Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 1 (6.1.1933)
- Date
- 1933-01-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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וי־ nt, 1 *Ja Seite י WIEN Keb Schlotno Baum garten “* Dajan.? &et Vorstand der Adas JisroeLSefiiifselMtf hat im Einverständnis Mit Sr. Ehrw. Herrn Öberrabbiner Fürst Keb Schlomo Baumgarten «um Öajan ernannt» Beb Schiomo Baumgarten wird nach erfolgter Eheschließung sein Amt antreten. ' * Schlomo Baumgarten, der mehrere Jahre an den Jescliiwos Mattersburg und Zehilem lernte, hat bereits seit einer Reihe von Jahren in der Jugendgruppe, deren Vorstände er an gehört, §chiu!rim mit bestem Erfolg ge•* leitet. Er hat es verstanden, den jungen Leuten, die tagsüber im Trubel der Großstadt stehen״ Sinn Und Freude für die Thord einzuflößen und immer stärker zu entfachen. Seit einiger Zeit lernt Cr in der Schass- Chewro vor. Mit vollem Rechte erwartet die!breite Oeffentlicl11ke.it, daß der neu ge wühlte Dajan im Sinne seines. Vaters די für den' Klalt und insbesondere für die Jugend Erfolgreiches leisten wird. (Die Redaktion entbietet Reb Schlotno Baumgarten, der auch ihr gelegentlicher Mitarbeiter ist, herzlichen מזל טוב). Fordert die Schomre Schabbos! Der Verband der Sabbatfreunde ״Schomre Schabbos.“ appelliert an die jüdischen Konsumenten, bei Einkäufen und bei zu vergebenden Arbeiten die s ab bn-t haltend e n Geschäftsleute und Gewerbetreibenden zu bevorzugen. Unter der allgemeinen Krise haben diese besonders zu leiden, weil sie durch die Beobachtung der Sabbatvbrschritten gegenüber den Andersgesinnten im Hintertreffen sind. Es ist Pflicht jedes Juden, die sabbathaltenden Gewerbetreibenden in ihrem schweren Kampfe zu unterstützen, um so mehr, als diese ebenso leistungsfähig und tüchtig sind wie die anderen. Ein Verzeichnis der sabbathaltenden Geschäftsleute und Gewerbetreibenden liegt im Büro des Verbandes, Wien, II., Leopoldsgasse 16 (Telephon A-48-4-15) zur Einsicht auf. Personalnacliricliten. Del־ Biimlespräsklent hat Herrn Sieginuiul Feldmann. Inhaber -der Finna Hirschl & Co״ zum Konimet zialrat ernannt. -Am Mittwoch, den 5. Kislew. fand der Bris-Miiloh des Sohnes des Herrn Simon Fc Isenburg statt. — Herrn Leopold Lederer wu!t־de ein Sohn -geboren. Der Biiis ׳findet am Dienstag statt. In Bieliitz fand am Donnerstag die Training der Tochter des Herrn Feiwel Tür k-1 mit Herrn Jakob F r ä 11k e I statt. _._ ־v . Vereinsnacliricliten. Anläßlich der jungtet stattgeh-abten Vorstands- •Sitzung des Vereines ,,Temichoh u’Bikur Cholin!" wurde Herr Jakob S c 11 affe r zum -0 b m n n n dieses Vereines •einstimmig wiedcrgewälilt. Aus der Provinz. Frauenkirchen. Vorige Woche fand hier die Konstituierung des neugewählten Kultusvorstandes statt. Auf die Begrüßung des Herrn Oberrabbiners S. Löwy •>*3 erwiderte der Vorsteher Herr Salomon Lunzer mit warmem Dank. Herr Lunzer benützte die Gelegenheit, um dem Raw, der nunmehr das vierzigste Jahr in Frauenkirchen amtiert, in geistreicher Weise den Dank der Gemeinde für die in. den vierzig Jahren ausgeübte unermüdliche Arbeit zum Wohle der Gemeinde und zur Festigung von למוד ה ת ו ר ה ויראת ש מיש auszusprechen. Die Kundgebung hinterließ bei allen Anwesenden nachhaltigen Eindruck. Möge Haschern den ehrwürdigen Raw noch lange Jahre in bester Gesundheit in der Mitte seiner Gemeindemitglieder erhalten! Baden. Mozze Schabbos, den 24. Dezember, veranstaltete die Badener Aguda eine zahlreich besuchte' Chanuka- Feier. Der Eröffnungsansprache des Herrn Chaim W i k 1 e r folgte das Entzünden der Chanukalichter, Gesangsvorträge des Herrn Oberkantors Richter und ein Vortrag des Herrn Weinberger. Das B-Gruppen-Mitglied Mannes Wi kl er hielt eine schöne kurze Rede. Heitere Vorträge des Komikers Dr. Kraus und die Auffilhrung von ״Schmul, der Schnorrer“ fanden lebhaften Reif all. Herr Jona Rosenfarb referierte über das Thema: ״Was bedeutet für uns das Chanuka-Fest?