Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 19 (12.5.1933)
- Date
- 1933-05-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Mr iS Werdet u Sekretariat! tSdtomrc'Sdiabbos'7 Ite tdephöft Äf#*4*i& sächlich geftiächte Beobachtungen ah Kindeih als religioses Häftdelnr befcw. als religiöses Fühlen auszulegen. Wir vergessen aber* daß die ,*religiösen MMältingen•* vöh Kindern gäf nicht religiösen Motiven entspringen, ־Ä611döitÄ׳>i^tt!׳Äl:01^)^־,,ÖÄüsrttlfaidd׳" stlif'. haben : Teils ihr natürliches NachahmungstTedÜrfnis, teils die Öewähhüng, aber vor allem die mächtige de* ftihlssüggestiön der Eltern und des erwachsenen Geschlechts überhaupt auf die Kinder. Auch das Geit u n g s b e s t r e b e n spielt hier eine :große Rolle. Die Kinder hoffen, durch Befolgung religiöser Vorschriften Sich bei Eltern Und Bekannten beliebt zu machen, als gleichwertig niit den Erwachsenen angesehen zu werden. Schließlich sind es A n g S t v o r s t e II u n g e n, die die Kinder: auch in unbeobachteten Situationen davon abhalten, religiöse Vorschriften zu verletzen; und zwar Angstvor- Stellungen ganz konkreter, Natur,' wie Sie nur bei primitiven Erwachsenen manchmal zu finden sind. Dann dürfen;• wir;,.nicht ־;vergessen׳, daß zum Erfassen der religiösen Lehren und Bf lichten ein .hoher Grad von tntelligenz und sozialem Einfühlungsvermögen erforder lieh ist, der bei Kindern in der Regel nicht zu fin- V den ist/;: Wir können also auf Grund der bisherigen Betrachtungen feststellen: Die religiöse Erziehung bis zum vierzehnten Jahre Stellt bloß ein Bruchs tück des gesamten Erziehungswerkes dar; ,sie ist noch lange nicht, auch nicht in der Hauptsache, zum Abschluß gelangt. Sie ist im besten Falle der Unterbau des Gebäudes der Er- Ziehung. ■ In den folgenden Jahren der religiösen Entwicklung können die Eltern ah ihrem Zögling vorerst schüchferne r e 1 i g i ö s e Skepsis wahrnehmen. Aus dieser entwickelt sich früher Oder später der religiose Z w e i f e l. Anfangs einzelne Lehren und Anschauungen — die Allmacht, die Gerechtigkeit G-ttes, die Schöpfung, die Offenbarung, das Jenseits — angreifend, religiöse Uebuhgen über Bord werfend, kann er sich allmählich so weit entwickeln, daß er die Grundlage der Religion, das Dasein. G-ttes, leugnet. Im Zaum , gehalten wird diese Revolution eine Zeitlang durch die Autorität der Eltern und durch die Ehrfurcht vor dem G-tteswort, bis auch diese keinen Damm mehr bilden gegen die alles verneinende Wucht der inneren Auflehnung. Damit ist die reli- : giöse Entwicklung in ihre zweite Phase eingetreten (wenn wir die Stufe des ־ reinen Kinderglaubens als erste Phase bezeichnen), die kritischste der: ganzen Entwicklung überhaupt,* die •über' die V letzten Schuljahre bis ins reife Jügendalter hineinreichen kann. : In dieser Epoche lehnen sich Gefühl nfrid Trieb mit elementarer Gewalt, gegen die Vernunft auf, diese wieder im überheblichsten Selbstbewußtsein gegen jede Autorität. . Scharfe Herausbildung und Herausstellung der Individualität, Mißtrauen gegen jede religiöse Tradition, selbstbewußt und doch anlehnungsbedürftig: das ist der seelisehe Zustand an der Pforte von der Kindheit ins Jugendalter. '; }:;Nicht immer vollzieht sich diese religiöse , Krise so : stürmisch! Manchmal verläuft sie so ruhig,: daß ,das’Seelen- ' . v leben unerschüttert׳ bleibt. Das