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Jüdische Presse · 1933-10-04 · 40 (4.10.1933) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
40 (4.10.1933)
Date
1933-10-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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N1V4Ö Zur Präge der Frühehe. öl *rted. Jaenft Levy., Vorbemerkung: Die folgenden Ausführungen eines berufenen orHüMoien Pnehgeiehrten reden eine sehr offene Sprachezu einer Frage, die als ״heikel“ angesehen wird und der man gerade deswegen am liebsten aus« weicht, die aber dessenungeachtet im jüdischen Leben der Gegenwart eine solch brennendes geworden ist» daß man vor ihr die Augen nicht mehr verschließen darf. Der Fragenkomplex des Sexuallebens . und der, Eheschließung wird Tag für Tag in den Zeitungen und den populären literarischen Erzeugnissen, die auch in gut jüdische Häuser Eingang finden, vom Gesichtspunkte des ׳modernen Materialismus und des religiösen Unglaubens mit schranken« loser Offenheit behandelt und unserer Jugend beiderlei Geschlechts Werden im Wege solcher Lehren Anschauungen beigebracht, die ihre Seelen vergiften und das jüdische Dasein an seinen wurzeln ernstlich gefährden. Es ist gut und für manche Kreise sogar dringend erforderlich, daß einmal auch vom Standpunkte des Thorajudentums in dieser Frage ein ungeschminktes Wort gerade heraus« gesagt wird. Auch wer den Ansichten des Verfassers nicht in jeder Einzelheit vorbehaltlos beipflichten kann, Wird die Grundtendenz des Artikels ,billigen müssen und anerkennen, daß seine Hauptforderung: ״Zurück zur jüdischen Frühehe!“ ein jüdisches Gebot der Stunde werden müsse, wenn nicht unschätzbare Werte des Judentüms der kommenden Generation unrettbar verlorengehen Sollen. Möge dieser Artikel den Anlaß zum Nachdenken geben Und von unseren Lesern so verstanden werden, wie er gemeint ist. (Wir verweisen - in diesem Zusammenhang auf die im Hermon-Verlag erschienene Schrift des Autors dieses Artikels, ״Die sexuelle Not in jüdischer Schau“, die das ganze sexuelle Problem ausführlich behandelt.) ■— Die Redaktion, * ״Mit 18 Jahren für die Ehe“, so spricht die alte jüdische Lebensweisheit. Wenn dieses Wort zunächst wohl nur die Feststellung der natürlichen körperlichen und seelischen Reife für die Ehe bedeuten mag, so ist darüber hinaus auch der Rat darin enthalten, etwa um dieses Alter in die Ehe zu treten, und es wird dringend davor gewarnt, allzu lange mit der Ehe zu zögern. So fordert die jüdische Anschauung die Frühehe. Wäre uns diese Lebensregel unserer Weisen, nicht gelehrt worden,׳'wir״müßten ׳;für unsere heutige Zeit und besonders für unsere jüdische Welt auf Grund unserer wissenschaftlichen Erfahrungen und Erwägungen die Frühehe fordern. Eine Reihe bedeutsamer kultureller und soziologischer Probleme kann nur durch die Friihehe ihre Lösung finden. Einige dieser Probleme seien herausgegriffen. In den sogenannten Kulturländern des Westens ist die Geburtenziffer so rapid gesunken, daß man von einer Bevölkerungskrise spricht. Besonders tritt diese Erscheinung in der jüdischen Bevölkerung hervor., Von dem ZweikinderSystem ist man schon längst bei dem ' Einkindersystem und darüber hinaus überall dort angelangt, wo׳ das ,,liberale“ assimilierte Judentum das Feld beherrscht.' Beqüemlichkeit 'dieses individualistischen^ Systems auf der einen Seite und anderseits kapitalistische: Gesichtspunkte sind häufig die Triebfedern zur Geburtenbeschränkung. Und dabei genügt nicht einmal das Zwei-, kindersysteirt zu einer gesunden Bevölkerungsentwicklung.1 Der bekannte deutsche Sozialhygieniker Grotjahn hat nachgewiesen, daß drei bis vier Kinder in der Ehe allein zur Erhaltung der Bevölkerungsziffer erforderlich