“ ־Violinvorträge zweier B-Gruppen-Mitglieder und die Schlußansprache des Herrn M. Kaufmann beendeten die wohlgelungene Feier. - Ftauenfeld klagt. *. Man! hat wirklich Herrn F.rauenifelcl itt dem letzten Tagen zti viel: Ehre angetan! Blätterte inan in den Tageszeitungen der letzten Wochen, so stachen immer wieder die drei Worte ״der koscher׳© Frauenfeld“ hervor. Das konnte Frauen!!eld -doch nicht ertragen. Was immer er.audh sein mag,, ״koscher“ ist er sicher nicht! Daher klagte öf die ״Arbeite,!,־Zeitung“. Zur Verhandlung, die in der Soluffamtsgasse vor dem P׳r esserachter Standhartinger stattfand, erschien der ״Führer“ nicht. Er ließ -sich vertreten. Der angeklagte Redakteur der ״ A.-Z.“ erklärte, daß er zwar den inkriminierten Artikel nicht selbst geschrieben, diesen jedoch gelesen und zum Druck befördert habe. Er sei besrait, den Wahrheitsbeweis dafür anzutreten, daß Frauenfelcf b e w u ß t sich in das rituelle jüdische Rothschild-Spital überführen ließ, und -zur gleichen Zeit antisemitische Artikel für eine nationailsozialistische Pravinzzeitung geschrieben hat. Er übernehme auch die Verantwortung für den Satz: ״Wenn in de.r nationalsozialistischen Partei Platz für Frauenfaid vor- 'banden ist, so sei auch für Defraudanten Platz.“ Die Verhandlung wurde zwecks Ladung dos Präsidenten der Kultusgemeinde ufucl ׳anderer Zeugen vertagt. Also doch koscher ... Ein englischer ״Raw“ als Fußballspieler. Das Judentum verfügte bis jetzt Über rabbinische Persönlichkeiten, die wegen ihrer Gelehrsamkeit als ״ilui-sche Köpfe" berühmt waren. Nun haben wir auch einen Rabbiner, der wegen seiner Füße als ״Ilui“ bald ״Berühmtheit' erlangt haben wird. Der Gemeinderabbiner von Fortsmuth in England spielte kürzlich gemeinsam mit Geistlichen anderer Konfessionen ein Match gegen Juristen, bei dem der Rabbi fünf Goals geschossen hat. Die Juden von Fortsmuth können auf ihren ״Raw" wirklich stolz sein! mlfandi* In England winde eine .Aktion ©ingeleitet, in der Weihnachtszeit aus der •Kollekte jeder christlichen Andachtsstätte mindestens einen Baum spenden zu lassen für die Wiederherstellung der N-aturschönheit der ״geheiligten“, Orte Bethlehem und Nazareth. Zionistische Zeitungen bringen diese Meldung unter obigem Titel ohne jeden Kommentar. * Es ist ein kalter Wintertag. Auf dem Friedhöfe herrscht Totenstille. Plötzlich hört man ein Räusperu und Lispeln. Zwei Tote unterhalten sich. ״Dü, Han®, wollen wir nicht ein bißchen uns die Welt wieder ansehen?“ — ״!Ach lass’ doch! Wir haben doch schon genug, ich sogar schon zuviel von dieser Welt gehabt. Was kann es denn schon Neues!geben?“ — ״Vielleicht doch?" — So gingen die beiden!, es war Max Nord1 au und Hans Jrierzt, hinaus in clie stille Nacht,,um Neues״ um Gutes zu erfaliren. .Endlich kamen sie in eine Gesell- Schaft, die eine lebhafte Diskussion führte. Es waren Chawer Martin Bube.r und Chawern Buber, seine Frau (ehemalige Christin), und Chawer Tsclherni- Cihowsky und Cliawera Tschernichowsky (ehemalige Christin). Martin- Buber, der alte ״,Cliossid“ erzählte von der neuesten Nachricht, daß in England ein© Aktiou ״Christbäiume für Erez Jisroel“ für den ״Keren Kiaj-emeth“ ins Leben gerufen worden sei, um die Stätten (Bethlehem und Nazareth landschaftlich schöner zu machen. Begeistert ׳nickten die beiden Damen Bei- , fall. Endlich der Traum ihres Lebens, die Synthese Zionismus;—Christentum gefunden. Max Nordau (dessen Gattin Christin war) warf Hans Herzl einen Blick zu: ״Nun, gilbt es nichts Neues? Haben wir •umsonst der Welt -ein •leuchtendes Beispiel vor.gelebt, daß Christentum und Zionismus keine Gegensätze!sind? Hauptsache, man ist auch Zionist!