Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1934-02-16 · 7 (16.2.1934) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
7 (16.2.1934)
Date
1934-02-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2629891-2630538-2630545--4656-2636858
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

5 entity mentions

fltvtittOifift itfplatnd pmfom riadlt!mit * teiöifalöt f Bratislava «la. 41MMÖ-20. gmuqfiff fttüK Verleger versend«* ״ v Journal «i$i1f* p&t PMtim V. b. b. JÜDISCHE PRESSE ORGAN FÜR DIB INTERESSEN DBS ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration 1 Wien, II.', Malzgasse 12a, Telephon A-46-0-15. Tschechoslowakei: Bratislava, Postfach 381. Jugoslawien: Subotica, Zrinjski trg 31. Erscheint jeden Freitag. Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag. Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 150, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer öst. Gr. 40. Zahlungen für ״Jüdische Fresse“, Wien, auf fol* gende Postsparkassenkonti: Wien Nr. D-93.614, Brünn Nr. 126.058, Berlin Nr. 122.019, Budapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 190.409, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VtCt, 4117. Nr. 7 . Wien-Bratislava, 16. Februar 1934 .ב״ה ווינא-פרעסבורג א׳ אדי תיצ׳ד 20. Jahrg. Im 1. Jahrzeitstage von Rabbi Josef הי״ל ׳ ״ ״ Es ist nahezu ein Jahr verstrichen, seitdem die thoratreue Judenheit Wiens einen ihrer grüßten Führer verloren hat. Am 6. Adar begehen wir den ersten Jahrestag nach Reb Josef Baumgarten זצןק*ל . In tiefer Ergriffenheit gedenken wir seiner und möchten nicht die kaum vernarbte Wunde wieder aufreißen. Es ist nicht ״jüdisch“, sich der Trauer länger als ein Jahr hinzugeben, auch wenn der Verlust noch so groß war. Doch können wir uns einer stillen Wehmut nicht erwehren, wenn wir uns in die Zeit versetzen, in der dieser große Jude unter uns wandelte. Wo wir in seine gütigen Augen schauen konnten, wo wir seine liebevolle Stimme hören durften. Wie schön waren unsere Feste, solange seine heilig-heitere Persönlichkeit sie umstrahlte! Wie inbrünstig verliefen die Stunden der Einkehr, Wenn wir sie in seiner Nähe verbrachten! Wie erhebend die Gebete, wie trostvoll auch die vorgeschriebenen Trauertage! Er schien wie eine unversiegbare Quelle, aus der der Schwache Kraft, der Bedürftige Hilfe, der Trauernde Trost und der Verzweifelnde Hoffnung schöpfen konnte. Als er vor einem Jahre die Augen für immer schloß, da schwebte auf unser aller Lippen die bange Frage: Wie werden wi r, denen er so vieles gab, die nächste Zeit überstehen? Wie wird sich sein Verlust auf das jüdische Gemeinwesen in Wien auswirken? In der Aguda, Kehilla und Bes Hamidrasch? Was wird mit den Institutionen geschehen, die er schuf oder mit auf baute, deren Leben von seinem Flammengeist gespeist wurde? Wenn wir heute, nach einem Jahr!, Rückschau halten, müssen wir uns die trostvolle Antwort geben: Nichts ist zusammengestürzt, nichts ist ב*ה verlorengegangen. Es besteht zweifellos eine Lücke, die noch nicht vollkommen ausgefüllt ist. Aber alle״seine Schöpfungen bestehen, ja sie sind vom selben Geist beseelt, der sie Jahre hindurch in Gang gehalten hatte. , Das Werk hat den Meister überlebt, weil der Geist, den er wachgerufen, seine Wirksamkeit nicht verloren hatte. Der Keim, den er sätel, sproßt weiter. Wie das möglieh war? Vor allem ist es dem Umstand zu danken, daß der Mann, an dessen Seite er Jahrzehnte lang seine segensreiche Arbeit leistete, אדמו׳ר הגאון ר׳ ישי׳ פירטט שליט־א der ihn in seinen Bestrebungen so tatkräftig förderte und unterstützte, aufopferungsvoll alles aufwendet, uns den schweren Verlust erträglicher zu gestalten. Die doppelte Last ruht nun auf seinen Schultern. Noch größere Verantwortung beflügelt seine weise und umsichtige Führung ה׳ יאריך ימיו. Er ist es, der unseren