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Jüdische Presse · 1933-04-28 · 17 (28.4.1933) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
17 (28.4.1933)
Date
1933-04-28
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Nf. 17 Seite 2 JÜMSCBE PRESSE Zimmermaler, Künstler mit einigen fttmdetf Änefkärtftufigsschfgiben, malt Zimmer und Räche» gasfest, um SO Schilling f modern/hygienisch, fein. Fünf ]ahfe Gäfaniie Sdiony, 111״ MawCT9a88c4l,L0fcal^j.e״y^f,}, Wilde odef Heilige sich der feinen Herrschaft ihres Instinkts Überlassen und so sich erhalten odef untergehen. Niemals aber kann das kleinste (Gemeinwesen, eine an Zahl noch so geringe (Gruppe von Menschen ohne ein den blossen Egoismus Überwindendes Sand, ohne wie immer beschaffenes moralisches Gesetz bestehen. Auch die Macht kann es nicht entbehren. Die nackte Gewalt, die Tyrannis des Schwertes oder der Paust allein, vermag nur ein labiles, transitorisches Gleichgewicht zu schaffen, Gebilde ohne Standfestigkeit: denn Macht geht immer an Macht und durch Macht zugrunde. Künstlich macht sich der auf sie gebaute Staat blind gegen die Voraus- Setzung seiner eigenen Existenz. Die Preisgabe der Moral untergräbt den Boden, aüf dem Gemeinschaftsleben allerersft möglich ist. Der Gedanke von der alleinigen Geltung der Moral für individuelle Lebensbezirke ist daher im Kern falsch. Aber nicht nur Israel als Völksgesamtheit, alle Völker werden als auf das Gesetz verpflichtet betrachtet. Bevor das Thorawort Israel offenbart wurde, ward es, dem Midrasch nach, jedem einzelnen der Völker angetragen. Mochten diese es auch ablehnen seine Träger zu. werden, so wurde es dennoch in 70 Sprachen auf Tafeln von Stein gegraben und damit allen Völkern als solchen als Ideal aufgegeben. Moral ist eben nicht Privatsache, sondern, ihrem Wesen nach, Sache der Oeffentlichkeit, der. Gesamtheit. Niemals kann einem Volk ein Verstoß gegen den ״Bund der Ewigkeit“, gegen die Moral, verziehen werden. Wo in der Thora vom Gericht G־ttes gesprochen wird, ist es zumeist ein Gericht über die Völker. ״Der Ewige steht zum Streit auf, die Völker zu richten." (Jes. 3, 13.) ״Es danken Dir", sagte der Psalmist, ״die Völker alle, wenn Du die Völker richtest in Geradheit und die Nationen leitest nach Gerechtigkeit." ״Es freut sich das All, Wenn G-tt kommt, die Erde zu richten, Er richtet die Menschheit in Gerechtigkeit und die Völker in seiner Treue." Der größte Gedanke, den unsere Propheten uns für alles Menschenleben vermittelt haben, das höchste und letzte Endziel alles Weltgeschehens, die messiani* sehe Zukunft, ist nicht zunächst eine Erlösung des einzelnen, sondern die der Völker. ״Wenn feststeht der Berg G־ttes an der Spitze der Berge, dann werden zu ihm strömen alle Völker, und die großen Nationen werden zu ihm wallfahren, um die Entscheidung G־ttes in allen Fragen des Gesamtlebens entgegenzunehmen und sie werden umschmieden ihre Schwerter zu Pflugscharen." Die von Zion ausgehende Lehre ist eben zuerst eine Lehre für die Volksgesamtheiten. Darin ist• das Messiasreich die Konsequenz des Gedankens von der Herrschaft des einzigen G־ttes auf Erden, dessen Einzigkeit keine zweifache Gerechtigkeit, nicht zweierlei Maß sittlicher Beurteilung verträgt. Seine Herrschaft wird in viel stärkerem Maße verleugnet, wenn die Verletzung der g-ttesgesetzten Weltordnung in der breiten Oeffentlichkeit des politischen Geschehens sich abspielt als in der Verborgenheit und dem Dunkel des Einzellebens.' Jedes völkergeschichtliche Unrecht ist von selbst eine Entweihung des g־ttlichen Namens, Leugnung einer überindividuellen Verpflegung und ethischen Be- '• Stimmung der Menschheit. Auf dem Wege der Rückkehr. In Frankfurt hat sich ein Komitee gebildet, welches seine Dienste solchen jungen Menschen beiderlei Geschlechts zur Verfügung stellt, die bisher dem religiösen jüdischen Leben f 'erns tande n, jedoch gerne in orthodox-jüdische Familien eingeführt sein möchten, .um*dadurch allmählich den Weg in die religiöse Heimat zurückzufinden. (Es wäre zu wünschen, daß auch in Wien eine derartige Vereinigung gebildet würde, um den Zurückkehrenden den Weg zur Teschuwo zu ebnen. •Die Redaktion.) Raummangel halber mußte diese Woche die Fort- Setzung der Erzählung ״Hinter Mauern“ ausbleiben. Der Sinn der Stunde. ■ ' , ’f- Es geht den Juden im deutSeheü Lebeftsfauift unsagbar schlecht —, trotzdem nicht so schlecht, daß ge- WÜSe Leute Bedenken hätten, auch noch in dieser Stunde einer großen, gemeinsamen Not am Brattde unseres Hauses ihr elendes, parteipolitisches Süppchen zu kochen. Vor allem die ״Neue Welt" versorgt ihre Leser mit solcher Rost. . Da haben die rabbinischen Vorstände der Vereintgongen gesetzestreuer »lüden; in Deutschland einen fÄttf± ruf erlassen, der sich mit der Sabbatheiligung und den Spei3egeboten befaßt. Jedermann weiß, warum der Aufruf in diesem Augenblick gerade diese beiden Bestandteile des jüdischen Rituals heraüsgreift und den Gläubigen ans Herz legt. Durch die wirtschaftlihe Bedrängnis wird . in ungeahntem Maße der Sabbat, durch das Verbot der Schächtung das Speisegesetz bedroht. Nichts natürlicher, als daß die Verwalter der religiösen Ueberlieferung ihren Appell gerade auf diese beiden Punkte stützen. Dem Schreiber der ״Neuen Welt" ist dieser auf der Hand liegende Sachverhalt nicht unbekannt. Auch er weiß sehr gut, daß die Mahnung Zu standhafter Gesetzestreue nicht einem leeren frömmelnden Getue das Wort redet, sondern daß sie eine edle Kraft und Zuversicht in einer bangen Zeit bestärken Will. Wüßte er das nicht, die einleitenden Sätze des Aufrufes hätten es ihm sagen müssen. Denn dort steht zu lesen: ״Wer an einen Sinn in der jüdischen Geschichte überhaupt glaubt, kann in diesen schweren Prüfungen nicht einen Zufall erblicken. ,Nur eine höhere Fügung kann es gewesen sein, die in einer harten Sprache zu uns spricht, um durch Heldenmut in Leid Und Kummer uns auf eine höhere Stufe sittlich-religiösen Menschentums emporzuheben." In diesen Sätzen liegt der Schlüssel der Aktion: Sie will allen Aufmerksamen zum Bewußtsein bringen, daß das jüdische Volk wieder einmal durch eine Prüfung gehen muß —, eine Prüfung, dazu bestimmt, umzukehren von verfehlten Wegen, uns zu reinigen, zur Selbst- und G-ttbesinnung zu gelangen, also — in jedem Sinne — unsere religiöse Aufgabe an uns und an der Menschheit zu erfüllen. Dem Schreiber der ״Neuen Welt" liegt diese tiefere Bedeutung nicht bequem. Er hilft sich, indem er sie umgeht, und sie mit einem billigen Trick in ihr Gegenteil verkehrt. Nachdem das geschehen, fällt es ihm natürlich leicht, das entstellte und verfälschte ״Bekenntnis einer orthodoxen Seele" zu bekämpfen, •ja zu verhöhnen. Wir haben uns biäher mit derlei widerlichen Zeitungsprafttiken nicht abgegeben. Aber die Zeit ist schwer geworden, unsere Verantwortung groß. Jeder muß heute das Seine dazu beitragen, die Einigkeit unter den