Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 5 (3.2.1933)
- Date
- 1933-02-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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* : Saftig 2 \<;■-*■•<; י"' ■■*־'■'.יי ׳' ״-־'-׳ Aus Erä« ,!Israel, Voti ««äereft» E. M.-ft0rrespnndentSfl, Vof" einigen Wochen wurden die modernst etögöürtehtetöft Ättlai^tt def Heißque 11en von Tibefiää feieflietiät dem Fubiiküm .übergeben. Es zeigt sieh jetzt, daß die Geseilschäft einem etninenlep Bedürfnisse des Volkes Genüge geleistet hat. Tiberias ist jezt ein Volkse badebft geworden, fast jeder kann sich dort kurieren. Sowohl die bescheidenen Leute wie auch die iuxus- Verwöhnten ]Reichen besuchen das Bad. Liberias steht eine große!Zukunft bevor. * ן Einflußreiche Persötten in Tel-Awiw haben eine ״Öesellschaf t zur Entwicklung Tel- AwiWs" gegründet. Da Haifa durch seinen Hafen bald mehr Anziehungskraft gewinnen wird, muß Tel-Awiw darauf bedacht sein, neue Entwicklungsmöglichkeiten zu ersinnen. Die Gesellschaft will eine moderne S t r a n danlage schaffen, Grundstücke für Industriea n 1 a g e n erwerben usw. Die Bevölkerung Zeigt hiefür großes Interesse. * '׳Dieser Tage kommt eine zweite Gruppe von Nowogrödeker Jeschiwa-Bachurim ins Land. Die Jeschiwah kann in Tel-Awiw vieles leisten und Tel-AwiW ist auch ein dankbares Arbeitsfeld. Für den Empfang dieser Gruppe werden große Feierlichkeiten vbrbereitet. * Ueber das Aus bl e i b e n des Regens, das die Bevölkerung sehr beunruhigt, wurde bereits berichtet. Im ganzen sind seit Winterbeginn zirka 100 Millimeter Regen' gefallen, natürlich eine unzureichende Regenmenge. Neben dem Getreidebau der vollkommen mißlingen muß — leiden auch die Orattgenfarmen beträchtlieh, denn künstliche Bewässerung kann Regen nie ersetzen, Wenn sie auch die Pardessim am Leben erhält und sie äüch־ die Ernte der Menge nach halten kann. Gebe הקביח, daß noch bald der erlösende Regen kommt und daß damit eine große Gefahr beseitigt wird. Keine jüdische Siedlung in Transjordanien. Die Nachricht von dem Abschluß eines Pacht- Vertrages über 70.000 Dunam Boden in Transjordanien ’zwischen Emir Abdullah und einer jüdischen Gesellschaft hat sich als u n r i c h t i g erwiesen. Der Emir hat ein offizielles Kommunique herausgegeben, in welchem er erklärt, er habe bis jetzt keinen Boden an Juden verkauft oder verpachtet. Er habe lediglich eine Option über Pacht eines bestimmten Bodenareals vergeben, habe aber :PllfsSSl! f o^tilwaron en gfdri.; Eigene Manipulation von .W^warlm'mtdikerlcm^ttv.Eif-ghis^Pfeistih, Günstige EihkaUfettueHe Itiif ÄraütausstöttUttfeii. nachträglich besehlossenv dibsen Böden an Ausländer n i c h t zu verpachten. .; Von vornherein schien die Sache nicht sehr ernst, zumal es sich ja nicht um einen Bodenkauf, sondern nur um einen, wenn auch langfristigen Pachtvertrag handelte. Es würden sieh ^schwerlich Juden finden, die Boden urbar machen, entwässern und Kapitalien investieren, wenn der Boden; späterhin in -nichtjüdischem Besitz bleiben sollte, noch dazu in einem Lande, in dem Ausländer — lies Juden! — vollkommen rechtlos Sind und nicht einmal für gutes; Geld Boden erwerben dürfen. Arabische Exekutive fordert ein Verbot des Bodenkaufes in Palästina durch Juden, Die arabische Exekutive Palästinas ließ dem High Commissioner ein Memorandum Überreichen, in dem gefordert wird, den •Juden Weiteren Bodenkauf in Palästina zu verbieten. In dem Memorandum Wird gegen die Regierung