Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 13 (31.3.1933)
- Date
- 1933-03-31
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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siiffpiii mu döf ■s EMäftäfpitiöii iftltögiBätfibt^ l«f fWßtö er heute dleEfikel m ge#inhef1r die langsam auf die Emanzipation verzichten Jemen Müssen! ״Soll ich sie segnen, die £»hil|mtiötT V ..“ (lö Öfiefe.) v Stünde ef, der Gfoße, der Weitattssehäuende, heute aüf: aus sliäöu ÜchtumMe^ er würde m uns redet! ia udserer Sprache. Zu uns, die Wir zu zweifeln beginnen, M Verzweifeln an der Kultur, die jene ersehnt, att der Zivilisation, die unsere Ahnen beglückthatte, An einer Kultur, gehören aus dem autoehthonen Diesseitsdünkef der MehäonheiC einer . Kultur, die den Weltkrieg entzündet" und: niemals gelöscht hat» einer Kultur, die uns in unsere brüchige Gegenwart zu führen vermochte. Große feile des zeigenössisdhen orthodoxen Judentums stehen der europäiöchen Kultur und ihren Heilslehren kühl bis ans Herz hinan gegenüber. Rabbiner Hirsch Würde, lebte er heute — jener הור»ת, die den Wahlspruch des Perekt יפה pW 11 ך öj> .מלמח• תורד zur Erziehungsmaxime des JudentiiniS erhob, heute vielleicht entgegenhaiten ein anderes Weisheitswort desselben Perek, das Nechunia, Hakones SOhn, gesprochen: כל המקבל עליו עול תורה, מעבירין ממגו עול מלבוח V: : : י : י1 .. י ועול ררך אח.׳ עול;התורה — das Schlüsselwort zu den jüdischen Rätseln unserer Zeit. על תורה— die Mission des deutschen Judentums,. wenn, es je eine besondere für uns gegeben hat. Zurückzufinden zur Thorakultur der Teschuwämenschen, die Revision einer Synthese, die die trostlose geschiehtliehe Entwicklung Lügen strafen mußte. Sollen Wir sie segnen, die Nichtemanzipation , . .? Sich wehren gegen das Leid, ist sinnlos, aus ihm zu lernen heißt die Losung. Laßt uns das גלו ת tragen, als stolze Juden! VORANZEIGE! ln ans er er Pessneh^Nümmer beotnnen tutr mH der Vetoffenilichüno einer größartqelegien Eriahlung »HirnER MAUERN* - äüs der ^edet eines bekannten judi* sehen Publitisien Wird das Obige verstanden werden? Bei den allermeisten wird es wohl Lächeln, Skepsis, Harthörigkeit, Kopfschütteln und Pessimismus hervorrufen. Wird die Losung Weitergegeben werden? Ein Anonymer, Unkundiger, Unerfahrener hat sie ausgesprochen, werden 1 die Kundigen,. die Erfahrenen des deutschen Judentums sie aufnehmen wollen? Wird sich diese Losung fortpflanzen von Mund zu Mund, von Ohr zu Ohr, von Herz zu Herz? G-tt möge das Golus fortnehmen aus wehen Herzen und aus schlaffen Händen; Er möge unsere verschütteten Neschomaus erlösen. Um den Körper ist es uns dann nicht bang. a ׳» daß Kunerol streng rituell erzeugt wird und daher auch für Strenggläubige ohne Bedenken für die Zubereitung von Oster* speisen verwendet werden kann. Kunerol ist ein völlig reines Pflanzenfett, nahrhaft, leicht verdaulich und fast unbegrenzt haltbar. Kunerol wird unter ständiger Aufsicht des Herrn Bezirksrabbiners S. Eh re ח fei d zu Mattersburg hergestellt 100% REINES KOKOSNUSSFETT f Reh Josei Baumgarten זצ״ל• . Rascher, als wir es vermuten könnten, ist die Ernüchterung eingetreten. Waren wir zuerst betäubt von dem Schmerz und dem Schrecken, den die Nachricht von döm Hinscheiden unseres unvergleichlichen und unvergeß- / Udhen Führers ausgelöst hatte, so sind wir jetzt viel zu rasch ernüchtert und sehen nur die Lücke, die sein Abgang zurückließ, und spähen vergeblich nach dem, der diese, Lücke ausfüllen soll. Bei jeder nur irgendwie sich bietenden Gelegenheit denken wir, fühlen wir, sprechen wir: da fehlt Reb Jossef! So war es denn auch in der: Trauerwoche das Bezeichnendste, daß die vielen Maspidim jeder etwas Neues, jeder etwas UngehörteS berichten konnte. Diese Vielseitigkeit des Geistes und des Charakters, zu einem symphonischen Ganzen vereint, ist in unserer Zeit eine solche Seltenheit, daß man sie ganz zu würdigen nicht imstande ist. Was Reb Josef Baumgarten s. Z. 1. der großen Oeffentlichkeit und allen, die ihm näher standen, war, ist oft genug gesagt worden. Wenn es wahr ist, daß große Menschen nicht nur in ihrer öffentlichen Tätigkeit, sondern auch in den Niederungen des Alltags groß sind, so gilt das vornehmlich von unserem heimgegangenen großen Dajon. Es wäre vielleicht der Mühe wert, den von vornherein zum Mißlingen verurteilten Versuch einer erschöpfenden Schilderung dieses Mannes zu riskieren, um so viel als möglich von dem, was Wir von ihm und über ihn wissen, über uns selbst hinaus zu erhalten. - Vom j u n g e n Reb Jossef wissen wir wenig. Und was wir wissen, nur aus seinen gelegentlichen Mitteilungen, die natürlich mehr dem Andenken der anderen Akteure als seiner selbst galten. Aber es ist doch immerhin interessant, zu hören, daß er bei seinem Großvater Rabbi Avigdor Fischer s. Z. 1. in Holleschau ängstlich davor bewahrt wurde, als 'junges Kind schon mit unreinen Tieren Iti Berührung zu kommen. Anders ist eben Keduscho nicht möglich. Von Kindheit auf muß jede ,ט ו«א ד ferngehalten werden,. Spielzeug hat er als Kind nie gekannt. Seiner zarten Konstitution zuliebe mußte er täglich eine Stunde spazieren gehen. Sein Großvater gab ihm ein Sefer mit auf dep Weg und sagte: ״Lernen mußt du nicht, blättere hur darin!״ Kein kindisches, müßiges Spiel sollte die Gedanken . de9 späteren Führers abwegig werden lassen. Und so blieb es! Immer, auch wenn er nicht lernte, war das Sefer bei ihm! und in seinem Alltagsgespräch blätterte er in einem Sefer. Es gab kein שיחת חולין ־ bei ihm, das nicht irgendwie zur Thora führte. ■ Der Junge Reb Jossef in' Mattersdorf war schon die hervorragendePersönlichkeit, die ihre Umgebung weit überragte, Nicht nur im Lernen, nicht nur an Fröm* nügkeiL ׳auch/ in seinen Manieren; in seinen Umgangsfor-, men kündigte Sich der spätere>Führen aneWenige werden es, wissen, daß er die durch Krankheit vergällten letzten Jahre seines Meisters, des Ghasan Sofer s. 53, 1-» durch ... seihen .Gesang .und.oft, sogar bei Melawo-Pemaiko durch s^n Violtaepiel erheiterte, Als Führer weitblickend, scharfsinnig in seinen Entscheidungen, mußte er zur J u g e n d und mußte die Jugend zu ihm stoßen. Was alles darüber schon gesagt wurde und noch gesagt werden wird, bleiben Stücke von einem Ganzen,. das niemand zusammenzufügen vermag. Wer weiß es, daß dieser Mensch imstande war, stundenlang mit den Führern der orthodoxen Jugendbewegung beisammenzusitzen und über technische und organisatorische genau so wie über programmatische Details zu beraten. Er, der für die wichtigsten Dinge oft nur gezählte Minuten übrig hatte, er, der für die Arbeit an sich selbst seine Nächte opferte, er hatte für die Sorgen und für die Nöte der Jugend immer Zeit. Aber nicht nur für die Jugend in ihrer Gesamtheit, für ־ den einzelnen, den Berufssorgen, den geistige oder sittliche Nöte bedrängten, für jeden hatte er Zeit. Däs machte ihn zum Führer der Wiener thoratreuen Jugend. Ein unbeugsamer, gerader Wille zur gerechten Tat! Auch das ist schon oft genug gesagt worden. Aber wir wollen auf dem Sockel des Monumentes, das er sich errichtet hat, noch einige Schlagworte zum dauernden Gedenken eingravieren. Als der damalige Oberrabbiner von Wien den Siegestaumel der zionistischen Partei in seinen Samstags- und Feiertagsreden nachklingen ließ und manchmal auch einiges sagte, was das Ohr des thoratreuen Juden verletzte, so schien es, als ob in Wien das alles unwidersprochen bleiben sollte, Da war er es, der unerschrocken und unbekümmert um die Resonanz, die seine Worte finden werden, die Tribüne bestieg, um in prophetischem Eifer gegen diese Entgleisungen anzukämpfen. Und es sei zur Ehre des verstorbenen Oberrabbiners gesagt, daß die Worte bei ihm selbst starken Widerhall fanden. Ein zweites: Als die Universität in Jerusalem erbaut wurde und jedes *für ישוב אר׳ן ישראל empfindende Herz sich zusammenkrampfte bei dem Gedanken, daß, bevor noch der Thora ein würdiges Heim in Brez Jisroel erbaut wurde, die m 0 de me Wis se ns chaf t m i t allen ihren Ausschreitungen gegen den Geist von wahrem Judentum und Erez Jisroel dort beheimatet werden soll, war er es, der, unverstanden bei vielen von uns selbst und mit infernalischem Haß von den anderen bekämpft, gegen diese Herausfor»״ derung ankämpfte und -— das soll für alle feiten: festgehalten sein •י״ den Mut und den Weitblick hatte, den Tag der Eröffnung der Universität als einen Fasttag zu bestimmen. Genau so unnachsichtig war er aber gegen Fehler in ünseren^eigenen Reihen* ®י blöibe daher unvef^ gessen seine gewaltige Rede gegen Schädigungen von Erez Jisroel und des alten Jischuw, Unmöglich, alles zu sagen. Solange ein Mensch noch sein;wird«; der ihn gekannt hat.und weit, weit: drüber hinaus, wird sein Andenken segnend gedacht werden. An uns liegt es, festzuhalten, was wir wissen, was wir gehört und w^ wir gesehen haben von ihm, damit er unserem armen Geschlecht, dem er leiblich entrissen ist, geistig erhalten bleibe zum ewigen Segen!‘ז9י *גייק לגרגח, :ץ I«^ relitiös-kuitüfelef Hesiefttmgr ist in Rumänien; manch beachtenswerte jtfeuefüng üt verzeichnen. Der : Andrang 2tr den Vorträgen über“ talmudisehe und : hebräische Wissenschaft ist inletzterZeit derartMaseen^ hält, däi däs Rabbinat inCzeraowitzeinen Weitereft Kürs־ ׳ im Räbbitter^ciss^cthäüsö einführen mußte;' Dagegen^ könhen wir et nicht genug beklagen, daßdie Talmud* ' Thöra-Lehranstalt, did einzige Schule für die KrMehungJ und Ausbildung der jüdischen Jugend im religiösen Sinne, dem Verfall pfbisgegeben ist, Die Zaftivon ungefähr ז tausend Freduentanten aus früheren Jahren ist in jüngster’. Zeit auf bloß zweihundert Züsammengeschrumpft und! nimmt mit jedem Tag noch weiter ah. Für die Geistesbit*t düng der Erwachsenen ist so ziemlich öorge getragen, was soll aber mit der JUgenä geschehen? < * Czemowitz ist das einZige^^ jüdische Zentrum irr; Großrumänien, wo die jüdische Kultur und Religion *stf ’: ihrem Rechte gelangen. Das beweist nicht nur die jüdische Volksmasse, welche hier ansässig ist,’ sondern auch die” organisatorische Tätigkeit und der kulturelle Schwung, welche diese Stadt zum Ausgangspunkt haben und-sich über das ganze Land verbreiten, so daß Czernowitz der' Hauptsitz für die Agudabewegung in ganz Rumä-.. nien ist. ־■■■ ־'■• .; : Die jüngsten Propagandaversammlüngen, Welche im Monat März abgehalten worden sind, bestätigen neuere, dings, Welchen Wert die hiesige Judenschaft darauf legt,, mit den Führern der Aguda im engsten Kontakt zu־ stehen. Zu diesen Versammlungen drängte sich die jüdische Bevölkerung förmlich in Massen, um. die Ausführungen der erschienenen Gäste und Referenten, der Her^:־• ren Prof. Dr. Vögelmann aus Kättowitz, des Rabbiners; LäU> aus Kolomea, des Rabbiners Hager und des Visower. Räw,; zu hören und sich an den geistreichen Ermahnungen •zii' erbauen. Einen besonders überwältigenden Eindruck übte: die Rede des Kolomeaer Raw, welcher unter anderem aus-. . führte, daß nicht nur die Jugend, sondern auch die Eltern einer Erziehung unterzogen werden müßten. Zur Begründüng und Festigung des Judentums und zwecks Erziehung, der jüdischen Jugend müßten die Eitern über ihre Pflich-‘ ten den Nachkommen, dem Judentum ,und der Religion, gegenüber belehrt werden. Sie müßten vorerst selbst von der Erkenntnis durchdrungen sein, daß sie ihre Kinder zu g-ttesfürchtigen Juden erziehen, daß diese Kinder im Geiste der jüdischen Tradition zu treuen, anhänglichen Patrioten, zu nützlichen Mitgliedern der .Gesellschaft heranwachsen, welche die heilige- Lehre hochhalten' und dem Judentum Ehre machen., Auch die .'Tätigkeit' der Z e i r e A g u d a s Jisroel verdient rückhaltlose Anerkennung, denn sie erhebt das. Banner-dös Judentums in jeder Beziehung. Abgesehen davon, daß Sie die gesamte orthodoxe Jugend vereinigt, bildet die Verbreitung von jüdischem WisSen durch Abendkurse einen ^großen Teil ihres Wirkens. Im vergangenen Sommer wurden auf einer Farm des Gutes Milie. 