Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 19 (1933)
- Issue
- 1 (6.1.1933)
- Date
- 1933-01-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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ittBKKttii m 1 seife t ^VB^Wjeh^j^Mlie j| hi B v da pesf wurde in der Vorwoche ein ungarisches j ü d is c h e s L and es miiseum eröffnet\ * Anläßlich des Jahreswechsels hat. König Georg von England an drei Persönlichkeiten die Pair- Würde oerliehen!, unter denen sich zwei J u d e n befinden. * Sir Oswald M o sie y, der Führer der englischen faschistischen Partei. erklärte, daß der Antisemitismus k e i n e n Bestandteil der Politik dieser Organisation bilde. Antisemitische Propaganda ist innerhalb seiner Partei verboten. . * Im. Monat November 1932 sind in Palästina 1329 Personen, darunter 1192 Juden, eingewandert. 111 Einwanderer besitzen eigenes Kapital, Das jüdische Konsistorium in Bulgarien sprach bei der Regierung wegen einer staatlichen S u b v e n t i o n i e r u n g der j ii d i s ch e n Schulen vor. Der Unterrichtsminister gab die Erklärung• ab, daß eine Summe hiefür bereitgestellt werden wird, die allerdings nicht allzu groß sein wird. * Bewaffnete Ar ab er raubten am 26. Dezember aus einer Schafherde der Kolonie Beih- Alpha im Tale Jezreel 5? Schafe. Die Polizei fand 21 Schafe in benachbarten Höhlen vor und verhaftete drei an dem Schafraub beteiligte Araber. *1* : ‘ Anläßlich der ersten Fahrt des jüdischen Schiff es ״Ca rm e 1“ fand im Jaffaer Hafen eine F ei erlic h k e i t statt. Das Schiff wird den Frachtverkehr zwischen den palästinensischen Häfen, Aegypten, Syrien, Cypern und Türkei besorgen sis Bei den in Bi al y st o k statt gefundenen K e hi 11 ah - W ahle n errangen die A g udis t e n einen großen Sieg. Sie ziehen mit 5 Mandaten als stärkste Gruppe in die Kultusgemeinde. * Während der letzten Woche wüteten in J affa und Tel-Arnim drei große Br Und e in Fabriken, die Kisten für den Orangenexport erzeugen. Man nimmt an, daß die Brände g e l e g t und von den bisherigen ausländischen Kistenlieferanten angestiftet worden sind. ~! ־ Hermann Feldheim Wien I, Salztorgasse 6 Tex ti l wa r ׳en en groß. Eigene Manipulation von ,Weißwaren. Detailv erkauf zu En-gros-Preisen. Günstige Einkaufsquelle für. Brautausstattungen. Bas Bombenatteotat in Nahalal« Vater und Sülm Jacoby ihren Verletzungen erlegen״ Das Wtirlgesciiöß in PälHstina liergestallt* —, Bestehen eitler arabischen Terroristenorganisation vermutet. Am 28. Dezember abends wurde von unbekannter Hand in das Hatts des jüdischen Kolonisten Jacoby In der Kolonie Nahalel eine Bombe geworfen, Das Bomben Attentat hat tragischere F eigen gehabt, als anfangs vermutet' wurde! Joseph jacoby und sein neunjähriger Söhn, die durch das Attentat schwere Verletzungen erlitten, sind beide im Hospital zu Haifa, in das sie gebracht worden waren, an den Folgen dieser Verletzungen verstorben!, Der gesamte Jisclftiw ist durch diese Vorfälle in Erregung ttn'd Trauer versetzt’ worden. Die Palästina-Regierung wird das Munizipalitäten» gesetz für alle Fälle in Kraft setzen. Die Palästina-Regierung teilte den Bürgermeistern der palästinensischen Städte mit, daß sie entschlossen sei, das neue Munizipalitätengesetz in Kraft zu setzen, auch wenn die Munizipalitäten selbst in ihrer Weigerung, der Regierung ihre Bemerkungen über das Gesetz zu