Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 7 (16.2.1934)
- Date
- 1934-02-16
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Steift ' JÜDISCHE PßESSlE Größe politische ßedie des Sejmdepütterten Ober* rabbifler Lettin. Anläßlich der ßüdgetdeMtfce im ßötoteeäefi Abg6ördftetenhaüä Hlell dif Äj^iÄliÄi Deputierte» Ober« rabbiner Lewin-Rzeazotv, eine fföie politische ftede, die Sichtlichen Eindruck auf das fanse MäüS fiiaölite. OberMbb. I.ewm förderte Attihebung der 8#&0£1* sonntegSruh e für Juden» ätaatskrödile für jüdische Kreditgenossenschaften, gleichmäßige Verteilung der Steuer 1 asten auf alle Bürgerschichten und Auf« nähme von Juden als 9laäisbeamte» Bie jüdlsehe Bevölkerung» sagte Rabbi Lewm, ist von dem um erschütterlichen Willen erfüllt» für das Staatswohl und die Größe des wiedererstandenen Polen m arbeiten» aber sie wartet auch mit Ungeduld, daß endlich ihre Be* lange, betreffend die volle bürgerliche Gleichberecht i g u n g, verwirklicht werden. Bolen duldet keine Bassen* und Pogromhetze. ln der Sitzung des polnischen Sejm, in der das Budget des Innenministeriums behandelt wurde, hielt der Nationaldemokrat Bielecki eine antisemitische Hetzrede. Innenminister Pieracki erwiderte: ״Ich benütze die Gelegenheit, üm nochmals unmißverständlich festzustellen, daß wir keinerlei Terror, sei es individueller oder kollektiver Art, dulden werden. Wir werden nie einen Rassen- und NationaUtätenkampf zulassen, da ein solcher dem geschichtlichen ־ Geist unseres Volkes zuwider ist. In Polen bildet die Gleichberechtigung aller Bürger die Hauptgrundlage der Staatsmacht.“ Marschall Pilsudski — ein aufrichtiger Judenfreund Anläßlich eines Empfangs zu Ehren des'Marschalls Pilsudski in Wilna wurde dem Marschall mitgeteilt, daß das jüdische Krankenhaus der Stadt infolge gewisser behördlicher Maßnahmen geschlossen werden soll. Marschall. Pilsudski erklärte sofort, sich für die bedrohten jüdischen Interessen einsetzen zu wollen. Er sagte wärtlieh: ,,Den Juden Wilnas soll, Gott bewahre, kein Unrecht zugefügt werden.“ Dank dem Eingreifen Pllsudskis wurde das Fortbestehen des Krankenhauses gesichert. S&41SCHOKOlAOt IN APOTHEKEN •1• IVERIf™ Agudistische Chaluzim aus Polen auf der Durchreise in Wien. Die zweite Gruppe agudistischer Chaluzim aus Polen, die, mit Zertifikaten aüsgestattet, am Montag dieser Woche Warschau verlassen haben, sind Dienstag früh in Wien eingetroffen,.um nach kurzem Aufenthalt die Reise nach Triest fortzusetzen. Die Gruppe, etwa 20 Personen, befand sich in denkbar bester Stimmung. Infolge, der Unruhen hatten sich leider nur einige Unentwegte am Bahnhof zum Empfang und Abschied eingefunden. Wir wünschen unseren braven Pionieren — zlach u’rehaw! כשר SCHOKOLADE UND KAKAO die einzige bekannte Marke — feinst und billigst! Mokkabohnen, Bitterpastillen, Haselnuß- Block-Schokolade in allen Packungen. Unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabb. S, Fürst (Schiffschul). Alleinvertrieb: Niederlage Gita, Wien, II., Schönng. 