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Jüdische Presse · 1933-04-07 · 14-15 (7.4.1933) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
14-15 (7.4.1933)
Date
1933-04-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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4.77- UberallftltF g gsflftdt tfhd elfte; tfatmfüiftisehär hef&^gebUdeL die sieh der ״tteförm״ gleichsam als elfte i<Ädige Sefcutzmauer efttgegenftteiite? '■ V"׳"'׳״׳V ׳T" ''*י’׳■:; S o Geschäft e» itt der jüdischen Vergangenheit durch unsere GedoUfti, 80 hätte Agudas Jisroel in der Gegehuaft handele müssen! Ohne auch nur ein ״Ü k e z" von d e r Thora itäfcdösehä *U ändern, ohne auch nur deti geringsten Minhog Jisroel zu mindern, hätte Agudas Jisroel tu einer wahren; geistigen Revolution werden müssen. Eiiie AufrüttelUhg und B er eit- Steilung zum Kampfe gegen alles Ünjüdische und zu ui Ä u f b a u ei ne s w a h r h a ft n e ueii jüdischen LebensinmittenEUropas Kultttr% hätte durch das ganze jüdi sche Volk ^ehen tiiüsäen! ’ Agudas Jisroels. vornehmste Aufgabe Wäre es gewesett, all die seelischen und moralischen Energien des jüdischen Volkes zur vollen Entfaltung zu brirtgen״ Und das Endziel dieser Revolution der jüdischen Neschomoh, was wäre es anderes als ein neuerblühtes Chassidus, in bezug auf ״Ahawas Jisroel“; als eine neuentfaChte Mussarstrbmung, eingedenk der hohen Verantwortung jedes einzelnen Haschern gegenüber; als eine moderne Machslke Hadas, wie einst in Ungarn, die voller Mut dem Gegner zu begegnen weiß! Agudas Jisroel hätte sich nie und immer begnügen düffett i«tt ihren »Ürfotgeu In der jüdischen Außenpolitik* mit Demonstrationen und Manifestationen und mit der Schaffung eines Üntersttitzungsfonds für Jeschi wos. Ebenso wie mit ״Beth Jakob‘* ein Verheißungsvoller Beginn zu einer jüdischen ErziehUngsbewegÜng ftir die weibliche Jugend gemacht wurde, so hätte Agudas Jisroel die s e e 1 is c he ft e ץ d 1 tt fl 0 n des' jüdischen Volkes werden müssen.'י'׳ % יי י י ׳ IV. ״ ' Was bisher ttleht geschehen istj darf langer nicht vernachlässigt werden! Un-.' endlich schwer lastet die wirtschaftliche Not auf dem jüdischen Volk, unendlich schwer leidet die jüdische Neschomoh! Um so mehr muß unsere Agudas Jisroel aüf der Höhe ihrer Aufgabe sein! Die jüdische Jugend und die jüdischen Massen,, sie müssen in diesen so bitter schweren Zeiten Ammer mehr und mehr mit Agudas Jisroel verbunden werden! Eine geistige Erlösung muß von den ״Moaze Gedole Hathora“ ausgehen, eine seelische Befreiung für jung und alt. # Agudas Jisroel muB -werden die Gemeinschaft aller inwahr er Teschuwoh zu Haschern heimkehrenden jüdischen Mensehen! Agudas Jisroel muß mit elementarer Kraft den Kampf führen gegen das Golus und all die Kräfte, die es verlängern. Unser aller Ziel heißt Geuloh Und Moschiach. Und als einzige Brücke dahin führt Agudas Jisroel! Gebot und Ermahnung der Stunde♦ Vorbemerkung der Redaktion: Von besonderer Seite geht uns der nachstehende Aufsatz, zu, der ein besonders aktuelles und brennendes Problem behandelt. Wir bringen diesen Aufsatz in der Erwartung,daß diese Anregungen die Aufmerksamkeit und das Interesse der breitesten Oeffentlichkeit und ,׳ V insbesondere in den führenden Kreisen der Agudas Jisroel und der sonst zuständigen Organisationen finden werden. Wir stellen