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Jüdische Presse · 1933-01-20 · 3 (20.1.1933) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
19 (1933)
Issue
3 (20.1.1933)
Date
1933-01-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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JÜDISCHE PRESSF Höhe des Gesetzesheiligtums gesammelt, in EfeZ Jisroel findet die Zukunft Israel. Dort suchen uns die Völker auf und dorthin ist es nicht züfückgekehrt, um dort etwa die in der Zerstreuung von den Völkern gelernter Weisen der Ifültür und des Staatslebens in Begründung Seines eigenen Staates 2ü üben, sondern dört ist es wieder gesämmelL um die von G־tt geoffenbarten und gelehrten Sitten der Menschen und Wege des Bürgers zur vollen Verwirk- Der deutsche Landesvorstand der Agndas Jisroel. In Berlin fand die Konstituierung des neuen Vor- Standes der deutschen Landesorganisation der Agudas Jisroel statt. Den Vorsitz der neuen Leitung, die sich aus den in Berlin wohnhaften Mitgliedern des Landesvorstandes unter Hinzuziehung der Herren Dr. Nathan Birnbaum, Rabbiner Dr. Hermann Klein und Rabbiner Dr. Heinrich A. Cohn zusammensetzt, hat Herr Rabbiner Dr. Moses Auerbach übernommen. Neben einem fünfgliedrigen Arbeitsausschuß, bestehend aus den Herren Wolf S. Jacobson, Dr. Kalman Kahan,׳ Rud. Leibowitz, Dr. Mich. Munk und Rechtsanwalt James Rosenthai, wurden gleichzeitig einzelne Dezernate für Spezialfragen gebildet, und zwar für Politik: Rabbiner Dr. Esra Munk; für4 Erez-Jisroel-Angelegenheiten: Rabbiner Dr. Moses Auerbach; für Chinuch ־ Angelegenheiten: Rabbiner Dr. Hermann Klein; für Siedlung und Berufsumschichtung: Dr. Nathan Birnbaum; für Soziale Fragen: Hugo Heinemann-Fürth und Dr. Meier Hildesheimer; für Orgänisation und Finanzen: Wolf S. Jacobson; für Wirtschaftsfragen: Willy Guggenheim; für Jugendfragen: Dr. Kalman Kahan; für Presseangelegenheiten: Rechtsanwalt Rosenthal. Orthodoxe Jugendtagung in Polnisch-Litauen. In Baranowicze trat die Tiferes Bachurim-Organisation, die die orthodoxe Jugend in Zentrallitauen umfaßt, zu einer Konferenz zusammen, die von vielen Rabbinern als Ehrengästen besucht war. Nach der Wahl des Präsidiums erstattete Herr Generalsekretär M. Berenstein den Tätigkeitsbericht. Die Organisation, besitzt in vierzig Städten Ortsgruppen. Das einzige orthodoxe Organ im polnischen Litauen, ״Das Wort", habe sehr viel zur Propagierung des Tiferes Bachurim beigetragen. Ein Begrüßungsschreiben von Rabbi Chajim Oser wurde stehend angehört. Ehrenpräsidenten der Organisation sind der Chofez Chajim und Rabbi Chajim Oser Grodzenski. Nr. 3 lichung zu bringen, und so durch die Kenntnis der Er* ftiliung des Gesetzes und des G4tesvmrtes sich zum Priestervolk für die Menschheit zu befähigen. Nicht die europäische Kultur wird nach Palästina getragen, sondem die Kultur der Menschheit durch G-tteä Gesetz und Wort Wird aus Palästina geholt. (Ges. Schriften, Band 2, Seite 121.) Agudistischer Wahlsieg in Bialystoek. Bei den in Bialystok stattgefundenen Kehilla- Wahlen errangen die Agudistert einen großen Sieg. Sie ziehen mit fünf Mandaten als stärkste Gruppe in den Kehilla-Rat ein. - Agudistischer Wahlsieg in Großwardein. Wie bereits gemeldet, haben bei den Kehilla-Wahlen