen des unvergeßlichen Gaon, Rabbi Mosche Mordche Epstein דל begonnen. Der finanzielle Erlös ist für die Erhaltung der Jeschiwoh bestimmt. * . Die Errichtung einer vom Volk gewählten g e s e t zgebenden Körperschaft scheint bevorzustehen. Es wurde hierüber vor längerer Zeit in der Presse ausführlich berichtet. Die arabischen Zeitungen berichten nun, daß die Wahlen zu diesem Parlament bald nach den demnächst stattfindenden Wahlen zu den Magistrats- Senaten äbgehalten werden sollen. '־' ,*>־־ ‘ ' ' י‘*. ' Diese Woche ist die zweite G r uppe agudistischer Olim aust־P.o.Le^n.,eingetroffep, die..bereits untergebracht wqrde. Es ist. heute sehr, leicht, Arbeit zu finden, und insbesondere werden orthodoxe Arbeiter, von denen verschiedentliche Vorzüge vorausgesetzt werden, gesucht. . «I Die Palästina-Regierung hat de? Exekutive der ״JeWish Ägeneyf‘, 13 5 0 A r b alter- E i n- w a n de ru a g s z e r t i fti?&I e zur Verfügung gesfellti die auf die Einwanderuügsquote für das nächste Hälfejahf ungerechnet werden. Die Höhe der nächsten Halbjahreseihwähdefuhgsquote wurde noch nicht festgesetzt. Jeruschatmi. Einweihung des agudistischen Arbeiterheimes in Kfar Saba. Am Dienstag, den l^.Adar, wurde das Arbeiterheim der agudistischen Arbeiterorganisation in der Kolonie Klar Saba ln feierlicher Weise eröffnet und gleichzeitig den Anwesenden Gelegenheit gegeben, das dort neugekaufte fiodbngrundsluck des Keren Hajischmv zu besichtigen. An der Einweihungsfeier beteiligten sich mehr als 150 Gäste von Jerusalem, Tel-Awiw, Petach Tikwah, Bne Brak. Die Feier wurde abends mit einer Ansprache des agudistischen Arbeiterführers L. Seide eröffnet, der einen Ueberblick über die. Entwicklung der Arbeitersiedlung in Kfar Saba gab. Herr Rabbiner Rinik legte in einer ausführlichen Ansprache die geistige Grundlage dar, auf der die agudistischen Siedlungen aufzubauen seien. Die Erkenntnis und Anerkenntnis der Thora muß der lebendige Pulsschlag für jede agudistische Arbeiter-Siedlung sein, jüdische Solidarität, innere Verbundenheit ist die Grundlage für die Arbeiter der agudistischen Gruppen. Namens des Keren Hajisehuw und des Tel-Awiwer Büros sprach Herr Jacob Landau. Rabb. Moses Glikman-Porusch überbrachte die Glückwünsche und Grüße der Jerusalemer Leitung. Im Namen der Zentral- Verwaltung der palästinensischen Landesorganisation der Poale Agudas Jisroel überbrachte deren Generalsekretär Herr S'ev Schein die innigsten Maseltowwünsche. Es sprachen ferner Herr Jecheskel Rothenberg, Herr David Freund und namens der Kolonisten in Kfar Saba Herr Kohn. Den Höhepunkt der Feier stellte die Ansprache von Dr. Isaak Breuer dar, welcher namens der Palästina- Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., zunächst deren Glückwünsche aussprach und dann in großangelegten Ausführungen die Punkte klarlegte, die die Grundläge der allgemeinen zionistischen Arbeiter-Organisation, der revisionistischen Ideologie und endlich der agudisti•; sehen bilden. An den tiefen Eindruck dieser Ausführungen schloß der akademische Teil, dem sich ein gemütliches Beisammensein bis in die späten Mitternachtsstunden anschloß. * Von der agudistischen Erziehungsarbeit in Erez Jisroel. Zur Gründung einer Talmud Thora für Kolonistenkinder in der Scharon-Ebene hat der Keren ׳Hajischuw einen Dunam-Boden in der Kolonie ״Herzliah“ erworben. Auch der Bau einer Mikwah in ״Herzliah״ wurde in Angriff genommen. Die Leitung der agudistischen Talmud Thora in iBne-IBrak wurde Herrn Leo Schnerb aus Frankfurt a. M. übertragen. MAX FRIED MANN Wien, II., Große, Schiffgasse 6 (Tel. A-43-2-25). Spezialhaus/ für Geflügel und Eier. Unter Aufsicht der Adas-Jisroel (Schiffschul). Eigene Mastanstalt und Schlachthaus. Lebensversicherungs- DliHMIY^ Gegründet Gesellschaft yy“ ■I w 11 I A 1882 Aus dem Jahresberichte 1932: Versicherungsbestand .... . .. . . . . . . . , . . 