der Vorwurf erhoben, daß sie, die doch wiederholt erklärt hat, daß in •Palästina nicht genug anbaufähiger Boden für alle seine Einwohner vorhanden ist, dennoch die Juden darin unterstützt, Boden aus arabischem Besitz zu erwerben. Die arabische Exkutive kündigt den Erlaß einer Proklamation an, die es jedem Araber unter Bannandrohung verbietet,, Bpden an Juden zu verkaufen. Die Handelsbeziehungen zwi sehen Palästina und Bußland. Im Jahre 1931 betrug der Warenimport Palästinas aus Sowjetrußland 140.000 Pfund, schätzungsweise wird der Import aus Rußland ihr Jahre 1932 den von 1931 noch weit überstiegen haben. Demgegenüber ist der Export von Palästina nach Sowjetrußland kaum nennenswert. Jüdische Orangenzüchter führen gegenwärtig Verhandlungen mit dem Handelsattache der Sowjetunion, die dar•• auf hinzielen, daß Sowjetrüßland ein bestimmtes Quantum Palästina-Orangen importiert, damit auf diese Weise ein fairer Handelsaustausch zwischen diesen beiden Ländern herbeigeführt wird. Plan einer ״ Wirtschaft»- ’Li״;־׳. Unter der Ueberschrift ״Die Forderung der Stunde“ entwickelt Dr. Maximilian L a nd a u, Berlin, im Leitartikel' des ״Israelit" den Plan der Schaffung einer ״alljüdischen Wirtschaftskooperation“. Er schildert die von Tag zu Tag steigende jüdi s c h e N o t und k r i t isiert scharf die jüdische Sozialpolitik, die den wahren Stand, der Dinge nicht erkannt' habe und das Bild einer vollkommenen Anarchie biete. Den Weg zur Beseitigung dieses Zustandes sieht er in der einheitlichen Zusammenfassung aller Kräfte der Weltjudenheit und in der Aufstellung ,eines großen Wirtschaftsplans. Ein allgemeiner jüdischer Weltkongreß, fährt Dr. Maximilian Landau fort, werde diesem Zweck wenig en tsp r e ch en. Wird dagegen die Zusammenarbeit auf das rein W i r t s c h a f 11 i c h e beschränkt, so werden die gefährlichsten Sprengungsmöglichkeiten ausgeschaltet. Wo es einfach um den physischen Bestand der Juden, 'uni die Substanz des Volkes geht, müßte eine Einheitsfront s äin tli eh er jüdischen Richtungen und Schattierungen ohne weiteres zu schaffen sein. Die zwingendste und dringendste Notwendigkeit des Augenblicks ist die einheitliche all jüdische Wirtschaftskooperation. Mit Absicht wird der Ausdruck ״Kooperation“ gewählt und nicht Zum Wochenabschnitt. Die vorletzte Plage war die Finsternis: Haschern sprach zu Mosche ויהי חשך, ויבוש חשך das Wort ״wejumesch" ist ein wenig schwierig. Manche übersetzen: die Finsternis wurde greifbar, andere wieder: sie verdichtete sich. Natürlicher wäre die Uebersetzung: es weiche die Finsternis, wie לא ימוש״“• Das wäre aber ein Widerspruch in sich selbst. Es wurde finster und sogleich weiche sie? Versuchen wir dem Posuk die rechte Deutung zu geben. Wir sehen in Pharao den blinden, unbeugsamen Trotz, der allen Mahnungen sich verschließt. Es hilft weder Drohung noch Bitten. In geistiger Blindheit, von Finsternis umhüllt, ersinnt er neuen Druck und neue Härte. Trotz und Dünkel verstockter Sünder werden erst durch Leiden und Heimsuchungen mannigfacher Art gebrochen. Nicht eher v gab Pharao nach, nicht eher trat er von seiner Widerspenstigkeit zurück, als bis er nach der Regel ״Maß für Maß“ zur besseren Einsicht gebracht wurde. Durch die physische Finsternis wurde ihm angedeutet, in welcher geistigen Finsternis er lebte. יהי חשך p h y s i s c h dunkel werde um ihn und bewirke, וימש חשך daß die dichte Finsternis des G e i s t e s von ihm weiche! Dieser Druck von außen, iasse in