Juden zu stärken, die Heiligkeit alles Jüdischen zu bejahen, also auch die streitsüchtigen und parteilichen Rechthaber aus dem Wege zu schaffen. Deshalb antworten, wir der ״Neuen' Welt" mit den Worten eines jüdischen Hriefes aus Deutschland, der mit dem Briefe der Rabbiner gut zusammengeht, jedenfalls besser als mit der traurigen Glosse der ״Neuen Welt". ,,... Nun sihd Wir״ — so schreibt der Mann aüs Deutschland — ״in die Unfreiheit getan Worden und an Besitz, Beruf und Leben andrer Macht, andrer Ordnung, andrem Gebot: der Macht, der Ordnung und dem Gebot der Menschen untertan. Aber in dieser Unfreiheit werden wir von G-tt aufgesucht, — mitten in der Heimsuchung sucht er uns auf, Wenn wir uns ihm zuwenden, den Wahn der falschen Freiheit mit all ihren trügerischen Siche- Jungen fahren lassen, zur G-ttesfreiheit, die die, G-ttgebundenheit ist, umkehren, wird sich dieses - Taumeln durch die finstere Schlucht als ein Weg, als unser Weg ins Licht manifestieren... Ein führender protestantischer Theologe hat mir in diesen Tagen geschrieben: ״Ihr Volk hat ja immer ,in der Tiefe‘ G-tt finden müssen und ist damit .der ganzen Menschheit zum Segen geworden... Die Zeit der WüstehWanderung, die jetzt für Sie begönnen hat, kann ja auch eine Zeit großer Offenbarung werden. G-tt gebe es." Der Brief schließt :..״G-tt gebe es". - Er erschien letzthin in der ,;Jüdischen Rundschau", sein Schreiber ist Martin Buber. Professor Dr. Max Eisler. _ Hermann Feldheim Wien I, Salztorgasse 6 T e x t i 1 w a 1• ׳e n en gros. Eigene Manipulation von Weißwaren. Detailverkauf zu En-gros-Preisen. Günstige Einkaufsquelle für Brautausstattungen. 1 Einwanderungszertifikate für deutsche Agudisten. . Die Palästina-Regierung hat der Agudas Jisroel Kimvanderungszertifikate für 50 jüdische Familien aus Deutschland bewilligt. Das Anti-Schechita-Gesetz in Deutschland Die Reichsregierung veröffentlicht im Reichsgesetzblatt das ״Gesetz über das Schlachten von Tieren‘.‘, durch das ab 1. Mai'das betäubungslose Schlachten warmblütiger Tiere verboten wird. Vorsätzliche oder fahrlässige Uebertretung der Vorschriften dieses Gesetzes wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bestraft. Das Reichsgesetzblatt publiziert gleichzeitig eine Durchführungsverordnung des Reichsinnenministers Dr. Frick, in der es heißt, daß die׳ Betäubung durch Anwendung besonderer Betäubungsapparate oder durch Schlag auf den Schädel mit einem besonderen Hammer oder behelfsmäßig mit eine Axt zu erfolgen habe. Die Betäubung von Geflügel vor der Schlachtung ist nicht erforderlich, wenn das Schlachten durch vorheriges vollständiges Ab trennen des Kopfes vom Rumpf erfolgte. 1932 — ein Rekordjahr des palästinensischen Außen- , handeis Wie aus der soeben veröffentlichten neuen Nummer des von der Palästina-Regierung herausgegebenen ״Commercial Bulletin" hervorgeht, war das abgeläiifene Jahr 1932 ein Rekordjahr für den palästinensischen Außenhanäel. Der Gesamtimport im Jahre 1932 belief sich auf 7,768.920 pal. Pfund, der Export auf 2,381.491 ■pal. Pfund. Beide Ziffern sind höher, als die entsprechenden in irgend einem Jahre seit Beginn der britischen Okkupation und selbstverständlich weitaus höher als die Export- und Importziffern der Vorkriegszeit. Die Steigerung des Exports betrifft zum überwiegerfden Teil den Orangenexport, während die Vermehrung. der Ausfuhr palästinen- Bischer Industrieprodukte bloß 70.000 pal. Pfund betrug. Lebensversicherungs- D U H M I Gegründet Gesellschaft yyf* n 11י l,A 1882 Versicherungsbestand Ende 1931 . . . . . . . . . . . . . . . . . ...... . 