in Großwardein am 25. v. M. die Agudisten einen bedeutenden Erfolg errungen. Am 15. Jänner fand nun die Konstituierung des neugewählten Vorstandes statt, bei welcher Herr David K o h n, Präsidialmitglied der Aguda, zum Präsidenten gewählt wurde. Die vorausgegangenen Einigungsverhandlungen mit den Zionisten sind daran gescheitert, daß diese Bedingungen stellten, die in keinem Verhältnis zu ihrer Fraktionsstärke standen und von der Mehrheit deshalb abgelehnt wurden. Lasker ßaw Die orthodoxe Judenheit Kongreßpolens trauert an der Bahre des berühmten Lasker Raw, Rabbi Jakob M e i s e 1 s ן<ל . Der Verblichene, der ein Alter von 82 Jahren erreicht hat, hat sich durch die Herausgabe zahlreicher Kommentare und Responsen-Werke in der ganzen Welt als Gaon bekannt gemacht. Oberrabbiner Israel Reich Bei Redaktionsschluß erhalten wir die traurige Nachricht vom Hinscheiden des Batockeszer Raws R. Israel Reich ל•; . Er befand sich seit einiger Zeit schwer leidend in einer Wiener Heilanstalt, wo ihn Mittwoch, den 20. Tewes, der Tod ereilte. Der נפטר wurde in seine Heimat überführt und Donnerstag zur gebracht. תנצב־ה Richtigstellung. In dem ״Brief aus Italien“, den wir in Nr. 1 veröffentlichten, soll es richtig heißen: ln Triest gibt es ein orthodoxes Bethaus, das wohl keine Autonomie besitzt, aber innerlich selbständig sich allein auf orthodoxer Basis entwickelt. , Seite 2 Gegenwartsprobleme beantwortet durch Rabbiner Samson Raphael Hirsch צ״ל! (tü seiner Jahrzeit am 21 Tewes.) Auf unser Ersuchen hat der Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft, Frankfurt, uns zur Jahrzeit von Rabb. Samson Raphael, Hirsch זצ־ל nachfolgende Ausführungen zur Verfügung gestellt: Die lebendige Aktualität Rabbiner Hirschs erweist sich am deutlichsten dadurch, daß bei einer aufmerksamen Lektüre seiner Schriften reichliches Material zur Behändlung derjenigen Fragen sich findet, welche heute mehr denn je im Mittelpunkt des Tageskampfes stehen. Mehr als durch eine Biographie glauben wir daher das Andenken des großen Führers zu ehren, wenn wir angesichts seines Jahrzeittages einige Stellen aus seinen Schriften wiedergeben, die vor allem die Frage der Methode jüdischer Politik und die Stellungnahme zu Erez Jisroel beleuchten. Wo die Propaganda sich unerlaubter Mittel bedient, wo ein Unrecht und eine Gewalt im Gebiete der jüdischpolitischen Angelegenheiten geschieht, da darf der letzte Jude nicht schweigen. (Ges. Schriften, Band 5, Seite 106.) Aus diplomatischer Verschlagenheit blüht nirgends Heil. (Ges. Schriften, Band 4, Seite 45.) G-ttliches und Wahres — braucht und darf für seine Zukunft nur das Gerade benützen. (Ges. Schriften, Band 5, Seite 125.) י Es ist ein Glück, ein nicht zu berechnendes Glück für die Sache der Wahrheit, wenn nicht nur die Gesamtheit ihrer Träger, wenn jeder einzelne derselben der schärfsten Kritik der Gegner ausgesetzt ist. (Ges. Schriften, Band 4, Seite 42.) Wer von der Wahrheit und Richtigkeit seiner Meinung überzeugt ist, der spreche sie aus, unausgesetzt und bei jeder Gelegenheit, mit der Entschiedenheit seiner Ueberzeugung, und kümmere sich nicht darum, wieviele Genossen und Gegner in dieser Ueberzeugung er hat. (Ges. Schriften, Band 5, Seite 290.) Alle Keime