Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 28 (14.7.1933)
- Date
- 1933-07-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Ibas IBrgebnis dieser Verhandlungen war ein einstwelliges Abkommen zwischen Agudas Jisroel und Agency, wonach die LandeSörgänisationen der Agudas Jisroel das Recht erhalten sollen, die unparteiische Prüfung der von den Agudisten eingehenden Zertifikatbewerbungen zu kontr©liieren. Die agudistischen Bewerbungen Sollen auf Formularen der zionistischen Palästina-Aemter mit dem Stempelaufdruck der Agudas Jisroel eingereicht und dann in Anwesenheit eines agudistischen Vertreters im einzelnen geprüft werden, ln einzelnen Ländern wird es wohl möglich sein, den Weg dieses. Verfahrens zu betreten, obgleich dabei praktisch nicht allzu viel herauskommen wird, ln anderen Ländern jedoch ist man auf agudistischer Seite sö sehr von . der Ueberzeugung durchdrungen, daß irgend welche objektive und unparteiische Prüfung agudistischer Bewerber seitens der zionistischen Palästina- Aemter ausgeschlossen ist, daß mad den Versuch wohl erst gar nicht unternehmen wird. Wie dem aber auch sei. Selbst Wehn es gelingen sollte,'nach dem hier einstweilen verabredeten mühseligen Verfahren einer kleinen Zahl Agudisten Zertifikate zu verschaffen, so ist damit für eine dem praktischen Bedürfnis und dem Rechtsempfinden ausreichende Lösung des Problems nur recht wenig geschehen. Die Orthodoxie muß, so lange sie durch die Autorität ihrer religiösen Ueberlieferung und durch die Forderung ihres Gewissens* objektiv verhindert ist, .an der ״jüdischen Agentur" teilzuhaben, ׳ in Einwanderungsfragen für sich die gleichen Rechte beanspruchen, wie sie jener Agentur unter total irrigen Voraus- Setzungen bewilligt worden sind. Der Kampf wird weitergehen und er wird, wir sind dessen sicher,' dereinst mit dem Siege der Wahrheit und des Rechtes enden. Schlußfeier an der Wiener Beth-Jakob- Lehrerinnenbildungsanstalt. Im Rahmen einer eindrucksvollen Feier, an der viele prominente Damen und Herren der Wiener jüdischen Gesellschaft Teilnahmen, fand die Entlassung von elf neuen Beth-Jacob-Lehrerinnen, die nach zweijährigem Studium das Lehrerinnendiplom erworben haben, statt. Die letzten Wochen vor der Entlassungsfeier waren mit Lehrproben und schriftlichen Prüfungsarbeiten ausgefüllt und endlich erfolgte Donnerstag voriger Woche das mündliche Schlußexamen vor der Prüfungskommission, •als deren Vorsitzender Oberrabbiner J. F ü r s.t fungierte. Obwohl die Mitglieder dieser Prüfungskomrtiision den Lehrgang der Prüfungskandidatinnen von Anfang an aufmerksam beobachten konnten, war es auch für sie überraschend, ja, überwältigend, welch große und umfassende Kenntnisse diese jungen Lehrerinnen sich erworben haben und mit welch großem Lehrgeschick sie ihre Kenntnisse . vortragen können. Die Vortragskunst scheint eine besondere Pflege an dieser Anstalt zu haben, die vernünftigerweise ihre Zöglinge mit dem in unserer modernen Welt überaus notwendigen propagandistischen Rüstzeug ausstatten will. Die Beth-Jacob-Lehrerinnen haben ja auch eine doppelte Aufgabe, in dem Lehrzimmer zu unterrichten und im Vortragssaal für das Beth-Jacob- Ideal, die religiöse Erziehung der weiblichen Jugend, zu werben. Eine schöne Probe dieser werbenden überzeugenden PropagandarVorträge lieferte anläßlich der montägigen Abschiedsfeier Fräulein Dora Schreiber, eine der elf. In edler Beredsamkeit sprach hier eine junge Beth-Jacob-Lehrerin vom Beth-Jacob-Ideal, von der hehren religiösen Mission der jüdischen