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Jüdische Presse · 1933-09-08 · 36 (8.9.1933) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
36 (8.9.1933)
Date
1933-09-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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«iv * Et: 1smiaimämAm JÜDISCHE PRESSE ^y. Mi aitch a&*r ftratislm* Sä^ttihi kmd Obmudhme* VLLMANN. mm *: fc**. Wie* 17, mmgarn 7 / Tehpk * U-440-78 &a« «hörnte Getchenk sind RED Lift * H O B E L in Preis und Qualität / Öfatisbefatüng dufcR erst•‘ klassige Architekten / Beachten Sie die Adresse« Wien I, Schottenring Nr. 35 ־' Särttstag geschlossen (,Schontfa^Mitglled) i] » das beshe OfenglanzmiH־el vos werbe %n Woclic — Zeitungsmeldungen nach soll die deutsche Reichsregierung sich mit der Absicht tragen, durch Gesetz die Zahlung von Arbeitslosenunterstützung an Nichtarier zu u n t e r s a g e n. Mehr als 100,000 Juden 1würden im Falle der Verwirklichung brotlos werden. — Der polnische Konsul in Leipzig hat dem Ministerpräsidenten von Thüringen eitle Protestnote gegen die Ausweisung von 60 Juden polnischer Btaatszugehörigkeit überreicht. — Die nationalsozialistische Ortsgruppe Katt o Witz wurde von der Polizeidirektion aufgelöst. —- In L i t a u e n herrscht helle Empörung über das Vorgehen vieler Vertreter deutscher Häuser, die, da sie keine Geschäfte machen können, ihren ehemaligen Kunden fortwährend N az iliteratur zuschicken. Man fordert allgemein ihre Ausweisung aus dem Lande. , -- Der französische Kommandant (Major) Armand Lipma n n, der sich während des Weltkrieges besonders ausgezeichnet hat, beging dieser Tage in Paris seinen 7 5. Geb ur tstag. Armand Lipmann, ein Sohn des Grand- Rabbin von Metz, Benjamin Lipmann, hat, seit er dem Militärdienst entsagt hat, zahlreiche jildisch-unssenschaftliehe Werke veröffentlicht. Er spielte eine führende Rolle innerhalb der religiösen Juden Frankreichs. — Zwei rümänis che P alüstina-F ahr e r, die wegen Geldmangels die Bahnreise auf dem, Dach eines Bahnwaggons machen wollten, wurden, als der Zug unter einem, Viadukt durchfuhr, enthauptet. — Die rumänische Regierung dementiert nach wie vor alle Gerüchte, die von einer geplanten Einführung eines Nu, me r u s c l a u su s für jüdische Studenten wissen wollen. — Der kommissarische Bürgermeister von Ro thenbürg a. F. gibt bekannt: ״Nachdem der Schloßpark durch einstimmige Beschlüsse der städtischen Körperschäften in ״Adolf-Hitler-Platz“ umbenannt worden ist, verbietet es sich von selbst, im Interesse der Aufrechthaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, aaß derselbe durch N ich tarier betreten wir d.“ — Wie eine Nürnberger Zeitung mitteilt, hat Dr. R, Kummer vom Sachverständigen für Rasse f or- , ,s c h u n g iih Reichsministerium des Innern den Auftrag erhalten, die Quellen der Geschichte der Juden in D e utschl and, ganz besonders für das 18״ und 19. Jahrhundert, zu, ״studieren“. . — In Breslau wurden neuerlich 16 jüdische Bezirk s ärz t e aus dem Dienst entlasse n. ■ —:Die in der Erklärung des Ministers für die Kolonien 'in der Unterhaussitzung vom 14•'Juli angekündigte P ä chte.rs chut zve rord nl u n g für Palästina wurde vom High Commissioner am 81. August in Kraft gesetzt. :■״'־־ Dank der Bemühungen des agudistischen Präsiflenten Mäzur: hat die W d rs c hau er Kultus g emeihde von einem reichen Mäzen, einem Herrn Reiswasser, ein Legat von einer■ Million Zloty er-, )halten. - , — Vom 