Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 21-22 (30.5.1933)
- Date
- 1933-05-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2629891-2630489-2630509--4460-2636634- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Mte 4 . Nr. 21/22 StefilteierungFremdrassiger in DettMiläM* . Aerzte Deutschlands tniftMmmmm toM^vMemmrdi pt> m/- veiiguth iffi Öe^täj 1ltfi^Ä!^as di^9t<MliäieWnf von Minderwertigen als 4iMi9if IWMIif wardaff soll, 2u den'Minderwertigen rechnet Dr. Veiiguth auch die F r e md rassi;geh. ln der Begrtfnduftg^' dieäes Änträgeb ־ heißt eil ״Die Ein* sidkerttäf frettdraisigeri Blutes m den tlrgahismus unseres Volkes Wölfen Wir nach MÖgüÖhkeit vermodern: 3 u d e ri, Neger, Möngöteh uhd dergieiehen Völker können also strafe frei Mit ihreÄ Willen sterilisiert werden, ganz gleich, ob sie gestittd 1§ind öder krank/‘‘ Schließlich wird der Vorschlag gemacht, Frethdrassigen den* Entschluß Zu einer Steriiisatiön durch eine Prämie zu erleichtern/. Nachahmenswerte Hilfsbereitschaft.; Für ein jüdisches Sanatorium in Warschau ...; Der Präsident der ,Warschauer Jüdischen Gemeinde, Elias Mazur, erhielt vom Zuckerindustriellen Stern* f e 1 d die Verständigung, daß er der Gemeinde 7 .Morgen Wald Spenden Will, ätif denen ein Sanatorium für jüdisch! Kinder errichtet werden soll. Der Böden entspricht v einem Werte von mehr als ‘80.000 ׳ Zloty.';.Weitere. 3 Morgen her ,absichtige er ' ebenfalls; für diesen Zweck zu * widmen, jedoch wolle er vorerst mit dem Besitzer des zwischen ' den; beiden,ArealeÜp^hidlicl^^Bpdens^wegen; dnes . Tausches dieser 3 Morgenv^Mndmn(fBer JÖesItzef ’des an dieses Areal grenzenden Bodens, Herr S p i n ak, lehnte ,״nun ,einen;Boderitausch ab ,.und erklärte,, daß er.,eben*/ f a 11 s für ,diesen ׳, wohltätigen Zweck 3 Morgen Böden spenden will. Der Zuckerindustrielle ’Sternfeld ließ ״ jetzt ^;dj^m^^äsiöenten.Mazur. die..Mitteiltmg. zukommen, ■daß. er V|tÄ־^ jöe^^h^fen WÖÄungwpn 3:;Mö^mB0de1i ל־den'.I,Gegenwert/\n,B a r e m;.geben Werde. Die Gemejinde / hat;bereits beschlössen, mit dein Bäu des Sanatoriums in 'der allernächsten Zeit zu beginnen. ,; >>; . . . und für die Labliner Weltjeschiwoh. Das Gebäude ״Jeschlw^MlÄe?fÄin״ i&i, findet sich bekan&tlich in einem von Gärte«( umgebenen Stadtviertel Lublins find die desehiWöh selbst besitz! eiben ziemlich großen Garten. Die Jesehiw0h4Leitung hatte.nun beschlossen, den Gärten zum Frühjahr in Ordnung zu bringen und eine Reihr von notwendigen Neupflaniungeb vornehmen zu lassen. Zu diesem Behufe hatte die: Leitung .sich mit der in der Nähe Lublins befindlichen großen gräflichen Gutsverwaltuüg und Baumschule in Verbindung gesetztmnd ein Offert für die Wmzunehmendett Gärtner* arbeiten eingehoit., J2ur;Ueberraschüng der , Jeschiwo/ Leitung langte nach einigen Tagen statt des Offertes ein Schreiben ein, daß die Inhaberin der gräflichen Wirtschaft* Gräfin Roland, bereit ist, die 12.0ÖÖ Bäumpflanzungen zu liefern und die