sind, von einer Vermehrung des Volkskörpers kann nur bei noch höheren Geburtenziffern die Rede sein. , ] Nun ist ohne weiteres klar daß neben der bewußten Furcht vor dem Kinde die Hauptquelle der Kinderarmut die Spätehe ist. Die Fruchtbarkeit in der Ehe nimmt mit dem Alter ab, und eine Ehe, die mit 35 oder gar 40 Jahren geschlossen wird, verliert die kostbare Zeit jugendlicher Zeugungskraft. Zudem wird der Mensch mit dem Alter bedächtiger und bei ihm überwiegen eher die hemmenden Gesichtspunkte seinen schwungvollen Idealismus ־ und die Stimme der Natur. Ein Volk, das seinen Bestand erhalten oder gar wachsen will, muß die Früh ehe fordern und fördern. Die Schaffung eines zahlenmäßig ausreichenden Volkskörpers ist aber nur die Voraussetzung einer gesunden kulturellen und politischen Entwichlung. Es ist nun bekannt, daß viele störende kulturelle und politische Spannungen dadurch bedingt sind, daß eine Disharmonie der Generationen besteht: Die Väter verstehen die Söhne nicht und die Söhne nicht die Väter. Das kommt oft daher, daß in dem Alter, wo die Jugend bewußt zu denken beginnt, die Eltern schon zu alt und unelastisch sind, um sich in das Seelenleben der Jugend einzufühlen. Diese Einfühlung ist aber Voraussetzung für eine Führung in den Jahren der jugendlichen Krise. Ein harmonischer Uebergang der kulturellen und politischen Werte von Generation zu Generation ist nur dadurch zu erreichen, daß die Distanz im Alter der Generationen verringert wird. Der Jugend müssen jugendliche• Eltern zu Führern beschert werden. Besondere Bedeutung besitzt dieser Gesichtspunkt für die religiöse Tradition. Gerade für die Erhaltung des orthodoxen Judentums hat sich jenes Nichtverstehen der Generationen als schädlich gezeigt. Aus all dem ergibt sich wiederum die Forderung der Frühehe. Neben diesen allgemeinen pädagogischen Gesichtspunkten verdienen besondere Beachtung die sexualpädagogischen und sexualhygienischen Gefahren, die mit einer Spätehe verknüpft sind. Der dem Menschen eingepflanzte Geschlechtstrieb drängt den jungen Mann zur sexuellen Betätigung. Für Charakterbildung ist es nur ebenso wie zur gesunden körperlichen Reife durchaus erwünscht, daß der junge Mensch lernt, diesen Trieb einige Jahre hindurch zu beherrschen, bis eben die körperliche und seelische Reife erzielt ist, Jedes Warten über das 20. Jahr hinaus aber bringt die Gefahr aufreibender seelischer Konflikte und sexueller Abirrungen mit sich. Es ist zwar, übertrieben, wenn man von diesen Gefahren annimmt, daß der junge Mensch ihnen unterliegen müsse, daß gesundheitliche Schädigungen nicht zu umgehen seien, Einem weisen Pädagogen, einem erfahrenen Arzt, ^welche nicht selbst dem Materialismus unterlegen sind, wird es bei wirklich vorhandenem ernsten Willen zweifellos gelingen, diese Gefahrenzone zu überbrücken, Aber man darf anderseits nicht verkennen, daß mit der oft notwendigen Unterdrückung des Trieblebens, seelische Kräfte verbraucht werden, die bei frühzeitiger Ehe- .Schließung für,,produktivere Zwecke frei wären. Man hört nicht; selten den *© i n-w*a nd gegen die Friihehe, daß bei ihr die Gefahr eines Irrtums in der JÜDISCHE SSI Wahl der Ehegatte« zu groß sei. Ee fehlte den Jugendliehen die Erfahrung, um die rechte Wahl zu treffen; Wir glauben, daß dies# Gefähr kaum besteht, wenn die jüdischen traditionellen Richtlinien der Gattenwahl IttÄä- Wendung gelangen, Zudem sollte sich der Jugendliche in vertrauensvoller Weise an seine Eitern wenden, durch deren Rat manche Klippe vermieden werden kann. Die Erfahrung lehrt, daß die Ehen, die unter Mitwirkung der Eltern zustande kamen, nicht die unglücklichsten Ehen sind. Diesem Vermeintlichen Eächteil der Frtihehe steht der Vorzug