unterbreiten, verharren sollten. Der Termin zur Unterbreitung dieser Bemerkungen lief Ende Dezember 1932 ab. Transjordanische Führer für Aufhebung des Boden- Verkaufsverbotes. Führer der transjordanischen Araber haben der Regierung Transjordaniens ein Memorandum unterbreitet, in dem die Aufhebung des Gesetzes, betreffend Verbot des Verkaufes von Boden an Fremde (Juden) gefordert wird. Ein gleiches Memorandum wurde dem transjordanischen Herrscher Emir Abdullah unterbreitet. Brief aus Italien. WiederaufblUhen jüdischen Lebens. — Sijumfeier in Triest. Noch vor etwa drei Jahrhunderten bildete Italien ein Zentrum von jüdischem Leben. Die bekannten Chachmc-Itailia haben viele hervorragende Werke, Komment« re talmudischen Inhalts, therausgegefoen. Im La'iiife der Jahrzehnte hat sic1]! aber das Bild vollkommen verändert und׳ bis vor kurzem gab es kaum noch orthodoxe Juden überhaupt in Italien. Erst in dien letzten Jahren hat in Triest wieder eine jüdische Renaissance-Bewegung eingesetzt. Orthodoxe Juden aus allen Ländern sind zugewandert und haben sich zu einem orthodoxen Kibbuz vereinigt. In Triest gibt es heute ein eigenes orthodoxes Bethaus in der Via del Monte, das vollkommen selbständig und von d'er großen Gemeinde unabhängig ist. Dank der intensiven Arbeit der Herren Abraham K o s c 11 it z kä. und!A. Lapajowker wird dieser Kibbuz von Tag zu Tag größer und im Innern gefestigter. Der Einfluß dieser ortliodoxen Gemeinde dehnt ׳sich, nun auch auf die Triester Juden selbst aus und so kann man!denn auch häufig in der ״Via del Monte“ Menschen finden, die früher kaum etwas vom Judentum gewußt haben und sich nun glücklich und erhaben fühlen, von der orthodoxen Ge~ meinschaft herangezogen zu werden. Um Chanuka fand ein Sijum auf מם• מועד קטן statt, bei welchem der Vortragende, Hera* M. Oliaim ־Ga1־ nschätz, der auf der Durchreise zufällig in Triest sich auf haltende Ileiu* Rafbb. Zw ׳ebner aus Jerusalem, Herr Abraham ׳Koschitizk y, Herr Tobias II0 c hwald und Herr Grün glas schöne Ansprachen und Diwre-Tliora hielten. Die schöne Feier war von Herrn M. Weißbard veranstaltet worden, der sich auch sonst viel Verdienste um ■die junge Gemeinde erworben hat. Herr Oborkantor Braun aus Görz erfreute die Anwesenden durch schöne Gesänge. E. Griinglas. Ilttiitiarte jüdische Kaufleute 1» Lemberg ruiniert. Hunderte jüdische Kauf teilte Wäüdten sieh an den kaufmännischen Verband Mit der Bitte, bei der Regierung eine Aenderuttg in der Prö2edur der Ausgabe von Handelsli2eil 2 e« zu erwirken. Infolge der Unruhen seien sie finäMieil ruiniert worden und nicht in der Lage, die hohen Gebühren für neue HandelsU2en2en zu erlegen. Sie müßten, wenn die alten Vorschriften bestehen bleiben, ihre Geschäfte schließen, Die Warschauer Kehilla für die Kleinhändler. % Infolge der wirtschaftlichen Krise sind sehr viele kleine Händler in Warschau nicht in der Lage, den alljährlich für die Konzession im voraus zu erlegenden Betrag auf einmal aufzubringen, und stehen vor der Gefahr, ihre Existenz zu Verlieren. Der Rat der Warschauer Kehilla hat deshalb beschlossen, an diese Kleinhändler Darlehen zu gewähren. Da aber der Gemeindeetat eine weitere Belastung nicht verträgt, hat sich unter Führung des agudistisehen Präsidenten Mazur ein Komitee gebildet, das von privater Seite zu diesem Zwecke vorläufig 15.000 Zloty aufgebracht hat. Präsident Mazur