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Jüdische Presse · 1934-01-05 · 1 (5.1.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
20 (1934)
Issue
1 (5.1.1934)
Date
1934-01-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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jüdische p&mm nt. 1 DR* OETKER S VANILLINZUCKER verleiht durch sein Aroma den Oetker-Speisen ihren vielgerühm* ten feinen Geschmack. —"י © Vereinsnachrichten. Talmud-Thora-Schule. Am Sonntag, den 7. Jänner, lim 'All Uhr vormittags, findet im Turnsaale der Schule, II., Malzgasse 16, die ordentliche Generalversammlung der Talmud-Thora-Schule statt. Ehemalige Schüler der jüdischen Volks- und Hauptschule Talmud-Thora, Wien, II., Malzgasse 16, werden gebeten, bei der konstituierenden Generalver- Sammlung ihres Vereines, Sonntag, den 7. Jänner 1934 um %1X Uhr vormittags, im Turnsaale der Schule bestimmt zu erscheinen. Das einleitende Referat hält Hofrat Dr. S. Frankfurter. Insbesondere steht von jenen ehemaligen Schülern, die aktiv im orthodox-jüdischen Leben stehen, zu erwarten, daß sie dem an sie gerichteten Ruf folgen und mithelfen, an dem Ausbau der Talmud-Thora- Schule, die von schwerer wirtschaftlicher Not bedrückt ist. Agudas-Jisroel-vJugendgruppe Wien. Sonntag, den 7. Jänner, 7 Uhr abends, spricht Herr David Bondy im großen Vortragssaale über die ״Geschichtliche Begründung des Agudagedankens“. Agudas-Jisroel-Mädchengruppe Wien, Schabbos Parschas Schemoß spricht Frl. Eva Landsbe.rg Über ״Die Pädagogik in der Thora“ im Lokale der ״W i e n e a", II., Obere Donaustraße 91,'um 3411 Uhr vormittags. Personalnachrichten. Bar-Mizwoh: Schabbos Parschas Wajechi fand die Bar-Mizwoh des Sohnes des Herrn David Breuer und Frau, Jakob Elieser, statt. Der Feierlichkeit, deren Höhepunkt die Droschoh des Bar-Mizwoh bildete, wohnte eine überaus zahlreiche Schar von Bekannten und Freunden der Familie als Gratulanten bei. Daniel Bonyhadi — ein Siebziger. Am 15. Tewes 1. J. trat Herr Daniel Bonyhadi in Salzburg ins j 70. Lebensjahr. Die Bedeutung und Stellung dieses alten, orthodoxen Kämpen für das thoratreue Judentum in Salzbürg ist jedem religiösen Besucher dieser Stadt wohlbekannt. Nahezu 40 Jahre stritt und litt er infolge seiner unerschütterlichen üeberzeugung vom orthodoxen Lebens- Ziel des wahren Jehüdi. Allerdings kam dieser mutige, unbeugsame Vorkämpfer des konservativen Judentums — mit einem großen talihudischen Wissen ausgestattet — als ״weißer Rabe“ in die Alpengegend. Jedoch mit jugendlichem Elan nahm er vor allem den Kampf für die konservativen Richtlinien in der Chewra-Kadischa auf, wo ihm bis auf den heutigen Tag ein voller Sieg beschieden wie geblieben ist. Sowohl im Gemeindewie im Vereinsleben betätigte und bewährte sich der Jubilar nach streng konservativer Ideologie. So bekundet er für alle Lebensfragen des orthodoxen Judentums das regste Interesse, insbesondere für die politischen Bestrebungen der A g udas Jisroel und für die edlen Aufgaben des Keren Hathora. Für diesen Fonds erwirkte er vom Kultusrat einen namhaften Jahresbeitrag, wie er auch hiefür bei einzelnen Gemeindemitgliedern Sinn und Gebefreudigkeit weckte. Natürlich fungiert er als frommer Baal-Tefiloh seit Jahrzehnten an den Jomim Nauroim, wobei seine alten Melodien wahre Andacht abtönen. In