Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 21-22 (30.5.1933)
- Date
- 1933-05-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr.21/22 JttmSCHEPRESSE •Sdte-d Der '־^ie-; Lage m Diiitseliland• Wie bekannt, haben eine Reihe jüdischer Organisatfonen in Europa und Amerika Petitlonen an den V ö I k e r b u:n d überreicht, in denen sie :über die von, der, deutschen Reichsregierung. geübte Bedrückung der 4uden in' Deutschland Beschwerde führen. Die Petitionen stützen sich *insbesondere a*üf׳ Artikel 72 'dfeS poinisch-deutschen Abkommens betreffend - O be rs c h 1 e s i e n und .:beziehen sich, auf die Zurücksetzung der Juden in Oberschlesien. Eine, weitere Petition auf, .Grund ' Von Artikel 147. des deutsch-polnischen Abkommens wurde dem Vöikcrbtind-Sekretariat durch einen jüdischen . Einwohner Oberschlesiens, ־׳den kaufmännischen Auge'־! stellten Franz Bernhei m, unterbreitet. Den Petitionen ist. die Bitte um dring 11 che Behandlung beigefügt. Obwohl diese Petitionen sich'ausdrücklich auf den Wir*־ Utihgsbereich der deutsch-polnischen Konvention stellen und ihre Begehren mir für das Gebiet voll Obersählesieii formulieren, ist kaum daran zu zweifeln, daß bei ihrer Behandlung im yölkerbundrat die gesamte derzeitige Judenfrage in Deutschland zur Diskussion gelangen wird; DaS kann man auch daraus schließen, daß in einer weiteren' bekanntgewordenen Petition, die Von den» polnisehen Klub jüdischer Abgeordneter stammt, auf eine Note der deutschen. Beichsregierung. vom ,29., Mai 1919 an die Friedenskonferenz hingewiesen wird, in der ausdrücklich erklärt wird, daß Deutschland entschlossen Sei,, die Minderheiten ‘ auf seinem-Gebiet nach׳ den gleichen Grundsätzen" zu•‘ behandeln, welche es für die deutschen Minderheiten in anderen Staaten vef-;langt habe. . ' , . . Der Generalsekretär des Völkerbundes hat den Petitionen, die sich auf das erwähnte polnisch-deutsche Abkommen betreffend'Oberschlesien stützen, die Dring- I i c li k e ft zu e rk an n t. Demzufolge sollten diese Petitionen auf Grund der fiir solche, Fälle vorgesehenen Bestimmungen im Verlauf der am. Montag, den 22. Mai, begonnenen Session des Völkerbundrates behandelt wer־!־ den. Die Behandlung sollte ursprünglich am Mittwoch, den 24. Mai, stattfinden, wurde dann auf Donnerstag verschoben und sollte endgültig am Freitag, den 26. Mai, vorgenommen werden, nachdem die deutsche Delegation sich entschlossen hat, ihre' prinzipiellen Einwände gegen die Zulässigkeit der Petitionen zurückzuziehen. Die deutsche Delegation hat dieses Zugeständnis. angeblich unter der Bedingung gemacht, daß die am Freitag abzuhaltende Beratung nicht öffentlieh sein soll und daß eine öffentliche Verhandlung über diese Frage nicht vor Samstag stattfinde. Wie nun aus Genf gemeldet wird, ist die deutsche Delegation nach wie vor bemüht, die Behandlung der Petition Bernheims überhaupt nicht in öffentlicher Sitzung, sondern vertraulich vorzunehmen. Verhandlungen darüber haben Donnerstag nachts und Freitag zwischen der deutschen Delegation und dem irländischen Berichterstatter, Laster, stattgefunden, über deren Resultat hei Kedaktionsschluß noch kein Bericht vorliegt. Die Behänditthg der Peitioiien verschiebt sich jedenfalls durch diese Verhandlungen und kann frühestens am Montag stattfindet».' Obwohl nunmehr feststehf, daß die Frage der Zuriieksetzüng der Juden in Deutschland vom Völkerbundrat behandelt werden wird — das mit dem Studium der Petitionen der jüdischen Organisationen befaßte Dreier-, komitee war entschlossen, den Gegenstand selbst dann zur Sprüche zu bringen, wenn der Völkerbundrat der Beschwerde Bernhelms die Legitimation abgesprochen hätte —, zweifelt