gegenüber, daß die jungen Gatten noch keine Charaktere von völlig erstarrten Formen sind. Sie sind vielmehr noch biegsam und können sich in Lebensart und Lebensgewohnheit einander anpassen und so eher zur Harmonie gelangen. Ungleich schwerwiegender ist der Einwand Wirtschaftlicher Gesichtspunkte. In der Tat liegt hierin die Kernfrage des Problems. Da gibt es drei Gruppen von Ehekandidaten. Die einen sagen: Frühehe um jeden Preis. Zwar ist nichts von materieller Grundläge für eine Ehe vorhanden, aber — so glaubt man —* dafür wird die Vorsehung schon sorgen. Solches Vorgehen grenzt oft an Leichtsinn. Ihm hält das Judentum den Grundsatz entgegen: ״Auf Wunder verläßt man sich nicht." Im Gegensatz dazu verlangt die zweite Gruppe materielle Sicherung um jeden Preis. Der Typus einer solchen Einstellung war besonders bei den deutschen Juden zu finden. Da glaubte man manchmal, erst dann beruhigt heiraten zu können, Wenn bereits die Mitgift der künftigen Tochter Und vielleicht gar der Enkelin im Banktresor gesichert vorbereitet war. Aus der wirtschaftlichen Katastrophe der. deutschen Judenheit sollten wir doch die Lehre ziehen, daß das Leben keine wirtschaftlichen Garantien gibt und geben kann. Das hat wohl die g-ttliche Vorsehung beabsichtigt, um den Hochmut der Menschen zu dämpfen und ihm die Abhängifkeit seiner Existenz von der g-ttlichen Fügung stets vor Augen zu halten. Besonders trifft diese Er- Ziehungsmethode der Geschichte für das jüdische Volk zu, das durch das Schwanken seiner materiellen Grundlage zu G-ttvertrauen erzogen werden soll. Die Thora ward einem Geschlechte gegeben, das auf die tägliche G-ttesgäbe des Manna angewiesen war. G-ttvertrauen! Das ist die Losung der dritten Gruppe und zugleich die Lösung Unseres Problems der Frühehe. Ein Vertrauen, das! ebenso von der Vabanque- Politik des Leichtsinns fern ist, wie von der Sicherungs- Politik des Zaudernden. Den rechten Weg des irdischen Lebens hat uns die Thora selbst gelehrt: ״Erst pflanze der Mensch seinen Weinberg, dann baue er ein Haus und erst darin führe er ein Weib heim." Hier, ist also bereits der materielle G r u n d s t o c k für die Familiengründung gelegt, den Aufbau selbst vertraut man seinen schaffenden Händen und dem g-ttlichen Beistand an. Denn erst dann darf man auf G-ttes Segen rechnen, wenn man zuvor das Seine geleistet.; Dieses der allgemeine leitende Gesichtspunkt. In der Anwendung wird es freilich der genauen Prüfung in jedem Einzelfair bedürfen. Wo sind die Grenzen zwischen 'Leichtsinn und G-ttvertrauen,. zwischen berechtigtem und übertriebenem Sicherungsstreben? Auch die persönliche. I n d i v i d u a 1 i t ä t ׳wird . in Rechnung gestellt werden müssen. ״־׳■י1׳ '־• ■: *■<,. •ja, ,׳/ iüs Diese Abhängigkeit von: der Individualität •wird nicht nur das seelisch-körperliche Temperament betreffen, sondern in gleicher Weise die Fähigkeit urid den Willen, sich durch Senkung des Lebensstandards in einfachere Lebensverhältnisse hineinzufinden. Hier muß vornehmlich die Erziehung der Jugend einsetzen. Der Begriff ״Lebens an Sprüche“ muß aus ihrem Lexikon ausgemerzt werden. Besonders zu begrüßen ist es auf der anderen Seite, wenn die Eltern in der Lage sind, in altjüdischer., Pflichterfüllung die frühe Ehe :durch wirtschaftliche Beihilfen zu ermöglichen. Wer seine Kinder frühzeitig in die Ehe treten läßt, für den gilt der Schriftvers: ״Du weißt, daß Friede weilt in deinem Zelt.