1. Jänner bis zum 15. August 1938 sind 6500 Personen aus P o len nach P al ästina ausg ew ander t, — Die Regierung Boliviens hat beschlossen, einer größeren Zahl von Juden aus Deutschland Einreise- Visa zu erteilen. — Zu der diese Woche im U n t e r m a i n b ez i r k in Miltenberg stattfindenden Michaelis -Messe ivurden jüdische Händler und Geschäfte nicht zu gelassen. — Allein von der Universität in {Frankf w rt wurden bis heute insgesamt 88 nichtarische Lehr? kräfte beurlaubt. — Präses Elias Mazur, dem agudistischen Vorsitzenden der Warschauer K ehill o, ist es gelungen, zum Zwecke der Errichtung eines Pathologischen Instituts eine Anleihe von einer Viertelmillion Zloty aufzubringen. H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel. R-42-3-66, Atelier ׳ für feine Herrengarderobe. E EN GR05 EXP O Rt PERÜCKEN und SCHEITEL FACHGEMÄSS AUSGEFÜHRT FRITZ BRE NN IG Wien, VI. Eggerhbgasse 9 Wenn Sie wilßten, was der Zahnarzt weiß... Schlechte Zähne und Zahnschmerzen sind fast immer die Folge mangelhafter Zahnpflege. Entweder sind die Zähne nicht sorgfältig genug gereinigt worden oder ungeeignete Putzmittel sind schuld, wenn der Zahnschmelz in kurzer Zeit zerstört wird.' Es kommt beim Zahnputz״ mittel vor allem auf den Putzkern der Paste an, der bei Chlorodont von fast körperlose? Feinheit ist. Dadurch wird Jede noch so geringe Beschädigung des kostbaren Zahnschmelzes vermieden, Benützen Sie zur Zahnpflege ,regelmäßig morgens und abends Chlorodont, dann werden Sie sich bis ins hohe Alter gesunde und schöne Zähne erhalten- Der 18. Zionistenkongreß. flach 14täglger Bauer ist am Montag der 18. 210• nistenkongreß in Prag geschlossen worden. Zum Präsi* denten wurde wieder fiahum So k 010w gewählt. Der neuen Hkekütive gehören 4 Allgemeine Zionisten, 4 Linke und 1 Radikaler an. ßer Mis raohi ist aus der Exekutive ausgeschieden. Bemerkenswert sind zwei in der Schlußsitzung gefaßte Beschlüsse, deren einer dem Aktionskomitee die Möglichkeit gibt, die Zionistenkongresse statt alle zwei Jahre jedes dritte Jahr einzm •berufen und deren zweiter den A u s s c h 1U ß d e r R e V is'ionisten aus der Cfgänisatiön auf ״elegante Weise״ vorbereitet, ßer frühere President' Chaim w e i zmann wurde mit der Leitung der Aktion zur - Ansiedlung deutscher Juden in Palästina betraut. Zieht man eine Bilanz aus.den Ergebnissen des Kongresses, dann ergibt sich ein klägliches Bild. Der ganze Kongreß war von inneren Pa rt eikämpf e n erfüllt. Der M i s r a c h i versuchte mit allen Mitteln — offenen und versteckten — seine P o s i t i o ü z u h a 1* ten, was ihm natürlich hei der Überwiegenden Mehrheit der Linken nicht gelingen könnte. Praktische Arbeit wurde überhaupt nicht g e leiste t. Die Re* solutionen sind, soweit sie sich nicht auf interne organisatorische Fragen beziehen/ bedeutungslose Redewen* düngen. lieber die diversen Anträge des Misfächi, die sich für religiöse Forderungen einsetzten, wurde einfach zur Tagesordnung übergegangen. Bezeichnend ist auch, daß von der vorgesehenen Budgetsumme von 175.000 Pfund nur 500 Pfund für religiöse Bedürfnisse hestimmt sind. All dies im Lichte selbst zionistischer Urteile. Einen Gewinn aber dürfte dieser schmähliche Zionistenkongreß 1gebracht haben: Er wird so manchem die Augen über das wahre Wesen der Zionistischen Organisation und den Wert ihres ״frommen“ Klüngels, des Misrachi, geöffnet haben. x TISCHLEREI AbLER, VII, APOLLOG. 