man in diplomatischen Kreisen daran, daß bei den Beratungen die deutsche ^udenfrage in ihrem gahzeit Umfang aufgeroilt werden wird. Es bestehen An- Zeichen dafür, daß diese Frage noch vor ihrer Beratung zum Gegenstand politischer Kpmpensationsverhandlungen gemacht wurde. In diesem Lichte gesehen, gewinnt die mit-Unterstützung, der englischen Delegation zustandegekommene eintägige Verschiebung eine größere Bedeutung als es zunächst den Anschein erweckte. Es besteht nämlich die Möglichkeit, daß der englische Außenminister Sir John Simon und der französische Außenminister Paul-Bo 11 cour schon früher aus Genf abreisen und in diesem Falle würde die Erörterung der Judenfrage vor dem Völkerbundrat in einem politisch wesentlich weniger bedeutsamen Rahmen erfolgen. ״Journal des N a t i o n 8“ veröffentlicht einen Artikel, in dem an die Weltmächte der Appell gerichtet wird, nicht dadurch ein Verbrechen am Geist der Humanität zu begehen, daß das Schicksal von tausenden Juden zur Erlangung von Kon- Zessionen auf anderen Gebieten geopfert wird. - Das nationalsozialistische Organ in Berlin, der ״A ngriff“, nimmt in einem unter dem Titel ״Juda ruft den Völkerbund an“ veröffentlichten Bericht über die jüdisehen Petitionen Stellung, und schreibt: ״ . . . .Juda - dürfte jedoch, die •Rechnung ohne den Wirt gemacht haben. Es ist eine innenpolitische deutsche Angelegenheit, in die sich niemand auf der Welt einzumischen hat, auch nicht der Völkerbund.“ Man darf jedenfalls mit dem größten Interesse dem weiteren Verlauf der .Dinge entgegensehen. Wird der Völkerbund in der Lage sein, die Judenfrage in Deutschland wenigstens zu klären? Inzwischen brachten die Zeitungen die Meldung, daß die deutsche' Delegation dem amerikanischen Vertreter Norman Davis gewisse Zusagen gemacht hätte, die Juden als nationale Minderheit anzuerkennen und ihnen als- Minderheit politische und bürgerliche Rechte zuzwgeStehen, Norman Davis hat jedoch den Vertretern •'der Presse gegenüber ׳erklärt, daß diese Meldung Vollkommen aus d e r L ul t g e g r i f f e n sei; unddaß die deutsche Delegation ihm weder diese noch ähnliche Zusagen :gemacht habe. 'Die Meldung scheint somit von deutscher Seite lanciert worden zu sein, um eine Entspannung in der ganzen Frage herbeizüführen. Aus der Ägudas־ Jisroel. Sitzung des Wiener G. A. der Aguda. Am vergangenen Montag fand in Wien in der Wohnung;des Mitgliedes des G. A. und Obmannes der Wiener Ortsgruppe der Agudas Jisroel, Herrn Wolf Pappenheim, eine Sitzung der in Wien wohnhaften Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses statt, an der auch ein Vertreter des Frankfurter G. A., Herr Leo Wreschner, teilnahm. Die Sitzung beschäftigte sich vornehmlich mit Erez-jisroel-Fragen und mit der Organisierung der Hilfeleistung für die deutschen Juden. Es wurden verschiedene Beschlüsse gefaßt, die jedoch erst von dem gesamten״ G. A. ,angenommen werden, müssen, bevor sie durchgeführt werden' könnkri. . . Harry Goodman beim polnischen:' Außenminister. Das Mitglied der politischen Exekutive der Ägudas Jisroel, Harry Goodman, London, weilte vergangene Woche in Warschau und wurde gemeinsam mit dem agudistischen Deputierten Minzberg vom A u ß e nminister in Audienz empfangen. Goodman gab dem Dank der Judenheit an die polnische .Regierung Ausdruck, für ihre wiederholten Interventionen zugunsten bedrückter Juden in Deutschland und Danzig; Die regier un gslreu n d 1 i c h e P o I i t i k, die die polnisehe Aguda seit jeher verfolgt, erweist sich, in Anbetracht der Stellung der Regierung den Juden gegenüber als die einzig richtige. Der politische Vertreter der Agudas Jisroel gab der Hoffnung Ausdrück, daß die