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Jüdische Presse · 1933-09-20 · 38 (20.9.1933) · page 6

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
38 (20.9.1933)
Date
1933-09-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 ... _ , JtTOtSCBe PRESSE _ _ _ Nr. 38. Zwischen den Marken•*) Von Mahl». Josef Adler, Schäßburg. Ich denke bei dieser öeseicfmuäg nicht hur an die Grenzen des 2U finde gehenden und des im Anzug hegnffenen Jahres, sondern an die Zwischenzeit der beiden Kongresse! des abgeschlossenen ZionistenköngTesses und der in Vorbereitung stehenden dritten Kenessio-; öeääüioh, ׳ .■ Öleser Zeitraum muß ausgenützt werden zu fruchte; y bringender Arbeit• fiep verlauf und das Ergebnis des mit großem Apiomb angekündigten, mit allen Kunstgriffen der Aufmache inszenierten, aber kläglich verlaufenen und jämmerlich geendeten Zionistenkongresses hat das ,Tätigkeitsfeld der Agüdä erweitert und vertieft, fiie Segel des Aguda« Schiffes haben neuen Wind bekommen Und wir müssen ihn in unsere Dienste zwingen, um mit seiner Hilfe große, gefährliche Klippen zu umschiffen, die unsere Fahrt oft bedrohten und unserem Vörwärtskommen sich hindernd in den Weg stellten. /r Diese Klippen waren durch den Misrachi- Flügel des Zionismus personifiziert. Der im Zionismus Organisierte Misrachi hemmte den Fortschritt der Aguda, 5401)י er das alle gesetzestreuen Juden der Welt einigende and, das die Agudah um sie schlingen wollte, zerriß und so den Kreis offen ließ, den das gesetzestreue Judentum um. die Thora schließen wollte, damit diese durch die undurchdringliche Phalanx ihrer Vertreter gegen alle Zeit- Strömungen und ihre verheerenden Einwirkungen geschützt werde, in der Diaspora und in Erez Jisroel. Da diese von dem. Misrachi" erfaßten thoratreuen Juden ihren Platz im Kreise Um das Thoraheiligtum unbesetzt ließen, bildete diese Bresche stets das Einfallstor unserer Feinde Und; Gegner, denen es dadurch gelang, unsere Arbeit zu lähmen, unsere Bestrebungen zu parieren und unsere Erfolge zu vereiteln oder wenigstens zu verringern. v ׳ Gar manchmal hat die Agudaleitung im Bewußtsein, ihrer hohen Verantwortung mit den Führern des MisPachi Verhandlungen gepflogen, um das schöne, allseits angestrebte Ideal einer Einheitsfront des thoratreuen Judentums auf dem ganzen Erdenrund herzu- Stellen. Diese Unterhandlungen führten ieider noch niemals zum Ziele. Die Führerschaft der Agudah sollte sich nun aber die Mühe nicht verdrießen lassen und jetzt abermals den bereits des öfteren fallengelassenen Faden dergegenseitigen Aussprache aufnehmen, denn vielleicht ist ^gerade jetzt der psychologische Moment gekommen, dem frommen Wunsch: die Vereinigung der Agudah mit derii Misrachi zu realisieren. Die Erfahrungen, die die Führer des Misrachi am letzten Kongreß gesammelt haben, eine objektive Betrachtung über das, was sie w 011 e nj im Vergleiche mit dem, was sie erreichten und in Zukunft erreichen können, muß ihnen tief ins Herz schneiden und dort blutende, klaffende Wunden zurücklassen. In ihrer weherfüllten Brust ruft gewiß die lange genug unterdrückte Stimme des jüdischen Gewissens die Paraphrase der Schofartöne: ״Erwachet, Schlaftrunkene,;aus eurem Schlafe!