ihm Licht der Einsicht, Licht der Menschlichkeit auf gehen. Dieser Gedanke scheint auch der unklaren Midraschstelle zugrunde zu liegen: ״Von »wo kam die Finsternis? R. Juda meint מחשך של מקלה; R, Nechemia sagt מחשך של ניהנס“ Pharao und sein Volk, in ihrem Stolz und Eigendünkel haben es verlernt, ihre Blicke zu G-tt, dem Weltenlenker, zu richten, weil sie im finsteren Wahne sieh selbst als G-tter wähnten, erdreisteten sie sich, eine Höhe der Finsternis und der dunklen Gewalten dem Wehrlosen Volke Israel zu bereiten. Ihr geistiges Auge war getrübt, um nach oben zu blicken- Würden sie mit klaren Augen zu ihm, dem Weitenriehter. empor• geschaut haben, so hätten sie dem in ihrer Mitte lebenden Stamm schwerlich das Leben zum ״Gehenim“, zur Hölle, gemacht- B. A. W. etwa an den Gedanken eines jüdischen ״Weltwirtschaftskongresses" angeknüpft, *denn die Form eines Kongresses sei für die Bewältigung der vorgezeichneten Probleme in keiner Weise geeignet Der sachlichen Arbeit ist die laute und verworrene Kongreßatmosphäre erfahrungsgemäß nicht günstig. Von einer stillen, sachliehen Kooperation, auf Grund eines ausschließlich wirtschaftlich orientierten Arbeitsprogramms, sollte sich keine jüdische Organisatibn fernhalten. Die Kooperation wird ihre Tätigkeit auf eine Konsolidierung und eine auf Dauer berechnete Sicherung des ,jüdischen Wirtschaftslebens stellen müssen, d, h. im Sinne einer grundlegenden Aenderung der jüdischen Wirtschaftsstruktur, der Berufsumschichtung und Produktivierung der jüdisehen Massen, ihrer allmählichen Loslösung von der Markt- und Geldwirtschaft und stärkeren Verbindung mit der UrWirtschaft. Konkret gesprochen, bedeutet das die Notwendigkeit einer großzügigen landwirtschaftlichen Siedlungsaktion, wobei an neue, gemischtwi r tschaftliche Verbindungsformen von Landwirtschaft mit Handwerk und Gewerbe gedacht ist. Ins Auge zu fassen sei die Besiedlung von kultivierbarem Moor- und (Oedland, Schaffung eines handwerklichen und industriellen Produktivgenossenschaftswesens, das in einem gleichwertigen KorisumgenÖssenschaftssystem die entsprechende Ergänzung und den festen Abnehmerstamm fände und aus einem gutorganisierten Fachschul- und LehrstättenweSen die vorgebildeten Kräfte bezöge. Das schließt weiter ein den Ausbau eines gemeinnützigen Kreditwesens. , Dr. Landau glaubt, daß die Regierungen die Möglichkeit einer Entspannung ihrer inneren, Judenfrage begrüßen und den Plan materiell und moralisch unterstützen werden; auch eine Finanzmacht wie die Basler B, I. Z. werde ihre Mithilfe nicht Versagen können. * Redaktionell bemerkt der ״Israelit“ zu diesem Artikel, der die besondere t Aufmerksamkeit der jüdischen Oeffentlichkeit verdient: Es gilt vor allem, den Vorschlag Dr. Landaus in aller Schärfe gegen den ״Weltkongreß“-Anschlag abzugrenzen. Dieser will eine politische Aufwühlung des jüdisehen Volkes über alle Ländergrenzen hinweg, die Aufrichtung einer Schwatzbude (natürlich unter zionistischer Vormundschaft) und einer durch kein Thoragesetz behinderten Zentralbehörde. Was Dr. Landau — im Einklang mit Erwägungen und Beschlüssen der Exekutive der ״Agudas Jisroel“ — vorschlägt, ist das G e g e n t e i 1 von all dem. Es sollen die Berufenen, das heißt die Sachkenner und die Erfahrenen, geräuschlos, ohne Wahlen und Wühlen, zusamraehtyeten und im ernsten Gedahkenaustausch prüfen, was geschehen kann, um der Pflicht der Stunde zu genügen. Ohne Zustimmung;;■'und Teilnahme jener Körperschäften, die die ökonomischen Interessen der jüdischen Volksmassen betreuen und, die über Erfahrung, Sachkunde und wirtschaftliche Möglichkeiten verfügen,, ist der Gedanke, nicht ausführbar. Darin liegt seine Schwäche. Wehn sieb J, C. A״ American Jewish Committee, Joint, Alliance Isradlite, Board of Deputies, Hilfsverein, Qrt und einige wenige andere bewährte Organisationen nicht entschließen sollten, noch einmal zur unbefangenen Prüfung der ganzen Lage mit ein paar Vertrauensmännem der ostjüdischen Volksmassen zusammenzutrefen, dann kann ״Agudas Jisroel“ und kann die jüdische Presse nur sprechen: יזיינו לא שגוג איו דןד9 הזח Nr. 5 Öberrabbiner Zireisohn — provisorischer Bürgermeister von HfsehlMCW. Öberrabbiner Zireisohn, Mitglied des Rabblnisclien Rates der Agudas Jisroel und Präsident der ersten und der zweiten Kenesslo GedäUia, wurde zum provis&tisehen Bürgermeister von Chisinau (Kischinew) ernannt. Andauernde Judendebatten im polnischen Sejm, Anläßlich der Beratung Über das Staatsbudget kam es im polnischen Sejm üttd in der Budgetkbmmission immer wieder Zu Judendebatten. Während in der Vor- Woche antisemitische und jüdische Deputierte heftige Reden und Gegenreden hielten, kam es jetzt itt der Budgetkommission zu Anklagereden der jüdischen Depu- Werten gegen die Regierung. Der zionistische Abgeordnete Dr. Sommerstein polemisierte sehr scharf gegen die Regierung und gegen die von ihr angeblich bevorzugten Agudisten (?!). Die agudistischen Gemeindeverwaltungen gehen mit Hilfe der staatlichen Behörden gegen die andersgesinnte jüdische Bevölkerung vor (?). Der agudistische Deputierte MinZberg trat der Behauptung, daß die Regierung das Schulwesen der Agudah favorisiere und die Agudah im Gemeindeleben unterstütze, entgegen und wies nach, daß auch das religiöse Schulwerk von den Behörden schikaniert werde. Die Regierung setzt in ihr Riesenbudget eine lächerlich geringe Summe für jüdisch-religiöse Bedürfnisse ein. Sie zieht nicht in Betracht, daß allein die Agudah 100.000 jüdische Jugendliehe erzieht. Kultusminister Jendrzejewicz erwiderte auf die Ausführungen der jüdischen Redner und erklärte, daß er und die gesamte Regierung die antisemitischen Ausschreitungen auf das schärfste verurteilen und daß er wegen des heutigen geistigen Zustandes der akademischen Jugend beunruhigt sei. Im Verlaufe der Debatte über die Regierungsvorlage, betreffend die Einschränkung der Autonomie an den Hochschulen zwecks Sicherung der Ruhe und Ordnung, ergriff der Deputierte Minzberg in der Biidungskommission abermals das Wort und begründete die Notwendigkeit eines solchen Gesetzes. Unter' dem Schutze der Autonomie der Universitäten sind Dinge Vorgefallen, deren Wiederholung der Staat unbedingt unterbinden müsse. Die Juden seien die wärmsten Verfechter aller bürgerlichen Freiheiten und hätten auch die Autonomie der Hochschulen verteidigt, wenn nicht diese Autonomie von dunklen Elementen zu einem absolutistisehen Regime einer Partei mißbraucht worden wäre. Im Verlaufe der Debatte wurden von den nationaldemokratisehen Deputierten scharfe antisemitische Reden gehalten. Katastrophale Not unter den JudenPolens. Erschütternd sind die Nachrichten, die über die Not unserer Brüder und Schwestern in Polen anhergelangen. In Warschau sind Tausende jüdische Familien ohne Nahrung und Heizmaterial. Unbeschreiblich ־־ist das Elend der Kinder. In den Talmud Thoras fallen Kinder während dps Unterrichts vor Entkräftung durch Hunger in