Frau in Familie und Haus. In der Reihe der Gäste , saßen auch einige Rabbiner, bekannte Repräsentanten erfolgreicher Kanzel-Beredsamkeit und auch sie standen sichtlich unter dem Eindruck der von religiöser Glut und von großem jüdischem Wissen durchfluteten Worten. In geinett Schlußwort durfte Direktor Df. Deutechländer:׳ mit Recht hervorheben, daß auch die übrigen Kandidatinnen, die aüä Zeitmangel hei der Schlaßfeief nicht zuWotte kamen, ebenso an dem Vört'rägapult für das Beth-JaCob-Ideal zu werben, im* Stande sind. '■•׳■’ ■!.״••?ל'■י: .׳•־■'e..׳■'-:י Hach einer Sijumfeier fand dann die. Ausfolgüng der Diplome an folgende 11 Kandidatinnen statt t Eva Blau, Abaujszantö, Ungarn! Lea Heschl, Wien; Helene Klein» Robersdorf; Berta Mehr, Düsseldorf! Gitta, ßcha* pira, Wien! Dora Schreiber» Wien! Lea Steinberg, Nitra; Rosa Strasser, Oradea, Malka Tenzer, Wien, Aranka Teichmann» Sval&va (Ungarn); Sara Zobel, Berlin. Herr Rabbiner Dr. Fbllak hielt eine Ansprache an die elf jungen Lehrerinnen, 1die er in Anlehnung an das Zahlenspiel in der Hagadäh mit den elf Sternen verglich, die jetzt am Firmament des glaubenstreuen Judentums in frischem Strahlenglanz auf scheinen und ermahnte sie an ihre Pflicht, als Beth-Jacob-Lehrerinnen immer für das religiöse Judentum zu wirken. .. Herr Oberrabbiner Dr., Carl eh ach (Baden) feierte dann in schwungvoller Rede die große jüdische Aufgabe, die an der Wiener Anstalt erfüllt wird. In warmen Worten spendete er Lob und Anerkennung sowohl für Lehrer als für Schüler, besonders hob er das beispielgebende Wirken der Dozentin Frl. Eva Landsb e r g hervor. Es sprachen dann noch Herr Rabbiner Dr. Kaminka, Univ.-Prof. Dr. Max Eisler, Im Namen des Kuratoriums des Dr. Krüger-Heims, die Präsidentin Frau Hermine Krüger und im Namen . des Lehrkörpers, Frl. Eva Landsberg in formvollendeter Rede. In einem großangelegten Schlußwort, in welchem Herr Dr. Deutschländer unter anderen die kalte Indifferenz einiger Wiener Instanzen' gegenüber dem Beth-Jacob-Werke־ berührte, faßte der Redner eindrucksvoll Wert» Weg und Wollen der weltumspannenden Beth- Jacob-Bewegung zusammen und brachte das stimmungsvolle Fest zum würdigen Abschluß. Beth-Jakob-Lehrkurse im kommenden Schuljahr Die Lehrkurse an der Beth-Jakob-Lehrerinnenbildungsanstalt in Wien werden auch im kommenden , Schuljahre in zwei Jahrgängen geführt. Jedoch wird man fortan in erhöhtem Maße Vorkenntnisse bei der Aufnähme verlangen. Es muß der Nachweis erbracht werden, daß die Aufnahmsbewerberin der deutschen Sprache so weit mächtig ist, daß sie eine einfache Erzählung schriftlieh und mündlich fehlerlos'wiedergeben kann. Von jüdisehen Kenntnissen wird vorausgesetzt fehlerfreies hebräisches Lesen, Uebersetzen der Hauptgebete, wie Sch'mah und Birchas Hamosaun, Kenntnis der Biblischen Geschichte von der Schöpfung bis zu Moses׳ Tod. Das Mindestalter für die Aufnahme beträgt 16 Jahre. Schülerinnen, die die verlangten Vorkenntnisse nicht haben, finden an unserer Anstalt Vorbereitungskurse, in denen ihnen die Kenntnisse zwecks Aufnahme in das Seminar übermittelt werden. Wie im Vorjahre, ״so werden auch heuer Anmeldüngen für unsere Kindergartenkurse entgegengenommen, die den Teilnehmerinnen in zwei Jahren die Vorbereitung zur Staatsprüfung ermöglichten und sie gleichzeitig zu Beth-Jakob-Kindergärtnerinnen ausbilden. Da wir immer wieder Anmeldungen von Schülerin- .nen bekommen, die mit 14 Jahren aus der Schule herauskommen, haben wir uns , entschlossen, Fortbildungskurse für schulentwachsene Mädףhen von 14 Jahren an, einzurichten, die den Schülerinnen eine allgemeine Weiterbildung in streng jüdischem Geiste, vermitteln soll. Die Eröffnungsfeier findet Montag, den 16. Oktober 1933, statt. Unterrichtsbeginn Dienstag, den 17. Oktober. Alle Anmeldungen zu diesen Kursen werden in der Beth-Jakob-Lehrerinnenhildiingsanstalt, Wien, II., Malzgasse 7 (Dr.