Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 21-22 (30.5.1933)
- Date
- 1933-05-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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* . *י*«י Novlttove v^platrtö povofene mm11 post & teiegfätov v Bfatisläve ürs. 4i3tM11^0. Leitungen Von* Ve^fegef Journal sc.'* •'-■ %«- ׳ ׳ 1— ORGAN FÜR JUDENTUMS. Redaktion und Administration: Wien, Et., Malzgasse 12 a. Tel. A-484-18־. Tschpcho■• Slowakei: Bratislava, Postfach 140. Erscheint jeden Freitag. -e Redaktionsschluß: Mittwoch Mittag. Abomtementpreisei Ganzjährig: fÖf deäterfelch S l0i Tschechoslowakei tschech. K80 ״, das übrige Ausland 3 Dollar. Einzelnummef öst. Gf. 40. ■'vMM. ־״’&>S^^Ölt&J^ft6örtr]>Nf.D936־l4}ÖitttÄCillÄÄd»Pöäf• flchedkkötitö Berlin NK122619: Jt»£ öslawlen t P08t86k.-Am4 Zäg»ebNf.40217;>0lemPo&t8pafk.*AmtWäricfiäaNK190409; Ungarn t PostapIc.iAmtBudapöst Nf.50i70: Sdhwe1*»P<f«׳ scheckk. Zürich Vltl, 4117; für die Tschechoslowakei: •vfju d!8chePre88e",Bratislava,Roatapk^ Amt PfagKontoNr.i Nr. 2122 •Bratislava, 30. Hat 1933 c י־ - ־4■ ־ * * n - * ב״ה -ווינא־פרעםבורגa״ םירן תויצ׳ג 19. Jahrg. Von Oberrabb. Dr. H. Carlebach, Baden b. Wien. Geht einmal hinaus und schauet, Ihr Töchter Zions, auf den König Schlomo, auf die Krone, mit Welcher ihn seine Mutter gekrönt, am Tage seiner Hochzeit und am Tage seiner Herzensfreude. (Hohelied, 3, 11.) Mosche führte sein Volk aus. dem Lager heraus, G-tt entgegen und da Ständen sie,am Fuße des Berges; so lautet, der Bericht von dem Rüsttäge zürn ersten Schwüosfeste. Also nicht der Führer war es, der sein Volk zum Fuße des Berges herausgeführt, sondern sie selbst stellten sich dort: hin.ויתיצבו־ sie fühlten sich dort hingestellt. im Anblick des״ Sinai und der von ihm aus an sie ergangenen 613 Ver-, Ordnungen war es ihnen, als stünden sie.vor einem ״Berg", vor bergeshoch sich ihnen entgegentürmenden Schwierig- , keiten und Versuchungen, denen sie auf die Dauer doch , nicht werden gewachsen sein.. G-tt schaut in ihr Innerstes hinein. Er in Seiner Liebe will ihnen die Angst' nehmen, denn Er kennt , die Neschomoh eines Jakobskindes, weiß, welcher Begeisterung י sie fähig■ ist, welch ein g-ttliches Feuer in ihr schlummert. Es ist als rufe Er ihnen zu: Was zittert Ihr vor 'dem •großen •Berg,'׳'wer bist •Dü? הר •הגחל?!• Vor Euch muß er werden״ zu einer Ebene! Das mag der; Midrasch meinen, mit dem die Weisen das Wörtchen ו י ת.