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Jüdische Presse · 1933-09-20 · 38 (20.9.1933) · page 10

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
38 (20.9.1933)
Date
1933-09-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Säte 10 '-'־:i|p ufltf>*mie«schtvkonnten äli^ifi der jüdischen Gesnetft* scfcäft1frost üüd Mfütr seftjiffeft för di» Vertust in wett* v. vttllen autorttäm Persönlichkeiten, den das Judentum unseres Landes durch den MsänpiSg de# ««**מגיםגאזנים ו Rabbi Simon Öirsft h fer-Modr», Rabbi Isfaei Rein»- Batorkesy. Rabbi Juda ö 0 i d s t e i n*Sabin0w, Rabbi Mosche N 6u m a ft ä-2ahokreky und Rabbi 2wi R eie ft*־ man n-Velka Ida ift diesem Jahre erlitten bat Dann wird mit des Allmächtigen Hilfe aus den Ruinen Aufbau, aus der Zerklüftung Vereinigung, aus dem Verfall Aufschwung und auf den Gräbern neues Leben erblühen ,דהל שנה וברצוהיר! J Jf, B. Sitzung des orthodoxen Donnerstag, den 23. Blut tagte in Bratislava unter Vorsitz des Brüses Herrn Isidor Pappenheim der Verwaltungsausschuß der orthodox-jüdischen Konfession in der Slowakei und das Rabbinerkomitee unter Vorsitz Sr. ehrw. des Herrn Oberrabbiners Schreiber» Fast sämtliche rabbinischen und nichtrabbinischen Mitglieder des Ausschusses Waren anwesend und beteiligten sielt an den Beratungen. Auf der Tagesordnung standen laufende administrative Angelegenheiten Und sonstige aktuelle Wichtige Fragen der Konfession, die derzeit die leitenden Körperschaften intensiv beschäftigen. י ’ Vom Verein ״Marpe Lenefesch“. Der Verein ״Marpe Lenefesch" in Bratislava versendet in diesen Tagen seinen Rechnungsausweis für das Jahr 1932 an Seine Mitglieder und Förderer. Seit mehr Jüdische presse! ais sechs Jahrzehntenerftiilt dieser Verein seine sefitwie• nge, humane und religiöse Aufgäbt mit bewunderoswerter öpferwüligkeit seiner Leiter und Beamten. Br ver* sorgt die in den Bratisiavaer Spitälern und KUniken Hei« lüftg Sücheftden OlaubefiSgeftOSSeft mit ritueller und den ärztlichen Vorschriften entsprechende Kost Weit über tausend Kranke geftosseft auch in diesem Jahre die Wohl־* taten des Vereins und erhielten durch ihn die Gelegenheit, auch Während der Spitalshehandlung die religiösen Speisegesetze 2u, beobachten. Den Verein nahmen im Jahre 1Ö3ä insgesamt lli§ Kranke mit i6t496 Verpflegst tagen in Anspruch. Der Rechnungsauswels bietet ein getreues Bild seiner Tätigkeit, läßt aber auch ahnen, welche große Arbeit von den Leitern des Vereins geleistet wert den mußte, um die finanziellen Mittel auf2ubringen, welche erforderlich sind, um den gerade in der großen Wirt•• schaftsnot sieh naturgemäß erhöhenden Ansprüchen gewachsen zu sein. Der Rechnungsabschluß balanciert mit tsch. K 267.687. Die Hinnahmen setzen sieh in der Hauptsache aus folgenden Posten zusammen: Subventionen 10.360, Mitgliedsbeiträge 21,650, Spenden 22.819, Telegrammablösungen 3628, Beiträge des Staatskrankenhauses 160.978, Kostbeiträge der Patienten 11.973, Spitalsärzte für Verköstigung 6820, Stiftungen 926. Unter den Ausgaben ragen hervor: Lebensmittel tsch. K 201.884, Küchengeräte und Reparaturen 4900, Personallöhne tsch. K 24.982. Die restlichen Ausgaben betreffen Betriebs- und Administrationskosten. Aüs all dem geht hervor, daß der Verein ״Marpe Lenefesch", dessen segensreiche Tätigkeit den jüdischen Kranken desganzenLandes zugute kommen, von allen jüdischen Gemeinden subventioniert und von j e d e m hilfsbereiten Juden tatkräftig gefördert werden sollte. Im besonderen sollte es jeder Jude an dein kommenden Feiertagen als seine Pflicht erkennen,'diesem Verein eine Spende oder einen Beitrag zu leisten. Das Hilfswerk für die Jeschiwoth in der Slowakei. 