-Krüger-Heim) i entgegengenommen. I Einige der Absolventinnen der' Beth-Jakob- Lehrerinnenbildungsanstalt in Wien. sind bereit, während der Sommermonate jüdischen Unterricht in allen Disziplinen einzeln und in kleinen Und größeren I Gruppen zu übernehmen. Nähere Auskünfte erteilt die I Beth-Jakob-Zentrale, Wien, H., Leopoldsgasse 26. Raummangel halber mußte diese Woche die Fort- Setzung der Erzählung ״Hinter Mauern“ ausbleiben. Zimmermaler, Künstler v Ä elfifpihundert ÄüitfeöfifittfigiSiftfilbiiij tttält •־;-׳ zmmts und KttTfte, gasfest» m Sö Sentlling fbödetM» b^giefiiseh, reift,!*rbtiftf Jahre Garantie Scfio11y,IIL, Matxerqasse 43/ Lokal ADLER, VII, APOLLOG. 8 FÜR MOSEL UNS SIT1MÜÖEL e 11 ¥ e a ri r 1 r Skizzen und Kostenvofanschläge unverbindlich Agudas Jisroel in Jugoslawien Dank der Tätigkeit der unter Vorsitz des Räbbiners Samuel Deutsch, Subotica, stehenden jügoslawischen Landesorganisation der Agudas Jisroel ist die agudistiSche Arbeit im ganzen Lande letztens reaktiviert worden. Seit einigen Wochen erscheint in Subotica ein eigenes Wochenblatt unter dem Titel ״Vijesnik Agudat Israela"» das noch mit der Zeit ausgestaltet werden soll. Die Landesorganisation beschäftigt sich hervorragend mit der Erez-Jisroel-Arbeit Und hat ein agüdistisches Lehrgut eingerichtet, auf dem orthodoxe junge Leute, die sich in Erez Jisroel anzusiedeln beabsichtigen, landwirtschaftliche Ausbüdung genießen. Die Leitung des Lehrgutes hat Herr L. Friedmann. Die jugoslawische Agudas Jisroel be- ,.tätigt sich ferner mit Erziehungsfragen Und werden in allernächster Zeit in Subotica und in den anderen Orten Bes-Jakow-SchulOn und orthodoxe Kindergärten errichtet werden. Die Vorbereitungen hiezu werden bereits seit längerer Zeit getroffen und wird die Gründung der heuen Unterrichtsanstalten von allen jüdischen Kreisen sehr begrüßt. Vergangene Wöche fand die Generalver- Sammlung der Suboticaer Gruppe statt, die sich mit allen die Orthodoxie betreffenden Fragen beschäftigte und die Einführung und Propagierung des D a f j o m i - Schiurs beschloß. Kredite aller Art, auch die schwierigsten Kombinationen, ferner Kauf, Bevorschussung und Eintreibung von Außenständen, kostenlose Steuerberatung und Rechtshilfe, ,,Accedo“, Wien, I., Weihburggasse 4. Eine Jeschiwoh in Frankreich. Der Vorsitzende des ״Keren Hathora de France" und der ״Amis de la Tradition Juive", Grand-Rabbin E. Weill, veröffentlicht einen Aufruf, in dem er mitteilt, daß der Keren Hathora in Strasbourg eine Jeschiwoh errichtet hat. Hervorragende Talmudgelehrte, die mit dem Lehrvortrag der Schiurim beauftragt sind, stehen bereits zur Verfügung und wird die Jeschiwoh sofort ihre Tätigkeit aufnehmen. Der Aufruf weist auf die große Vergangenheit des französischen Judentums, insbesondere auf Rasch! und die Baale Tojsef sowie auf die späteren großen Gelehrten, wie Schaagas Arjeh, Bne Jehuschuah, Jonathan Eibuschitz in Metz, Josef Steinhardt in Niedernei und David Sintzheim LfErLvWS WOCl.C Msßti x יי Wo dt c — Im M a i 1938 sind in E r e z J isr o el 1958 Personen, davon 18 5 4 Juden, eingewandert. Von den jüdischen Einwanderern gehörten 2lf2 der Kategorie der ״Kapitalisten“ dn. — In Toronto