Regierung den jüdisehen Bürgern auch in wirtschaftlichor Hinsicht, ebenso wie in p oli ti scher Beziehung, entgegenkommen werde. Der Minister erklärte, daß die Regierung sich verpflichtet fühle, für diebedrückten jüdi sehen Mi t b ü r g e r e i n z utr eten, weil sie keinen Unterschied ln Rasse und Religion mache und weil alle Staatsbürger G1 eichberechtigung genießen. Ihm persönlich sei der A n t i s e m i t i s m u s 11 n b eg r e i f I i c h. Er verabscheue ihn als m i 11 0.1 alte rliehe Barbarei. Die polnischen Juden sind mit der Geschichte des polnischen Volkes durch Jahrhunderte verbunden und bleiben es auch weiterhin durch ihre staats•' bürgerlichen Rechte und Pflichten. Der Minister erklärte sodann, es freue ihn, daß die Aguda die Berechtigung ihrer regierungsfreundlichen Politik erkenne. Herr Goodman konferierte mit dem Minister noch über einige Vorschläge der Agudah in bezug auf allgemeine jüdische Fragen, wie z. B. über eine Erleichterung der schwierigen Lage der Besitzer von N a ns e n־- P ä s se n, über die Möglichkeit einer landwirtschaftlichen Kolonisation von polnischen, Juden i״ gewissen Gegenden Frankreichs; und über die landwirtschaftliche Ausbildung junger Juden aus Deutschland auf polnischem Boden, Der Minister versprach, für die gün* stige Erledigung der vor gebrachten Wünscho einzutreten. Graf Josef Potocki stattete dem Vertreter der Agudas Jisroel, Herrn Goodman, vor seiner Abreise namens des Außenministeriums im Hotel einen Besuch ab. Landeskonferenz der agudistischen Jugend Qusterreiohs. Die Exekutive des Landesverbandes jüdischer Jugendvereimgungeu Oesterreichs in der Agudas Jisroel bat den diesjährigen Delegiertentag für S0nntag» den 18. Juni (14. Siwan)» nach Baden bei Wien einberufen. ׳ Wenn am 18. Juni .die Vertrauensmänner der agudistischen Jugend Oesterreichs sich zu ernsten Beratungen versammeln werden, dann werden gewiß ־ die E r e i gn i 3 s e in De u t s c hl an d, das traurige Schicksal unserer deutschen Gläubehsbrüder ihren Verhandlungen den Stempel aufdrücken. Die orthodoxe Jugend wird es allen, die hören wollen, laut und vernehmlich sagen, welche Lehren wir Agüdisten' aus den deutschen Ereignissen ziehen. Unsere Parole lautet; ״Zurück züm wahren, unverfälschten Judentum! Von diesem Standpunkt aus wird die orthodoxe Jugend auch zu den aktuellen Tagesfragen hier in Oesterreich Stellung nehmen müssen. Ein Großteil der Beratungen wird der Erez- Jisröel-Frage gehören. In ausführlicher Weise wird über diese Herzenssache unserer Jugend gesprochen werden und es ist selbstverständlich, daß hauptsächlich ‘ über praktische Arbeit, Hachschoroh, Einwanderung^- möglichkeit usw. diskutiert werden wird. Außerdem stehen eine Reihe organisatorischer und propagandistischer Fragen zur Behandlung. Die Leitung des Landesverbandes erwartet, daß die religiöse Jugend in Massen an dieser Tagung teilnehmen und so diese Konferenz zu einer grandiosen Kundgebung für Agudas Jisroel und ihre Führer gestalten wird. Mögen aber auch unsere Führer den Beratungen und Wünschen der. Jugend Gehör schenken. Berl Lewinter. Landeskonferenz der Agudas Jisroel’ in Rumänien. Gründung neuer Aguda-Grnppen. Wir haben bereits gemeldet, daß am 10. Siwan in Großwardein die Landeskonferenz der rumänischen Agudas Jisroel stattfindet. Die Konferenz wird die Probleme der Orthodoxie in Rumänien zu beraten und zu lösen haben. Der R a b b i n i s c h e Rat für Rumänien (״Waad Moezes horabonim“) soll konstituiert werden, der als höchste Instanz der rumänischen Agudas Jisroel zu allen die Orthodoxie' betreffenden Fragen Stellung zu nehmen haben wird. " Es soll dadurch eine einheitliche Stellungnähme der •gesamten