3. Jahresversammlung des Vereines ״Machsike Hajeschiwoth“. Die Thora hat noch ihre Freunde, die Jeschiwoth ihre Förderer. Dieses erhebende Gefühl bemächtigte sich eines jeden, der an der diesjährigen dritten Generalversammlung der Machsike Hajeschiwoth am 19. Elul teilnahm. Wenn man sah, wie Menschen, die von unzähligen Sorgen belagert sind, zusammenkamen, mit aufmerksamer Teilnahme die Schilderung von der materiellen Lage der. Jeschiwoth anhörten, mit einer Liebe und Wärme nach Rat und Hilfe suchten, als wäre es die persönliche, eigene Sache, da dacht? ein jeder: לא אלמן .ישראל — die Jeschiwoth stehen nicht allein in ihrem Kampfe, sie hatten und werden immer Männer haben, die bereit sind, mit Rat und Tat ihnen zur Seite zu stehen. Die junge, emporstrebende Gemeinde Nove Zamky war der geeignete Rahmen für die Tagung des seit drei Jahren bestehenden, von Tatendrang erfüllten Vereines der Machsike Hajeschiwoth. Um das Ansehen des Vereines zu heben und die uneingeschränkte Anerkennung für seine selbstlose Tätigkeit zu bekunden, haben sich die ehrwürdigen Herren Oberrabbiner Tiger mann, Nove Zamky, Frey, Surany, Weiß, Topolcany, Abele s, Sarluhy, Baum, Guta, Straß er, Sala, Fürst, Öuz, Rabbiner Stern, Nove Zamky, eingefunden. Die Generalversammlung. Die Tagung begrüßte Se. Ehrwürden Herr Oberrabbiner Tigermann. Seine weisen, vorausblickenden, goldenen Worte wurden von der Versammlung in lautloser Spannung angehört. Er übermittelte der Leitung des Vereines für ihre unermüdliche Tätigkeit, hingebungsvolle Arbeit im Dienste unserer heiligen Lehre den Dank der gesamten thoratreuen Jüdenheit der Slowakei und insbesondere der Jeschiwoleiter. Herr Rafael Kohn, Präses "der Gemeinde Novi Zämky, gab der Freude und dem Stolze seiner Kehilo Ausdruck, daß dieser für das Thora- Judentum so lebenswichtige und unentbehrliche Verein in dieser Gemeinde gegründet wurde und daß diese General- Versammlung dort stattfindet. . Hierauf ergriff Vereinspräses, Herr Julius Herzog, das Wort, um in einer packenden und von herrlichen דברי חורה durchwirkten Rede ein anschauliches Bild vom Werdegang des Vereines, von seinen kleinen Anfängen, schüchternen Versuchen, bis zu den Erfolgen des heutigen Tages zu entwerfen. Er konstatierte mit Genugtuung das Wachstum des Vereines, die stets“ zunehmende Popularität seiner Ideale, das Erwachen des Interesses für seine heiligen Ziele in immer weiteren Kreisen. Dadurch wurde es möglich, die Subventionen an die Jeschiwoth auch im verflossenen Vereinsjahre bedeutend zu erhöhen. Als Beweis für seine Worte führte er die Zahlen der Bilanz an. Sie sprechen eine beredte, überzeugende Sprache. Die Subventionen an die Jeschiwoth überstiegen in diesem Jahre die Summe von Kö 100.000. Wahrlich eine gewaltige Summe in einer Zeit des wirtschaftlichen Niederganges! Rückhaltloses Lob und tiefempfundenen Dank zollte er den Ortsgruppenleitern, den ' eigentlichen Trägern des Vereines. Die Erfolge, die segensreiche Tätigkeit des Vereines sind ihr Verdienst. Er ersuchte sie, trotz der schweren Zeit, die wir durchleben, trotz der zunehmenden Ungunst der Verhältnisse, die Ziele des Vereines mit der-, selben Liebe und Wärme, mit demselben werktätigen Interesse zu fördern wie in der Vergangenheit. Herr Oberrabbiner Eckstein referierte im Namen der Vereinsleitung über die gesamte Arbeit des Vereines und entwarf die Pläne der künftigen Entwicklung, Er ersuchte die Anwesenden, die gesamte jüdische Oeffentlichkeit; an der Notwendigkeit, Lebensfähigkeit des Vereines nicht zu zweifeln und durch ihre fördernde Mithilfe und schaffende Mitarbeit dieweitere Entfaltung des Vereines zu ermöglichen. Der Kassier des Vereines, Herr Josef R ei c b f e 1 d, unterbreitete die Bilanz des verflossenen Vereinsjahres und