2775 Millionen Schilling Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1931 . .• . . , . . . . .' . .... 182 Millionen Schilling Garantiemittel Ende 1931 . ., . . . . . . . . . . .... . . . . . . . . . 472 Millionen Schilling Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1931 . . . . ., . . .... . . . 43 Millionen Schilling Am Ende des Jahres ,1931 waren bei der Gesellschaft 836.664 Personen versichert. Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, Italien, Tschechoslowakische Republik, * Polen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Bulgarien, . Griechenland, Türkei, Aegypten, und . Kleinasien. Rabbi Josef Baumgarten זצ״ל als Führer der Jugend. Es dürfte heute schon wenig bekannt sein, aus welchen Anfängen die Agudas-Jisroel-Jugendgruppe in Wien entstanden ist und wie Reb Jossef s. Z. 1. die Tragweite dieser zaghaften Anfänge schon im embryonalen Zustände erkannt, gefördert und in die von ihm gewünschten Bahnen geleitet hat. Es war vor etwa 14 Jahren, in der Umsturzzeit. Es gärte auch in der jüdischen Welt. Ueberall entstanden zionistische und misrachistische Jugendgruppen. ״Agudas Jisroel" gab es zu jener Zeit in Wien noch nicht. So haben wir uns, ein Häuflein junger Leute, zusammengetan, aus der einfachen und instinktiven Erwägung heraus: Auch bei uns müsse etwas ״geschehen". ״Wir thoratreuen — nichtzionistischen — Jugendlichen dürfen nicht untätig Zusehen, wenn jüdische Geschichte gemacht wird, auch wir müssen uns organisieren!" Wie und zu welchem Zweck, wußten wir eigentlich selbst nicht. Unsere Vereinigung hatte noch keinen Namen (man bedenke: keinen Namen! So etwas wäre heute unbegreiflich). Wir wollten zunächst nichts anderes, als zusammenkommen und lernen, c ת נ י ך, ג מ ר א׳ נו ג ן א ב ר ה Jugend unter sich. Das übrige wird sich schon finden, nur einmal beginnen. Wir hatten aber, wie gesagt, weder ein richtiggehendes Programm, noch ein Lokal. In unserer Bedrängnis gingen wir zu Reb Jossef. Ich kann mich heute nicht mehr genau an die Details dieser ״historischen". Unterredung erinnern, eines weiß ich jedoch, als wir uns von Reb Jossef in gehobenster Stimmung verabschiedeten, hatten wir bereits ein ״Lokal" — er stellte, uns das Bes-Hamidrosch, s e i n Bes- Hamidrosch, zur Verfügung und wir hatten ein Programm! Kein solches, das man in bombastischer Phraseologie in Punkte fassen mußte, sondern ein Programm• das tief im lnnern unseres Herzens verankert war und eben deshalb um so wirksamer werden mußte; Mit der Namensgebung riet er uns noch zu warten, erst viele Monnte später haben wir uns unter seiner Aegide als ״Agudas-Jisroel-Jugendgruppe" konstruiert, ״H e b r ä i s c h“ - K u r s e. So kamen wir im stillen Bes-Hamidrosch allabendlieh zu unseren Schiurim zusammen, während sich draußen der November-Umsturz vollzog und sich die Ereignisse täglich überstürzten. Wir hatten auch unsere Diskussionsabende. Da ging es hoch her, wir machten eben ״große Politik". Einmal ist die Idee auf getaucht, einen Kurs für die Erlernung der hebräischen Sprache als Umgangssprache zu errichten. Es sollte dadurch verhindert werden, daß Jugendliche unserer Kreise) welche von der großen Mode ebenfalls erfaßt waren, die Kenntnis der hebräischen Sprache ב מ ק ו ם המים הרעים in bedenklicher Umgebung erlangen. Ich war zu jener