Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 38 (20.9.1933)
- Date
- 1933-09-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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mm. ,Simm %' * : Säii: iXiätastaimet&iüimmM iMü *sPitt ־. Hg!gjj »״5k'«3Hi.:'ä\' i־Vj;?dt.!# 4•׳^Ä^t; / Kommerzialrat Othmar Schiff, Besitzer obiger Firma, entbietet seinen P. T. Kunden zum Jahreswechsel die besteh Glückwünsche! K ü n 81 w e r k s t ätte für Haarar beiten gegenüber Hotel Bristol /; Telephon 1116־1*47־ vs^.Vv; ' ־ ■־. *«&. '* \ Mgii WtfW *’W ל־',"' •' Iffigjfe/ asu!$@3 iSäH 4k *-׳>j 5׳???S ÜtÜ SS»!®Mi י®!! s_ra#3 w.'Mß 8 Gedanken zu Rosch ־ Haschono. Frei nach den Schriften des Rabbi Zadok Hakohen aus Lublin. Am 1. Tischri feiern wir die unirdische Schöpf ungsidee der absoluten Gerechtigkeit. “עלה במחשבה לבראתו במהיד" Er ist deshalb der Tag des ״Gedenkens* und des ״Gerichtes“. ׳ Der N i s s a n steht im Zeichen des von der ״Barmherzigkeit“ diktierten Kompromisses der Schöpfungs t a t.“״והקדים מדת הרחמים ושתפה Er ist deshalb die ״Zeit der Liebe“ und der ״Befreiung“ “״עת דודים, זמן חרוחנו Die Idee der Thora war da(, noch ehe die Schöpfung zur Tat wurde. G-ttes Wort schuf die Welt und durch das nämliche Wort G־ttes entsteht die Heilige Schrift. Den zehn Sprüchen der Schöpfung stehen die zehn Gebote der Bündestafeln gegenüber. Thora und Weltall sind demnach bloß zwei verschiedene Materialisationsformen des G-tteswortes. Am Anfang schuf er Himmel und Erde — am S c hlußp u n k t der Schöpfung entsteht die Heilige Schrift (הכתב והמכתב נבראו בין השמשות). , Deshalb beginnt die Feiertagsperiode im Tischri mit dem S chöpf ungs t ag und schließt mit Simch as Thora, dem Feste der Thorafreude. Ebenso ist die S c h 1 u ß fei e r der im N i s s a n beginnenden Feiertags- Serie זמן מחן תורתנו, das Offenbarungsfest. , ׳■ Sinn und Ziel der־ Schöpfung ist die im ״G-ttes Ebenbild“ erschaffene Menschenseele. Die vollkommene Inkarnation dieser g-ttlichen Urseele war Jaakob איש חם der vollkommene Mensch. Jeder seiner Nachkommen, jeder Jisroelmensch birgt במעמקי לבב im Innersten seines Herzens, einen Splitter dieser g-ttlichen Seele. Sie stellt jene ״verborgene Wurzel“, שורש הנעלם, der menschlichen Psyche dar, welche dem Menschen unfaßbar und unzugänglich ist. Sie kann ihm nie ״bewußt“ werden. Dieses Unbewußte hat jedoch mit dem, was schlechthin so genannt wird, nichts zu tun. Denn von unseren unbewußten Wunschregungen und Gedanken erhalten wir unter Umständen doch Kenntnis: durch ungewollte Sünden;שזג, durch Fehlleistungen und durch unsere Träume. Bei ersteren sind wir zur Sühne verpflichtet, (קרבן חטאת), bei letzteren wird uns die Buße anheimgestellt (תענית חלום). Unter ״Verborgene Wurzel“ verstehen jedoch unsere Weisen jene psychische Instanz, welche nur dem Schöpfer allein zugänglich ist. חנסחרוח לה׳ אלקנס). Nun berichtet eine alte Ueberlieferung, daß beim Jisroeimenscben dieser innerste Kern der Seele einfach unverwundbar ist. Er ist gegen alle möglichen׳;־• Schäden immun dank des Lebenswandels unserem drei Ahnen, dank der gnadenreichen Erlösung aus Aegypten und dahh der Offenbarung am Sinai. Der Umstand, daß jede jüdische Seele diese Erlebnisse im embryonalen Zustände durchgemacht hat, hat es bewirkt, daß der שורש הנעלם für alle Zeiten unverletzbar ist. S& bleibt es trotz unserer Sünden. אף על טי שחטא; ישראל הוא. Doch kann diese Tatsache, wie erwähnt, uns Menschen nie offenbar wer* den, handelt es sich doch um ״Verborgenes“. Im prakti* ׳ •־ ■ ■ר ־ ׳ IS••■ * : * 'י- . < r /י..'■«•׳ .-,J », J > .f ־ ־. ■׳. . ׳'■f . ■1"!׳ '• ■י'*/! "מ־?• :''י■ . sehen Leben עו ל ם ה מעש ח hat.‘jedoch nur das menschlieh Wahrnehmbare Geltung. *(הנגלות לנו ולבנינו ובו׳). Der ü ״ שיו ר ש ה נ ע לWurzelt“ im Ewigen, ist an G-tt fixiert und kann von dort nicht .losgerissen werden, wie die Thora sagt: ואתם הדבקים בר,׳.אלקיכם וכן׳. Sie ist derjenige Teil unserer Psyche, von der unsere Weisen sagen: כל ישראל ״ יש להם חלק לעולם הבא ובו׳Jeder Jisroelmensch hat einen Teil des ewigen Lebens in sich, der nicht verlorengehen kann.“ (Mit Ausnahme der in ה חלק aufgezählten Fälle.) Die Summe dieser Teilchen ergibt in jedem Zeitalter ein Mosaikbild, welches in der Sprache der Thora צלם אלקים und im Ausdrucke unserer Weisen קומה שלמה ״die vollständige Gestalt“ heißt. An jedem Rosch-Haschono mustert der Schöpfer den .Endzweck seiner Schöpfung: den Menschen. So wie sein Auge am ersten Tag mit Wohlgefallen, auf das von• ihm geschaffene ״Ebenbild", schaute, so inspiziert Er alljährlich am Neujahrstag die Gesamtmenschheit, ״ .ו כ לם נסקרים בסקירה אחתUnd alle werden mit e i n e m Blick umfaßt.“ Unter .der Wirkung dieses einzigen und einigenden Blickes .wird aus den Millionen ״unversehrten Teilchen“ ein Ganzes. Die ״Gestalt“ ist wieder hergestellt. Kein einziger Splitter fehlt! Das Bild ist vollkommen, die Schöpfung ist ihrer Aufgabe gerecht worden. Das Leben geht •weiter ... Das Signal zu dieser Heerschau gibt der-Schofarton. Ein unartikulierter Laut, der eigentlich gar nicht uns gehört. Er entsteht nicht in der Kehle, wie die menschliche Stimme. Ein, an und für sich tonloser Atem, aus dem Innern der Brust hervorgestoßen und in den Schofar gepreßt, erhält, er erst durch dessen Resonanz seinen unwirklichen, wesensfremd klingenden, erschüttemden Ton. Gerade dieser Verständnisunfähige Laut soll dem bewußtseinsunfähigen, heilgebliebenen Kern unserer Seele Ausdruck verleihen. Er soll gleichsam den Schöpfer auf unser besseres Ich ״aufmerksam“ machen. Der Schofar־ ist das Wunderhorn, welches uns unser Beschützer zu diesem Zweck in die Hand gedrückt hat: ,״ ש י ע ל ה ז ב ר 4נ בסל ם נ י ל ט ב רdamit die Erinnerung an Euch vor mir in Gutem erstehe“. Er ist aber nicht nur Signal, er ist auch Weckruf. Er soll uns selbst an den kostbaren Besitz, der im Innersten unseres Herzens scblumert, erinnern. Solcher Besitz verpflichte^ — vor allem zur Selbstbesinnung. ״Es ist, als ob er sagen würde :בלומר, עורו ישנים מתרדמתכם Erwachet, Schlummernde, aus Enrem Schläfer, Denn im Innern eines jeden Juden istder gute Wille verbanden» auch wenn er selbst nichts davon weiß.: Diese Tatsache gibt dem Bes Din dan ^Recht, jemanden zu einer Tat m zwingen, welche eigentlich freiwillig geleistet werden müßte, בוטין אוחו עד שיאמר רוצח אנס). Der ״gute Wille“ ist nur v e r s c h ü 11 e t, Einen ganzen Bau von Lüge hat der böse Trieb darüber errichtet. Der Schofarton soll den edlen Kern unserer Seele wachrütteln, durch ihn wird das Lügengebäude eschüttert. 