18 FÜR MÖBEL UND SITZMOBEL BESTE ARBEIT Skizzen und Kostenvoranschläge unverbindlich Die Tagung der Jewish Agency. Das Administrative Komitee der Jewish Agency hat am 30. August in Prag seine Beratungen eröffnet. Die Nichtzionisten in der Agency erklärten sich von. vornherein bereit, einer Reduktion ihres bisherigen öOprozentigen Anteils an der Leitung unter der Voraussetzung zuzustimmen, daß über diesen Gegenstand Verhandlungen zwischen Zionisten und Nichtzionisten in>freundschaftlicherh Geiste stattfinden, und daß der Kongreß die Forderung nach Aufgabe des Fifty-Fifty-Prinzips nicht in einem besonderen Beschluß ultimativ erhebe/ Am 1. September wurde dann die Tagung der Agency zu Ende geführt. Die drohende Spaltung der Agency -durch Austritt der Nichtzionisten wurde im letzten Augenblick durch Annahme des Vorschlages vermieden, den das eingesetzte Sonderkomitee 'ausgearbeitet hatte. Diesem Beschluß zufolge soll das bestehende Fifty- Fifty-Abkommen als unverletzlich angesehen werden; solange es aufrechterhalten wird, sollen die Nicht- Zionisten Anspruch auf;das volle Maß der Vertretung haben, wie es in diesem Abkommen vorgesehen ist. Es wurde vereinbart, daß der Unterschied in der Zahl der zionistischen und der nichtzioriistischen Mitglieder ,in der Exekutive so aufgefaßt, werden soll, daß die nichtzionistischen Plätze im Sinne der Vereinbarung wohl vorerst frei bleiben, daß sie aber erforderlichenfalls vereinbarungsgemäß besetzt werden sollen. ־ Kredite aller Art, auch die schwierigsten Kombinationen, ferner Kauf, Bevorschussung und Eintreibung von Außenständen, kostenlose Steuerberatung urid Rechtshilfe, ״Accedo", Wien, I., Weihburggasse 4. Ein Sefer-Thora um 30.000 Dollar. Mitten in dieser Weltkrise, wo alles Geld und Gold nur einem, dem Stückchen Brot, untertan ist, kommt die Nachricht, daß eine New Yorker Synagoge bei einer Auktion ein Sefer-Thora um den horrenden Betrag von 30.000 Dollar gekauft hat. Dieses Sefer-Thora hat allerdings seine besondere Geschichte. Die Juden Rüßlands gaben, als sie wieder einmal um ihr Leben und Vermögen beim Zaren flehen mußten, dem Herrscher ein mit Edelsteinen reich verziertes Sefer-Thora. Von dieser Stunde an mußte dieses Kleinod den abergläubischen Zaren auf allen seinen Wegen begleiten; Nach dem Umstürz wurde es von einem Mitglied des Herrscherhauses ins Ausland mitgenommen, um nun nach langen Irrfährten von einer New Yorker Synagoge gekauft und so seinem eigentlichen Zweck wieder zugeführt zu werden. Weiße Zähne: Chlorodont Rabbi Boruch Feiwelsohn זצ״ל In einem׳ Warschauer Krankenhaus verstarb nach langem» schwerem Leiden der bekannte Raduner Rosch Jeschiwah, Rabbi Boruch'Feiwelsohn, Sohn von Rabbi Eli je Meier Feiwelsohn s. Z. 1. in Kupischkin, im Alter von erst 36 Jahren. Rabbi Boruch war bereits als Gaon in Litauen bekannt und in seiner bevorzugten Stellung als Leiter der Jeschiwah des ״Chofez Chajim“ war es ihm schon in jungen Jahren beschieden, Generationen von Thorajüngern heranzubilden. Polo flüssiger Mefallpufe . v Raummangel halber mußte diese Woche die Fort- Setzung 'der Erzählung ״Hinter Mauern“ ausbleiben. erzeugt untef’Aufsicht Seiner Ehrwürden des Herrn orth. Rabbiners Heinrich P a c k aus KoSice die ״MONOPOL" Nährmittelünd Hühlenlndustrle Brüder Zätka o.m.b.H. Böhm.