2728 Millionen Schilling - Prämien- und Zinseneinnahmen ... . 179 Millionen Schilling Garantiemittel .... 527 Millionen Schüling Auszählungen an die Versicherten .. 60 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Cechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien. Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, v - Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten. ■ ■ . » ■illSfc'ililira Erzählung von S. Wiez. (Fortsetzung) [17] Und man freute sich des Sabbaths, des Lebens, des reichen Mahles, das geweiht und geadelt ward durch Worte der Thora, durch Gebete und Gesänge. Kein Seufzer, keine Träne, kein Wort der Klage, ja nicht einmal ein trübes, sorgenbewölktes Gesicht wurde von Ein- ,gang bis zum Ausgang des Sabbath. an des Rabbi Tafel geduldet. Auch Sander wurde mit dem Vortrage eines Säbbathgesanges vom Rabbi beehrt. Und als er etwas traurig, leise und stockend anfing, traf ihn ein strafender Blick des Meisters. Da erhob er seine Stimme und sang voll Wärme und Innigkeit, bar aller Lasten und Sorgen, unter hellem Jubel des begleitenden Chassidimchores: ״Jom seh l'isräel, dieser Tag ist Israel; Licht und Freude und Ruhe den Juden ...“ ׳ Nicht allzufrüh begann der G-ttesdienst am folgenden Säbbathmorgen, der im wesentlichen in der gleichen mildwarmen brausenden Art wie am Freitagabend vor sich ging, Der Thoraabschnitt wurde in so . viele Unterabschnitte geteilt, als neue Gäste vorhanden waren. Beträchtliche!Summen wurden für alle vom Rabbi empfohlenen Zweige der Wohltätigkeit gespendet. Und i die Gesichter vieler, die von Sorgen materieller Art hierher getrieben waren, erglänzten in Freude und Hoffnung ... Ihnen winkte aus den kurzen Thoraabschnitten Hilfe und Rettung ans manchen Nöten ... Für sie war der Rabbi von jeher die ausgleichende Gerechtigkeit, welche in diesem engen Kreise eine soziale Frage gar nicht aufkommen ließ ... Auch die Mittagstafel bot das gleiche ׳Bild wie die am vorhergehenden Abend, Eine Schlacht entspann sich bisweilen um die Speisereste des Rabbi, da es als große Auszeichnung und glückliches Vorzeichen galt, von der Speise zu genießen, die der geweihte Mund berührt hatte, doch ' genügte eine Miene, ein zurechtweisender Blick des JBabbi, um die Stürmer in ihre Schranken zu weisen und die Ordnung und Würde der Tafel im Nu wiederherzustellen. Den Höhepunkt erreichte aber die Freude und die 1 Weihe bei der ״dritten Mahlzeit“, die gegen Abend I begann und nach einer Unterbrechung während der Dämmerungsstunde auch nach dem Mariwgebete eine Weile fortgesetzt wurde. Mit Sang und Klang sollte Königin Sabbath hinausgeleitet werden, noch einmal sollte das Lied zu ihrer Huldigung laut und voller Jubel ertönen, bevorrate von dannen ging, aus dem Jammertale, das sie ■mit. Zauberhand in ein Paradies verwandelt ׳hatte ... ' Es wurde dunkel und immer dunkler im Raum. Geheimnisvoll zogen die Schatten der Nacht ein in den geweihten Kreis der Glücklichen und woben einen Zauberflor um ein heiliges Geheimnis, das Geheimnis des Friedens und der G-ttesfreude. ... Die Leute