י צב ו ■deutenwollen,כפה עליהם הר כגיגית; in diesem Moment!, riß sich der Berg von seiner Stelle los und ' wölbte, sich; über ihnen Wie eine Tonne. *DA spricht G-tt, wollt? Ihr meine Thora änriiehrnön, visr.es gut,״>Venn; äberiüicht dann jst hieF ״Euer Gyab, _ 1r _ -- ״-־ ~ < selten 'die ^WlüöÄehjthüng;; ääß'. alles im Leben, ein verschiedenes Aussehen gewinnen kann,: je nach dem .Standpunkt, den der Beobachter ־ einnimmt. Wie man die Welt ansieht, .wird man weinen , oder lachen, ist? ein berühmtesDichterwort. Aus den .selben Worten,: die den einen erschrecken,, schöpft ein anderer Mut und Vertrauen. Diesen tröstet der Gedanke, der den anderen zur Verzweiflungtreibt. So mag vielleicht das Wort der Weisen aufzufassen sein. G־tt ,spricht' zu den Kindern Israels, Euer Zittern ROMAN VON UEÖPOLD HICHLER Mit gleicher Liebe und Anschaulichkeit wie in seinem früheren Roman ״Moses Mautner und sein Sohn“ Schildert Hichler hier die Freuden und die Tragik einer Wiener jüdischen Familie. Die Verherrlichung der altjüdischen Glaubens- ־ gebrauche wird auch dieses Werk, wie den ״Moses Mautner“, zu einem echten Volksbuch machen; : Kartoniert S 5.04 Leinen S 7.35 R« LOWIT VERLAG/ WIEN J Eder b uc h«andlu n q vor dem ״Berge“ mag nicht;ühj|efechtigt sein. Denn die Thora ist, wie sie ist> eine המלך?hHu. Sie’tritt dem Menschen auf Schritt und Tritt wärnend^iie^mend,-verbietend in' den •Weg, sie gönnt ihm keinen|Moment: Rühe, sie stempelt ihn zu einem Diener? den?siii#?fierr mit einem Berg: schwerster Satzungen •'•unä<j^i^^^^1Mg^Vhelastet hat.- Und doch! Wenn Ihr nur?,^i^I’i^^äiecä^ckende• Last' wird Euch zur Lust, zit eine^^e? versiegeiiden Quell des Segens! - •?? י■׳?■?;*?׳■?.'/ ־ ' :'•'?■׳ התורה;״:•־־ nk 0מקביל!י•'h׳s.;':?EH|^^ 'er-•;; zwungen werden, sie ist.?stets?־der?Ausfluß ehrlichen!. freudigen Willens. Wollt?ihrpaus??läebe zu Mir, Eurem: Vater im: Himmel, dem ..G-t^Ew^r^yiäteE'-.idda Ihr selbst in Freud und Leid, erkanntj^fiabt,?in, der.;Ueberzeugung,. daß G-ttes Wege allein gerade sipd 'uüdger echt/wollt Ihr mit innerer Simchoh meinem.? Gesetze :Euch fügen,• dann מוטב dann ist alles gilt; dann schwindet der Berg vor dieser in Euch pulsierend^ geistig-sittlichen gütlichen : Macht in ein. Nichts zusammen. Die Fülle der; Verbote wird Euch in .was'; :Ihi^mtenigihmt» .•;nicht: :zu; Boden: drücken, Euer ■ Fortkommen;?nicht;lähmen; oder gar verhindern, nein,, gerade mit; ihngn; wird das; schwerste Leben,; Euch leicht. Die Mizwos,:.,die?Ihr freudig erfüllt, werden; ,Euch tragen, Euch, mit äIle,n?Eurehr|Sprgen, Euch, wie den; Adler emporheben in nie' geahnte? Höhen. Woilt Ihr aber iAiir,. au :»priyuL uculuu' ucx ״ grbbuüx1t?’t.yjt5actz#gcucx, iiaMt ,; die ■ Tliprä lieb,^sb .:ist ■ sie?]Euer •Schutz? seht; Ihr: abe1?.in;ihr eine, lästige Bürde, dann wird,;difese 'Bürde, Euch 'be:;graben. So wie?es im Taimud heißt,ב מ ט ו תא מיגייכו ich ■bitte Euch, ruft Rowo seinen Schülern zu, verschafft Euch nur. nicht ein?zwiefachesr Gehinom. Denn wenn,Ihr unwillig, gezwungen, seufzend unter der Last, Euch in ein; g-ttliches Gebot fügt, dann:־ fehlt es Euch auf Erden an Freuden, und in; jener Welt wird'1: Euch noch außerdem die Strafe,., weil, Ihr Eurem G-tt nicht gedient habt ״in :Simchoh. (Jomä, 72b.) '.