notwendigen Gärtnerarbeiten vornehmen zu lassen, und zwar ohne jede Bezahlung. Die Gräfin schreibt, daß die׳ JeSchiWb' bei den polnischen Bürgern christlichen Glaubens hohes Ansehen Und be* sondere Wertschätzung genießt und daß es ihr eine'Freude ,‘bereite,* einmal in die •Lage׳ zu kommen, für die jüdische Hochschule etwas leisten Zu können. Die Gräfin hat hierauf persönlich die JeSchiwobesucht •und die Anordnungen für die Vörzunehmenden Arbeiten erteilt. Schob' am nächsten Tag erschienen die Fuhrwerke der gräflichen Wirtschaft mit den jungen Baumpflanzen und; die Gärtner richteten den Jeschi'wo*G0rtltf' iü tageiänger Arbeit besonders Schön her.' , :■■ /׳.;.•'/ '־' ,'־־ .׳;' . " .-‘;7;77 .־ ׳;/'// i Die hochherzige Gräfin hat durch die Tat bewiesen(' daß trotz der immer mehr um sich greifenden antisemitisehen. Strömungen sich christliche Bürger finden, die den; Juden Freundschaft und ״Sympathie entgegenbringen. Aber aüch für manche * unserer jüdischen Brüder dürften־ diese Begebenheit lind die־ Meldung von der SanatoriUm-Spende in Warschau-nachahmenswerte Beispiele von Opferfreudigkeit und Hilfsbereitschaft .bilden. \ ..... י An unsere Leser '.'""''׳'ז'"■': und Freunde! s Dia katastrophale Wirtschaftslage, die im* sere Zeit beherrscht und die sich auf die örtho* doxen Juden in verstärktem Mäße auswirkt, droht die jüdischen klälMnstittitiöhen ztr״erdrücken. Aüch die ״Jüdische Presse״ blieb nicht verschont, »er Arbeitsgemeinschaft, die vor äeht Monaten die ״JüdischePresse״ übernommen hat, ist es trotzdem gelungen, die ״Jüdische Presse״ auszugestalten und inhaltlich zu verbessern. Pie Arbeitsgemeinschaft ist auch ferner* hin bestrebt, die'״Jüdische Presse״ weiter ans■;, zubauen, .sieht sich aber nun durch die an* günstigen Verhältnisse gezwungen, an die Leser and Freunde der ״Jüdischen Presse“ zu appei* lieren, ihr durch tatkräftige Unterstützung die Fortführung des Werkes zu ermöglichen. Es werden keine Opfer an Geld verlangt. Jeder bringe einen neuen Abonnenten, und der Bestand der ״Jüdischen Presse‘1 ist gesichert. Orthodoxe : . Juden! Agudisten! S i c h er td e n Bestand Eurer Zeitung, die Eure Interessen vertritt! Werbet jeder mindestens einen neuen Abonnenten! ' ARBEITSGEMEINSCHAFT ״JÜDISCHE PRESSE“. Die ״große Abrechnung“. Ein bißchen Schwuoslernen. Von S. Schachnowitz. : ' ־־ ' ־ ' : ׳ ’ ■ ' - ־ Auch viele Misnagdim waren dieses Jahr am Schwuosfeste bei Rabbi Nachman in Brazläw. Es war verlautbart worden, daß sich' dieses Mal der Rebbe um die Mitternachtsstunde, dem starken Drängen der Freunde nachgebend, einmal d e u t H c h über die Gegner, die Misnagdim und ihre Rabbiner, aussprechen wird. Man wollte doch hören, was aus dem heiligen Munde, der über diese Dinge stets geschwiegen und alle Anfeindungen ruhig hinnahm, kommen werde. Ließ sich der heilige Mann zu einem harten Worte,*, einer; Verwünschung־ hinreißen,• dann wehe den Misnagdim und •ihren im gelehrten Dünkel verblendeten Führern, -so