selbst beteiligte sich mit 1000 Zloty. Das Budget der Lodzer Kehilla. Vergangene Woche hielt der Rat der Lodzer jüdischen Gemeinde eine Sitzung ab, in der das Budget für 1933 beraten wurde. Während die zionistische Opposition in Warschau eine Beschlußfassung über das Budget mit Gewalt — Obstruktionsreden und Lärmszenen — verhindern wollte, haben die Zionisten in Lodz beschlossen, zu den Sitzungen überhaupt nicht zu erscheinen, nachdem die Taktik der Warschauer Zionisten sich als lächerlich erwiesen hat. Der Präsident der Lodzer Gemeinde, . der agudistische Abgeordnete Minzberg, hielt ein dreistündiges Referat, in dem er jeden einzelnen Posten des Etats besprach. Die Lodzer Kehilla hat ein verhältnismäßig geringes Budget (1,023.000 Zloty), bei einer jüdischen Bevölkerung von 212.000 Seelen. Die bisherige zionistische Mehrheit in der Gemeinde hat die breite Oeffentlichkeit zur Mitarbeit an der Gemeinde nicht herangezogen, weil der größte Teil der Juden orthodox und antizionistisch ist und die Zionisten lieber auf die Kultussteuer verzichteten, als den Orthodoxen das Wahlrecht zu geben. Das ist auch der Grund, weshalb trotz dieser großen Bevölkerungszahl nur 18.000 Kultussteuerzahler vorhanden sind. Die Agudisten, die hei den letzten Wahlen die Majorität errangen, führen nun eine Evidenz über die Juden in Lodz und werden alle zur Mitarbeit heranziehen. Infolge der Abwesenheit der Zionisten wurde die Debatte über das Budget sachlich und ernst abgeführt. Als einziger Vertreter der Opposition war der misrachistische Vorsteher anwesend, der bei der Beratung über den Antrag, die zionistischen Palästina-Fonds zu subventionieren, selbst zugehen mußte, daß diese Fonds areligiös sind. Der Antrag wurde natürlich fast einstimmig ah gelehnt. Jesclüwos-Hilfsaktion der Standard Oil Company in New York. Die Standard Oil Company in New York führt zwecks Schaffung eines Fonds zur Erhaltung der Jeschiwos und Talmud Thora.s von Groß-NewYork eine Stempelsteuer auf alle Produkte, die für Jahrzeitlampen und Bethaus-Wachskerzen gebraucht werden, ein. Die Steuer beträgt für jede Jahrzeitlampe 2 Cent und für Kerzen und Pakete je nach Größe 1 bis 10 Cent. Der gesamte Steuerertrag wird zur Erhaltung der Jeschiwos und Talmud Thoras verwendet. Moderne Küdien« Vorzimmer* Wohnzimmer* MÖBEL F. ROHN/ Wien II, TABORSTRASSE NR♦ 22 Telephon R-40-7-14 Samstag geschlossen — Angeschlossen der ״Schomra״ Ein^ Besuch beim Cholez Chairn und Reb Chairn Oser Grodzenski. Aus einem Reisebericht von Oberrabbiner Dr. Joseph Oarlebach, Altona. Der Leser kennt die talmudische Erzählung, wie der blinde Raw Scheschet den persischen König erwartet, wie ein vorlauter Spötter über den augenlosen Zuschauer lacht und dennoch der Rabbi der Hellsichtigere bleibt. Nicht das Geräusch und Gepränge der nahenden Hof- Chargen, denen der Vorwitzige zujubelt, bringt den erwarteten Herrscher. Aber als atemlose Stille die Reihen in Bann schlägt, da ruft Raw Scheschet: Das ist der König! Das ist der König! Raw Scheschet hat noch immer recht behalten. Es war schon gegen Abend, als wir von Radun aus in die Holzhütte fuhren, wo der anerkannt größte rabbinische Gelehrte der Gegenwart, Rabbi Meir Jisroel Hakohen, der Chofez Chajim, wohnte. Durch einen rauchverhüllten Küchenraum des Bauernhauses traten wir in ein Stübchen ein und nun standen wir vor dem 92jährigen Greise, der kleinen Gestalt in schwarzem Seidenrock, mit schwarzer Sommermütze auf dem Haupte, auf einem Lehn- Stuhl sitzend. Er hatte schon den ganzen Tag den Gästen ungeduldig entgegengeharrt. Eine־ reine Freude huschte über sein Gesicht, als wir nun kamen. ״Ein Scholaum Alechem euch!