-•׳;? Dem jüdischen Volk ward also gar nicht die Frage vorgelegt, Ob ihnen das G־ttesgesetz gegeben werden solle oder nicht.' Denn nur Israel: kam für die. Thora in Frage, :ihm muß te sie!gegeben werden. Die Frage war nur die, wie sie sie erfüllen wollen, ob freudig oder gezwungen. ';• Darauf die Antwort des Volkes נעשה ונשמע mit der 600.000 Mann sich als eine; Elite;von ״kulom. ahuwim, kulom berurim, külom gibaurim“ erwiesen, als eine Nation von' nur auserwählten Geistesfürsten, ausgestättet mit der Fähigkeit, die Erde zum Himmel. emporzuheben und den Bimmel auf die Erde zu verpflanzen. Sie schenkten ihrem G-tt mit dieser Antwort für sich und ihre Nachkommen ein Vertrauen, wie es nur Engeln ״ nächgerühmt wird. Mit solcher Liebe gelobten sie jede Mizwoh auf sich zu nehmen,;daß sie ihr Gefolgschaft versprachen, noch bevor sie sie: gehört und erfaßt hatten. Diese Antwort, die schönste Huldigung und Anerkennung G־ttes, war eine\Krone, die die Kinder Israels ihrem G־tte aufs Haupt gesetzt. Geht einmal heraus, so ruft darum, der Dichter des hohen Liedes, geht hinaus und, schaut auf den G-tt, der ein Schirm und Schutz für מלך שהשלום שלן ein Friedensfürst, alle Friedlichen auf Erden ist, schaut Euch einmal die .Krone an, die ihm• Seine Mutter aufs Haupt;gesetzt am Tage Seiner Hochzeit,׳ am Tage Seiner Herzensfreude. Hast Du nicht einmal, so fragte man einst den Rabbi Schimon, aus dem• Munde>t׳deihes Vaters eine Er-;klärung auf diesen Vers gehört? :Und da antwortet der Rabbi: Der liebe G-tt hat Israel geliebt und nannte sein 1Volk;meine Tochter, aber die Liebe wurde größer und ,Er nannte es meine Schwe st er, und noch, weiter stieg und “wuchs ־ die Liebe, , bis* däß'>Er es nannte meine Mutter.“ Als G-tt uns daä Gesetz gab, da hat die gesamte Na׳tup gezittert, Angs^ und Beben vor dem mäqhtigen Weltenherrh ergriff unsere Väter und Mütter. Däniais war Israel zunächst d/e gehorsame Tochter des himmlischen Vaters; Ab'ei* sehr bald ist' die Judenbeit in eine höhere Stufe gerückt. Kaum haben sie am Sinai in im Seidieiispezlalhaus VII, Neubaugasse lO tl88IM888»HWIN>MMMMHHIIHIM88HIH888MtiMI^; die־ Augen-geöffnet: sie erkannten mehr und mehr, wie wohltuend,; wie segenbringend" jede , einzelne der! g-ttlichen : Anordnungen für die Gest^tim]g?|^? ganzen Mwischeii-;• ׳'-׳le.bens’.'.ist. Da war eä^de^^^^^^fe'^ehr;,;die?Ünter^; über, dem väterlichen Willen, sönd^nayes?wär ,pe diö^freii willige ' Unterdi^nühg ■; einer,, Säl£w.;e;^s't/e;r?'.