sagten die Chassidim, halb ängstlich, halb schadenfroh, über die bevorstehende Abrechnung. Die Misnagdim lachten — und fürchteten ein wenig. . : . . ■׳׳ יי.:/V ג;:•'• י'-:'• .;׳־ .;••;• ’ Es kam die ׳geheimnisvolle"־Nacht,. Die Tafel hatte lange gedauert. Dann begann das Schwuoslernen im weiten Beshamidrasch, in• dem nur wenige •Lichter geisterten. Der, Rabbi saß in Weiß gehüllt in engelhafter Reine und Erhabenheit, den־ breiten goldgestickten Gurt um den Leib, den riesigen gelben Zobelstreimel auf dem gewaltigen ,Kopfe. Der Bart wallte breit und• dicht und yor der Zeit grau bis zur Brust. Der Rabbi las Wort für Wort aus dem Tikun, langsam, bedächtig, als legte er all.. die Geheimnisse der , heiligen Buchstaben und Worte in Ton und Melodie.. Oft blieb er bei einem Wort , einen Augenblick stehen als suchte er aus den verschlungenen Straßen, die sich ihm und :׳nur ihm hinter׳ dem ,Worte ' erschlossen, herauszukommen. Die Chassidim lauschten gespannt, gebannt, andachtsvoll mit der Seele verstehend und mitgehend. Die nicht zum ״Anhang“ gehörten, warteten ruhig kühl, etwas skeptisch, .: warteten auf den Donner, der bald aus der Schwüle erdröhnen,; auf die Blitze,; die. aus der Wolke ',aufך leuchten müßten. : ' /;; Wie der Zaddik mit den kleinen Abschnitten der Thora zu Ende war, machte er eine Pause und fing zu reden an: ■ " ' ■׳ :.־ ״;־Und die, Sachen liegen klar und wahr, eingehend in jedes Gemüt. ... Es gibt mancherlei Wege, die zu G-tt führen. E r aber, der Heilige, gelobt sei Er, kennt und liebt sie alle. Es gibt G-ttesdiener, in deren Herzen eine Glut lodert, die Funken und Strahlen nach außen schickt,־ so das die.'Hülle in all ihren Teilen in Erschütterung gerät,, alle Gliedmaßen im Wirbeltanz jagen. Denn wisset: Es gibt neben dem Gesang der Seele auch eine Harmonie des Körper«,, die sich in Rennen, Schreien,• Tanzen und Klatschen äußert. ״All meine Gebeine sprechen; wer ist Wie Du -0 G-tt!*’*.־ Alle Glieder und Teile kommen in Bewegung, und die gleich bewegten Menschen reichen sich die Hände zu einem Reigen. Aber die Musik für diesen Tanz macht die Seele, sie schlägt den Takt. Wer diese nicht versteht, gleicht einem Menschen, der stocktaub ist ünd eine Kapelle sieht, *die zum Tanze aufspielt. Er sieht die Handbewegun'gen der Spieileute, die Körperverdrehun-: gen der Tanzenden und hält alles für wahnsinniges Getue, — weil er mit seinen tauben Ohren den Gleichtakt der Musik nicht hört. Wem Ohr und Sinn für das Feuer in uns fehlt, der wird unä nie verstehen, — —-,: י ״Aber", fuhr der Rabbi fort, ״es gibt noch einen anderen Weg, G-tt zu suchen ünd zu finden, es ist der Weg der abgeklärten Ruhe, der stillen Ergriffenheit. In fieser Stille kann sich alles ausdrücken, was der Mund mit Worten und der Körper mit 'Bewegungen nie zu sagen vermögen. In solcher Stunde stiller Hingäbe kann der Mensch zutiefst und zuinnerst begreifen und empfinden, ׳ daß er G-ttes ein Teil ist, und daß das, was