Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 20 (1934)
- Issue
- 1 (5.1.1934)
- Date
- 1934-01-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr, i JÜDISCHE MESSE Söite S | Tschechow 1 o wakei : 1׳ ׳ i ■ «■■■■■■■■■•■■aBfl«aaoaaa«M1aaaaiMta«««at«««aa1ta«aaaaa1B1at«11a•»•-•״•• ■**••»*•im Der Gemeindestreit in Munkatsch. Regierungskommissär eingesetzt. Gibt es eine Agudas-Jisroel-Landes- Organisation 1D der Slowakei? So lächerlich vielleicht diese Frage manchem erscheinen wird, so ernst und berechtigt wird sie von vielen aufgeworfen. Daß eine aktive Agudas-Jisroel-Jügend- Organisation in der Slowakei vorhanden ist, ist allgemein bekannt; diese arbeitet und leistet vieles und Bedeutendes auf allen Gebieten der Glaubenstreue und mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln. Wie steht es aber mit den Baale-Batim? Wie steht es mit den Ortsgruppen? Die Frage lautet nicht, ob eine aktive Organisation vorhanden sei, sondern ob es überhaupt eine solche in der Slowakei gibt, ob sie ü b e r h au p t etwas leistet. Man braucht nicht einmal lange darüber nachzudenken, um zu erkennen, daß in der Tat eine Dandesorganisation der Ägudas Jisroel in der Slowakei kaum vorhanden ist. Stellt man die heikle Frage: ״Wer ist der Landespräses?“, so bekommt man die vielsagende Antwort: ״Es müßte einer gewählt werden“. Vorige Woche fragte ich den Präses einer Ortsgruppe, wieviele Landes- Sitzungen von der Aguda in dem eben verlaufenen Jahre .abgehalten wurden, wie oft die Gruppen Berichte über die Tätigkeit der Zentrale erhalten haben, und ich bekam die Antwort: ״Wir hören von der Zentrale kein Wort!" Diese Zeilen sollen nicht allein Kritik darstellen, sie haben vielmehr den Zweck, vor allem uns selbst die Wahrheit zu sagen. Sie sollen dazu dienen, die schlummernden Kräfte in der Slowakei endlich aus ihrem langjährigen Schlafe zu wecken.; Zehn Monate sind verflossen, seitdem die schreckliehe Katastrophe über unsere Brüder in Deutschland hereingebrochen ist. Wir hätten erwartet, daß wenigstens solch schreckliche Ereignisse unsere Führer in der Slowakei dazu veranlassen werden, aus ihrer Passivität herauszutreten, um endlich einmal Positives zu schaffen. Wir׳haben geglaubt, daß die שב ואל תעשה - Politik nun einfür allemal aufhören und daß die ganze Orthodoxie in der Slowakei künftighin bloß konstruktive Arbeit leisten werde. Die Führer der slowawisChen Orthodoxie sollten sich einmal fragen: Was haben wir geleistet. und was wollenwir unternehmen, um die Not der jüdischen Jugend zu lindern? Mit Recht könnte so mancher diesen bedeutenden Persönlichkeiten zurufen: אל תהטאו בילד •' Versündigt Euch nicht an der jüdischen Jugend, versündigt Euch nicht an jener Jugend, die. bereits dem Cheder und der Jeschiwoh entwachsen ist, die sich bereits im praktischen Leben befindet und da erst recht Eures Rates und Beistandes bedarf! Eine der brennendsten Fragen ist die E r e z ־ J i sto el-Frage geworden. Fast das ganze Judentum ist wie von einem Fieber ergriffen, nur die Orthodoxie in der Slowakei, der doch מצוות ישוב ארץ ישראל zu allen Zeiten als etwas Heiliges gelten und das Heilige Land nicht bloß Zufluchtstätte sein, sollte, findet es noch immer nicht für notwendig, auf diesem Gebiete im Rahmen der Aguda etwas zu leisten. Wir kennen den Standpunkt der Kenessio Gedauloli zur Jewish Agency, wir wissen, daß ein An- Schluß oder eine Zusammenarbeit mit dieser Agency unmöglich ist. 