“ Diese Stichworte beleuchten schlaglichtartig den Fragenkreis, in dem sich die Jugend bei dieser vielleicht schwersten Entscheidung ihres Lebens befindet. Es ist ein Glück für den jungen Menschen, wenn ihm bei seinem Entschluß der natürlich gegebene Rat seiner Eltern, das sachkundige Urteil des Thoragelehrten zur Seite steht. Und aus der Weisheit der Alten ebenso wie aus den Ergebnissen der modernen Wissenschaft wird für die heutige jüdische Jugend die Erkenntnis reifen, daß es für eine Gesundung nur einen Weg gibt: Zurück zur jüdischen Frühehe! Die Feiertage in Erez-Jisroel. Die hohen Feiertage wurden in diesem Jahre in Erez-Jisroel unter stärkster Beteiligung aller Bevölkerungskreise mit besonderer Inbrunst begangen. Alle Synagogen und die zahlreichen für den Feiertagsg’ttesdienst bereitgehaltenen Säle waren überfüllt. Die Zahl der Teilnehmer an den G’ttesdiensten übertraf die früherer Jahre um Tausende. Außerordentlich stark war die Beteiligung der vor kurzem in Palästina eingetroffenen deutschen. Juden und ihrer Angehörigen. Die Klägemauer wies einen Massenbesuch auf. Beamte der Distrikts Verwaltung überwachten hier die Ordnung, die, wie überall im ganzen Lande, musterhaft aufrechterhalten wurde, Die Zahl der Personen, die nach Jerusalem gekommen waren, wird auf etwa zehntausend geschätzt. Alle Züge und Ueberlandautobusse waren am Tage vor Rosch Hasehono voll besetzt. Die Autobüshauptlinie Tel-Awiw nach Jerusalem hatte einen Dauerverkehr mit Fahrtabständen von einer Minute zwischen den einzelnen Wagen eingerichtet. In Jerusalem waren׳-alle Hotels und Privathäuser überfüllt. Das Berliner Kabbinersemiriar. Die Eröffnung des Wintersemesters am Rabbinerseminar zu Berlin findet s, G. w. am Dienstag, den 24, d., statt, Gesuche um Aufnähme sind unter Beifügung des Lebenslaufes und der Zeugnisse über die Vorbildung und religiöse Lebensführung < an den derzeitigen Vorsitzenden, Dr. Moses Auerbach, Artilleriestraße 31, zu richten. | Allen Abonnenten, Inserenten und j | Freunden der ,,Jüdischen PresseH | | wünschen herzlichst e שמחת יום j die Redaktion n. Administration g TICfftJI EBEI I lw%ff ■»Mfil׳ AP16S, VlifJU»OllOd, fg m mm ttl ltiüti *Kiff Al i£ IT Skl22ert ttndköSteftVofäflöChlSge tittverBiftdliCft ffll. B-.8-T-B2 Edle Glaubensbrüder! Seit Jahrhunderte« ist das Zentralkomitee der vereinigten Gemeinden in Palästina, an deren Spitzejeweils die größten Männer Ständen, mit Erfolg bemtihL ünäifefi treue« und frommen Landes* und Gläübensbrttdem im Lande unserer Sehnsucht, in EreZ Jisroel, de« kärgliche« Unterhalt ihres bedürfnislösen Lebens SU beschaffen, dämit es denen ermöglicht sei, ein beschauliches, g-ttgefälliges Leben ZU führen. Schwerer denn je lastet der Druck der Zeit auf diesen Menschen in den heiligen Orten, die, abseits vom Getriebe des Lebens stehend, sich unentwegt unter den schwierigsten Verhältnissen in bewährter Treue und Liebe zum Lande unserer Väter halten. Für diese hat auch der wirtschaftliche Aufschwung in Palästina keine Erleieh« terung gebracht. ־׳ Die heiligen Tage gemahnen unser jüdisches Herz, unsere armen Brüder an unserer Festesfreude teilhaftig werden zu lassen, unsere Pflicht zu tun. Die ר׳ מאיר בעל הנם -Büchse ziert auch ihr jüdisches Haus! Wo sie fehlt, fordert eine an! Bewahret die Tradition des jüdischen Heimes! Die jüdische Frau beim Lichteranzünden, der jüdisehe Mann bei allen freudigen Anlässen, beim Gebete für die teuren Heimgegangenen denket an die im heiligen Lande Lebenden! Ihr ehrt damit das Andenken eurer Eltern, stützet die Armen, Siechen, Waisen und Witwen. Gebet und veranlasset eure Bekannten zu doppelter Hilfe. Dieser Tribut der Liebe und Dankbarkeit bildet das Fundament für den Wiederaufbau des neuen Palästina. Der Segen G-ttes wird in eurem Hause seinen Einzug halten! Mit brüderlichem Gruß Vereinigtes Zentralkomitee für Oesterreich des ״Kolel-Sch'omre-Hachomoth“. s Woche 3511 Woche — Fünf jüdische Arbeiter in einer großen Schuhfabrik'in Kiew wurden von den