“. Sie erkennen jetzt gewiß den schamlos getriebenen Ghillul-Schabbos und ÖokoloW Stell! diese!» beschämenden Zustand das Ehfendiplom aus, indem et diesen efitweihteft Schabbos in Erez Jisfoe! höhe! stellt ids deh iehäbiöi iä Jifüsefiolftjiffi d’iätaü. Angesichts dieäef Tatsachen muß de? Misrachi, der nunmehr auch keinen Flata in de? Exekutive gefunden hat, für dessen Forderungen im Kähmen des 175.000- Pfund-Budgets bloß SOö Pfund aufgenommen winden, den Mut und die moralische Kraft aufbringen, die ihm abermals entgegenzustreckende Bruderhand de? Agudah freudig zu ergreifen, sieh, selbst wieder zu finden, von den Irrtümerh der Vergangenheit sieh restlos loszusagen, dem falschen Weg, der ihn von dem echten, unverfälschten thdfätreuen Judentum Mmer mehr entfernte, endlich entschlossen und mannhält 'den Rüdken zu kehren und so ..der Zerrissenheit und Zerfahrenheit ein jähes Ende zu bereiten, der das gesetzestreue Judentum So heillos Zerklüftet. Üeberlassen wir die Spaltungen, Reibungen, ewigen Hader und Streit, den Verschiedenen Parteien innerhalb des Zionismus, wo jede Richtung ihre eigene, weltbeglückende und menschheitserlösende Theorie zum Durchbruch bringen und den Gegner auch mit absolut unzulässigen Mitteln ausk dem Wege räumen will. Wir thoratreuen Juden wollen uns vereinigen auf unserem alten Fundament der Thora und Mizwos, deren Anerkennung und Verpflichtungskräft, deren Ewigkeitswerte und Überzeitliche Gültigkeit Wir ins Bewußtsein aller Volksschichten Jisroels zu tragen haben. Das kann uns aber nur dann vollkommen gelingen, wenn wir Schulter an Schulter stehend,, in Gesinnung und Tat einheitlich und eindeutig zum Ausdruck bringen, daß uns die Thora und ihre uneingeschränkte, von keinem politischen und .nationalistischen Kalkül getrübte Suprematie der Primat ist und bleibt, den wir < durch nichts und durch keinen zurückdrängen oder verdunkeln lassen. Auch im Interesse‘ der Erez-Jisroel-Aufbauarbeit müßte diese Vereidigung der Gleichgesinnten unter der Aegide der Thora stattfinden. Einst hieß es, daß Agudas Jisroel bloß das Golusjudentum bejaht und sein Programm nur dieses ins Auge faßt, Misrachi hingegen, im -Rahmen des Zionismus, Erez Jisroel in den Mittelpunkt seines Denkens stellt. Diese Sachlage hat sich nun durch G-ttes Fügung, durch den mächtigen, nicht mißzuverstehenden g-ttlichen Fingerzeig aus dem Gewölke des die Menschheit in Atem haltenden Völkerschicksals heraus mit einem Male geändert. Der golusverneinende Zionismus mußte am letzten W \ $ n f A ft tf i t M ä f I © « W! il üi d Üai gtäötä ond SCFiSfisW ßld ddf Welt( •־* Alflt ßühäfii» ward1afc«it WiertS Die ategarUesteri Dampfbäd of > Wannenbädet Schw 1 m m bää § f/Sonnenbader Familie nbad irn Weilen- und Sonnenbad KURANSTALT MANABAD Kdrhfött Mäfilga Pfeläa Kongreß sich zu der Von der Agudas vertretenen Ahsicht bekennen, daß das Problem des Golusjudentums seinen, ganzen hervorragenden Platz beansprucht in der Auf-; gabenfülle einer jüdischen Weltbewegung. Die Agudah׳ hingegen äußert schon seit geraumer Zeit ihren Willen und ihr Bestreben, im Rahmen ihrer Tätigkeit dem Wiederaufbau Erez Jisroels einen bedeutenden Raum zu widmen. So kommen sich auf dieser Linie Agudah und Misrachi auf halbem Wege entgegen. Mögen Sie nun nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sondern aus den natürliehen und günstigen Begebenheiten die einzig möglichen und richtigen Konsequenzen ziehen, deren Ergebnis eine• herzinnige Aussöhnung und eine unerschütterliche Verbrüderung sein muß. Atis diesem Frieden würde ganz gewiß in ab-' sehbarer Zeit das Heil unserer Thora, unseres Volkes’ und unseres Landes erblühen. Im Zeichen dieses . Friedens würde die nächste Kenessio-Gedauloh zusammentreten, an der das ganze gesetzestreue Judenי.