Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 35 (1.9.1933)
- Date
- 1933-09-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m 35 Jüdische messe Mtif Obembblnef M. Lau kehrt nach Presov ztiück? Wie wir erfahren, wird öherrabhiner M. Lau, der Wegen Schwierigkeiten seiner Staatsangehörigkeit sein Amt als Preäover Raw für gewisse 2eit verlassen hat, dank der Bemühungen seiner Gemeindemitgiieder und des Gemeindevörstättdes auf seihen Posten zuriickkehren. , öle Vorgänge 4n PreSöv rings um die Persönlichkeit des so beliebten und angesehenen Oberrabbiners Lau haben seinerzeit in allen jüdischen Kreisen Starke Erbitterung hervorgerufett, Äüeh in Polen haben die hervorragendsten Rabbiner im Kamen des Rabbinerverbandes dem tschechoslowakischen Gesandten •in Warschau eine Petition übermittelt, itt welcher sie um die Unterstützung des jüdischen Gesetzes, welches die Aufnahme eines Rabbiners für lebenslänglich sichert, ersucht. Der Gesandte Dr. Gersa hat auch versprochen, diesem Ansuchen bei seiner Regier rung das richtige Verständnis zur günstigen Erledigung der Angelegenheit zu verschaffen. ״Zur Zeit, als Oberrabbiner Lau in Polen weilte, haben mehrere Großgemeinden ihm den Oberrabbiner־ posten angeboten. Guter diesen Gemeinden waren Wloclowek, Piotrkow und Zloczow. Preäover Raw gab aber allen die festentschlossene Antwort, er würde seine Gemeinde in diesem kritischen Momente nicht verlassen, was ihr Prestige und Ansehen für ewige Zeiten gefährden könnte. Solange Hoffnung vorhanden ist, die Ehre der Gemeinde und der slowakischen Rabbiner zu retten, die sich soviel um die Ermöglichung seiner Rückkehr •bemüht haben, kann von einer anderen Stelle nicht die Rede sein. Imposante Sefer-Thora-Einvveihung in Ilock. Vergangenen Donnerstag fand in Ilock (Jugoslawien) der Chinuch des von Herrn I. Emanuel Stern zum Andenken an seine verewigte Frau, Blanka, geborne Singer, 4gespendete Sefer-Thora statt. Die Feierlichkeit Wurde in Anwesenheit der gesamten Gemeinde sowie der Vertreter der nichtjtidischen Behörden und Körperschaften und unter Mitwirkung der Feuerwehrkapelle in besonders imposanter Weise veranstaltet. Die Stadt war beflaggt und illuminiert, und unter Begleitung einer Vieltausendköpfigen Menge — Juden und Nichtjuden — ging der Zug durch die Straßen, der Synagoge der orthodoxen jüdischen Gemeinde zu. Unter den Klängen der jugoslawischen Nationalhymne wurde der Zug beendet und die Seforim in die Synagoge gebracht. Den Höhepunkt der Feier bildete die Rede des ehrwürdigen Oberrabbiners Steiner, worauf durch Oberkantor Weiß das Huldigungsgebet für das Herrscherhaus vorgetragen wurde... Schulbeginn an der Wiener Beth-Jakob-Schule. Die Wiener Beth-Jakob-Schule, die nun in ihr 7. Bestandsjahr tritt, eröffnet das Schuljahr bereits diesen Dienstag, den 5. September. Die Einschreibungen finden am Sonntag, den 3. ds. von 10 bis 12 und 2 bis 5 Uhr und am Montag, den 4. d., von 3 bis 7 Uhr nachmittags statt. Der Unterricht in den vier unteren Klassen wird wie bisher an allen Nachmittagen unter Leitung einer vorzüglich bewährten Lehrkraft erfolgen. Der Fortbildungskurs für erwachsene Mädchen, für den mehrere Vortragende bereits gewonnen sind, wird. allabendlich stattfinden. Schabbos- Nachmittag abwechselnd gesellige Zusammenkünfte, Sidra-Vorträge, Erzählungen usw. Die Sdhüileitung stellt üns einen ausführlichen Bericht über ihre segensreiche Wirksamkeit und ihre Ent- Wicklung zur Verfügung, den wir leider Raummangels halber nicht veröffentlichen können. Aber wir können mit Genugtuung konstatieren, daß sich die Wiener Beth* Jakob-Schule allseits großer Beliebtheit erfreut, und die Schule darf daher gewiß im kommenden Schuljahr s. G. w. einen noch stärkeren ,Zuspruch als bisher seitens der relgiösen Elternschaft Wiens erwarten. ״Judentum