Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1933-07-21 · 29 (21.7.1933) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
29 (21.7.1933)
Date
1933-07-21
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2629891-2630489-2630516--4497-2636686
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

mäm Seite 2 äi*L In dem allgemeinen palästinensischen HllfsköMitee für die deutöchön Jüdin ist die Äfudää Jisföel durch die Herren Dr, Wallach und Dr. Bttk* ןn״um■ veftfiföii* ׳.-.׳■ ■a■ *>׳■׳׳״ tleber die politische TätigReitder Agudas Jisrotf bei der Mandätarmächt und beim Völkerbund, betreffend die öflihtiich-fecbtiiehe Anerkennung der orthodoxen öe mein den In Erez Jisroel, ist bereite eingeHend berieMet umrdett. Das in Erif Jisroel bestehende Er Ziehungswerk der Agudas Jisroel hat sich im Laufe der letzten Wochen nicht Unwesentlich erweitert, In .fernsaiem wurden drei Abteilungen ״eh an auch 16iiaar״ ifk Stadtteil Schaare chesed und im Stadtteil Bote Prota gegründet und die Schuljugend au freien Lernkursen und Erziehungsgemeinschaften zu* sämmengesehiossen, In TeT-Awiw wurde der Kinder«: gärten in eineid hübschen geschmackvollen Sommerbaü an der Meeresküste eröffnet. Aus dem Bericht Über die Eröffnung möchten wir nicht versäumen, einen charakteristischen Auszug hier wiederzugebent ' ״Viele Kinder kommen zu unserem Kindergarten, der trotz seiner Einfachheit apart und hübsch wirkt. Einige ganz links stehende Menschen wollten ihre Kinder anmelden, als sie aber dann entdeckten, daß der Garten religiös geführt wird, erklärten sie ihr ernsthaftes Bedauern, die Kinder . nicht anmelden zu können, bzw. heraüsnehmen zu müssen. Eine Frau, deren Junge von ihr angemeldet wurde, sagte: ,Ich dachte, daß dieser Garten der modernste in Tel-Awiw ist, aber orthodox, das verstehe ich nicht.* Ihr Mann erlaubt nicht, daß der Junge dort bleibt, er solle nichts von G-tt hören.'* Solch ein Beispiel zeigt, wie unendlich wichtig es ist, daß bei aller gebotenen Sparsamkeit unsere Institutionen so aufgebaut werden, daß allmählich der Glaube in Erez Jisroel schwindet, als ob modern im besten Sinne des Wortes und orthodox Gegensätze seien. Dank der Tätigkeit der tschechoslowalcisehen Jugendorganisation ist das lang erstrebte Ziel erreicht worden, für die Mädchenschule in Jeru* salem ein eigenes Haus zu , bauen. Der Grund ist bereits antekauft und die Mittel zum Bau sind nunmehr flüssig gemacht Wörden. Ftirdieses Ziel hat sich besonders Herr Kästner auf Bratlsltvä bemüht und Wird das Haus in Erinnerung an Herrn David Kästner s. Ä. den Namen ״B e s D a v f d‘1 ttagem Vielleicht eines der wichtigsten Probleme, welches durch die verstärkte Einwanderung aus D e u t s c h 1 a n d für die Aguda entstanden ist, ist die Frage der Er- Ziehung von jungen jüdischen Menschen zunächst im schulpflichtigen Alter, die in Erez JiSröel für die west* europäischen Kreise der Orthodoxie bis jetzt nicht gelöst ist. Noch während des Somlners soll im Einvernehmen mit einer Beihe westeuropäischer orthodoxer Pädagogen in Erez Jisroel eine ״Thora-im-derecherez-Schule" für Knaben und Mädchen errichtet werden., A A:׳ Das gesamte SchulWerk konnte trotz der kätastrophal zurückgegangenen Eingänge dank dem Idealismus unserer Lehrer bis zur Stünde erhalten werden. Es ist zu hoffen, daß die Ausfälle, welche naturgemäß in Deutschland sich geltend machen, durch andere Lander gedeckt werden. Die holländische Agudas-Jisroel-Jugendorganisation hat speziell das Protektorat über unsere ״B e n e - Z i o n*' *Schule mit ihren mehr als 400 Schülern Übernommen. Die polnische Aguda hat 10 Prozent aller Eingänge für den Keren Hajischuw für die Schulen bestimmt. , - ׳ ■ ׳«!