sind aber wohl auch die Grenzfälle. Man darf wohl behaupten: Die tief eren Nat u r e n sind es nicht, die am leichtesten wegkommen. Mit seinen tiefinnersten seelischen Angelegenheiten äü die Eitefh trm Rat heranzutfeten, wägt der Halb-* Wüchsige nicht. Ef־ fürchtet, Sich ihrem verdammenden urteil äüszusetzen, wem! er ihnen all seine religiösen Zweifel anvertrauen wollte. So zieht er es vor, sich dort Aufschluß zu holen, Wo er Ge hör Und freundliches V erst ä n d n i s findet, und das ist nur allzu oft im irreligiösen Milieu. Dieses Milieu ist die stärkste Nahrungs* quelle für den ohnehin bestehenden religiösen Zweifel. Nun zur Kardinalfrage unserer Abhandlung: Wie können wir solche Schäden von vornherein unmöglieh machen? Psychologisch betrachtet, ist die religiöse Krisis, in welchem Grade sie auch auf treten mag, immer ein natürlicher Vorgang im Seelenleben des Jugendlichen. Darum wird die Anwendung von Strenge gegenüber diesen revolutionären Ideen negative Erfolge erzielen. Diese Erscheinung als sündhaft hin* zustellen, ist vom pädagögischen Standpunkt zu v e r u r- Die Audienz der Aguda-Vertreter beim Papst. Wie bereits gemeldet, würde das Mitglied der politischen Exekutive der Agudas Jisroel, Generalkonsul Sally Guggenheim, gemeinsam mit dem Mailänder Rabbiner de Fano vom Papst in Privataudienz empfangen, Die Besucher erstatteten dem Papst Bericht über die Lage der Juden in Deutschland,.!der fast eine halbe Stunde in Anspruch nahm und vom Papst in tiefer Anteilnahme angehört wurde. An den Bericht Schloß sich eine Ausspräche, in welcher der Papst, der zu Rabbi de Fano, seinem ehemaligen Hebräisch-Lehrer, in sehr freundschaft- Ücher Beziehung steht, eine Reihe von Fragen, betreffend Einzelheiten der jüdischen Situation in Deutschland, an die Delegierten der Agudas Jisroel richtete. Zum Schlüsse erklärte der Papst: Ich habe schon bisher auf eine Besserung des,Loses der deutschen Juden hin gearbeitet und werde dies auch in Zukunft tun. Einige Stunden nach>vcler Audienz erschien Kardinal־. Staatssekretär P a c c 11 i im Hotel, in welchem die beiden Vertreter der Aguda abgestiegen waren, und stattete ihnen eine Visite ab. Der Kardinal konferierte bei dieser Gelegenheit längere Zeit mit den beiden Herren. Generalkonsul Guggenheim hat während seines Aufenthaltes in Rom mit zahlreichen politischen Persönlichkeiten Fühlung genommen , und eine Reihe von Konferenzen abgehalten. Er hat auch mit dem Oberrabbiner von Rom, Dr. Sacerdotl, der zum engsten Freundeskreis des italienischen Ministerpräsidenten Mussolini gehört, in mehreren Konferenzen die Lage eingehend besprochen. Der Kamp! um die selbständige orthodoxe Gemeinde in Erez Jisroel. Die Agudas Jisroel in Erez Jisroel hat in der Vorwoche der Pülästina-RegiCrung- ein Memorandum, betreffend di e ö f f qjnj'.J iq h-re c h 11 iche Anerk e n n u n g d er selb s tan di ge n o r thodox e n Gem einden in Er?e'z׳ Ji.sr ocl, mit der Bitte um Weiterleitung an die Permanente Mandatskommission Lebensversicherungs- Gesellschaft Gegründet 1882 Versicherungsbestand Ende 1931 . . . . . . . . . ..... . ... . . . .!'. 2775 Millionen Schilling; Prämien־, und Zinseneinnahmen im Jahre 1931 . . . . . . . .* . . ... . . .!. 182 Millionen Schilling; Garantiemittel Ende 1931 . . . . ..... . . . . . ... . . . .' . . . . 472 Millionen Schilling .Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1931 . . . . ... . ..43 . ׳!Millionen Schilling Am Ende, des Jahres 1931• waren bei der Gesellschaft 836.664 Personen.versichert. ■׳ ,Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, Italien, Tschechoslo-; wakische Republik, Polen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Türkei, Aegypten und Kleinasien. , Zimmermaler, Künstler mit einigen hundert Anerkennungsschreiben, malt Zimmer und Rüehe, gasfest, um Sd Schiliing modern, hygienisch, rein.} Bf Fünf Jahre Garantie Sdiofiy, Sdiony,1114/. Marxergasse 43/ Lokal teilen. Vielmehr muß das natürliche Vertrauens- Verhältnis zwischen Eltern und Kindern erweitert und vertieft werden, denn nur auf der Basis des V e rt r a u e n s werden die Eltern helfend und aüfklärend zu wirken imstande sein. Strenge der Eltern hat in dieser Periode seelische Und geistige Fiucht aus der Familie zur Folge. Inniges, jüdisches Familienleben unter besonderer Betonung der Familiengeselligkeit ist aber imstande, auch den Jugendlichen in religiöser Hinsicht dauernd an die Familie zu fesseln. Das ist״der beste Schutz gegen Familienflucht und damit gegen das Heberhandnehmen familienfremder, irreligiöser Einflüsse. des Völkerbundes Überreicht. Das Memorandum enthält die Bemerkungen und Eimvände der Agudah gegenüber dem letzten Bericht der Mandatskommission zur Frage der Regierungsverordnung über die Organisation der religiösen Gemeinschaften in Palästina und die nachdrückliche Forderung nach offizieller Anerkennung einer gesonderten orthödox-jüdischen Religionsgemeinschaft in Palästina. ‘ Vor einigen Tagen haben die agudistischen Führer in Erez Jisroel, Rabbi Hörowitz, Rabbi Blau und Dr. Buxbaum, wie bereits gemeldet, ihre Forderungen dem deutschen Mitglied der Mandatskommission, R u p- . p e 1, der nach Palästina gekommen war, um als Berichterstatter ddr Mandatskommission. die Verhältnisse ail Ort und Stelle zu studieren, unterbreitet. Das Schachtverbot in Deutschland. Am 1. Mai trat das Gesetz , gegen das Schächten von Tieren in Kraft. Danach sind warmblütige Tiere beim Schlachten vor Beginn der Blutentziehung, zu betäuben. Die Betäubung hat durch Anwendung besonderer Betäubungsapparate oder durch Schlag auf den Schädel mit einem besonderen Hammer oder behelfsmäßig^mit einer Axt zu erfolgen. Die Betäubung von Geflügel ist nicht erforderlich, wenn das Schlachten durch vorheriges voll- ־ ständiges Abtrennen des Kopfes vom Rumpfe erfolgt. In Berlin und anderen Orten wurden Versuche für eine Betäubungsart angestellt, die, ohne mit den religiösen Vor- Schriften in Widerspruch zu stehen, den Bestimmungen dieses Gesetzes entsprechen könnten. Diese Versuche sind bisher noch zu keinem Abschluß gelangt. Bezüglich der Schlachtung von Geflügel nach den Bestimmungen. der neuen Schlachtgesetzverordnung — völliges Abtrennen des Kopfes — finden noch Beratungen der deutschen Rabbiner über die . religiöse Zulässigkeit einer solchen Art des Schächtens statt. Die orthodoxen Rabbiner Deutschlands haben eine diesbezügliche Anfrage an den Vorsitzenden des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel, Rabbi Ghaim Oser Grodzenski, gerichtet. Ein Vertreter des orthodoxen Rabbinerverbandes begibt sich nach Wilna, um persönlich die Entscheidung Rabbi Grodzenskis entgegenzunehmen. Eine