5 י י ל ע ר 5 ב א ת חש ט ן, . Da der ״böse Trieb“ mit dem ״Ankläger“ identisch ist, gerät dadurch die ״Anklage“ selbst ins Wanken . . . Unser gebrochenes Gemüt, hervorgerufen durch Selbstbesinnung und Reue, sollen wir am Rosch-Haschono äußerlich nicht aeigen. Im weißen, festlichen Gewände sollen wir ein freudiges, zuversichtliches Wesen zur Schau tragen.פשוטה לפניה ופשוטה לאחריה ותבירח באמצע. Am Anfang und am Ende— der gerade Schofarton, in der Mitte der gebrochene.“ Das irritiert ebenfalls 'die ״Anklage“ und macht sie nachlässig, weü ״er“ sie für überflüssig hält. Auch am;; heiligen Sederabend, der mit Rösch- Haschono korrespondiert, ist ״oben und ״ unten“ die ganze Mazzo und in der Mitte die gebrochene ... Ein Sinnbild unseres Verhaltens an diesen heiligen Tagen. Der Schofarton hat das in Aegypten verkümmerte bessere Ich des jüdischen Volkes vor der Offenbarung am Sinai wachgerüttelt; der Schofarton irritiert-an jedem Rosch-Haschono. ״bösen Trieb“ und ״Anklage“ und " der Tön des ,;großen Schofars“ wird ״i h m“ am Tage des Gerichts, am Ende der Zeiten 'den Todesstoß geben. An unsere sehr geschätzten Leserinnen Es gereicht uns zur besonderen Befriedigung, unseren Leserinnen die angenehme Nachricht bekanntzngeben, daß das Weltperückenhaus Othmar Schiff, Wien, I., Kärntnerring 6 (gegenüber Hotel Bristol, Telephon U-47-1-16), sich entschlossen hat, die Preise der von ihm erzeugten Perücken der durch die internationale Wirtschaftskris'v verursachten verminderten Kaufkraft entsprechend anzupassen, so daß es jeder Dame möglich ist, auch hei oescheidenen Verhältnissen sich eine erstklassige Perücke anzuschaffen. Obwohl die Grenzen unseres Landes seit längerer Zeit gesperrt wurden, kamen dennoch selbst in diesem eben verflossenen Jahre Hunderte und aber Hunderte unserer frommen Glaubensgenossinnen von weiter Ferne nach Wien und haben die prachtvolle Kunstwerkstätte Othmar Schiffs aufgesucht. Hier hat jede Dame eine individuell, ihrem Gesicht entsprechend modellierte Perücke! erhalten, wonach sie verschönt und verjüngt, glückstrahlend ihre Heimreise angetreten hat. Das enorme Lager dieser, hervorragenden Firma, woselbst ungezählte Haararbeiten aller Größen, Nuancen und Formen vorrätig sind, bieten jeder durchreisenden Dame schon innerhalb dreie r‘Stunden die willkommene Gelegenheit, eine passende Perücke zu erhalten. Es ist eine bekannte Tatsache, daß das Haus Othmar Schiff über zahlreiches, erstklassig geschultes Personal verfügt. Nichtsdestoweniger verläßt keine Arbeit die Werkstätte, welcheTnicht vorher ih kritischer und strengster Weise durch Herrn Kommerzialrat Othmar Schiff Un» seihenverwöhnten K^deh״ modernste biete!» zu^könheh» unterhiinint Herrs Othmär; Schiff alljährlich größere Studienreisen nach Paris, London etc. Wir können demnach allen unseren gesehätzten jüdischen Frauen dringendst, und wärrostens empfehlen, bevor sie steh eine Perücke kaufen, sieh in ihrem eigensten Interesse mit demMeister Othmar Schiff in Verbindung zw setzen. s V 1”!!?'*זי¬¬ ־׳< / ItSflil 1•