-■_ - ־ ■ ■־ ׳ . .. Kredite aller Art, auch die schwierigsten Kombinationen, ferner Kauf. Bevorschussung und Eintreibung von Außenständen, kostenlose Steuerberatung und Rechtshilfe, ״Acceöo", Wien, I., Weihburggasse 4, ,׳ A ■ . Ein besonderes Gebiet der kulturellen Arbeit ergibt sich für uns aus dem Rufe, welcher nicht nur von den einzelnen Hachschorohstellen an die Palästina-Zentrale ergeht, sondern auch aus Erez Jisroel, möglichst viele religlonswissenschaftliche Lektüre, jüdische Zeitungen, Werke über Erez Jisroel, zu senden. Wir bitten alle Freunde der agudistischen :Erez-Jisroel-Arbeit, mitzuhelfen, diesen Wünschen nachzukommen, und Uns solche Werke zur Weiterleitung an die betreffenden Stellen zu übermittein. Tagung des burgenländiscb en orthodoxen Rabbinerkollegiums und der Zentralkommission Donnerstag, den 13. Juli, fand in Eisenstadt die heuer angesichts der allgemeinen, Lage des Judentums etwas früher einberufene Tagung des burgenländischen Rabbinerkollegiums und der Zentralkommission statt. vDer Wichtigkeit der Tagesordnung entsprechend, waren diesmal auch die Präsidenten der Kultusgemeinden eingeladen, die denn auchalle fast vollzählig;erschienen waren, per Tagung kam diesmal umso größere Bedeutung zu, als es nicht an verschiedenen Versuchen fehlte, den Beratungen eine höchst unerwünschte Richtung zu geben. Wenn es auch von vornherein angesichts der mustergültigen Solidarität unter den burgenländipchen Rabbinen und Kultusgemeinden sicher war, daß diese unterirdischen Strömungen, einmal in die Oeff entlichkeit ‘ gerückt, zur Lächerlichkeit verurteilt und zum Versiegen gebrächt werden, so war es doch gut, daß es diesen Wühlern gezeigt wurde, daß alles, was sich gegen die Orthodoxie und die Prinzipien richtet, im Burgenland ein für allemal unmöglich ist. So war denn die Tagung eine. prächWölle Kundgebung der würdigsten Vertreter der burgenländischen Orthodoxie für das prinzipien- und thoratreue Judentum. Wenn aus den Berichten des ehr-, würdigen Vorsitzenden zu entnehmen .war, daß die bürgenländische Orthodoxie sich auf kulturellem und politischem Gebiet ihren Platz erworben hat und daß zum Beispiel in der Frage der Ritualbeamten ein ungeahnter Erfolg־ mit einiger Sicherheit festgestellt werden kann, so bliebe nur noch der eine Wunsch, und zwar der, daß die Gemeinden sich der Pflicht ihrer berufenen Repräsentauten gegenüber bewußt werden und den materiellen Unterbau für diese Organisation ausreichend sicherstellen, damit die ersprießliche Tätigkeit dieses Verbandes ausgebaut und erweitert» und wenn möglich noch vertieft werden möge, im Interesse der burgenländischen, darüber hinaus der gesamten österreichischen und der Weltorthodoxie. Nachstehend bringen wir den uns zugekommenen offiziellen Bericht: Am 13. Juli fand in Eisenstadt die gemeinsame, Tagung des burgenländischen Orth. Rabbiner-Kollegiums Butter —Eier — Käse täglich frisch,; besonders billig nur im Spezialgeschäft II., Schreigasse 6. und der Zentralkommission, statt, zu welcher auch die Vorsteher der Kultusgemeinden zugezogen waren. Es waren erschienen nebst, Landespräses, Oberrabbiner Samuel Ehrenfeld (Matterßberg), die Oberrabbiner Simon Löwy (Frauenkirchen), '4Julius Kraus (Lackenbach), Lewy Grünwald (Deutschkreutz), Bez.