zog eine Parallele zwischen dieser und der vorjährigen( An der Hand dieses Vergleiches zeigte er den Aufschwung des Vereines, der in der Vergrößerung der Einnahmen von insgesamt Kö 154,000 auf 170,000, Ep״ höbung der Subvention'von Kö 86.000 auf 100.500, Verringerung der Ausgaben um 7 Prozent zum Ausdrucke kommt* Nachdem der Vereinsleitung Entlastung gewährt wurde, ging man in die Debatte ein. Die von Thoraliebe durchglühten Ansprachen der ehrw. Herren Rabbiner Frey (Surany), W e i ß (Topolöany), Abeies (Sarluhy), Baum (Guta), Fürst (öuz) lösten eine begeisterte Stimmung bei den Versammelten aus. Ihre Schilderungen von dem verzweifelten Ringen der Jeschiwoth um ihren Bestand, von den Entsagungen der Bachurim und von der ausgiebigen Hilfe und rettenden Arbeit des Vereines haben bei den Anwesenden tiefe Eindrücke zurückgelassen. Sie sagten offen und freimütig, daß der Verein , bei seinem Erscheinen auf der Schaubühne der Oeffentlichkeit mit Pessimismus und Zweifel empfangen wurde,, daß er jedoch , die kühnsten Erwartungen übertraf. Man ahnte nicht, welche hilfsbereiten Kräfte im Judentum unseres Landes schlummern. Der rasche Aufstieg, die umsichtige Arbeit des Vereines sichern ihm eine blühende Zukunft. Sie eiferten die Anwesenden an, dahin zu wirken, die Machsike Hajeschiwoth in die Lage zu versetzen, daß sie die Sorgenlast von den Jeschiwoleitern ־ abnehme,; damit: die Bachurim ״ungestört ihre, Zeit dem Lernen widmen können. Herr Neuhauser (Bratislava) überbrachte die Grüße und besten Wünsche Sr. Ehrw. Herrn Oberrabbiner Schreiber (Bratislava), dem eine Familienfeier unmöglieh machte, an den Beratungen teilzunehmen. Die rege Debatte; an der sich außer den erwähnten Rabbinern die Herren Sußmann (palanta), David L ö w b e e r (Topolöany), Neuhauser (Bratislava), Preßburger (Galanta) Rafael Kohn (Nove Zämky) beteiligten, brachte eine Fülle von fruchtbaren Anregungen und verwirklichungswürdigen Gedanken. In einer■ temperamentvollen, von innerer Lauterkeit durchwehten Rede beantragte Herr Rabbiner Baum (Guta) zu erwägen, ohne Schädigung der Interessenten von der Erzeugung der rituell beaufsichtigten Waren eine ergiebige Einnahmsquelle für' den Verein zu erschließen. Das agile Mitglied des Zentralausschusses, Herr Suß mann (Galanta) beantragte eine Naturaliensammlung durch hiezu geeignete Persönlichkeiten. Diesem Antrag schloß sich Herr Preßburger (Galanta) ah. Besonderes Interesse gab sich kund für den beherzigenswerten Antrag des Herrn Löwbeer, Gemeindepräses, Topolöany, der dem Verein empfahl, auch die Bachurim, die den Jeschiwoth ent- ^wachsen sind, in sein Hilfswerk aufzunehmen. Herr Rabbiner Eckstein stellte den Standpunkt des Vereines auf Grund der Statuten zu den einzelnen Anträgen klar und betonte nochmals, daß der Verein nur dann auf der Höhe seiner Aufgaben stehen kann, wenn alle Gemeinden eine Subvention dem Verein bestimmen. Alle Anträge wurden über Antrag des Herrn Rafael Kohn (Nove Zämky) dem Zentralausschuß mit .Heranziehung der Antragsteiler zur Ausarbeitung überwiesen. Herr Suß mann sprach der Gemeinde Novö Zämky im Namen der Generalversammlung für die liebenswürdige und entgegenkommende Aufnahme Dank aus. In seinem Schlußwort dankte Präses, Herr Julius Herzog, allen Erschienenen und ersuchte sie, die Gedanken des Vereines in die große Oeffentlichkeit hinauszutragen und für seine erhabenen Ziele aufklärend zu Werben, Tätigkeitsbericht erstattet von Oberrabbiner M. L. Eckstein, Sered. הנה אנבי מרביץ• בפוך אבניו ויסדחיך בספירים ושמחי כדבר שמשותיך ושעריך לאבני אקדח וכל גכוליך לאבני חפץ וכל בניך למורי ה׳ ורב שלום בניך בצדקה תכונני... ״Ich lege in Bleiglanz deine Steine und gründe dich auf Saphiren, ich mache von Kristall