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Jüdische Presse · 1933-12-22 · 50 (22.12.1933) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
50 (22.12.1933)
Date
1933-12-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 50 «)»ISCME PÄHS9E ־ Seit« 3 Die Orthodoxie vor dem australischen Parlament Das a ü s t r a 1 i sc h e' Parlament י befaßte sich in seiner ietaten Sitzung drei Stunden lang mit der Präge, ob das orthodoxe Rabbihat von No ft h Öarlton befugt sei, Lizenzen an Schochtim Zu erteilen. Die Regierung des Staates Victoria hätte diesem die Befugnis hiezu abgesprochen. Das orthodoxe Bes-Din in North Corton steht in Opposition gegen das Rabbinat von Melbourne, welches ein Schächtmonopöl erstrebt, das die Preise für Koscherfleisch verteuern würde. Im Parlament nahm der Berichterstatter Bary־, Mitglied der Arbeiterpartei, für die orthodoxe Partei Stellung und führte aus, daß das Melboumer Rabbinat nicht orthodox sei. Das North Cärtott Bes-Din besteht aüs Rabbi Adler und Brodle. Die. Angelegenheit wird das Parlament noch beschäftigen. Ein Prozeß polnischer Jeschiwos gegen die französische Regierung. ״ Bekanntlich hat der in Prankreich verstorbene berühmte jüdische Gelehrte und erfolgreiche Bekämpfer der indischen Pest und der Lepra, Professor H a f f k i n e, ein frommer Jude, sein Vermögen in der Höhe von einer halben Million Dollar zugunsten der Erhaltung der Jeschiwos, hauptsächlich in Osteuropa, hinterlassen. Die Verwaltung hatte laut Testament der Hilfsverein der deutschen Juden inne. Nunmehr hat die französische Regierung. die Sperrung der Hinterlassenschaft verfügt, so daß Unterstützungsgelder an . die Jeschiwos nicht mehr ausgezahlt werden können. Der Hilfsverein der deutschen Juden und die polnischen Jeschiwos haben das Pariser Büro des American Joint Distribution Commitee bevollmächtigt, einen Prozeß gegen die französische Regierung auf Freigabe der Hinterlassenschaft anzustrengen. Zehn bedeutende, aus Deutschland emigrierte jüdische Advokaten haben die juristische Sachbearbeitung übernommen. Die Zustände in der Warschauer Kehilah. Die agudistische Majorität in der Warschauer Kehilah hat bekanntlich seinerzeit die Gemeindeverwaltung "übernommen, als die Gemeinde vor dem Zusammenbruch stand. Die Schulden waren überaus hoch, das Budget unausgeglichen und die Angestellten warteten seit Monaten auf ihre Gehälter. Die agudistische Verwaltung, unter Führung des Präsidenten Mazur, hat trotz der unter den Juden in Polen herrschenden katastrophalen Wirtschaftslage in aufopfernder Arbeit das Budget ins Gleichgewicht gebracht und die Leistungen der Gemeinde auf religiösem und sozialem Gebiete sogar wesentlich erweitert. Die Angestellten der Kehilah, die früher ihr Gehalt unregelmäßig erhielten und auf die Auszahlung lange warten mußten, wurden allmonatlich fast pünktlich befriedigt. Die zionistische Opposition kämpfte gegen die Agudisten in einer unerhörten Weise und erschwerte durch ihre Obstruktion jede aufbauende Arbeit. Diese störende Tätigkeit der Opposition sollte den Ruin der Gemeinde und den Rücktritt der agudistischen Verwaltung herbeiführen. In letzter Zeit war nun die Verwaltung, infolge des starken Rückganges der