■^ unter;._?dia' bessere^ Einsicht ״des erwachsenen; Bfuders.: Einer:-treüeh t g-ttlichCn Bruder.': Bei; sbvielen Gesetzen /hat? sich|unsl;die ל? Erkenntnis äufgedrängt, stünden sie',‘niclit vgescHrieben/• ׳ sie wären w e r t, niedergeschrieben zu werden!, Man hat. : so die herrliche. Bedeutung des; S a b bat begriffen, die:! verklärende Wirkimg der Feste, den 'segensreichen Ein- : fluß, den ־ alle ‘ Sp eise-, Re in he i t s-;:gesetze für unser seelisches und körperliches Wohl-• befinden haben, daß man ־sie' alle halten möchte, selbst wenn sie uns. nicht befohlen worden wären. Israel hörte nicht auf, seinen G-tt zu lieben ׳und sich in Seihen Vor- Schriften “ zu. vertiefen, bis Er es nännte meine Schwester. ^.)^;die Liebe ward.noch inniger^kIsrael hat eine hoch-./Köhefe Stufe erreicht? 'Es Ward ״־die M u 11 e r“, Die. Mutterliebe ist wohl das stärkste Gefühl, das Menschen kennen. Mutterliebe macht erfinderisch^ macht י eine Verzagte 'zür Heldin, wenn es sich um? des? Kindes. Wohl handelt.־ Mehr noch als das Kind selbst,: nimmt!;die'^?Mutter^^“sejih^Interesse ,•wshr?': /das? Riiid^^.möchte vielleicht?schon^ verzi^tep., aber die Mütter verzichtet; für ' ihr Kihä nicht..Nüni^wfenn es nicht geschrieben!stünde,. Wir. dürften es nichtsäüssprechen!.Israel hat sich seinem G-tt gegenüber .betragen; so wie .eine Mutter zu ihrem! Kind. Wenn die G-ttessache . am Böden lag, wenn!׳ der; G-ttesgedanke zu verschwinden drohte und die Bosheit triumphierte, wenn man Seinen heiligen Bamen entweihte, dann ist Israel aufgetreten und ,hat? die Entweihung dep g-ttlichen Namens nicht zugelässen, so wie־ eine Muttef nicht zuläßt, daß dem Kinde ein Leid geschieht,! Man machte einen Zaun um das Gesetz, weil man, si§h nicht begnügte jmit dem, was G-tt. gebotem weil, mau;Amit'; Mutteräügen die Mizwos angesehen und sie mit rührender! Mutterliebe,?umfaßte mit Zäunen und .;mit Schutzwälleh, damit nur ja an dem Kleinod nichtgerütfeit ״ werden könne. So hat sich Israel' den־ Namen• einer Mütter der G-ttessache verdient. - ".Nun:geht hinaus, Ihr?Töchter von Zion/schaut,Euch die Krone an, mit der die Muttqr den Rönig gekrönt hat? am Hochzeitstag, am Tage, dp. das Ehebündnis geschlossen Ward. EJin. Gesetz ward?uns am; Schwups gegeben,? Jedes Gesetz?beschränkt? hindert und! zwängt’ eih1 Wir/das Ge-? setzesyolk, hätten unglückliche Menschen werden müssen, Gefesselte, die: an ihren Ketten rütteln» um? sie? loszuwerden,. Wie aber ist es in Wahrheit? Wir fühlen den Odem der, Freiheit aus den'Gesetzestafeln uns entgegen• wehen und aus dem anfänglich gehorchenden Kinde wird die vonj Verständnis erfüllte liebevolle. Schwester; aber, darpit nicht genüg?. die Schwester entwickelt; sich weiter' zür?Mütter der in ihrer schier unüberbietbaren Liebe die . 1 einfache,? trockene Pflicht schon nicht. mehr genügt. Das das ״Naasse wenischmaV gesprochen, schon wurden ihnen , ist die Kröne, die wir dem Himmelskönig aufgesetzt>;;das .. 5;‘ Stunden!.״ן||ןןן|ין^ןו:ןן|?? ן! sc H?p jll׳?ihrem1 Gesichte entsprechend modellierte '?ל■;׳׳ Besitzer/derwöltbekannten PerttcKen׳׳Kuhttwe1rkftäUe Wien I, Kärntnerring 6 jPttSffö 8-W