Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 9 (2.3.1934)
- Date
- 1934-03-02
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2629891-2630538-2630547--4668-2636872- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 9 JÜDISCHE PRESSE Von unserem Korrespondenten. Im Verlaufe des Jahres 1933 haben Juden in Palästina 5,500.000 Pfund investiert; das bedeutet gegenüber 1932 mit nur 3,250.000 Pfund Investitionskapital eine Erhöhung von 2,250.000 Pfuhö. .. - ß , In der zweiten Hälfte ,des Jahres 1933 wurden in Palästina 133 Fabriken errichtet, 50 Weitere Fabriken befinden sich im Bau. * Am 20. Februar ist der große polnische Ozeandampfet ״Poloniä“, der mehr als tausend jüdische Palästina-Reisende aus Deutschland und Oesterreich nach Palästina bringt, im Hafen von Konstanza eingetroffen. Es ist dies die größte Auswandererzahl, die je im Konstanza-Hafen erreicht worden ist. Unter den Reisenden befindet sich auch eine Gruppe a g u di stischer Cha- 1 u z i m aus Polen. Der arabische Bodenfonds für Palästina, der dem Erwerb von Palästina-Boden als arabischem Nationaleigentum dienen sollte, ist liquidiert worden. $ Die Vorbereitungen zur Levante-Messe in Tel-Awiw sind in vollem Gange. Tausende Kaufleute und industrielle aus aller Herren Ländern werden erwartet. Die großen Schiffahrtsgesellschaften gewähren eine 25-bis 50prozentige Fahrpreisermäßigung. Auch die Araber versuchen jetzt, eine eigene Messe für sich zu veranstalten. $ Die Mordaffäre Arlosoroff will nicht zur Ruhe kommen. Bekanntlich hatte ein Araber bereits ein Geständnis abgelegt, den Mörd mit einem Freund verübt zu haben. Diese Woche erklärte der Araber nun plötzlich, das Geständnis sei ihm von den des Mordes verdächtigten Stawsky lind Rosenblatt mit Geld erkauft worden. Interessant an der ganzen leidigen Affäre ist hauptsächlich die Stellung der ״Histadruth“, die unter allen Umständen die Verübung des Mordes — Juden zuschieben will. Und diese ״Histadruth“ beherrscht heute die Zionistische Organisation und die Jewish Agency . . . * Seit einiger Zeit weilt der S t a 1 i n e r R e b b e in Erez Jisroel, der gleich nach seiner Ankunft dem Oberhaupt der orthodoxen Gemeinde, Raw Duschinsky, einen Besuch abstattete, um in einer einstündigen Unterredung alle aktuellen jüdischen Probleme durchzubesprechen. # ■ Vergangene Woche ist der erste Weintrans- P°rt nach Amerika abgegangen. Es waren 120 Tonnen. * Von Erez Jisroel nach Rußland wurden letzthin 6000 Kisten Fertigwaren expediert. Für den gleichen Wert wurde aus Rußland Ho 1z importiert. :1! Ueber Einladung der englischen Regierung begibt sich der König von Transjördanien, E m i r Abd u lla, in Begleitung,,eines..zahlreichen Gefolges, nach-London. Ueber den Zweck der Reise lassen sich nur Vermutungen anstellen. Man glaubt, daß der Gegenstand der Londoner Beratungen die Frage einer V e r e i n i g u n g von Palästina und Transjordanien sein wird. * Im orthodoxen ״Bikur Cholim“-Hospital in Jerusalem sind die Arbeiter in Streik getreten, weil sie ihre Gehälter nicht pünktlich ausgezahlt erhielten. Der Streik, der von seiten der ״Hi st adruth“ angezettelt und geschürt wurde, bedeutet nichts anderes als einen unerhörten Terror der linken Gruppen, die auf diese Weise die Herrschaft über das Hospital an sich reißen wollen. Das