sind klein, aber die Kraft, die in ihnen lebendig ist, ist groß. (Ges. Schriften, Band 5, Seite 105.) Das G-ttesgesetz zählt seine Anhänger nicht, sondern wägt sie. (Ges. Schriften, Band 4, Seite 33.) G-tt ist der einzige und wirkliche Eigentümer des Heiligen Landes, das Volk Israel, der geduldete Einwohner, ist• Beisasse auf G-ttes Boden. So ist denn auch sein G-ttesland nur um einzigen Preis unser, und das ist die treue Erfüllung seines Gesetzes. (Kommentar, III, Buch Moses, Kap. 25, 7/18.) Jedes andere Volk wird erst Volk , durch sein Land und schafft sich dann Gesetze für sein Land. Ihr aber seid ein Volk durch das Gesetz und erhaltet ein Land für das Gesetz. (5. Buch Moses, Kap. 4/5.), Heute bist du zu einem Volke geworden. Die gemeinsame Verpflichtung zu dem Gesetz und für das Gesetz — sie macht dich zu einem Volke. Heute, nicht erst der bevorstehende Besitz des Landes, der gemeinsame Besitz des Gesetzes macht dich zum Volk. Das Land kann dir verloren gehen.— aber das Gesetz und deine ewige Verpflichtung zu ihm bleibt dein ewiges, unverlierbares Band der Volkseinigung -7das Geheimnis der jüdischen Volksunsterblichkeit. (5. Buch, Moses, Kap. 27/9). Das Gesetz ist das Absolute, ihr und das Land seid das Bedingte. (5. Buch Moses, Kap. 4/5.) Die Erlösung unserer Gesamtheit können wir nur durch Wiedergewinnung der rechten Erkenntnis und Verzeihung und Vergebung und verdienende Rückkehr zu G-ttes Gesetz herbeiführen. Jede Meinung anderer, äußerer, angeblich zu diesem Ziele führender Schritte ist verderblicher Wahn. (Tefilloh, Seite 138.) Das Land, dem Israel entgegenzieht, hat nicht die Bestimmung, Israels Wohnplatz, sondern eine Stätte zu werden für G-ttesgegenwart auf Erden. Nicht über die Erde zerstreut, vielmehr um die Zum Wochenabschn itt. Von Rabb. A. Weisz. ואלה שטות בני ישראל Der Beginn dieses zweiten Sefers reiht sich eng an das erste an, das vom Scheiden Josefs berichtet und mit den Worten וישם באתן schließt. Man deutet scherzweise die Worte אשרי יושבי ייחך daß diejenigen, die ״zu Hause" weilen, wohl gut daran seien; sie hätten stets die Möglichkeit, durch leichtere Erfüllung der Gebote G-tt zu loben. Diese Deutung ist eine Binsenwahrheit! Daheim sind das Elternhaus und die ganze Umgebung ständige Mahner und Beobachter und Wegweiser zur jüdischen Pflichterfüllung. Schwerer und dornenvoller wird es, wenn die Schicksalswelle uns in die Fremde oder gar in die Großstadt verschlägt; andere Bilder ziehen an uns vorbei, andere Menschen und Strömungen umgeben uns, wie leicht verblassen die Erinnerungen an das fromme Elternhaus, an die heimatliche Kehillo und das Beth Hamidrosch. Da bedarf man einer besonderen Energie und Willensstärke, um, gefeit gegen die Giftbazillen entgotteter Umgebung, ein aufrechter Jehudi zu bleiben. Darin lag das Verdienst Jakobs, daß er trotz der vielen Jahre bei Laban ein Ger blieb, sich dem ihm geistig fremden Milieu nicht anpaßte und erst heimkehrend in das Land seiner Väter וישי sich wohl und heimisch fühlte; denn daheim hatte er die Gewähr, seine Lebensaufgabe voll zu verwirklichen. Und denselben Weg ging Josef: um sich und seinem Grtte treu zu bleiben, blieb er gleich Jakob trotz Ruhm und Ansehen ein ״Ger“. Um den geistigen und