Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 19 (12.5.1933)
- Date
- 1933-05-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JümscttE PRESSE ff!־, m Sidroh-Betrachtuiig. ם" אמיר Von KafeMner tif* fitie Mutik, Äöäbäbh. Auf dia Aufzählung und Darstellung der Pesttage tliid ihrer Vorschriften folgt in der Sidroh . א5וור unnüttel* har die Vorschrift über das Anzünden des ewigen Lichtes, feiner unserer Erklärer spricht die Meinung aus, daß diese Aufeinanderfolge damit Zusammenhänge, daß auch bei den Gesetzen über den Leuchter die Siebenzahl eine gleich große Bedeutung gewinne, wie bei den Pesttagen, wo sie nicht nur bei den sieben ׳Tagen der Festwochen anzutreffen ist, sondern auch bei den sieben Wochen der Omerzählung. Denn auch der Leuchter strahlte sein Licht aus sieben Lampen aus. Seine Arme entsprechen, nach einer aiten TJeberlieferung des Midrasch, den sechs Liedes* atrophen des 67, Psalmes: ‘*3אלקיס יחננו 1יבר, während aus der Mitte der ״reinen Leuchte" die allgemeine Glück* Seligkeit der Menschheit emporleuchtet: 0*עונזחו וירננו לאמ ״es freuen sich und jauchzen die Nationen". Denn die Erkenntnis von der Heileszukunft, der die Gesamt* menschheit unter dem ״Lichte des Gütlichen Antlitzes" entgegenwandelt, findet ihren symbolischen Ausdruck in dem Licht des Heiligtumes, und diese glückliche Heiles* Zukunft ist es, die in diesem Psalm geschildert ־ Wird. Ist doch dieses Licht, das im Stiftzelt an der Schwelle des ״Vorhanges des Zeugnisses" stand, nur das ״Zeugnis", daß die Schechina in Israels Mitte ihre Heimstätte finden Will. (Raschi.) ־ : I Solchermaßen stellt der siebenarmige Leuchter gleichsam die Lichtfülle, der Zukunft dar, die von G-tt ausstrahlen und die Menschheit beglücken wird, es veranschaulicht die Zelt, in der: ״Das Licht des. Mondes dem Lichte der Sonne gleichen, und das Licht der Sonne siebenfältig sein wird, gleich dem Licht der sieben Tage, an dem Tage, da G־tt den Bruch seines Volkes verbinden und seine klaffende Wunde heilen wird!" (Jesaja, 30,.'26.) Und ganz ebenso führen die sieben Wochen der Omerzählung zum Lichte der Offenbarung hin, zum Lichtfest des Sinai, zur Thora, in deren Zeichen die Menschheit sich einst glücklieh vereinen wird. Wie aber die siebenwöchige Omer- Zählung mit dem siebenfach leuchtenden ewigen Licht sich in diesem Gedanken der endlichen Menschheitserlö- sung unter dem Lichte G־ttes begegnet, so ist jener 67. Psalm mit seinen insgesamt, 49 Worten der einstigen G-tteserkenntnis zum Abschlußgebet nach dem täglichen Omerzählen bestimmt worden: ״G-tt sei uns gnädig und segne uns, er lasse sein Antlitz uns leuchten, Sela!" jlllllllllllllllllllllllHilllllllllllllllllllllllllllllllllllillllllllllUI | Etwas über Reklame 6 S Der tüchtige Kaufmann treibt Reklame nicht S um der Reklame willen, sondern um des E r f o 1 g e s S willen. Er wird daher vorsichtig die Auswahl treffen, 5 welche Reklamemittel die für ihn geeignetsten sind, £ welche Zeitungen als Insertionsorgane für seine — Waren in erster Linie in Betracht kommen, welche =. Textierung der in Betracht kommenden Käufer- S •Schicht und den zu verkaufenden Waren am besten jjj entspricht. Der tüchtige Kaufmann wird mit Seiner 5 ^Reklame^ die schließlich nur i h n Geld kostet, nicht י Sexperimentieren, sondern äer wird sich dem ge-r1 S schulten und in der Praxis geübten Reklamefäch- 5 mann anvertrauen. , \ .