deine Zinnen, deine Tore von Karfunkelsteinen und all dein Gehet voll kostlicher Steine, All deine Söhne sollen Lehrlinge des Ewigen sein und groß deiner Söhne Glück. Durch Mildtätigkeit Wirst du aufgerichtet , , Zum dritten Maie macht mein Amt es mir zur Pflicht, die Tätigkeit des verflossenen Vereinsjahres zu schildern. Dies erschwert und erleichtert zugleich meine Aufgäbe. Es ist schwierig, ahne Gefahr der Wiederholung mehrere Male über dasselbe Thema zu sprechen, Ein Vereinsjahr gleicht aber nicht dem anderen, es zeigt immer ein neubs ,Bild, Aber “gerade diese Verschiebungen, Ver- Änderungen geben auf klärende Lehren, erteilen befolgenswerte Ratschläge. Wer ist aber geeigneter, die Vereins-. ..־j; ■ nt. m jähro Miteinander zu vergleichen, wenn nicht der, äef iftit nächster Nähe die Entwicklung des Vereines gesehe^ven seinen schüchternen Versuchen bis zu seinen entschloss senen Schritten. DieWiederhötüftg ist auch nicht ganz nutzlos: manche Kräfte wirken ja aus derVergangenheit nach, manche Kinderkrankheiten sind ja hoch nicht über* . wunden. •■■■־*■■*. Auf seinem ununterbrochenen Wege nach vorwärts, dem Ziele entgegen, iSt unser Verein wieder zu einem Meilenzeiger gelängt, Zum dritten Male jährte sich am 17. Eitii der Tag seines Entstehens und seines Bestandes. Spricht man dieses Datum aus, lächelt die Thora, ihre Treuen erzittern in Freude. Brachte ja dieser Tag das Zusammenschweißen aller zersplitterten Kräfte zur hilfsbereiten Einheit zum Wöhle der Lehr- Stätten unseres Vpikeg. Für jeden Menschen, dessen Herz um die Zukunft der Thora und ihrer. Jeschiwoth bangt, wird die Geschichte des Vereines eine erquickende, be* freiende Lektüre sein, Erzählt sie doch von der ewig lodernden. Begeisterung Jisroels für seine Thora, von der niemals versagenden opferwilligen Liebe des Judentums zu den Jeschiwoth. Drei Jahre sind selbst für unsere, in rasendem Tempo schaffende Zeit eine kurze Frist. Bedenken wir aber, wie sich alles um uns in diesen Jahren grundlegend änderte, von welchen Beben und Erschürferungen die Weit der Wirtschaft heimgesucht wurde, mutet uns der Aufstieg des Vereines wie ein . Wunder an. Die Einnahmen vergrößern, die Subventionen erhöhen, die Zahl der Ortsgruppen Und der Mitglieder bedeutend steigern in einer Zeit der würgenden Krise, die täglich neue Opfer fordert, dies kann nicht anders als ein Wunder bezeichnet werden, Wenn die Leute fragen: ״Wer und was hat dieses Wunder bewirkt? Welche Kräfte stehen hinter diesem Verein, daß er immer von Erfolg zu Erfolg schreitet, die kühnsten Erwartungen verwirklicht, einen Bau aufführt, der immer größer und mächtiger wird, allen Stürmen Trotz bietet?" so antworten wir: רבי אבוד, בי הוד, משהעי בלשון הבמה הוד, אמר הבי אחריגו לפחמין ארקיעו לזהבין ועשו לי שני מגידי בעלטה. bediente sich ,ר ב י אבוד der Weisheits-, der Bilderspräche, pflegte er zu sagen: ״Fachet die Glut an, verleihet dem Golde himmlische Kraft und schaffet mir zwei Verkünder in der Finsternis!" — Sie kennen wahrscheinlich die Geschichte der Jerichorose. Die Heimat der Jerichorose ist der Osten, sie schlägt dort Wurzel, zerstreut ihre Samenkörner, dann kommt ein Wind, reißt sie aus dem Boden, nimmt sie auf seine Fittiche und trägt sie in ein anderes Land, wo sie Wurzel faßt und neue Samenkörner verbreitet, bis sie der Wind wieder in ein anderes Land wirft.' Und so geht es von Land zu Land, von Zeit zu Zeit. Diese Geschichte schildert uns das tragische Geschick, aber auch die erhabene Mission des jüdischen Volkes: Jisroel ist das ewige, wandernde Lehrervolk der Menschheit. Die Wiege des jüdischen Volkes stand im Osten. Dort verbreitete es die Samenkörner der G-ttesidee, -war der Lichtbringer der Thorawahrheiten, der