unsere Spalten für eine sachliche Diskussion - über diese Probleme gern zur Verfügung. Die unfaßbaren, furchtbaren Ereignisse im Deutsehen Reiche haben die kürzlich in den jüdischen Zeitungen religiöser Richtung erörterte, ,besonders aktuelle Frage der Berufsumschichtung und Innenk 0 1 o n i sät i o 11 in gewissen! Maße in den Hintergrund treten lassen. , Jeder ernstdenkende religiöse Jude, besonders aber der Agudist, der die-parteiliche Form der agudistischen Organisation nur als Mittel zum Ziel auffaßt, zum erhubenen Ziel der Stärkung der Religiosität und. des Thora- Judentums, muß jedoch gerade!diese Ereignisse zum Anlaß nehmen, um diesen Fragen seine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Gerade der Ernst der Zeit erfordert vom Wirtschaftlieh gleichwie vom geistig Tätigen die besondere Vertiefung in' diese Probleme, welchen bei einer bloß oberflächlichen publizistischen Stellungnahme, die nicht in den Kern der Sache eindringt, nicht Genüge getan werden kann. Wir müssen uns ja vor allem vor Augen halten, daß• diese unliebsamen Erscheinungen nicht zuletzt durch die katastrophale weltwirtschaftliche־ Lage hervorgegangen sind. War . doch die Judenheit, seit ihrer fast zweitausendjährigen Zerstreuung bei irgend welchen kritischen Erscheinungen wirtschaftlicher, politischer oder geistiger Natur immer der besonders leidende Teil gewesen. Ebenso wie die mahnenden Worte zur Tschuvvo in religiös-geistiger Hinsicht, müßten auch Mittel und Wege ausfindig gemacht werden,.um auch eine sogenannte Umkehr in w i rtsch af 11 i c h er Hinsicht herbeizuführen. Hiezu sind allerdings die mehrfach gebrauchten Schlag- Worte ״Berufsumschichtung“ und ״Innenkolonisation“ noch nicht genügend definiert, sie erschöpfen im übrigen auch nicht ganz das Problem in seiner Beziehung zur Religiositat im allgemeinen und zur religiös gesinnten Judenheit im besonderen. Von der Tatsache ausgehend, daß die jüdische materielle Not von der. allgemeinen sich dadurch noch vielfach krasser abhebt, daß die Judenheit durch verschiedene verschleierte .und unverschleierte gesetzgeberisehe Maßnahmen und Rechtsbeschränkungen ihrer Wohnläiuler, kurz durch den sogenannten wirtschaftlichen Antisemitismus betroffen wird, muß der Schluß gezogen werden, daß das. jüdische materielle und geistige Problem eine andersartige und : tiefiergreifende Behandlung erheischt als dasjenige־ der "Allgemeinheit. . Es wäre somit folgendes in Erwägung zu ziehen: 1. Wie der begrüßenswert einmütig auf gegriffene Gedanke der Berufsumschichtung׳ in die Tat| umgesetzt werden kann, besonders wie die Orthodoxie in ihrem Rahmen die Wiedervereinigung der ,מלאבד mit der חורה וקדושה am besten herbeiführen könnte, wobei in erster Reihe an die Gründung von gewerblichen Werkstätten unter entsprechender Aufsicht für Jeschiwa-Jünger nach ihrem 17. bis 18. Lebensjahr, die sich doch nicht alle dem rabbinischen Berufe widmen können, zu denken wäre. 2. W'ie die begrüßenswerte Innenkolonisationdurch Interventionen der orthodoxen Führer bei den Regierungen ihrer Wohnländer erwirkt werden könnte, wobei der thoratreue Charakter״ der Siedler den Regierungen Gewähr für Staatstreue und konservative Lebensauffassung leisten wird. Durchfeingehende Beratung mit anerkannten Fachmännern ist für jedes Land nach Maßgäbe der Bodenbescliaffenheit, Bevölkerungseigenschafteil usw. ein genauer Siedlungsplan auszuarbeiten, welcher als Richtschnur zur Verwirklichung der Innenkolonisation ׳ dicneh^sölf. Vöi'^t sölitcrt -Ve^uchC in klcwefCWr MdBstafec seltens der betreffendert Lahdesieitungen odef agudlstisehe« Organisation gewrackt werden. 3. Wäre fiöhfit die in unserer heutigen Zeit überaus wichtige Stellungnahme der religiösen Afbeltgeber-> Schaft zur Arbeitnehmerschaft im Sinne der «sMinlen Gesetzgebung unserer Thora wie ftva#?«יצוו ׳•'i titt;דוש üsw. klarzusteiien, welches Moment als von hervorragendem Einfluß gegen die Radikalisierung der Jtigend betrachtet werden kann« 4. Wäre׳ eine organisierte agudistisebe s I e d 1 u n g in Grez Ji810e 1 ins Leben zu rufen, die in religiöser, wirtschaftiieher und sozialer Hinsicht־ als Musterbeispiel für die gesamten ת 6 "ו 2 ו ת ד, צ ו ל ה gelten könnte, wobei in erster Linie die in den letzten Monaten zutage tretende Siedlungsbewegung von religiösen Juden in Erez Jisroel durch die Aguda organisatorisch zusammengefaßt werden soll. v 5. Schließlich müßten auch über das Fürsorge- Wesen Untersuchungen angestelit werden, insbesondere irt welcher Form es möglich wäre, צ מי לו ת המדים im Sinne des Thoragesetzes, also Darlehenskassen zu gründen, Welche für vorwiegend produktive Zwecke, wie Ge- Werbe und Handel, zinsenfreie Darlehen gewähren sollen; nebstbei wären auch Mittel und Wege zu suchen, um das Problem עיסקא und ,ר״ביר wenigstens zu mildern, Alle gutgemeinten Vorschläge werden aber nur dann auf fruchtbaren Boden fallen, Wenn die innerhalb Unserer eigenen Reihen bestehende Zerrissenheit und Uneinigkeit aufhört. Gerade jetzt, wo eine überaus stark in Erscheinung tretende Sehnsucht zur Rückkehr von entfremdeten Gliedern unseres Volkes besteht, müssen wir durch unsere Einigkeit zu ihrer Wiederaufnahme bereit sein. ' Nur bei richtiger Erkenntnis und Deutung der Flammenzeichen der jetzigen Zeit, nur bei richtigem Hinhorchen auf Ermahnung und Gebot der Gegenwart können wir mit himmlischer Hilfe unser schwergeprüftes Volk von den Wirrnissen der Zeit hinüberretten in eine bessere Zukunft, eine Zukunft des ungestörten Wirkens für die erhabenen Evvigkeitsaufgaben und Ideale. Kundmachung Die Wiener Molkerei bringt auch heuer Pessach• Koschermilch in allen ihren Filialen zum Verkauf. Die Pessach-Koschermilch wird in ihren Meiereien in Nieder- Österreich unter streng ritueller Aufsicht der von Sr. Etirw.. Herrn Rabbiner Dr. M. Rosenmann bestellten religiös verläßlichen Organe משגיח ם erzeugt. Jede Kanne und jede Flasche ist mit einer Plombe resp. einer Schleife versehen mit dem Aufdruck חלב כשר ־של פסח WIENER MOLKEREI Die Lage der deutschen Juden ist nach wie vor sehr ernst. Infolge der gesetzlichen Vorschriften sind sie an der Ausübung ihres Berufes gehindert und verbringen den Großteil der Zeit in ihrem Heim. Lernen wir daraus, bedenken wir, daß das Heim die letzte und beste Zufluchtsstätte für uns Juden ist und daß wir Wohnungseinrichtungen oder einzelne Möbelstücke hei der gut jüdisehen Firma Horowitz, Großmöbelhaus, Wien, II., Taborstraße 75, kaufen sollen. E ... anstatt heimkehrte, waren nach ihrem Geschmacke gebaut, ^gekleidet; vorgebildet. Es war indes nicht zu leugnen, daß David kräftiger und stämmiger in seiner Erscheinung, auch gewinnender-in der Unterhaltung war als ihr immer schweigender, immer still vor sich hinbrütender Bruder. Aber wenn sie ihn, David, mit den anderen verglich ... etwa mit Borisowski.. Das war ein Herr, ein Kavalier, wenn er so in den langen Stulpenstiefeln hoch zu Rosse saß und mit der Peitsche knallte, als beherrsche er die Luft. Er pflegte dann unternehmungslustig den huschigen blonden Schnurrbart zu drehen und unter einem Lächeln, wie man es wohl auf keiner Talmudschule lernt, ihr einen Handkuß zuzuwerfen. Das war ein Mann, ein Held, ein Charakter, ganz so, wie man ihnen in den Romanen von Sienkiewicz zu begegnen pflegte ... Abends am Biertisch gefiel er ihr bedeutend weniger, besonders wenn er 'nach dem fünften Glas die Zahl vergaß und dann also zahl-, und maßlos immer weitertrank. Sein Gesicht war p.uf einmal aufgedunsen und roh, und mit lallender Stimme pflegte er dann abwechselnd Liebenswürdigkeiten und Unverschämtheiten auszustoßen, blöde zu lachen und rührselig zu weinen. Dann pflegte sie weder ihren Bruder noch David Baumer zum Vergleiche heranzuziehen, sondern den in der Schenkstuhe tobenden, sinnlos betrunkenen Wainka . . . Mit diesem hielt freilich Brisowski den Vergleich aus. Er blieb auch als Betrunkener ein Edelmann ... Aber sie nahm sich vor, solchen Zuständen mögliehst vorzubeugen. Und Borisowski gewöhnte sich in letistor Zeit in der Tat an Maßhalten. Der Einfluß, den das Mädchen auf ihn ausübte, fiel schon allgemein auf und gab sogar Anlaß zu Spötteleien. Täglich kam auch David ins H^us, aber; er hielt sich weder in der großen Ausschankstuöe noch im Herrenzimracr auf, spndern ging in die Familien wohnung, wo der Freund seiner harrte, An Merelaika, die an der Theke zwischen Schenke und ״Restauration“ vor den vielen funkelnden und glitzernden Flaschen stand, glitt in der ersten Zeit sein־ BUck ltält vorüber, Ein kurzer Gruß, ein Aöfliebes Wort, das vom stolzen Mädchen kaum beachtet und erwidert wurde, war alles, Eine Unterhaltung war von ׳ beiden nicht gesucht, ׳'.'״׳־’7:"..!:׳־ .׳ 7 Einmal konnte David nicht umhin, vor dem Schenktisch einen־ Augenblick stehenzubleiben, Merelaika war in ein Buch vertieft und hatte ihn nicht kommen sehen, Sie las angestrengt, gierig, und ihre Wangen glühten, wie es schien, vor Lust und Erregung. Von Zeit zu Zeit durchfuhr wie ein leiser Schauer ihr feines Gesicht und ihre Mundwinkel zuckten. Von ihrem üppigen, pechschwarzen Haar lösten sich ein paar Löckchen und baumelten trotzig vorn über die Stirn hinunter, so oft das Mädchen wie traumverloren das Köpfchen schüttelte. Das Herrenzimmer war leer, denn es war noch früh am Abend. Aber auf der Bank an dem massiven, ungehobelten Schanktisch saßen bereits einige Schafpelzbekleidete Bauern und schwarze, finster dreinschauende Grubenarbeiter aus dem nahen Bergwerke, die sich hier für die Nachtschicht vorbereiteten und, wie sie sagten, durch einen Trunk innerlich einheizten. Wainka, der Holzfuhrmann, der sich zwar noch keinen Rausch, aber schon genügend Courage angetrunken hatte, hatte das Wort: ״Hunde sind es, Ausbeuter. Wir“ — Wainka sprach, wenn es sich um politische oder soziale Fragen handelte, immer in pluralis, ganz gleich, ob er persönlich an der Sache beteiligt war oder nicht — ״wir sollen unter die Erde kriechen und i'hnen die Kohlen herausholen, und sie wollen uns 'hungern und frieren lassen. Das ist doch wirklich zum Verzweifeln! Merelaika, noch einen Schnaps, aber von dem Neunziger.