13 (R-44-4-61) Vom Wiener Stadtschulrat konzessionierte JilDISCHE KOCHSCHULE Streng koscher ' Lettuno: C. Schwur z Diätkurse, einfache bis feinste Küche, Rohkost, Nationalspeisen Anmeldungen, Auskünfte: Wien II, Hollandstrasst Nr. 2, Hl. Stiege 1/41 a Zur täglichen Mundpflege ein eigen# Sie brauchen nuf fü Ihrem Fachgeschäft eirti Flasche des bekannte« Mundwassers ÖDÖL zu K8 18.— zu verlangen und Sie bekümmert bis auf weiteres einen schönen Pollopasbecher unberechnet dazu. Da diese Becher in 6 leuchtenden Farben erhältlich sind, so kann jedes Familienmitglied seinen eigenen Becher sofort an der Farbe erkennen. ODOL-Mundwassei* cJesinfiziert den Mund und half den Afem frisch. WllfiiÄiüinr Gehen Sie baldi Die Mazzos-Erzeugung am laufenden Band. Wir erhalten von Oberrabbiner Em. Efer in Jol (Jugoslawien) ein Schreiben, in welchem er in ausführlicher Weise auf die Gefahren in bezug auf Chomez bei Benützung eines Förderbandes bei der Herstellung Von Mazzos hinweist. Raummangels halber können wir den Artikel leider nicht zum Abdruck bringen. Es soll aber bei dieser Gelegenheit ganz besonders darauf aufmerksam gemacht werden, daß nur solche Mazzos verwendet werden dürfen, die in einer unter orthodoxer rabbinischer Aufsicht stehenden Bäckerei. erzeugt worden sind, da nur in solchen Betrieben auf die peinlichste Einhaltung der Vorschriften geachtet wird. Hochzeit im Hause von Reb Awrohom Hescbel כליט״א *) Zu einer freudig gestimmten Hochzeitsgesellschaft schloß sich die gesamte Wiener Orthodoxie am Mittwoch Chamischo-Ossor b’Schwat anläßlich des Hochzeitsfestes der ältesten Tochter des Herrn Rabbiner Abraham Heschel mit dem Sohn des Stanislauer Raws, Oberrabbiner Horowitz, zusammen. Wenn es noch eines Beweises י der ungeteilten Beliebtheit des ehrwürdigen Brautvaters bedurfte, so war hier der Beweis reichlich geliefert, durch die ungezählten Massen aller Kreise der Wiener .Tudenschaft, die sich zu der für 4 Uhr nach-. mittags angesetzten Trauung in der;Schiffschul eilige-” funden hatten. Zur angesetzten Stunde herrschte bereits ein solches Gedränge, daß die Massen durch die den Ordnungsdienst versehenden Polizeibeamten . nicht mehr in Schach gehalten werden konnten. Den Trauungsakt vollzog Se. Ehrw. Herr Oberrabbiner Fürst, während die Brochaus vom Stanislauer Raw gesprochen wurden. Beim Festmahl, das •in beiden Sälen des Hotel Continental stattfand, waren gegen zwölfhundert Teilnehmer erschienen, unter welchen man sah: den Brautgroßvater Se. Ehrw. Herrn Großräbbiner Israel Heschel- Kopyczince, Se. Ehrw. Herrn Großrabbiner Friedmann- Husiatyn, Se. Ehrw. Herrn Großrabbiner M. Friedmann- Krakau, die ehrw. Herren Großrabbiner A. J. Friedmann- Sadägora und M. Friedmann-Sadagora, ferner die Schwäger des Brautvaters, :Großrabbiner Heschel-Tarnopol und Oberrabbiner Hager-Wischnitz, sowie alle in Wien anwesenden Rabbiner und Rebbeim. Das Festmahl dauerte bei verschiedentlicher Ab- Wechslung bis zum frühen Morgen, bei welchem die Gäste ein Fest von kaum dagewesener chassidischer Schönheit erlebten. Das Hochzeitsfest selbst dauerte volle acht *) Dieser Bericht war schon für unsere vorwöchige Nummer gesetzt und ist nur durch ein uns selbst unbegreifüches Versehen nicht erschienen, was wir außerordentlich bedauern. Tage und gab der. unübersehbaren Menge von Freunden und Anhängern des ehrw. Brautvaters Gelegenheit, dem■* selben ihre unwandelbare Liebe und Treue deutlich zum Ausdruck Zu bringen. Auch wir unsererseits wollen in der Schär der Gratulanten nicht fehlen und .wünschet! dem ehrw. Brautvater, daß er an Kindern und Kindeskindern echt jüdischen נהת erleben möge und daß das Haus des jungen Paares ein בית נאמן לה׳ ולתורתו werde. Das schöne Höchzeitsfest ütid der prächtige Glanz, Von dem es durch die teilnehmenden Persönlichkeiten umschattet war, werden jedem, der selbst an ihm teilzunehmen die S'chiöh hatte, noch lange, lange in freudiger Erinnerung bleiben. Agudas Jisroel, Mädchengruppe Wien, Sohabbos Parschas Trumoh findet kein Vortrag statt. _ Bilder von Rabbi Josef B'aumgarten s. Z. 1. Anläßlieh der 1. Jahrzeit von Rabbi Josef Baumgarten s. Z. 1. wird daran erinnert, daß in der Redaktion der ״Jüdisehen Presse", sowie in der A.־ J.-Jugendgruppe restliche Porträts des Niftar zu haben sind. Das Reinerträgnis fließt dem ״Keren Jose f“, einem Fonds zur Unterstützung armer Jeschiwoh- Bachurim, zu. Kultusgemeindewahl in NeunkircKen. Sonntag, den 21. Jänner, fand in Neunkirchen die Neuwahl des Kultus- Vorstandes statt. Die Orthodoxie nahm an der Wahl nicht teil, da keine Aussicht bestand, ein Mandat zu erlangen. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Hochzeit: Vergangenen Sonntag fand in W r. N e ustadt die Trauung der Tochter des Orts-Schochet, Fräulein Hermine Schulhof, mit Herrn Josef Leb Glaser aus Sobotka statt. Auto-Prüfung erleichtert. Unseren Lesern ‘ empfehlen wir die kostenlose Besichtigung eines einzigartigen neuen Leihrbehelfes — des elektrischen Lehrchassis in den renommierten Neudegger Fahrschulen. Wien, VTEI., Neudeggergasse 18, Tel. B-46-5-72, und Inzersdorf (N.-Oe.). Diese Schulen empfehlen wir als solide, ohne Lockpreise arbeitende Institute. Referenzen in der Redaktion dieses Blattes (Tel. A-46-0-15). E £)ie 2301ft3tümtid)hc1t ber öbol ist nicht nur sprichwörtlich bekannt, sondern hat sich auch kürzlich bei einer Rundfrage einer der bedeutendsten Zeitungen unsere Landes erwiesen. Es wurde ׳bei dieser Gelegenheit nur die Kontur der Zahnpastatube mit dem Wart ״Zahnpasta“ gezeigt und gefragt, ■um welche Marke es sich handle. Zirka 75 Prozent der Einsender haben sofort einwandfrei die einheimische Zahnpasta Odo l erkannt, die infolge ihres erfrischenden Geschmacks und ihrer großen Ausgiebigkeit allgemein geschätzt wird. Erzählung von S. Wie z. (Fortsetzung) [33J ״Ja, sie kommt wieder raus“» jubelte die Mutter, wieder ganz umgestimmt und ihr Gesicht heiterte' sich wieder auf. ״Nicht wahr, Herr Borisowski? Sie kommt wieder, dachte es mir doch gleich, daß Sie uns beistehen und helfen. Sie sind ein guter, edler Mensch und werden meine Worte, die ich vorhin in Angst und Erregung gesprochen, nicht übel aufnehmen. Sie werden uns unser Kind wieder bringen. Wann, Herr Borisowski, wann?“ Sie ergriff seine Hand und schüttelte sie voll glühender Hoffnung. ״Ich werde sie holen, sobald die langweilige, aber leider unvermeidliche Vorbereitung zum Taufakt vorüber ist, denn Marjanka gehört mir“, sagte Borisowski trocken und selbstbewußt. ״Waaas?“ ״Wir haben uns Treue gelobt, und Marjanka wird, sobald ■sie Christin ist, mit oder ohne Segen der Eltern, meine Frau werden,--Doch darüber ein andermal--“ ״Ach!!!“ —-- Es krachte etwas. Es war der Stuhl, auf den sich Debora gelehnt hatte, und die Frau stürzte schwer zu Boden. Eine große Aufregung entstand. Sander und Samuel brachten die wie iebios daliegende Frau auf das Sofa. Man holte Wasser, Erfrisehungsmittel und schickte nach dem Arzt, Auch Borisowski näherte sich dem Sofa und schickte Sich an, Mänuern» die sich um die Ohnmächtige betnüHtien, Hilfe zu leisten; da öffnete die Kranke die Augen, sah starr um sich und machte, indem sie einige unartikulierte Laute von sich gab, eine heftige und abwehrende Handbewegung nach dem Verwalter. ״Ich bitte Sie, Herr Borisowski, das Zimmer zu verlassen!“ sagte Samuel fest und ohne besondere Erregung. i ״Meinetwegen“, sagte der Verwalter. ״Ich kam in bester Absicht, euch zu warnen, und bitte euch, in eurem Interesse, die Sache zu beachten» Im übrigen tut es mir Aufrichtig leid, daß ihr meine Worte so aufgenommen habt. Ich wünsche gute Besserung! — —״ — ־ Und er ging» XVIII. . Länger, als sonst auf kleinen Stationen Üblich, mußte der kleine Zug der Nebenbahn auf der Station B, halten. Der Verkehr wickelte sich hier etwas schwerfälliger und langsamer ab. Schwarze Scharen bevölkerten den Perron. Greise, Frauen, Kinder und junge, vollbärtige Männer, die meisten in Kaftane gehüllt, auch viele Kranke und Krüppel, stiegen aus und ein. ״Die Gäste des Wunderrabbi, der ungefähr eine Stunde weit von hier seine Residenz hat“, erklärte der zum Warten verurteilte Schaffner einem Fremden gemütlich. Einige große Leiterwagen harrten wenige Schritte vom Bahngeleise entfernt der Aussteigenden. Die Fuhrleute zankten sich um das lebende Gut. Die Passagiere feilschten um den Fahrpreis. Viele hilflose Kranke und Krüppel wurden auf den Wagen geladen. Manche musterten nachdenklich ihre" Börse und schlossen sich dann den Gruppen an, die den Weg nach Doragosa zu Fuß nahmen. Sander und David bestiegen einen der Leiterwagen, der bereits gedrängt voll war und immer noch neue Menschenfracht aufnahm. Der Bauer machte noch gar keine Miene zum Abfahren. ״Hieher, Freunde! Noch viel Platz darin!“ lud er die strömenden Massen ein. Die Kranken stöhnten und rangen nach Luft, andere, denen man im Gedränge auf die verkrüppelten Füße oder auf wunde Körperstellen getreten, schrien schmerzvoll auf. Viele Stimmen lärmten wirr durcheinander. Zwei bärtige Männer, die sich wohl, lange Zeit nicht gesehen haben mochten, reichten sich über die Köpfe der anderen die Hände und machten Miene, sich in aller Gemütsruhe, ohne Rücksicht auf die Knochen ihrer Nebenmenschen, zu umarmen. Schimpfworte, wilde. Schreie, auch Rippenstöße flogen hinüber und herüber. Dazwischen Stimmen zweier Chassidim, die sich im gedämpften Fistelton über die Größe und Wunderkraft des Rabbi unterhielten. Und mitten in dieses ohrenbetäubende Stimmengewirr rief jetzt der Fuhrmann sein erlösendes ״Hio!" hinein. Der vollgestopfte Wagen setzte sich in Bewegung. Der Weg war schief und holperig und führte durch eine Qde und steinige Ebepe. Die ausgemergeltep Gäule trappelten langsam, vorsichtig auf der ihnen bekannten Straße und der Fuhrmann auf dem Bock schnarchte hörbar. In den Menschenknäuel, der den Weg füllte, war jetzt, nachdem sich jeder mit seinem Platz Und seiner Lage wohl oder übel abgefunden, etwas wie Friedens- Stimmung eingezogen, und'die Unterhaltung wurde einheitlich, Natürlich drehte sie sich um das Ziel der Pilgerfahrt, um den Rabbi. ״Gesund, he?" sagte' der Mann mit der dünnen Fistelstimme in Fortsetzung eines vorhin mit seinem Nachbar begonnenen Gespräches. ״Er ist jetzt gesund und munter wie ein Fisch, arbeitet, handelt, lacht und tanzt, So gesund soll ich mein Lebtag sein,“ -{.״®pfechfc Ihr von Bär, dem Eierhändler?״ fragte jemand.■ ״v - ׳ ״Von Bär! Von wem denn sonst“, antwortete der Erzähler. ״Kennt Ihr ihn auch? Er war ganz von Sinnen, der arme Mann, er hatte großen Geldverlust, Hausärger usw. Nun saß er den ganzen Tag, lachte und weinte,^ wollte nichts von seinem Geschäft mehr wissen, auch' nicht von seiner Familie, wich jedem Menschen aus. Die Aerzte rieten, ihn im. einer Anstalt unterzubringen. Frau und Kinder waren verzweifelt... Da brachte man ihn zum Rebben. Dieser sah ihn mit dem heiligen Feuer seiner Augen an, er nahm ihn vor, allein, um die Mitternachtstunde. Keiner sah ihn aus dem Zimmer kommen, keiner weiß, wo er die Nacht zugebracht... Und am zweiten Morgen sah man Bär frisch und gesund. Er lachte, aber nicht mehr so wild und blöde wie früher, sondern wie ein Kind, das aus einem bösen Traum erwacht. Und nun fuhr er heim und ist seitdem ein Mensch wie alle Menschen.“ ״Wenn der Rebbe betet“, fiel ein anderer ein, ״dann füllen Engel die Luft und greifen jedes Wort, jede Träne auf, um!sie vor den Thron Gottes zu bringen...“ ״Ja, man muß den Rebben beten und seufzen hören“, bestätigte wieder ein anderer. ״Seihe Seufzer spalten den Himmel und bahnen sich einen Weg zu Gott. Er weint um Israels Leiden und betet auch für ganz Israel... Habt ihr schon die Geschichte vom Holzhauer gehört?“ ״Ach, erzählt sie, erzählt sie“, schrien mehrere Stimmen zugleich. ״Da war ein Kind verschwunden“, fing der Sprecher unter weihevoller Stille an. — Es schien, als verlangsamten die Pferde ihre Schritte, als dämpften die schweren Räder ihr Geknarre, als neigten die am1 Wege stehenden Bäume ihre Häupter, um dem Berichte zu lauschen... ״Ja, ein Kind verschwunden, weiter!‘ drängten die Hörer ungeduldig. ״Es war kurz vor Pessach — da hieß es natürlich, die Juden haben es umgebracht, um das Blut für die Mazzoth zu verwenden. Als aber der Holzhauer, der das Kind umgebracht hatte, von diesem blöden Gerücht vornahm, freute er sich sehr und erbot sich sogar, die Schuld der Jpden zu beweisen, Nachts trug er den Leichnam in den Synagogenhof und wollte ihn dort in irgepd einer Ecke verstecken!, die er später vor der Polizei und dem erregten Volke zu entdecken gedachte... Bedenket, was aus der Gemeinde geworden, wie es uns allen ergangen wäre, wenn der Mörder sein Vorhaben ausgeführt hätte“ ״Weiter, weiter!“ drängten die Leute, die nach dieser Reflexion des Erzählers eine Abschweifung befürchteten. Der Berichterstatter nahm gemütlich eine Prise, reichte die Pose unter den Umsitzenden und Umliegenden herum, räusperte sich und erzählte, indem er die Stimme senkte, weiter, (Fortsetzung folgt,)