־; tum ״Agudoh achas“ bilden würde und die geeinten, und gemeinsamen Bestrebungen und Bemühungen dieser thoratreuen Einheitsfront wären des g-ttlichen" Segens sicher. Das Thorajudentum würde sich in . kurzer Zeit die Achtung und Anerkennung der Welt, erringen; die Religion würde gar bald wieder ihre; ausschlaggebende Stellung im jüdischen Gemeinde-* leben und in allen Beziehungen des jüdischen Volks-: lebe ns im Golus genau so wie in Erez Jisroel ein-; . nehmen. Es wird sich das Prophetenwort bewahrheiten:. ״An Stelle des Gestrüpps wird die Zeder wachsen und an, Stelle des Dornbusches wächst die Myrte auf — und es wird G־tt zum Ruhme, zum ewigen unverwüstlichen: Zeichen.“ Das walte G-tt zum neuen Jahre! . W'al Hamdinaus... im Grunde ihres Herzens, das doch für Thora und Jiras Schomajim schlägt, den allzulange gehegten und genährten Irrtum, durch den sie sich vor ihren Brüdern, denen sie in Gesinnung und praktischem Leben gleichen, in grausamer, sich selbst zerfleischender Weise josrissen, um mit Menschen ganz e n t g e g e n g e s e t z t e r Weltanschauung einen widernatürlichen Bünd zu schließen, unter dessen Unnatürlichkeit sie schon jahrzehntelang zu leiden hatten. Sie litten Unrecht, sie ertrugen Unbill, sie ballten ihre Fäuste in ihren Taschen, bei gewissen Anlässen bliesen sie Alarm und warteten in Geduld auf eine Besserung, einen Umschwung, der ihre Hoffnungen rechtfertigen und ihre Wünsche erfüllen sollte. Vergebens hielt ihnen Agudas Jisroel die unumstößliche Wahrheit entgegen, daß man die Thora nicht zum Gegenstand der Abstimmung, die Religion nicht zum Subjekt einer Debatte eines Kongresses oder Parlaments machen dürfe. Wie dürften wir das wankende, schwankende moderne Parlament, den modernen Wetterhahn, zu Gerieht sitzen lassen über das Kleinod, über unser teuerstes Vermächtnis, über ״das einzig Ständige in der Zeiten Flucht"!? Haben diese Vorstellungen bisnun keine Resonanz gefunden in der, Denkungsweise des Misrachi, so ist es jetzt vielleicht anders geworden. Er hat sich bis heute der Se 1 bsttäuschun:g hingebeh können, daß die Wahrheit einer religiösen Weltanschauung, wenn auch langsam; aber doch allmählich und unentwegt sich durchringen wird können. Nun müssen seine Wortführer aber einsehen, daß sie eine Sisiphusarbeit auf sich genommen, denn der Stein der religiösen Wahrheit, den sie in angestrengter, unablässiger Mühe seit drei Dezennien bergauf gerollt hatten, wurde plötzlich wie ein Fußball von den sportgeübten Gegnern bergabgeschleudert und der mit unsäglichem Verlust an Zeit, Mühe, Geld und Reputation erkämpfte Vorstoß wurde so leicht^rdings im Handumdrehen zurückgeschlagen; alle Hoffnungen und Erwartungen auf Platzgreifen einer religiösen Einsicht, eines brüderlich verständnisvollen Entgegenkommens wurde mit einem Schlage vernichtet. Die Klagen der misrachistischen Sachwalter wurden als ״übertrieben“ und ״unwahr“ zurückgewiesen. Die rabbinischen Koryphäen Erez Jisroels lamentierten mit blutenden Herzen Über *) Anmerkung der Redaktion: Wenn wir es auch unterlassen, in der versöhnlichen Rösch- Haschonoh-Stimmung unsere kritischen Anmerkungen zu den Ausführungen unseres sehr geschätzten Mitarbeiters anzufügen, insbesondere in bezug auf seine Charakterisierung der Bestrebungen und Ziele des Misrachi, wollen wir doch nicht unausgesprochen lassen, daß wir uns mit seinen Ausführungen nicht vorbehaltlos identifizieren. So sehr natürlich die