“ , י Und der Holzknecht schnalzte mit der Zunge im Vorgenusse des starken Tropfens. Das Leben war schwer, sehr schwer, wenn nicht für ihn, so doch für andere, finster und trocken, man mußte es möglichst feucht machen. Die ehrwürdige Propst nannte ihn, Wainka, ein verlorenes Schaf, weil er öfter schon Sonntags statt in die Kirche sich ins Wirtshaus verirrte, als, ob nicht auch ein verlorenes Schaf trinken müßte , . . ״Merelaika,'wo bleibt der Schnaps?“ ״Hat er 'wieder eine Eile, der Trunkenbold — und ist noch drei schuldig“, sagte das Mädchen unwillig, ohne vom Buche aufzusehen, V ״Wenn er das Glas haben soll, so will ich ihn Defriedigen“, warf David dienstfertig eiu, ■ ׳ :, Das Mädchen schaute erstaunt, fast erscbrocken auf, ״Sie sind es,*Herr Baumer?“ ״Ich dachte“, sagte der junge Mann, sich entschuldigend, ״Bie werden die kleine Störung von meiner Seite nicht ütoeinehmen, da sie einer größeren vorbeugen soll,“7.7.:׳'; ' Wie gewandt er za sprechen verstand, der Talmudjünger, und wie sicher er ihr ins Auge schaute.' War das ihres Bruders Freund, der Bachur? In seinem Auge glänzte etwas wie Energie und Entschlossenheit. Die Züge in diesem bleichen, von zartem Flaum spärlich umrahmten Gesichte waren beinahe schön. Wainka aber musterte David, als ihm dieser das Glas reichte, von allen Seiten und begutachtete: ״Ein schmucker Junge, etwas schwach gebaut, aber nicht ungeschickt. Und brav •und gut muß er sein, wenn er Merelaika zum Weibe haben will, sonst . . ." Er machte eine drohende Gebärde. Merelaika sah aber den Holzknecht scharf an, mit einem Blicke, wie sie der Tierbändiger seinen Bestien zuzuwerfen pflegt, und Wainka hielt still, trank sein Glas und wandte sich wieder den Grubenarbeitern zu, die, ihre Pfeife still rauchend, seinen Lamentos spöttisch und vergnügt zuhörten. David ging in die Wohnung, wo der Freund mit dem Folianten seiner harrte, und Merelaika gab sich wieder ihrer Lektüre hin. Die Zeit war vorgerückt. Die Herren mußten bald kommen, dann war es für heute mit dem Lesen aus. Und der Roman war doch so interessant, so spannend, Wie sich wohl all die Verwicklungen entwirren werden? ... IV. In drei Gruppen teilte sich abends die Gesellschaft im Hause und in der Schankstube der Ochsenwirtschaft, durch den Raum wie auch durch die Art der Beschäftigung und Unterhaltung scharf voneinander getrennt. In der ״Schenke“ saßen bei ihren Schnapsgläsern ernste Bergleute, still dahinbrütend, an den kurzen Pfeifen schmauchend, aus den Rauchwolken stiegen, die den ganzen Innenraum wie in dichten Nebel hüiiten. Fremde Fuhrleute in kurzen Pelzen und langen Schaftenstiefein erwärmten sich an heißem Tee. Ihnen trank Wainka besonders kollegial zu. Vom Fuhrwesen verstand auch er etwas, und da konnte er ein Wort mitreden. Daß der Racker Staat, der ״uns!‘ Steuern abnehme, nicht für Ausbesserung der Wege sorge, damit ״wir“ ordentlich fahren können. —- — — Aber der Staat halte es mit den Reichen und Vornekmen Jmd . kUmmere sich keinen Teufel darum, ob ,jvnr“ uns und-unsere Gäule auf holperigen Wegen krummfahren oder tief unter der Erde ״uns“ für jene Ausbeuter lahmsebaffen, --־— — ־ (Fortsetzung folgt.) '

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