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Jüdische Presse · 1934-02-23 · 8 (23.2.1934) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
8 (23.2.1934)
Date
1934-02-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Führ «f der Wiener Orthodoxie beraten aber die der« zeitige politische Situation der österreiöhischen Joden* heit. Im Sitzungssaal der Agudas Jisroei traten am Sonntag die Führer der Wiener Orthodoxie zusammen, tim über die durch die letzten Ereignisse geschaffene Lage der Juden in Oesterreich zu beraten. An der Sitzung be« teiligten sich dii Herren Großrabbiner A. J. Frledmatm, Großrabbinef IL Friedmann, Rabbiner Abraham Hesehel, Komm.-R. Siegmund Bondi, David Bondy, Dir. Dr. Leo DeutsehMndef, Heinrich Pappenheim, Med.-R. Dr. 3; Reiniger, David Seidmann u. a. Nach eingehender Beratung wurde eine ständige politische Exekutive gewählt, der in Zukunft die Wahrnehmung der Interessen der orthodoxen Judenheit obliegen wird. Bei Verstopfung nimm DARMOL Mehr Verantwortungsbewufitsein! In letzter Zeit hält es eine jüdische Zeitungskorrespondenz wieder für zweckmäßig, Nachrichten über die Lage der Juden in Oesterreich in die Welt Zu setzen, die den tatsächlichen Verhältnissen keinesfalls entsprechen und den richtig informierten schon von vornherein erkennen lassen, daß es sich um Erfindungen sensationslüsterner Herren handelt. Die Verbreitung derartiger Meldungen ist ein Hohn auf das Verantwortungsbewußtsein Und das * Reinlichkeitsempfinden, welches von einem jüdischen Journalisten zu allererst erwartet werden sollte. Darüber hinaus sind solche Meldungen nur geeignet, das Ansehen, welches der Österreichische Staat im Ausland genießt, zu gefährden, was von uns, als treue Bürger dieses Staates, unter allen Umständen verhindert werden muß. Eine solche Berichterstattung ist von allen ehrlichen Menschen entschiedenst zurückzuweisen und zu verurteilen und es ist einfach unbegreiflich, wie ein verantwortungsbewußtes jüdisches Zeitungsbüro einen ausländischen Korrespondenten nach Wien entsenden kann, der die hiesigen Verhältnisse Überhaupt nicht kennt und mit der Lage nicht vertraut ist, (Uebrigens hat sich der Herr ״Berichterstatter“ schon selbst dadurch gestempelt, daß er ein ״Interview" mit dem Präsidenten der Wiener Kultusgemeinde, Dr. Desider Friedmann, verbreitete, von welchem man jetzt erfährt, daß es niemals gegeben wurde.) Rabbi Mosche Kliers ׳זצ״ל der Oberrabbiner von Tiberias. Wieder kommt eine Trauerkunde aus dem Heiligen Lande. Rabbi Mosche Kliers, der Oberrabbiner von Tiberias, ist nach kurzer Krankheit abberufen worden. Nach Rabbi Chajim Sonnenfeld und Rabbi• Elije Klatzkin geht mit ihm einer der bedeutendsten rabbinischen Führer des Heiligen Landes, einer der Schomre Hachomos im edelsten Sinne des Wortes, dahin. Rabbi. Mosche Kliers war ein Sohn Erez Jisroels noch aus der Zeit und Umgebung der Gaonim Diskin,* Salant und .Sonnenfeld und ganz in diese Reihe gehörend." Mit einem tiefen talmudischen Werk erwarb er sich den Platz unter den ersten Thoraautoritäten der Welt. Aber Rabbi Kliefäמ gehörte'־ üicht:rzu der Zunft der ' Stubengelehrten, die sich in ihre ״vier Ellen der Halacha“ zurückziehen. Er konnte auch Kämpfer sein, wenn es galt, das Heiligste auf heiligem Boden vor Verunglimpfung zu verteidigen. Er kannte kein Nachgeben und kein Paktieren. Eine Säule des alten Jischuw, fühlte er sich verantwortlich für diesen 1» mt alte» heiligen Midi *Tiberias, die von jeher ein Hauptstützpunkt des alten Jischuw war. Um so höher ist es anzuschlagen, daß er sich vom ersten Tage ah in Hoffnung undZukunftsf reude den Bestrebungen der Agudas Jisroei rückhaltlos anschloß. Er wir Mitglied des Rabbinischen Rates der Agüdas Jisroei in Palästina, und es will schon für diesen strengen, im Mampfe gegen die nette Schule besonders hart gewordenen Mann etwas » heißen, daß er sich der neugegründeten Mädchenschule der Aguda in Tiberias mit hebräischer Unterrichts- und Umgangssprache annahm und sie auf jegliche Art und Weise förderte, Menschliches Leid blieb dem vornehmen Manne, der schon durch sein Aeüßeres ungeheure Achtung einflößte, nicht erspart. In den blutigen Tagen des August 1929 fuhr sein ältester Söhn, ein Gelehrter und Großkaufmann, in Geschäften nach dem nahen Safed, und man brachte ihn wie den jüdischen Chauffeur nach einigen Stunden als Leichen zurück, Möge in einer Zeit, da man von verschiedenen Seiten an einem Aufbau Galiläas arbeitet und an der Restaurierung der Stadt, vor dessen Toren Rabbi Meir Baal Haness (unter vielen anderen Tanaim), Maimonides und der ״Scheloh" ruhen, auch der geistige Aufbau nicht zu kurz kommen, der geistige Aufbau im Sinne des Rabbi, der ein halbes Jahrhundert der treueste Hüter der Lehre in der Tanaimstadt war. Dazu möge der Stadt sein זנוח verhelfen. זי״ר Zertifikate für Agudisten. Neue Vereinbarungen mit der Jewish Agency. Die Palästina-Zentrale der Agudas Jisroei in Frankfurt a/M. verlautbart: Auf Grund von Verhandlungen, die die Jerusalemer Vertreter der Agudas Jisroel-Weltorganisation mit dem Leiter der dortigen Einwanderungsabteilung der Jewish Agency geführt haben, ist am 29. Tewes ein neues Abkommen über die Ausgabe von Einwanderungs Zertifikaten für Angehörige der Landesorganisationen der Agudas Jisroei zustandegekommen. Während bisher die einzelnen Zertifikatbewerber aus den Kreisen der Agudas Jisroei. in einer von den Palästina-Aemtem unter Teilnahme eines Agudo-Vertreters anberaumten Sitzung auf ihre Eignung geprüft und hiernach im Rahmen der verfügbaren Gesamtzahl von Zertifikaten, als E i n z e 1 b e w e r,ber bedacht wurden, wird für die Folge der Agudas Jisroel-Weltorganisation aus der von der Palästina-Regierung der Agency zur Verfügung gestellten Zertifikatmenge ein pauschales Quantum von Zertifikaten ausgehändigt werden. Die Agudas Jisroel-Weltorganisation verteilt diese Zertifikate im Einvernehmen mit der Jewish Agency auf ihre einzelnen Landesorganisationen, so deS3 also jede dieser Landesorganisationen wissen wird, welche Gesamtzahl von Zertifikaten ihr zur Verfügung steht. ■*׳.'■ Von wohlinformierter Seite erfahren wir hiezu, daß das bisher bestandene Uebereinkommen mit der Jewish Agency in Oesterreich nicht zur praktischen Durchfiihrung gelangte, weil das-hiesige Palästina-Amt in einer jedem Rechtsempfinden Hohn ^sprechenden Weise ' sich über die bindend getroffenen Vereinbarungen ohne Bedenken glatt hinwegsetzte. Wir haben den Eindruck, daß schließlich doch die zuständigen Instanzen sich davon werden überzeugen lassen, daß den zionistischen Herrschäften' die' Einwanderung eines wirklich religiösen Lebensversicheriings- Gesellschaft ’ Aus dem Jahresberichte 1932: Versicherungsbestand .. . . . . . . , Prämien- und Zinseneinnahmen . . . Garantiemittel . . . . Auszahlungen an die Versicherten Gegründet 1882 2728 Millionen Schilling 179 Millionen Schilling 527 Millionen Schilling 60 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Cechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien,. Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslawen, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, ' ' ' Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten. Juden nach Erez Jisroei ein Dora im Auge ist, welchem sie daher unter allen Umständen Zu verhindern versuchen. So oder so, die gerechten Forderungen der Agudas Jisroei aüf Gleichberechtigung iä der Zulassung nach Erez Jisroel werden schließlich — wir hoffen es und Sind davon überzeugt — zum Durchbruch und Siege gelangen müssen f Die Hebfoner Jesehiwoh Ift schwerer Krise. * . Öie jetzig in Jerusalem untergebrachte Hebroner Jeschiwoh (frühere Slobodkaer Jesehiwoh), die letztens durch das Ableben ihres gefeierten Leiters Rabbi Mosche Mordechai Epstein s. Z. 1. schwer betroffen wurde, ist in eine außerodentiiehe finanzielle Krise geraten. Die Verwaitung der Jesehiwoh wendet sieh an die jüdische Öeffentliehkelt mit der Bitte, das Weitetbestehen der Jesehiwoh durch Zuwendungen zu ermöglichen. Wehn nicht rasche Hilfe geschaffen wird, so Werden 200 Lehrer und Studierende dem Hunger preisgegeben und das Be* stehen der Institution bedroht sein. irr Odoll! schützt Mund und Zähne! vos Woclie xu Woclic j Unbekannte Täter drangen vergangene Woche in die orthodoxe Synagoge im achten Bezirk in Budapest ein und zerstörten die Inneneinrichtung. Die Polizei ist auf der Stiche nach den Tätern, die einer rechtsradikalen Terrorbande angehören dürften. — Der let tländis che S e j m hat mit überwältigender Mehrheit einen antisemitischen Antrag, für jüdische Angestellte den Numerus clausus einzuführen, ab g elehnt. — In letzter Zeit wurden in Palästina je eine Fabrik für Zigaretten, Alkohol und Essig, Metall-Gebrauchsgegenstände, Zuckerwaren, Aluminium und Glas neu errichtet. . — Bei den in S aloni ki soeben statt gefundenen Gemeinderats wählen hat die Volkspartei (Begienmgspartei), die sechs jüdische Kandidaten auf ihre Liste gesetzt hatte, einen starken Wahlsieg errungen. Die antisemitische Gruppe EEE konnte nur 757 Stimmen auf sich vereinigen. — Reichsvizekanzler von P apen> der Saar-Bevdllmächtigte der Reichsregierung, erklärte offiziell, man wolle für das S aargebiet, wenn es durch Abstimmung wieder deutsches Reichsgebiet würde, eine Ausnahme von dem Rass enprinzip machen und dort weiterhin jüdische und nichtarische Bevölkerung dulden. — Der Polizeipräsident von Gladbach-Rheydt hat .sämtlichen jüdischen Vereinen Zusammenkünfte jeder Art — außer dem G-ttesdienst —,verboten. Der rumänische Innenminister erklärte von der Parlamentstribüne herab, daß die Regierung jeden Antisemitismus ablehne und nur gleichberechtigte rumänische Bürger kenne. — In der siebenbür gischen Stadt De j ist es zu turbulenten antisemitischen Aus s ehr eitungen gekommen, die ihre Ursache darin hatten, daß die Leitung der Jüdischen Gemeinde Und das Rabbinat um die Stadt einen ״E r e v“ aus Draht gezogen haben. Antisemitische Agitatoren alarmierten die christliche Einwohnerschaft von Dej, der sie einredeten, die Juden verleihen der Stadt durch die Errichtung des ״Erevf( einen ״jüdischen Charakter — In Bul g afien wurde letzthin wieder von antisemitischer Seite eine Ritualmor die g ende in Umlauf gesetzt, die sich glücklicherweise bald als plu/mpe Lüge entpuppte. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel. R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe. ץ ÜINTFM Erzählung von S. Wi ex. (Fortsetzung) 34] ־J ״Der Rebbe wußte von allem. Er kannte den Mörder und wußte um sein Vorhaben.“ — — — ״Ach! Er wußte es, natürlich! Und was tat er? Erzählt doch, Reb Binjomin, daß es Hand und Fuß hat, und zfeht nicht die Sache bis in die Ewigkeit“, wurden Stimräen laut. ״Er wußte es und er hielt Wache. Nacht für Nacht stand er, in seine Sterbekleider gehüllt, an Ort und Stelle und betete... Und als der Holzhauer mit dem toten Kinde kam“ — — — ״Ja, als der Holzhauer kam, sprecht doch endlieh! Was geschah da?“ . ״Als, der Holzhauer mit seinem Pack um die Mitternachtstunde kam, da sah ihn der Rebbe beim fahlen Mondlicht scharf an und breitete die Hände gen Himmel aus. •Der Holzhauer fiel zu Boden... Alm Morgen fand man den Holzhauer mit dem Leichnam des vermißten Kindes \ tot daliegen, Und nun wußte alle Welt, wie sich die ,Sache in Wahrheit verhielt. Die Gefahr war abgewendet“ ■*־־־־ •— 4־ל ״Ist es* wahr, daß bisweilen um Mitternacht wie süßer Ehgelgosang, wie himmlischer Harfenklang aus demQemachÖCS Rebben ertönt und alle Zuhörer in den angrenzenden Räumen in heilige Begeisterung versetzt?“ fragte ein Jüngling, der wohl zum erstenmal die Reise pach Doragosa machte, ״Ob es wahr ist?“ lachte ein Älterer, graubärtiger Mann. ״Wer diese himmlischen Töne nicht gehört, ist der wahren Weihe, welche vom Rebben ausstrahlt, nicht teilbaftig geworden... Tage, vergehen, zuweilen auch Wochen und Monate, ohne daß ein solcher Ton gehört; wird, Und wir warten, darauf wie auf Regen nach langer Dürre, auf Sonnenschein nach hartem Winter... Es ist still im heiligen Gemache ״•״ das bedeutet nichts Gutes. Man trauerHn den: hoh w RegJonen und irgendwo *in der Welt ist etwas aus de» Fugen geraten,.. irgendwo haben Menschen gelitten, Juden geblutet... dann erheben sich auf einmal, so von ungefähr, ganz plötzlich und unerwartet die bekannten Töne. Man sammelt sich in den umliegenden Gemächern und man horcht voll heiligen Schauers. Man lauscht den süßen. Melodien, bis der letzte Ton verklungen ist. Dann ist alles anders, besser heiterer ... und die Schechinah leuchtet auf des Rebben Antlitz im vollsten Glanze... Wohl dem, dem es beschieden! ist, in solch geweihter Stunde mit seinen Leiden und ,Sorgen vor den heiligen Mann zu;treten. Ihm ist dann Hilfe sicher... “ Die Pferde hielten an, das Geknarre der Räder hörte auf. Feierliche Stille herrschte ringsumher. Der Fuhrmann erwachte und stieg ab. Das Dorf war bereits in Sicht und nun galt es, das Gefährt langsam den Gipfel hinaufzuführen, um cs dann vorsichtig bergab ins Dorftal zu bringen. Sander saß während Jer ganzen Wagenfahrt still in seiner Ecke, in tiefes, finsteres Brüten versunken. David aber, der zum ersten Male diesen Weg machte, war ganz Ohr und hörte mit gespanntem Interesse auf die Er- Zählungen der Leute und ihre' begeisterten Kundgebungen, zu Ehren des gefeierten Rabbi, den Dankbarkeit und Bewunderung, gepaart mit aus reichem Gemüt quellender Phantasie, bereits zu Lebzeiten zu einer Sagengestalt gemacht hatten. Er, David, war eine nüchterne, aller Uebersöhwenglichkeit und mystischen Vorstellung abholde Natur, Nichtsdestoweniger hielt er aU die gehörten ,wunderbaren Berichte für wohl möglich, •Nur legte er sich de» Zusammenbang der Geschehnisse auf andere, etwas natürlichere Art aus, die seiner. Empfindung nach der Größe des Mannes, keinen Abbruch fat, sondern .sie vielmehr erst ׳in das richtige Licht rückte.,. Jetzt fuhren sie durch!״die breite Dorfgässe. Kleine graue Räusche» zu beiden Beite», durch deren;winzige vielteilige Fenst.erchen Frauen und Kinder ,neugierig dem Wagen nachsahen, Man sah,׳ nur wenige' Bauer». Aber von allen Seiten sah man bärtige, kaftanbekleidete Juden kommen, auch1 Greise, Frauen und geputzte Kinder; alle schienen frohgemut, aufgeräumt, in Erwartung starker Erlebnisse, voller Hoffnung ־,und Freude. •. , Vor einem langen, einstöckigen unü. ganz: w,eiß getünchten Giebelhaus bliebe» div Pferde von. selber, stehen*, ,Aus dem Hause kamen allerlei Gestalten. Viele blieben stehen und halfen die Kranken und Krüppel auslade», andere begrüßten sich stürmisch. Es schien so, als hätten sich Freunde und Verwandte aus verschiedenen Weltteilen zu einem großen Familienfeste eingefunden. ״Wir sind nun beini VRebben“, sagte. Sander zu David, der ganz unter dem Eindruck der Wagenfahrt stumm und voller Interesse die Straßenbilder im Dorfe und das lebhafte Treiben vor dem Palaste des Gefeierten verfolgte. XIX. Eine bunte Menge füllte den Vorsaal zum Zimmer des Rabbi. Kranke schilderten sich gegenseitig unter Seufzen und Stöhnen haarklein ihre Gebrechen und Leiden. Frauen mit sohreienden Kindern auf dem Arm flüsterten sich eigene und fremde Geheimnisse vertraulich zu. Auch besser gekleidete Leute gingen, etwas überlegen, im Zimmer auf . und ab und trällerten ungeduldig irgend eine Synagogenmelodie. Ein kleiner rühriger Mann in langem Talar und mit gekräuselten Seitenlöckchen schrieb in . , sehr selbstbewußter• Haltung auf kleine Zettel die Namen der Anwesenden und verschwand in der Tür zum angrenzenden Gemache, Schon nach einigen Augenblicken erschien der Mann, der ״Gabbe“, wie man ihn nannte, wieder auf der Schwelle undi rief , mit heiserer Stimme: ״Sander wird gebeten!“ Mit neidischen Blicken verfolgten die Anwesenden, die zum Teil Schon lange harrten, Sander, der nun eilig dem Rufe folgte. Auch David blieb im Vorzimmer zurück und war bald in eine lebhafte Unterhaltung verwickelt, Das Empfangszimmer, in welches Sapder getreten war, war ein kahler, peinlich sauberer Raum, Die Wände hatten unten eine braune, glatte Holzbekleidung und oben vielsicbtige Holzregale, die ganz mit Büchern angeftillt waren, Vor einem Pult in einer Ecke, auf dem ein Foliant abgeschlagen lag, stand der Rabbi, ein mittelgroßer, breit* sehultriger Mann mit halbergrautem, wallendem Barte, bis zur Stirn, auf de'r das, große Tefeiungehäuse ruhte, in den Talis..gehüllt. Vorne, wo die Tausenden' auseinander״ gingen, schaute das eigentliche Gewand des Rabbi her- Vor, ein weißseidener. Talar.. der um die Lenden mit einem , breiten, gplödurehwirkten Gurt befestigt war, Sander trat in die Mitte des Zimmers und senkte verlegen das Haupt, Er hatte so viel, auf. dem Herzen, fand aber, beim..ersten Anblick des gefeierten Mennes nß$1t das .‘richtige Wort zur Begrüßung oder zur Präzisierung seiner Wünsche. (Fortsetzung folgt,)

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