präliminierten Einnahmen, nicht in der Lage, die Gehälter zur Stunde zur Auszahlung zu bringen, und die Beamten traten, durch eine systematische Hetze .von seiten '"'der * Ziöhisteh 'geschürt,־ *in den 'S t re' i kV' Die' Verwaltung hat nun mit den Vertretern der Angestellten Verhandlungen eingeleitet, billigte natürlich alle Wünsche der Beamten, soweit es sich um materielle Forderungen handelte, lehnte aber die politischen Forderungen des zionistischen Klüngels entschieden ab. ־ Unter den Angestellten selbst entstand nun ein Streit, dfo der Streik beendet oder fortgesetzt werden solle.. Während die überwiegende Mehrheit derselben sofort den Streik beenden wollte, propagierten einige Zionisten die Fortfiihrung des Streiks. Bei einer vorgenommenen Abstirnmung sprachen sich nun fast alle Beamten für die Bei Verstopfung nimm DARMOL ״Unsere Nahrungsmittel miis sen 'Heilmittel, unsere Heil• sen ’Heilmittel, unsere Heilmittel Nahrungsmittel sein.“ s: Tee ist nicht: nur jederzeit Genuß, sondern tragt auch!: zur Gesundheit und zum Wohlbefinden bei.Wähjen Sie unter den feinen India-Teemischungen von ij }'aUus Htei4d Tee-Import Ge״r. 1809 " Zoll- und spesenfreie Zustellung von Mein 1-Wärenim Auslande. Aufnahme der Arbeit aus, . die am vergangenen Montag denn auch aufgenommen wurde. Die agudistische Kehilah-Verwaltung wird ihre segensreiche Tätigkeit jedenfalls fortsetzen und sich von den Zionisten darin nicht stören lassen. Ein Sefer Thora auf den Namen des Chofez Cliajim. In Wilna wurde mit dem Schreiben eines Sefer . Thora, im Gedenken an den Chofez C h a i m s. Z. 1., begonnen. Aus diesem Anlaß fand eine imposante Feierlichkeit statt, bei« der viele hunderte Menschen darauf, warteten, ein Os oder einen Po suk zu schreiben. Jeder einzelne Buchstabe wird verkauft und der Erlös zur Förderung der Jeschiwos verwendet. Man rechnet damit, daß allein von den Juden in Wilna 25.000 Buchstaben geschrieben werden, außerdem beteiligt sich natürlich an dieser Aktion auch das übrige Polen. Bisher haben Über 200 Rabbiner, ferner eine Reihe Vertreter der größeren jüdischen Gemeinden sowie eine überaus große Anzahl von Juden aus Wilna und der- Umgebung an dem Werk mitgearbeitet.• Agudistisches Treffen in Straßburg. In Straß bürg fandein Treffen der agudistisehen Chaluzim statt, das einen überaus anregenden Verlauf nahm. In der internen Besprechung' gaben die Leiter der einzelnen Kibbuzim den Gruppenbericht über, die landwirtschaftliche .Arbeit und das Kibbuzleben. Sodann ׳ kamen die vielen praktischen 1Sorgen und Anregungen zur Sprache und schließlich wurde das Arbeitsprogramm für den Winter besprochen. Der offiziellen Veranstaltung wohnte eine überaus große Anzahl von Gästen bei. Die Eröffnungsansprachen hielten Advokat Dr. Schnurmann und Frau Dr. G r ünf e 1 d - R .0 s e n b ä u m. Dann; sprachen die Chaluzim selbst und zum Schluß sprach Herr A. Cärie b ach über ״Die Judenfrage und der religiöse Chaluz“. Ein Bild des Lubliner Raw. Die Lemberger Zeire- < Agudas-Jisroel hat ein besonders gelungenes Bild nebst Biographie des Lubliner Raws s.'Z. 1. herausgegeben, das zum Preis von iSchw. Fr. 1.— bei Isak Halpern und Markus Zwick, Lwow, ul. Zolkiewska 37, zu beziehen ist. Der Erlös fließt der Jeschiwas-Chachme Lublin zu. . ₪ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ Prämien für das Jahr 1934 Wie in den vötattgegangehen JäHfe» bieten wir Abonnenten der ״Jüdischen Presse" auch heüef die außerordentlich günstige Gelegenheit, wertvolle Budier entweder ganz unentgeltlich oder gegen eine ganz geringfügige Auf Zahlung zu erwerben. Alle bisherigen oder neu hinzutretenden Abonnenten der ״ ־Jüdischen Presse", die die volle Bezugsgebühr für das Jahr 1934 (Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tsch. K 80, JUgosiawien Dinar 150, Ausland Schw. Frs. 14) bis spätestens 31. Dezember d. J. bezahlt haben, erhalten eines der folgenden Büchergeschenke{ ספר ״הפץ דדים״ מהרב הגה״ק מרן ישראל.1 ־מאיר ד,בהן זצוק״ל in der Prachtausgabe des Hermon-Verlages. (Aufzahlung: S 2.50, tsch. K 10, Dinar 20.) 2. ״Licht aus den Westen66 von S. Schachnowitz. ״ Das neueste aufsehenerregende Meisterwerk des genialen Erzählers und Schilderers jüdisehen Lebens und Strebens. Eine wirkungsvolle historische Darstellung des Lebens und - Wirkens des Chassam Sofer זצ*ל und seiner führenden Zeitgenossen von bleibendem Wert. 408 Seiten in Originaleinband. (Aufzahlung: S 1.50, tsch. K 6, Dinar 15.) "עמודא דנהורא" מאת הרב משה בלויא.3 Ausführliche, anschaulich geschriebene Biographie des Rabbi Josef Chajim Sonnenfeld זצולו׳ל (hebräisch) zusammen mit ספר ־מנהגי בעל ההת״ס" מלוקט ומסודר ע״י הרב הג׳ מוה׳ יושע ליב אבד״ק פיזונג, עם צוואת החח״ס"" Schöner Prachtdruck. (Unentgeltlich.) 4. Vier * Bände aus Rabbi Samson Rafael Hirsch5 Schriften (Hermon - Bücherei). Bd. 1: ,Grundbegriffe des Judentums I; Bd. 2: Frühling und Freiheit;' Bd. 3: Jahreswende; Bd. 4: Vom Lernen und Lehren I. (Aufzahlung: S 3, tsch. K 12, Dinar'30.) Jeder mache von diesem seltenen Angebot Gebrauch und bereichere seine Bibliothek mit diesen Werken. ״'* זו* :*ד* % ... מי . -* . Werbet Abonnenten! Wer der ״Jüdischen Presse“ zwei neue prämienberechtigte Abonnenten wirbt, erhält eine der obeji genannten Prämien, nach freier Auswähl, unentgeltlich (natürlich unabhängig von der ihm selbst als Abonnent event. zustehenden Prämie). ₪ פ El פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ פ׳ פ פ פ פ פ פ Im redaktionellen Teil enthaltene entgeltliche Notizen sind durch ein nachgesetzes E gekennzeichnet. I FEUILLETON ■ Der Märtyrer von Orkuta. Das Opfer einer Blutbeschuldigung. (Fortsetzung.) Keiner, der •hebräisch zu lesen vermag, wird heute auf dem Bilde diese Inschrift, oder überhaupt hebräische Lettern erkennen. Der Nachsatz des Protokolls erklärt jedoch die rätselhafte Aussage des Horimlovits: ״Deinde palam et publice quot Christ velit esse declaravit“ — ״Er erklärt hierauf ganz •offen, er wolle den christlichen Glauben annehmen.“ Ladislaus Davidovits, der 10jährige Sohn des Adämfölder Pächters Jakob, ״sponte benevole Baptismum expetendo baptisatus“ (״auf eigenem freien Wunsch getauft"), wurde erst nahezu eineinhalb Monate nach Entdeckung des Mordes, am 14. Juli 1764, verhört, bis zu welcher Zeit er im Hause des Gutsherrn Bornemissza geborgen wurde. Er gab an: ״Der Lehrer im Hause meines Vaters, Moscheh Jossefovits, sägte zum Gombosfalvaer Lehrer Jakob Lefkovits, der zu uns gekommen war: Sorge dafür, daß du vollführest, was wir vereinbart haben. Am 3. Juni nachmittags kam ein Jude mit einem Sack zu uns, ich fragte ihn neugierig, was er enthalte. Mein Vater sagte, es seien Gänse, und schickte mich fort zu meinen Büchern. Ich hörte noch zwischen meinem Vater und dem fremden Juden folgendes Zwiegespräch: ״Gib mir den Handschlag, daß du niemandem etwas verrätst. ־—'Was wird nun geschehen? —Du weißt wohl, was geschehen werde!“ Konfrontiert mit Moscheh Jossefovits — so besagt das Protokoll — ״überläuft diesen der Schweiß, er erzittert und wird verworren“. Mehrere Zeugen sagten aus, Moscheh Jossefovits habe, als er von Panduren nach Eperies geführt wurde, händeringend ausgerufen: ״Um mich ist's geschehen, wer weiß, ob ich noch lebend heimkehre?!“ Katharine S c h r i d e c k, Amme bei Andreas v, Samsey, 20 Jahre alt, vormals Jüdin, vor vier Jahren getauft, sagte aus, sie habe unter dem Fenster belauscht, wie zwei Juden, welche sie nicht erblicken konnte, im Zimmer zu einander im jüdischen Jargon sagten: ״Wir hätten das Kind doch eher ins Wasser geworfen." ׳ ,. Der Beschuldigte Jakob Lefkovits, Lehrer in Gombosfalva» gesteht nach wiederholten, langwierigen Verhören, er habe von dem mitbeschuldigten Samuel •Schapsa gehört, dieser habe 'gemeinsam..mit Jossefovits den Knaben ermordet. . Die M ג t.g.l ieder des .Gerichtssenates waren: Nikolaus Semsey, Gabriel Pächy, Stefan Semsey, Paul Zombory und Ladislaus Ketzer de Lipöcz. Die A nklage vertraten: Georg Berthöty de eadem, fiscus magistralis, und Alexander Winckler, protonotarius vice fiscalis. Am 14.; Juli 1764 wurde die Anklageschrift gegen nachstehende 27 eingekerkerte Juden überreicht: Mosche Jossefovits, zirka 41 Jahre alt, aus Neu- Sandec gebürtig, Lehrer in Adämfölde, Jakob Davidovits, 50 Jahre, aus Seäiva, Schlesien, Pächter in Adämfölde, dessen Gattin Anna, deren Sohn Jakob Davidovits jun., 26 Jahre, in N.-Szilva, Lefkovits, 36 Jahre, aus Polen, in Sidlova, Leffko Sajavits, 18 Jahre, bedienstet bei Jakob Davidovits, aus Komaröcz, Jakob Markovits, 38 Jahre, aus Schlesien, Pächter in Gombosfalva, dessen Gattin Corka, Samuel Jossefovits, 25• Jahre, aus Polen, Lederhändler in Adämfölde, David Paulovits, 18 Jahre, in Vanyisköcz, Mark Paulovits, 15 Jahre, in Adämfölde, Herschko Horimlavits, 22 Jahre, aus Rosvador, Polen, Lehrer in Szentimre, Samuel Michalovits, 40 Jahre, Pächter in Nagysäros, Lefko Visnyiczky, 35 Jahre, in Visnyica, Polen gebürtig, der nach Adämfölde gekommen war,!um am jüdischen Festtage vorzubeteri, Samuel Lefkovits, 30 Jahre, aus Visnyica, der mit Ware nach Adämfölde gekommen war, Jakob Joseffecz, 18 Jahre, aus Neu-Sandec nach Adämfölde zugereist, Jakob Abrahaimovits, 52 Jahre, aus Ostrov, Polen, Pächter, Markus Lefkovits, 24 Jahre, aus Polen, in Päcsujfalu, Seiman Kubovits, 80 Jahre, aus Rymanow, Polen, in Adämfölde, Lasar Leffkovits, 15 Jahre» in Zmigrod gebürtig, Leffko Moskovits, 18 Jahre, aus Grybov, Polen, in Adämfölde, Jakob Jatmus, 56 Jahre, aus Bojniska, Komitat Nitra, vagierend in Demäthe, Jakob Jakubovits, 36 Jahre, in Osikö, Josef Berko, 18 Jahre, aus Neu-Sandeq, Jakob Lefkovits, 37 Jahre, aus Dalko, Polen, Lehrer in Gombosfalva, Mosko Herskovits, 