zwischen ihm und seinem Schöpfer liegt, nichts mit Raum, Körper und Zeit gemein hat, Die kochende Seele kann ebenso in wallendem, schlagendem Gewände mit fliegenden Schößen däherstürmen, wie im enganliegenden Kleide geruhig und feierlich daherschreiten, Wir können zu G-tt aufschreien wie die brausenden Wellen, der Wind, der durch die Bäume saust, und der Vögeln der im Fliegen singt, aber; auch in der erhabenen Ruhe . der;Bäume und Blumen in Feld und Waid des blauen Horizontes; über uns und der Himmelskörper die, ewigen Gesetzen folgend, gemessen ihre Bahn durch- .׳sö^eiten,׳. :׳:;;.;7׳. /׳״׳ ׳:׳ 3 7 ־ Nach Beendigung der Propheten holte; der Zaddik upd sprach*/ y\;.V' f7..: ■...'׳ ״Zwei Gärtner, die ihre Kunst verstanden und des Königs yerlrauen besaßen, waren^daran, jeder auf seine Art, :den; königlichen. Palast;ausznscbmüQk?n• Pie,dabeistehenden־ Oiener verstanden aber nicht.׳ die Verschiedenheit־ ihres• Tuns und stritten heiß ■darüber,, wer es-yop, beiden besser ■mache. Mit diesem Gezanke .störten 9ie.;nurd1e Arbeit: der־;Künstler, drängten sich, dagmschen und .hmderr, ten die Zusammenarbeit, Bis der König selbst kam und Grabsteinfunde in Wien. UeberrascheUdes Untersuchugsergebnis. — •Die •. ältesten bisher gefundenen jüdischen Grabsteine (1120). 7״ Am Mittwoch und' Donnerstag vergangener Woche wurden in dem zwischen dem Universitätsplatz und der Postgasse gelegenen Teil der Bäckerstraße — es ist jener Teil, der von ״den Schwibbogen der alten Uni*; versität überbrückt ist’ **-, bei den Arbeiten zu einer Kanallegung/ in vier Meter, Tiefe, zwei alte jüdische G r a b.s t e i-n e g,e f linken,. ״Wir bringen die beiden Grabsteine hier im Bilde. des jetzigen Jahrtausends, stammen, weil die Stadtmauer, -die .an־ dieser. Stelle stand, schon viel früher errichtet •wurde. Nach der. jüdischen Zahlenrechnung kann andererseits vor dem •ת. , das den höchsten Zahlenwert hat, nur dann ein Buchstabe mit geringerem Zahlenwert stehen, wenn;, sich aus .der Buchstabenfoige ein Wort mit einer bestimmteh Bedeutung ergibt. Ein solches Wort läßt sich aber in diesem Falle nicht rekonstruieren. Es muß daher : ״ Diq beiden gefundenen Grabsteine *Rechts derjenige, auf den sich die Altersuntersuchung; stützt. (RIiotQ.: Israel Türkl.) ׳־.. .י.׳•-■ ■■■.־־■ ,׳■ יו־• ׳ : . . . ■ ד.;:7 '■ angenommen werden, daß vor dem *ח• ebenfalls ein •n. gestanden hat, daß also der Grabstein aus dem Jahre חת׳פ des vorigen jüdischen. Jahrtausends (4880) stammt, was dem Jahre 1120 der üblichen Zeitrechnung entspricht. Links neben der Jahreszahl dürfte das übliche Wort לפרט gestanden haben. ■ - . ׳ Der älteste jüdische Friedhof in Wien befand sich bekanntlich auf dem Albrechtsplatz, dort wo heute das Goethedenkmal steht. Anläßlich der Judenvertreibung aus dem Jahre 1420 dürfte nun dieser Friedhof verwüstet und die Steine für; Bauzwecke verwendet worden sein. So'sind auch schon in den letzten Jahren an mehreren Stellen,.