Herstellung einer religiösen Einheitsfront zu wünschen wäre und kleinlicher Eigendünkel hiebei vollständig unterdrückt werden müßte, kann eine Einigung doch nur auf dem Boden der absoluten Anerkennung der religiösen Autorität herbeigeführt werden. Rascher und leichter, als es gelingen könnte, die Misrachi- Organisation als solche zu einer Aenderung ihrer bisherigen falschen Taktik, zu einem Austritt aus der zionistischen Organisation und zu einem Anschluß an die Organisation der religiösen Judenheit, zu veranlassen, muß es möglich sein, die einzelnen Misrachisten, die den Glauben an ihre Führer ohnedies längst verloren haben, zu erfassen und sie ideell und organisatorisch der Agudas Jisroel näherzubringen. Das ist, unserer Meinung nach, die Aufgabe der Stunde für die Führer der Agudahbewegung. Werden sie ihr gerecht werden? Eine Reihe von Belichten, die wir von ’Mitarbeiten in den verschiedenen Ländern erhalten haben und mit deren Veröffentlichung wir in der vorliegenden Ausgabe , begannen, soll vor den Augen ,der Leser diese.Länder ReiÖue passieren lassen und einen Ueberbtick \WSfdie ßPeigriis'sef’äie politischen, wirtschaf tlicheri unnjt‘religiös-kulturellen Verhältnisse im verflossenen Jahre geben. Keiner dieser Berichte Hann aber natürlich einen Anspruch auf e rschöpfende Behandlung der skizzierten Materie erheben. — Redäfction. ■ Die entscheidende Wendung. Das verflossene Jahr 5693 bildet einen traurigen Merkstein in der Geschichte unseres Volkes. Hat, das jüdische Volk früher eine große Sorge, das Schicksal unseren jüdischen Brüder, in Rußland, gekannt, und eine große Hoffnung, Erez Jisroel, so brachte das Jahr 5693 den Sieg Hitlers in Deutschland, der auf dem Gebiete des Antisemitismus auch die schrecklichsten Befürchtungen überboten hat. Während in Rußland die Maßnahmen der;dortigen Regierung nicht ausgesprochen gegen die Juden sich richten, sondern diese nur infolge ihrer besonderen wirtschaftlichen Struktur besonders verheerend treffen; während in Rußland nur die allgemeinen Maßnahmen gegen die Religion auch die jüdische Religion in schwere Mitleidenschaft ziehen, richten sich die Maßnahmen der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland gegen die Juden als solche. Alle Errungenschaften der Emanzipation, der Gleichberechtigung aller Staatsbürger, wurden mit einem Federstrich aufgehoben und die׳ rechtliche Stellung der Juden erschüttert. Hand in Hand mit dieser Entrechtung geht auch die wirtschaftliche und gesellschaftliche Aechtung. Es ist zu bewundern, mit welchem Mut und mit welcher Kraft der Ueberwindung die deutschen Juden ihrem Schicksal klar ins Auge sehen. Die Jugend strebt selbstverständlich mit allen erlaubten Mitteln aus Deutschland hinaus. Man rechnet damit, daß im Laufe der nächsten Jahre die Blüte der deutschen Juden, das sind die Jahrgänge unter fünfzig, alle auswandern werden, um .den Zurückgebliebenen Lebensraum zu gewähren. Dieser Strom der Auswanderung ergießt sich über alle Länder, wohin noch Emigranten können. Diese Immigration ist ein rein ökonomisches Problem. Das Hauptziel der Aus- Wanderer, ist aber Erez Jisroel, Diese Einwanderung spielt nicht nur eine ökonomische, sondern eine hochgewaltsame ideelle Rolle. * Oesterreich. Die unmittelbare Folge dev deutschen Ereignisse war selbstverständlich in Oesterreich zu verspüren. Unter dem unmittelbaren Eindruck; der Umwälzung in Deutschland wuchs der Kampf unserer heimischen National- Sozialisten furchtbar am