Zeit ein begeisterter Hebraist, griff den Antrag freudig auf und setzte mich mit meinem ganzen jugendlichen Eifer dafür ein. Allgemeine Zustimmung ... Als man Reb Jossef, wie immer, Bericht erstattete, war ich nicht zugegen und erfuhr erst später, zu meiner größten ״Bestürzung", daß der große Führer unsere ״schöne Absicht" mißbillige. In der Ueberzeugung, daß es sich nur um ein Mißverständnis handeln könne, war ich entschlossen, Reb Jossef nochmals die Sache vorzutragen, um seine Genehmigung doch noch zu erlangen. Ich durchstöberte שים und פוסקים um Belegstellen zu finden, wie edel und lobenswert unser Vorhaben sei. Und es schien mir restlos gelungen, S o ״ausgerüstet" kam ich zu Reb Jossef ״. . Nach den einleitenden Worten begann ich ״auszupacken", Ruhig und ernst hörte er mich eine Weile an, dann unterbrach er mich lächelnd: ״Glauben Sie mir, ich könnte Ihnen noch schlagendere und maßgebendere Beweise liefern, welch erhabene Sache die Pflege unserer heiligen Sprache ist — und dennoch muß ich Ihnen die Abhaltung der Hebräischkurse untersagen." ״Ja, aber warum denn?" frug ich, mit Tränen in ,den Augen. ״Ich will versuchen, es Ihnen begreiflich zu machen, Es dürfte Ihnen nicht unbekannt sein, daß in der Zeit der Mendeissohnschen ״Aufklärung" däe Gedolim jener Epoche ihren Jüngern größte Zurückhaltung in der -Forschung vom«חניך auferlegt baben.Bedenken Sie nur, das Studium unserer heiligen Schrift! Ein Gebiet, dem sich unsere größten Lehrer, wie ר* פעדי׳גא׳ן. מנהם. דונש. רש־י'. אבן עזרא, רמבן,רד״ק mit soviel Hingabe gewidmet haben! Und dennoch haben die Gedolim jenes Zeitalters weitestgehende Zurückhaltung geboten. Blutenden Herzens haben sie es getan,עת לעשות לח׳ הפרו תורתך Der Grund war nicht so sehr die ״Bedenklichkeit" der ביאורים. Die Gefahr bestand vielmehr darin, daß unsere besten jungen Talmide-Cbachomim auf diesem so heiligen Gebiet mit der damals überaus gefährliehen Geistesrichtung des Abfalls Berührungspunkte gefunden hätten, deren Folgen verheerend wirken mußten. Man lernte daher ve r z i c h t e n, עד יעבור זעם bis das Gift der ״Aufklärung" seine Zugkraft auf unsere Jugend verloren hat. Und heute — Sie wissen es ja, als ihr mit euren ־Schiurim begonnen habt, habe ich euch T'nachlernen mit Raschi und Dikduk nicht nur gestattet, sondern empfohlen!" ״Begreifen Sie bereits, warum ich die Hebräischkurse nicht wünsche? — Der Zionismus, die Abfallbewegung im nationalen Gewände, bedroht heute ׳ unsere Jugend genau so, wie seinerzeit der ״Liberalismus". Hebräischlernen würde die gemeinsame Plattform abgeben — und dies muß unter allen Umständen vermieden werden. Ganz benommen stand ich da und konnte kein Wort hervorbringen. Alles drehte sich um mich, Herz und Hirn schienen mir in ״Unordnung" geraten zu sein, in eine ״Unordnung", wie man sie heim ״Großen Reinemachen" anzutreffen pflegt. ״Und jetzt gehen Sie hach Hause“, fuhr Reb Jossef fort, und nehmen Sie sich den ״Toras Mosche" zur Hand, in פד בא finden Sie eine Abhandlung des Chasam Sofer s, Z. 1. über unser Thema, Lesen' Sie dieselbe aufmerksam durch, und wenn Sie dann noch was einzuwenden haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung." Zu Hause angelängt, nahm ich das empfohlene Buch zur Hand, und als die Lektüre beendet war, war ich g eheilt, so gründlich, daß der Heüungsprozeß ansteckend ״ wirkte; beimeinen ganzen früheren ״Anhängerschaft".

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