Siedlung von Judenchristen in Palästina. In ,Südpalästina soll demnächst eine landwirtschaftliehe Siedlung von Judenchristen geschaffen werden. Ein Grundstück von etwa 2000 Dun am wurde an die Hebrew-Christian-Alliance von Fahmi Effendi Hüsseini verkauft. Auch über den Ankauf anderer Grundstücke wurden Verhandlungen gepflogen. Schweizer Bundesrat über die Gleichberechtigung der Staatsbürger. Der Israelitische Gemeindebund der Schweiz hat dem Bundesrat (schweizerische Regierung) eine Resolution überreicht, in der dem Bedauern über judenfeindliche Aeußerungen in einer Reihe in letzter Zeit in der Schweiz abgehaltenen Versammlungen Ausdruck rf •־—HJ&JTE-Rr^ Erzählung von S. Wie z. , (Fortsetzung) [5] . »,Die Mühle in Betrieb halten, solange der Wind geht. Die Säcke sind numeriert und müssen der Reihe nach daran. Geht das Rad gut und sind die Walzen in Ordnung?" ״Alles in bester Ordnung, gnädiger Herr!" Der Verwalter ging weiter, der Lauf der Flinte glitzerte im Mondschein. Jetzt schaute er prüfend nach der Wirtsstube, nach dem Oberstocke, wo er ihr Zimmer wußte . . , murmelte etwas und ging weiter. Wie mit geheimer Macht packte es das Mädchen. Es konnte den Mann nicht so vorübergehen lassen. ״Herr Borisowski!“ Der Verwalter nahm die Zigarre aus dem Munde und sah sich erstaunt um. ״Sie sind es, Fräulein Marianka? Zu dieser Nachtstunde? Es fehlte nicht viel und ich hätte zur Flinte gegriffen." Borisowski lachte. } Auch Merelaika lachte vergpügt: * ״Ich befinde mich auf heimatlichem Boden, während Sie nächtlicherweise in Feld und Flur umherstreifen, Wie kommen Sie jetzt daher, Herr Borisowski?“ - Verwalter erzählte ein langes und breites von meinen Amtspflichten und den damit verbundenen Plackereien. Unerwartet setzte ein Wind ein, da mußte man nach dem Rechten schauen. Die ,verschiedenen Guts* miihlen müßten rasch in Betrieb gesetzt ״ werden. Die Deute seien faul, unzuverlässig, wenn man ihnen nicht immer auf die Finger sehe. Und da gerade der Weg durch dcn^Wald führte, habe er Fühte und Hund mitgenommen, wegen der vielen Wilderer und Holzdiebe, die sich in der Gegend herumtrieben. Rentiert habe der Gang sich auch. Dort in der Lichtung kam' er mit dem'Reisefbund ge״ schlichen . . . natürlich war .es kein anderer als. W a i n k a . . . Morgen schon solle ihm der Prozeß ge■׳ ,;macht*weifen,' solle er des Fuhrmannspostens enthoben und. yom־ Hofe •gejagt werden« Und nun, da er alle Mühen׳.! und Plagen hinter sich habe, dieser süße Lohn . . . ״Marianka! Wie köstlich nach all den Widerwärtigkeiten. Es gibt noch eine ausgleichende Gerechtigkeit!" Er versuchte das Mädchen zu streicheln, doch dieses zog sich zurück. . ״Borisowski", sägte sie, ״haben Sie die Anzeige gegen Wainka schon gemacht?" ״So eilig ist mir Uie Sache nicht. Kann morgen noch mit dem Trunkenbold abrechnen." ״Wie hoch ist der Wprt des von ihm entwendeten Holzes?" ״Hoch? Für uns ziemlich wertlos, aber er behauptete, es sei ihm aus der .