sittlichen Halt nicht zu verlieren: דמות דיוקנו של איין יא לן sein Vater schwebte ihm stets als Vorbild vor. וישם בארון Josef, der nun in die Lade gelegt, aber nicht begraben wurde, ward zum Beispiel seiner Nachfahren, שמוח dem ererbten Namen Treue zu wahren, בני ישראל ihm nachahmend, stets zum g-tterfüllten Vater emporzuschauen. In allem Tun und Lassen sich als Kinder des Vaters Israels zu bewähren! Das Bild des Elternhauses ist der bewährteste Schutzengel, der uns vor Verirrungen zu bewahren vermag! Diejenigen, die in der Fremde, im Großstadtsumpf untergehen und von ihrem Judentum ein Stück nach dem andern dem Moloch des Modegötzen opfern, und von denen man erst וישם באדון . wenn die Scheidestunde kommt, erfährt, daß sie bloß dem Namen hach ״Bne Jisroel" waren — sie sanken so tief, weil sie das Bild ihres Wiegenhauses aus dem Herzen gerissen, Denn das Elterngedenken ist uns sicherer Stab und Stütze äUe Tage unseres Lebens! Oberrabbiner Hirschler ז״ל. Ein Gedenkblatt von einem Schüler. Im Schatten der Abenddämmerung umstanden wir den frischen Grabhügel, der das, was an Rabbiner Hirschler sterblich war, barg. Ihm gerecht zu werden, müßte man e r sein. Aber einige schwache Konturen seines Bildes zu zeichnen, um sie dem Dunkel der Vergessenheit für immer zu entreißen, sei hier versucht. In Modra. - Abseits von den Verkehrswegen des Lebens, in einem hügelumgebenen Tal, mit den Spuren einer ehemaligen Stadtmauer umgeben, liegt mittelalterlich verschlafen und verkehrsarm Modra. Die jüdische Bevölkerung macht perzentuell wenig aus, die Gemeinde ist unbedeutend, ihre Mitglieder rechtschaffene Kleinbürger. Hier war sein erster Wirkungskreis. Eine kleine gewählte Jeschiwah, war seine Welt. In ihr und für sie lebte er. Seine Schule war keine Massenschule, er wollte und schuf auch .keine Typen. Jeden einzelnen, mit allen Mängeln und Vorzügen für seine Ideale zu gewinnen, war seine Idee; sie in seinen Bann zu zwingen — seine Kunst. Wenig Rabbinen sind aus seiner Schule hervorgegangen י— aber lauter Baalebatim, die ihre Pflicht dem orthodoxen Klaü gegenüber recht verstehen, sind sein Werk. Wie oft ist es vorgekommen, daß wir ihn im Winter im Bett liegend vorfanden, weil er mit Heizmittein sparen mußte. Als ich ihn einmal besuchte, saß er im Bett und empfing mich.lachenä, damit ja nicht der Gedanke aufkomme, er wäre gezwungen, ־ im Bette zu liegen. Aber schon damals, als er noch jugendlich kräftig, ärbeitsfroh und unverbraucht war, fielen uns die ersten silberweißen Haare am Haupte des kaum Dreißig- ״ jährigen auf. Die geistige Reife hatte auch ihre körperliehen Anzeichen. Nicht einer seiner Talmidim ging aus seiner Hand hervor, der dem glaubenstreuen Judentum abtrünnig geworden wäre. Er War uns nicht nur Meister, sondern ein von unbegrenzter Liebe und Hingabe erfiillter väterlicher Freund. In Preßburg. Der Krieg und seine Folgeerscheinungen haben ihn aus der Weltabgeschiedenheit in die Großstadt exiliert. Daß er in unseren eigenen Reihen oft genug mißverstanden wurde, mag ihn gekränkt haben, konnte aber seinen Optimismus und seine Zuversicht nicht brechen. Er war nie bös darüber. Unsere Gegner haben ihn verfolgt; wir rechten nicht mit ihnen. Denn an seine Persönlichkeit. hat ihre