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Jüdische Presse · 1933-02-24 · 8 (24.2.1933) · page 4

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
8 (24.2.1933)
Date
1933-02-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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.?•1־^!'י!־'1 «&ää. f 5? ifeßr;flftef, ״__ _■JtliÄSf. der Agüda-Exekütive H. A. Gödman_ fiünmehr eiü Rütidschreibeft ,ah sämtliche jüdischen nisätionen versendet, in welchem auf die trostlose Ökonomische Situation der jüdischen Massen» insbesondere in den östlichen Ländern und in Deutschland hingewiesen und die Aufgaben der einauberufettden Weltwirtschaft^ Konferenz inkurzen Strichen Umrissen werden. Die Örga* nisatiöäen werden um Beantwortung verschiedener Fra* gen gebeten, bezüglich der Notwendigkeit einer solchen Konferenz» des Termins ihrer Einberufung, der Modali* täten ihrer Beschickung usw. Besuch agttdistischer Führer. Steigende jüdische ]Einwanderung in Syrien. in Syrien macht sich seit einiger äSeit eine steigende jüdische Einwanderung bemerkbar, SO daß Beirut all* : mählich ein starkes jüdisches Zentrum wird. Die« meisten Juden kommen nach Syrien in der Hoffnung» von dort nach ]Palästina gehen zu können, aber infolge der Schwierigkeit, Visa für ]Palästina zu erlangen, bleiben sie in Syrien und passen sich den örtlichen Verhältnissen an. Kein Betäubungszwang in Ungarn. Zu dem kürzlich in Kraft getretenen Tierschutzgesetz, das den Betäubungszwang für Schlachttiere vorsieht, hat jetzt der Ackerbauminister eine ergänzende Verordnung erlassen, nach welcher das Schächten nach jüdischem Ritus dem Betäubungszwang nicht unter-!liegt«; .!•"•׳׳ י-׳-':;'׳ י,':;; ׳" Mazzoth-Bäckerei auf dem Moskauer Friedhof. Mazzoth-Backen in Rußland erlaubt? Albert Fuchs, der langjährige Vorsitzende der Moskauer Jüdischen Gemeinde (heute, wo eine Gemeinde- Organisation - nicht existiert, unterstehen ihm bloß die Verwaltungen der Synagoge und des Friedhofes), teilte dem J. T. A.-Vertreter mit, daß die im Ausland verbreitet gewesenen Gerüchte, daß in diesem Jahre das Backen von Mazzoth zu den Pessachtagen verboten sein soll, jeder Grundlage entbehren. Die Moskauer Synagogenverwaltüng richtete im Gebäude des Neuen Jüdischen Friedhofes, der sich jetzt 15 Kilometer von Moskau entfernt befindet, eine mit modernen Maschinen ausgestattete Mazzoth-Bäckerei ein, die in der Lage sein wird, alle jene Moskauer jüdischen Familien, die ein religiöses Pessachfest: halten wollen, mit Mazzoth zu versorgen. Leider ist *ein großer •Teil der jüdischen Bevölkerung nicht in der Lage, die äuf den freien Märkten geforderten Mehlpreise .zu bezahlen. Torgsin (das staatliche Magazin) gibt seine Waren nur gegen ausländische Valuta ab, die sich inländische Juden nicht beschaffen können. Juden im Auslande, die Verwandte in Rußland haben, müssen nach dieser Richtung hin ihre Angehörigen unterstützen. Diese Meldung muß mit größter Skepsis aufgenommen werden. Forderung nach gesetzlichem Schutz für die Sabbathaltende Kaufmannschaft in Amerika Die Jewish' Sabbath Alliance in den Vereinigten .Staaten hat sämtlichen Mitgliedern des Parlaments des Staates New York ein Memorandum zügeh'en lassen, in dem zur Sicherung der Sabbathaltung und der ' wirt- 'schaftlichen Existenz der religiösen Judenheit eine gesetzliehe Maßnahme gefordert wird, der gemäß denjenigen Juden, die an den Sabbattagen keine Arbeit leisten, erlaubt. sein soll, an den Sonntagen ihrer gewohnten Beschäftigung nachzugehen. 