—jin der Hofburg und am Hohen Markt — alte Grabsteine gefunden worden. ־ Ist das hier dargelegte Ergebnis meiner Untersuchung — so sagte Dr. Wachstein — richtig, was ich allerdings noch nicht mit absoluter Sicherheit behaupten möchte,, dann wäre damit der Nachweis erbracht, daß es ■ schon gegen Ende des 11. Jahrhunderts eine jüdische Gemeinschaft in Wien gab, während die bisherigen historisehen Untersuchungen eine jüdische; Gemeinschaft in Wien erst gegen das Ende des 12. Jahrhunderts nachweisen konnten. i Wir haben uns sofort, nach dem Bekanntwerden an den bekannten Altertumsforscher, Reg.-Rat Dr. Wach-1 s t q,i n. gewendet, dem die Untersuchung der beiden' Grabsteine übertragen wurde. I)r. Wachstein.hatte die Liebens- Würdigkeit, uns folgendes mitzuteilen: Die Untersuchung des einen Grabsteines (im Bilde־ rechts) hat ein ü b e r.r a,s c h e.n d e s Er geh n i s gezeitigt. Es-scheint,• daß.man es hier mit dem ä 11 e sten ’ jüdischen Grabstei,m zu tun hat, der überhaupt bis jetzt gefunden wurde. ־־ — 7״. - . Aus den Ergebnissen :meiner Untersuchung ziehe ich den Schluß, daß dieser Grabstein aus dem Jahre 1120 datiert, Also mehr al<p ,80 0 Jahre alt ist. Zu diesem Schluß — so sagt Dr. Wachstem — bin ich auf folgende Weise gekommen:. Wir finden auf dem Grabstein vor der üblichen.Schlußformel וחנצב־ה die zwei Buchstaben ודם. Rechts und links;von diesen beiden Buchstaben sind nür Teile von Buchstaben sichtlich, die sich nicht einwandfrei entziffern lassen. Diese beiden Buchstaben 7 können aber.jedenfalls nur die Jahreszahl darstellen. Bei den Grabungen wurde nun festgestellt, daß sich an dieser Stelle ehemals das Fundament der Stadtmauer befand. Der Grabstein kann somit unmöglich aus dem Jahre 1720) ת*ם) Schildermaler Cohen XX, Wallensteinstraße 64, Tel Ä-46-8-46 Orth. Ferienheim in Grado. Einem schon lange gefühlten Mangel eines orthodox jüdischen Ferienheimes in Grado, dem wunderschönen Seebad an der italienischen Adria, ist nun Abhilfe, geschaffen. Am 1׳. Juli beabsichtigt — wie wir erfahren—• die Frau eines bekannten Wiener Schuldirektors,־ ein Ferienheim in Grado für Kinder von 6 bis 14 Jahren zu eröffnen► Nähere Auskünfte erteilt Frau Irma Neuwirth, II., Zwerggasse 5, Tel. A-42-8-86. In Spital am Semmering eröffnet am 18. Juni Frau Lola. S c h if f ein Ferienheim, für das ihr ein g r o ß e s, gerä.umiges Herrschaftshaus (nicht 6 Räume, wie es durch einen Druckfehler in dem Inserat Tn Nr. 19 unserer Zeitung hieß) zur Verfügung steht. . In Sauerbrunn, im herrlich gelegenen Kurort des Burgenlandes, eröffnet• Herr Geza. Lazar eine Restauration und Selchwarenverkauf. Die Selchwaren werden von der. bestrenommierten Fabrik J. Eisen (früher Eisen & Hönigsber) bezogen. . die Zankenden ärgerlich verwies: ״Was• und wie sie es machen, es ׳ geschieht * ja zu meinen Ehren. Warum stört, ihr sie durch euren leidigeü• Streit an der Arbeit?