Anerkennung und Würdigung dieser seiner Verdienste um Gemeinde und Vereine veranstaltete der Salzburger Kultusrat einen Festg-t.t.esdienst, Wobei der greise Kultuspräsident Herr Rudolf LÖwy dem Jubilar eine Urkunde über die Ernennung zum Ehrenmitglied der Kultusgemeinde mit einer herzlichen Dankansprache überreichte. Hierauf hielt Herr Rabbiner Dr. Margules eine talmüd-gehaltvolle Rede. Der gerührte Jubilar erwiderte mit echt lomdischem Magidus. Seine geistreiche Ansprehe klang aus in dem tiefgefühlten Dank für die Glaubensgemeinde, für den Kultusrat, last, not least für den Rabbiner wie Kantor, der die ganze Feier mit seinem herrlichen Gesang verschönte. (Wir wünschen dem Jubilar noch viele, viele Jahre עמו׳ש Segensreichen Wirkens in gesundheitlicher Wohlfahrt zum Segen von Klall Jisroel! Redaktion.) Auszeichnung. Der Bundespräsident hat auf Antrag der Bundesregierung dem Präsidenten des Grem i u m s der Wiener Kaufmannschaft, Leopold Langer, das Große Ehrenzeichen der Republik Oesterreich verliehen. Diese Auszeichnung wurde dem Präsidenten Langer durch den Handelsminister Stockinger in einer Versammlung des Gremialrates in feierlicher Weise überreicht, wobei der Minister die außerordentlichen Verdienste des Präsidenten Langer um das österreichische Wirtschaftsleben würdigte. Präsident Langer, der heute noch als Vorsteher in einem Wiener Tempel wirkt, erfreut sich als ein äußerst herzensguter Mensch allseitiger Beliebtheit. Auch wir gratulieren ihm herzlichst! Todesfall. In verhältnismäßig jungen Jahren verstarb in Wien Frau Channo Moses, eine צדקת im wahrsten Sinnes des Wortes. Eine unvergleichliche Bescheidenheit, G-ttesinnigkeit, Anspruchslosigkeit und Wohltatsliebe waren ihre bezeichnendsten Charakterzüge. Die Saat der wahren G-ttesliebe, die sie in das Herz ihrer Kinder gestreut hat, ist gewiß auf fruchtbaren Boden gefallen. חנצב־ה Vom Wtener Stadtschulrut konseesionierte JÜDISCHE KOCHSCHULE Streng koscher Leitung: C. Schwärs Diätkurte, einfache bit feinste Küche, Rohkost, Nationolspeisen Anmeldungen, Auskünfte: Wen II, üollandstrasst Nr. 8, III, Stiege I/4t KRITIK UND BETRACHTUNG. Herold Rabio und die Rabbonim Unter dem Pseudonym ״Rabio" bemüht sich seit Wochen ein neuer Star am journalistischen Himmel, zu beweisen, daß die Meinung, der ״Jüdische Herold", das in Dunaszerdahely erscheindende ״unabhängige orthodoxe. Organ“, sei ein Witzblatt, .irrig sei. Der Herr — man munkelt, es sei sogar ein ehrwürdiger Herr — leitartikelt seit Wochen leidenschaftlich über alle orthodoxen Probleme mit einer von keiner Sachkenntnis getrübten Auffassung. Das ist schließlich sein Privatvergnügen, das man ihm ־ in der Enge seiner slowakischen Heimat wirklich gern und neidlos gönnen würde. Ebenso den Lesern, die das Bedürfnis haben, sich ihr deutsches Sprachvermögen und ,ihre jüdische Sachkenntnis verkrümmen zu lassen. Aber in der letzten Nummer fällt der Herr in einem ״Jischuw Erez Jisroel“ betitelten Artikel die ehrwürdigen Rabbinen in einer Art — besser gesagt Unart — an, die doch nicht unwidersprochen bleiben soll. Daß er es nicht verschmerzen kann, daß die Rablionim heute nicht mehr wie einmal ״in feuchten Zimmern wohnen, bei qualmenden Petroleumlämpchen lernen, imd sich an einem rauchenden. Blechofen erwärmen“, das ist Geschmackssache. Daß er den ehrwürdigen Rabbonim vor-, wirft, daß sie ״diät lebe n“, ist ein ״Vorwurf“, dessen Berechtigung wir nicht leicht kontrollieren können. Wir unsererseits gönnen es auch den Rabbonim, die sich nach der anstrengenden Tätigkeit, die ihnen ihr verantwortungsvoller Beruf auferlegt, das eine oder das andere Mal da oder dort erholen. Wir sind noch weitherziger und gönnen sogar den Rabbonim größere Erholungsreisen. Aber: daß unseren wenigen Gedolim, die noch die Sechio haben, Talmidim um sich zu scharen, die sie mit dem Rüstzeug für das Lehen als orthodoxe Baale-Batim ausstatten, angepöbelt werden, indem man ilinen vorwirft, daß sie die .Teschiwos nur aus Renommeegründen unterhalten, geht denn doch zu weit. So ״unabhängig“ kann nicht einmal ein Szerdaheiyer Blatt sein, daß man ihm nicht für eine solche Büberei die verdient kräftige Zurechtweisung zuteil werden läßt. Unseren Rabbonim und ehrwürdigen Jeschiwoleitern tun dieses Blättchen und Herr Rabio gewiß nicht weh. Aber es wäre mit der Verantwortlichkeit einer bewußten jüdischen Fresse unvereinbar, über dieses imverantwortliehe Geschreibsel hinwegzugehen. Weihnukka. Es gehört zweifellos zur Tragik unserer Zeit, daß die Menschen, wie schon einmal im Weltengeschehen, ihre Sprache ebensowenig wie die Sprache der Zeit verstehen. Alle reden von Glück und Liebe, und noch nie war die Menschheit so unglücklich und so innerlich zerklüftet wie jetzt. Gilt das von der Menschheit im allgemeinen, so ganz besonders von uns Juden. Haben einmal wieder die Ereignisse der Zeit mit einem deutlichen Fingerzeig auf die Wunde des jüdischen Volkes gewiesen, so daß man gehofft hätte, alle, alle, die Verirrten und Verlorenen, würden reuig wiederkehren, so sieht * man erschüttert und enttäuscht, wie wenig die Zeichen der Zeit verstanden werden. Haben es. die deut.- sehen Verhältnisse endlich dahin gebracht, daß die Juden und Judenstämmlinge, die durch Liebedienerei und Anpassung an die anderen ihr deutsches Alibi erbringen wollten, erkennen mußten, daß ihre Kriecherei von den anderen mit Abscheu zurückgewiesen wurde, so sieht man sich doch in der Hoffnung, daß es nunmehr anders werden würde, schmählich enttäuscht. Deutschen Zeitmigsmeldungen ist zu entnehmen, daß die assimilierten Kreise es absolut nicht über sich bringen konnten, den Weg, den ihnen die Ereignisse gezeigt haben, zu gehen: Den Weihnachtsbaum anzuzünden, war denn doch nicht möglich. Zurück zur Wahrheit, das wäre zuviel verlangt gewesen. So hilft sich das korrumpierte Hirn des nationaldeutschen Juden, schafft sich einen neuen Begriff und nennt ihn: Weihnukka. Am 25. Kislew kann das natürlich nicht gefeiert werden. So zündet man am 25. Dezember eine Menorah an und legt darunter die Geschenke für die Lieben. Es wäre zum Lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Kardinal Faulhaber s Adventpredigten. . Der Bischof von München, Kardinal Faulhaber, hat in seinen Predigten vor den Feiertagen in München vor einer unübersehbaren Zuhörerschaft mutig eine Lanze für die Bibel gebrochen. Wenn uns die Wahrheiten, die er dort verkündet hat, auch geläufig genug sind, so registrieren wir doch dieses mutige Bekenntnis eines Kirchenfürsten, der sich gegen den verheerenden Strom der Zeit stellt, mit besonderem Dank. Und wenn wir auch in den Konklusionen, die sich stellenweise gegen die talmudische Ueberlieferung richten, nicht übereinstimmen, so bezeigen wir doch dem religiösen Eifer, der sich — weiß G-tt, ob nicht vergeblich — gegen den Ungeist eines g-ttlosen .Nationalismus wendet, die Ehrenbezeigung, die wir jeder lauteren religiösen Gesinnung schulden und die wir auch für unsere religiöse Üeberzeugung fordern. Schabbos*Fische geassert. Nur keine Angst. Die Sache' droht nicht auf unsere Breitegrade überzugreifen. Aber daß in Frzemysl und in Praga, einer Vorstadt von Warschau, von den Rabbonim ein Issur auf alle koscheren Fische herausgegeben wurde, ist doch zu interessant, um vorenthalten zu werden. In beiden Städten haben selbstvergessene jüdische Fischhändler der Versuchung, auf das Weihnachtsgeschäft durch Preisgabe des Schabbos nicht zu verzichten, nicht widerstanden. Wir begrüßen es. als ein Gebot der Selbstachtung, daß die ehrwürdigen Rabbonim in beiden Gemeinden einen Issur auf Fische von diesen Händlern herausgageben haben, und daß diese Händler tatsächlich seit voriger Woche kein Geschäft machen. Die jüdische Presse in Polen unterstützt den Boykott dieser Händler und es wäre nur zu wünschen, daß dieses Exempel einmal wirksam zu Ende geführt werden würde. MAN ERZAHIT... Vom Czortkower Bebbe זעוק״ל. Die Söhne של־מ׳א des Czortkower Rebben זצוק׳ל hatten die Liebenswürdigkeit, uns den Einleitungsabschnitt der צואה des Czortkower Rebben זצוקיל ZUm Abdruck zu überlassen. Wir glauben, daß die Worte dieses heiligen Mannes ohne jeden Kommentar am besten geeignet sind, ein מיסד תשכל für unsere Gesinnungsgenossen zu sein: הודות לאל תנני שבעים שנת ר,׳ יאריך ימי ושנותי בטוב ובנעימים. באשר תרתו על לב* לשנים שעברו דאתי שקלקלתי תרבה ואף מעט לא חקנתי אך אקוה לה׳ שיאריך ימי ושנוחי או בעיה אתקן אח אשר עויתי־ גם אתם בני ובנותי ונבדי שליטא אקוד. שלא תשבתו צור מהצבחכם ותראו להדריך צאצאיכם בדרך התורה והיראה וילדוחבם לא יבושו מוקניבט Geistreiche Aussprüche desLubliner Raw. Als Rabbi Meier Schapiro als Petrikauer Raw die Jeschiwa in Lublin errichtete, war sein fester Wille, sich von den Fesseln des Rabbineramtes ganz zu lösen und sich ganz seiner Lehranstalt zu widmen. Da aber die Jeschiwa zunächst nur ungeheure Lasten auferlegte, rieten die Freunde davon ab. Er gab aber das Petrikauer Rabbinat auf, ohne die Rabbinerwahl in Lublin, wo es toekanntlich große Kämpfe kostete, abzuwarten. ״Und was geschieht“, fragten die Freunde besorgt, ״wenn die Lubliner Wahl mißglückt?" ״Dann", antwortete Rabbi Meier, ״werdeich darin einen Fingerzeig G-ttes sehen, mich ganz ohne rabbinfsche Bindungen meiner Jeschiwa zu widmen." * Wenn ein guter frommer Jude eine Mizwohpflicht mit vollem Eifer, mit Liebe und Begeisterung erfüllt, dann strömt die Liebe weiter und greift auch auf die jüdischen Herzen über, die sonst weniger warm für G-tt und seine Thora schlagen. Warum halten auch die gleichgültigen Juden Jom Kippur und feiern den Seder? Weil die Frommen diese Feste mit einer solchen Ueberfülle von Inbrunst und Liebe begehen, daß auch für die anderen davon etwas übrig bleibt. Ergibt sich daraus, daß die Tschuwoh der anderen zum guten Teil von uns'selbst abhängt. Der Lubliner Raw siebte und siebte bei der' Auswähl seiner Schüler, prüfte sie nicht allein auf Kenntnis und Fähigkeit, sondern auch auf Charakter und Gesinnung. Aber er lehnte sich dagegen auf, einen Maschgiach (Aufsichtsbeamten) anzustellen, der, wie in anderen Lehranstalten, die Jungen stets im Auge behalten und sie in ihrem Tun bewachen sollte. Er habe mehr Vertrauen zu seinen Jüngern, sagte er, als zu allen Aufpassern der Welt. In einer Unterhaltung begründete er es einmal folgendermaßen: In Talmud ״Sabbat" wird erzählt, Hillel, der vielverkannte Jüngling, verdiente sich sein Auskommen mit Holzhacken und mußte die Hälfte seines Verdienstes dem Türhüter des Lehrhauses geben, daß er ihn hineinlasse. Was war denn das für ein■ Wächter? Maharschoh erklärt, dieser Türhüter war bestellt in Ausführung der alten Ver- Ordnung ״ תלמיד שאין תובו כברו א5 יכנסSchüler, deren Inneres ihrem äußeren Gebaren nicht entspricht, haben keinen Zutritt!“ Da haben wir es: Steht da ein Maschgiach, der unehrliche Schüler vom Lehrhause fernhalten ■sollte, und läßt, einen Hillel nicht herein ...!1־ Die anderen Parteien schreien kleine Menschen zu bedeutenden Größen aus, und unter den Altfrommen passiert es leider oft genug, daß wahre Größen verkleinert und verdunkelt werden. •j־־ ־ Ein amerikanischer Magnat sagte ihm einmal in Anerkennung seines Lubliner Werkes: ״Euer Olom Habbo möchte ich haben.“ ״Wißt Ihr was“, antwortete Rabbi Meier prompt, ״stellt mir die Gelder zur Vollendung des Baues zur Verfügung und ich trete euch schriftlich meinen ganzen Anteil an Olom Habbo ab.“ * Als die materiellen Sorgen um die Jeschiwa ihn einmal besonders bedrückten, rief er lachend: ״Ein Glück, daß ich das Kartoffelschälen bei meiner Mutter nicht gelernt habe. Ich hätte sonst auch das noch für die Jeschiwa machen müssen.“ * In Wien wurde einmal der Lubliner Raw von einem amerikanischen Reporter stark belästigt. Dieser machte sich eine Freude daraus, alle möglichen Verfehlungen der Orthodoxie an den Kopf zu werfen und wollte die Meinung des Rabbi über diese Dinge hören. Rabbi Meier fragte plötzlich: ״Weiß jemand, wo ein Zeitungsmensch zum ersten Male in der Thora steht?" Keiner wußte. Sprach er: ״Beim Sündenbock, der in die Wüste geschickt wurde, tritt er zum ersten Male auf. Da heißt es nämlich איש עתי המדברת Wozu gab man dem Sündenbock einen ,Zeitungsmenschen' mit? Weil man bei dieser Prozedur alle Sünden des jüdischen Volkes auf zählen mußte. Das konnte natürlich kein anderer so gut wie ein Zeitungsmensch, ein amerikanischer wahrscheinlich.“ .: * In London wies ihn einmal ein jüdischer Magnat, als er diesen für die Jeschiwah interessieren wollte, kalt ab. Rabbi Meier sagte: ״England ist noch gastfreundlicher als Polen. In Polen habe ich erst als Sejmabgeordneter freie Bahnfahrt genossen. In England bin ich kein Pariamentarier und bin dennoch zu Ihnen umsonst gefahren,“ Ein Amerikaner fragte ihn, oh er denn wirklich die Absicht hätte, 500 Rabbiner in seiner Jeschiwa alljährlich großzuziehen: ״Nein", erwiderte er blitzartig, ״zwei werde» Rabbiner sein und 498 werden soweit sein, daß sie von einem Rabbiner etwas verstehen und hei einer Rabbiner wähl mitreden können.“ Woher er schon als Vierziger die grauen Haare im Bart hätte, fragte man ihn einmal. Der Lubliner Raw antwortete witzig: ״Grau ist eigentlich meine Grundfarbe. Die paar schwarzen Haare, kommen daher, weil ich bei meiner Arbeit für die Jeschiwa ,verschwarzt' worden bin.“

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