^uhre gefallen, die ihm gehörte und sei sein Eigentum. Ich könnte ihn laufen lassen, wenn er nicht gar so toll sich benommen hätte und so wüst darauf los geschimpft, auf mich, auf die Herren, auf alle ... Er soll es bereuen." ״Herr Borisowski! Wainka hat Frau und Kinder, die oft darben. Er hat großen Mund, ist aber nicht bösartig. Machen Sie die armen Leute nicht unglücklich." ״Welchen Grund haben Sie, sich für den trunksüchtigen Fuhrmann so einzusetzen?". Borisowski legte seine Hand um den Hals des Mädchens und schaute ihr lachend ins schwarze, feuersprühende Auge. Wieder riß sich das Mädchen mit heftiger Bewegung los. ״Keinen andern Grund als das Mitleid mit der armen Familie. Wenn Sie ihn wirklich anzeigen, hin ich Ihnen ernstlich böse." ״Soviel ist mir der ganze Wainka nicht wert, daß ich mich um seinetwillen mit meiner süßen Marianka verfeinde. Hier, ganz nach Befehl, schöne Gebieterin!“ Er riß ein Blatt aus seinem Notizbuche und warf es dem Mädchen zu Füßen, das der findige Jagdhund sofort geschickt aufhob;■und Seinem Herrn wieder bringen wollte. ״Dorthin!“ kommandierte der Verwalter, und das kluge Tier legte den Zettel in den Schoß des jungen Mädchens« * ״Wissen Sie, Marianka“, sagte der Gutsverwalter nach einer Weile, ״Sie sind voll Milde und Güte, voll christlicher Liebe, wie sie immer die Fürstin, die Schwe•׳ ster unserer• seligen Gütsherrin/ weiche oft hier, weilt, predigt* Sie kennen dQch Fürstin K o w z 0 w, deren Wohltäten grenzenics sind und die auch das berühmte Peiikünkloster in K . . « unter ihrer Patronage hat« Wie viele «verierene Seelen sie schon gerettet hat .;•< * Die sollten Sie kennen lernen ... Es ist ein Engel, wenn sie nur nicht so ein ekelhaft verzerrtes Teufelsgesicht hätte und eine abscheuliche Hornbrille auf der roten, dicken Nase. Sie betet den ganzen Tag, und Wirtshäuser sind ihr ein Greuel, sonst hätte ich ihr schon längst• von der Ochsenwirtschaft erzählt und von meiner lieben Marianka ..." Das Mädchen hörte still und ernst zu. Sie hatte von der Fürstin Kowzow viel gehört und trug sich schon lange mit dem stillen Wunsche herum, diese große, seitene Frau, von der man sich im Orte Legenden erzählte, kennenzulernen. Es war doch sonderbar,''wie Borisowski immer auf Gedanken kam, die ihr so nahe lagen. ״Wie sollte ich, das Judenmädchen, die Fürstin interessieren?", sagte Merelaika etwas geziert. ״So manchem Judenmädchen hat die edle Fürstin bereits ihr Interesse zugewendet und ihm die Pforten des Heiles, des Glückes geöffnet", sagte Borisowski nachdrücklich. Das Mädchen erschauerte. Instinktiv sah sie nach dem stillen, in tiefem Nachtfrieden ruhenden Elternhause hin. ״Nein, Herr Borisowski, nicht mehr davon. Gute Nacht!“ --- Ohne seine Antwort abzuwarten, schwang sich Merelaika die schmale Treppe zu ihrer Kammer hinauf. Noch lange fand Merelaika keinen Schlaf. Wirr schossen die Eindrücke des Tages durch ihren Kopf. Dieser Borisowski! ״Holde Gebieterin“, sagte er . , . Wie schön das klang! . . . Und dann David, der nie das rechte Wort zu ihr fand, der nur schmachtende Blicke für sie hatte. Und die ewigen Anspielungen der Mutter, die Eigenschaften, die der Vater von David zu loben wußte . . . Ein tüchtiger Kaufmann von großer Bildung, gediegenem jüdischem Wissen, klugem Benehmen ... Mag sein! So genau hatte sie sich ihn noch gar *nicht angesehen ... Wozu auch? Nein, lieh Mütterchen, daraus wird nichts, Merelaika geht nicht von der Wirtsstube in den Kaufläden ,>; Mit diesen Gedanken schlief sie \ ein, Und lang״ säm kam in seinen* hohen spiegelblanken Stiefeln der Ritterד den Berg^ hinunter und pfiff ihr keck und er^ munternd zu. Er kain näher, immer näher. ,.»׳ בד.־'-;-־־ :"■!*CPQTtsetzün£r>Tplet»> ׳— ■"׳ "־ק'••'