-Budweis Verlangen Sie unsere Ware bei Ihrem Kaufmann! DER METALLPUTZ VON HEUTE! INLAND Frau Großrabbiner Gitel Heschel Knapp vor der Vollendung ihres 70. Lebensjahres — am 6. Tischri jährte sich ihr Geburtstag — verschied nach einer fast zweijährigen schweren Krankheit in der Schabbos-Nacht des 11. Elul, die Frau des Großrabbiners Heschel von Kopeczynce שליט׳א Die Verblichene, die eine Tochter des früheren Rabbi von Husyatin ן צ ו ק *. ל und somit eine Enkelin des ״Riziner“ war, hatte sich .schon in ganz jungen Jahren den Ruf einer seltenen צדקת erworben, die mit dem größten י ריח-' נ ם ס b'D jeder Mizwoh nachhing und sie erfüllte. Chassidim erzählen sich eine für ihr Ziäkus sehr bezeichnende Episode: Als vor der Ptiroh ihres Vaters die Kinder sich versammelten, um von dem großen Zaddik letzten Abschied zu nehmen, hatte sie, die junge Gitel, nur einen Wunsch: ״möge es mir beschieden sein, in wahrer Tschuwoh einstmals das Zeitliche zu segnen“. Nun, es war ihr beschieden! Der Verblichenen war es vergönnt, Kinder und Enkel zu erziehen, die ganz in־ ihren Fußstapfen wandeln. Wer kennt nicht ihren ältesten Sohn, Rabbiner Abraham Heschel: שליטיא der stets hilfsbereit bis zur Selbst- Aufopferung seinen Mitmenschen zur Seite steht und der wegen seiner unübertrefflichen Charaktereigenschaften; sein Zidkus und Jiras Schomajim die größte Hochachtung und Wertschätzung in allen jüdischen Kreisen des In- und Auslandes genießt. Eine große Frau ist mit ihr dahingegangen. תהא נשמחה בגן עדן. Die Todesnachricht hatte sich mit Blitzesschnelle verbreitet und löste tiefste Trauer aus, die sich bei der Lewajoh, welche am Sonntag stattfand, in der Teilnahme einer unübersehbaren Menschenmenge gewaltig manitestierte. Die Sorgen des Herrn Dr. Desider Friedmann ... Die J. T. A. meldet aus Prag:• ״Bei einer Besprechung zwischen Lord Melchett und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien, Dr. Desider Friedmann, wurde u. a. die Frage des jüdischen Spor tes und seines Ausbaues in Oesterreich besprochen. Es wurde diesbezüglich eine Reihe von Maßnahmen für den Aufstieg des jüdischen Körper- Sportes in Oesterreich, insbesondere mit Hilfe der Israelitisehen Kultusgemeinde in Wien, einvernehmlich ins Auge gefaßt und beschlossen. Weitere Besprechungen hierüber werden" in der nächsten Zeit zwischen Dr. Friedmann und Lord Melchett stattfinden.“ / Wirklich zu beneiden, der, Herr 1 Präsident der Wiener Kultusgemeinde. In Wien nagen Hunderte am ' Hungertuch, das Elend in vielen jüdischen Häusern ist nicht zu beschreiben, die Subventionen, die religiöse Institutionen von der Wiener Kultusgemeinde erhalten haben, werden von der herrschenden zionistischen Mehrheit rücksichtslos gekürzt oder entzogen und der Herr Präsident — ״beschließt Maßnahmen für den Aufstieg des jüdischen Körpersportes in Oesterreich mit Hilfe der Israelitischen Kultusgemeinde in Wien“. Lebensversicherungs- Gesellschaft y! יי Gegründet Aus dem Jahresberichte 1932: Versicherungsbestand , . . י . * > Prämiem und Zinseneihnahmen , , .... Gärantiemittei , . , ... י Auszahlungen an die Versicherten ... . . Tätigkeitsgebiet{ Oesterreich, Deutsches Reich Italien, Fürstentum Liechtenstein, Cechoslovakische Republik, Ungarn, Polen, Jugoslavien, Bulgarien, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten» . . , , , 2728 Millionen Schilling . . , . . 179 Millionen Schilling , , , . . 527 Millionen Schilling , . . . . 60 Millionen Schilling Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Griechenland, Rumänien, Palästina,

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