standen auf, liefen wie in Ekstase hin und her. Leute, die sich noch nie im Leben gesehen hatten, umarmten sich singend. Reiche, angesehene Kaufleute küßten brüderlich Bettler und Krüppel. Psalmen ertönten, auch Lieder, die die Größe des Rabbi priesen, dann ergreifend schmelzende Melodien ohne Worte. Man tanzte unter lautem Psalmgesang und vom Momente diktierten wortlosen Weisen.... Alles war mitgerissen. Auch. Sander tanzte, auch David, als hätte sie nie eine ׳Sorge gedrückt, nie ein Schmerz ihr Herz belastet. ,Und blinkend vor Lust und Freude schauten vom Nachthimmel drei Sternlein, auf das geweihte Fleckchen Erde hinunter, als weideten sie sich nach langer, rastloser Wanderschaft durch Länder der Not und Tränen am Erdenfrieden am Glücke, wie sie es bis jetzt vergebens unter Menschen gebucht . . . Und wieder ertönte Gesang, a)ber kein Jubelgesang mehr.., Die Sorge des Alltags suchte schon Einzug in die Herzen zu halten. Aber noch hielt die weihevolle Stimmung an und verteidigte sich tapfer ... ״Sieh, G-tt ist mem Heil, ihm vertrau ich und fürchte nicht.׳...“ Der Rabbi ging wie abwesend mit großen Schritten auf und ab und sang von Ihm, der ״unterscheidet zwischen dem Heiligen und Gemeinen und uns die Sünden vergibt“; vom ״Tage, der sich gewendet wie der Schatten der Palme“. ״Ich rufe dich an, 0 G-tt, hilf mir und den Pfad des Lebens tue mir kund!“ schrie er mit erhobenen Händen, und in seinem Tone lag so viel erschütternder Weltschmerz und schwellende Hoffonng zdgleicb, daß die Anwesenden in ihren Gebeten eine Weile einhielten und in weihevoller Stille die Andachts׳־ -Äj X ÄX guter )RaU Weisse und gesunde Zähne Aus HuuiäuieUi — Die vereinigten orthodox-israelitischen Gemeinden in Mezötelegd und Nagybäröd (Siebenbürgen) haben Herrn Eugen Müller, einen Sohn des Petrozsönyer Raw zum Obe'rrabbifler*gewählt. * ‘— In Bohusch (Moldau) ist in der jüdischen Volksschule am 17. März Feuer ausgebrochen, welches auch auf die benachbarte große Synagoge Übergriff. Es wurde nach schweren Anstrengungen gelöscht. * — Prof. C u z a stellte im rumänischen Parlament der ungarischen Partei den Antrag, sich mit ihm zwecks Bekämpfung der Juden zu verbinden. Dieser Antrag wurde sofort vom Sekretär der ungarisehen Parlamentarier, Abg. Dr. Josef Willer, entschieden und mit Entrüstung zurückgewiesen. Die Ungarn Rumäniens stehen, erklärte Abg. Willer, auf dem Standpunkte der Gleichberechtigung aller Bürger ohne Unterschied der Rasse und der Konfession. — Die bekannten antisemitischen Universitätsprofessoren Catuneanu (Cluj) und Cuza (Jassy) haben eine Debatte über die Juden im rumänischen Parlament heraufbeschworen. Catuneanu hat aus den ״Protokollen der Weisen von Zion" stundenlange Zitate vorgelesen und diese in der Maske eines Wissenschaftlers mit Bernerkungen begleitet. Cuza hat seine alten Phrasen hervorgeholt und sich damit gebrüstet, daß er bereits im Jahre 1889, also im Geburtsjahr Hitlers, sein antisemitisches Programm entwickelt habe. Sie erhielten von G. Iunian, dem Führer der radikalen Bauernpartei, eine scharfe Abfertigung. Die Bauern sind infolge ihrer Armut unruhig; diese Armut hat aber mit den Juden nichts zu schaffen, denn in den Provinzen Öltenia und Muntenia, wo überhaupt keine Juden wohnen, sind sie ebenso arm und ebenso unruhig wie in den von Juden bevölkerten Provinzen. Sie sind gegen jene Faktoren, mit denen sie unmittelbar wirtschaftlich in Fühlung treten, ebenso stark aufgebracht wie in der