'Sollen wir aber deshalb die uns gebührenden und uns von der englischen Regierung zugewiesenen Zerti- •fikate bei dieser Agency nicht abholen, bis wir eben in Genf unsere Rechte auf selbständige Erlangung von Zertifikaten durchgesetzt haben? In Deutschland, in Polen und auch in Oesterreich haben die agudistischen Landesorgänisationen von ihren Rechten Gebrauch gemacht, nur wir in der Slowakei haben noch Zeit. Wie lange noch? — Quousque tandem? Oder sollte jene Behauptung richtig sein, daß die Aguda in der Slowakei erst aktionsfähig sein werde, bis die jetzige Aguda-J u g e n d zu Männern herangereift sein wird? Jüdische Führer, beweiset, daß dem nicht so ist! Führt uns den Weg, den Isaak Breuer so treffend in einen! Satz zusammenfaßte: תורה אם דרך ארץ ישראל Den Weg zum Thorastaat, den Weg zum G-ttes-Staat! Verhelfet der jüdischen Jugend dazu, diesen Weg mit der Thora und für die Thora zu beschreiten, und bringt es nicht dazu, daß die jetzt noch religiöse Jugend, nolens volens, in ein Lager hineinfällt, in welchem der Weg nach Erez Jisroel ohne Thora oder gar gegen die Thora gegangen wird. Wählet einen Landespräses, reorganisiert die Ortsgruppen und rettet, was noch zu retten ist. Videant consules! A. P. * Anmerkung der Redaktion: Diese begeistert-flammenden Zeilen stammen*aus׳ der Feder eines aktiven J u n g a g u d i s t e n, der ehrlich bestrebt ist, das Seinige zur Abstellung der gewiß vorhandenen Uebelstände innerhalb der Agudas Jisroel in der Slowakei beizutragen. Wir bringen sie an leitender ■Stelle des heutigen tschechoslowakischen Teiles, weil wir das ganze Problem fiir äußerst brennend halten. Es ist das Vorrecht der Jugend, die Dinge ein wenig revolutionär sehen und zeichnen zu dürfen. Abhilfe muß aber tatsächlich geschaffen werden und wie wir hören, sind die Reorganisatiönsbestrebungen auch schon im besten Gange. Wir hoffen, daß sie Erfolg haben werden. Gemeindewahlen. In äalä ... Bei der dieser Tage abgehaltenen Jahresversammlung der orth: isr. Kultusgemeinde in Sala wurden in den Vorstand gewählt die Herren: Desider Menzl (Präses), Simon Gansl und Julius Blau (Vizepräses), Simon Kalisch (Kassier), Rudolf Kohn (Kontrollor), Wilhelm Goldstein und Simon Weinreb (Tempelvorsteher). Dem Ausschuß gehören ferner an die Herren: David Donath, Simon. Fleischer, Robert Kalisch, Alexander Brichta, Finanzkommission: Dezsö Vogel, Julius Kolimann jun., Josef Grünwald. Wohltätigkeitssektion: Julius Kollmann sen. und Marek Donath. ... und in Nove Mesto n. V. י Am 17. Dezember fand die Neuwahl der Leitung der,, orth. isr. Kultusgemeinde in Novä Mesto n. V. statt, aus welcher hervorgingen 1 Moric Reichmann (Präses), Alexander Fischer (Vizepräses), Emanuel Schreiber (Kassier), Ignaz Braun (Kontrollor), Ludwig Fürst (Schriftführer), ferner Moritz Gottlieb, Max Handwerker, Josef Klein, Josef Lichtenberg, Adolf Spiegel, Leopold Weiß (Repräsen■׳ tanten), Isidor Suran und Siegmund Schwitzer (Ersatzmitgliecler). Der heftige Kampf, der seit Jahren in Mukaöevo zwischen deii zwei Richtungen ״Beiz“ und ״Munkatsch“ ausgefochten wird, hat nun zum Z u s a mmenbruch der Gemeinde geführt. Die Gemeindeleitung, die ganz unter ״Munkatscher“ Einfluß stand, hat die wirtschaftliche Situation der Gemeinde vollkommen vernachlässigt, so daß sie jetzt nicht imstande ist, die inzwischen aufgelaufenen Schulden zu decken. Dieser Umstand führte nun zur Einsetzung eines Regierungskommissärs in der Person des Herrn Pal Szeke 1 y, die das Landesamt in UZhoröd mit Erlaß vom 22. Dezember vollzogen hat. Herr Szekely hat sich einen aus 20 Mitgliedern bestehenden Beirat bestellt, dem auch vier Agudisten angehören. Obwohl Munkatsch bezüglich der Rosche Hakohol nicht verwöhnt ist — auch bisher bekleideten Mechalele- Schabbos diese Stelle — gibt sich allgemeine U n z ufriedenheit mit dem Regierungskommissär kund, der angeblich auch schon zurücktreten will. Andererseits hat sich inzwischen die, ״provisorische Gemeindeleitung" zum Landespräsidenten nach UEhorod begeben, um ihm persönlich die Lage der Gemeinde zu schildern und seine Unterstützung zu erbitten. Von anderer Seite wieder wird uns mitgeteilt, daß die Behörde die gewesene Gemeindeleitung und die Baukommission wegen angeblicher Mißbräuche zur Verantwort u n g ziehen will. Vorläufig bleibt jedenfalls noch die« weitere Entwicklung abzuwarten. Die ״Modernen“ von Nove Zamky. In Deutschland heißen sie liberal, in der Slowakei und in Ungarn ״modern". Diejenigen nämlich, welche von der althergebrachten Tradition abgewichen sind, mit vielen orth.-jüdischen Gebräuchen gebrochen haben und nun ihr Gewissen damit beruhigen wollen, daß sie erklären, sie seien ״modern“. Mit diesem Schlagworte wollen sie in der Außenwelt Stimmung für sich, aber Antipathie für die traditionstreuen Juden erwecken. In Nove Zämky haben die Mitglieder der orth.-isr. Gemeinde die Gemeindestatuten einer Revision unterzogen, um die Glaubens- und Traditionstreue zu befestigen. Vor kurzem wurden diese neuen Statuten von der Regierung genehmigt, worauf im Dezember eine Neuwahl des Vor- Standes ausgeschrieben wurde. Vor der Wahl erschien nun in dem Lokalblatte eine Beschwerde, die konservative Majorität habe Statuten geschaffen, welche die ״Modernen“ von der Führung der Gemeinde ausschließen. Dies widerspricht natürlich den Tatsachen. In Wirklichkeit genießt nämlich auch nach den neuen Statuten jedes Mitglied das aktive und passive Wahlrecht — sofern es eben im Einzel- und Familienleben die jüdischeTradition wahrt, möge es im übrigen noch so ״modern“ sein. Schließlieh ist es nur eine Selbstverständlichkeit, die von allen Konfessionen auch als .solche respektiert' wird, daß nur derjenige ein religiöses Führeramt bekleiden kann, der selbst ein streng religiöses Leben führt. Und ein Vor- Standsmandat in einer jüdischen Kehillo ist nichts anderes denn eine religiöse Führerstelle. Am 12. Dezember fand nun die Vorstandswahl statt, an der sich bloß 74 Mitglieder beteiligten. Gewählt wurde wieder Herr Rafael Kohn zum Präses, der jedoch wegen einer persönlichen Differenz das Mandat nicht annahm. Da die übrigen Vorstandsmitglieder sich mit dem Präses solidarisch erklärten, mußte am 31. Dezember — nachdem inzwischen eine Einigung mit der Opposition erzielt worden war — ein neuerlicher Wahlgang erfolgen, bei welchem 100 Mitglieder von ihrem Stimmrecht Gebrauch machten. In den Vorstand wurden folgende Herren gewählt: Rafael Kohn, Samuel Quitt, Isidor Chlamtacs, Nathan. Teltsch, Josef Reichfeld, Hermann Lövy, Siegmund Nasch, Gaspar Binet und Leopold Greiner. In die 22gliedrige Repräsentanz wurden Vertreter aller Richtungen gewählt, so daß die Hoffnung gerecht-• fertigt erscheint, daß die orth.-isr. Gemeinde in Novd Zämky den Weg zur religiösen und materiellen Entwicklung angetreten hat. B. N. Aus Sevlus. Aus Sevluä wird uns geschrieben: Am Mozze Schabbos Wajigasch fand die General ver s am mlung des Talmud- Thora - V e r e i n e s statt. Nach einer Begrüßung seitens des Präses M. Schwarz würdigte Herr Oberrabbiner I. K1 e i n in einer geistreichen Droscho die Verdienste der Leitung. Herr Vorsteher Salamon Fischhof beleuchtete in einer formvollendeten Rede die Probleme des Chinuch. Er hob auch die glanzvollen Leistungen der hiesigen Beth-Jakob-Schule hervor, die hier bekanntlich der Leitung der Talmud-Thora untersteht, Herr F. Rottenstein und Herr Julius Hol- 1 ä n d e r würdigten die Verdienste der Mensaleitung, an deren Spitze die Damen' Frau E. Guttmann, E. Rottenstein, Frl. Flori Jözsef und Fräulein H. Samuel stehen. 