Hospital hat mit schweren wirtschaftlichen Sorgen zu kämpfen und hofft, mit der Unterstützung der Jerusalemer Aguda den Konflikt wieder beilegen zu können. Inzwischen erfährt man, daß auch der Misrachi seine Hand im Spiele hat, der für das gewesene Exekutivmitglied H. Farbstein ein neues Betätigungsfeld sucht. * Die Landesleitung der Zeire.Agudas Jisroel in Jerusalem hat beschlossen, eine eigene orthodoxe Jugendzeitung erscheinen zu lassen, die sich durch die starke Immigration orthodoxer junger Menschen in der letzten Zeit als notwendig erwiesen hat. * In Tel-Awiw wurde eine Aguda-Fr'auen- und Mädchengruppe gegründet, die in einem eigenen Verbandsheim täglich ihre Schiurim und Zusammenkünfte abhält. Es ist dies die Frucht der allgemeinen intensiven Agudaarbeit, die sich nunmehr im ganzen Lande bemerkbar macht. * Zu den bevorstehenden Wahlen־ in den Jerusalemer Magistrat hat die Regierung eine Wahl-, kommission eingesetzt, welche zu je einem Drittel von" Juden, Arabern und Christen gebildet wird. In jüdischen Kreisen ist man ob dieser Maßnahmen besonders beunruhigt, da die Juden die Hälfte •der Bevölkerung ausmachen und daher in der eingesetzten Wahlkommission eine schwere Benachteiligung der jüdischen Rechte zu erblicken ist. * Eben wird eine neue Reg.ierungsverordnuhg verlautbart, welche wieder gegen die illegal Eingewanderten gerichtet ist. In Zukunft soll jedem Ansuchen um einen ״G e w e r b e s c h e i n“, d. b.' um Bewilligung zur Eröffnung eines Ladens oder eines sonstigen industriellen oder gewerblichen Betriebes, eine Aufenthalts b e w i 11 i g u n g beigelegt werden müssen. Besonders scharf werden von den Behörden jene Touristen behandelt, welche nach dem 2. November ins Land gekommen sind, Die Regierung begründet dies mit der Behauptung, daß die nach diesem Stichtag ins Land gekommenen Touristen wissen mußten, daß die Regierung׳ einer dauernden Niederlassung auf strengste Weise ent* gegentreten wird, Jeruschalmi. (Weitere, Erez Jisroel betreffende Berichte siehe ״Von v:\׳ Woche zu Woche“.) . ' 'ך ■ ■■■׳■■ ־'־ ־־ 1 11־11! ןןןןז—! llljllljiJIl.LimUll.l. »)1111» II!1II.HIIII.II..I.l.lll וו III I ll|■l|ll. I IJIII || III lljl II l|lllllוl^|■^Hil.■pו^igp|)!■^ . Zur Zubereitung der Osterspeisen kann, jeder Strenggläubige ohne Bedenken Kuneroi verwenden׳ Kuneroi ist verbürgt reines Fett aus Kokosnüssen, Die gesamte Erzeugung bis zur Verpackung des fertigen Fettes steht unter strengen Aufsicht des'Herrn Bezirks* rabbiners S. Ehrenfeld zu Mattersburg, •» 4■ ־ Die Zukunft Lubliner Wer wird ihr Leiter? Große Prüfung. — Vervollkommnung des Daf-Jomi. Am Montag, den 4. Adar, versammelten sich in Lublin die führenden Rabbonim und Gedolim Polens Zur Beratung über, die zukünftige Gestaltung und Leitung der Jeschiwäs-Chachme-Lublin, die ihren Gründer und ihr Oberhaupt durch den Heimgang des Lubliner Raws, Rabbi Meier Schapira s. 2. I., verlören hat. Allgemein wird angenommen, daß die oberste Leitung der Jeschiwa dem auch in Wien bekannten und allseits geschätzten Bojaner Rebbe, Rabbi Mosche Friedmann, übertragen wird, der heute zu den' größten Gedolim zählt und in jeder Be- Ziehung für dieses Amt prädestiniert erscheint. Im großen Jeschiwa-Saale fand eine Prüfung von 50 Talmidim der Lubliner Jeschiwa statt, welche noch zu Lebzeiten des Lubliner