Orthodoxie erzielt werden. Die Konferenz wird sich ferner mit der Erez - J i sr o el - Frage beschäftigen, Die von den einzelnen Gruppen geschaffenen ״M ach n e - 01 i m“ für die landwirtschaft-׳' liehe Ausbildung, müssen schon aus rationellen Gründen gemeinsam arbeiten. Die Sammeltätigkeit für den Keren-Hajischuw soll auf eine breitere Basis gestellt werden. Der englischen Regierung muß klargelegt werden, daß es eine Ungerechtigkeit ist, der zionistischen Jewish Agency das Monopol für Einwanderungszertifikate einzuräumen und die orthodoxen Juden, die Vertreter des historischen Judentums, von der Einwanderung auszuschließen. Es wird ferner über die Arbeit für S chmivas Schabbos beraten werden. Jede einzelne Gruppe muß eine Kommission ins Leben rufen, die die Vermittlung sahbatfreter Stellen besorgen soll. Die Konferenz wird sich weiters mit Fragen des .0 h i n u ch und der Organisierung des K e r e n H ä t h o r a beschäftigen. Es soll ein eigenes . agudistisches Presseorgan gegründet werden und. die Landeskonferenz, soll die Vorbedingungen hiezu sehaffen. Schließlich werden die Fragen der Organisation und der Landeszentrale beraten werden, Der Geschäftsführende Ausschuß, der Agudas Jisroel wird hei der Konferenz durch die Herren: Direktor Dr. Leo Deutsohiänder und Redakteur Schabse s c b Ö n f e 1 d vertreten sein, die inj Anschluß an diese Tagung eine Propagandareise durch Zimmermaler, Künstler triff einigen hundert Anerkennungsschreiben, malt Zimmer, und Rüche, gasfest, um 50 Schilling modeln, hygienisch, rein.;*־. i-ünf Jahre Garantie ... Sdiotiy, III«/ Marxcrgasse 43/ Lokal Rumänien und Galizien unternehmen. Es ist zu hoffen», daß die Konferenz einen Auftakt zu einem Aufblühen der rumänischen Orthodoxie bilden wird. Dank der Tätigkeit der Großwardeiner Aguda sind in letzter Zeit in verschiedenen Orten neue Gruppen gegründet Wörden. So erschienen vergangenen* Sonntag über Einladung des Oberrabbiners J. Rosner die Herren Eugen. Feldmann, L, Frledmann und M. Engelstein in Szekelyhid und hielten vor der fäst vollzählig Vefsammelten Ger meinde Referate Über Agudas jisroel. Ueber Vorschlag des Öberrabbiners wurde eine Ortsgruppe der Agudas Jisroel gegründet, der zahlreiche‘Gemeindemitglieder bei: traten. Agiidistische Hachschoroh-Gruppe an der holländischdeutschen Grenze. Die holländische Aguda-Örganisatiön entfaltet in letzter Zeit eine lebhafte Tätigkeit für den zum Aufbau von Erez Jisroel auf der Grundlage ,der Thora und der jüdischen Tradition bestimmten Keren Hajischuw. In Enschede (Provinz Overijsel) in der Nähe der deutschen Grenze wurde dieser Tage eine agudistische Hachschoroh- Stelle eröffnet, in der zunächst zwölf junge Juden aus Deutschland zwecks landwirtschaftlicher Ausbildung für Erez Jisroel untergebracht würden. 7 ' . ßeth-Jakob-Sommerkurse. Von der Wiener Zentrale der Beth-Jaköb-Mädchenschulorganisation werden folgende Sommerkurse verstaltet: A. Die Hauptkurse der Lehrerinnenbildungsanstalt und der Ki n d e r gä r t n e r i nnxe n k u r s bleiben in Wien, so daß für Gastschülerinnen die Möglichkeit geschaffen ist, einen Ferienmonat in •Wien zu verbringen und sich mit dem Innenleben . der Wiener Lehrerinnenbildungsanstalt vertraut zu machen. B. Be th- Jakob- Somm e r kür s am S emme ring. In dem wunderschönen Semmeringgebiet wird so wie im Vorjahre auch heuer jungen Mädchen Gelegenheit gegeben, nebst der körperlichen Erholung sich jüdische Geistesschätze anzueignen. C. Be th- Jako b - S0mmerkur s in def Schweiz. Es ist der Beth-Jakob-Zentrale heuer zum ersten Male gelungen, zu erschwinglichen Preisen einen Kurs in der Schweiz mit erstklassiger Verpflegung in der herrlichsten