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Jüdische Presse · 1933-05-30 · 21-22 (30.5.1933) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
21-22 (30.5.1933)
Date
1933-05-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite2 JÜDISCHE PRESSE Nr. 21/22 ist eine* Mütdfgtfägv tvie sie noch nie einem irdischen König Stiteü ^hwotden ist. Fassen Wlr zuäämmen. Nicht daswar ündlst die oh wir bereit Sind die Thora, anzubehmeh öder nicht, die Präge bezog und bezieht sieh nur aut das Wie ob freudig oder - gezWuhgen. . Die jüngsten Ereignisse haben es uns Zur drästi* scheii Beutiiehkeit werden lassen, G*t£ kstfin uns z w i n*־ g e n^ Wenn Wir nieht wollet Er kann uns>zwingen, bis wir wollen. Er kann mit Gewalt die Verlorenen Söhne zurückfordern. Der am Sabbat ausgerufene Boykott hat Kreise zür. Sabbätruhe genötigt, in denen seit Genera* tioneh das Sabbatlieht nicht mehr gebrannt hat. Er kann den ■Vertretern und Jüöjgern' der Wissenschaft, die alle Wissenszweige zu erforschen gesucht, nur unser eigenes Buch, unseren eigenen Schatz zu erkennen nicht einmal mehr der Mühe wert hielten, durch ganz entsetzliche, unvorhergesehene Ereignisse die Hülle von den Augen nehmen. Was sie vorher nicht geglaubt, jetzt läßt Er es Ihnen in aller Deutlichkeit sagen, seht, das ist die Kultur, die Ihr für die einzig wahre gehalten, das Sind die Güter, um derer Willen Ihr Mein Wort verschmäht und verachtet’ habt. Ja G־tt kann zwingen, er kann mit Gewalt Seiner Thora zu ihrem Recht verhelfen, denn ohne sie ist für die Erde kein Halt. Aber nicht das ist das Ziel der Thora. Ihre Wege sind Wege der Anmut und der V Die 49 Tage zwischen Pessach und Schwuos sind scharf ausgeprägte Merktage, daß sie Tag für Tag gez ä h 11 werden müssen. .,Schon in dieser Tatsache allein liegt ein großer moralischer Wert, Tage, die wir zählen, die wir nicht besinnungslos und unmerklich im Zeitenmeer versinken lassen, gewinnen Bedeutung.' Es wurde auch stets diese Gruppe von 49 gezählten Tagen als Leiterstufe eines Aufstieges betrachtet, der von Erlösung zu Erlösung, von der B e fr e i u n g d e s K ö r p e r s bis zur Befreiung der Seele führt. Unser Pessachfest stand heuer unter dem aufwühlenden Eindruck der * unermeßlichen Katastrophe unserer Brüder in Deutschland. Die jüdische Seele hat sich da weit geöffnet, um die Züchtigung G-tteS. in Liebe auf- Zünehmen und .־ ־ ■ durch Büße und Einkehr einen edleren, frömmeren,. jüdischeren Lebensweg einzuschlagen. Dieser Pessach hätte eine zweite wundervolle Erlösung' aus dem Sklavenhaus fremder Sitten und Kulturen werdensollen. Eine Erlösung unter Wehen und Schmerzen, die in Anbetracht des erstrebten Zieles einen heiligen Sinn und einen ewigen Wert bekommen hätte. . ׳ Schwärmerische Gemüter haben gehofft, daß diese aufhorchende jüdische Seele die 49 Tage des Zählens und Wägens als Stufenleiter benützen wird, um bis zu einem neuen Empfang, der Thora zu gelangen, zu einem neuen, freudigen, lebendigen Empfang dessen, was wir lax, gewohnheitsmäßig oder zwangsläufig bisher geübt haben. 49 Tage des jüdischen Aufstieges, des Heranreifens zu einem Mitglied G-ttes .auserwählten Volkes.. Es geziemt nun, am Schlüsse der Zähltage Rechenschaft abzulegen. Wir haben die 49 Tage gezählt, kein Tag verstrich ohne neuen Schimpf gegen unsere Brüder in Deutschland; Dem Feind gelang es, sein Lager jeden Tag -von neuem mit dem Fräße jüdischer Ehre, jüdischen. Erwerbs im Banne zu halten. Und was taten wir? Wir. lasen eifrig in den Zeitungen Greuelberichte, wir horchten voll Befriedigung und Genugtuung auf, wenn nichtjüdische Freunde unseres Volkes eine schöne Geste “gezeigt, ein anerkennendes Wort für uns gesprochen haben. Wir schauten nach fernen Ländern und vornehmlieh nach Erez Jisroel aus, um eine neue Heimat für den erbarmungslos getriebenen Wanderer zu finden. Und damit genug! Der graue Alltag verschlingt uns. Das Aufstürmen der Seele legt sich, wir finden uns ab, wir beruhigen uns und setzen unsere kleinen Händel fort, als ob nichts geschehen wäre, : l••'."'