-Rabbiner Jakob Grünsfeld (Güßing), die Zentralkommissions-Mitglieder Simon; Rechnitzer (Frauenkirchen), Alexander Kerpel (Mattersburg), Moses Reiner (Deutschkreutz), ferner die Vorsteher der Kultusgemeinden Eisenstadt, Mattersburg, Deutschkreutz, Kobersdorfj Lackenbach; Frauenkirchen, Kittsee. Entschuldigt haben ihr Fernbleiben die Oberrabbiner Moses Lipschütz (Kobersdorf), Hirsch Perls (Kittsee) und Markus Schlesinger (Eisenstadt). Nach' Erstattung des Verwaltungs- und Kassaberichtes, welche genehmigend zur Kenntnis genommen \ wurden, widmete der Vorsitzende Worte innigster Teilnahme dem bitteren Erzählung von S. W / e z." ׳ (Fortsetzung) [12] Die Frau holte aus ihrem schwarzseidenen Handtäschchen ein in; Prachteinband und Goldschnitt gehaltenes Oktavbändchen hervor und reichte es dem Mädchen. Merelaika betrachtete stumm das, aus; einer Blumenvase herauswachsende Goldkreuz auf dem Einbanddeckel des Buches und ein leises Beben durchfuhr ihren ganzen Körper, ihre Finger zitterten zusehends. Sie wagte ,nicht das Buch zu öffnen. ״Hast.du noch nie eine Bibel in der Hand gehabt?" fragte die Fürstin in einem Tone, der wie Mitleid klang, ״Nein, eine solche nicht." ״Und kennst du auch unseren Herrn nicht?“: Das Mädchen schwieg, es war ihr plötzlich sehr beklommen zu Mute. Wie schuldbewußt sah sie sich in der stillen Luft um. Aus den oberen vergitterten Schloß- ' fensterchenschienen unheimliche Gestalten ihr drohend zuzuwinken ... Das breite, verzerrte Gesicht des Milch- Pächters, das blasse, zorriverwirrte des Bruders, auch David lächelte überlegen und vorwurfsvoll ... Und, der Vater mit dem Talithbeutel und die Mutter mit dem dicken, alten, vergilbten ״Deqtsch-Chumesch". Und oben auf dem grünen Alleedache sang eine Drossel schrill und gellend, als riefe sie um Ijlilfe. ״Bist, ׳Kind, wie geistesabwesend", sagte die Fürstin. ״Fehlt dir etwas? So setze dich doch her und sammle dich. Sollst an mir eine Freundin haben," Die Fürstin rückte einen Sessel zurecht, in den das Mädchen, immer noch das Buch unaufgeschlagen und unschlüssig in der Hand, sich wie willenlos niederließ, *־ ״Dein peist ist erregt und dürstet nach Beruhigang“, sagte die Fürstin salbungsvoll, ״so schlage Kapitel 7, Seite 28, äüf: Es kam über mich die Hand des :׳Harra,5*A. ׳■:׳ י.•.■■,'■ י׳ ׳״;׳.״, av״; Und das Mädchen gehorchte und las, ״erst schlichtern, mit Witternder Stimme, dann immer sicherer und volltönigey. Wie schön war das alles erzählt und wie, neu und reizend, so ins Herz dringend'... Und die Fürstin lobte das Judenmädchen ein über das andere Mal, lobte ihre gute Aussprache, ihre gefühlvolle Wiedergabe ׳der heiligen Wahrheiten ... ״Komme, Kind", sagte sie zum Schluß, ״so oft du meiner Hand bedarfst; sollst allezeit Belehrung, Aufrichtung, auch Schutz bei mir'finden." Und die Fürstin küßte bei diesen Abschiedsworten das Mädchen auf, die Stilen. Von den Schloßfenstern herab schauten die unheimliehen Gestalten und drohten ... Verzweifelt schrie auf dem grünen Laubdach die Drossel um Hilfe ... Wie in wilder Flucht lief das Mädchen mit hochgerötetem Gesicht über;das reißende Flüßchen in die breite Dorfstraße. Dort kam gerade ihr Vater in Begleitung ihres Bruders und Davids daher, die zum Minchag-ttesdienst in die kleine Synagoge gingen. Merelaika wich ihnen aus und eilte durch den hinteren Eingang ins Haus, wo Debora vor ihrem ״Deutsch-Chumesch“ eingeschlummert war. * 7;x. Seit der ersten Begegnung mit der Fürstin war Merelaika wie umgewandelt. Aeußerlich unverändert und in der Wirtsstube nach wie‘yor tätig, tüchtig und behende, im Familienkreise kalt und abweisend, trug sie ein Geheimnis in ihrem Innern, das ihr das bis dahin öde Leben interessant, ja reizvoll gestaltete und sie über die innere Leere ihres Daseins hinwegtäüschte. Sie hatte jetzt öfters in den frühen Abendstunden quälendes Kopfweh, das sie zu Spaziergängen zwang.,, In Wahrheit ging sie aber zu ihrer neuen hohen Gönnerin, mit der sie all ihre Herzensaniiegen besprach und;? der sie aus der katholischen Bibel oder aus anderen Kirchenbüchern vorlas. Die Fürstin, eine Aristokratin reinsten Blutes, mit einem Stammbaum, der bis zum General Uginski und auf Seite ihres Gatten bis zum Admiral des Königs Sabetzki, General Kowzow, reichte, liebte es, auf ihren Landgütern die einfache Frau zu spielen, Seit dem Tode ihres Mannes, der der Kurie sehr nahe stand und als Führer des Pansiavismus auch politisch einen Ruf genoß, widmete die Frau ihr Witwendasein ganz der Kirche. Die weltliche Geistlichkeit konnte ihr tiefernstes Gemüt und ihren von mystischen Vorstellungen beherrschten Geist nicht mehr recht befriedigen,/ so wandte־ sie all ihre Sinne den Kiösterp zu, deren eines, das Pelikankloster in, K .י ., sie ganz besonders in ihren Schutz nahm. y ■ (Fortsetzung folgt.) m m Löte unserer Brüder in Deutschland, in tiefster Ergriffen- -heit m tatkräftigster matefieilef Hilfeleistung und fföffimen Gebeten aufrufend, auf daß der Allmächtige die Herfen der dortigen Staatenlenker erleuchte, und unsere firdder wieder Wie ehedem des primitivsten Rechtes, als Mensehen undJehüdim frei leben und wirken zu können, teilhaftig werden 2u lassen, Unter tränen und Erheben aller Anwesenden fand diese ergreifende Kundgebung mit der Befitierung des ״Achenu kol bös Jisröel** ihren Würdigen Abschluß, Der Vorsitzende übergeht hierauf zur Besprechung der von den aitösterreichischen Kultusgemeinden ausgehenden Bewegung 2t1r Schaffung eines Gemeindebundes. Diese traten wiederholt, allerdings erfolglos, an unsere orthodoxen Kultusgemeinden heran, um diese einzeln für den Beitritt zü gewinnen. Er stelle mit Freude fest, daß — mit Ausnahme einer einzigen ünd ohne Zweifel auch diese nur in Unkenntnis der Unzuiässigkelt eines solchen keine einzige Unserer Wackeren und gesinnungstreuen Kultusgemeinden den materielle Vorteile vorspiegelnden Lockrufen der Propagatoren dieses Bundes auf den Leim gegangen ist. Er sei Überzeugt, daß auch der einzige im besten Glauben erfolgte Beitritt auf Grund der Feststellung des Rabbiner- Kollegiums, wonach ein solcher Beitritt‘ unter Issur Kadmeunönü stehe, revociert werden wird. Nachdem noch die Oberrabbiner Kraus (Lackenbach) und Löwy (Frauenkirchen) zum Gegenstände gesprochen und die Ausführungen des Vorsitzenden unterstrichen, wurde das Beitrittsverbot mit Begeisterung zur Kenntnis genommen ,und auch der Vertreter der anschlußbereiten Gemeinde mvoswicbc JPI3 * וו Wo eil C ■ X ־־ “ ־'־ ■ . — Der holländische Tierschutsverein hat eine Aktion ge g enr die Schechitah unternommen und eine Rundfrage hei den Tierärzten veranstaltet, von denen sich die meisten für die gewöhnliche Sclilachtungsart und nur vier für die rituelle Bchächtung entschieden haben. — Die Mehrzahl der jüdischen Kassenärzte in O b e r s c hl e 8 i e n} welche Mitte Juni gekündigt worden waren, sind durch Verfügung des Innenministeriums zur Ortskrankenkassenpraxis wieder zu g elassen worden. — Die griechische Regierung hat eine Proklamation gegen den Antisemitismus erlassen, in der die antisemitische Kampagne der venizelistischen Opposition schärfstens gebrandmarkt wird. Mit Ausnahme der venizelistischen