Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 2 (12.1.1934)
- Date
- 1934-01-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m 2; a.C. Öfö äfäbiäefws tÄg^lplg ^aläätiti1' veröffent* Mae eiiien Vorschlag der arabischen Führer, nach dem Pftiäitiää in effleä jüdische» Und einen aräbisehen K ä ä t ött eingeteilt Weftäm Soli. JerüSälett, Hebron, Bethlehem, Nazareth und Säfed sollen internationale religiöse Zollen außerhalb dieser geschlossenen Gebiete sein. Haifa soll zum Freihafen Gesamtpalästinas erklärt werden. Juden söllen in der arabischen Zone kein Niederiassungs- und Bödenkaufsrecht erhalten, während für Araber das gleiche in der jüdischen Zone gelten Söll. Jeder der beiden; Kantone soll seine selbständige Regierung haben, die gemeinsam einen Exekutivrat au bilden hätten, weicher mit der Vertretung der gemeinsamen Interessen betraut werden soll, per arabische Kanton soll ״Südsyrien'‘ und der jüdische Kanton ״Eres Israel" benannt Werdern Pie Zeitung meidet, daß der Vorschlag von den Juden abgelehnt wird, da er die jüdisehe Einwanderung begrenzen würde. ■ ־ ׳ ייt־ Südlich von Jerusalem sollen in einem Gebiet, das in alter Zeit ein Zentrum des Obstbaues War, wieder Öbs tpi an tagen errichtet werden. An der Straße nach Hebron in einiger Entfernung von den! Teichen Safomons ist . zu diesem. Zwecke ein Gebiet von SOOO.Dunam erworben worden, aüF dem 200 FamÜien auf der Grundläge des Obstbaues angesiedelt werden sollen, Bewässerungsmöglichkeiten sind in weitem Ausmaß vorhanden. IMS Initiatoren des Projektes stehen in Verhandlungen wegen Ankaufs weiterer Grundstücke in dieser Gegend. . . ... lo^Ras el Ain bei Petach Tikwah hat die Kommission ׳Zur Unterbringung von Neueinwanderem, 1000 Dunam zur Anlage einer neuen Arbeitersiedlung erworben. Das Grundstück grenzt an das Araberdorf Pajja und an das Gebiet der Yarkon-Konzession. Ge-, plant ist die Ansiedlung von . 200 Familien, davon 50 Famüiefi deutsch-jüdischer Einwanderer. Die Übrigen Siedfer sind landwirtschaftliche Arbeiter aus der Scharon- Ebene und aus Judäa. * ״ Im Jahre 1933 sind 2025 jüdische Einwanderer mit einem Eigenvermögen von je mindestens 1000 Pfund ins Land gekommen. Durch diese Einwanderer wurden somit mindestens zwei Millionen Pfund nach Palästina ge- : bracht.v Außerdem sind die Gelder zu berücksichtigen, die durch Institutionen ins Land gesandt oder von Touristen investiert wurden, die später das Land verlassen haben. In den vorangegangenen Jahren war die Kapitalistenein- Wanderung weit schwächer. Die Direktion der Schiffsgesellschaft Lloyd Triestino hat sich an die italienische Regierung um die Erlaubnis gewandt, den Schiffsverkehr nach Palästina auf die Hälfte des bisherigen Umfanges einschränken zu dürfen, da infolge der durch die Palästina-Regierung vorgenommenen Einwanderungs- Einschränkung die Zahl der jüdischen Schiffspassagiere letztens auf 30 Prozent gesunken ist. Diese Einschränkung soll vorläufig nur über die ״tote Saison", bis Ende Februar, gelten. ']."