׳S- Der Werbefachmann der ״Jüdischen Presse“ S erteilt, den Inserenten kostenlos jede. Beratung in E ־ Reklame-Angelegenheiten. ־*־ Der tüchtige Kaufjmann inseriertin seinem eigenen Interesse in der S ״Jüdischen Presse“. Vereliisitächfichtett. v Agudas Jisroel ln Baden. Am Sonntag, den 14. Mai, Lag b’Omer, findet in Baden bei Wien ein Sijum des Däf*J6tfii*Schiüfs statt, bei dem Herr Öberräbbiöef Dr. Gafiebaeh den Madrätt vortragen wird. Genesungsheim der Wiener Chewra -Kadischa. Der Vorstand der Chewra feadischa, 1״ Seitenstettehgasse 2, gibt folgendes bekannt: Im Genesungsheim in Baden bei Wien finden in den Monate(! Mai bis inklusive September 1933 je 33 kurbedürftige Personen für die Dauer von 28 Tagen Aufnahme. Die Insassen erhalten Logis und ärztliche Behandlung gegen Erlag eines Regiebeitfages von S 20 in den Monaten Mai und August, S 36 in den Monaten Juni und Juli. Chewra Kadischa, Wien, XV. Am 36. April 1. J. fand im Sitzungssaale, XV., Turnergasse 22, die 68. ordern* liehe Generairersafimlung der CheWra*Kadischa XII—XV unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder Statt. In der . nachher abgihaltetteh konstituierenden Vorstandssitzüng wurden nachstehende Herren In das Präsidium bezw. in den Vorstand gewählt: Dr. Hermann Kuner, Karl Alt* mann, Dr. Otto Radinger (PräsidiUM); Jakob Winter, Al* bert Adler, Bernhard Lederer und Leopold Wechsler (Vor* stand). Personalnachrichten. Mazewolistellen: Am vergangenen Sonntag wurde in Anwesenheit der Angehörigen und Zahlreicher Freunde der Familie die MazeWoh für Frau Julie H e r z k a ge* stellt. Herr Rabbiner H. Schenk sprach innige Worte des Gedenkens an die Verewigte. KRITIK UND BETRACHTUNa Die ״Folgen“ eines misrachistischen ״Ultimatums“. Wir haben bereits in unserer Ausgabe vom 23. Dezember v. J. zu dem ״Ultimatum" Stellung genommen, das der Misrachi an die zionistischen, Fonds vor nun mehr als einem halben Jahr gerichtet hat. Der Misrachi hat erklärt, er würde, wenn innerhalb sechs Monaten die Sabbatentweihung in den von den Fonds unter״ stützten Institutionen nicht aufhören sollte, einen Aufruf kn die Gola erlassen, daß die zionistischen Fonds nicht länger-unterstützt werden könnten. An sich gab die sechsmonatige Karenzdauer der Sabbatentweihung schoia einiges-zum Nachdenken. Nun sind aber auch diese sechs Monate verstrichen undder Misrachi — schweigt... Hat der Chillul Schabbos in Erez Jisroel wirklich aufgehört? Oder 1halt er nicht vielmehr unver- * mindert ä'n? Die Einsichtigen Wußten es allerdings im voraus. Es war eine schöne Geste des Misrachi und nichts mehr. Wehe dem Misrachi, wenn4 er *es versuchen wollte, sich gegen seinen Brotherrn; gegen die ׳ ihm ״übergeordnete. Instanz", gegen die Zionistische Organisation aufzulehnen. Jizchok Grünbaum, der bekannte Zionistenführer, hat also doch recht gehabt, wenn er in bezug auf , das misrachistische Ultimatum seinerzeit erklärt hat, ״es sei ihm unerfindlich, wieso der Misrachi, der doclrdie Autorität, e ines zionistischen Kongres s e s in seiner . Majorität anerkenne, das Recht habe, die Hut des Sabbat höher zu stellen, als die Willensbildung, der Zionistischen Organisation." Die religiösen Juden mögen sich nun.ihre Gedanken darüber machen, ob der MiSrachi noch das Recht hat, sich als ״religiöse" Partei auszugeben, und ob ein wirklich thoratreuer Jude, ohne Bedrückung des eigenen Ge- Wissens, dem Misrachi angehören darf. Werden es aber auch alle