Zeitungen hat die gesamte Presse die antisemitische Hetze darauf eingestellt. Der Führer der griechischen Nationalsozialisten, M er couris, hat sich ebenfalls gegen den Antisemitismus ausgesprochen. — In Alcazarquivir bei T an g er ist es zu ernsten judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen, bei denen etwa 20 Juden Verletzungen erlitten. -Der Zutritt von Juden zum städtischen Schwimmbad in Gleiwitz (Oberschlesien) wurde varboten. Der Gleiwitzer Naturheilverein veröffentlicht gleichzeitig, daß in seinem Bad auch weiterhin Juden Zutritt :haben. : : — Unter Zurücknahme der,bisher gestehenden,Ver- Ordnungen,müssen" zukünftig Kinder der Israeliten und Adventisten in Hessen dem Schulunterricht an Samstagen beiwohnen. — Vergangene Woche kam es in Polen wieder zu schweren Zusammenstößen zwischen Zionisten verschiedener Schattierungen. In S l o n i m wurden zwei Revisionisten und in Lodz ein Linker durch Messer- Stiche schwer verletzt. In Lemberg wurden 5 Zionisten verwwndet und 20 Zionisten von der Polizei in H a ft genommen. In G l o w n e bei Lodz wurde e i n zionistischer Junge durch Messerstiche erheblich verletzt. — Der Gesandte der Vereinigten Staaten in Stockholm, A. Steinhardt, ein Jude, ist beauf- , tragt worden, die Interessen der die Vereinigten Staaten berührenden politischen Vorgänge in Sowjetrußland zu verfolgen. Es vei’lautet, daß Steinhardt dazu ausersehen sei, der erste amerikanische Botschafter in Sowjetrußland zu sein, sobald dieses von den Vereinigten Staaten anerkannt sein wird. — James Lo eb, der im Mai verstorbene jüdische Philanthrop %md ehemalige Mitinhaber der Bankfirma Kuhn, Lo eb & Co, hat der Münchener Forschungs- ' anstalt für Psychiatrie eine Million Dollar und, der Gemeinde Murnau für Wohltätigkeitszwecke 2 0.0 0 0 Dollar vermacht. — In B erlin wurde ein Reichsverband christlichdeutscher Staatsbürger nichtarischer und ni cht rein arischer''Abstammung gegründet. — In der Vorwoche wurde 17 0 preußischen Anwälten ihr Notariat gelöscht und I S 0 Anwälte aus der Reohtsanwdltsliste g e st riehen. Es handelt sieh fast ausschließlich um Juden. ' — Der australische Landesverteidigung sminister Sir George P edree erklärte im Zusammenhang mit der Ankündigung des kolonisatorischen, Ausbaus von יי N o r d au s t r ali e n, daß die Regierung für den Gedanken der Errichtung einer großen jüdischen Siedlung in diesem Gebiet außerordentliches Interesse zeige. A — Am Erfurter Jahrmarkt wurden SO jüdische Händler in Haft genommen und zur Polizei gebracht, wo ihnen empfohlen wurde, durch ihr Auftreten die Einwohnerschaft nicht zu provozieren (!), da die Polizei ihnen keinen Schutz gewähren wird. — In der Madrider Synagoge fand in feier- Hoher Weise die Einbringung von Thorarollen statt, die von jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland nach Spmien überführt worden sind. — In der Vorwoche fand in London, in Anwesenheit von 5000 Juden aus allen jüdischen Richtungen, ein eindrucksvoller Massenbittg-ttesdienst für die deutschen Juden statt, Chief »Rabbi He rtz forderte die Unter- Stützung der religiösen Ünterriehtsanstalten in Deutschland. «iJnHebro n ist der Grundstein zu einem Neubau der bei den A,w-Unrnhen 192$ zerstörten Je sch iw o h gelegt worden. v , H. Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel, R-42-3-66, Atelier für feine Hoprengarderohe. ׳ E EN GROS, EXPORT PERÜCKENund SCHEITEL FACHGEMÄSS AUSGEFÜHRT FRITZ BR.ENNIG Wien, VI. Eggerhbgasse 9

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.