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Jüdische Presse · 1933-07-14 · 28 (14.7.1933) · page 1

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
28 (14.7.1933)
Date
1933-07-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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f V T - x>* vyplatn6 povniene rtadlt post i telettraföv V BratfoläVe eis. 41S12&20. Äi l Wmm1• 2üü irms 3*k ORGAN FÜR DIE INTERESSEN DES ORTHODOXEN JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien, rt<, Mälzgasse 12 a. Tel. A-48-4-15. — Tschecho- Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. —* Redaktionsschluä: Mittwoch Mittag. 1 Abotinementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei tschech. jK. 80, das übrige Ausland 3 Dollar. Eit12elifumtiter Ost. Gr. 40. Zahlungen auf Konto .Jüdiacfte Pm8e״, Wüh. für oeateN reich: Po»t8parka88ertkontoNf. 0-93614: Deutschland iPdit* scfiCckköntoBerlln Nr. I2i619 ן JugosIawIentP0at8pkj.Amt Zagt eb Nf. 402t 7,‘P dient Poatapäf k;־*Anit Warschau Nr.t9040Q: Uflgaf««Pöstspk.-Amt Budapest Nr. 50170 ,» Schwill t post’ *checkk.ZOrich VIII, 4117; für die Tschechoslowakei: »tfl* dl8ChePfea8e*,Bfatl81ava,P08t8pk.-Amt Prag Köate Nr. 53386 Nr. 28 Wien-Bratislava, 14. Juli 1933 ב״ה ווינא־פרעסכורג כ׳ תמוז ת*צ*ג 19. Jahrs Die drei Trauerwodiem Mit dem 17. Tamüs beginnen die drei; Trauerwochen, deren Abschluß der 9. Aiw bildet. Drei Trauerwochen, die uns von Jahr zu Jahr die Zerstörung Jerusalems, die Einäscherung des heiligen Tempels neu in Erinnerung ,bringen. Das allgemeine jüdische Leid ergießt sich in diesen Wochen in mitternächtlichen Wehklagen um die verflossene ׳ Herrlichkeit des jüdischen Staates, um das Weichen. der Schechina aus unserer Mitte, um den jüdischen Stolz und Adel, die seither, zu Staub erniedrigt, nirgends dauernd das Haupt erheben können. So und das war der. Sinn der drei Trauerwochen zwischen dem 17. Tamüs und dem 9. Aw. seit nahezu zwei Jahrtausenden. In der jüngsten Zeit, seit den modernen Versuchen, Palästina für das jüdische Volk zurückzugewinrien, hekommen diese drei Wochen allmählich auch einen anderen Sinn. Nicht wehklagen'soll man um die verflossene Herriichkeit, sondern an dem Wiederaufbau mitwirken; nicht Tränen, sondern Taten; nicht Worte, sondern Werke verlangt das jüdische Schicksal heute. Diese Forderung hat auch im Bereiche der Orthodoxie einen großen Resonanzboden gefunden. Vollends, wenn man die neue Forderung nicht im .Gegensatz zu der alten Väterart begreift, sondern das Neüe vom Alten herleitet, Tränen, die zu Taten führen, Worte, die praktische Werke!bewirken; Spezialvetkehr nadiPalästuia Bäuch über Bratislava via Donau, Sämtliche Gütertransporte und Übersiedlungen ■ULLMANN RINK &. Co., Wfeu 7fr .17^ ]Die praktische Palästina-Arbeit ■der Agudas Jisroel bewegt sich in diesen Bahnen. ־ Ueberail, wo heute die Führer der Orthodoxie mit der Jugend' Kontakt halten, entstehen landwirtschaftliche Versuchsstationen und Uebungsplätze, um die nach Erez Jisroel Strebenden für die Arbeit im Lande vorzubereiten. Allerlei Handwerk - wird, gelernt und geübt, um auch orthodoxen jungen Arbeitern, die Uebersiedlung nach dem heiligen Lande zu ermöglichen. . Bei aller