kommunistischen Parteibehörden aus g e s c hlo s s en, weil sie mit der religiösen Tradition nicht gebrochen haben. — In,Klein-M e s erit sch bei Rowne ist in der Synagoge ein Brand ausgebrochen, dem drei Sifre- Thor a s zum Opfer. fielen. Auf Anordnung des _ Ortsrabbiners wurde ein T aan\is - Zibbur abgehalten. — Zum Bürgermeister von Kapstadt wurde ein Jude, der im Jahre 1882 in Bialystok geborene Louis O radner,; Direktor der südafrikanischen Rundfunk- \ gesellschaft, gewählt. , Er ist der zweite .,Jude, der dieses . Amt bekleidet• . "'.,'־•'.: : ’י'׳' י׳ — In der Woche vom 14. zum 21. September sind in Haifa 2825 Personen, davon 1168 Einwanderer, 1800 : Touristen und 857 rückreisende Palästina-Einwohner, angekommen. Die überwiegende Mehrheit der Angekommenen wßren Juden. '! Nach der letztens veröffentlichten* Statistik, leben in H olland 111.9 01 J u den (darunter 5184 Sefardim), die 1,41 Prozent der Gesambevölkerung ausmachen. 57 Prozent der holländischen Juden wohnen in Amsterdam, wo sie 8,68 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen. — Der g riechis che Ministerpräsident Tsaldaris empfing in Saloniki eine jüdische Delegation unter Führung des Oberrabbiners Dr. Kor et z und unterhielt sich mit derselben in besonders freundlicher Weise!. Er erklärte, daß die griechische Regierung stets ihre Toleranz gegenüber den Juden, die zur Entwicklung] der nationalen Wirtschaft außerordentlich beitragen, bewiesen habe. — Der Präsident des Deutschen ■Reichskriegerbundes ״Ky ff häuser“, General a. D. von Horn, hat bekannt ge geben, daß Nichtarier den Kriegervereinen nicht mehr angehören dürfen. — in Warschau ist es am Jom -Kipur zu leichten Zusammenstößen zwischen religiösen Juden und Anhängern des sozialistischen J,Bund“ gekommen, die in provozierender Weise mit Zigarettenrauchen durch die jüdischen Straßen gingen. Einige ״Bundisten“ wurden leicht v e riet zt. . ׳ — In Berlin wurde ein ״Reichsbund jüdis eher Ertaubter und 8 c hw erh ö r ig e r“;gegründet, in dem die jüdischen Ertaubten und Schwerhörigen, deren Verbleiben in den allgemeinen Schwerhöngenvereinen nicht weiter möglich ist, zusammengefaßt werden sollen. Der Verband soll den Mitgliedern durch Beratung, Verschaffung von Ausbildungsmöglichkeiten und Organisierung sozialer Hilfe Freund und Führer sein. — Der deutsche Reichswirtschaftsminister Jiat einen Erlaß an den Industrie- und Handelstag gerichtet, in dem er gegen die Boykottiemng nichtarischer Firmen Stellung nimmt, weil diese zu erheblichen Störung e n des wirtschaftlichen Wiederaufbaues führen müßte. — Am 27. September wurde in Konsta nt za-die polnische Schiffslinie nach Palästina durch den -polnischen Gesandten Ar ciszewski feierlich e r ö f fn e. t. An der ersten Fahrt des 15,000-Tonnen-Dampfers ״Polonip“ nahmen 700 Passagiere teil, — In Amsterdam wrude eine ostjüdische Syn- . agogengemeinde gegründet. Ihr Führer ist Rabbi S. H a lpern, Die Gemeinde hat eine eigene .TalmudWhoraי Schule eröfnet und beabsichtigt, demnächst eine .Beth- J akob-S chule und eine J e 8 0 hi w a zu errichten. 'י—* Vom Genossenschaftsverband wurde den deuts chen Landwirt en jeder G es chä f t sverkehr mit Juden strenge untersagt, ln Göppingen (Deutschland) ׳hat der [Gemeinderat die Einsetzung einer M ar h i ha m m i $, beschlossen, um ״Os t juden“ vom Markt fer$zw« halten. ';""'•י'. ,■ -- Der preußische Kültusmihi^ter Ikut angeovdmt, daß die Gemhrmgmg «wr Anfertigung von liictitbildaufnqhmen nur nopJ^ari^Qken^Fr^sse* illustrationsfirmen erteilt werden darf. /r .1:/■;'■•׳ ■:׳ ..״■׳V'j■:׳'’•‘ ■ H, Grün, II., Tabor8träßc:8 b,i Tei., R-42-3T66, A.telier für feine Re1־rengaf<lerobe.

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