Gegend sicherzustellen. Anfragen an die Beth-Jakob-Zentrale, Wien, II., , Leopoldsgasse 26. Tagung der Repräsentanz der transsylvanischeu Orthodoxie. Vorigen Dienstag und Mittwoch tagte in Klausenbürg die Repräsentanz der orthodoxen Landeskanzlei in. Transsylvanien. Die Konferenz beschäftigte sich mit den laufenden Angelegenheiten der rumänischen Orthodoxie und mit der durch die tristen Finanzverhältnisse der Gemeinden hervorgerufenen Not der Gemeindeangestellteri. Es wurde ferner beschlossen, eine Hilfsaktion zugunsten ׳ der notleidenden deutschen Juden durchzuführen und den Erew Rosch Chodesch Siwan als T a a n i s zu proklamieren. Weiters wurde als Resultat einer eingehenden Beratung beschlossen, einen Issur gegen S che c hit as ־ Chu z zu erlassen. Der zweite Tag war vornehmlich mit Erziehungsf.ragen ausgefüllt. Oberrabbiner Fuchs, Großwardein, wies in einem Referat auf den immer an- . steigenden י Abfall Jugendlicher vom . historischen Judentum hin, der durch die Propagandaarbeit der Zionisten verursacht wird. Es müßten Mittel und Wege gefunden werden, um,die Jugend der Orthodoxie zu erhalten. Oberräbbiner S o f e r, Marosväsärhely, beantragte die . tatkräftigste Förderung der bestehenden, und. die Unter- : stützüng von Neugründungen, der. ״Z e ire - Ag u d as - Jisroel -Gr,uppen“. Nur die straffe orthodoxe Organisation ist imstande, die Jugend, trotz der zionistischen und misrachistischen apikorsischen Agitation, der Orthocloxie zu erhalten. Er wies auf einen an ihn gerichteten Brief des Beizer Raw hin, in welchem derselbe, üer bisher der Aguda nicht beitrat, schreibt, daß er -mit. der ,Gründüng von ״Zeire-Agüdas-Jisroel-Gruppen‘‘ einverstanden ist und daß die. Gründung solcher Gruppen, dort, wo die areligiösen Zionisten Fuß gefaßt liaben, besonders zu empfehlen sei. Es wurde beschlossen,; die agudistischen Jugendgrüppen wohlwollendst zu fördern. Der. Kroler Raw, Rabbi Teitelbaxrm, verlangte eine intensivere Beschäftigung der Jugend mit dem Lernen, besonders, wies er auf die Mussar-Seforim hin.. Durch;die engere Verknüpfung der Jugend mit dem Beshamidrosch soll dem! geschilderten Abfall entgegengewirkt werden. Nachdem die Konferenz sich noch mit den Differenzen ip einigen Gemeinden beschäftigte und Beschlüsse faßte, um diese beizulegen, wurde die Tagung geschlossen, Ueberfall auf Rabbiner Dr. Ehrentreu in München. Die Londoner ״Times“ bringen ein Telegramm ihres deutschen Korrespondenten, nach welchem der Rabbiner der orthodoxen Gemeinde in München, Dr. Ehrentreu, von SA.-Leuten überfallen worden ist. Zwei SA.-Leute drangen nachts in die Wohnung des Rabbiners ein. Dü. Ehrentreu .wandte sich telephonisch an die Rplizei um Hilfe, während-׳ dessen die beiden Männer mit einem Messer Bücher und Einrichtungsgegenstände vernichteten, Rabbiner Doktor Ehrentreu selbst trug eine Stichverletzung“ iin Gesicht davon, während seine Frau durch einen als Wurfgeschoß׳ verwendeten Stuhl verletzt wwirde, ' U Beantragte Zwangssabbatruhe In Deutschland , Auf einer Tagung des Bezirksvereines des Fleischer- Verbundes in MülheiW’Ruhr begründete Stadtvorstcher Fleischerineister Ihle, Köln, zwei Anträge, von denen der eine ein Schlacht verbot von S C h w e i n e n und י ein Verbot des Verkaufes von Schweinefleisch und Wurst durch jüdiaehe Metzgev^ versieht, während: der andere eine;schifeßung jüdiacher Geschäfte ära Sabbat ins Auge läßt. Zu dem zweiten Antrag be•״ merkte' Ihle, daß der Christ seinen Sonntag heilige und dem Juden demnach auch die Heiligung seines Sabbats yergeschrieben werden müßte. Beide Anträge wurden einstimmig angenommen,. Traurig, daß es eines solchen Zwanges von Außen bedarf! . - .;#■־ר■ -