Anerkennung dieser Versuche und Leistungen muß aber gesagt werden,‘ daß sie bisher sehr ünzulänglich den Willen und diei Sehnsucht des orthodoxen jungen Menschen repräsentieret Unter dem Eindruck der katastrophalen . Entwicklüngv 1 der jüdischen Lage in Deutschland, aber auch in manch, anderen mittel- und osteuropäischen Staaten,.' sieht'/; auch ein Großteil unserer orthodoxen Juden die einzige MÖglichkeit.. in Erez Jisroel- Die zionistische Propaganda ■nützt die Katastrophe zu ihren Parteizwecken aus.: Der bevorstehende Zionistenkongreß soll diese von den'Tätsachen so überaus hegünstigte Propaganda noch wirksamer gestalten. Dies sind Momente, welche die Orthtfdoxie mit großer Aufmerksamkeit, ja, sagen wir es;; nür ganz offen heraus, mit großer Besorgnis betrachten;ihuß. Sö wertvoll auch die Palästina-Sehnsucht unserer orthodoxen Jugend ist, sie wird eine Gefahr, wenn es unseren religiösen Führern nicht gelingt, diese Sehnsucht mit einem gleichstarken religiösen Willen in dem jungen jüdi-; sehen Menschen zu paaren und : zur Vollendung zu bringen. ' Was wir aber jetzt sehen, ist einerseits intensivste zionistische Propaganda,- andererseits, s c h; w a c h e orthodoxe Versuche, eine praktische ferez-Jisroel-Arbeit in die Wege zu leiten, und fas t nie h t s, was das große' religiöse Sehnen in dieser._scliweren, aufgewühlten Zeit, wecken und befriedigen würde. Wenn es so bleibt, dann Syird ‘ Unsere Jugend. aus;_ dieser . großen . Zeit, der ■Ver־ ־ s.uchüng - und ■ desLeijd^s■• statt gestärkt, -schwächer, statt. i.groß*־im^religiösemw׳Heroismü3^ichtvmrzelt heryörgehen-. Die Führer. der- Orthodoxie müßten, gerade ־weil wir in einer solch schweren "Zeit leben, ׳zusämmentreten und , des Rats pflegen, was geschehen soll, tun unserer Jugend; willen, um unserer Zukunft willen. Daß aus dem Tränenmeer, das aus jüdischen Augen allenthalben fließt, daß aus dem unermeßlichen Leid, das über uns sich uferlos ergießt, Taten werden und Werte wachsen, die imstande sind, Jeruscholajim zu erbauen, daß die alte jüdische Herr- Iichkeit in ihm wieder erstrahlt, daß die Schechina in seinen Mauern weilt. L. Das schönste Geschenk sind REDLER-MOBEL in Preis und Qualität / Gratisberatuhg durch erst * Massige Architekten / Beachten Sie die Adresse.; Wien I, Schottenring Nr. 35 Samstag geschlossen (,Schomra*-Mitglied) die ja doch den Kern des jüdischen Volksganzen bilden,' mindestens hinsichtlich der Einwanderung die gleichen’ Rechte ausüben müßte wie die Agency. Diese wird gegen die Forderung zwar einwenden, daß es nicht an ihr liege; wenn Agudas Jisroel in der Agency nicht vertreten * sei, daß die Tore der Agentur jedermann offen ständen und, daß die Agency vergeblich versucht habe, Agüdas Jisroel‘ für den Eintritt in die Agentur zu gewinnen. Allein dieser Einwand ist in keiner Weise stichhaltig. Es ist nicht Willkür oder böser Wille, der die agudistische Organisa-, tion verhindert, innerhalb der Jewish Agency mitzuarbeiten, sondern nicht mehr und nicht minder als das! j ü d i s che. R e 1 i g i o n s g e s e t z. So lange dieses Religionsgesetz, in Würdigung gerade der unlösbaren* gegenseitigen Verantwortlichkeit aller Juden füreinander, es einem Juden