jungen, hoffnungsvollen Dajan מהו׳ ר׳ שלטה שליטיא väterlicher Freund und Berater ist. In dem Sohn des großen Toten reift!eine neue Kraftquelle des jüdisehen Lebens unserer Stadt heran, die berufen ist* die Kontinuität mit dem altbewährten Geist herzustellen, und dessen Wirken heute schon zu den schönsten Hoffnungen Anlaß gibt. —y• * I Dev siebente Adar Der Todestag unseres großen, Lehrers Mosche gilt auch dem pietetvollen Gedenken jener im Laufe des Jahres dahingeschiedenen treuen Jünger Mosche Rabbenus, die seine Thora gelehrt und ins Leben umgesetzt haben. In erster Linie trauert das ganze jüdische Volk um den unersetzlichen Verlust der vier größten unseres Geschlechtes, des Rabbi Israel Meier Hakohen, Baal ״C h ofez Chajim'1, Radin, des Rabbi Meier Schapira-Lublin, des Rabbi Mosche Mordechai Epstein, Slobodka-Hebron, und des Rabbi Israel Friedmann, Czortkower Rebbe. Von uns gegangen sind ferner: Oberrabbin^r Jude Goldstein, Sabinov; Oberrabbiner Josef Nechemja Kornitzer, Krakau; Rabbi Awrohom Weinberg, Sloniner Rebbe; Oberrabbiner Mosche Neumann, Zabokreki; Oberrabbiner Wölfisch Borenstein, Czenstochau; Oberrabbiner Henoch Freund, Enterdam; Rabbi Boruch Feiwelsohn, Radun; Oberrabbiner Zwi Hirsch Reichmann, Velke Ida; Rabbiner Alter, Sosnowitz; Oberrabbiner Samuel Ber Schwarzstein, Vrable; Oberrabbiner Salman Leb Grünwald, Jorer Raw; Rabbi John Kohn, Breslau. .זצוק׳ל׳ וי׳ע ועכ׳י, אמן Ein Besuch der Aguda• Mädchenschule in Mea Schearim. ln dem Meinungsstreit, dei״ ob der orthodoxen jüdischen Schulen in Erez Jisroel entbrannt ist, gewinnen diese Ausführungen einer früher in Deutschland jahrelang tätig gewesenen orthodoxen Pädagogin Interesse. — Redaktion. Ein November morgen in Jerusalem. Er hat nichts von der unfreundlichen Kälte, bei der meine Schulkinder daheim um diese Zeit fest verpackt durch den Nebel stapfen. Sonne liegt über dieser überglänzten] Stadt, deren schimmerndes Gestein alles Licht doppelt widerstrahlt. Sonne auch über Mea Schearim, dem Stadtteil des alten Jischuw, der in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr aus den! Toren des alten, des eigentlichen Jeruscholajim herausgezogen ist. Dieser Stadtteil hat wenig mehr von der orientalischen Romantik des Basarviertels, nichts von der Erinnerungsschwere der schmalen auf- und absteigenden Gäßcheni, den merkwürdig abgeschliffenen Steinen des alten Jeruscholajim, denen] Kosel Maar'owi und die Nähe des Har Habajis, die ehrwürdigen Bote-Kenesses und Bote-Midrasch, Heiligkeit geben. Mea Schearim ist mitten] in Jerusalem die jüdische Kleinstadt Osteuropas. Und so müssen wir uns auch seine Schulen denken. Alles ist viel nüchterner als die Chadorim drüben am Deutschen Platz mit seiner überwältigenden Sicht auf den! Tempelplatz. Einfache,. man darf sagen, freudlose Schulräume. Aber — und das ist doch mein nächster Eindruck — die Kinder, welche die Räume beleben, wirken nicht freudlos oder verkümmert. Es sind frische, geweckte Mädchen, die sich lebhaft am Unterricht beteiligen. Ihr Alter habe ich nicht mehr genau im Gedächtnis. Sie dürften unseren! Volksschulklassen entsprechen, von 6 bis 14'Jahren etwa. Der Unterricht der oberen Klassen] interessierte mich vor allem und dabei in erster Linie die jüdischen Fächer, die neben Rechnen und Handarbeit wohl den wesentlichen Lehrstoff darstellen. Ich war darauf vorbereitet, daß die An unsere Leser! Die Ereignisse dieser Woche, die vorerst das Erscheinen dieser Ausgabe Überhaupt in Frage stellten, haben es uns unmöglich gemacht, die heutige Nummer gehörig vorzubereiten. Wir bitten unsere Leser, bei der Beurteilung unserer heutigen Ausgabe mit diesen Umständen zu rechnen, Die Redaktion. Leistungsfähigstes Möbelhaus M. Redler/ Wien 1/ Schotte!»Ing 35 Telephon A-12-9-78. Gesamtausstattungen von der billigsten bis zur feinsten Ausführung. Uebemahme sämtlicher