fand eine Konferenz von Delegierten aller jüdischen Organisationen Kanadas statt, die eine großzügige Sammelaktion zugunsten der d e ut sehen Juden durchzuführen beschlossen hat. — Der vor 48 Jahren in Berlin von 585 chnstliehen Männern der Wissenschaft, der Kunst, der Literatur, des Handels und der Industrie gegründete ״Verein zur Abwehr des Antisemitismus“ hat seine Auflösung be- ־schlossen, weil seine Weiterarbeit unmöglich geworden ist. Statutarisch ist die Auflösung des Vereines vorgesehen, wenn einmal der Antisemitismus erloschen sein werde. — Die in Dresden abgehaltene Tagung des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes hat beschlossen, beim Ministerium wegen der antijüdischen Boykottbewegung zu intervenieren. I FEUILLETON ■ Rabbi Nosen Hannover~Aschkenasy זצ״ל Zur Uh. Broder Gedenkfeier. Wer war Rabbi Nathan Aschkenasy? Was stempelt ihn zu einer historischen Persönlichkeit? Welche Leistungen vollbrachte er, daß sich daran auch heute noch sein Seelenlicht entzündet? Auf diese Fragen gibt uns ein Artikel von Rabbiner Dr. Nürnber ger in Uh.-Brod Aufschluß, der uns aus Anlaß des nächsten Sonntag, 22. Tarnus, in Uh,-Brod stattfindenden Gedenkfeier zuging. Leider können Wir Platzmangels wegen daraus nur folgenden Auszug veröffentlichen: Rabbi Nathan Aschkenasi war, wie Rabbi Sabbatai Hohen, Verfasser des ״Schach", und Rabbi Ephraim Kohen, Verfasser der ״Responsen Schaare-Efraim" den Häschern Chmelnickys in Polen glücklich entronnen. Während sich Rabbi Sabbatai Kohen in Holleschau und Rabbi Ephraim Kohen in Ung.-Brod niederließen, wechselte Rabbi Nathan Aschkenasi wiederholt seinen Auf enthalt, bis er im Jahre 1671 der Berufung nach Ung.-Brod folgte. Sein profundes talmudisch-rabbinisches Wissen, gepaart mit einem unbeirrbaren Wandel, ließ Großes von ihni erwarten, Seiner Tätigkeit, mit vielverheißendem Elan begonnen, sezte das ״Broder Verhängnis" jäh ein Ende. Am 20. Taraus 5443 —14 י, Juni 1683) — hatten sich jung und alt in der Synagoge zum Morgengottesdienste versammelt. Plötzlich entfesselte der Einfall der Kuruzzen einew׳ Schrei des Entsetzens. In Gebetmäntel gehüllt, mit TefiUim an Hand und Haupt, fielen die* An■׳ dächtigen unter den Todesstreichen der Rehellen. Nathan, Aschkenasi betete gerade Schepionoh-essre. Den Satzungen unserer Weisen treu, wandte er si,ch' nicht um, auch ds-nn nicht, als die Sichel des Todes einen nach dem an׳־ deren abmähte, 'Darüber wutentbrannt, ließ ihn der Bandenführer in drei stücke zerhauen, Seih Grabstein, dreizackig auslaufend, bleibt ein grausiges' Denktnal jüdischen Martyriums, י Dieser Zickzack ist, näher betrachtet, ein Symbol des Innenlebens dieses Märtyrers. Er fühlte sich mit Cbtt vereinigt und dennoch dem AUtagsi'eben mit allen seihen Erfordernisen eng verbunden. Er Hebt die Mensehen, liebt sein Volk, das er überall von der ״Kosakenflut" bedroht sieht. Er ruft,und rafft zur erlösenden Tat sich auf. In diesem Augenblick drängt es ihn, den Kabbalisten, zu den zehn ״Sephiroth", den Schöpfungskräften der Schechinah, deren Flügelschlag er nur in stiller Ahgeschlossenheit rauschen hört. Ein innerer Kampf schüttelt ihn, läßt ihn nicht zur Ruhe kommen. Bald zieht er sich von der Oeffentlichkeit zurück,.bald sieht er sich in ihr Netz verstrickt. Was. er erlebt und erlernt, kann er nicht für sich allein behalten. Er geht zu seinen Brüdern hinaus, daß er sie aufrüttle,׳ daß seine Ideen ziehen und zünden. Enttäuschungen bleiben ihm׳ nicht erspart. Das Moment der Ablehnung begleitet ihn wie sein eigener Schatten. Zu seinem Glücke ist er von Selbstbespiegelung meilenweit entfernt. Die Menschen sind gut. Die Schuld an •seiner mißlungenen Arbeit schroibt er sich seihst zu, seiner Unfähigkeit, seine Brüder in den Bannkreis seiner Ideen fesseln zu können. 