untersagt, Gesetzesübertretungen seiner' Brüder auch nur scheinbar und erst recht in der Wirk-1 , Iichkeit moralisch oder materiell zu fördern, ist es für die orthodoxe Weltorganisation ein Ding der Unmöglichkeit,! einer ״Jewish Agency“ verantwortlich anzugehören, die• mit ihren Geldmitteln jahraus, jahrein Taüsende"von jüdi-• sehen Kindern durch ein ganzes Netz von Institutionen; v'oh; der Universität bis• zum-• Kindergärten -:der -Über־- : lieferten' religiösen Tradition entfremdet und sie dem Ab-' Wenn es somit religiös-sittliche Erwägungen vom; höchsten Gewicht sind, die ein Zusammenwirken der; agudistischen Organisation mit der zionistischen im• Rahmen der Agency verhindern, so besteht gewiß kein Schimmer von Recht, deswegen die orthodoxen Kreisevon dem Genüsse der Gleichberechtigung bei ׳ der Verteilung der Einwanderungszertifikate auszuschließen. . Bekanntlich hatte der . High Commissioner; von. Palästina in einer Audienz, die er im Herbst vorigen Aufruf! Wer wird Zurückbleiben wollen, da es gilt, dringendste Aufgabe des Augenblicks mit dem Einsatz aller1 Kräfte und aller Einsicht zu lösen und dafür Sorge zu tragen, daß auf geheiligtem Boden jüdischen Menschen die Möglichkeit gegeben wird, sich eine Existenz auf Grundlage der Thora zu gründen! Unerläßliche Voraussetzung hierfür bildet die Stärkung des Keren Hajisehmv. Schon ist es uns ge- Jungen, mit den bescheidenen Mitteln, die uns zur Ver-i fttgung stehen, einer großen Anzahl junger Menseln durch unsere palästinensische Arbeiterorganisation Ar- - beitsmöglichkeiten zu verschaffen und ein Informations-. büro in Tel-Awivv einzurichten, dessen segensreiche Tätigkeit in der kurzen Zeit seines Bestehens bereits allseitige Anerkennung gefunden hat. Die Vorbereitungen" zur kollektiven Ansiedlung agudistischer Mittelstands-. ungehöriger sind bereits getroffen und werden mit G'ttes Hilfe in aller Bälde realisiert werden. Jetzt wenden wir uns an jeden denkenden Freund: unserer Bestrebüngen mit der Bitte, in den kommenden Wochen den Keren Hajisehmv durch eine *freiwillige. Spende zu stärken. Jung und alt stelle sich persönlich in den Dienst der Werbearbeit, Orts- und Jugendgruppen werden gebeten, systematische Sammlungen; vorzunehmen. In den ,;Drei Wochen“ möge ein jeder ans־ der nationalen Trauer heraus das Gelöbnis leisten, ein wenn auch noch so kleines Scherf lein zur Wiedererstarkung des Thoralebens im heiligen Lande beizutragen, letzt beweise Agudas Jisroel, daß sie der Lösungder brennendsten Gegenwartsaufgabe gerecht zu werde» vermag. Das S’ohus dieser Mlzwa wird der Gesamtheit. beistehen. ''׳■־. Geschäftsführender Ausschuß der Agudas Jisroel. Palästina-Centrale der Agudas Jisroel Einzahlungen erbeten an die Erez-Jisroel-Zeutrale der Agudas Jisroel, Wien, II.» Leopoldsgässe 16, Tele-» pon-Nr. A-48-4:-15, Post8parkassenkonto D-33,406. Ein schreiendes Unrecht Es gibt viele Leute, die angesichts der Fülle von Feinden und Gefahren, von denen Judenheit und Judentum heute umgeben sind, die Auseinandersetzung innerhalb der eigenen Mauern am liebsten völlig abbrechen und unter dem Schlagwort der Einheitsfront den ehrlichen Kampf um die Wahrheit und um die politische' Geltung der rein jüdischen