tun? T. Religionsunterricht — um keinen Preis! Unsere Weisen sehen eine besondere Tragik darin, daß Jisroel im Golus von seinen WirtsvÖlkem immer das Schiechte, nie aber das Gute ablernt. Noch viel trauriger ist es aber, wenn Nichtjuden sich veranlaßt sehen müssen, Judeii an ihre elementarsten jüdisehen Pflichten zu ermahnen und sie sogar:־mit Gewalt zwingen müssen, wenigstens den minimalsten. Forderungen der Religion gerecht zu werden. ,!!,<; ,. , In Polen gibt es eine Reihe jüdischer Schulprganisationen, die unter der jüdischen Jugend;Ungeist und Apikorsus verbreiten. Wenn auch die polnische Agudas Jisroel immer wieder auf die Gefahr, die, dem Judentum von dieser Seite entstanden ist, hinweist und die philanthropischen Organisationen im Ausland, die diese Schulen subventionieren, auf fordert, wenigstens die oft schamlose Untergrabung der religiösen Gefühle des Judentums durch diese Schulen zu verhindern, so wird dieser Alarmruf überhört oder als Parteihader angesehen. Solche Schulen sind in erster Reihe die der ״Zischa" und die des ״Tarbuth". ״Zischa" von der jiddischistisehen Organisation ״Bund", und ״Tarbuth" von der Z i o n i.s tischen Organisation. Der Unterschied zwischen beiden besteht darin, daß in den Schulen der ״Zischa" Apikorsus und Unglauben in jidäischer und in den ״Tarbuth"-Schulen in hebräischer Sprache :unterrichtet wird. Das polnische\ Unterrichtsministerium hat ,nun die Schließung-;'melmerer ״Zischa"-Schulen i a n g e o r d n e t, weil , . fiieDirektionen dieser. Schulen; sich, ge w e i ge r t haben-, den "in. Polen obligaten Re 1 igion.su!}terriaht den‘ Schülern zu erteilen. Die ״Zischa"-Schulen werden gewiß eher .ihre Schulen < s:p<& rre-n, -als ■ daß sie sich dem .Gebot der Regie1;ung^"(-nur־^der-*Regierung?, Red.) , Religionsunterricht zu erteilen, fügem würden. Denn ihr Ziäl ist ja gerade die Untergrabung jöäter'sreiigiÖsen Rührung. ' Aber dieser Schritt der polnischen ,Regierung sollte wenigstens den ausländisdh:e:n־',Geldquellen die Augen öffnen. Sie wollen gewinnen? Melden Sie noch rasch Ihre Teilnahme an der•. Lotteriegemeinschafft des KEREN-HATHORA an! Anmeldungen werden noch bis Sonntag Mittag (14. Mai) Im Büro des KEREN-HATHORÄ, Wien II, Leopoldsgasse 16 (Tel. A-4815־4־) entgegen gen ommen Xsehe ch o slowakei!»TERATUR \ * -Das orthodoxe Archiv. Die Leitung* des vor nun- ,mehr drei Jahren innerhalb der polnischen Landesorgani- ■sation der Agudas Jisroel gegründeten ״Zentralen ortho- ■doksischen Archiv" in Warschau (Granicna 9 oder Skrz. poeztowa 102) wendet siqh in einem Aufruf aii Einzel- Personen, Vereine, Körperschaften, Organisationen usw. mit der Bitte, ihr für das Archiv, interessantes Material, wie Veröffentlichungen, jeder Art, Zeitungen, Bücher, •Briefe usw. usw., zur Verfügung zu stellen. Das ״Zentrale orthodoksische Archiv“ in Warschau ist die einzige Institution• dieser Art. Sie verdient die Förderung aller an der Entwicklung und Verbreitung unserer orthodoxen Juden- ,tumsidee Interessierten. . Heinrich Graf Coudenhove-Kalergi: Wesen des Antisemitismus“. Paneuropa-Verlag, Wien-Leipzig- Paris. (Preis: Ganzleinen RM 5.50, broschiert RM 3.90.) Das Werk, das soeben im Paneuropa-Verlag (Wien, I., Hofburg) erscheint, gibt einen Querschnitt durch die Geschichte, des Antisemitismus von der Antike bis zur •Gegenwart, gestützt auf gründliche und objektive Forschungsarbeit, durchglüht von einem leidenschaftlichen *Willen, den Kern einer der umstrittensten und beharr- •lichsten Erscheinungen der Geschichte zu erfassen und gerecht darzustellen. Das große und bleibende Verdienst dieses Büches liegt gerade in dieser Behandlung eines Stoffes, der noch heute unvermindert zu schweren Auseinandersetzungen Anlaß gibt, welche nur zu oft nichts eher vermissen lassen als objektive und gerechte Be- ' trachtung. י OSU — POR.; Einige Bemerkungen zum 14. Band des ״Großen :Brockhaus“. (792 Seiten; in* Ganzleinen RM. 23.40, bei ■Rückgabe eihes alten Lexikons nach den festgesetzten .!Bedingungen RM. 21.15.) Der 7 praktische Wert des ״Großen Brockhaus“ für den Besitzer wächst mit jedem Band; schon sind wir mit musterhafter Pünktlichkeit •beimvierzehnten angelangt, In absehbarer Zeit werden wir das Werk von A bis Z vor uns haben, Der soeben er- •schienene Band bringt die Stichwörter zwischen OSU und POR, oder genauer ausgedrückt, zwischen Osuna (einer Bezirksstadt in Spanien) und Porzellanton, Ein jeder Brockhaus-Band ist eine Welt im Kleinen, man kann sich, von der Fülle der fesselnden Stichwörter und Abbildungen verlockt, regelrecht darin verirren, so daß man sich erst *nach stundenlangem Lesen zu dem zurückfindet, was man suchte. ־־: Im Verlag ״Jüdisches Jahrbuch“, Berlin S 42, Luisenufer 34, erscheint demnächst der Jahrgang 1933, .die 8. Ausgabe dieses Jahrbuches, Der Verlag hat den Preis auf RM. 2.85 herabgesetzt, um das Jahrbuch weiten Kreisen der jüdischen Oeffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Hilfsaktion. Der in der Vorwoche veröffentlichte Aufruf des zur Aufhilfe von Juden in Deutschland zusammengetretenen ״Jüdischen Hilfskomitees in der Slowakei" hat im ganzen Lande lebhaften Widerhall gefunderi. # Die orthodoxe Landeskanzlei versandte an alle Gemeinden und Rabbiner der Slowakei ein Rundschreiben, worin um Einleitung einer großzügigen Sam- 'melaktion auf breitester Basis gebeten wird. Wir sind, dahin ■ informiert, daß die Aktion in allen Gemeinden mit größtem Eifer eingesetzt hat und verspricht trotz *der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse ein außerordentlich gutes Resultat. In der vorwöchigen Ausgabe hat wieder der Druckfehlerteufel gewütet; Außer dem Präsidium des Gemeindebundes ״Jeäurun" und der orthodoxen .Landeskanzlei hatten den Aufruf ״Menschenfreunde! Juden“ richtig unterzeichnet; Josef Fischer, Fabrikant; Dr. Julius Reiss, Abgeordneter; Albert Gestetner, Landtagsabgeordneter. , ' ' Die ״große Feuersbrunst“ im Bratislavaer Ghetto. Letzten ,ש»ל . den 10. Ijar, waren es zwanzig Jahre, daß die Bratislavaer Judengasse zum größten Teil den Flammen einer großen Feuersbrunst zum Opfer fiel. Man gedachte dieses Erinnerüngstages in allen Bet* häusern mit besonderen Gebeten. Offenbarte sich doch damals in der ganzen Welt der Bratislavaer Judenschaft gegenüber der jüdische Wohltätigkeitssinn in der herr* lichsten Weise, Der Ruhm Freßburgs setzte alle guten Herzen in Bewegung. Es sei auch daran dankbar erinnert, daß die damals erst gegründete AgudasJisro e!unter den Allerersten war, die der Gemeinde und der Jeschiwa sehr ansehnliche Beiträge zur Linderung der Not zur Verfügung stellten. Auch die Stadt Bratislava gedenkt nächsten .Sonntag, den. 14. Mai, dieses Tages im Rahmen großer Straßenaufzüge aller, damals an den Löscharbeiten beteiligt gewesenen Feuerwehren, Arbeiteryerbände, Vereine usw. ,• < Rabbi Mosche Blau