Kritik nie herangereicht. Sie wußten, daß sie ein edles Wild treiben, und daß der ״Modrer Raw“ ihr begabtester und daher auch gefährlichster Gegner war. Kurz nachdem er in Preßburg definitiv aufgenommen war, weilte er in Vöslau und ich über brachte ihm unsere Glückwünsche. Beim Spaziergang sagte er uns lächelnd: ״Ihr kennt mich doch, wenn mir G-tt hilft, daß ich wieder in einer kleinen Kehillo meine J eschiwo halten kann, so streiche ich aufs erste Wort meine halbe Parnosso und wenn es darauf ankommt noch m e h r." Das war sein wahres Gesicht. Als Vize- Präsident der orthodoxen Landeskanzlei, an der Seite seines kongenialen Freundes; des Piestjaner Raw זצ״ל hat er dem Aufstieg der Orthodoxie den Weg geebnet. Vorher und seither war diese Organisation niemals so umbrandet von den Leidenschaften des politischen Lebens und niemals wird sie mit jener Leidenschaftlichkeit verteidigt werden — hoffentlich auch nicht müssen —, wie er sie verteidigt hat. Wer ahnte es, als er in seiner faszinierenden Art die Festrede bei der Grundsteinlegung des jüdischen Spitales hielt, daß er mitbaue an seinem Sterbehaus. Er hat es zum Leben geweiht . . . Aber auch hier, in Preßburg, hat er sich in den Kreisen der Agudah-Jugend unentwegte und hingebungsvolle Talmidim geschaffen. In Wien. Wien hat in dem Heimgegangenen seinen wertvollsten Sohn verloren. Aus Wien stammend, nahm er an der Ent- Wicklung des jüdischen Wien immer volles Interesse. Was war selbstverständlicher, als daß er es war, der der Zehn jahrfeier des Bestandes der Wiener Agudas-Jisroel- Jugendgruppe durch seine Festrede unvergängliche Bedeutung verlieh. Mensch an Mensch standen damals seine Zuhörer, gebannt von der faszinierenden Kraft seiner Rede. Manch einer mag sich damals gedacht haben, wie es komme, daß der Prophet im eigenen Lande erst zur Geltung kommt, bis ihn die anderen begriffen haben. Er war froh darüber, sich mit Wienern in Wien gesehen zu haben und dankte uns dafür. Wir schulden ihm den Dank noch heute. Aber nicht nur wir alle, die einmal den Weg seyies Lebens gekreuzt haben, waren ihm verpflichtet, und uns und ihnen allen ist er entrissen worden, ehe wir ihm danken konnten. Er hat es so gewollt. Er wollte dienen dem Trieb seines seelensguten Herzens,« seines kindlich frommen Gemütes folgend, dienen und bauen. Es ist ihm gelungen, aber wir, die Nutznießer seines segensvollen Wirkens, seiner freudebringenden Tätigkeit, standen im Schatten. der Abenddämmerung mit zerrissenen Herzen an dem frischen Grabhügel und wollten ihm so gerne noch etwas abbitten von unserer Dankesschuld. Zu schnell haben die geschäftigen Hände der unzähligen Freunde die Erde zu einem Hügel gehäuft und uns damit zurück hinausverwiesen in das Leben, das wir uns ohne ihn nur unsäglich schwer vorstellen können. # Im Hause seines letzten Wirkens fanden, wir die heldenhafte Gattin mit der Schar unversorgter Kinder trauernd an. Was konnte, was sollte man ihnen sagen? Wortlos entfernten wir uns, in der Ueberzeugung, daß seine Seele durch alle, die ihn gekannt haben, verbunden bleiben wird mit den Banden des Lebens, bis die Toten erwachen und die Tränen getrocknet sein werden von aller Antlitz. s• s•

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