38 Jahre, aus Visnyica, Polen, Samuel Schapsa, Pächter in Adämfölde. Die Anklage beschuldigte alle diese ״Christo dem Herrn treulose Juden", Christenblut dürstend, den Knaben Stephan Balia getötet,, ihm zahllose Wunden in der' Form hebräischer .Buchstaben beigebfacht und so sei» Blut entnommen zu haben. Die Anklageschrift gründet sich auf den Ausruf des Moscheh Jos3eto vits: ״Ach, um mich ist’s gescheht!" — auf die Aussage der getaufte» Katharina Schrideck, weiche belauscht habe» will, wie zwei Juden im Jargon sagte»: ״Wir hätte» das Ki»d doch ehe? ins Wasser geworfen" und auf die Aussage des zehn• jährigen getauften Sohnes des Jakob Davidovits. Sie fordert die Beeidigung dieses Knaben mit der Begründung, der Knabe habe offen erklärt: ״Was immer ich beeiden werde, ich betrachte es als keine Schuld, einem Juden gegenüber, er ist doch nicht mehr mein Väter!" Die Anklage stützt sich ferner auf die Aussagen des Herschko Horimlovits, der am; Leichnam die hebräischen Worte ״Unus Deus" erkannt habe und beruft sich auf . ein Exempel, ״so habe die jüdische Sippe ähnlichen Mord in Polen begangen“. Beigelegt ist ein Urteil des K i j o v e r Gerichtes, erbracht in der, Anklage zu Markova Volicä, wg fünf Juden gevierteilt wurden, einer mit seiner Familie, welche die Taufe nahm, zum Köpfen begnadigt wurde. Die Anklage führt noch ähnliche 1Fälle aus dem XV. und XVI. Jahrhundert, schließlich den Prozeß im Jahre 1529, in B azin an, wo 30 Jiiden den Tod am Scheiterhaufen erlitten, und beruft sich auf das judenfeindliche Werk des Heidelberger Professors Andreas Eisenmenger aus dem Jahre 1700 ״Judäismus detectus“ (Das entlarvte Judentum). Laut Gerichtspraxis genügen im Falle eines Mordes. Indizien für die Tortur, Indizien seien.zur Genüge vorhanden: . . . 1. Bei Davidovits sei genügendes Indizium die Aussage seines Sohnes und des Josef Lefkovits. 2. Indizium sei, daß die Juden aus ׳dem Komitäte Säros, so der Bartfelder und der Demätheer Lehrer flüchtig seien. •׳,_ ׳׳■■׳ 3. Ein Indizium bilde es, wenn jemand die Gunst des Herrschers erflehe. Dies haben die Juden getan, indem sie im Wege der Preßburger Judengemeinde ihre Instanzen zum allerhöchsten Thron leiteten. . 4. Ein Indizium bilde es, wenn jemand den Verhafteten öfters besuche, ihm Nahrungsmittel zuführe, Auch dies taten die Juden und ihr Vorgehen könne der Barmherzigkeit nicht zugeschrieben werden, da sie doch vor sechs bis sieben Jahren jüdischen Häftlingen, die wegen Diebstahls in Gewahrsam genommen wurden, nicht helfend beigestanden waren, diese sogar verfolgten. Der Antrag der Anklage lautet: Herschko Horimiovits, Jakob Lefkovits, Moscheh Jossefovits, Jakob Davidovits, dessen Sohn, Leffko Sajovits und Jakob Markovits mögen der Folter unterzogen werden» Bezüglich der Folterung sollen die Vorschriften des Carpz 0 w angewendet werden, (Benedikt Carpzow,־ ein dentscher Kriminalist, Professor der Universität Leipzig und Mitglied des Schöffenstuhies, lebte 1595 bis 1666 und batte Ansehen bei den ungarischen Juristen, Er war wegen seiner Grausamkeit berüchtigt und soll 20.000 Todesurteile unterfertigt haben. Er glaubte an Hexen.) (Fortsetzung folgt•) ‘ "

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