160 arme Kinder erhalten in der Talmud-Thora kostenlos den Unterricht und ein tägliches Mittagmahl in der Mensa. * Die zweite Nacht Chanuka veranstaltete die hiesige Beth-Jakob-Schule, die 150 Schülerinnen zählt und welche die agile Lehrerin Fräulein Irene Rosner leitet, eine sehr gelungene Chanukavorstellung, welche sowohl moralische als auch materielle Erfolge aufzuweisen hatte. Besonderen Dank verdienen die Damen des Arrangierungskomitees, wie Lehrerin Frl. I, Rosner, Zlaty Weiß, Chawi Braun, Bözsi Scbwartz und noch andere, die zum Gelingen der Vorstellung beigetragen haben. iUllllllUlilllillllUUlllUlilllllllllllllllllllllllllllllllllimillllU jla Qualität BoroviCka 51סלח!Slivovitz אף למהדרין מן המהדרין | 2 erzeugt unter eigener strenger Aufsicht. In meiner S 5 Brennerei wird das ganze Jahr hindurch ausschließs 2 Weh של8םת Ware erzeugt, benützt werden nur ,2 של ספד S Kessel und Bottiche, somit wird gar nichts ge- S 2 kaschert. , s FIIAP HERZOG, Brennerei, Vrbovß, Slowakei. 2 דI11111111111111111111111111111111111111111111111111וII1111111111111111111n Keilt dritter Wahlgang in Chust? Bekanntlich sbllte itt öhust ein dritter Wahlgäng vor Sich gehen, , der die endgültige Entscheiduftg; Üher die Besetzung des Rabbihatssitzes herbeizuführen hätte, da die ersten zwei Wahlgänge keinem den drei Kandidaten r*־־ Rabb. Joel Ifeitelbaum, Rabb. Josua Grünwaid, Rabb. Jak. Josch. Grünwald — die erforderliche ätimmenmehfheit brachten. Es verlautet nun, daß der dritte Wahlgang überhaupt entfallen wird und daß Kärolyer Raw, Rabb. Teitelbaum, seitens des Bes-Din bereits als gewählt erklärt würde. Eine authentische Bestätigung dieser Meldung bleibt vorläufig abzuwarten. Beth-Jakob in Medzilaborce. Seit langem war in unserer Gemeinde der Mangel an einer religiösen Mädchenschule fühlbar, dem nun durch die Gründung einer Beth-Jakob-Schule abgeholfen wurde. Fräulein Mirjam Löwy aus Novä Zämky sprach am ל Sonntag, den 10. Dezember, einer Einladung des proVi-. sorischen Komitees folgend, im überfüllten Saale über die Beth-Jakob-Idee. Aus dem Kreise der anwesenden Frauen und Mädchen bildete sich noch am selben Abend ein Komitee, das die Gründung einer Beth-Jakob-Schule beschloß. Die Schule, die unter Leitung von Fräulein Mirjam Löwy stehen wird, zählte bereits nach acht Tagen 50 Ahmeldungen. Am Sonntag, den 17. Dezember, traf bereits Fräulein Mirjam Löwy ein und noch am selben Tage wurde die Schule feierlich eröffnet. Fräulein Mirjam Rubin begrüßte namens der Schülerinnen die neue »Lehrerin, die׳ ,in geistreicher Weise vor den zahlreich versammelten Damen und Mädchen die Eröffnungsrede hielt. Es ist zu hoffen, daß diese neue Institution viel zur Neubelebung des orthodox-jüdischen Geistes in unserer Gemeinde beitragen, wird. Talmidim-Zusammenkunft in Nitra. Jüngst versammelten sich mehrere ehemalige Schüler des ehrwürdigen Herrn Oberrabbiners S. D. Ungar שליט״א m Nitra, um gemeinsam‘mit den in Nitra wohnenden Talmidim wegen eines großangelegten Treffens aller ehemaligen Schüler des derzeitigen Nitraer Raw zu beraten. Geplant ist, sämtliche Talmidim, * die seinerzeit in Krampachy, Trnava und in Nitra gelernt haben, wieder einmal versammelt zu sehen. Die Initiatoren dieser Idee haben auch gleichzeitig als Deputation der Schüler bei Sr. Ehrwürden vorgesprochen, ihm den Wunsch der Talmidim vorgetragen und darauf hingewiesen, daß die Talmidim es zur eigenen Stärkung für wichtig halten, einige Tage wieder in der ׳Nähe ihres geliebten Meisters verweilen zu dürfen. Nach längerem Bitten ist es der Deputation gelungen, die