Ohnmacht. Fünf bis sechs solcher Ohnmachtsfälle werden in Warschau täglich verzeichnet. Die jüdischen Zeitungen melden folgende Hungertragödie in einer jüdischen Familie: Der 18jährige Sohn Jankel der Frau Sara Ender hatte nach mehrtägigem Hungern einen halben Laib Brot, den die Mutter für die gesamte mehrköpfige: Familie, nach;Hause gebracht’ hatte, allein auf gegessen.. Als dies bemerkt würde, *stürzten sich seine älteren und jüngeren Geschwister auf ihn, um ihn zu strafen. Jankel flüchtete ohne Hut und Mäntel aus dem Hause und kehrte nicht!mehr zurück. Man befürchtet, daß er eine Verzweiflungstat begangen hat. Die jüdischen Zeitungen greifen scharf das Straßenreinigungsamt des Warschauer Magistrats an, das bei ,Anwerbung von Schneeschippern zur Reinigung der Straßen von den vielen Tausenden jüdischen Arbeit- ־ suchenden, die sich zum Schneeschippen eingestellt hatten, keinen einzigen in Arbeit genommen hat. Ab nächsten, Montag wird die jüdische Gemeinde in ihren Schulen den bedürftigen Kindern ein Mittagessen verabreichen. ׳_ Relativ wenig jüdische Straffällige in Polen. Im Jahre 1928 wurden in Polen 9137 Juden straf- - fällig, bei einer Gesamtzahl von 185.358 Straffälligen. Die Juden, die 10,5 Prozent der allgemeinen Bevölkerung in Polen ausmachen, sind also unter den Straffälligen mit nur 4,9 Prozent vertreten. Den Antisemiten ins Stammbuch! Sijum-Haschass in Großwardein. Am Sonntag, den 3. Schwat, •fand in Großwardein unter zahlreicher Beteiligung ein Sijum Haschass statt, an welchem auch Se. Ehrw. Herr Oberrabb. Fuchs teilnahm. Herr Rabbiner Josef Schwartz hielt eine inhaltsreiche Anspräche. Namens des neugewählten Kultusvorstandes begrüßte Herr Vizepräsident Motzen die Tischgesell־ schaft. Die gelungene Feier wird jedem Teilnehmer stets im Gedächtnis bleiben. Aerztliches Ehrengericht gegen antisemitischen Boykott. Tn ׳einer Stadt Mittelfrankens ließ ein Arzt auf der ersten Seite eines von ihm herausgegelbenen Wochenb'lattes in großen Lettern die Schlagzeile!drucken: ״Meidet jüdische Aerzte und Rechtsanwälte!“ Auf A11trag jüdischer Aerzte wurde gegen dien Herausgeber des Blattes ein ehrengerichtliches Verfahren eröffnet; er wurde vom ärztlichen Beiufsgericht zu einer Geldstrafe von 100 Reichsmark und zum Ersatz der Kosten verurteilt. In den Urteilsgründen heißt es: ״,Es bedarf keiner besonderen Ausführung, daß die Aufforderung, jüdische Aerzte zu ,meiden, für dein jüdischen Arzt kränkend ist... Es ist auch klar, daß manche den• Leser zu dem Glauben kommen können, es werde vor den jüdischen Aerzten gewarnt, weil diese als Aerzte minderwertig siud,“ Die Gemeindewahl in Györ (Raab). Zu unserem vorwöchigen Bericht über die Gemeindewähl in Györ wird uns von anderer Seite geschrieben; Der Bericht über einen zionistischen Sieg bei den Gemeindewahlen stimmt mit den Tatsachen nicht ganz überein. Von den 150 stimmberechtigten Gemeindemitgliedern sind höchstens fünf, die als Zionisten bezeichnet werden können. Unser Raw, der in Ungarn eine anerkannte Kapazität ist, duldet in der Gemeinde absolut keinen Zionismus. Die Liste des Herrn Dr, Albert Lemberger wurde auch von den Ghassidim unterstützt, weil auf dieser Liste tatkräftige und arbeitswillige Männer kandidiert haben. Raioj ist ein vorzügliches Rasierpulver) das von Aerzten als ,unschädlich bestens empfohlen wird und für dessen Gute die zahlreichen Anerkennungsschreiben zeugen,;(Siehe Annonce ira ״Kleinen Anzeiger!* unter ״Schönheitspflege“.)