1 In dieses Dunkel schlägt plötzlich ein Funke, der es im Nu aufhellt.. Mit den Pforten des Himmels öffnen sich ihm die Pforten Zions. Die Zerstreuung seiner Brüder über den Erdball schmerzt ihn nach wie vor. Eine Gefahr für den Fortbestand des Judentums bildet sie nicht mehr. Die Diaspora in ihrer Länge und Breite, in Raum und Zeit, in ihrer horizontalen Ausdehnung. und vertikalen Richtung ist nichts anderes als der eiserne Riegel an den ״Pforten Zions". Wenn ‘der Jude seine Augen öffnet, seinen Platz an der Sonne erkennt und die G-ttes- und Zionsnähe begreift, kann er eigenhändig den Riegel wegsebieben, die Pforten öffnen und in Zion einziehen. י ,Den Anfang macht Rabbi Nathan Asehkenäßi selber. Um Mitternacht setzt er sich in einem Winkel auf den Schemel und ,,sein Happt ragt bis an den Himmel״. Er reiht Gebet an Gebet und die Erleuchtung des jüdischen Geistes, um die Dämmerung der wahren Erkenntnis, um die Rückkehr nach Zion, Er sitzt allein, aber nicht einsam. Er sieht im Geiste Millionen seiner Brüder zur selben Zeit in gleicher Haltung wie er, über den ״Schaare Zion" gebeugt, heiße Tränen vergießen. Aus weiter Ferne tönt schon׳ der Stundenschlag der Erlösung zu ihm herüber. Den Schlüssel zu den ״Pforten Zions" will er nicht erfunden, sondern $ 0 funden {haben. Geschmiedet haben ihn schon äbfiere Weisen: ״Wenn sie es verdienen, werbe ich die Erlösung beschleunigen.", —- Der neuernannte amerikanische Botschafter in Berlin, William Dodd, erklärte vor seiner Abreise nach Europa, er habe bestimmte Instruktionen, von denen er hoffe, daß sie zu einer Besserung der Lage der Juden in Deutschland führen würden. — Der Stadtrat von T el-Aw iw hat das Budget für 1938184, das 175.000 Pfund Ausgaben gegenüber 150.000 Pfund Einnahmen vorsieht, angenommen. Die Stadtverwaltung rechnet mit einem Regierungszuschuß von 85.000 Pfund. — Am letzten Samstag drang der frühere Hilfsarbeiter Sigg in die Luzerner Synagoge ein und demolierte die Inneneinrichtung des im ersten Stock befindlichen Gebetsraumes. Die Zeitungen führen den Vorfall auf die Lektüre der in letzter Zeit in der Schweiz verbreiteten verhetzenden Schriften durch den Täter zurück. — Nach einer neuen Durchführungsverordnung der Reichsregiemng werden jüdische Beamte, die schon am 1. August 1914 in öffentlichen Diensten standen, nicht entlassen. — Vergangenen Samstag fand in Wien im großen Saale des Hotel ״Bayrischer Hof“ eine meist von Christen besuchte Protestversammlung der ״Oesterreichischen Volkspartei“ gegen die Judenverfolgungen in Deutschland statt. Es wurden mehrere Reden gegen den Rassenhaß gehalten und die Absendung einer Resolution an Reichspräsidenten Hindenburg und an den Völkerbund beschlossen. —r. Außer dem verhafteten Abraham Stavsky wurden im Zusammenhang mit dem Mord an Dr. Arlos07'0ff mehrere Juden und Araber verhaftet. Vergangene Woche wurde in■ Tel-Awiw der 19jährige Revisionist Jehuda Minz unter dem Verdacht der Mitschuld an dem Mord festgenommen und Uber ihn vorläufig eine sieben-, tägige Untersuchungshaft verhängt, ‘ H, Grün, II., Taborstraße 8 h, Tel. R-42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe, E!: EN CR 0 5 E X p a!1 ר;! PERÜCKEN״״״ SCHEITEL '! FACHGEMÄSS AUSGEFÜHRT ,! FRITZ BRENN IG; j Wien, VI. EggerFbgasse 9 |: