Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 17 (28.4.1933)
- Date
- 1933-04-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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e s vos Wtfciic %11 Woclic Die Delegierten der evangelischen Kirehevt haben dem ÖberrabbinerMeyer in Genf elften Besnöh nbgestatiet und ihm efktätf;> daß die ewdngeiisehe Kirche die Zurücksetzung der Juden in Deutschland miß* billige. Die DetegieHen versicherten die Jüdische Ge* meinde ihrer Sympathie. Bis mm I9u AptÜ maren in M r e z Jisroel etwa 0W Jiidehi’ die in feige der jüngsten BHtwiektuugeH in Deutschland Ziit Ausxbänderiing genötigt waren, eingetroffen* ׳ ' יי; Am 21, April wurde die Feier des hundertjährigen Bestandes der Großen Synagoge in Ko pe n ha gen be* gangen. Am Festg-ttesdienst nahmen König Chris t i an X., der dänische Kultusminister und Vertreter der anderen Behörden teil. Das jüdische Städtchen Ligum bei Schauten in L i t au e n ist einer Feuersbrunst zum Opfer gef alten. 500 Häuser sind abgebrannt, viele hunderte jüdische Familien sind ob da c h l o s geworden. ""'■'־ ״Für das kommende Halbjahr hat laut Meldung der J. T. A. die Palästina-Regierung der Jewish Agency 5 50 0 Einwanderungszertifikate bewilligt. In diese Zahl sind die für die deutschen Juden bewilligten 1000 Zertifikate bereite inbegriffen. ■ Der Papst und M us s ölini haben, nach Meldüngen von römischen Korrespondenten, die beiden deutsehen Minister, die in Rom loeilten, sehr freundlich, aber auch sehr eindringlich, ersucht, darauf hinzuwirken, daß die deutsche Regierung ihre gegenwärtige unerfreuliche Bedrückung der Juden einstette. Der ״Rate< Mussolinis und des Papstes soll auf Göring •und von Papen!einen tiefen Eindruck gemacht haben. ' In Berliner maßgebenden Kreisen wird angeblich darüber beraten, die in Amerika lebenden 16 Millionen Deutschen n at i o n al so zia li s tisg h zu■ organisieren, damit diese den Kampf gegen die amerikanischen Juden führen. ■ ■* Einer nichtoffiziellen Meldung zufolge will die deutsche Reichsregierung ein Gesetz schaffen, nach dem es sämtlichen Unternehmen• v erboten■ sein soll, mehr als 3 Prozent Juden zu beschäftigen. Durch dieses Gesetz würden viele tausende Juden brotlos werden. Revisionistische Zionisten verübten gegen den sozialistfsch-zionistischen Arbeiterführer Ben-Goripn ein At t ent at gelegentlich einer Rede desselben in W a rschau.. Ein junges Mädchen wurde verhaftet. Ben- Gorion ist nicht verletzt worden. Lord Allenby, der Eroberer Palästinas, erklärte anläßlich seines Besuches der jüdischen Kolonien, er werde sich bei den zuständigen Stellen nachdrücklichst dafür einsetzen, daß den jüdischen Legionären von der Palästina-Regierung G r u n d s t ü c k e zu Siedlungszxoecken z u g e t e il t werden. Ministerpräsident G ö m b ö s hielt im Verband gesellschaftlicher Vereinigungen eine Ansprache, in der er sich für ein harmonisches Zusammenwirken aller Kon- Zessionen im Staate einsetzte. Bei Verfolgung großer nationaler Ziele dürfe es weder Parteiunterschiede, noch Glaubens- und Konfessionsunterschiede geben. Der Czernowitzer Polizeiquästor Amaras c u, der anläßlich, der jüngsten antisemitischen Ausschreitungen in Czernowitz, bei denen mehrere Personen verletzt wurden, die Polizei nur zögernd und zu spät eingesetzt hat, wurde telegraphisch seines Amtes e 711 h o b e n. Das Lo dz e r Kreisgericht hat in den letzten Tagen 52 Personen wegen Teilnahme an gegen Juden verübten Ausschreitungen zu Gefängnisstrafen verurteilt. Unter dem Eindruck der Zeitereignisse haben eine ganze Reihe bisher am Schabbos geöffneter jüdischer Geschäfte in Frankfurt am Main den Entschluß gefaßt, fortan ihre Pforten am Schabbos und jüdischen Feiertagen zu schließen. Bei den Wahlen zur Kehilla ׳ in Tel-Awiw fielen zxoei' Drittel der Stimmen auf Orthodoxe, da die A7'beitei'- Organisation Wghlenthaltung proklamierte, weil .sie an einer religiösen Körperschaft xmint eres siex't ist. Am vergangenen Samstag sind in Wiesbaden zxoei jüdische Kaufleute einem politischen U eher f all zum Opfer gefallen. Einer ist exschossen worden, während der zxveite einem Herzschlag erlegen ist. O berrabbiner Dr. S acerdöti von Ro m sprach namens des Verbandes der ' jüdischen Gemeinden bei M u s s olini vor xoegen der schweren Besorgnisse, die die italienischen Juden über die scluioierxge Lage, in die ihre deutschen Glaubensgenossen geraten sind, hegen. Der Verband verlangt, ■ daß sich alle Kulturvölker zu einem Vertrag bekennen, der die Wiederholung brutaler Ausschreitungen unmöglich macht und die Jxiden vor xmgerechtfertigten Verfolgungen schützt.. Mussolini gab seiner Zuversicht Ausdruck, daß die N o r malit ät in Deutschland rasch wieder hergestellt wird, Vergangene. Woche wurde der Fernsprechverkehr zwischen Erez Jisroel und Oesterreich auf genommen. Der Präsident der Lodz er Kehilla, der agudistisehe Sejmdeputierte Minzb erg, hat im Zusammenhang mit der gereizten Stimmung, die zwischen den Juden und den Deutschen in Polen herrscht, dem Hauptpastor Diet ri c h der evangelischen Kirche einen Besuch abgestattet, Er gab die Erklärung ab, daß die polnischen Jxiden wohl Gegner des benschenden Regimes in Deutschland seien, jedoch den sehnlichsten Wunsch haben, 'mit den in Polen lebenden Deutschen in xmgestörtem besten Einvernehmen zu bleiben. Am 23, und 24. Apnl. fand in W a r s c h a u in An- Wesenheit von 852 Delegierten sämtlicher gi'ößeren jüdischen Gemeinden und Organisationen Polens ein Kongreß statt, der sich mit der Lage der Juden in Deutschland befaßte und verschiedene Resolutionen beschloß, Dei' rumänische Handelsminister hat den jüdischen Gemeinden Pox'tofreiheit gewährt, U, Grün, II., Taborstraßr8 b, Tel. R-42-3-66, Atelier für feine^ HerreiigarderQfee, EN GROS ע EXPORT PERÜCKEN־״״ SCHEITEL FACHGEMÄSS AUSGEFÜHRT FRITZ Wien, VI. BRE NN IG EggerFbgasse 9 VIRBAND DIR SABBATHPREUNM ■ ״SCHOMRESCHABBOS“ WMN, II., UOPfltOlfl. 11- TH» A.48.4.1S Leistungen der Krankenkassen. Alts Anlaß der bevorstehenden Ürlaubszeft verweise!» wir nochmals darauf, daß die Angestelltenkrankenkassen ttttd die Arbeiterversicherungskasse jenen jüdischen Angesellten, die den Nachweis eines streng* religiösen Lebenswandels erbringen, an Stelle eines he* Willigten Heimaufenthaltes auf unsere Empfehlung einen baren 2 u s c h uß zu einem freien Aufenthalt ge- Währen, Diesbezügliche Auskünfte und Bescheinigungen im Verbandssekretariat, Stellenvermittlung, Offene Stellen: Praktikantin mit güten Maschschinschreibkenntnissen. — Praktikantin im Alter von 14 bis 16 Jahren. Stellengesuche: Tüchtiges, geschultes, verläßliches kaufmännisches und gewerbliches Personal. Vereinsnacimcbteti. Talmud Thora, II., Malzgasse 16. Herr Rabbiner H. Schenk trägt außer den regelmäßigen Schabbos* Vormittag-Vort rä g e n allwöchentlich Schabbos nachmittags 4 Uhr Pirke-Owois vor, Chewra-Kadischa, XII. bis XV. Die Chewra- Kadischä für die Bezirke XII. bis XV. hält am Sonntag, den 30. April, um halb 10 Uhr Vormittags im Sitzungsaaale, XV., Turnergasse 22, ihre 68. ordentliche Generalversammlung ab. *י Personalnachrichten. Geburten. Herrn Josef Keßler wurde ein Sohn geboren. Die Bris Miloh findet am Freitag, den 2. Ijar, statt. MotteffieKätitefi* f. KOHM/ Wien 11, TABOIt$Tfhl$$£ N(t< 22 ׳■׳*■ Teiephöfl R-4CMM4 Samstag geschlossen — Äiigeseftlossen der HSehomrarf tfrr v -rזר wnr ׳!r r-toüw■-■. ־• ,w■ lr.r.,11-׳l--,nln■ rav rr■ -• »rts• r r xi; Todesfall. In die düsterschwere Beklommenheit dieser Tage drang wie ein greller Blitz die erschütternde Kunde, daß Frau Erna Halle r, ein junges, wertvolles Wesen, auf unsagbar tragische Weise ihr Lehen; lassen mußte. Sie War die Tochter des Herrn David Ehrenfeld, ein würdiges Mitglied der großen Rabbinerfamilie, ein vollwertiger Nachkomme ihrer großen Ahnen. Erna Heiler war ein edler, ein hilfreicher, ein guter Mensch, Vor* bildlich war ihre Bescheidenheit, Hilfsbereitschaft Und biblische Gastfreundschaft. Die zärtlichste Töchter, die hingebungsvollste Schwester, die glücklichste Mutter ist mit ihr dahingegangen. Ihre tiefe Frömmigkeit, die sie immer an sich selbst arbeiten ließ, um sich zu vervoltkommneh und zu veredeln, hat sie nie verlassen. Möge die Erinnerung daran auch über das Grab hinaus Zurück* strahlen in das gedrückte und gebeugte Gemüt ihrer schwergeprüften Eltern, ihres Kindes und ihrer Verwandten. הנצב־ה Zur Lewajoh des Hermann Kunstadt ן»ל . Wir werden aufmerksam gemacht, daß Herr Öberrabbiner Fürst infolge des Chol-hamoed k ei n e n!לפי כבוד des נפטר würdigen H e s p e d halten konnte und lediglich ln Form einer Tefiloh dem Wunsch Ausdruck gab, daß der Sechuß, den der Verewigte sich um die Schiffschul erworben habe, ein Schlüssel zur Pforte der Ewigkeit sein möge: יפתחו לי שערי צדר, אבוא בם אודה ה׳. ס w a Sonderaktionen? Von einem zwar anonymen, aber durch die offizielle Rundstampiglie der UZhoroder orthodoxen Gemeinde einigermaßen legitimierten ״Vorbereitungskomitee“ geht uns ein ausführliches Rundschreiben mit der Bitte um Besprechung zu, daß sich mit der ״heutigen Lage und, den Aufgaben der orth. isr. Kultusgemeinden“ beschäftigt. Dasselbe wird wohl auch den Gemeinden in der Slowakei zugegangen sein. Diese Voraussetzung läßt es in der Tat als notwendig erscheinen, einige Worte über dieses Rundschreiben zu sagen. Das Rundschreiben beschäftigt sich in der Hauptsache mit der Rechtsunsicherheit, die im Laufe der Jahrzehnte in den verschiedenartigsten gesetzgeberischen Maßnahmen des Staates, in Gesetzen, Erlässen, Verordnungen und höchstgerichtlichen׳ letzten Entscheidungen auf manchen Gebieten der jüdischen Gemeindeordnung unleugbar entstanden ist und gegenwärtig bei der Verwaltung der Gemeinden und der Vertretung ihrer Interessen Schwierigkeiten, verursacht. Es ist in weitesten Kreisen der orthodoxen Judenheit unseres Landes und selbstverständlich auch den Leitern der orthodoxen Gemeinden bekannt, daß gerade und hauptsächlich wegen dieser Schwierigkeiten von der slowakischen; Landesorthödoxie vor Jahren schon die Schaffung eines neuen, durchgreifenden orthodoxen Landesstatuts in Angriff genommen wurde und daß die erst vor wenigen Monaten gewählte neue Leitung der slowakischen orthodöxen Landeskanzlei es vor aller (!)Öffentlichkeit als eine ihrer wichtigsten Aufgaben erklärte,-diese Arbeiten abzuschließen. Das erwähnte Rundschreiben nimmt davon keine Kenntnis, wie es-überhaupt — offenbar im Einklang mit den von einigen Gemeinden in Podkarpatskd Rus seit einigen Jahren geübten Praxis — .die Tatsache nicht beachtet, daß die Orthodoxen Gemeinden in unserem Lande kein Freifeld für allerlei Experimente sind, sondern ihre gesetzliche konfessionelle prganisation und ihre organisatorischen Körperschaften haben, zu deren Aufgabenkreis es gehört, die Gesamtheitsinteressen• der Gemeinden nach innen und nach außen zu vertreten und zu wahren. Das Rundschreiben nimmt auch davon nicht Notiz, wovon jeder aufmerksame Leser unserer Zeitung bereits seit Jahren Kenntnis hat, daß nämlich die legalen Vertretungskörperschaften des orthodoxen Judentums in unserem Staate lange Zeit schon, mit entscheidenden Staatliehen Stellen wegen ,ge s e tzli che r Sicherung der orthodoxen Gemeindeinteresseri wie nicht minder wegen׳ Wahrung der prinzipiellen Gesamtheitsinteressen der Thoratreue in engster Verbindung’ stehen. Verhandlungen solcher Art durch fragwürdige Sonderaktionen unter dem Deckmantel der Anonymität zu stören oder zu erschweren, werden die Verfasser dieses Rundschreibens wohl kaum als einen Beitrag zur ״Rettung“ der Gemeinden betrachten wollen. ־ , Von vornherein sei festgelegt, daß die m dem Rundschreiben vorgeschlagenen gesetzlichen Sicherungen für Gabella, Mäzzoth, Mikwah usw. im großen und ganzen richtig sind und jedem Praktiker in jüdischen Gemeindeangelegenheiten einleuchten. Einzelheiten sind in diesem Zusammenhänge nicht wichtig und sie erfordem auch eine viel zu weitschweifende Erörterung, als daß sie in einer für das große Publikum bestimmten Zeitung behandelt werden könnten. Darauf kommt es auch in der Tat nicht an, denn die Verwalter der jüdisehen Gemeinden wissen aus der Praxis, wo gesetzliche Mängel vorhanden sind, die hei einer Schaffung eines neuen jüdischen Gemeindegesetzes selbstverständlich , , ״.״m__;_- Ai* Txn behoben werden müßten, wenn die Wirrsal in diesen Fragen durch das neue Gesetz nicht noch mehr verwickelt werden soll. Bemerkenswert ist vielmehr der Geist, in dem dieses Zirkular verfaßt ist, und die ganze Art, wie darin die Situation des orthodoxen jüdischen Gemeindewesens dargestelit wird. Wir sehen darin sfeh eine Auffassung offenbaren, die nicht ohne Kritik gelassen werden darf, Gegen die Methode der Herabsetzung alles Vorhandenen im orthodoxen Judentum und die mit einer gewissen GefHssentUchkeit versteckt' untergeschobenen Forderungen, die in diesem Rundschreiben als SelbstverständUchkeiten, als etwas allgemein Anerkanntes hingestellt, in Wirklichkeit aber von keinem wirklich orthodoxen Juden im Lande gebilligt ־yverden, möchten wir denn doch unsere warnende Stimme erheben.. ״Die äußeren Erscheinungsformen des jüdifchen religiösen Lebens, die Art der Anwendung der rituelifh Vorschriften ubd Dogmen (??? — J. J, B.) wurden in der Regel (? — j. J. B.) und so auch heute den .jeweiligen staatlichen Rechtsnormen, den gesellschaftlichen Einrichtungen (??? — J. J. B.) angepaßt. Die Ausübung der Religion ist zwar in ihrem Wesen und ihrem Grunde überall mehr weniger dieselbe. Die zu ihrer Sicherung getroffenen Maßnahmen werden aber zeitlich und örtlich geändert.“ Schon, diese einleitenden Sätze des Rund- .Schreibens wird ,man vom orthodoxen Standpunkt mit starken Vorbehalten aufnehmen müssen. Es folgt dann eine etwas oberflächliche und in Einzelheiten auch nicht, ganz richtige Darstellung der Rechtszustände in den jüdisehen Gemeinden bis zum Kongreß von 1868 und bis zur Schaffung — um nur von der Orthodoxie zu reden — der. zentralen konfessionellen Organisation. Daß die Arbeit dieser konfessionellen Zentrale von Anbeginn bis auf den heutigen Tag auch dort, wo ihr Wert für die Erhaltung des orthodoxen Judentums und die formale Festigung der orthodoxen Gemeinden jedem zielbewußten orthodoxen Juden ohne weiteres einleuchtet, ohne jede' Anerkennung und Dankesschuld in Grund und Boden herabgesetzt wird, gehört heute gewissermaßen zum guten ־ Ton, wenn man sich in manchen' Kreisen Gehör und Beifall schaffen will. Das ist es ja auch, Was denjenigen orthodoxen Juden der Gegenwart die Situation so furchthar erschwert, wenn sie für Vertiefung; Verinnerlichung•׳ xund für Ausbau der orthodoxen Prinzipien in den Wirrnissen der Gegenwart sich einsetzen möchten. Es darf■ also auch nicht■ sonderlich Wunder nehmen, wenn auch dieses ״Vorbereitungskomitee“ .. über die Tätigkeit; der ״ orthodoxen Führer der Vergangenheit" und : Gegenwart jetzt nach 62 Jahren mit folgenden herabsetzenden- Worten den Strich zieht: ״Die später organisierte. Durchführungskommission,, die nachherige Zentralkanzlei, hättö raschest dem Uebel abhelfen und die fühlbaren Lücken auszufüllen bestrebt sein sollen, es; scheint aber, daß! dieses Institut in• allem arideren einen Arbeits- und-, Wirkungskreis fand, n u r jene wichtigen Fra g e n, welche' die Existenz der orthodoxen Geme indenbetreffen, zu r eg ein, haben■ sie nicht für wichtig getroff en. Und die Situation ist seit damals uriverändert.“ ׳ Daß der bestehenden ״Unsicherheit durch die, Schaffung eines neuen Gesetzes für das jüdische ׳ Gemeindewesen,. wenn dieses Gesetz tatsächlich ■ den Erfor-■; dernissen des orthodoxen Judentums entsprechen würde, gesteuert werden könnte, ist nicht zweifelhaft. Daß aber dieses Gesetz nicht statt des erhofften Segens viel Unheil anrichte und auch noch die Rechte verkürze, die die Orthodoxie und die orthodoxen Gemeinden* in diesem; Staate gegenwärtig besitzen, das sollte die größte Sorge aller derer bilden, die sich mit jüdischen Gesämtheitsäng.e- ( legenheiten beschäftigen. Das setzt die größte Vorsicht hei der Behandlung dieser Fragen voraus. Den Verfassern des jetzt versandten Rundschreibens kann der Vorwurf nicht erspart bleiben, daß sie es mit dieser gebotenen ,Sorgfalt. nicht immer genau nahmen. Wie denn sonst hätten sie den Satz niederschreiben können: ״Es ist unleugbar, daß; die Verfertigung des gewünschten Gesetzentwurfes eine! riesige Aufgabe ist, nicht nur, weil das aufzuarbeitende Material sehr viel ist, sondern auch aus dem Grunde, weil der Gesetzentwurf jene Schwierigkeiten lösen und überbrücken muß, welche sich bei der Schaffung eines Einklanges einerseits zwischen den religiösen Dogmen und rituellen Vorschriften, anderseits zwischen dem modernen Leben ergeben.“ Orthodoxe Sachkenner würden wohl auch kaum das Programm eines solchen Gesetzentwurfes mit den Worten festlegen, wie es in diesem Rundschreiben wörtlich heißt: ״Aber allenfalls müssen die Schöpfendes Gesetzentwurfes soviel erreichen — die strengen religiösen Vorschriften und Satzungen sich vor Augen haltend —, daß die finanziellen und wirtschaftlichen Gruridsäulen der Gemeinden gesichert, deren ruhige Entwicklung und Aufrechterhaltung ermöglicht werden, und dabei auch beachten die demokratischen Rechtsprinzipien unseres Staates und die unausweichharen Forderungen und Wünsche des modernen Lehens.“ Diase Sätze dürften ausreichen, um zu zeigen, welche Verantwortung Unberufene auf sich nehmen,^ wenn sie, ohne die eigent!icb0n Wüasuhe^u^ strebungek des ortho d,ox e mJud en tu ws zu kennen oder z.u teile0, den Mut haben, mit S9nderakttonen attf fipüß Euust in; Verl^tWurigw eirizuireit^k von"׳ ׳ deren Ergebnis ׳sehr viel für die Gesamtheit_der . Orthodoxie äh; unserem Lauda abhängt. J. J. B. zum Wirken und vomTMeinen zur Ueberzeugurig , führt der ״Große Herder“» - der neue Lexikontyp!