und Umwelt“. Von Rabbiner Dr. Elie Munk, Ansbach. Hermon-Verlag. Preis M. 1.50. In der heutigen Situation ist es für einen Verlag äußerst schwierig, sich in die ÜnkoSten einer Neuerscheinung zu stürzen. Doppelt dankbar müssen wir daher dem Hermon-Verlag sein, der in rascher Aufeinanderfolge eine ganze Reihe von äußerst aktuellen Werken herausgebracht hat. Die letzte Neuerscheinung sind sechs Vorträge über ״Judentum und Umwelt“ von dem rühmlichst bekannten, in letzter Zeit sehr produktiven Rabbiner Dr. Elie Munk, Ansbach. In diesem kleinen Werke wird in knappster, zu• Weiterer Verarbeitung und Vertiefung anregender Form über die wichtigsten Fragen, die uns die Gegenwart in so reichem Maße bietet, Wie über das heikle Thema ״Jüdisches Bildungsideal“, Judentum, Sozialismus und Nationalismus, über Glauben und Wissen, über die Bedeutung der Mizwoh u. a. sehr Beachtenswertes gesagt und es wird daher sicherlich vielen Suchenden einen Beitrag zu משיבת נפש zur inneren Seelenruhe bieten. Wir wollen nur hoffen, daß dieses für jüdische Häuser so wertvolle Buch gleich der ״Welt der Gebete“ vom gleichen Verfasser die verdiente Verbreitung finden wird, damit auch der Verlag und der Verfasser neue Kraft und neuen Mut zu frischem Schaffen finden. S.; Palästina wie es, wirklhjh ist,, Vpn, Dr. iHugp •Herr.- mann. 41.2 S. Fiba-Veriag, Wien und Leipzig. — Es war zu erwarten, daß Hugo Herrmann sich nicht mit einer gewöhnlichen Reisebeschreibung Palästinas begnügen werde. Was er jetzt herausgibt, ist viel mehr als‘ eine Reiselektüre, es informiert mit einer Vollständigkeit über die wirkliche Lage, wie wir es in keinem der zuletzt erschienenen Palästinabücher angetroffen haben. Der Autor mag über Araber, Engländer, die Methoden der Politik im Orient oder die religiösen Fragen schreiben, immer bekommt man den bestimmten Eindruck, daß er von der Wirklichkeit ausgeht, dabei aber das Endziel nicht vergißt und im richtigen Verhältnis die Vergleiche vornimmt. Weniger gefällt uns die allzub’escheidene Genügsamkeit des Autors in religiöser Beziehung, wenn er auch ein Mindestmaß für Takt und Verständnis für die Orthodoxie auf bringt. Jedenfalls ein recht lesenswertes Buch, das durch die zahlreichen Illustrationen noch an Interesse gewinnt. T s c he chosl o wakei Erste Beth-Jakob-Landeskonferenz. Wir berichteten bereits über die geplante Konferenz der in unserem Lande wirkenden Beth-Jakob-Lehrerinnen und der Damen, die an der Gründung und Fortent/wicklung von orthodoxen Religionsschulen für Mädchen, wie sie den Bedürfnissen unseres Landes entsprechen, Interesse nehmen. Die Konferenz ist nunmehr endgültig auf den 19. El ul (10. September) d. J. nach K o ä d c e anberaumt. Im Interesse des Gelingens des Unternehmens und der!gesunden und zweckdienlichen Gestaltung der orthodoxen jüdischen Mädchenerziehung in unserem Lande. — mit einigen in den Verhältnissen unseres Landes begründeten Abweichungen, aber im großen und ganzen nach dem, System, wie es sich mit gutem Erfolg in Polen unter dem Namen ״Beth Jakob“ eingebürgert und bewährt hat — hätten wir ziwar gewünscht, daß die Beratungen über diesen Gegenstand nicht als Sonderveranstaltung der Lehrerinnen, sondern als. Hauptthema und Mittelpunkt der vorbereiteten ,Gründun g•sversammlü.ng der Landesorganisation der Agudas- Jisroel-Frauen- und .Mädchengruppen in der Slowakei und Po.dkarpatskä.Rus auf die Tagesordnung gesetzt werden. Wir sind aber überzeugt, daß die Konferenz, wenn unsere speziellen Landesverhältnisse an ihr ausreichend sachkundige Beachtung finden werden, auch in dem ihr jetzt gegebenen Rahmen ganz vorzügliche Resultate erzielen und die Bestrebungen der Aguda-Frauen- und Mädchengruppen zur Hebung der religiösen Mädchenerziehung iu unseren Gemeinden ein gutes Stück vorwärtsbringen wird. 