״י Besonders wir in Wien, die hart am Rande des Abgrundes standen, wir Juden in Wien,־ deren Existenz noch immer arg umbrandet ist, wir Juden in Wien hätten alle Veranlassung gehabt, unsere Erlösung aus drohender Gefahr als Grundlage eines neuen seelischen Aufstieges zu betrachten. War es wirklich so phantastisch, wenn man sich da vorgestellt hat, daß eine' beträchtliche Zahl von Juden, belehrt durch die Katastrophe in Deutschland, auf hören werden, ihre Kinder wahllos in die Mittel-und Hochschulen Erzählung von S. W i e z. (Fortsetzung) [7] ״Nein“, sagte Samuel lebhaft ״das kann und darf man nicht ruhig hinnehmen. Gibt es denn keine rechtdenkende Geistlichkeit, keine Justiz im Lande?“ ״Geistlichkeit?“ — Jonas lachte bitter — ״Der Pfarrer in Sabetzki, dem ich schon alle möglichen Dienste erwiesen und der stets versprach, mir bei jeder Gelegenheit beizustehen, weidet sich an unserem Unglück und streut Salz auf unsere Wunden ... Er empfängt mich sehr freundlieh, mit zuckersüßen Worten, die wie Messer mir ins Herz schneiden, und meint, wir müßten G-tt danken, daß er unser Kind auf den Weg des Heiles gewiesen,.. Und die Justiz ... Ein. langer, steiniger Weg ... Unterdessen verderben sie mir das Kind, reißen ihm das jüdische Herz aus der Brust...“ ״Da darf keine Minute versäumt werden“, ereiferte sich Samuel, Edle Entrüstung leuchtete aus seinen schwarz umrahmten Augen und verlieh dem f eingeschnittenen Ge■׳ lehrtengesichte einen festen Zug von Mut und Entschlossenheit. ״Sie müssen, Herr Dembrower, bis zur hochsten Instanz gehen und Ihr Recht fordern, diesem, wenn's nicht anders geht, auch mit Gewalt Geltung verschaffen,“ ״So, junger Mann, überkommt es zuweilen auch mich, den alternden Mann“, antwortete der Pächter, ״an* gesiebts der himmelschreienden Gewalttat;•׳ Aber wir sind schwach, junger Freund, und können gegen Uebermacht nichts ausrichten. Wir können * uns an verschlossenen Mauern den ’Kopf einrennen• Die Machthaber lachen amüsiert und nennen uns Narren.., Sie schert unser Hümmer, unser Leid, unser verhaltener oder offener Groll sehr wenig, Tag und Nacht stand Ich bei Stürm und Wetter vor den geschlossenen Mauern, hlnter;4enen sich Lieblichkeit. Sie will segnen, will erheitern und erfreuen, mit Liebe will sie erfaßt werden, um verdoppelte Liöbe, innere sieiisehe Befriedigung und Göntigtuun'g uns zurtickzugeben; : , " . Aeh, daß!wir doch den Ruf der Zeit verstünden, daß wir doch in Unseren kleineren Ländern, die der große Nachbar gar so gern sieh geistig unterwerfen möchte, nicht warten, bis auch wir ,הל > ל ף durch Gewalt, durch יסודייס gezwungen werden, zu G-tt zurückzukehren, zu Seiner heiligen "Thora und zu den Traditionen, die wir aus dem Hause entfernten, Ach, daß wir freudig, willig, so ־ wie einst auch heute ein נעשה ־ונשמע rufen, aus• innerster Üeber2eugung den Weg zurückfinden zu der Thora, die allein, ihre Bekenner ächützt vor all den Schwächen und Gebrechen, wie wir Sie täglich an* der Außenwelt zu beobachten Gelegenheit haben, die allein uns emporhebt über alle Niederungen der Erde, deren זכות allein imstande ist, allen Wirren und allen Sorgen ein Ende zu machen; Setzen wir die alte, leuchtende Krone unserem G-tte wieder aufs Haupt, und Er wird wieder sein ein מי*ף שלמה der. Friedensfürst, der Frieden gibt uns und alleh Völkern, der in I Frieden uns sammeln wird von allen Enden der Erde und ן aufrecht uns heimführen wird-nach Jeruscholojim. bis Sdtwuos♦ i zu schicken? Ist es wirklich, so utopistisch, zu denken, daß die jüdische Elternschaft, - von -unseren verantwort-; liehen jüdischen Gemeindeführern nicht zu reden, sich zusammenschließt, um jüdische Schulen für ihre Kinder zu schaffen? G-tt bewahre! Man hat sich ja nicht vorgestellt, daß auf einmal 18.000 jüdische Kinder in Wien in jüdische Volks-, Haupt- und Mittelschulen gehen werden. 