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Jüdische Presse · 1933-07-21 · 29 (21.7.1933) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
29 (21.7.1933)
Date
1933-07-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Juli 1933 ב״ה ווינא־פרעסבורג ב״ז תמוז תיצ׳ג 19. Jahrg. Die Palästina-Zentrale der־ Agudas Jisroel spielte in den letzten Jahren, bei allen rühmlich hervorzuhebenden Ausnahmen, doch eine gewisse ascheribrödlerische Rolle. Man glaubte mit gelegentlichen Spenden, hie und da mit kleinen Beträgen, wie man sie irgend einem Verein gibt, das Seinige getan zu haben. Die steten und immer wiederkehrenden Forderungen der Palästina-Zentrale wurden nicht überall mit Wohlwollen aufgenömmen. Man sprach von der Not der Diaspora, man wies auf die mannigfachen anderen Verpflichtungen hin und verschloß sich meiir oder minder der Tatsache, daß in ErezJisroel der gigantische Kampf zweier Weltanschauungen innerhalb der Judenheit ausgekämpft wird, daß von hier aus das Signal für die ganze Gola gegeben wird, ob im Zentrum des Judentums die Thora stehe, oder ein Nationalismus, in dem günstigenfalls Religion Privatsache ist. Es haben sich unsere Freunde mit beispiellosem Opfermut freiwillig zu einer Isolation entschlossen, die mit einem Verzicht auf ■wirtschaftliche Möglichkeiten, auf Ehre, Ansehen verknüpft war. Wir haben ihnen in ihrem Kampfe nicht allzuviel Hilfe geleistet. Wir haben uns darin von dem Idealismus religionsentfremdeter Juden bei :weitem übertreffen lassen, die für ihre Ideale Opfer zu bringen verstanden. Nun steht auf einmal Erez Jisroel im Mittelpunkt des jüdischen Denkens. Harter wirtschaftlicher. Zwang treibt unsere Jugend ins Heilige Land. Wenn es irgendwo gilt, Teschuwa zu tun, und schleunigst: das Versäumte! nachzuholen und den Boden, der die, jüdischen Menschen "äüfn^hmen^ sollp4so;';voi־zübereiten;■ ׳daß ,;diese - jüdischem Menschen nicht in der Flut des unreligiösen Lebens untergehen, dann gilt dieses in Bezug auf die agudistische Erez-J isroel-Arbeit. Jetzt in den ״drei Wochen“ der trüben Erinnerungszeit an den Untergang unserer nationalen Selbständigkeit und des G-tte$heiiigtum9 auf Morias Höhen, muß Agudas Jisroel dqrch die Tat beweisen, daß sie nicht erlahmt, um mitten aus den Trümmern der Gegenwart den Bau der Zpkunft zu schaffen. Es bedarf der Worte wahrlich nicht, um jedem nahezulegen, daß, wenn einstens( Geschichte unserer Zeit geschrieben wird, man auf i h n.. hinschäuen wird, ob er in dieser Stunde seine Pflicht getan, um materie.ll und ideell dazu zu helfen, daß mittellose Emigranten nach Erez Jisroel kommen können[ , daß den Menschen, die hinkommen, eine Heimstätte zur. Verfügung gestellt werden kann, daß die Hachschorohstätten die materielle Möglichkeit haben, junge Menschen auszubilden, daß der der Aguda gehörige Boden in Erez Jisroel kolonisiert werden kann,, daß die Ideale der Orthodoxie auf kulturellem Gebiete in Erez Jisroel ver-, wirklicht werden können, daß die Jugend, die jetzt dorthin kommt, die mitgebrachte Tradition des Elternhauses in Treue zu bewahren vermag, iriit einem Worte, daß Erez Jisroel im Geiste der Thora aufgebaut wird.!' Mögen diese ״drei Wochen“ und die anschließende Teschuwo-Zeit das große Werk der Agudas Jisroel in Erez Jisroel in dem Maße fördern, daß alle daran Beteiligten die Ueberzeugung haben dürfen, daß das S’chus dieser Mizwa .ihnen .beistehe zu einem frohen, jüdischen, hellen Dasein, das aus dem Dunkel und der Not ge- .boren״wird: :: •י.,.'-'־.;;, ■ וצום הרביעי וצום החמישי וכו׳ יהיו לששון ולשמחה Agudistische Erez-Jisroel-Arbeit, Auszug aus dem Tätigkeitsbericht der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel für das letzte Vierteljahr. Die Tätigkeit' der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel hat im letzten Vierteljahr eine kaum zu schildernde Intensivierung erfahren. Neben dem Hauptbüro in ‘ Frankfurt am Main und den agudistischen Erez- Jisroel-Zentralen in den einzelnen Ländern unterhält die Aguda in Jerusalem ihr Hauptbüro für Erez Jisroel und ein wirtschaftliches Inf prma'tionsbüro in Tel-Awiw, das unter Leitung der Herren Jakob Landau (früher Frankfurt am Main) und Benjamin Münz (früher Warschau) steht. Aufgabe dieses wirtschaftlichen Büros ist vor allem der Empfang und die Betreuung der heu ankommenden . agudistischen Einwandere!