'Ueber die Absichten der Konferenz erhalten wir “von ihrer Initiatorin, der vortrefflichen und vorbildlichen Leiterin der Koäicer orthodoxen Religionsschule für Mäd- ■chen, Fräulein Johanna Roos, folgende programmatische Ankündigung: ׳ ״Am 10. September 1933 (19. EUul 5693) findet in Koäice im großen Saale des Salkhäz die erste Beth-Jakob- Landeskonferenz statt. Aus diesem Anlaß werden wir die Ehre und das Vergnügen haben, die Gründerin der Beth- Jakob-Schulen, Frau Sarah Schenirer, Krakau, in unserer Mitte zu begrüßen, Dieser Name allein bürgt für ein gutes Gelingen der Tagung, die dazu beitragen soll, Lehrerschaft und Schülerinnen der in ö, S. R, bestehen- •den Beth-Jakob-Schulen zusammenzuschließen und einen gemeinsamen Weg für die Arbeit in unserem Lande zu gewährleisten. Um aber auch dem Laienpublikum, das heißt den älteren unserer Schülerinnen, Gelegenheit zu geben, sowohl Frau Schenirer selbst als auch die anderen im Beth .Jakob arbeitenden Lehrkräfte kennenzulernen ,und sich auch außerdem von den Leistungen der Schülerinnen persönlich zu überzeugen, haben wir beschlossen« außer den internen Beratungen auch eine öffentliche Sitzung stattfinden־ zu lassen, zu der alle am Beth- Jakob-iSchuiwerk interessierten Damen und Töchter unseres Volkes aus nah und fern herzlich eingeladen sind, ׳Diese öffentliche Sitzung findet pünktlich uni 5 Uhr nachmittags Im großen Saale des Salkhäz statt. Es ist schon sehr viel über, die, Notwendigkeit der Beth-Jakob- Schulen in unserem Lande geschrieben , und gesprochen worden und denn'Qoh ist der Gedanke der Uneriäßlichkeit der echt: jüdischen Töchtererziehung' noch nicht in alle Kreise, des jüdischen Volkes gedrungen, Darum soll unsere Konferenz Gelegenheit geben, in dieser Einsicht weiter aufklärend und .,bahnbrechend zu wirken, und diejenigen, bei denen eine Beth Jakob-Schule noch nicht existiert, ver; anlassen, eine solche zu gründen, andererseits aber diejenij• gen, welche ja schon das Glück haben, eine solche Institution ihr eigen zu nennen, zu unermüdlicher Fortentwicklung und Festigung des Bestehenden'anzuregen und auf- Schenirer : Beth Jakob. Schlußprüf uhg der 3öhüleMnfi£fir Außerdem wefden ziWischeüdurch Gedichte, Liedereth:Vö£* getragen und finden gesellschaftliche VefäüätäKüögen ,statt. //•./׳- ׳־ Öie jüdischen Militärpersonen während der bevorstehenden Feiertage. Auf Ansuchen der Orth. Landeskanzlei in Bratislava hat das Ministerium für nationale Verteidigung in seinem — Von uns bereits veröffentlichten —• Erlaß Zahl 10.763-1/3 odd. z 1/2 1933 für dieses Jahr ü. a. die folgenden Tage als jüdische Feiertage anerkannt: Rösch haschonoh: Von 4 Uhr nachmittags des 20. September bis um 8 Uhr abends des 22. September. Der 23. September, also der Tag nach Rösch hä? schonöh, fällt auf Samstag, an welchem Tage den Jüden das Reisen religionsgesetzlich Verboten ist. Jom Kippur: Von 12 Uhr mittags des 29. Septemher bis um 8 Uhr abends des 30. September. Sukkos: Von 4 Uhr nachmittags des 4, Oktober bis um 8 Uhr abends des 6. Oktober und Von 4 Uhr nachmittags des 11. Oktober bis um 8 Uhr abends des 13. Oktober. Der 7., 8., 910 ״. und 11. Oktober sind Halbfeiertage. Der 7. und 14. Oktober, also die Tage nach den ersten und letzten Sukkosfeiertagen, fallen auf Samstag, an Welchen Tagen den Juden das Reisen religionsgesetzlieh verboten ist. Bezüglich der Rechte, die den jüdischen Militär- Personen an diesen Feiertagen zustehen, trifft der erwähnte Erlaß folgende Bestimmungen: Militärpersonen jüdischer Konfession, die ihren gesetzlichen Präsenzdienst leisten, kann für die jüdischen Feiertage ein besonderer Urlaub nach den Vorschriften 3 sl. predp. A-V-2, soweit dies die Dienstverhältnisse Crlauben, oder Dienstfreiheit, soweit dies möglich ist, nach den Bestimmungen 16 der erwähnten sl. predp. gewährt