■׳ ׳ Im Ruthenberg-Elektrizitä.tswerk am Zusammenfluß des Jarkon ugd des Jordan ' wurde eine dritte Turbine für 8000 Pferdekräfte aufgestellt. Die Gesamtleistung des Elektrizitätswerks ist damit auf 24.000 Pferdekräfte gestiegen. Der Ausbau des Elektrizitätswerks ist durch den erhöhten Bedarf an Strom für Licht und Kraft notwendig.'geworden. Man rechnet damit, daß 4» absehbarer Zeit eine vierte Turbine aufgestellt werden wim. *״■-•׳ •־ , י ׳ . * ׳- Arabische\ Zeitungen berichten, daß Captain Williams, der Direktor der Sulphur Quarries Ltd., die eine Lizenz erworben hat, in Südpalästiha nach Schwefel zu forschen und etwa vorhandene Lager abzubauen, 200 Kilometer südlich von Beer Sheba bei der Ort- Schaft Marschusch von Gold- und Mangankupfererze n gefunden habe. Eine offizielle Bestätij gütig der Nachricht steht aus. '■asdsk ZUM WOCHENABSCHNITT 1n111m1111111n1t1mm111n11n11nn11n1111n1111nn111nnn11!1H!n111111111111m1111111111ü11nrnn1r1m1m1nmnm1m1mmmm Wenn Pharad ztt euch spricht: Weist euch aus durch ein Zeichen; dann spreche zu Ahron: . Werfe deinen Stab vor Pharao — er wird zur Schlange. Die Aegypter verstanden sich gut auf Symbole. Ihre Bilderschrift, ihre Kunst war voll von geheimen Zeichen und Symbolen, Man kennte voraussetzen, daß Pharao den verborgenen Sinn derselben verstehen wird. Der s t a b ׳*— er ist der G1 ä ü b ef der die sicherte Stütze des Menschen ist auf seiner mühevollen Erden- Wanderung, Wirft er ihn von sich, wird er zur Schlange, der Innbegriff des zersetzenden ünglaubens, die sein Glück auf Erden vergiftet. Wenn du weigerst, sic zu entlassen, so schlage ich dein Gebiet (bis zu den Landesgrenzen) mit Fröschen» ־ י k ׳ Die. Plage der Frösche brachte auch etwas Gutes: Frieden in einem alten Grenzstreit mit dem benachbarten Lande Kusch (Aetiopien). Die Frösche durften nach dem wörtlichen Geheiß Moses nur innerhalb des ägyptischen Hoheitsgebietes ihr Unwesen treiben — und durften auf fremdes Gebiet nicht übergreifen. So wurde eine alte Grenzstreitigkeit wirklich objektiv entschieden. (Schemos. iNMnNKMPHr »RlkiMMeillNilH» j!ןcitiiiiE KOCHSCHULC Streng koscher teitWijti 6. Sihtofg' . iiCikHfsv» «filtert« 6» tetoif« g«rt«, ReMtetl, Änrntldängen, Auttünfle: Wien 11; ttolUendstraitt Nt. &, Hi, Stug* tßl Auto-Prüfung erleichtert, Unseren Lesern empfehlen wir die kostenlose Besichtigung eines einzigartigen neuen Lehrbehelfes ■-־-־. des elektrischen Lehrchassis in den renommierten N e ü d e g g er Fahr sch ulen, Wien, VHI., Neudeggergasse 18, Tei.B-46-5-72, und Inzersdorf (N.-Oe.). Diese Schulen empfehlen Wir als solide, ohne Lockpreise arbeitende Institute. Referenzen in ־ der Redaktion dieses Blattes (m A-4Ö-Ö-15) ,׳ E l(Hllllllllllllltllillllllllllillllilllllllilllllllllllitlll1m1lillllll|i | ia Qualität BoroviCka םלח| § | SÜVOVitz 1 אף למהדרין מן המהדרין 5 erzeugt unter eigener strenger Aufsicht. In meiner* 5 s Brennerei wird das ganze Jahr hindurch ausschließ* s E lieh לשמח» Ware erzeugt, benützt werden nur ,לשטר» S 2 Kessel und Bottiche, somit wird gar nichts ge- £ S kaschert. s Rabba.) £ PTIJP HERZOG, Brennerei, Vrbovö, Slowakei. £ riiiiiiiiiiiiiiiiliiitiiiiiitiiitiiKtiiiiaiiiiiiiiiitiiiitiiiiiiiiiiiiiiiirR Tsche c 11 osIo wakei Dämmert es im Osten der historischen Länder der G S. R.? Fast schien es vor dem Weltkriege, daß die Pforten zu den einst so prunktvollen und rege belebten Hallen der Pflege jüdischen Wissens und. Gottesdienstes in. den historischen Ländern der Republik allzu schwer ins י Schloß gefallen wären, so daß die gegenwärtige Generation sich nicht der Mühe unterziehen wollte, sie wieder zu eröffnen. Noch gibt es weite Kreise, denen jüdischer Brauch und Sitte nichts weiter als ein bißchen blutleere ״Pietät" ist, die sie gar zu gerne mit ebenso mißverstandener fremdkultischer ״Pietät"• vertauschen, oder gar nur frivolen Höhn dafür übrig haben, doch die wuchtigen Hammerschläge vom Schicksalsbildner Israels und die mächtigen Stürme, die die jüdische Weltseele umwogen, haben auch hier die alten Verschlüsse gelockert, und es will scheinen, daß ״hejir bnej hamisroch" von der Ostfront neues Licht heranbricht. So manche' Gemeinde hat, dicht am Rapde des Abgründe stehend, die Wahl zwischen dem Sein und Nichtsein zu treffen gehabt, und ist zurückgewichen mit Wiedererwachendem Gewissen und Verantwortlichkeit, indem sie, ihre Aufgabe bejahend, wenigstens die primitivsten Forderungen des Judentums um dessen Erhaltung willen zu erfüllen versuchte.?1 Heute wollen wir vorläufig nur von zwei der bedeutendsten mährisch-schlesischen Gemeinden berichten, und es-soll uns •mut-alle Leser dieses.Blattes-freuen, ähnliche Feststellungen von recht vielen• anderen Gemeinden zu hören. ’״ •'.'-׳ירי'"'::'•f Die Gemeinde öesky Töäin, die mit dem jetzigen Cieszyn früher eine Gemeinde Teschen gebüdet hatte, ist nach dem Friedensschluß von Polen abgetrennt worden, ohne daß sie auch nur eine einzige selbständige Das Postfadi der^ ״Jüdisdien Presse״ in Bratislava fragt seit 1 .Jänner 1934 die Nummer 381י Wir bitten, bei Adressierungen stets diese neue Postfachnummer anzugeben. v ' Redaktion und Administration« religiöse Institution besessen hätte. Heute, nach einem kaum vierzehnjährigen Bestände, besitzt sie drei neue Synagogen, einen neuen Friedhof, eigene Schechita und Rabbinat, die Jugend sowie auch lembeflissene Erwachsene finden Thora- und Talmudbelehrung beit einer Anzahl gediegener Talmide-Chachomim und in neuester Zeit beteiligt sich auch die weibliche Jugend an Beth-Jakob- Kursen, welche von Bielsko aus dort eingerichtet׳ wurden. Auch in Mähr.,-Ostrau pulsiert frisches jüdisches Leben, wenngleich ein beträchtlicher Teil der dortigen Judenheit die jüdische Politik der jüdischen, Religion überordnet. •'י - Die. Bedürfnisse der Thoratreuen werden imj-allge- . meinen respektiert, ein großes, nach strengem Ritus ge-; führtes Bes-Haknesses nebst zwei polnischen, Minjonim ־ werden fleißig besucht, Midraschvorträge^ Misciinäjos- und Gemoro-Schiurim gehören zu den regelmäßigen Veranstaltimgen der dortigen Bildungsvereine. Erst yor kurzem hat der Mischnajos-Verein seinen Sijum auf Schass; gefeiert, wobei auch der verstorbenen Gedolim der jüngsten Zeit ehrenvoll gedacht wurde. Schließlich möchten wir noch die Gemeinde-Zeftüng ' des!»andesverbandes jüdischer• Kultusgemeinden , erwähnen, welche jedem Gemeindemitgliede zugestellt ־wird und die Tendenz verfolgt, durch Abhandlungen und Nachrichten aus dem jüdischen Leben in Gemeinde und Familie zur Belebung der jüdischen Zusammengehörigkeit und .des jüdischen Bewußtseins, beizutragen. Gemeindewahl in der Tyrnauer' orth« Kehillo. Diese Woche wurden die Wahlen. des Gemeinde- Vorstandes unter überaus großer Beteiligung abgehalten, Als Gemeindepräses wurde Herr Wilhelm Reich, gewählt» Der übrige Vorstand konstituierte sich folgend: I. Vize- Präses Hermann Kotl, H. Vizepräses Salamon Groß; Tempelvorsteher Israel Abeies; Kassier Paul Winter; Kontrollor Ignaz Schwarz; Vorstandsmitglied Alexander . Pollak. Die neue Gemeindeleitung wird' —- wie Ihr Berichterstatter erfährt —!in Kürze die Frage der Be- Setzung der Oberrabbinerstelle zur besten Befriedigung aller Kreise zu lösen versuchen. B. B.. . Gemeindewahl in Koäice verschoben. Die Neuwahl des. Vorstandes der orthodoxen israelitischen Kultus•? gemeinde in Koäice, die diesen Sonntag stattfinden sollte," wurde auf Anordnung der orthodoxen Zentralkanzlei auf unbestimmte Zeit verschoben. :1• .-I : I FEUILLETON ■ Der Märtyrer von Orkuta. Das Opfer einer Blutbeschuldigang. . : . (Schluß.) ’ ’ : Dieser Bericht vom 12. März 1765 besagt: ״Es wurden nur die Grade der Folter angewendet, wie sie die Praxis Criminalis zuläßt. Die Senatsmitglieder, •welche י zur Durchführung der Tortur entsendet waren, bezeugen unter Eid: der Lehrer von •; Adämfölde wurde im unterirdischen Gewölbe von 3/411 . bis 1/212 Uhr •gefoltert, die Folterung wurde von 1/24 bis! 1/«j5 fortgesetzt, sodann wurde ein Verhör ohne Zwangsmittel durchgeführt. . Angewendet wurden: die Fesselung, die eiserne Fingerpresse, ohne jedoch unter die Fingernägel einzudringen, das Eintreiben eines spitzen Eisens, wie es die Praxis Criminalis yorschreibt, Einzwängungen des; Schienbeines, die Leiter,. gewaltsame Streckung der ® Glieder, Brennung,. , des Körpers mit den Flammen \ brennender Lichter- Bei dem;Lehrer *vop Adämfölde wurde noch das Brennep mit glühendem Eisen angewendet imd bei der; Fortsetzung der Tortur in den Nachmittagsstunden ein; einzigmai das Schwefelpdsu?ter angelegt, Zum Schlüsse 4 wurde ihm mit Eintreibung ׳des glühenden Eisens in; die Geschlechtsteile wohl gedroht, jedoch ohne daß dies f oder auch nur eine Berührung mit diesem Eisen verwirklicht worden wäre. Ohne daß eisiges Wasser auf '• seine Wunden geträufelt wqrdmi ׳wäre, wurde die Folter ׳,;; rung:dann beendete i'.-:■'..::.;ג::-■:.;--׳; : Die perfi׳de Sippe def Juden be- I läs.tigt Eue rer .M&j es!tä t alleyheiligstC Ohren ungerecht m(it ihren uhverschämt e n. A n g a h e n. Denn daß der Lehrer von Adämfölde von dreiviertel 11 bis 2״ Uhr nachmittags gefoltert j iwar durch die Schwere Oes Delikts begründet, seine Konfrontierung 1mit, Lefkovits längere Zeit erforderte, Während der, Mittagspause wurde er nur le(ßfct§f gef^Ä uhd, mit einer winterlichen Decke verhüllt, d a nr i t sei h e im 1 "•1': Vי•!' '־ ‘,׳. .i׳' ,r:־ .....'״ ■■■>■ Leugnen beharrliehe See 1 e zum• Bekennen der grauenhaften Missetat bewogen werde. Von halb 4 Uhr an wurde die Tortur wieder aufgenommen und um halb 5 Uhr beendet. Fälschlich ist daher die Beschwerde der Juden, sie habe bis 9 Uhr 'abends gedauert. Sie verhöhnen auch, vergeblich mit bunten Farben das die übrigen Beschuldigten belastende Geständnis des Jakob Lefkovits, denn wiewohl dieser schon vom Beginn seiner Verhaftung den christlichen Glauben anzunehmen sich geneigt zeigte, wurde er nicht milder und nicht sanfter gefoltert, als es angebracht erschien, wurde er doch von Früh bis dreiviertel 11 Uhr der Folter unterzogen, bis; er dann die befragte Tat gestand, so daß Recht und Billigkeit seine weitere Folterung nicht zuließen. Alles dies war vonnöten, damit diese zufolge ihrer Natur und Veranlagung magische Sippe nicht durch irgend ' eine Za ubermacht oder Hexerei der Schmerzep der Tortur sich entledige." 'י• .« ' So erläg am 31. Jänner 1765 den Folgen der Folterung Moscheh Josef f ovits (Mosche ben Jizchak), der Hauslehrer bei Jacob Davidovits, dem Pächter in Adämfölde, zirka 41jährig, geboren in Neusandez. Sein Sohn Jizchak wurde zum Rabbiner erzögen, er ward Rabbiner des Als 6t ar ca er, später des Sirokaer Bezirkes, starb im Jahre 1824 in Nagy Sä ros (Velky Sariä) und wurde im jüdischen Friedhof daselbst bestattet. Ueber sein Gfäb wu^de später ein , Holzhäuschen (Ohel) errichtet. Sein Grabstein liegt in T'rümmem, zeigt aber noch leserlich die Aufschrift, in; welcher er als Sohn des Mosche , ben Jizchok Hakodosch bezeichnet wird. Dessen Sohn Mosche, der später den Familienr^ F r ä ii k e l anhaÜm, wurde 1770 geboren, wirkte 40 Jahre segensreich als Rabbiner der ,’Gemeinde ß e b e ä wä dös Bezirkesf starb im Jahre 1845 und rpht im Frisöhof lu leheä, Pie Aufschrift^^seines Gra^temös* bezeichnet ihn als den Enkel des Kodesch von Orkuta. Das letzte Aktenstück, welches den Prozeß b§י s schließt, ist das Reskript vom 17, April 1765, eigen-! händig gefertigt durch Maria. Theresia; t ״Ans Eurem letzten ,Beichte vom 18. März und״ seinen Beilagen erhellt, daß Samuel Schäpsa bloß ן durch die Anssage des gefolterten Jakoh Lefkovits bel lastet erschien, indem dieser von Schapsa gehört haben will, er sei Urheber des Mordes und er habenden Leich- י nam nach Orkuta getragen, — all dies; habe jedoch : Schapsa sowohl bei der Konfrontation als auch bei wiederholtem Verhör standhaft bestritten. Diese Beschuldi- : gung widerlegt auch die Aussage des christlichen . Kutschers, welcher den Juden Schapsa an diesem Tage x des Weges von Zeben nach seiner Heimat getroffen hat. ׳. Ueberdies ist die Aussage des Jakob L e f k o v i t s in - krassem Widerspruch mit der Zeugenschaft des jüngst getauften Knaben Ladislaus D a v i d o yi t s, — . die übrigen fünf durch Euch Verdächtigten, Jakob Davidovits, seine Gattin Anna, Jakob Markovits,' seine Gattini Coi‘ka'und Herschkö HÖrina 10vits, erscheinen durch gar keine Verdachtsmomente belastet. Deshalb haben wir alldies erwägend und wohl durchdacht, ghädiglich beschlossen: daß sowohl Samuel Schapsa, wie auch der Gomobosfalvaer Lehrer Jakoh Lefkovits, gleichob als hätten sie die Tortur bestanden, ohne etwas gegen sich selbst zu gestehen, noch durch Geständnisse anderer oder durch sonstige genügende Beweise des Verbrechens überführt, — ferner die übrigen fünf, die ohnehin schon lange'die Qualen des Kerkers erlitten, ohne weitere Folterung, alle, zugleich freizulassen und die ihnen bei der Inhaftnahme abgenornrnenen Sache zu rück zu st; ellen sind. Sie sind frei zu entlassen, sollte nur nicht etwa mit der Zeit einer oder der andere als Täter ־ des Verbrechens überwiesen werden, dessen Erforschung wir Euch auftr.agen. Diese unsere gnädige Resolution habet Ihr sofort .durchzuführen und uns zu berichten.‘* ־ Mit diesem Aktenstück war der große Judenprozeß geschlossen und zugleich die Tragödie von sieben einge-, kerkerten Juden erledigt. Etiöst war auch das Schicksal der־ in steter Todesangst bebenden Judenheit. der ganzen Umgebung. Seinen Abschluß fand zugleich für alle Seiten das System der Folter. Das Reskript־ Mafia, י Theresias vQm 2. Juli 1776 hat die Folter abges’chaf f t, Die*ungarische Gesetzgebung hat ihr mit dem Gesetzartikel 42־ vom Jahre 179Q für immer ein Ende׳ gemacht. ■! \ יי;.V