־, sowie Informationserteilung auf Grund fachmännischer Unterlagen an sämtliche agudistische Erez- Jisroel-Interessenten in der Diaspora. Das Büro wird außerordentlich stark in Anspruch genommen. Die agudistische Arbeiter-Organisation, die unter Leitung des Vizebürgermeisters von Petach- Tikwah, Eli Munk, steht, hat Zweigabteilungen in Jer u s a 1 e m, Tel-Awiw und P e t a c h - T i k w äh. Die Errichtung eines ״B e t h - A u 1 i m“ in T e 1 - A w i w und Jerusalem soll in allernächster Zeit erfolgen und aus den Ergebnissen der ״Drei-Wochen-Aktion für den Keren- Hajischuw“ bestritten werden. , Die A r b e i t s v e r m i t fl u n g s s t e 11 e der Poale Agudas Jisroel konnte in letzter Zeit einer großen Zahl gelernter und ungelernter Arbeiter Arbeit vermitteln und •ist es zu hoffen, daß durch diese Tätigkeit und durch die Organisierung der agudistischen Jugend in unseren Jugend- und Arbeitergruppen die gesetzestreue Jugend restlos vor dem Aufgehen in der zionistischsozialistischen ״Histadruth Haowdim" behütet werden wird. Zur Vorbereitung für Erez Jisroel wurden gemeinsam mit dem Wirtschaftsamt der Agudas Jisroel Hachschorohstellen eingerichtet, und zwar in Frankreich (Colmar), Holland (Enschede), Polen (Neustadt), Li tauen (Svile,'>Jpniskis., und Robiskis), Tschechos.l0wäkei (Niträ), ügoslawien (Subotic.e) und Rumänien (Cernauti), Folgende Hachschorohstellen sind noch in ihren Anfängen, teilweise in bearbeitenden Stadien; Handwerksmäßige Ausbildung in Hey de bei Antwerpen, gärtnerische Ausbildung in H q m b u r g vor der Höhe. Ip E n g i and ist über ein Gesuch der Aguda vom Landwirtsc haftsminister eine wohlwollende Haltung eingenommen worden, auch dort eine Hachschorohstelle einzurichten. Die Frage ist einer Reihe lokalen Agrarkommissionen vorgelegt worden. Die in Betracht kommenden Organisationen haben der Unterbringung landwirtschaftlicher Lehrlinge, insbesondere solcher aus Deutschland, auf der Wales-Lehrfarm des Grafschaftsrates für East Sussex in Plubton bereits grundsätzlich zugest'immt. Für die Ansiedlung in Erez Jisroel kommen in erster Reihe landwirtschaftlich oder handwerksmäßig ausgebildete junge Menschen in Betracht. Die Hachschorohstellen sollen der Ausbildung dieser jungen Leute dienen, bevor diese nach Erez Jisroel kommen. Die zweite Gruppe der Einwanderer bilden die Angehörigen des Mittelstandes. So sehr es einerseits zutrifft, daß Einzelheiten über eine Existenzgründung nur bei persönlicher Anwesenheit im Lande bis aufs letzte festzustellen sind, so ist es andererseits ein unabweisbares Bedürfnis, der Fülle dem Mittelstand angehöriger Reflektanten schon vor ihrer Uebersiedlung Möglichkeiten genauer Auskünfte geben zu können. Außerdem ist es selbstverständlich, daß die zur Verfügung notwendigen Mittel für eine Ansiedlung in Erez Jisroel erheblich reduziert werden können, wenn es sich nicht um einzelne, sondern um eine Kollektivsiedlung handelt. Auch aus anderen als wirtschaftlichen Gründen sind Kollektiv- Siedlungen von homogenen Gruppen der einzelnen Siedlung vorzuziehen, wobei natürlich nicht an eine gleichmäßige Beschäftigung der gesamten Gruppe gedacht ist. Für eine solche kollektive Mittelständssiedlung für Leute mit einem Kapital von 1000 Pfund werden im Zusammenhang mit der Gruppe ״Bne-Ben jämin“ Vorbereitung gen in S a r o n b ׳N a t p n i a getroffen, und. ersuchen Wir Agudisten, die sich für diese Siedlung interessieren, sich bei der Palästina-Zentrale zu melden. Eine Vertretergruppe der Mittelstandssiedlung wird zu Informationszwecken im August Erez Jisroel besuchen. Mit Rücksicht auf die ungeheure