Wegbereiter der Menschheitsideale. Da kam der auf G-ttes Befehl entfesselte Sturm der Zeiten, entwurzelte es und warf es in ein anderes Land, wo es wieder Wurzel schlug, um nach Verbreitung der Samenkörner der Helle und Aufklärung wieder in ein anderes Land verschlagen zu werden. Wie die Sonne auf geht im Osten, umkreist die ganze Himmels- Wölbung, auf daß fast kein Fleckchen auf Erden ist, das von ihr nicht beleuchtet wäre, so zog das Judentum aus vom Osten mit der Fackel der Thora in seinen Händen, um überall Finsternis zu zerstreuen, Dunkel zu erhellen. Die Thora, so heißt es im מדרש wurde nicht' gegeben bei Tag, weil damals nur die Sonne, nicht bei Nacht, weil damals nur der Mond am Himmel steht, sondern ,morgens, wo beide sichtbar sind. Jisroel sollte damit gesagt werden: ״Eure Aufgabe ist es, bestrebt zu sein, daß der Ideerischatz, den wir am Sinai empfangen, nicht euer Privateigentum bleibe, sondern das Gemeingut der ganzen Menschheit werde. טובה הבמה עם נהלה ויותר לרואי השמש. Das Wissen muß weitergegeben werden. Ihr sollt die Sonne der Menschheit werden, die alle dunklen Monde erhellt." Wer aber fremde Völker belehren will, muß erst die Söhne seines Volkes für seine Wahrheiten gewinnen. הן כלבם קרחי אש מאורי זיקות לכו באור אשכש וזיקות בערתם. Siehe, ihr alle zündet Feuer an, seid mit Lichtpfeilen ausgerüstet, wandelt ihr selber bei der Flamme eures Feuers, beim Lichte der Fackel, die ihr entzündet, החרשים שמעו והעורים הביטו לראות, מי עור כי אם עבדי וחרש כמלאכי אשלח ד׳ חפץ למען צדקו יגדיל תורה ויאדיר. Ihr Taube, höret, ihr Blinde, schauet, um zu sehen! Soll gerade mein Diener nicht sehen, der Bote, den ich sende, nicht hören? Der Ewige wollte um seines Gesetzes willen, daß ein jeder von der Thora erfaßt, daß sie überall verherrlicht werde. יגדיל חורה ויאדיר Diese Worte dürften an der Türe jeder Jeschiwo zu lesen sein. Das ist ja Zweck und Beruf jeder Jeschiwo. Die Jeschiwoth sind die Lichtzentren in der Finsternis, die uns umgeben, die wenigen Oasen in der Wüste des Golus. Dort weht der jüdische Frühling, dort pulsiert der lebendige, unverfälschte Geist des Judentums. Die Jeschiwo ist die Werk- Stätte, wo die Waffen geschmiedet werden für den Kampf des Lebens. אחרי ג ו לפח מי ן Fachet die Glut der •Thoralehren an, daß sie Licht ausstrahlen, die Wärme der Religiosität“ ausströme! Diese Erkenntnis, von der Wichtigkeit und Bedeutung der Jeschiwoth führte zur Gründung unseres Vereines, Die Liebe zur Thora und zu ihren Lehr- Stätten waren die Initiatoren unseres Vereines, die Hingebung an die Jeschiwoth ist der Motor, der unseren Verein in Bewegung erhält. Dies sind die wunderwirkenden Kräfte, die hinter dem Verein stehen. Wir wurden von der Gründungsversammlung mit der ehrenden Mission betraut, die Grundlagen des Vereines zu schaffen, Wir ahnten nicht, wie dornig die Aufgabe war, die wir übernahmen, mit welchen Schwierigkeiten der Weg besät ist, den wir gehen mußten. Wir haben die Arbeit übernommen, in der sicheren Erwartung, daß unzählige Hände mitarbetten, daß uns Helfer von allen Seiten in Scharen Zuströmen werden, Es war ja nicht das ,Werk von einzelnen, von Personen, es war ja die Thora, die ihre Stimme erhob. Wer konnte es ahnen, daß wir allein bleiben, daß der Ruf der Thora ohne Widerhall verklingen wird? Statt Verständnisses begegneten wir Zurückhaltung, statt Hilfe kühler Indolenz, überall trafen wir taube Ohren, in Schloß gelegte Hände, gefesseltem Willen, Dieses Unverständnis ist für eine Bewegung gefährlicber als der hartnäckigste Widerstand. Widerstand belebt den Mut, stählt den Willen, vervielfältigt die Kräfte, Unverständnis, Indifferentismus wirkt ansteckend,

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