18.000 jüdische Kinder! Etwa 50 Schulen und 1000 Lehrerfamilien im jüdischen Wien! Was dies sittlich-religiös, was dies ökonomisch■ bedeuten würde, es ist zu schön, um ernstlich daran zu. denken. Zunächst ist die Situation so, daß in Wien zirka Vier Prozent, das sind von den 18.000 jüdischen Schulkindern ungefähr 700, jüdische Voll schulen besuchen,! und da wäre es schon als un-; geheurer Fortschritt zu begrüßen, Wenn dieser Prozentsatz ■ zunächst verdoppe 11 werden könnte, daß von den * 18.000 etwa 15 0 0 Kinder jüdische Schulen besuchen würden. Als eine Art Retorsion für die Prozentnorm ' drüben. War es ein Traum, wenn man gemeint hat, daß nun viele wieder zum Sabb at zurückkehren werden? Daß viele wieder den Weg zu jüdischer, F a m i 1 i e n- :reinheit finden, werden? War es wirklich so phantastisch, wenn man sich da vorgestellt hat, daß der Druck der Ereignisse zu einer L ä u t e r u n g der-Sitten, zu einem breiten Wied e r e rw a c h e n in den Kreisen der leider dem wahren Judentum Entfremdeten führen wird? Oder war es wirklich utopistisch, zu denken, daß nun die S p e i segesetze den Weg zu jenen Herzen finden wer-' den, die ihnen bisher v e r s c'h 1 o s s e n b 1 i e b e n? Doch das, sind lauter ^phantastische Sch wärmereien, wir gehen in Wien schön unseren lieben Alltag weiter; unsere Kinder strömen in die Mittel- und Hochschulen, 1 wachsen ohne Sabbat, ohne positive religiöse Bildung,; ohne‘ wesenhafte jüdische Kulturinhalte auf und bilden so eine Gefahr für das ganze Judentum. Daher ist es oberstes Gebot unserer Gemeinschaft, die Berufsumschichtung mit allen erlaubten Mitteln durchzusetzen. Denn der hemmungslose Zustrom zu den akademischen Berufen bedeutet nicht nur eine wirtschaftliche Katastrophe für die einzelnen, die sich in .ihrem׳ erlernten Beruf , dann nicht betätigen können, sondern ׳auch eine p o 1 i t i s c h e G efahr, da er ungewollt der antisemitischen Propaganda immerwährend neue Nahrung gibt. Gerade jene Elemente, die für das positive, religiöse Judentum nichts, aber gar nichts bedeuten, bringen Gefahr für uns, weil.man in der Außenwelt nur allzu bald geneigt ist, gerade von dieser religionslosen Schichte unserer Gemeinschaft Schlüsse auf die ganze zu ziehen. Man sieht nicht die großen religiösen, Werte des jüdischen Mittelstandes, der Handel- und Gewerbetreibenden, man achtet nur auf das Treiben der einer religiösen Bindung und jedem gesunden Konservativismus Entratenen. * ••■;Die Befreiung von. körperlicher Unbill durch die Emanzipation in Europa hat eine geistige Entwicklung mein Kind befinden soll. Mein Bitten, meine Tränen, wie *meine Wutausbrüche vermochten die Pforten nicht zu öffnen. Ich-bekam-keinen Einlaß. Dann lief ich in meiner Verzweiflung nach dem Schlösse der Fürstin Kowzow, die Ehrenvorsteherin des Klosters ist — manche behaupten sogar, meine Tochter befinde sich noch im Schlosse der Fürstin. — Dort sagte man mir, die Fürstin sei auf ihren Landgütern. Nun fahre ich von Gut zu Gut, ohne die Fürstin anzutreffen. Man sagte mir, sie komme heute her... Ob sie mich empfängt, änhört, mir hift?