“ sagte er mit stillem Glück. Und dann traten wir heran, jeder einzelne ihm die Hand reichend. Und merkwürdig, die Gäste beugten sich jeder von neuem demütig über diese Hand und küßten sie, obwohl der Alte widerwillig abwehrend sie immer wieder zurückzog. Was war es, was so andächtig uns stimmte? Wir sind gewohnt, den Kopf recht hoch zu tragen. Wie kam es, daß in der Nähe dieses Mannes wir alle plötzlich so bescheiden, so verlegen und dennoch erhaben uns fühlten? Gewiß beeinflußte alle der Gedanke, der größten halachi-;sehen Autorität der Gegenwart gegenüberzustehen. Und doch war es noch etwas anderes, was so gewaltig wirkte. Aber es fehlte doch alles, was die Sinne gefangennimmt; keine Suggestion der Rede, nicht einmal ein Außerordentliches des Gedankenganges seiner Worte. Es war eben, daß dies alles fehlte, war jene völlig einfache Menschlichkeit, die überwältigte. Die Demut der Thora, die auf alles Aeußere vernichtet, die Selbstgenügsamkeit der Großen, das war es, wovor wir uns beugten. Wir durften Tee mit dem Rabbi trinken, zu dem die Rebbezin ,,Eingemachtes" selbst mit herausgebraeht hatte« Eine volle Stunde saßen wir an dem Holztisch, in der Bretterbude,״ und sein Mund sprach zu ..uns, alle Ziele der Lehre“ seien eigentlich erfüllt, die umfassende Durchforschung der Halacha sei Tatsache geworden seit Rif und Rambam, Rosch und Tur, Schulchan Aruch und Remo — und wir dachten uns seihst hinzu: seit Mischna Berura und Assifas Sekenim. — Israel habe im Galuth alles das an geistigen Voraussetzungen geschaffen, was es zur Erlösung benötigt. ־ Daher könne es nur an der Erfüllung liegen, die uns noch obliegt, an der — Tschuwo . . . Nur eiii Gedanke, der immer wieder in anderer Form sein Sprechen erfüllte — Israels Erlösung. Die Unterhaltung mußte unterbrochen werden, Der Alte bedurfte der Ausspannung. Dann kehrten wir zurück. Und wieder sprach er vor geöffnetem Chumosch von der Sidra R'eh, von Segen und Fluch. Im Heiligen Lande, da liegt Segen und Fluch auf Gerisim und Ebal, ist die Natur und Wirklichkeit mit überirdischen Kräften begabt, ist in natürlicher Unmittelbarkeit aus den realen Verhältnissen des Seins Fluch und Segen zu entnehmen. Anderwärts aber und jetzt ist Segen und Fluch: Hören und nicht Hören, Lernen und nicht Lernen. Nur im Studium ist aller Segen beschlossen, aus dem Geist erwachsen die geheimnisvollen Kräfte, die uns erhalten und schützen, aus seiner Vernachlässigung die Zerstörung unserer nationalen Selbstbehauptung . . . Die Abschiedsstunde kam. Man bittet den Rabbi um eine Brocho. Aber er läßt sich nicht auf das mystische Geleise abdrängen. Er bleibt der schlichte litauische Raw. ״Wenn man Teschuwa tut, ist man von G-tt gebenscht; strebt nach Teschuwa,. dann braucht ihr keine Segnung.