“ .; Und als der Rabbi‘ auch mit den Büchern der, ״Schriften“ fertig war, erzählte; er: ״Da hatte ein großer König aus Fleisch und Blut einen gar lieblichen Garten voll der köstlichsten Blumen; und Früphte mitten in äer ‘Wüste. Um diesen Garten vor Räubern und' wilden1 TierenJ zu schützen, stellte er mehrere:: Wächter an, die in bestimmten Abständen von einander entfernt, standen und sich ■ alle Stunden gegenseitig ein ] Zeichen zu geben hatten,;Der eine rief,י der andere;; gab; den Ruf weiter,' der dritte erwiderte das Signal und so! weiter, bis der Ruf an den ersten Wächter zufttckgelangte.; Die Diebe, die es von der Ferne hörtep, sagten; ״Seht; doch, die Wächter ,sind in §,treit geraten, sie schreien sich > nn und hadern miteinander* statt den Garten zu .böten, so 7 wollen wir doch jetzt in den Garten eindringen/‘ Aber ibre 1 Hcffnung wnr getäuscht, sie fänden die Wächter einig; und geschlossen auf ihrem Posten,“ **-ל * ־ Bei diesen Worten senkte der Zaddik seine Stimme 5; ״Wehe äem Garten/i wenn einer der Wächter die : Sprache des andern nicht”^er|tände und ins;L^öre־ hinein■’ ־. riefe/;,^(Wächter, •wig ■;•btBbSW'Ä^der WacbUT^^rr-/•*--י• f Man;hätte Schön die Söharteile gesagträis der Rabbi bedeutsam upd mit starkem Nachdruck das Gleichnis; wieder auf nahm; ׳ :7־;'/׳■ " .;/■־־//’;/ל:v/,;■ ׳.׳־יי ^ibt zweierlei/Wä^hter^ ^hen. jolahen, d?r beim . Eindringen ^des Diebes Lärnir schiägt unci ihn damit, verscheucht, womit der Wächter zeigt, daß ec die Angst nicht überwunden hat und auf seine Waffe nicht vertraut. Es gibt aber h e 1 d e n müti g e Wächter, die den Dieb erst einiässen, sich dann aber auf ihn stürzen, ihn festnehmen und dem Gerichte ausliefern. Wer ängstlich mit Wehegeschrei den Satan:’schon vor dem Tore verscheuchen zu müssen; glaubt, ist zu loben. Als Helden sind aber erst recht diejenigen zu preisen, die Satan, nachdem er eingedruhgenristi; packen und;Hm in, den Dienst ider böheren G*t|essiäQhe'zwingen.‘r־, v / ל [ , '.;vPiese; 3V0N;». :zieitän; offenbar hilf einen bekannten gfoßcn^Rabbiner bin,;der, zu den Gegbern5der Gbässidimrabbi gehörend, bei den Chassidim als; etwas weltlich verschrien un4 verpönt, war/; Und" nachdem auch das 'Stück aus . dem ״Sefer Jezirah'.‘ gelesen und im Beshamidrasch schon ein breiter Silberstreifen des. jungen Festmorgens eingedrungen war, schloß der Rabbi seine ״große Abrechnung“; ״Ihr .wißt ,es alle, daß Thora und Jisroel eins sind. Heil denen, die ihrem G-tte• sich hinauf arbeiten mit den Schwingen der ״T h 0 r ä“, aber nicht minder groß sind die anderen, die den Weg zu G-tt über ״Jisroel“ finden,,"7;'"- ־■־־:■ ׳..״■-. ־״ ־■A־•■■- :־'׳־■'־;־ ־ ’ ־ - ל ־' ־V'׳ ' ••׳־.׳' י־ ‘*״',• .• Als die Misnafdim nach dem Feste diese heiligen Worte nach־ Wilna in das Lehrhaus, wo das Erbe des Wilnäer Gäön gehütet ward, überbraebten, dachte man über jedes einzelne Wort des Zaddik ׳ ernstlich und ein״ ׳■gähendmach,׳׳•;7/..■"׳'׳< ל•"־■?■•/;־■;://;'־,,די/ ■■׳; Damals war: der Friede zwischen Chassidim und Misnagdim in die ersten Wege geleitet,7