Bukowina, in Marmarosch, Bessarabien oder in der Moldau, wo sie aus politischen Gründen von den Cuzisten gegen die Juden gehetzt werden. * — Die Angriffe der Abg. Cuza und Minister a. D. Goga gegen die Juden erwiderte namens der Regier ung der Subminister des Innern Viktor Iam an di. Er hob die großen Verdienste der Juden um die wirtschaftliche Entwicklung Rumäniens hervor und betonte, daß die rumänische Verfassung nur rumänische Staatsbürger.., ohne Konfe^sions- und Rassenunterschiede kennt. Sowjetanleihe zur Bekämpfung der Religion. Die Gesellschaft zur Unterstützung von Wissenschaft und Technik hat gemeinsam mit dem Zentralrat militanter Atheisten eine öffentliche Anleihe zur Beschaffung von Mitteln für antireligiöse Propaganda und gleichzeitig zur Förderung v'oraussetzungsloser Forschung aufgelegt. Die ersten 10.000!Shares sind bereits gegeben worden. Inhaber-Aktien wurden an Gelehrte und Studenten verteilt, die sich verpflichteten, mindestens 60 Stunden im Jahre der antireligiösen Propaganda zu widmen. Diplomierter Herrenschneider Joachim Rosenblum, Wien, II., Zirkusgasse 21. Erstklassige Herrenkleider. Billigste Preise. Koscher gearbeitet. (R-41-8-83.). 1 welle aus dem tiefsten Herzen des G-ttbegnadeten auf! sich einwirken ließen. — — -— In die Reihen der Gäste kam Bewegung. Viele packten ihre Sachen und fingen an, sich für die Rück-, reise vorzubereiten, andere nahmen die über Sabbath hei den Verwaltern deponierten Börsen und Gegenstände in Empfang. Die reichen Spender ״rechneten“ mit den Armen und den Verwaltern ab. Der Rabbi war aus dem Raume verschwunden... Es sah ihn keiner den Saal verlassen; aber er war nicht mehr da. Viele, die vor ihrer Heimfahrt noch ein Wort mit dem heiligen Manne zu sprechen hatten, drängten ungeduldig, bestürmten die ״Gaboim“, Aber der Rabbi war nirgends zu sehen. Die Türe zum Empfangsgemach war von innen ,fest ver-, schlossen. Da wurde plötzlich etwas wie ein leises Klingen hörbar. Aus irgend einer unsichtbaren Ecke kam wie das gedämpfte Wimmern eines Kindes, welches nach und nach zu lautem Schluchzen anwuchs.... das Schluchzen einer Geige, bezaubernd süß und schmelzend... Todesstille trat in allen Räumen ein und die Menschen lauschten tief ergriffen den entzückenden Klängen. Viele schlossen die Augen und andere warfen sich wie wahnsinnig auf die Erde. Man sah weder Spieler noch Instrumente; keiner fragte etwas, keiner wagte ein Wort zu sprechen, indessen die himmlischen Töne immer stärker, durchdringender wurden. Ein Singen und Klingen erfüllte die Luft. Wie ein wilder Schrei entrang sich’ s jetzt den unsiehtbaren Saiten, ganz wie vorhin den Lippen des Rabbi, so daß man fast die Worte zu hören glaubte: ״Ich rufe Dich, o G-tt, hilf mir!“ Ein heiliger Schauer ging durch die Gemüter. Und nun war es ein Brausen voll Lust und Leben, das dem Schluchzen folgte, ein Jubeln und Jauchzen, wie aus freudig bewegter Brust,.. Noch einmal erhoben sich die Töne, wild und rauschend, wie von sturmgepeitschten Fluten getragen, dann sanken sie allmählich, sanft und lieblich, und erstarben... Für mehrere Minuten trat völlige Stille ein. So ganz von ungefähr und so unerwartet war es gekommen, daß die Leute wie im Rausche dastanden und viele von ihnen Tränen weinten ob der Gnade, die in letzterer Zeit so seltenen Saitenklänge, von denen man sich im Lande so viele Wunder erzählte, gehört zu haben ... (Fortsetzung folgt)

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