in Bratislava. Rabbi Mosche Blau, der verdiente Leiter der Agudas Jisroel in Jerusalem, weilt seit dem 13. Ijar zur Besprechung wichtiger Angelegenheiten der Gesamt- Orthodoxie in Bratislava. Landwirtschaftlche Arbeitsstätte der Agudas■* Jisroel-Jugendorganisation, Einen seit langem als notwendig erkannten Plan gelang es dieser Tage der Agudas-Jisroei-Jugendorganisation der, Slowakei zur Verwirklipkung zu bringen, Die ׳ Vorbereitung ehemaliger Bachurim für einen gesunden und ertragreichen Beruf bildet seit vielen Jahren den Ge* genstanä größter Sorge. Auch denjenigen’jungen Leuten der agudistischen Jugend, die eine Ansiedlung in Erez. Jisroel erstreben, ist die Ertüchtigung in einem produktiven Berufe gebieterische Notwendigkeit. Diesen Erkenntnissen Rechnung tragend, hat die Aguda-Jugend- Organisation dieser Tage zunächst in der Nähe von Niträ, auf den Gütern des Herrn Heinrich Schlesinger, eine land- .wirtschaftliche Lehr-' und Arbeitsstätte ins Leben gerufen. Fürs erste wurden 15 junge Leute im Alter von 20 Jahren und aufwärts, sämtlich ehemalige Jeschiwa- Zöglinge und gegenwärtig stellenlos, nach ärztlichen Zeugnissen von widerstandsfähiger Körperkonstitution,'untergebracht. Auch für entsprechende einwandfreie geistige Beschäftigung ־und Schiurim wurde vorgesorgt. Die Teilnehmer an dieser Arbeitsstätte rekrutieren sich aus. allen Gegenden der Slowakei und Podkarpatskä Rus und wurden von den Aguda-Jugendgruppen nach bestimmten Grundsätzen ausgewählt. Sollte sich,dieser erste Versuch wunschgemäß bewähren, so ist beabsichtigt, die Aktion zu erweitern und auch auf andere praktische Arbeitsberufe auszudehnen. Generalversammlung des Jüdischen Krankenhaus- Vereines. Wir erhielten folgenden Bericht: Am 30. April d. J. fand im Sitzungssaale des Jüdischen Spitales unter reger Beteiligung der Mitglieder die Generalversammlung des Jüdischen Krankenhausvereines statt. Herr Präses Josef Fischer jun. begrüßte die Erschienenen,, gedachte in. pietätvollen Worten der schweren Verluste, die der Jüdisehe Krankenhausverein und' das Jüdische Spital durch das Hinscheiden der hervorragendsten langjährigen Mitarbeiter und Mitglieder: Isidor Engel, David Krauß, Markus Frankl, Moritz Blumgrund, Apotheker Polgar, Moritz Wasservogel, Josef Herzog;und Dr. Josua Gelber erlitten haben, und schilderte die Tätigkeit der einzelnen Mit* glieder im Rahmen des Kuratoriums, wo jeder der Herren den ihm zugewiesenen Arbeitskreis voll und ganz auszu* füllen bestrebt war. Die Zahl der Mitglieder des Vereines ist gering, um so größer sind aber die Aufgaben, die der Verein zu leisten hat. Die immer schwieriger gewordenen Wirtschaftlichen Verhältnisse machen sich auch im Spitals* betrieb fühlbar. Das Jüdische Spital ist immer mehr auf Unterstützungen durch Spenden und ständige Zuwen* düngen angewiesen, Jedes einzelne Mitglied müsse daher die weitestgehende Werbearbeit leisten. Als beispielgebend sei die Propagandatätigkeit des Herrn Jakob Duschn itz hervorzuheben, dem es gelungen ist, im ersten Jahre Kö 60,000 an Jahresbeiträgen aufzubringen. Von einem unbekannten Spender wurden dem Verein Kö 50.000 zur Verfügung gestellt, deren Zinsen zur Erhaltung des Spitals verwendet werden, Die Statuten des Jüdischen Krankenhausvereines enthalten einen wichtigen Progranunpunkt: Die Errichtung und Erhaltung eines jüdischen Pflegerinnenheimes. Die Herren Dr- L, Baräcs und Prim., Pr. J. Oeste*-