Raws s. Z. 1. dazu ausersehen waren, den Titel צורבא מרבנן zu erhalten. Die Prüfung, bei welcher die anwesenden Rabbonim sich von jedem einzelnen Talmid stundenlang Charifus und Pilpul vortragen ließen, ergab ein Überwältigendes Resultat. Die Prüflinge wiesen Kenntnisse auf, wie man sie nur schon wenigstens viele Jahre in Amt und Würden sitzenden Rabbonim zugemutet hätte. Interessant ist ein Vorschlag, der vom Kosiklower Raw bei dieser Zusammenkunft der Gedole - Hathora in Lublin gemacht wurde und sich auf die Vervollkommnung des Daf-Hajomi bezieht. Bekanntlich sollte der Gedanke des Daf-Hajomi, der vom Lubliner Raw in die Welt gesetzt wurde, dazu führen, daß auch der Durchschnittsmensch, der im Erwerbsleben steht, auf einfache Weise ganz Schass durchlernen' kann. Nun wurde aber in Wirklichkeit ganz Schass nicht gelernt, denn die beiden Sedorim ״Seroim“ und ״Taharos" bestehen ja nur aus Mischnos und waren deswegen bisher in den allgemeinen Daf-Jomi nicht einbezogen. Es wurde also eine Er- Weiterung des Daf-Hajomi in dem Sinne vorgeschlagen, daß täglich außer dem fälligen Blatt Gemoro auch eine Mischno aus ״Seroim“ und ״Taharos“ gelernt wurde. Der Antragsteller hat gleich ausgerechnet, daß man mit der Verwirklichung dieses Vorschlages am 7. Adar beginnen müßte, um genau am Tage der programmäßigen Schassbeendigung der zweiten Folge des Daf-Hajomi auch diese beiden Sedorim beendigt zu haben. Der Vorschlag wurde mit großer Begeisterung aufgenommen und soll jetzt von den Talmidim der Jeschiwa in die Oeffentlichkeit getragen werden. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel.' R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. ros >V01׳ltc zu WocliC — Einei Abordnung des litauischen R ab bin e rverbandes besuchte den Innenminister Öberki Dukidjkn und forderte von ihm Abhilfe gegen die in verkChie* denen Gegenden Litauens betriebene gefährliche j üdenhet ze. — Die Synagoge des Städtchens Kodnia im Kreise Brest-Litowsk (Polen) ist vollständig ab ge* b rannt: Nicht einmal die Thorarollen konnten gerettet werden. . — Die Regierungen Großbritanniens und Frankreiche haben das von ihnen am 7. März 1988 getroffene Abkommen, betreffend Regulierung des wesentlichen Teils der syrisch *palästinensischen Grenze, dem Völkerbund zur Genehmig ung vor gelegt. . — Die ersten zehn agudistischen Chain- Zim, die in der agudistischen Hachscharahstätte in Enschede ausgebildet wurden, werden im Mä r z aus Holland nach Erez Jisroel abreisen. Sodann sollen weitere 211 Jugendliche aus Deutschland in Enschede eintreffen, um dort ihre berufliche und geistige Ausbildung für Erez Jisroel zu erhalten. — Auf die S^ynagogeinKjustendil (Butgarien) wurde ein Bombenanschlag verübt. Verlüste an Menschenleben sind nicht Zu beklagen. Der Sachschaden ist bedmitend. Einer der Täter, der sich als enragierter Antisemit bezeichnete, wurde verhaftet. — Das Lodzer Kreis ge rieht hat elf junge Leute, die in der vorigen Woche an den Judenfeindliehen Ausschreitungen in Lodz teilgenommen, Ueberfälle auf jüdische Passanten verübt und Schaufensterscheiben jüdischer Geschäfte zertrümmert haben, zu je einem Monat Gefängnis, verurteilt. — Der bekannte Wiener jüdische Ohrenspezialisi Prof. Dr. Heinrich Neumann, wurde an das Krankenlager des rumänischen Außenministers TI tulescu