werden. Das gleiche gilt auch für Gagisten, die aktiven Dienst leisten, wie auch für Gagisten und; die Mannschaft in der Reserve und der* Ers atzr e s e r v e, welche zur Waffenübung einrücken. Soweit es sich um die rituelle Verköstigung der Angehörigen des jüdischen Glaubensbekenntnisses handelt, können die Kommandanten der Truppen-: körper diesen Militärpersonen auf Verlangen das. Relutum überall dort ausbezahlen, wo die Kultusgemeinde *der Wetreffenden Garnison die Verpflichtung übernimmt{ den erwähnten Militärpersonen gegen die Entrichtung des Relutums die rituelle Verköstigung zu ermöglichen, so daß dem Aerar dadurch keine Mehrkosten erwachsen. Das Relutum kann in der Regel nur in ständigen Besatzungsorten ausbezahlt werden. Es bleibt Sache der Angehörigen der Präsenzdienst leistenden jüdischen Soldaten, dieselben rech tz e i t i g auf den obigen Erlaß unter Angabe der Zahl hinzuweisen,• um ihnen die Möglichkeit zu geben, für die bevorstehenden Feiertage in vorschriftsmäßiger Form und in vorschriftsmäßiger Zeit um Urlaub bzw. Dienstfreiheit zu bitten. Große Aguda-Versammlung in Bratislava. Am 29. Aw versammelte sich im Säale des Handelsgremiums in Bratislava ein mehrhundertköpfiges Publikum, um Rabbi Mosche B1 a u unmittelbar vor ׳ seiner Heimreise nach Jerusalem über Erez-Jisroel-Probleiäe zu hören. Sein Thema lautete diesmal ״Unser Erez Jisroel“.• Der Hauptton wurde auf ״u n s e r“ gelegt. Damit sollte von vornherein auf eine Stellungnahme zu den aktuellen Palästinafragen vom Standpunkte der jüdischenJ Thoratreue Bedacht genommen werden. Der Saal war dicht be-. setzt, als Herr Max Weiß den Redner mit herzlichen Worten begrüßte. Rabbiner Blau entledigte sich seiner Aufgabe mit kräftigem rednerischem Elan. Er wies über- Streng rituell... wird Kunerol erzeugt, in modernen,appetitlich reinen Anlagen, die vom Publikum jederzeit besichtigt werden können. Kunerol *ist garantiert reines, 100%iges Pflanzenfett. Seine besonderen Vorzüge sind: Großer Nährwert, leichte Verdaulichkeit und lange Haltbarkeit. Kunerol wird unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirks• rabbiners S. Ehre.nfeld zu Mattersburg hergestellt. 100% REINES KOKOSNUSSFETT Nur echt in Originalpackung! Zurufen. Keine jüdische Frau, welche es nur irgendwie ermöglichen kann, darf es versäumen, bei dieser Gelegenheit zu erscheinen, und keine jüdische. Frau und Tochter sollte es sich entgehen lassen, die Gründer in der Beth-Jakob-Schulen, Frau Sarah Schenirer, welche zum erstenMale in unserem Lande ist, kennenzulernen. Also, auf nachKoäice zum 19. Eiul. Aus dem uns zugegangenen Programm der Zusammenkunft. heben wir folgende Punkte hervor; Ken- Terenz der in der c, S, R, wirkenden Beth-Jakob- Lehrerinnen. Referat Erl. Landsberg: Schabbos. Vertrag Erl. Zitta Grünwald (Uäherod); Was hat uns Beth Jakob gegeben? Referat Frl, Löwy (Kolice); Zdokoh. Referat Frl. Frey (Bratislava); Uislahawus. Referat Frau Sarah zeugend nach, daß in der Vergangenheit bis in unsere Zeit hinein die religiöse Judenheit und die von der Thora geleitete religiöse Begeisterung a 11 ein es waren, die eine ״historische Beziehung“ zu Erez Jisroel und eine j ü d i s c h e S i e d 1 u n g in diesem Lande aufrechterhielten und dadurch das allgemeine Interesse, das jetzt einem ״jüdischen Nationalheim“ in Palästina be- ׳wiesen wird, ermöglichten. Für die Vergangenheit, wird diese Tatsache auch von denjenigen zugegeben, die in unseren Tagen bemüht sind, der jüdischen Niederlassung/ in Palästina einen anderen Sinn zu geben. Aber auch in der Gegenwart kommt dem, was das thoratreue Judentum in Erez Jisroel geschaffen hat/־ nämlich den allgemeinen!Institutionen den Wühltätigkeit, ־den Bet* und Lehrhäusern, den Kranken- und Waisenhäusern und insbesondere den gro ß en s t äd t is oheh ל Wohn״