Doch die österreichische Innen- Politik nahm eine andere Wendung. Man hat die Demokratie und den Parlamentarismus wohl auch hier ausgeschaltet und den Kampf gegen den Marxismus energisch aufgenomme», aber Oesterreich blieb katholisch und da* her vom Rassenwahn verschont. Die Regierung betreibt sehr energisch die Wiederaufrichtung des österreichischen* Staates auf religiöser Grundlage. Diese Richtung kann uns Juden, besonders uns religiösen Juden, nur sympathisch sein. Auch internationale Rücksicht e n spielen in Oesterreich eine große Rolle, und die inter- ‘nationale Lage erleichtert das 5 Los der *Jüden in Oesterreich. Trotzdem wäre es ein historischer Irrtum, wenn wir Juden unser Schicksal infolge dieser Umstände nun jetzt für absolut gesichert hielten; Auch hier muß die Hilfe von innen kommen. Man müßte die Erkenntnis aus, dem Judenschicksal in Deutschand noch klarer ziehen, um unsere jüdische Bevölkerung in Oesterreich und speziel! in Wien auf eine gesunde Linie einer religiösen Ent- Wicklung zu bringen. Die Wahlen in den Vorstand der Kultusgemeinde, die im Dezember v. J. stattfanden, haben insofern eine prinzipielle Bedeutung, als die selbständige Orthodoxie nunmehr in diesen Vorstand keine Vertreter mehr entsandte. Das Fehlen der Orthodoxie einerseits und anderseits der Sieg der Zionisten verwehren dem gegenwärtigen Vorstand die Möglichkeit, die Wiener jüdische Bevölkerung auf religiöse Pfade zu führen. Infolge der Wirtschaftskrise ist aber auch die selbständige Orthodoxie vielfach gehemmt, ihre Gemeinde, die Adas Jisroel, wie ihre Organisation, die Agudas Jis- Moderne Möbel gut und preiswert GROSS MÖBELHAUS D. HOROWITZ Wien II! TaborstraHe 75 / Fernruf A-41-5-67 roel, kräftig auszubauen. Der Verlust einer der prägnantesten Persönlichkeiten innerhalb dieses religiösen Kreises, Rabbi Josef Baumgarten s. Z. 1., lastet infolge der obgeschilderten Umstände noch drückender auf der Lage dieser religiösen Körperschaften. Es blieb die große Chance, die für eine positive religiöse Entwicklung nach : der allgemeinen Lage in Oesterreich gegeben war, fast ungenützt. Die erfolgreichen Bestrebungen die Organisation der Schomre Schabbos, die Arbeit für Erez Jisroel wirksamer zu gestalten, können diesen Mangel nicht ganz wettmachen. Zum größten Schaden speziell der religiösen Juden möchten die zionistischen Organisationen das Streben nach Erez Jisroel für ihre Parteizwecke ausnützen. Parolen wie ״Weltkongreß“ und andere politische Be- Strebungen, hinter denen zionistische Kräfte wirksam sind, bringen viel Verwirrung auch in orthodoxe Kreise. All diesen Bestrebungen, durch Einberufung der Kenessio Gedauloh, der großen Manifestation der großen Massen, ein Paroli zu bieten, scheint wohl der Wunsch vieler zu. sein, dem scheinbar in Bälde Rechnung getragen werden wird, Und doch muß es das Bestreben aller Vernünftigen unter uns sein, durch irgend eine große Geste, unsere Jugend und unsere der Erlösung harrenden tiefreligiösen Massen aus den Niederungen des Alltags herauszureißen. In früheren Jahrhunderte» erschienen immer messianische Persönlichkeiten auf der Oberfläche, Persönlichkeiten, die wohl keine innere Legitimation zu diesem hehren Beruf hatten, die aber doch in dem nach Erlösung lechzenden Herzen der niedergedruckten Massen freudige» Widerhall‘ gef »»den haben. Tröte aller Enttäuschungen lechzt das jUdlsche Hera heute mehr denn je nach Erlösung, nacn

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