berufen. — Die litauis che.R e g ienin g hat der deutsehen Regierung in der Angelegenheit der V e riet zun g von Rechten litauischer Juden in Deutschl.an d eine zweite Note überreicht, in der nochmals gegen die Behandlung litauischer Juden in Deutschland protestiert wird. — In Polen hat das vereinigte jüdische Komitee zur Abwehr der Judenverfolgungen in Deutschland bcschlossen, jeden Juden in Polen zur Leistung einer Kop f-, steu,er für Hilfe an die deutschen Juden aufzufordern. Streng rituell... wird Kuneroi erzeugt, in modernen, appetitlich reinen Anlagen, die vom Publikum jederzeit besichtigt werden können. Kuneroi ist garantiert reines, 100%iges Pflanzenfett. Seine besonderen Vorzüge sind; Großer Nährwert, leichte Verdau* lichkeit und lange Haltbarkeit Kuneroi wird unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirks* rabbiners S. E h re n f e I d zu Mattersburg hergestellt. KUNEROI: 100% REINES KOKO S NUSS FETT Nur echt in Originalpackung! Prähistorische Ausgrabungen» Zeitungsberichte und Annoncen ans altjüdischen Blättern, Unverantwortliche Redaktion; O, N. Zirkus Hagenbeck, in der Arche, Vorstellungen bei jeder Witterung, Regenschirme sind in der Garderobe abzugeben. Das moderne Hochhaus, in babylonischem Stil, ist durch Unstimmigkeit in der Bauleitung gefährdet, י* Gasthaus ״Zu den drei Engeln“, streng rituell, unter persönlicher Leitung des Besitzers Abraham ben Terach. Als Mädchen für Alles, mit Vorliebe für Kinder, sucht Dauerstellung.יי״־ Hagar. Für vornehmen jungen Mann aus erster jüdischer Familie wird ebenbürtige Gattin dringend gesuoht. Zu- Schriften unter ״Elieseri‘, Wildbrethandlung, streng rituell, stets frisch ge* jagtes Wild liefert frei ins Haus — Esau Jäger, Jakobs Traum, Premiere, Freilichtaufführung. Engel-Arena, großer Ringkampf, ununterbrochene Reihenfolge bis zum Morgengrdugn, :,Me vertauschte Braut“, indenHauptrollen Leah und Rakel. י Große Zaubervorstellung im königlichen Schloß* theatm veranstaltet von den Schwarzkünstlern Aegyp*. tens, Nur Arier haben Zntrift IT■:;!;. . ״,:V:..׳׳:■/.' Für Traumdeutungen, stets zutreffend, empfiehlt sich Hellseher Josef. Lustspieltheater: ״Die Entführung aus dem Serail“* Hauptdarstellerin Dinah. " Erster jüdischer Gesangverein ״Schiroh“ ver an* staltet Festkonzert unter Leitung des Dirigenten Moses, ,Manna“ UniversahNährpräparat verleiht Wunder* kraft, täglich frisch, Schabbos kein Vertrieb. Militärmustenmg: Alle Männlichen von 20 Jahren aufwärts haben sich zu melden, Befreiung vom .Militär* dienst: Nur Jungvermählte, Rabbiner und Rabbinats* kandidaten sind enthoben. Große Versammlung der Frauenrechtlerinnen. Die Töchter Zelofchots kämpfen für Gleichberechtigung ihrer Geschlechtsgenossimen. Ihre Anträge werden einstimmig angenommen. v Große Erregung im Lager, Der oberste Feldherr .״Moses“ im Hochgebirge bei einem. Aufstieg auf den Berg ״Nebo“ vermißt, dUe Nachforschungen vergeblich. Josua zu seinem Nachfolger bestellt. , Neueinführung: Vor jeder Droschoh «iwd Husten* bonbons beim Schammcs zu haben. Verspäteten Zuhörern ist der Eintritt nur in Filzpantoffeln erlawht; Baß*Ta^(LOhochom f'kr Chasen (Tenor) gesackt, Anträge unter ״Himmelschreienä“, Bräute für Näheres unter ״Halewai“. Jüdische Zeitung sucht ten, Nachdrück wird honoriert* gesucht, , V ■ ■ ahlende Abonnen*