24 Chaluzim ausgebildet, zumeist JeschiWo-Bachurim, welche nach der ‘schweren Tagesarbeit noch die Lehre pflegten. Auch die Bes-Jak ob-' Schule verdient lobenswert erwähnt zu werden. Wenn man bedenkt, daß im vorigen Kurs mehr als hundert5 Absolventinnen die Aufgaben einer jüdischen Frau erlernt und daß gegenwärtig, eine fast gleiche Anzahl diesem Studium obliegt, so ist das schonein größer Fortschritt-״ ':für die jüdische Jugend und für das jüdische Wesen. : - Bernhard R i p p e 1. Stürmische Sitzung in der Warschauer KehillÖ. r Am vergangenen Donnerstag fand eine besonders . stürmische Sitzung des Warschauer Kehillo-Rates; statt,. . Auf der Tagesordnung stand ein Antrag der agudistir : sehen Majorität auf Einsetzung eines Budgetpostens von/ 70.000 Zloty in den Rechnungsvoranschlag 1933. zur Ber Setzung der vakanten Stellen im Rabbinat, Die Zionisten und die anderen freien Parteien bekämpften diesen Antrag nicht nur mit allen parlamentarischen Mitteln, sondem sie ließen auch Beschimpfungen gegen die Ortho-., doxen in der gemeinsten Weise laut .werden. I. M. L e wi n,:. der Führer der Warschauer Agudisten, hielt eine groß-,. angelegte Rede, in der er den Zionisten die gebührende Antwort erteilte. Die Rede hinterließ einen großen Ein- , druck. : Nachdem die Verschleppungs- und Öbstruktionsversuche der Opposition gescheitert waren, kam es zur, Abstimmung, bei der. die Vorlage der agudistischen Majorität mit 23 gegen 11 Stimmen angenommen wurde. - Die Zahl der Juden in der Türkei. ■; Laut der neuesten Mitteilung des staatlichen statt-‘ stischeri Amtes der Türkei wohnen in der heutigen Türkei 81.872 Juden. Die größte jüdische Gemeinde in der Türkei, die in Konstantinopel, zählt 46.698 Seelen, die zweitgrößte, die in Smyrna, 16.501, die drittgrößte, die in Adrianopel,. 6098 Seelen. In Konstantinopel machen* die Juden 6,76 Pro׳־ zent, in. Smyrna 10,53 Prozent der Gesamteinwohnersch^ft aus. In der Türkei gibt es heute 22 jüdische Schulen mit insgesamt 5746 Schülern. llllllllllllllliillllillllllllllllllllllllllllllllllllllllllimilllllllllll 1 Etwas über Reklame 3 Erfordernisse der Reklame« 5 Jede Reklame muß, wenn sie erfolgreich sein soll, 3 vier Grundbedingungen erfüllen. Sie muß S 1. die Aufmerksamkeit erregen; ״ 3 2. sich dem Gedächtnis einprägen (״erinnert״ 3 werden); 5 3, einen Entschluß herbeiführen; 3 4. kaufanregend wirken. E Die erste Grundbedingung, Erregung der Auf- 5 merksamkeit, kann auf vielfache Art erreicht wer- 3 den. Durch die satz- und drucktechnische Auss führung, durch die Placierung, durch Farbgebhhg'i! S durch auffallende Kontraste, durch Vielfältigkeit 3 oder manchmal gerade durch die Eintönigkeit usw,־ 3 Freilich muß in jedem einzelnen Falle die rieh- 3 tige Auswahl des geeigneten Mittels zur Erregung 5 der Auf merksamkeit dem geschulten Werbefach* 3 mann überlassen bleiben. Immerhin hat die wissen:.. 3 schaftiiehe Untersuchung gewisse Richtlinien. und 3 Grundregeln festgelegt. So. wird z. B. die rechte S obere Ecke einer rechtsiiegenden Zeitungsseite als 3 die auffallendste Stelle einer Zeitung bezeichnet. S Inserate in der ״Jüdischen Presse“ sind s deshalb von nachhaltigem Erfolg, weil sie* soweit 3 es auf die Zeitung als ״*י fachmännisch ausgedrüokt 3 — ״Reklamemittel“ aukoramt, alle Grundbedingung 3 gen erfüllen, die für eine erfolgreiche Reklame not«"