Ideale am liebsten einstellen möchten. Das ist natürlich ein Verlangen', das vor dem Forum der jüdischen Sittlichkeit nicht bestehen kann. Aber darüber hinaus wird es auch von dem natürlichen Empfinden der von der Wahrheit ihrer eigenen Sache durchdrungenen jüdischen Gruppen und Parteien praktisch niemals angenommen werden. Insbesondere gilt dies von Erez Jisroel, das die Konstellation derzeit in den Mittelpunkt der jüdischen Klallarbeit gestellt hat. Die aus weltanschaulichen Gründen dem Zionismus ablehnend gegenüberstehenden orthodoxen Massen, die in der Agudas Jisroel zusammengefaßt sind, verlangen mit Recht von ihren Führern, daß der Kampf gegen das Monopol der sogenannten ״Jewish Agency“ hei der Vergebung der Einwanderungszertifikate mit aller Schärfe wieder aufgenommen werde in einem Augenblick, da Tausende von orthodoxen jungen Leuten ihre Zukunft in Erez Jisroel erblicken und die Tore dieses Landes ihrer Sehnsucht vor sich versperrt finden durch eine Organisation, die die ihr verliehenen Rechte naturgemäß zugunsten ihrer eigenen Parteigänger ausüben ־will, indessen verkennen diejenigen Kreise, die die agudistische Führung für das Fortbestehen dieses Monopols mit seinen unheilvollen Konsequenzen verantwortlich machen, daß man gegen einmal geschaffene Tatsachen, auch wenn sie bloß Rechtstatsachen sind, nicht von heute auf morgen, sondern nur in zähem Ringen auf kommen kann. Der Völkerbund hat im Palästina-Mandat bestimmt, daß ״eine jüdische Agentur“ der Mändatarmacht gegen- Über die Interessen des gesamten am Aufbau Palästinas interessierten jüdischen Volkes vertreten soll. Er hat im Mandat zunächst die zionistische Organisation selbst als diese ״jüdische Agentur“ anerkannt mit der Auflage allerdings, daß es ihre Pflicht sei, alle an Palästina interessierten Kreise heranzuziehen. Es ist der Jewish Agency nicht gelungen, dieser ihr vom Mandat gestellten Aufgabe nachzukommen, soweit es sich um Agudas Jisroel handelt. Von Rechts wegen müßten Mandatarmacht und Völkerbund also anerkennen, daß gerade a u s dem Geiste des Mandats selber neben der jetzt bestehenden jüdischen Agentur auch Agudas Jisroel, so lange sie der Agency nicht angehört, für ihre Anhänger, Lebensversicherungs- Gesellschaft ״PH 17 Gegründet Versicherungsbestand Ende 1931 . , . , , . . , . . . . . . ... . 2775 Millionen Prämien-und Zinseneinnahmen im Jahre 1931 . . ... , . .י . . ׳ . . . V , . 182 Millionen Garantiemittel Ende 1931 . , , . ... , , , . . , . , . . ... . , . , . 472 Millionen Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1931 . . , ... . . . , . . . . , . . . 43 - Millionen Am Ende des Jahres 1931 waren bei der Gesellschaft 836.664 Personen versichert, Tätigkeitsgebiet! Oesterreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, Italien, Tscheehoslo Schilling Schilling Schilling Schilling wakische Republik, Polen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien» Kleinasien, Bulgarien, Griechenland, Türkei, Aegypten und bei mir on Innerhalb 6 StitiiiM eine individuell ihrem Gesichte entsprechend modellierte Besitzer der weltbekannten Rcjp0(k6ll*KUn1tW8fk|t3tte Wien I, Kärntnerring 6 ־«״

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