“ Der Alte wollte aufstehen, als wir nochmals jeder zu ihm uns niederbeugten und seine weiße Hand an die Lippen führten. Rückwärts schreitend, verlassen wir den Raum, in dem wir einen Strahl der Schechina erhascht hatten, jener g-ttlichen Herrlichkeit, die den Menschen adelt, vergeistigt, verschont, die von keinem äußeren Glanz den Schein borgen muß, die in dem entlegensten Winkel die Seele in Erlösungsahnen und Erlösungswonne erglühen läßt. I'* , Nur noch eine Persönlichkeit von gleicher oder ähnlicher Mächtigkeit und Idealität stand uns noch vor Abschluß unserer Reise bevor: Reb Chajim Oser Grodzenski, für uns Kinder der Welt und der Moderne vielleicht noch wichtiger und fruchtbarer in ihrer Eigenart. Wenn der Chofez Chajim ein Stück Jenseitigkeit, die Sabbatstille der Ewigkeit zu fühlen, gab, trat uns hier ein lebensnäherer Typus entgegen, Wie Olam Habo zu den Tagen des Messias, so ungefähr verhalten sich diese beiden Großen in Israel zueinander: wie das stille, weltentlegene RjEtgpn zu dar pulsierenden Großstadt Wilna, wie Raw Jossef zu Rabba unter den Amoraim, wie Neilah des Versöhnungstages zum Mußafgebet. Beide sind aus gleichem Holz geschnitzt, ohne Pose, ohne äußere Gaben der Beredsamkeit und der Gestalt. Bei beiden die gleiche anspruchslose Haltung, die gleiche Selbstlosigkeit und Natürlichkeit eines, der nichts sein will als nur ein Mensch, den nach außen nichts von jedem anderen unterscheidet, der das ganze seelische Schwergewicht in die Sphäre der Geistigkeit, ins unsichtbare Menscheninnere verlegt. Aber hier eine weltüberlegene Klugheit, ein geistreicher Denker voll Humor und Witz, schlagfertig und sicher in Rede und Antwort, jeder Gedanke gewürzt vom Salz des Talmud. Auch er spricht wenig und leise; aber jedes Wort trifft den Nagel auf den Kopf. Ein Gedankenleser, der allen bis in den Grund der Seele schaut. Seine Autorität ist unermeßlich; alle litauischen Rabbinen betrachten ihn als den höchsten Richter in allen theoretischen und praktischen Fragen der Halacha und des jüdischen Lebens. Sein Umgang mit ihnen ist bezaubernd; ganz demokratisch, gänzlich formlos. Seine Ueberlegenheit ist unumstritten, ist die Grundlage ihres absoluten Vertrauens. Sie brauchen nur anzudeuten, so weiß er, was sie sinnen, was sie fragen, welchen Problemen es gilt. Sein zustimmendes Kopfnicken ist für sie die höchste Bestätigung der Richtigkeit ihrer Meinungen. So ist er ein ungekrönter geistiger König. Es ist geradezu grotesk, daß dieser Gaon als politisch unbequem von engstirnigen Politikern von dem Oberrabbinatsamt der Stadt Wilna ausgeschlossen werden sollte. Alles aber scheiterte an der Tatsächlichkeit seiner Autorität; die Gegner selbst sind sich der Tragikomik ihres Unternehmens bewußt und mußten erkennen, daß im freien Reich der Geister die Würden nicht nach Laune und Willkür sich vergehen lassen, daß die Krone der Thora von keinem Stuhl und keinem Amt abhängt, sondern ihrem Träger kraft höherer Weihung und Bestellung unverlierbar eignet. Köstliche Stunden verlebten wir da draußen im Walde als seine Gäste inmitten einer Zufallsgemeinde von Erholungssuchenden, die den Empfang jubelnd als Zuschauer umstanden. Dort draußen, außer und über aller Welt, steht der Thron dieses Herrschers der Geister; jedem, der ihm naht, legitimiert' und festgegründet, wie der Geist selbst, wie Frau Weisheit (in den Sprüchen 9, 1—3), die sich ihr Haus selbst gebaut und seine sieben Säulen sich selbst ausgehauen. Und an uns war die Einladung ergangen: ״Kommt, eßt . von meinem Brot, trinket den Wein, den ich gemischt,“ Dieses Brot und diesen Mischwein genießen zu dürfen, war der großartige Abschluß fler .Studienfahrt. . ״ . ...