Verantwortung, welche die Palästina-Zentrale mit jedem Ratschlag übernimmt, hat sie es unterlassen, durch Zeitungsnotizen und dergleichen Hoffnungen zu erwecken, deren Nichterfüllung nur größte. Das schönste Geschenk sind REDLER-MaB EL in Preis und Qualität / Gratisberatung durch erst•• klassige Architekten / Beachten Sie die Adresse. Wien I, Schottenring Nr. 35 Samstag geschlossen (,Schomra'-Mitglied) Unsere Abteilung für Fremdenverkehr erteilt und besorgt im Inlande und in 20 Ländern Europas und des Oriepts Auskünfte für Reisen und Aufenthalt in Oesterreich und steht Gemeinde-Aehatern und Vermietern von Sommerwohnungen sowie Sommerfrischlern und Touristen völlig kostenlos zur Verfügung. Zuschriften erbeten an Lebensversicherungs-Gesellschaft PH D N IX Wien, I., Wallnerstraße 6 / Graz,; Jakbnaiüiplatz:5; / Linz, Landstraße 63 / Klagenfurt, Paulitschgasse 15 / Innsbruck, Meranerstraße 7 / Salzbürg, Kapitelgasse 9 I Bisenstadi, Germayer- Straße 356 Enttäuschung bringen würde, selbst auf die Gefahr hin,! für. untätig gehalten zu werden. Dies gilt auch für die Emigration überhaupt. Um auch denjenigen Emigranten, die nicht gewillt sind, sich einer Kollektivsiedlurig anzuschließen, sondern auf eigene Verantwortung den Aufbau einer Wirtschaftlichen Existenz in Erez Jisroel versuchen möchten, möglichst an die Hand zu gehen, hat die Palästina- Zentrale bis jetzt drei Veröffentlichungen herausgegeben, deren Bezug allen Interessenten aufs angelegentlichste zu empfehlen ist: 1. Informationen für die Aus- Wanderung nach Erez Jisroel (legale Kapitalsübertragung, Berufsaussichten, Wohnungsfrage, Mobiliar usw.). 2. Aussichten der T.extilindustrie in 'Erez’ Jisroel. 3. Die Zo 11 bestimmungen über sämt-:; liehe wichtigen Importwaren für Erez Jisroel auf Gründe ׳ der staatlichen Zollsätze. " ׳ ’ ■ b Die Frage der - Einwanderungszertiflkate wurde in der letzten Ausgabe der ״Jüdischen Presse“ eingehend behandelt. Die Verhandlungen haben vorläufig bloß das eine Resultat gezeitigt, daß die Palästina-Aemter der. ״Jewish Agency“ sich in Zukunft nicht als Sachwalter der z ioni s t i s c h e n Organisation betrachten dürfen, sondern als eine o b j e k t i v e Behörde, die verpflichtet ist,>Gesuche von Nichtzionisten mit *demselben י Wohlwollen^״־ zu behandeln wie diejenigen der 'zionistischen; Chaluzim. Die Agud a s J isroel entsendet in jede zur Prüfung ■ von Zertifikatsgesuchen gebildete Kommission in den einzelrien Ländern einen Vertreter, sobald es sich um die Prüfung von Meldungen aus agudistischen Kreisen handelt. Die Meldungen selber erfolgen auf dem Wege über die agudistischen Erez-Jisroel-Zentralen. Während in Deutschland die bisherige Praxis keine Ver-, anlassung gibt, die Loyalität und gleichmäßige Behandlung der' agudistischen Zertifikatsbewerber in der Zusammenarbeit des. ״Palästina-Amtes“, mit den Vertretern der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel zu bezweifeln, liegen aus anderer[ Ländern Nachrichten vor, nach denen es sich schon herausgestellt haben soll, daß den Agudisten äußerordentliche Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. (In Oesterreich hat unseres; Wissens bisher eine Zusammenarbeit des ״Palästina-Amts“ ׳ mit der Erez-Jisroel-Zentrale ' der Agudas Jisroel nicht stattgefunden. Die Red.) Die, politische Arbeit zur Durchsetzung unserer Wünsche um Gewährung von Blankozertifikaten an die agudistische Zentrale müsse jedenfalls fortgesetzt werden. Die Erfahrungen, die auf diesem Gebiete gesammelt werden, werden diese politisehe Arbeit der Agudas Jisroel sehr: erleichtern. ' j Die Palästina-Zentrale arbeitet jetzt eineri Kolonisationsplan für ״M a c h a n e h Jisroel“ mit 4200 D un am Boden aus, von dem ein Teil bereits, angefangen wurde zu bearbeiten. 6 Stunden .._ Gesichte entsprechend modellierte der weltbekannten PerUcken’Kunstwerkftätte I (gegenüber H 01 e l B r i st 01) er Telephon Nr. ü-47-1 •10 m&tm.

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