5 In dem Memorandum wird darauf hingewiesen, daß das Strafgesetz des Staates New York für sabbathaltende A r b e i t e r,' die am Sonntag Schwerarbeit ־ leisten, Straffreiheit vorsieht, während der sabbathaltende Ladenbesitzer keinerlei Erleichterung nach dieser Riehtung hin genießt.! Juden in China. Der englische Jude . Mosche Cohen, militärischer und finanzieller Berater von China, ־:•;;■r:.; : : berichtete ■ einem Pressevertreter über das jüdische Leben in China folgendes: ־ In China gibt es eine Reihe blühender Gemeinden, J hauptsächlich o'r t h o d o x e r Juden. In Hongkong zum Beispiel wohnen ungefähr vierzig wohlhabende jüdische Familien. Sie besitzen eine prachtvolle Synagoge und einen Klub, eine Erbschaft nach der berühmten Wohltäterin Kadoori. Ich muß gestehen, daß an Wochentagen ein Minjan schwer zusammenzubringen ist; hingegen ist die Synagoge; an den hohen Feiertagen, zum Teil auch durch Fremde überfüllt. Alles, reiche Thorarollen, ein Rabbiner, ein Kantor; und - ein Tempeldiener sind vorhanden. Die meisten Juden sind Sephardim, Verwandte von jüdischen Familien aus Indien. Die Mehrzahl der Juden, von solchen, die jiddisch sprechen, finden sich in Schanghai, wo die einheimischen und fremden, die aschke- nasischen und sephardischen, in völliger Eintracht leben. Die Stadt hat sieben Synagogen; .ein Schulgebäude für Kinder wird eben gebaut. Ein schweres Problem bedeutet hier die große Zahl der Juden, die seit der russischen Revolution als Flüchtlinge ins Land gekommen sind. Wenn auch viele von ihnen eine Existenz gefunden haben, so gibt es doch eine Menge Familien, die. auf!Unter- Stützung angewiesen sind, Eine sonderbare Erscheinung sind gewisse ״wandernde“ jüdische Gemeindend Sie setzen sich aus Juden zusammen, die über ein paar Monate nach, China kommen (hauptsächlich aus den Vereinigten Staaten), um Seide einzukaufen, den Kreis der jüdischen Gemeinschaft ver- ^großem und das Land wieder verlassen. V Antisemitismus gibt es in China nicht, Eine solche Einstellung habe ich bei keinem Chinesen ge« funden. Ich beteilige mich aktiv, am jüdischen Leben in Gemeinde und der Bne Britn und habe in. Hongkong und Schanghai an allen jüdischen «^ohttätigkeitaakttQnen r teiigenommen. gerade jet^t iun^r Verhandle ichwepn Ankaufs eines ^rnndsWlcks für die .jüdische Synagoge, das einer christlichen Missionsgesell- « schaft in Kanada gehört. Es . besteht auch die Absicht,;in Schanghai eine jüdische Schule und ein jüdisches .׳Spital für Mittellose zu errichten, }־.;■ Bezüglich meiner englischen Staatsbürgerschaft ikann ich ,nur das eine sagen: Sie bat mir im Fernen Osten hie . geschadet, denn mein Amt und meine Geschäfte sind kein Geheimnis. Und ebensowenigj ba| *hir das Judesein in China geschadet. Ich habe als Jude meine Karriere gemacht. Aufblühen . Es ist allgemeine,bekannt» dal Liiaüen, obwohl es die hübeiWttene Hochburg des Talmudstudiümi ist, nicht über eine schlagkräftige orthödöjce Organisation verfügt, dii;•die breiten VOlksmassen zü beeinflüssen vermöchte. So verlieren wir eine Stellung nach der änderen* und besonders aus deu iKeihen der Jugend laufen ^erschreckend viele ins n ä t i o n a 1 i s t i s c h e* . Lager über, das hier Ungleich v e r!h e e r e tt d e r Wirkt als imWesteuropa. Es Söll hier nicht erörtert werden, wie es zu all dem gekommen ist. Es soll heute nur von dem erfreulichen Wiederanstoß berichtet Werden, den unsere Bewegung durch den Biiiich einiger polnischer ÄgUdä־* Eiü h r er erhalten ■hat. :! Tetschi erhielt vorige Woche den Besuch des als Leiter fder poln!ischen :ägudistischen BankenvereinigüHg bekannten Journalisten Und Schriftstellers A. B. Eckerm a tt tr ühd des .Sekretärs des ägüdistischen Sejmklubs Hallei Seidm ann. Henr Seädimann beriet mit idem Yorbereitenden Ausschuß "|tuf Grund seiner reichen Erfahrüttgen in Polen die Möglichkeiten zur Begründung einer Zei re A gü d ä s^ Ji s r o e 1 in Litauen. Am Abend sprachen die ,Gäste vor einer Massenversammlung im; größten Saale Telschia» *der vollkommen überfüllt war; in der’ vielhundertköpfigen Menge sah man nicht nur die einflußreichen Köpfe der Orthodoxie, sondern bemerkenswerterweise auch die freieren Kreise. Hlerr Dajan Katz .begrüßte die Anwesenden und erteilte Herrn Eckermann das Wprt zu seinem Referat ״Juden ■und Jüdischkeit in Osteuropa“. Nach kurzer Darlegung der ägüdistischen Ideologie beleuchtete Herr 4 Eckermann die speziellen Ursachen, die zur Gründung der polnischen Agudä geführt hatten,; und wies die Erfolge nach, die sie in geistiger;,;politischer; :?Und wirisqhiä'ftljchär!Hinsicht bereits erzielt hat. Wenn die litauische Orthodoxie ihren Einfluß auf die Massen nicht verlieren, sich nicht selbst dem Verfall preisgebep!wolle, 'so.‘;;müSse;"sie' das einzig . IfSüüf itttif Aufiithtt «fit «fcr*ärdfg4rt H«mt fiabcrfWitf itt I CH jf H k MM BKACMTtH III Bll BLAU »Vft litt H WURftLJCHUlMMI MM Wirksame Bindemittel dieser Zeit ergreifen, nämlich sich straff ofgänisierett. In seinem Körfefefät ging Herr Seidmahn mehr^ auf die praktisehen Erfordernisse der Aguda-Ar.beit ein und wies vor allem ,auf die eminente VöIkserzieheHsche uftd politische Bedeutung der J u g en db e w e g u h g und einer o f t h o d o x e n P r e s s e hin; an der es leider ln Litauen noch immer fehlt. Erv schloß frlit der Zusicherüng, die Weltorganisation der Ägüdäs Jisfqei werde nicht' ruheh, bis sie auch die litauische Jüdenheit unter ihr Banner geschart habe. Dem Dank des sichtlich ergriffenen und־ begeisterten Publikums verlieh der Direktor des Telscher Mädchengymnäsiüms, Herr Doktor H o I z b e t g, in einem feurigen Schlußwort noch einmal beredten Ausdruck. Nur an d i e Organisation dürfe sich Litauen anschließen, die ausschließlich :die o r t h od o x e n Belange vertrete. ■ ״ft•!׳■■■ Es steht zu hoffen, daß die Aufrufe;der polnischen Führer nicht wie die Stimme des Predigers in der Wüste verhallen, sondern allenthalben lebhaftes Echo wecken. So können־ ,wir bereits mit freudiger Genugtuung die Gründung von Jugendgruppen in Kowno, T e 1 s c hi und R o k i s k i s verzeichnen; auch wird eine orthodoxe Wochenschrift demnächst wieder zu erscheinen beginnen. Wir hoffen, die Bereitwilligkeit der litauischen Thoragroßen vorausgesetzt, in ׳Bälde von einem weiteren Eindringen des Aguda-Gedankens* in unserem Lande berichten zu. können. . '׳•"'׳ Lebensversicherungs- Gesellschaft Gegründet 1882 ‘Versicherungsbestand Ende 1931 i■■■.• . . . . . . . . ...;2775 Millionen -Schilling Prämien- und Zinseheihnahmen im Jahre 1931'■; . . . . : . . . .... 182 Millionen Schilling Garantiemittel Ende 1931 . . .; . . . . . ... . ... . . . . . .... 472 Millionen Schilling Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1931 . . . . . . . . . . . . ■ . . 43 Millionen Schilling Am Ende des Jahres 1931 waren bei der Gesellschaft 836.664 Personen versichert. Tätigkeitsgebiet: :■Oesterreich,; Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, Italien, Tschechoslowakische Republik, Polen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Türkei, Aegypten und ■ "־'•ג'■-Kleinasien. ■.;.יי'־■.־ Antisemitismus in Rumänien. Blutige Studentenexzesse und eine Erklärung der Regierung, sie werde die Exzesse der ״Eisernen Garde“ mit aller Strenge ״unterdrücken“. Im Anschluß an einö Versammlung der Studenten der Jassyer Universität" Verübten Cüzisten einen schwereg Ueberfall auf die anwesenden jüdischen Studenten, von denen mehrere durch Messerstiche erheblich verletzt wurden. Die Rädelsführer wurden verhaftet, nach kurzem Verhör jedoch wieder freigelassen. Im Hinblick auf die Erregung unter der Studentenschaft durchziehen Patrouillen die Stadt, um Unruhen größeren Maßstabes zu verhüten. "■יי ': .. Im Laufe einer "erregten Kammer-Debatte erklärte Unterstaatssekretär Calinescu im Namen der Regierung, : daß sie entschlossen sei, den antisemitischen Gewaltakten mit aller Schärfe;v entgegerizutreten. Zu den Cuszisten gewendet, sagte er wörtlich:'״Wann immer Sie sich zu solchen; Taten werden hinreißen lassen, wird die ganze Strenge des Gesetzes angewendet werden. Die Regierung ist fest entschlossen, Ruhe und Ordnung im Lande zu sichern.“ * Im weiteren Verlauf; der Sitzung drohte der Cuzist Nichifor Robu, der seinerzeit den jüdischen Deputierten Michael Landau in der Kämmer tätlich insultierte und der Rädelsführer des Straßenexzesses am 31.. Jänner war, dem Demokratenführer;’Dr. Lupu mit dem Tode. Unter ungeheurer Erregung‘ heschlpß das Haus, Robu vor die Disziplinärkömmissiöh zu stellen. . Rumänischer Patriarch gegen den Antisemitismus. Patriarch Dr. Miron Christea hielt in der Metro- '־ politankirche vor taüsend Studenten und ״Eisengardisten“ eine Ansprache, die mit den Worten schloß: ״Indem ich euch meinen Segen erteile, bitte ich G-tt, er möge euch, beistehen und euchdie seelische Kraft verleihen, auch in Zukunft den christlichen und rumänischen Charakter dieses Landes zu. wahren, o h n e die An ge hörigen anderen V01־ kstums und anderen Glaubens zu ver 1 e tzen, die G-tt verpflanzt hat auf dieselbe heilige Erde des gemeinsamen Vaterlandes, mit dem wir sie physisph und seelisch verknüpfen wollen, auf daß auch sie ein glückliches Dasein finden im Heim unserer rumänischen־. Massen.“׳ Diplomatische Vertreter gegen antisemitische Vorfälle in Deutschland * Der polnische Konsul . , . Das polnische Konsulat in Leipzig hat bei der Regierung in Dresden zugunsten von 15 jüdischen Familien aus Polen, denen Ausweisung droht, interveniert. Infolge des polnischen Protestes wir<i’sdie Angelegenheit1 durch deutsche Reichsstellen zur Erledigung kommen, so daß nunmehr die Hoffnung besteht, daß die Ausweisüngsgefahr von den 15 Familien abgewendet werden wird. . . . und sein englischer Kollege. Während der letzten Kundgebungen der Dänziger Nationalsozialisten wurden mehrere jüdische Passanten von Demonstranten niedergeschlagen; einige -Passanten wurden: verletzt, unter ihnen ein Arzt, der palästinensischer Staatsbürger ist. Der englische Konsul in Danzig hat bei der Dänziger Regierung wegen Mißhandlung des ,Bürgers eines englischen Mandatsterritoriums Beschwerde erhoben. Jüdische Tragödie in Eisleben. In Eisleben bei Berlin wurde ein jüdischer Kaufmann von drei S. A.- Leuten überfallen und schrecklich zugerichtet. Die Täter sind bekannt und der Polizei namhaft gemacht worden. Eine Verhaftung ist jedoch nicht erfolgt. Dagegen wird der schwerverletzte Kaufmann von der Polizei heftig bedrängt, weil am Tatort sein — Spazierstock gefunden würdet:■ 'י■',“■׳־■ ' 't■׳ ׳•. die Wegen,- Sabbatheiligung vor Gericht. Eine groteske Absö1iderÜehkeiy׳-ibescl1äftigt öffentliche Meinung Rumäniens: / In Berescht (Kreis Covorlui) erschien an einem Sabbattage ein!5Hilfsrichter des;Landgerichts heim jüdisehen Schuhhändler Lupu Fain und nahm mit diesem ein Protokoll wegen Verkaufiyervreigemng apf, obwohl es der Bevölkerung des Sjtäötcliens allgemein bekannt ist, daß Fnin als streng religiöser Jude niemals an Sabbat- oder * jüdischen Feiertagen etwas verkauft hat,: Gegen den Kaufmann wurde die Anklage auf Grund eines Gesetaes gegen Waren- und •PreisspekmaWon' eropfeeh, das Gefängpis vöpu3 bis a Momaten sowie Geldbußen von 5000 bis 30,000 Lei für diejanipavorsieht, die durehlVerr nichtung von Waren oder durph Verweigerung ihres Ver« kaufs eine spekulative Preissteigerung erreichen wollen. Man sieht dem . Ausgang <les gegen Fain eingeieiteten Prozeßverfahrens mit Spannu»# entgegen, Inzwischen hat ein« jüdischer Abgeordneter, im Parlament wegen dieser sonderbaren ״Anklage“ an den Justizminister eine Anfrage gerichtet, in der darauf hin« gewiesen wird, daß diesem *׳Vorfall offenkundig ah tiv semitische.Tendenz zugrunde hege, Allgemein:wird die Amtsenthebung oder strafweise Versetzung,:des.betreffenden Richters gefordert. Nationalsozialisten tragen einen Juden zu Grabe. In Wigandsthal im Isergebirge starb der allseits beliebte jüdische Kaufmann Emil Singer, dessen bereits vom Vater übernommenes Geschäft schon im 100. Jahr: ׳hier besteht. Zu seiner Beerdigung kamen-Hunderte von Trauergästen. Von den Schützen wurde der Verewigte zur letzten Ruhe gebracht, die Träger waren sogar meist eingeschriebene Mitglieder der NSDAP.! Boykottpropaganda in Oesterreich ungesühnt. Der Untersuchungsrichter hat das Verfahren gegen mehrere Nationalsozialisten, die Flügzettel ״Kauft nicht bei Juden! “ - verbreiteten, eingestellt. Die nationalsozialistische Presse verbreitet die betreffende Gerichtsurkunde durch Photoabdruck, um ihre Leser zu weiterer antisemitischer Boykott-Propaganda zu ermuntern. Man fragt sich mit Recht, ob diese Einstellung des Strafverfahrens, jene Bedeutung haben soll, die die Nationalsozialisten ihr beizumessen wünschen, nämlich die Bedeutung, daß die Boykottpropaganda gegen Juden auch fernerhin soll imgestraft vor sich gehen dürfen. Hier steht die grundsätzliche Frage der Gleichb e r e c h t i g u n g auf dem Spiele. Wir nebmeu an •^י־ wir müssen dies annehmen! ייל״ל :daß Öie;Einstellung^^es Strafverfahrens nur aus formal-juristischen Gründen er« folgte und daß in Zukunft die Behörden jede Boykott- Propaganda gegen die Juden mit der ganzen Strenge des Gesetzes1 ahnden werden, . .wie sie ja auch seinerzeit die Fl\igzM|el ״Kauft nickt: bei Juden!“ beschlagnahmt hat, Für fromme jüdische Frauen , wird es wohl von Interesse sein zu erfahren, daß die bekannten koscheren Usa-Suppenwürfel, die unter Aufsicht des ehrw, Herrn Rabbiners H. So henk, Wien, erzeugt werden, aus« schließlich aus pflanzlichen Rohprodukten wie Suppengemüse, Kräuter und reines koscheres Pflanzen« fett bestehen, weshalb die Ilsa-Würfei sowohl zu Fleisch« als auch zu Milchspeisen verwendet werden können.׳.. ׳ ׳׳:׳׳:׳;׳י״■: ׳ iי■.”,. ■׳.■■׳

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