“ Zufrieden entfernten sich die beiden. . . Hazofeh. im! IH Ts ch ec hoslowak ei Stimmen und Stimmungen zur orth. Landesversammlung. Wie vorauszusehen war, hat die jüngst von der Delegiertenversammlung vorgenommene Wahl des Landes- Präsidiums und der Landesrepräsentanz der orthodoxjüdischen Konfession trotz der. Heftigkeit der vorausgegangenen Wahlagitation im ganzen Lande die größte Befriedigung hervorgerufen. Wie die Delegiertenversammlung selbst während ihres ganzen Verlaufes im großen und ganzen von starkem Verantwortungsbewußtsein getragen war und keinen Zweifel darüber auf kommen ließ, daß die Rabbiner und Gemeinde Vertreter bei aller Ver- . schiedenheit^ der Wahlvorschläge in ihren Absichten von dem Gedanken lebendiger Thoratreue getragen und allein von der Sorge um die Erhaltung des orthodoxen Judentums geleitet waren, so offenhart sich auch jetzt, nach vollzogener Wahl, dieser Geist der Verantwortung für das Schicksal der Orthodoxie in der erhebendsten Weise. Aus allen Landesteilen weiß man zu berichten, daß den Leitern der orthodoxen Landeskanzlei am Beginn ihrer Tätigkeit das Vertrauen entgegengebracht wird, das ihnen mit des Allmächtigen Beistand die Möglichkeit gehen wird, das orthodoxe Judentum in unserem Lande an eine neue, friedliche Epoche des Aufblühens und Gedeihens heranzuführen. Diese allgemeine zuversichtliche Erwartung ist um so bemerkenswerter, als durch sie wieder einmal für die alte jüdische Wahrheit der Beweis erbracht wird, unheu gisames, entschlossenes und offenes Streben nachklaren altjüdischen Zielen hin gerade in den Zeiten des Niederganges freudig aufgenominen wird und sein.e aufrichtende Wirkung nicht verfehlt. Von der allgemeinen Sympathie, mit der das Wahlresultat im In- und Ausland aufgenommen wurde, zeugt auch der Grundton der Berichte, die in den jüdischen und nichtjüdischen Zeitungen, aller Parteien über den Verlauf der Tagung erschienen sind. Selbstverständlich fehlt es neben manchen kritischen, aber in der Hauptsache wohlwollenden Bemerkungen in einzelnen Zeitungen auch an den längst gewohnten böswilligen und gehässigen Ausfällen nicht, die manche gute Freunde der Orthodoxie in ihrer Presse nicht unterdrücken können, so oft Lebensversicherungs• ״PHON IX M Gegründet 1882 2775 182 472 43 Millionen Millionen Millionen Millionen Schilling Schilling Schilling Schilling Versicherungsbestand Ende 1931 . . ... Prämien- und Zinseneinnahmen im Jahre 1931.. Garantiemittel Ende 1931 ... Auszahlungen an Versicherte im Jahre 1931.. Am Ende des Jahres 1931 waren bei der Gesellschaft 836.664 Personen versichert, Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Spanien, Italien, Tschechoslowaldsche Republik, Polen, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland, Türkei, Aegypten und. Kleinasien, für er von Haus aus bekanntlich sehr viel Verständnis mitbringt, mehr zu wissen? ־ Die ״Jüdische Volkszeitung", das slowakische offizielle Blatt des Zionismus, ist nicht so sparsam. Sie hat sich vor den Wahlen, wie immer, durch Noblesse in der sorgfältigen Wahl der Kämpfer und der Kampfmittel ausgezeichnet, so dürfen ihre Leser nach der Wahl ebenfalls mehr erfahren. Sie widmet dem Wahlresultat sogar einen Leitartikel, den sie mit folgendem charakterisischen Satz einleitet: ״Wir wollen aus dem Terror und den-Skand a 1 e n, die zur Wahl des neuen Präses der orthodoxen Landeskanzlei führten, keine Prognose auf die Zukunft stellen . . . Ueber die slowakische Orthodoxie im allgemeinen weiß sie aus diesem Anlaß außerdem noch liebenswürdig zu sagen: ״Unsere Orthodoxie in der Slowakei hat kein großzügiges Programm zu verwirklichen, sie trägt dem tiefen religiösen Bedürfnis der Gegenwart keine Rechnung und will keine weiteren Kreise der Judenheit durch ein großzügiges Entgegenkommen für ihre Ansichten gewinnen. Sie will keinen Ausgleich zwischen Ueberlieferung und der Kultur