Einwilligung Sr. Ehrwürden — der, wie allgemein bekannt, in seiner Bescheidenheit alle Arten von Veranstaltungen, die mit seiner Person im Zusammenhang stehen, entschieden ablehnt — zu erwirken. Das Treffen wurde füi ש״רן פ׳ זבור bestimmt. Es wurde sogleich ein Vorbereitungskomitee ' gewählt und ein spezielles Sekretariat gegründet, um mit• den Vorarbeiten sogleich zu beginnen. In allen Orten des In- und Auslandes, wo mehrere Talmidim wohnen, werden demnächst Ortsgruppen gegründet, die die Organisation individuell durchzuführen haben werden. Die Ver- Sammlung wird auch die dauernde materielle Festigung der Jeschiwos zum Gegenstand eingehender Beratungen machen. ' D. G. Aus dem Leserkreis An die Redaktion der ״Jüdischen Presse“, Bratislava. Zur Notiz in ' Nr. 50 Ihres gesch. Blattes •vom 22. Dezember 1933 unter ״Jüdisches in un jüdischer Umgebung“ wären wir hier in Tuschkau (Böhmen) auch in der Lage, über erfreuliche Fortschritte des Judentums zu berichten, wenn — Vor Jahresfrist erschienen in Ihrem Blatte einige Notizen unter ״Hie Böhmen — hie Podkarpatskä Rus“ und Sie kündigten dazu eine Stellungnahme an, die bis heute noch nicht erfolgte. Nur wenn das Problem der Besiedlung der historischen Länder mit konservativen Elementen einer ernsthaften Förderung durch die gesamte Orthodoxie begegnet, kann es möglich werden, aus diesen Ländern das zu machen, was sie einst waren. Unser Rabbiner ist seit Jahren auch bemüht, in dieser Sache zu arbeiten, doch scheint er auf viel zu wenig Verständnis zu stoßen. Da doch Ihre * gesch. Zeitschrift das einzige führende orthodoxe Organ in der Republik ist, so wäre es heilige Pflicht Ihres Blattes, die ganze Sache einer ernsten Erwägung zuzuführen. Vielleicht .läßt sich die Sache auch ihit dem Emigrantenproblem vereinen. Indem ich bitte, . diesen Zeilen“ in Ihrem geschätzten Blatte Gastrecht zu gewähren, zeichne ich hochachtungsvoll Bernard Salz, Kaufmann in Tuschkäu-Städt. * Nachbemerkung der Redaktion: Aus diesen Zeilen spricht ein überaus begrüßenswerter Wille, die in religiöser Beziehung so sehr gesunkenen und vernachlässigten Provinzen zu neuer jüdischer Blüte zu führen. Wir wollen diese Bestrebungen gewiß sehr unterstützen, vor allem, indem wir unsere Spalten für eine Diskussion über diese Frage öffnen. Wir werden dann eventuell noch Gelegenheit nehmen, uns ausführlich mit der‘Angelegenheit zu befassen. Personalnachriclnteii. Todesfall. In Zlat.6 Mora.vce.wurde am Sonntag, den 13. Tewes, Herr Adolf Klein ,עיר , einer der Mitbegründer der hiesigen orth. isr. Kultusgemeinde, unter großer Anteilnahme der jüdischen und auch der andersgläubigen Bevölkerung . zu Grabe getragen. Der Verblichene hat sich um die Ermöglichung der Gemeindegründung seinerzeit große Verdienste erworben. Se. Ehrw- Herr Oberräbbiner M. Schlesinger aus Eisenstadt würdigte die Leistungen des Verblichenen als Jehudi, seine persönliehen Vorzüge als Mensch überhaupt -wie auch den durch sein Hinscheiden erlittenen großen Verlust seiner Familie und der gesamten Gemeinde. תנצב׳ה Grabsteinstellen. In Novä Zämky wurde dieser Tage der Grabstein des langjährigen Gemeindevorstandsmitgliedes und Chewra-Gabe R. Mordechai Steiner ,ע׳ד in Anwesenheit der Familien- und Gemeindemitglieder, des gesamten Chewra-Kadischa-Vorstandes und vieler Verehrer des Verewigten gestellt. Sei Ehrw, Herr Oberrabbiner Moses Eckstein, Sered, Schwiegersohn des Verblichenen, hielt eine schöne Gedenkrede, in welcher .er die echt jüdische Lebensweise, die Opferwilligkeit für alles Jüdische des Verewigten schilderte, Im Namen der Chewra Kadischa sprach Herr Hermann Löwy einige Worte der Erinnerung,