Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1933-03-10 · 10 (10.3.1933) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
10 (10.3.1933)
Date
1933-03-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2629891-2630489-2630499--4391-2636549
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

VPERÜCKEN aus dem international bekannten Salon ROSA WEISS WHMi H. Ott. Augarl8n*traa« 10 / fei. A14<M werden i« anerkannt gesditttackvolisief Ausführung u. idealster Paßform von S 65.— aufwärts geliefert. Ontiei 8. d. Provinz erliaifen tQ°/011. Reissspesen vetaBiet / Sannt_ in der unübersehbaren Traüergemeinde anwesend waren: Herr Öberrabbiner Jeruchem (Altstadt), Rabbiner Abraham Heschel, Rabbiner Hager, Rabbiner dünsberg, die Herren Vereinsrabbiner Benedikt, Blech, Flesch, Fried* mann, Hager, Habermann, Neuwirth, Dr. Pollak, Rosen, Rubinstein, Schenk und Weiß. Von auswärts: Herr Oberrabb. Akiba Schreiber aus Preßburg in Begleitung seines Sohnes, Rabbiner Samuel Schreiber, Herr Oberrabbiner ’ Dr. Carlebach aus Baden, Herr J. J. Braun für die Orthodoste Landeskanzlei und für die Agudas Jisroel in der Slowakei. Ferner waren anwesend das Präsidium der Isr. Kultusgemeinde Wien, Oberrabb.-Stellv. Dr. Feuchtwang, Rosch-besdin Rabbiner Babad, die Herren Gemeinderabbiner Dr. Rosemann und Dr. Taglicht. Für die ״Ünlon“ Regierungsrat Lenk, für den Kultusvorstand Dr. Ticho und Dr. Feldsberg, für die Agudas Jisroel Vizepräsident Salomon Aschkenasy, für die Keren Hathora-Zentrale Direktor Dr. Deutschländer, für die Chewra Kadischa Herr Ernst, ferner Deputationen säihtlicher orthodoxer Bethäuser und Vereine, schließlich die Herren Univ-Professoren Dr. H. Neumann und Max Eisler, die Herren Dozenten Dr. Bondi und Hofbauer und noch unzählige Persönlichkeiten und Honoratioren, die amuführen, unmöglich ist. ln Mattefsburg waren ererschienen: Vertreter sämtlicher burgenländisehen demeinden mit den ehrwürdigen Herren Rabbinen Grünwald, Deutschkreuz; Kraus, Lackenbach; Perels, Kitt* see; Schlesinger, Eisenstädt. Aus Wiener Heustadt war öberrabbiner Hüei Weiß mit dem öemeiüdepräsidium» aus Baden Rabbiner Salomon Friedmann, aus öedenburg Rabbiner Müller mit dem Gemeindepräsidium und einer großen Anzahl Gemeindemitglieder, aus Szombathely Herr Gemeindepräsident Steiner, Vertreter der Gemeinde Györ und Papa, schließlich aus Budapest die Herren Mayer Klein, Dr. Adolf Deutsch und Simon Mayer erschienen. * ,לובר נשמה מטרה ראשנו הרב הגאון הצדיק רבי יוסף בוימגארטמן זציל הרב רבי אברהם העשעל שליט׳א regt an, einen Fonds zu bilden, um die חורה ■*Anstalten in ארק הקרושה zu fördern. Ich bitte Gesinnungsgenossen, sich dem zu bildenden Komitee anzuschließen und bei Rabbiner Heschel sich zu melden. So wird am besten der חבת הארק und der אהבת תורה des צדיק הנפטר Rechnung getragen. Wolf Pappenheim. * Wegen des Ablebens von Rabbi Josef Baumgarten s. Z. 1. wurde die Purimfeier der A.־J.־Jugendgruppe ä bgesagt. Gekaufte Karten werden allabendlich von 8 bis 9 ,Uhr in der Jugendgruppe (II., Floßgasse 1) rückgelöst. Amalek im Kampfe. SUPPENWORFEL Erxaugt untar Aufsicht da! chrwQrdlgan Harro ftdbbinart H. IC Kl Nit BEACHttN SIE DIE BLÄU •WEISIEN WöftFEUeNUlFENI Unsere heilige Thora schärft uns in besonders prägnanter Weise’ die Tatsache ein, daß Amalek das jüdische Volk in einem gefährlichen Augenblicke meuchlings überfallen hat. Kaum hat das befreite Volk die Mauern des Sklavenhauses hinter sich gehabt und sich der jungen Freiheit erfreut, als Amalek mit grimmigem Haß gegen das ahnungslose Volk losbrach. Ein* Jude, der sich seiner Pflichten bewußt ist, wird daher die Erzfeindschaft Amaleks nie außer acht lassen, die, ob latent oder offenkundig, ob theoretisch oder handgreiflich, immer vorhanden ist', um einen Vernichtungsfeldzug gegen Juden und Judentum zu führen. # Wer kann die Ursache und Triebfeder dieser ufer- und zeitlosen Feindschaft ergründen? Ist sie nur in dem Wesen Amaleks begründet oder sind wir Juden selbst schuld daran? Soweit wir die biblische Zeit verfolgen können, finden wir, daß immer Fehler und Verfehlungen der Juden selbst die Veranlassung waren, welche die immer sprungbereite Feindschaft Amaleks zum Losbrechen gezwungen hat. * In der vergifteten, überreizten Atmosphäre der Gegenwart feiert Amaleks Todfeindschaft wahre Triumphe. Es wird wohl noch immer etliche Juden geben, die da glauben, daß auch diese Giftquelle bald verrauchen und Zustände eintreten werden, in denen Bei Verstopfung nimm DARtyOL der Jude ״wieder friedlich seines Judentums unbemerkt leben kann. Doch die große Majorität wird wohl annehmen, daß Amaleks Feindschaft etwas zwangsläufig Gegebenes, von Zeit zu Zeit grell auf leuchtende, latent, aber immer vorhandene Erscheinung ist. Wir gedenken heute Amaleks, wir sehen und spüren heute die grimmigen Tatzen seiner Feindschaft. Sind wir uns aber auch in gleichem Maße dessen bewußt, daß unsere Fehler mitschuldig sind an den Wutausbrüchen dieses höllischen Hasses? Sind wir uns dessen bewußt, daß nur Einkehr zu G-tt, daß . nur treue Pflege der jüdischen Lehre und des jüdischen Gesetzes uns Kraft geben kann, den Todesstoß des Feindes abzuwehren und seine wilde Anfeindung zu überdauern? Den Haman von heute sehen wir alle klar, wo aber ist der Mordechai, der an die Tore der jüdischen Lehrhäuser pocht, um aus dem Lallen und Summen der lehrbeflissenen Kinder und Jünglinge Kraft zu schöpfen, um ungebeugt und ungebrochen vor dem überheblichen Haman bestehen zu können? Und wo ist die Esther unserer Tage, die für ihr Volk betet und fastet? Die selbst am königlichen Hofe treu ihren Sabbat wahrt? . . . Wahrlich, es wäre Zeit, daß wir nicht nur auf den Feind schauen, sondern auf uns selbst und wenn es uns nicht gegeben ist, die Mentalität unserer Feinde zu ändern, so kann es uns vielleicht gelingen, unseren eigenen Sinn zu wandeln. # Es wird erzählt, daß Haman eine gewaltige Summe Geldes dem persischen König anbot, um die Bewilligung zur Vernichtung der Juden zu erlangen; daß diese vielen Zentner Silber ihre Wirkung doch nicht erreichten, kommt — nach unseren Weisen — daher, weil das jüdische Volk schon früher die Halbschekelmünzen für die Errichtung und Erhaltung des eigenen Heiligtum^ gespendet hätte. An diese Bemerkung knüpft ein späterer Paitan die Lehre: Solange wir Juden für unsere eigenen Zwecke die geringe Halbschekelmünze aufwendeten, haben wir Kraft gehabt, die größten feindlichen Angriffe abzuwehren. Seitdem wir aber für unsere eigene Sache nicht einmal mehr diese kleinen Münzen übrig haben, müssen wir schwere Golddrachmen dem Feinde selbst beisteuern — — Es ist uns heute die grauenhafte Groteske, daß Juden große Summen mit beiden Händen für fremde feindliche Zwecke hergeben, nicht fremd; für die eigene Sache haben sie nicht einen halben Schekel übrig. Die grausame antisemitische Welle der Gegenwart, diese furchtbare Reinkarnation Amaleks, möge sie doch diese vorteilhafte Wirkung, bei unserem Volke auslösen, daß wir uns unserer Fehler und Verfehlungen besinnen und daß wir unser Heil in Rückkehr zum echten Judentum suchen. Dann werden wir, wie stets bisher, Amalek siegreich begegnen können und wie nach jedem Haman-Versuch ein fröhliches, lustiges Purim feiern. L. Pessach vor der Tür. In einigen Wochen feiern wir das PessacKfest. Jüdische Frauen! Wenn ihr beim großen Reinemachen findet, daß ihr neue Sessel oder ein Lotterbett braucht» oder gar ein Zimmer oder Küche neu einrichten wollt, dann denkt daran, daß die Möbelgroßhandlung Horowitz, Wien, II., Taborstr; 75, unseren Lesern sowohl im Preis als auch in der ZahlUngakondition besonders entgegenkommt.; E Agudistische Erez-Jisroel-Arbeit. Von Rabbiner Josef Adler, Schäßburg. Moderne Küdien* Vorzimmer* Wohnzimmer* MBBEL 22 §0 KOHN, Wien 11, TABORSTRASSE NR Telephon R-40-7-14 Samstag geschlossen — Angeschlossen der ״Schomra“ Unsere Arbeit für Erez Jisroel in der Vergangenheit und in der Gegenwart hat nicht das erforderliche Maß erreicht und kann durchaus keinen Grund zur Befriedigung und zur Genügsamkeit geben. Wohlverstanden, wenn ich von ungenügender Erez-Jisroel-Arbeit spreche, so denke ich natürlich an die moderne lcoloni- Satorische Aufbauarbeit, in deren Lob Juden und Nichtjuden, Politiker und Wirtschaftler in Wort und Schrift sich täglich überbieten. Denn in geistiger Erez-Jisroel-Arbeit sind wir, die Religion als oberstes Prinzip des Judentums hinstellenden Juden, den nationalistisch eingestellten mit Jahrhunderten zuvorgekommen. Als die Ahnen der heutigen jüdischen Nationalisten in den Ergebnissen der französiischen Revolution die Messiaszeit gekommen sahen, alle Brücken, die uns mit unserer glorreichen Vergangenheit verbunden hatten, hinter sich niederbrannten, ■ in geblähtem Uebermut und ' Aufklärungsfanatismus mit dem roten Stift selbst aus den Gebetbüchern jedes Andenken an Zion und Jeruscholajim ausmerzen, die von Moses bis Maleachi durch alle Propheten im Namen G-ttes verbürgten Zukunftideale aus dem Herzen des Jahrhunderts unbarmherzig reißen wollten, da waren es nur die Ahnen der heutigen A g ud i s t e n, die mit einem die jüdische Welt erschütternden und aufrüttelnden Schmerzgeschrei einen Jahrzehnte hindurch wütenden Kampf begannen, um die Thora und alle Traditionen aus der Vergangenheit in die Zukunft hinein zu retten. Wenn jene Glaubensheroen damals vor dem Fetisch: Gemeindeeinheit in die Knie gefallen wären, wenn sie sich — bei der bereits in Wirklichkeit bestehenden inneren Spaltung — von dem nur noch leeren Schall: ״einheitliches“ Judentum hätten betören lassen, dann wäre es um die Thora in West- und Mitteleuropa geschehen gewesen, dann wäre schon wenigstens ein Vierteljahrhundert vor der Geburt des Zionismus keine Spur selbst in der Liturgie von Zion und Jeruscholajim geblieben, dann hätte der Zionismus gar niemals das Licht der Welt erblicken können. Lächerlich und unmoralisch ist der Hohn, mit dem man aus dem Munde der Zionisten oft die Parallele zwischen der Mentalität unserer Eltern und derjenigen der Zionisten ziehen hört, daß einst nur die Alten nach Erez Jisroel gingen, um dort zu sterben, heute aber die Jugend hinströme, um dort zu leben. Denn nur weil die Alten dort gestorben sind, können die stolzen Jungen heute dort leben, Nur weil sie in aller Herren Länder ihr Leben lang geseufzt und geweint haben um den Untergang des Heiligtums, um die Zer- Störung des Heiligen Landes und um die Verbannung der g-ttlichen Herrlichkeit; nur weil unsere Hunderte, von religiöser Glut angespornt, nach den verödeten heiligen Stätten puderten, die Schollen, die vor Jahrtausenden die Propheten mit ihren Füßen betreten hatten, geküßt und mit ihren Tränen benetzt haben; dadurch grub sich in das Bewußtsein aller. Juden ein gewisses Gefühl der Liebe, der Achtung und Verehrung gegenüber dem öden Lande, und Gegründet Lebensversicherung«• Gesellschaft 1 w w ׳׳ Versicherungsbestand ,Ende 1931 2775 . . . »׳■י י . * . י יי «'׳«■■ 7׳.י,. . י . י Millionen Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1931 182 י . י , . . , . י ., . י י י י י Millionen Garantiemittei Ende 193! 472 י י י י י י י , . י י י י י י י י י י י . . י Millionen Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1931 43 י . . . . . . י י י י י י י י י י Millionen Am Ende des Jahres!931 waren b^i der GeseUschaf7836464 Personen versichert. Tätigkeitsgebiet; Oesterreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, Italien, TschechoslowaMsche Republik, Polen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien/ ‘ Bulgarien, Griechenland, Türkei, Aegypten־ und Kieinasie», Schilling Schilling Schilling Schilling als Boden unserer geschichtlichen Vergangenheit Heim unserer zukünftigen Sehnsucht. Und nur weil die Ahnen der heutigen Agudisten durch ihr Tun und Lassen, durch ihr Denken und Fühlen, durch' ihr Seufzen und Stöhnen, durch ihr Klagen und Weinen, durch ihr Leben und Sterben in -der Diaspora und im Lande der Väter ihre seelische Verknüpftheit mit Erez Jisroel dokumentierten, bekamen auch die Völker der Erde Kenntnis von der innigen und inneren ZUsammengehörigkeit Jisroels und Erez Jisroels. Nur weil es noch ein Jisroel gab, dem die Bibel noch däs heilige Buch des Lebens ist, erkannte der Bund der Völker dem Volke der Bibel das Recht und den Anspruch zu auf das Land der Bibel. Ohne Agudismüs, ohne Thora und Mizwos als oberstes Lebensprinzip und höchstes jüdisches Nationalideal wäre weder Zionismus noch ein völkerblindlieh der jüdischen Einwanderung weitgeöffnetes Erez Jisroel möglich geworden. Wenn gewisse Kreise beim Anblick des Resultats der Aufbauarbeit Erez Jisroels sich stolz in die Brust schlagen und dabei es sich nicht nehmen lassen, dem Agudismus und der in ihm organisierten zusammengefaßten Orthodoxie eins am Zaune zu pflücken wegen ihrer Untätigkeit und Treulosigkeit dem Lande der Väter gegenüber, so mögen sie nur ihr Herz der Wahrheit öffnen und sich, der Einsicht und dem Einbekenntnis nicht verschließen, daß ihrer fünfundzwanzigjährigen Kolonisationsarbeit eine fast zweitausendjährige Konservierungsarbeit gegenübersteht, die beispiellos in der Geschichte ist. Wenn wir aber den Vorwurf unserer Gegner, daß wir keine Verdienste um Erez Jisroel haben, entschieden zurückweisen müssen im Namen der geschichtlichen Wahrheit, wenn wir auch mit innerer Befriedigung konstatieren können, daß wir und unsere Ahnen alles getan haben, um die Vorbedingungen für die Restauration Erez Jisroels zu schaffen, so müssen wir doch bekennen, daß wir an der Restaurierungsarbeit selbst unseren gebührenden Teil noch nicht herausgenommen haben. U n s e r e r Jahrhunderte hindurch geleisteten Vorarbeit ist es zuzuschreiben, daß uns Erez Jisroel als erlöstes Land freigegeben wurde mit der Aufforderung, es nun zur Blüte zu bringen. Wir überließen nun das durch die Awoda unserer Väter erlöste Land denjenigen, die in der. Vergangenheit keine Gefühle für das Land selbst hatten und auch heute noch kein Verständnis besitzen für die landerlösende Arbeit unserer Ahnen. Und das war unsererseits, wie dies in den Spalten dieser Blätter gelegentlich ausgeführt wurde, eine Unterlassungssünde, Denn wir hatten kein Recht, zur Seite zu stehen und untätig zuzusehen, wie große Strecken des heiligen Landes, das von gesetzestreuen Juden hätte besetzt werden können, in die Hand solcher Elemente geriet, die es entweihten. Wir hätten es nicht durch unsere Zurück- Ziehung verschulden dürfen, daß man uns einen großen Teil der Jugend entfremdet und deren Seele» mit der Lüge vergiftet: die unabhängige Orthodoxie habe keine Verbundenheit mit Erez Jisroel. Wir hatten kein Recht uns mit vor Trauer und Schmerz zusammengekrampftem Herzen, ob dem im zionistischen Palästina sieh entfaltenden Profanierungsfeldzug und der Infektionsepidemie z U r ü c k z u z i e h e », wir hätten vielmehr dem Beispiele Aharons folgen und zwischen die Toten und Lebenden hintreten müssen, um die Seuche aufzuhalten. Vielleicht wäre es uns sogar geglückt, viele unserer Brüder, die unter der Flagge ״Misrachi“ auf der Fahrt in die Heimat, den Kompaß verlierend, sich vom großen zionistisehen Schiff ins Schlepptau nehmen und überall mitziehen ließen, vom Rande des Abgrundes zurückzuhalten und 80 die bedauerliche Kluft zu vermeiden, die sich zwischen den sonst in jüdischer Weltanschauung in religiöser Tat und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.