der Umwelt schaffen, sondern weiterhin die Einheit im jüdischen Volke sprengen ..." So wird die große Liebe zur ״Einheit des Judentums" zweckdienlich gepflegt! Was dann noch von Verständnis für echt jüdische, vom Geiste der Thora beseelte, organische Bedürfnisse aufzubringen ist, zeigt sich in der Weiße Zäh ne: Chlorodonf Landestagurig der Aguda-Jugend in Podkarpatskä Rus. .Am 17. Tewes (15. Jänner) findet in Chust eine von der ״Jugendorganisation der Agudas Jisroel in der Slowakei und Podkarpatskä Rus" einberufene große Tagung aller Agudas- Jisroel-Jugendgruppen in Podkarpatskä.Bus mit einer reichen Tagesordnung statt. Zu dieser Tagung werden auch projninente Vertreter der Aguda-Körperschaften erwartet. Briefkasten, An mehrere in der Tschechoslowakei: Nachrichten aus dem Gebiete der Tschechoslowakei, gleichgültig welchen Inhalts, werden nur veröffentlicht, wenn sie der Bratisiavaer Redaktion (Bratislava, Postfach 140) zugesendet werden. Die Wiener Redaktion lehnt es grundsätzlich ab, slowakische Meldungen, die ihr direkt;zukbmmen, zu veröffentlichen. die slowakische Orthodoxie ein Lebenszeichen von sich gibt. Diese Ausfälle können natürlich die Wege der Orthodoxie ׳nicht sehr stören. Man merkt nur zu gut ihre löblichen Absichten und wird durch sie nicht einmal verstimmt. Immerhin dürften einige von ihnen zur Kenn- Zeichnung des jüdischen Zeitbildes unserer Tage auch unsere Leser interessieren. Allen voran das größte und offiziellste Organ des Zionismus in der Tschechoslowakischen Republik, die Prager ״S e 1 b s t w e h r“. Auch sie weiß ganze neun Zeilen über die orthodoxe Ländesversammlung zu herichten, und ihre Leser erfahren sogar: ״Pappenheim vertritt׳ die extremste Gruppe fter sie? י wakischen Orthodoxie." Braucht ein tschechoslowakischer Zionist über Leben und streben des orthodoxen Judentums in der Slowakei, wo- Besprechung der von der Orthodoxie fast einhellig als notwendig erkannten statutarischen Vorkehrungen zur Sicherung der thoratreuen Lebensgestaltung der orthodoxen Gemeinden. Da wird der Wunsch dann doch zur Prognose, ja sogar zu einem herrlichen Hellblick, wenn sie insbesondere den Regierungsstellen in die Ohren zu raunen versteht: ״Ein solcher Beschluß (nämlich der seinerzeit in Poprad von sämtlichen Rabbinern des Landes einstimmig beschlossene Standpunkt der Orthodoxie gegenüber den religionswidrigen zionistischen Be- Strebungen. Die Red.) kann nur als Produkt eines unjüdischen Fanatismus einem vom Parteihaß;verwirrten Verstand und der verzerrten. Logik weitfremder Eiferer entsprungen sein und steht in gär keinem Zusammenhang mit dem jüdischen Religion^- gesetz. Selbstverständlich kann eine demokratische Regierung eine solch vorsintflutliche Verfassung nicht genehmigen. Sollte jedoch das Unmögliche möglich werden und diese sonderbare Verfassung unter der neuen Leitung Rechtskraft erlangen, daun wird der seit dem Bestände der Zentralkanzlei andauernde Konfliktszustand in unseren orthodoxen Gemeinden an Ausdehnung nur noch gewinnen und die. Fülle von Dummheiten, Unfähigkeit und Ungerechtigkeit in der obersten Leitung unserer slowakischen Orthodoxie nur noch mehr zunehmen." Die gleiche Kerbe schneidet — was ist auch natürlicher? — auch die Munkacser ״Jüdische Z e i t u ng“, das Sprachrohr des Munkacser Systems, in das Holz der orthodoxen Leitung, Nur geniert sie si'chr Weniger, einen Bericht voll notorischer Und jedem Anwesenden bekannter Unwahrheiten über die Delegiertenversämmlung zu verbreiten und ihmnoch dazu in einer redaktionellen Vorbemerkung das Zeugnis der ״Objektivität" mit auf den Weg zu geben. Einige Stichproben genügen; . / ״Der jetzige Delegiertentag in Tr.-Teplice,; hat bewiesen, däß die ״Kamarilla“, die sogenanten-^Verteidiger des bisherigen Systeme, gegen weiches fast das ganze Land protestiert hat, nach dem