“. ״Sie muß es, wenn sie die Macht hat und noch einen Rest von Menschlichkeit besitzt“, sagte Samuel in einem Tone, der wie Hoffnung und Drohung zugleich klang. ״Ich werde mich erkundigen, ob die Fürstin hier ist, wo und wie sie anzutreffen ist, indessen Sie, Herr Dembrower, sich ein wenig hier ausruhen und Ihre, Gedanken sammeln." Der junge Mann ging. Er versuchte, während die anderen für das Unglück des Mannes nur Tränen hatten, die Sache auf eine ganz andere, festere Grundlage zu stellen, und etwas wie ein Hoffnungsschimmer leuchtete aus den tränenumflorten Augen des Pächters. Verwundert' schaute Merelaika ihrem Bruder nach. War das noch Samuel, der schüchterne, blasse, leisesprechende und leisetretende Bochur? Ais Kind pflegte zuweilen eine so seitsame Glut in. ihrem nur um zwei . Jahre älteren Bruder aufzulodern, die sein Gesicht erglühen, seine Lippen erbeben ließ, Dann pflegte sie ihren sonst so sanften, stillen und. friedfertigen Bruder zu fürchten. Als vJüngling hatte sie ihn so noch nicht gesehen und sie empfand auch jetzt etwas wie Angst... Warum er sich in diesem Falle ereiferte, konnte sie nicht recht begreifen. Gewiß, die Sache war höchst interessant, und auch sie mochte darüber Näheres erfahren... Aber sich so einsetzen für einen fremden Mann, dem sie in der großen Schenkstube, wo er , sieh hie uöd da an Markttagen einfand, kaum beachtete, dessen Familie sie nicht kannte? Ein Unsinn, wie er nur in einem Bachurgehirn blühen konnte... Als aber jetet auch Vater und Mutter die Schenk- . stube; verließen und Jonas Dembrower ganz allein blieb, gebracht, die nicht zum Sinai, sondern gerade umgekehrt vom Sinai wegführte. ׳ יי ׳ ״Dieser W0|f endete• mit einer Hütaatrophe. Aus dieser Katastrophe muß gelernt werden, wenn nicht, G4t behüte, noch Aergferes kommen soll. Wir müssen lernen, daß, befreit Vött der ägyptischen Knechtschaft, nur ein einziger. Weg zur geistigen Itöllendüng, zur Krönung dieser Freiheit führt, das ist der Weg *um Sinai. - Das tägliche Zählen ist die tägliche Kontrolle, daß man niciit auf Irrwege gerate, denn der Weg von Mizfaim näch Sinai ist nicht einer der möglichen Wege der Eriösüng, sondern der einzige Weg. P. Aus Erez jisroel. In einem Regierungskommunique wird verlaütbart, daß die technische Abteilung des Colonial Office den Plan einer großen W a s se:rleitung f il r J e r u s a 1 e rri, die Wasser aus dem Yarkon-Fluß nach Jerusalem leiten soll, genehmigt hat. Eine Gruppe jüdischer Finanzleute hat sich bei der Regierung um Erteilung der Konzession für die Errichtung der Wasserleitung bewarben und sich bereit erklärt, ein,Kapital vqn.300.000 Pfund in dieses Unternehmen zu investieren.._ V Die Regierung hat beschlossen, ,eine Summe von 30.000 bis 35.000 Pfund zum Ausbauderzti m Hafe n von Jaffa führend en Straßen zur Verfügung - zu stellen. Die Stadtgemeinde Jaffa hat ebenfalls 20.000 ..Pfund für diesen Zweck bewilligt. Der Ausbau der Straßen ist; infolge .der steigenden Bedeutung des Jaffaer Hafens notwendig geworden. . # Wie die technische Abteilung des Magistrats der Stadt Tel-Awiw mitteilt, wurden im •Monat April 1933 192 Baubewilligungen, darunter 66 für Neubauten, erteilt. Von den Neubauten waren 13 dreistöckige Häuser. Die Baubewilligungen betreffen 537 neue Wohnräume, davon , 142 in bestehenden. Gebäuden. In Anwesenheit von Vertretern zahlreicher Behörden, unter ihnen fast aller Mitglieder des Konsularkorps, und vieler Vertreter von geschäftlichen Unternehmüngen und Banken, wurde in Tel-Awiw eine Niederlassung der polnischen Nationalbank feierlich eröffnet. Der Direktor der Bank gab der Hoffnung Ausdruck, daß die neue Niederlassung-dazu beitragen werde, die" Beziehungen zwischen den Bürgern des jüdischen Staates und des von ihm vertretenen Landes auf wirt-; schaftlichem Gebiete zu intensivieren. . Wie ״Doar Hajom“ berichtet, wurden im Dorfe Saforiah 15 Araber unter dem Verdachte der Teilnahme an der E rmordung des jüdischen Kolonisten Josef Jacoby und seines neunjährigen Sohnes in der Kolonie :Nahalal im Dezember v. J. verhaftet. Die ״Jüdische Presse" hat seinerzeit über das Attentat ausführlich berichtet. Einer der Verhafteten hat ein Geständnis abgelegt. Schon im Jänner waren 20 Araber unter dem Verdacht der Teilnahme •an dem Mord verhaftet worden, mußten aber mangels an Beweisen freigesprochen werden. . •* Am 16. Mai hätte.in Es-Salt eine Konferenz tränsjordanischer Nationalisten zwecks Vorbereitung einer;Aktion zur Verhinderung der Ansiedlung von Juden in Transjordanien stattfinden sollen.; Zwischen den Veranstaltern der Konferenz und den dem Gedanken einer jüdischen Einwanderung freundlich gegenüberstehenden Arabern kam es zu einem heftigen Kampf, in dessen Verlauf Anhänger beider Parteien erhebliche Verletzungen erlitten. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Die Konferenz wurde auf den 5. Juni vertagt. # Eine Gruppe jüdischer Unternehmer in Tel-Awiw, der der frühere Inhaber einer großen, im Jahre 1820 gegründeten Papierfabrik, in Rußland, und der Besitzer einer großen Briefumschlagerzeugung in Tel-Awiw angehören, :.hat die Errichtung der er'sten Papierfabrik Palästinas beschlossen. Das für die neue Fabrik notwendige , Maschineninventar ist bereits in Tel-Awiw eingetroffen. ,. ....׳־ * ־ ...■ . Das palästinensische .Amtsblatt veröffentlicht eine ׳Liste von 206 Dörfern, die neu in die sogenannte Kollektivstraf e'nzone einbezogen. werden. Diese Zone umfaßt solche 'Ortschaften, in denen nach Ansicht der Be- *hörden ״gefährliche und unruhige Verhältnisse“ herrschen. Im Fall von Unruhen können.diese Ortschaften mit Kollektivstrafen belegt werden. : setzte sich Merelaika voller Interesse zu ihm. Die Sache war doch ungeheuer interessant und man mußte Näheres erfahren... ־־ ״Wissen Sie, Herr Dembrower, auch ganz sicher, daß Ihre Tochter entführt worden ist?‘ ״Ob ich es weiß?“. Der Pächter lachte wehmutsvoll. , .׳ ״Ich meine, ob Sie es auch bestimmt wissen, daß man sie mit Gewalt entführte. Sie könnte zum Beispiel selbst ein anderes Leben gewählt haben, freiwillig einem Freund, einem Geliebten gefolgt sein-“ Jonas ließ sie nicht ausreden: ״Das sagen sie heute alle, natürlich die Pfarrer und die frommen Schwestern, die unser Unglück nicht verstehen wollen. Aber es ist ,pure Lüge, elende Verleumdung. Sie kannten meine :Tochter nicht? Nein? So in Ihrem Alter, von.Ihrer Statur und so treu, so anhänglich-“ ' ״Hatten Sie denn vorher gar nichts gemerkt, gar nichts wahrgenommen?“ ״Was sollten wir gemerkt haben? Es war Freitagnacht und. wir schliefen--“ ״Und wie, Herr Dembrower, wenn Ihre Tochter, dieweil Ihr in Hummer vergeht, sich jetzt recht wohl und!glücklich fühlt und ihres Lebens froh ist?“ > ״Froh und glücklich, sie, Gitel, im Kloster?“ Der Mann sah das Mädchen mit großen Augen an, er verstand nichts. * V ״Können Sie, Herr Dembrower, es gar nicht erfahren, wie es ihrer Tochter dort geht und was aus ihr •Wird?‘‘,,Erfahren, wie Ich ־mein unglückliches Kind retten soll?“, übersetzte Jonas die Frage in seinen Gedankengang. ״Der barmherzige G-tt zeige mir den rechten Weg!.. Da war nichts zu machen, Das sah das Mädchen ein, Der Alte hatte seine vorgefaßte Meinung und war nicht׳ von ihr ab^qbringen. Sein Kind war unglücklich, •: *verloren, wenn er es nicht zeitig rettete. Wie sollte sie da Wahres, Näheres erlabten? Er war ihr plötzlich furchtbar... ־gleichgültig, 4er^ Pächter, mit seinem persönlichen Leide, mit seinen Tränen, und sie ließ ihn in Ruhe. : (Fortsetzung folgt.!• * - •'

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