Adaptierungen. Eigenes Zahlungssystem. Samstag geschlossen. ״Schomra'‘-Mitglied. Unterrichtssprache dieser Mädchenschulen in Jeruscholajim nicht das Hebräische sondern — das Jiddische^ der Jargon des osteuropäischen Städtels, ist. Man hat es mir des öfteren erzählt, mit mehr oder weniger Kritik ,im Tone. Ich muß gestehen, daß ich trotz dieser Vorbereitungen zuerst betroffen war, in dieser Stadt, in dieser Sprache, die Geschichte Davids erzählt zu hören. Für uns, die! wir, auch außerhalb von Erez Jisroel, darum ringen, in der Vätersprache rasch heimisch zu werden und auch unsere Kinder mit ihr auf wachsen und verp wachsen zu lassen, werden die Gründe, die hier Iwrith als Unterrichtssprache verbieten, nie ganz überzeugen. ׳ Aber, es wäre falsch und imgerecht, wollte man deswegen!, wie es oft geschieht, den Wert: dieser Schulen überhaupt leugnen. Es bleibt trotzdem viel Erfreuliches, Lebendiges an dem Unterricht dieser Mädchenschule! Ich erwähnte oben eine' Geschichtsstunde. Der Stoff umfaßt biblische und nachbiblische Geschichte, ist in Auffassung und Auswahl den Altersstufen angepaßt, nimmt, wie etwa im Zeitalter Alexanders, weltgeschichtliche Vorgänge sinnvoll herein. Es war ein Vergnügen zu hören), wie die Geschichtserzählung aus diesen Mündern sprudelte, und ließ auf eine lebendige, eindrucksvolle Darstellung durch die Lehrkraft schließen. Auch der Thilim-Unterricht machte mich aufhorchen. Diese schlichte, gemütvolle Interpretation der biblischen Gesänge. ließ mich sofort auf eine der Beth-Jakob-Lehrerinnen schließen!, deren Bemühungen um eine Hebung lind zeitgemäße Ausweitung des Unterrichtsstoffes sich deutlich zeigte. Bei dieser Thilim-Stunde erwies sich übrigens auch, daß das sprachliehe Verständnis der Mädchen keinerlei Schwierigkeiten bereitet. Die Tefilloh wird ausführlich durchgenommen. Chumisch wird in dieser Schule, die wohl darin typisch für andere dieser Art sein mag, nicht unterrichtet, von Tnach nur Thilim. Um so überraschter war ich, Kizzur- Schulchan-Aruch dort als Lehrstoff vorzufinden, in punktiertem Text allerdings. Man darf diese so notwendige Einführung in die Dinim des Hauses und in die ethischen Vorschriften — ich hörte den Abschnitt über Tierschutz — wohl doch als den Beweis einer Weiterentwicklung in diesen] Schulen werten. Es ist ja noch nicht so lange her, daß man bei uns diesen Kizzur-Schulchan-Aruch, der heute in das Programm fast aller A.-J.-Mädchengruppen aufgenommen ist, als höchst kühne Neuerung einer der ersten A.-J.-Mädchengruppen kritisierte. Auch Pirke Öwos werden gelernt, daß freilich die Schlauscho-Ossor Middos des Rambam zu diesem Lehrstoff gehören, mag befremden. Es zeigt aber jedenfalls das redliche Bemühen der Leitung, denl Unterricht stofflich und methodisch auszubauen, soweit es nur innerhalb der Grenzen dortiger Schultradition möglich ist, an die man sich streng gebunden fühlt. Ob diese Tradition tatsächlich mehr ist als schulisches Herkommen!, mögen Berufene entscheiden. — Mir oblag es, das״ an dieser Schule Lebendige und durchaus Positive aufzuzeigen, B, F. Lebensversicherungs- Gesellschaft ״PHÖNIX“ Gegründet 1882__ Aus dem Jahresberichte 1932: Versicherungsbestand .... 2728 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen .... 179 Millionen Schilling Garantiemittel ....527 Millionen Schilling Auszahlungen an die Versicherten.. 60 Millionen Schilling Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, öechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten. Die reisende Dame erhält bei mir schon Innerhalb 3 Stunden eine Individuell ihrem Gesichte entsprechend modellierte Perücke nfTIH ff j IV O PITT T? besitzet der weltbekannten Perikken־Ku1u»werk|tätte II IHM All obnlr r Wien 1, Kärntnerring 6 ^6׳Telephon Nr. U-47-1 -16 ^62565

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.